Freitag, Februar 14, 2020

140220: Hoch die Hände

Ungeplanterweise sind wir entspannter als sonst ins Wochenende geslidet, weil Q. nicht nur kein Biopraktikum hatte bis viertel nach fünf, weil Basketballturnier, nein, Q. hatte gar nix, ausser Ausschlafen, im Bett liegen und gesund werden. Das hat er super gemacht und so steht dem Start in die Berge von der Seite nichts im Wege. (Ich packe eh immer eine wohlbestückte Hausapotheke ein, jedes Jahr wieder auch mit der Familienmenge "meines" Produktes, just in case)


Ich habe wie jeden Freitag früh gestartet, war dann schnell Wocheneinkauf erledigen (ausserdem noch schnell ein Paket mit Kleidern abholen, obwohl ich mir eigentlich vorgenommen hatte, NIX mehr zu kaufen, bis mir mal was ausgeht, wenn ich wegen abgetragen, kaputt oder total outdated halt ausmiste. Tja. Und dann habe ich den Fehler begangen, doch mal wieder einen Esprit-Newsletter zum Thema "Punkte und Streifen" aufzumachen und naja, bei Punkten konnte ich noch widerstehen, bei Streifen nicht so. Immerhin passt alles wie angegossen. Und: note to self: es ist wirklich so, dass 36/S passt, immer. Alles andere schlackert. Ganz sicher.) und grad am Heimweg, als der Hübsche anrief.
Ein Anruf, der mit : "Boah, ich sag's dir, das brauch ich nicht nochmal, erstmal: es ist alles ok" losgeht, ist ja schon eher schwierig. Nun denn. Er war auf dem Weg ins Büro, begegnete Jonny (wohl auf dem Weg zum zweiten Frühstück bei den Nachbarn), streichelte ihn, als plötzlich aus dem Nichts ein grosser Hund (Mischung aus Husky / Labrador) angeschossen kam. Jonny sauste durch die Hecke in den Nachbarsgarten, der Hund grad hinterher (wissen wir jetzt auch: das ist NUR eine Hecke, mit ohne Zaun). Man hörte Fauchen, Miauen, Bellen, Knurren. Der Hund hatte Jonny gesehen, war losgestürmt, hatte sein Frauchen umgerissen, die war gestürzt, hatte die Leine losgelassen, und ... joah.
Die Frau liess es sich nicht nehmen, mit dem Hübschen zusammen dann auf Jonny-Suche zu gehen, bis er sie davon überzeugt hatte, dass der sich ganz bestimmt nicht mehr freiwillig zeigen würde, solange der Hund in der Nähe wäre. Kaum war sie weg, kam Jonny höchst empört an, liess sich daheim von seiner Schwester abschnuppern und sauberputzen, vom Hübschen untersuchen (nichts kaputt ausser ein bisschen verletztem Stolz, das liess sich mit etwas Hafermilch und vielen Käseleckerli reparieren) und wartete dann auch noch auf mich, um das nochmal zu bestärken. (Der Frau geht es auch gut, sie hat aufgeschürfte Handflächen, aber sich nichts Schwerwiegenderes getan. Sie kam im Laufe des Tages nochmal vorbei und liess sich von den Nachbarn (Jonnys zweite Frühstückslocation), vor deren Küchenfenster das alles passiert ist, bestätigen, dass des dem armen Büsi gut geht. Ich hoffe, sie hat eine Lehre daraus gezogen und passt beim Spazierengehen besser auf. Die Kombination aus limitierter physischer Präsenz und einem 30kg Hund, der euphemistisch ausgedrückt nicht aufs Wort gehorcht aka "echt a Liaba is, aber bi Büsis, da halt nöd", ist halt schwierig.)


Das war dann auch schon das grösste Abenteuer des Tages, ich habe gewerkelt, meine Inbox um 16:00 auf Zero gehabt (den Rest ignoriere ich bis übernächste Woche), wir haben mehr oder weniger stressfrei und so wie immer für die Skiferien gepackt. So sehr es mich in den Sommerferien in immer neue Gefilde zieht und ich jedes Jahr nach grossartigen Erlebnissen fast traurig bin, dass wir da vermutlich so schnell oder überhaupt nie wieder hinkommen werden, weil es gibt ja noch so viel anderes zu entdecken! (Ausnahme: San Diego. Das ist fix auf dem Plan für immer wieder), so schön finde ich es, dass wir für die Skiferien mit Saas Fee unsere fixe Location gefunden haben. Die Kinder wissen, was sie erwartet, wir gehen jedes Jahr in die selben Lokale, wissen, wo der Bäcker ist, was die leckerste Frühstückszusammenstellung für alle ist, in welcher Hütte was am besten schmeckt, wo die versteckte Race-Abfahrt mit der Stoppuhr ist, und dass man das "dü" wirklich frühzeitig reservieren muss. Mal sehen, ob wir es dieses Jahr endlich mal zum Nachtschlitteln schaffen!


Das Auto ist gepackt, morgen kommt noch die Kaffeemaschine mit rein (naja, was will man machen, wir sind halt alt. Wenn es noch Platz hat, nehme ich sogar mein Nackenkissen in seiner Transporttasche mit!) und ich werde für eine Woche QC testing transfers, pandemic stockpiling, emergency import licenses, outdated leaflets, MDR compliance und Joint Review Policy vergessen.


Gegessen:
Marmeladentoast
Skifahrsuppe und Breznstage
Freitagspizza und Knoblauchbrot


Gelesen:
Nathalie Svensson 4


Gesehen
Vikings


Getragen:
Jeans und Longsleeve


Stressleveldurchschnitt gestern: 29
Selbstbeweihräucherung: nur kurz nervös geworden, weil der Hübsche noch gar nich gesagt hat "Ui, DAS sollen wir alles ins Auto kriegen? Das geht niemals!". Das sagt er nämlich immer, es geht aber immer rein und es könnte sein, dass ich total viel vergessen habe. Oder er sich gemerkt hat, dass es immer reingeht