Donnerstag, Mai 24, 2018

Bonjour!

Heute waren wir alle sehr nervös, wir hatten nämlich eine Art Blind Date (naja, ganz blind war es nicht, wir hatten ja schon Bilder gesehen) mit unseren zukünftigen Mitbewohnern.


Was soll ich sagen? Wir waren ja anhand der Bilder in der Anzeige schon verliebt, aber in echt war das schon noch einmal was ganz anderes. Die beiden sind unglaublich winzig (Q. hat das der Oma gegenüber als "Ungefähr so gross wie ein dürres Meerschweinchen" genannt), unglaublich niedlich, schnurren wie grosse, piepsen wie ganz Kleine und hach, wir sind kollektiv verliebt.


Die beiden sind vor zwei Wochen draussen gefunden wurden und leben jetzt in einer Pflegestation mit ganz vielen kleinen, einer winzigen (die ist erst 7 Wochen und kriegt noch die Flasche), ein paar mittleren und zwei erwachsenen Katzen, die der Familie gehören und sozusagen Erziehungsaufgaben wahrnehmen. Von dort aus werden sie dann weiter vermittelt. Heute war die Tierärztin da und hat sie geimpft und gechipt (sie haben jetzt französische Pässe :-)), was das Mädchen mittel und der Kater ganz, ganz furchtbar schrecklich fand.


Sie sind aufgeweckt, zutraulich, stubenrein und habe ich schon erwähnt, niedlich?


Sie werden übrigens schon schneller als ursprünglich geplant bei uns einziehen, und das hat folgenden Grund: bis zu einem Alter von 12 Wochen brauchen sie für den Grenzübertritt aus einem  EU-Land noch keine Tollwutimpfung, ab 12 Wochen schon. Die erste Tollwutimpfung ist wohl relative strapaziös für gerade so kleine Katze, ausserdem ist weder das Elsass noch der Aargau eine Tollwutregion, so dass sie diese Impfung NUR für den Grenzübertritt brauchen würden und danach nie wieder (ausser sie reisen nochmal in die EU und zurück). Laut Impfpass sind sie nächsten Freitag 12 Wochen , am Donnerstag hat L. Zirkusaufführung, also kommen sie nächsten Mittwoch! (jaja, die Wahrscheinlichkeit, dass wir an der Grenze kontrolliert werden, ist erfahrungsgemäss relativ gering, aber wenn sie uns erwischen, dann wäre das relativ hässlich und ausserdem sind wir wir und deshalb werden wir auf gar keinen Fall schmuggeln. Passend wurden wir heute auf dem Rückweg direkt mal wieder kontrolliert....)


Namenstechnisch haben wir nochmal umgedacht, sagen Sie also hallo zu Jon "Johnny" Snow und Sansa "Sunny" Stark:


















Vielen lieben Dank übrigens an alle, die sich Gedanken gemacht haben, uns bei der Suche geholfen haben und die Daumen gedrückt haben! Gefunden haben wir sie tatsächlich via eine Kleinanzeige bei www.tutti.ch (und auch darauf ware ich ohne Tipp aus dem Internet nicht gekommen!)

Mittwoch, Mai 23, 2018

Mystery

Auf meine alten Tage werde ich anscheinend noch weise und milde (haha, natürlich nicht. Ich freue mich, wenn ich meine angeborene Sturheit als Altersstarrsinn titulieren kann). Gestern kam eine lange Mail aus Italien (meine Entdeckung vor Ort zieht nur die zu erwartende grossen Kreise und das ist nicht für alle angenehm. Für mich zB, weil ich möchte, dass das Projekt endlich erledigt ist), meine erste Reaktion war "Hm, echt? Könnte das wirklich sein, dass das alles unsere Schuld ist?". Ich fing an, eine verständnisvolle, entschuldigende Antwort zu tippen, dann kam die zweite Reaktion. nämlich: "Brennt euch eigentlich der Hut? So nicht, Freundchen!" und ich löschte den verständnisvollen Teil und fing an, eine flammende Suada zu tippen. Dann kam die dritte Reaktion und ich dachte mir "Da schlaf ich doch mal drüber" und die vierte "Da frage ich morgen meine Teamkolleginnen um Rat".
Gesagt, getan, heute morgen um 8 Meeting ausser der Reihe, ich kam mit Pokerface in den Meetingraum, die beide strahlten mich an und meinten "So, on a scale from 1 to 10, how mad are you? 25?" und da wusste ich, dass meine zweite Reaktion gar nicht so falsch war.
Und weil ich ja voll erwachsen bin, habe ich trotz (oder wegen) der einvernehmlichen Erlaubnis, all meinen Frust in die Antwort zu legen, sehr seriös und sachlich geantwortet. Yay!


Dann von Meeting zu Lunchappointment zu Meeting zu Meeting gesaust, das letzte wurde praktischerweise eine Stunde vorverschoben, so dass ich viel früher als angedacht daheim war.


Neben meiner unglaublich erwachsenen Antwort (wehe, die wissen das nicht zu schätzen!) habe ich dann heute offiziell die Verantwortung für ein neues (und zwar richtig NEUES, wie "noch vor dem Launch") Produkt bekommen, das freut mich sehr. "Mein" Portfolio war ja von Anfang an eher auf dr älteren Seite, ich kenne mich jetzt mit Divestments, "LoE-Strategy" und "End of Lifecycle"-Plans aus, umso mehr freue ich mich, endlich mal von Anfang (naja, was wir kommerziellen Menschen halt "Anfang" nennen) an dabei zu sein. (Zuckerl nebenbei: meine Schwestern arbeitet ja in der selben Firma und beschäftigt sich schon seit einiger Zeit mit dem Produkt, es bleibt also praktischerweise in der Familie!)


Auch nebenbei haben wir für morgen den Besuchstermin für die Katzenbabies MORGEN klar gemacht. Den Kindern hatten wir diesmal nach den bisherigen Enttäuschungen noch nichts gesagt und keine Bilder gezeigt, und ihnen nur gesagt, dass sie morgen schnell aus der Schule kommen müssen, weil wir einen Ausflug machen. Ihre Ideen waren "Infinity War" gucken oder "Solo" (läuft der überhaupt schon?), aber als wir meinten: "Nein, wir gehen Katzen gucken und hier sind die Bilder", war die Begeisterung gross. Erst. Dann brach Little L. in Tränen aus, weil er Dax immer noch so sehr vermisst und ach.... es zerriss mir fast das Herz, ihn schluchzend auf dem Schoss zu halten, während ich ihm versuchte klar zu machen, dass es absolut okay ist, traurig zu sein und zu bleiben und sich trotzdem über die Babies zu freuen. Und dass man die Babies liebhaben kann, ohne dass man Dax dadurch verrät.


Lustiger- und praktischerweise haben sich beide Jungs sofort verliebt und zwar jeder in eine: Q. in den schwarzen Kater und L. in das bunte Kätzchen.


Morgen zeige ich Ihnen dann hoffentlich Fotos (der Setup ist ähnlich abenteuerlich wie bei Dax damals, ich nehme das als gutes Vorzeichen :-)). Namenstechnisch sind wir umgeschwenkt, weil L. bei der Aussicht auf "Kadett Tilly" und "Michael Burnham" aus tiefstem Herzen rief "Können wir nicht EINMAL einem Haustier einen voll normalen Namen geben?!", und favorisieren aktuell "Jon Snow" und "Arya" (ich dachte erst "Ygritte", aber die wird ja von Jon erschossen und das ist ja auch nix.


Stressleveldurchschnitt gestern; 35


Selbstbeweihräucherung: relativ wacker geschlagen in einer etwas seltsamen Diskussion über Frauenquoten

Dienstag, Mai 22, 2018

Wund

Heute wäre eigentlich ein Tag für im Bett zusammenrollen und viel, viel schlafen gewesen, nach einem solchen Höllentag wie gestern bin ich echt durch (krass, wie physisch anstrengend nicht umkippen, nirgends dagegen laufen, nicht kotzen ist), mein ganzer Körper fühlt sich richtig zerschlagen an (nicht nur, weil ich doch gegen das eine oder andere gedotzt bin), ich habe Schüttelfrost, die Haut schmerzt von innen und sogar mein Hirn fühlt sich wund an.
Leider war das heute halt nicht drin, weil der erste Tag des Dings, für das ich ja den Besinnungaufsatz gesschrieben habe, war und es wurde von Anfang an klar kommuniziert, dass availability crucial wäre und das erste Treffen das allerwichtigste. Und ja, die Welt wäre nicht untergegangen, wenn ich wirklich nicht gekonnt hätte (gestern zB), aber es ging heute dann doch. Es war nicht der beste und tollste Tag meines Lebens, aber es gab schon schlimmere. Gestern zB.
 
Ich bin jetzt also für 7 Monate Mitglied in einer "Peer Coaching Group" und das wird, glaube ich, ziemlich grossartig. Vielleicht bin ich Snob oder vorurteilsbehaftet oder noch im royal wedding Fieber, aber ich finde es grossartig, dass das Coaching mal nicht von Amerikanerinnen geleitet wird, sondern von zwei Britinnen. Allein das Zuhören ist ein Genuss! (Ich versuche, in Zukunft weniger "great" oder "awesome" zu sagen und mehr "fab")
 
Sonst so:
  • Der Maler war heute da, es wird, es wird.
  • Die Kinder sind wieder sauber und ausgeschlafen, Kleider sind gewaschen und verräumt.
  • Wir haben zwei Katzenbabies reserviert und hoffen auf einen Besuchstermin diese Woche, ich traue mich nach den verschiedenen komischen Erfahrungen bisher noch nicht 100% zu freuen, aber wenn das klappt, dann wird das so unglaulich niedlich!!!!!! (Bruder und Schwester, schwarz und dreifarbig, UND SO SÜSS!!!!!!!)
  • ab morgen wieder fast sowas wie Alltag bis zu den Schulferien (naja, minus das Lager von Q. und die Zirkusaufführung von L. und meinen mindestens einen Italientrip noch und den Umbau und die Katzen. Aber sonst.)
Stressleveldurchschnitt gestern: 36 (und deshalb glaube ich, dass entweder die Messung oder das Kriterium oder der Stresslevelthreshold Mist ist. Gestern war einer der stressigsten Tage meines Lebens und kriegt eine lumpige 36, während der obergechillte Wellnesstag davor eine 51 bekommt!)


Selbstbeweihräucherung: mich zusammengerissen und den Tag echt gut hingekriegt. Und dran gedacht. L. das Cola-Paninibild aus der Pause mitzubringen. (Das war übrigens lustig: mein Kollege wollte mir das für seinen Sohn abluchsen und hat ganz grosse Augen gemacht, als ich mittags um 11 schnell L. angerufen habe, um zu fragen, ob er das schon hat. An der Schule der Kollegenkinder war heute nämlich keine Fortbildung und deshalb frei und er dachte, ich hätte wegen dieser Frage L. vom Sekretariat aus der Klasse holen lassen)
 

Montag, Mai 21, 2018

bummer

Der krasse Lagerungsschwindelanfall seit heute morgen um fünf, den hätte es ja nicht zum Abschluss unseres Wellnesswochenendes gebraucht.
Immerhin kann ich wieder halbwegs stehen, es blieben schon eine Banane und eine Pfannkuchensuppe drin und ich habe immer noch nie im Leben in eine Tüte gekotzt.
Wie genau der Hübsche mich und all unser Gepäck allerdings aus dem Zimmer und nach Hause gebracht hat, kriege ich nicht mehr zusammen.
Alter Verwalter, was ein Scheiss


Stressleveldurschnitt gestern: 36
Selbstbeweihräucherung: es immer grad noch so zum Klo geschafft. Und nur ein bisschen geweint, weil es so scheusslich ist

Sonntag, Mai 20, 2018

Relax, JETZT!

Das Essen gestern war echt der Hammer!* Ich war so gierig auf meinen Fischgang, dass ich leider ein nicht blogbares unscharfes Bild produziert habe, aber den Rest erkennt man, denke ich.



 

Im namensgebenden Cocon


Süskartoffelknödelchen in "Blauer St Galler" Suppe mit Speck. Unscharf, aber lecker!








Beim Seriegucken im Bett bin ich noch vor dem Intro von "This is us"** eingeschlafen, es war vermutlich ein langer Tag.


Heute morgen: wie immer kurz vor sechs hellwach gewesen, dann aber doch nochmal eingeschlafen und bis kurz vor neun weitergeschlafen (und Alpträume gehabt. Einen vom Kollegen, den ich angemotzt habe, und dem gegenüber ich im Traum noch viel deutlicher wurde, und einen vom Italienprojekt, in dem meine Kollegin mich am Dienstag morgen mit den Worten begrüsste: "Musst dich gar nicht hinsetze, es läuft alles total schief, du musst sofort zum Flughafen und wieder runter". Man könnte sagen, die Auszeit ist somewhat dringend nötig)


Kaffee im Bett, Internet lessen, aufstehen, gemütlichst frühstücken mit allem Tralafitti incl Champagner (wir haben uns ein Glas mit Orangensaft geteilt und waren trotz ordentlicher Grundlage total knülle, wir waren auch schon mal partytauglicher).


Kleiner Waldspaziergang am See entlang, weil der Hübsche ja draussen rennen gehen wollte und nicht sicher war, wo; klein vor allem deshalb, weil der Kaffee im Bett, die zwei Cappuccinos/I, der Birnensaft und der Champagner dann doch irgendwann wieder raus wollten.
An dieser Stelle sei der einzige Kritikpunkt an der Zimmergestaltung vermerkt: es ist ja alles voll fancy und trendy mit so einer Wellness-Insel mitten im Zimmer, die nur mit einem Vorhang abgetrennt ist, wenn überhaupt, und nennen Sie mich ruhig prüde, aber es gibt eine ganz kleine Anzahl an Verrichtungen, die ich auch nach 21 Jahren Beziehung und 14+Jahre Ehe nicht hinkriege, wenn ich den anderen direkt hinter einem freundlich orangen Vorhang weiss. Naja, mussten wir halt abwechselnd auf dem Balkon draussen Kaffee trinkend warten.



Dann: für den Hübschen draussen rennen, für mich auf dem Crosstrainer mit Blick nach draussen rennen (vor allem mit Blick ins Buch), dann duschen, für den Hübschen noch in den See und in den Pool, mehr Kaffee, mehr Sauna, und heute abend dann reines Thai-Essen, mit ohne Fusion.


Doch, kann man machen.


UND: Gute Neuigkeiten: mit den kleinen Katzengeschwistern scheint es vielleicht tatsächlich zu klappen! Das ware so grossartig.




Stressleveldurchschnitt gestern: 51 (jajaja, Entspannen ist nicht meine Kernkompetenz)
Selbstbeweihräucherung: ich versuchs aber immerhin.




* Für den Fall, dass Sie irgendwie zweifeln: Wir sind hier voll und ganz auf eigene Kosten (und die sind, das sei auch gesagt, ganz ordentlich), ich kenne das Hotel von zwei Arbeitsworkshops, die wir (und damit meine ich das "corporate we") btw auch regular bezahlt haben) und habe deshalb beschlossen, dass das der richtige Ort ist, um mal zwangsabzuschalten, weil ich sonst heisslaufe und vielleicht durchbrenne. Das ist also in keinster Weise irgendein bezahlter Werbepost.


** Es ist zwar nicht ganz selbsterklärend, aber mittlerweile gibt es Amazon Prime Video doch auch in der Schweiz.

Samstag, Mai 19, 2018

Erste Male

Heute morgen klingelte der Wecker schon früh, weil es kurz nach aht ja schon Antreten furs Pfila hiess. Die Jungs hatten sich als Lunch für die Anreise (12km per Fahrrad) kleine Speckzöpfe gewünscht, also hatte ich gestern eine ganze Portion Sonntagszopfteig  mit Speckwürfeln verknetet und statt einem grossen 8 (gar nicht sooooo) kleine gebacken.
Ich hatte die vage Vorstellung, dass ich damit nicht nur den Lunch für heute, sondern auch das Znüni für die nächsten Tage abdecken könnte (einfrieren, aufbacken, fertig). Hahahaha, Rechnung ohne hungrige Pfadikinder gemacht, die haben den Rest nämlich einfach heute verfrühstückt.
 
Gegen neun waren dann alle Velos auf Verkehrssicherheit geprüft, das Gepäck im Lieferwagen, Pfadis, Wölfe und Pios gezählt (es sind ca 40 Kinder sind dismal dabei. Ganz ordentlich für so ein kleines Dorf! Sie treffen auf dem Lagerplatz noch 5 andere Abteilungen der Region und das ganze wird auch vom Lokalfernsehen und der Zeitung abgedeckt. Fame, sozusagen!)
 
Wieder daheim genossen der Hübsche und ich noch ein ausgiebiges Frühstück, ich screente die Antworten, die ich auf meine gestern abgeschickten Anfragen an ein Schweiter Kleinanzeigenportal in der Mission Stubentiger geschickt hatte. Ich hatte mich schon auf nach meinem Gefühl eher privat und ohne Rassekatzenhintergrund geschalteten Anzeigen konzentriert, die Antworten zeigten jedoch, dass ich da keine 100% Trefferrate hatte. Ich möchte ja die Katzen gar nicht umsonst, ich weiss, dass es neben der Mühe und dem Herzblut auch einiges an Geld kostet, Babykatzen aufzuziehen, aber wenn die Katzen aus dem selben Wurf dann je nach Aussehen teurer verkauft werden, da habe ich dann meine Mühe (Wir reden hier nicht über Dreifrankenachtzig, sondern um "Es gibt nur noch den einen Kater, der fast wie ein reinassiger BHK aussieht, deshalb kostet er 500 CHF statt 300 CHF, wie in der Anzeige steht").
Vermutlich sind wir von der Jahreszeit her immer noch recht früh dran und die Kätzchenschwemme kommt erst oder wir machen es grundlegend falsch oder sind zu ungeduldig oder ALLE WELT WILL BABYKATZEN.
Und so habe ich viele, viele, viele Absagen bekommen, aus Frust in noch einem Tierheim angerufen, die waren wenigstens net, und ich habe mich dann ehrlich mit der Frau dort gefreut, die gemeint hat: "Sorry, unsere jüngste Katze ist 12 Jahre und die wird heute abgeholt, wir haben einfach GAR KEINE!"
 
Als ich dann schon ungefähr 3000 km mit dem Hübschen draussen rumgelaufen bin (PokemonGo Community Day und ich habe jetzt nicht nur mein erstes shiny Pokémon, sondern ZWEI shiny Gluraks),




 brummte das Handy und es kam eine total unerwartete Antwort auf eine Anfrag, nämlich: "Natürlich sind sie noch da, ich hab sie doch grade erst reingestellt". Wir haben also ein paar Daten ausgetauscht, Bilder bekommen (es sind zwei Findelgeschwister, die nicht getrennt werden können, weil sie so aneinander hanger, ein schwarzer leicht getigerter Kater und eine dreifarbige Katze, beide, wie ich finde, mit einem leichten langhaarigen Einschlag, aber vielleicht ist das auch der Babyflaum), sie sind (natürlich) zuckersüss, sind in einer Tierschutzstation im Elsass und ich hoffe sehr, dass das klappt!
 
Danach ging es für den Hübschen und mich dann auch schon weiter, wir machen über das kinderfreie Wochenende ja mal was total Erwachsenes, nämlich ein Wellnesswochenende hier. Ich kenne das Hotel bisher nur im November/Dezember von Workshops bei der Arbeit in Weihnachstdeko, aber so ist das schon auch sehr hübsch!
 
Wir haben schon:
  • Champagner getrunken
  • die Orchideenblüten im Zimmer bewundert
  • im Hallwiler See und im Biopool gebadet (der See hat 14 Grad und es war grandios!)
  • im Spa rumgehangen (Pool, Sauna, Kräutersauna, Salzcocoon, das ist aber eher fad)







und gleich geht es "thailändisch-schweizer Fusionfood" speisen und es ist schon ziemlich gut auszuhalten hier.
 
Stressleveldurchschnitt gestern: 36
Selbstbeweihräucherung: 3 Minuten vor Abmarsch an Q.s Kuschelaffen gedacht; bim Katzenthema nicht aufgegeben; ich bin mit Schwung im See untergetaucht
 
 

Freitag, Mai 18, 2018

Meow

Habe ich hier irgendwann mal erzählt, wie wir unsere erste (und bisher einzige Katze)bekommen haben? Ich habe es mit den einschlägigen Suchbegriffen im Archiv nicht gefunden, was eine wunderbare Gelegenheit ist, um das heute zu erzählen. Die Suche nach neuen pelzigen Mitbewohnern seit ein paar Wochen treibt so skurrile Blüten (ich habe heute in einem unglaublich ätzenden Telefongespräch mit einem Tierheim irgendwann tatsächlich gesagt: "Wenn Sie mich einen einzigen Satz ausreden lassen würden, dann wüssten Sie auch, dass ich nicht total beknackt bin und glaube, dass Sie drei Tage alte Katzen abgeben. Aber das scheint ja zu viel verlangt."), da tut es vielleicht gut, dran zu denken, dass das damals auch eher strange (wenn auch unkompliziert) war.
Also:
Der Hübsche und ich sind im September 1999 gegen Ende der Diplomarbeit (oder Anfang der Doktorarbeit, man weiss es nicht, es ist lange her) zusammengezogen und schon im Oktober hatten wir das Gefühl, da fehlt was. Das war eine relative spontane Entscheidung beim Radeln durch den englischen Garten ("Du, was meinst? Sollten wir uns eine Katze anschaffen?" "Ok" Entscheidungen konnten wir immer schon ziemlich gut), am Abend waren wir bei den Eltern des Hübschen zum Essen eingeladen und oben auf dem Altpapierstapel lag noch die Wochenendausgabe des Münchner Merkur. In den Kleinanzeigen fanden wir dann "Junge Katzen abzugeben, Tel."
Am nächsten Morgen haben wir da also angerufen, einen Termin abgemacht, im Karstadt an der Münchner Freiheit im Untergeschoss einen Katzenkorb (gross und aus Korbgeflecht) und ein Katzenklo, im DM nebendran ein bischen Babykatzenfutter gekauft und los gings im Twingo der Eltern des Hübschen, mitdem Katzenkorb, der fast so gross war wie der ganze Twingo in den Münchner Süden.
Ich kannte Baldham als ... leicht versnobten Nobelvorort (mein Vertrauensdozent der Studienstiftung wohnte dort) und rechnete also mit .. einem Wurf Kätzchen in einer Villa bei einem leicht zerstreuten Professor, vielleicht würde die Ehefrau oder die Kinder oder sogar der Professor ein Tränchen verdrücken, wenn wir mit dem allersüssesten ihrer Kätzchen, die eh nicht geplant waren, aber irgendwie war der Kastrationstermin der Katze, die die Nachbarin den Kindern geschenkt hatte, hintenübergekippt, und hm, einmal kann man ja und niedlich sind sie ja schon und was studieren Sie?
Tja.
Es war eine Villa.
Der Bewohner war .... keine Ahnung, ob er zerstreut war, als erstes fiel uns auf, dass alle Möbel in der ganzen Villa von Bettlaken bedeckt waren, der ganze Boden war mit Zeitungspapier bedeckt und .... überall waren Katzen. Wirklich ÜBERALL!
Der Mann, der dort wohnte (ich kann nicht "allein" schreiben, das ganze Haus war voller Leben. Und Katzenhaare. Und Katzengeruch), erklärte uns, dass er jeden Sommer mit dem Wohnwagen für drei Monate nach Spanien fahren würde und dort herrenlose Katzen einsammeln würde und die dann nach Deutschland bringen und manche auch vermitteln würde. (ich bildete mir ein, etwas wie kastrieren und impfen gehört zu haben, aber das war wohl ein Verhörer)
Und jetzt wäre er grad frisch zurück und wir hätten praktisch die freie Auswahl. Wir hätten zwar am Telefon gesagt, wir hätten gerne ein ganz junges Weibchen, das hätte er jetzt halt nicht, aber hier, diese alte Dame da in silbergrau wäre sicher noch keine 10 Jahre alt und wenn wir was richtig junges suchen würden, dann hätte er da einen roten Kater, der wäre auch noch kein Jahr.


Der Hübsche und ich standen mehr als nur ein wenig unbehaglich auf der Zeitung und zwischen den Bettlaken. Wir waren uns ziemlich sicher, dass wir halt "ein Babykatzenmädchen" wollten und weder die silbergraue Dame noch der rote Halbstarke waren .... ein Babykatzenmädchen. Allerdings hatten wir natürlich auch genug Filme und Bücher gelesen, um zu wissen, dass das jetzt vielleicht der falsche Zeitpunkt war, um über Spitzfindigkeiten zu diskutieren, wenn man nicht in 30 Jahren abgenagt von alten Katzendamen verscharrt in der Rosenrabatte des Villengartens ausgegraben werden wollte. Wir sahen uns also etwas unbehaglich an, versuchten uns mit dem Gedanken an einen roten Halbstarken anzufreunden, da sauste auf einmal ein kleiner Knubbel wie ein Irrwisch unter dem Zeitungspapier durch die Räume. Der Katzenmann meinte: "Ach. Ja. Und die habe ich auch noch. Aber an der ist halt echt nix dran!" und griff sich den Bollen unter dem Zeitungspapier und hielt ein kleines, braunweissgetigertes Katzenbaby hoch.
Der Hübsche und ich ergriffen die Möglichkeit, ein Katzenmädchen zu bekommen UND nicht verscharrt und abgenagt zu werden und meinten nur "Okay, super, nehmen wir, tschüss!"


Die erste Lektion über "Hahahaha, ihr dachtet, das wäre so einfach?!" erteilte uns Dax übrigens noch auf dem Heimweg, als sie, nachdem sie den niegelnagelneuen Katzenkorb und das rote Kuschelkisssen inspiziert und für langweilig erachtet achte, ohne sich auch nur im geringsten anzustrengen, zwischen den Gitterstäben des Katzenkorbes hindurchspazierte und den Rest der Rückfahrt erst mit einer Erkundung des Twingo und dann UNANGESCHNALLT auf meinem Schoss verbrachte.


Dieser creepy Anfang, der fast in einem Doppelgrab im Gemüsebeet geendet hatte, war der Anfang einer über 18jährigen wundervollen Freundschaft, ich hoffe, das bekommen wir nochmal hin.
Thommy war der Hund meiner Schwiegereltern. Er liebte Dax (und alle Katzen), aber das war eher einseitig

Sagen Sie nichts. Ich war auch noch sehr jung damals

Und hatte mehr Spass am Leben, als man hier vermuten möchte.








Fazit von dem Ganzen:
Wir suchen folgendes:
zwei Geschwisterkatzen (am liebsten zwei Weibchen), die Mitte Juni - Mitte Juli alt genug sind, von ihrer Mutter getrennt zu werden.
Suchradius: Raum Basel, den ich mal grosszügig bis ... Zürich, Aarau, Bern, Luzern, Lörrach ausweite (praktisch wäre natürlich auf der Schweizer Seite der Grenze).
Sonderwünsche: keine (ausser Fell an den Katzen)
Was wir bieten: viel, viel Liebe, > 18 Jahre Erfahrung mit Katzen (okay, einer.), viel Platz im Haus und Freigang in einer autofreien Überbauung.

Wenn Sie also jemanden kennen oder selber junge Katzen haben: bitte, bitte, melden Sie sich doch! (Tipps, wo ich suchen sollte oder könnte, brauche ich keine mehr, danke schön!)