Dienstag, Juli 23, 2019

220719 Sea to sky: von der Sunshine Coast nach Whistler

Ich habe heute nacht anscheinend nicht gut geschlafen. Ich wurde von meinem Garmin-Bändel wachgebrummelt, das anscheinend einen Kurzschluss an der Ladebuchse hat und sich deshalb sehr, sehr schnell entlädt. Passt super, dass ca 8 Monate nach dem Austausch auf Garantie auch das Gummiband wieder reisst, das kann ich nach der Rückkehr grad wieder einschicken.
Eigentlich war es sehr gemütlich, sich andauernd wieder in die Laken zu mümmeln, aber erholsam ist wohl anders.
Ein ausgewogenes Frühstück (warmgemachte Pizza oder Zimtschnecken, je nach Gusto) war dr Start in unseren Reisetag.


Wir brachen zu unserer letzten Fährfahrt von Langdale zurück in die Horseshoe Bay auf, von wo wir ja vor gut einer Woche gestartet sind (umsonst, wie auch die von Quadra zurück nach Vancouver Island. Das System dahinter habe ich noch nicht genau verstanden).


Von dort aus ging es immer weiter Richtung Berge. In Squamish füllten wir unseren Koffeinspiegel und den Obstvorrat auf (und waren erst extremst unentspannt, weil es daheim ja schon 23:00 war und die Nachbarn das Katzentörchen noch nicht verrammelt hatten, was hiess: Jonny war noch nicht da. Wir wussten auch, dass die Infrarotaufnahme der Kamera ihn im Dunkeln nicht mehr erkennen würde und wir so bis zum Morgen daheim nicht mehr mitbekommen würden, ob er denn heimgekommen wäre. Nachdem er seit dem Frühstück um ca 8 das Haus nicht mehr betreten hatte und überhaupt, war das alles sehr, sehr unschön (Unterzucker an allen Enden half jetzt auch nicht wirklich). Gottseidank schaute der Hübsche just in dem Moment MIT TON in den Livefeed, als Jonny anscheinend reingeschlüpft war und nach einem Snack probierte, ob er doch nicht nochmal rauskönnte und ans Törchen döngelte und dann doch statt weiter Party zu machen in den oberen Stock huschte. Meine Nerven, ey...
Ab dann: alles super. Wir haben den ersten grossen Wasserfall besichtigt (mit ganz vielen anderen Leuten, es gab erstmals in diesen Ferien Parkplatzprobleme) und sind dann immer weiter und weiter nach oben gefahren bis nach Whistler, den Austragungsort eines Grossteils der (para)olympischen Wettbewerbe 2010.





Der Ort ist ein bisschen skurril, ganz offensichtlich ein Ski- und Wintersportort, aber jetzt halt bei 27°C, all die auf Winter gemachten Hotels sind voller Sommergäste, DER Sport scheint downhill-Racing zu sein. Die Fussgängerzone ist voll mit Mountainbikern in abenteuerlichen Helmen und Rüstungen und verschiedenen Verschrammtheitszuständen. Andauernd hört man Krankenwägen, die schlimmer gestürzte in die Notaufnahme bringen.


Wir hingegen sind sehr happy mit unserem Appartment in dem obersten Hotel des Ortes, mit Pool und Hottub und Tralala. Das ist schon lustig, mitten in den Bergen, wo man es viel kühler erwarten würde, mit Blick auf die vorbeifahrende Gondel am Pool auszuruhen.



Zum Abendessen sind wir mit dem Shuttle in den Ort gefahren und durch die Fussgängerzone gebummelt, die halt wie ... Saas Fee oder Serfaus beim Apres Ski wirkte, nur halt ohne Schnee und Ski.
 Q. und ich haben es geschafft, mit ca 3 unfreiwilligen, aber steigend peinlichen Einlagen ein Influencervideo kaputt zu machen. Erst stand Q. im Bild, dann habe ich ihn rausgezogen, dann habe ich ins Video gequatscht "Sorry, he is a natural photobomber", weil ich dachte, sie würden fotografieren, nicht filmen und ach, leider war kein Loch da, um im Boden zu versinken..
Wir waren nach praktisch keinem Mittagessen echt hungrig und haben uns mal wieder auf Google Maps verlassen und wurden nicht enttäuscht: der "Splitz Grill"war nicht mitten im allergrössten Trubel und bot Burger zum Selberzusammenstellen mit allem Tralala, obwohl auch die Standardausstattung schon enorm war. Ich habe endlich mal den allseits so gehypten "Beyond Meat" Pattie ausprobiert. Joah, was soll ich sagen.... ich glaube, ich bin nicht die Zielgruppe. Nach Fleisch schmeckt er nicht wirklich, zumindest nicht nach einem, das einen beeindrucken würde, eher geschmackloses Billighack, die Konststenz passt ganz gut, aber für vegan ähnelt er mir halt doch zu sehr Fleisch (versteht man, was ich meine?), da würde ich jederzeit halt ein vegetarisches Pattie, das seine Grundlage nicht verleugnet, sondern halt dazu steht, KEIN FLEISCH zu sein, vorziehen. Aber: besser als der vegane Burger von McD mit seinem grusligen Wienerle-Aroma allemal und der Hübsche war von allen Fleischersatzdingen, die ich ihn bisher zu probieren nötigte, davon am meisten angetan (wenn auch nicht restlos überzeugt).
Der Rest war aber superst und wir alle satt, warm und glücklich.


Gegessen:
eine halbe Zimtschnecke
viele Gurken und eine halbe Käsesemmel
Einen Beyond Meat Burger mit allem an Gemüse und Salat, ja, gern auch Zwiebeln, Honig-Senf und Süsser Chili Sosse, mit Guacamole und gegrillter Ananas, dazu Süsskartoffelpommes und ein Grapefruit Ale (Deutsches Reinheitsgebot ftw, ganz ehrlich... aber probieren musste ich dann halt doch!)

Getragen:
3/4 Hosen (die habe ich bestimmt schon 20 Jahre, damals noch im Kickz in Schwabing gekauft!), T-Shirt, Chucks

Gelesen:
"Harry Quebert"

Stressleveldurchschnitt gestern:
 Das Bändel war den halben Tag leer, das blöde Teil
Selbstbeweihräucherung: nicht geheult, als Jonny nicht da war. Und dann entspannt.

Montag, Juli 22, 2019

210719 Sunshine Coast

Wir haben Kanada ja eigentlich als Reiseziel ausgewählt, um der Sommerhitze zu entgehen und gerne auch mal ein bisschen zu frösteln und ja, das haben wir zwischendrin auch schon, aber alles in allem liegt eine Hitzedecke über dem Land und die letzten Tage waren wir schon auch froh darum, dass man bei den Outdoor-Hosen, die wir dabei haben, die langen Beine abzippen kann, weil wir ja mit Absicht keine (oder fast keiner eine) echte kurze Hose eingepackt hat. Ja, es ist raus, falls Sie sich schon immer gefragt haben, wer um alles in der Welt diese Zipphosen trägt und auch noch abzippt: das sind wir. (die Kinder schon lange in Pfadfinderlagern, und jetzt auch die Erwachsenen). karierte, bügelfreie Wanderblusen sind uns aber noch nicht gewachsen, ich übernehme für die Zukunft jedoch keine Garantie.
Also. Heute standen die Skookumchuk Rapids auf dem Plan und weil die zum Gezeitenwechsel am eindrücklichsten sind und der heute um 13:55h auf dem Plan stand, gab es keinen Wecker, ich wiederhole: KEINEN WECKER!!!
Ich war trotzdem um halb acht hellwach und versuchte, der Kapselmaschine in der Küche einen ordentlichen Espresso zu entlocken, aber das war eher nix. Nun ja, mit Milch war es dann ein sehr dünner Latte, aber was solls.



Der Rest der Familie (ich denke da im Speziellen an einen Teenager) brauchte etwas länger mit Aufstehen, aber wir hatten ja gestern schon beim Linsen durch die (abends natürlich geschlossene) Tür des Frühstückscafes rausgefunden, dass es das den ganzen Tag (also bis halt frühen Nachmittag) geben würde und so war sogar ich entspannt.
Das Frühstück war extrem lecker (ich war sehr gerührt, dass L. und ich die Portion Waffeln, die wir uns teilten, sogar auf zwei Tellern angerichtet bekamen, mit einer Riesenmenge frischen Erdbeeren und Sahne und sogar einer Dekoerdbeere auf Dekosalat.)


Der Wanderweg zu den Rapids (dort ist eine Art ... Engstelle, durch die beim Gezeitenwechsel drölfig Billionen Megakubikliter Wasser hindurchgedrückt werden und deshalb bilden sich bei Ebbe Strudel und bei Flut meterhohe Wellen. Heute (nachmittag, die Flut war uns zu früh): Strudel.) war sehr gemütlich, durch einen verwunschenen Regenwald und wie so oft waren wir mit halt Wanderschuhen und Wanderrucksack total overequipped, meiner Meinung nach nicht unbedingt von den Geländeanforderungen her, sicher aber dem Durchschnitt der Restwanderer gegenüber. Ich hege allerdings mittlerweile den Verdacht, dass es auch auf dem Weg vom Mount Everest Basecamp zum Gipfel die Fraktion der "Sommerkleidchen und Ballerinas" oder "Shorts und oben ohne, Flipflops an den Füssen" gibt. Erstaunlicherweise tun sich die auch nix, zumindest nicht so lange wir in Erste Hilfe. Reichweite sind, aber mei: ich bin halt "In die Berge zieht man Bergschuhe an und ist für plötzliche Wetterumschwünge gerüstet"-sozialisiert, da machste nix.







Die Strudel waren holladiewaldfee beeindruckend






Eine gewisse Stilkongruenz ist nicht zu verleugnen. (ich habe mein Tschäppi auf dem Grizzly-Boot vergessen)


wir picknickten (es könnte sein, dass ich nach dieser Reise Flatbread/Hummus/Guacamole und Gemüse auch erstmal wieder gesehen habe) im Sonnenschein, dank L., der mittlerweile selber bei den Hundehaltern seiner Wahl "Hello, may I pet your dog?" fragen geht, wurden wir dann noch in ausführlichen Smalltalk verwickelt (für Holländer gehalten, aber nur kurz, mit den dänischen Verwandten ins Gespräch gebracht worden, Wandertipps für  Jasper und Banff bekommen, Schweizerfahrungen ausgetauscht) und dann ging es auch schon zurück.


Nach einem Kaffee im Wald fuhren wir zum zweiten Stop des Tages: Baden im Ruby Lake. Das war unglaublich erfrischend, gerade richtig kalt/warm und tief für beide Kinder, die noch unglaublich viel Energie übrig hatten.




Mit frischen T-Shirts versorgt fuhren wir nach der Abkühlung direkt nach Madeira Park, um die schwere Wahl zwischen dem japanischen und mexikanischen Restaurant zu treffen, die es dort neben dem Pizzaplace gibt, aber dann war die Wahl doch nicht schwer, das japanische hatte nämlich zu.
Egal, mit mexikanisch können wir alle sehr gut leben und mit Einlaufen kurz vor sechs hatten wir endlich mal die lokale Abendessenzeit erwischt, der Laden war rappelvoll (und sehr, sehr lecker!)


Danach: Chillen auf der Terrasse, Packen für morgen, es geht nämlich .... in die Berge!

Gegessen:
Kirschen auf der Terrasse
Waffel mit Sahne und Erdbeeren
Flatbread mit Zeug und Gemüse
Chicken Tacos

Gelesen;
"Harry Quebert" (und, dass Joel Dicker überhaupt kein Amerikaner ist sondern ein ungefähr gestern erst volljährig gewordener Schweizer. Schau an.)

Getragen:
Wanderhose, - schuhe und blaue T-Shirts

Stressleveldurchschnitt gestern: 41 (ja, kein Kaffee stresst mich)
Selbstbeweihräucherung: relaxt.

Sonntag, Juli 21, 2019

200719 Weiterreise an die Sunshine Coast

Früh am Morgen ging es los zur Fähre (das Thema des heutigen Tages: nur 160km Fahrtstrecke, aber dreimal Fähre, zweimal sogar recht lang), so früh, dass das Restaurant noch nicht offen hatte und auch nicht die Kaffeebude an der Fähre. Irgendwie haben wir das mit den Öffnungszeiten eh noch nicht so ganz raus: ich meine, wir sind vom Schweizer Dorf jetzt eh keine Grossstadt- oder Späti-Zeiten gewohnt, aber bis acht hat der Supermarkt jeden Tag offen und man bekommt überall auch nach drei Kaffee. Oder vor 10.
Nun ja, die Überfahrt von Quadra Island nach Campbell River war eh nur kurz und ich war fast fest davon überzeugt, dass wir zwischendrin noch eine Kaffeemöglichkeit finden würden, aber nein: nach einer wunderschönen Fahrt an der Küste von Vancouver Island entlang waren wir ganz schnell am Fähranleger in Comox (ich WEISS, dass es da einen Starbucks gibt oder wenigstens vor einer Woche gab, aber anscheinend hat sich auch Android Auto gegen meine Koffeinsucht gestellt) und auf meine leicht verzweifelte Frage meinte der Fahrkartenmann: "Sorry, there is literally nothing here. But you will be on the ferry soon, there they serve coffee!"
Und Frühstück btw, auch das hatten wir unterwegs bisher noch nicht gefunden und nur ein paar Reste von altbackenen Apfeltäschchen und Cookiebröseln gefrühstückt.
Die Überfahrt war dann echt gemütlich, ich habe "Die Geschichte der Baltimores" ausgelesen und konnte damit viel mehr anfangen als mit "Stephanie Mailer", aber das liegt vermutlich daran, dass ich zu der Zeit einfach zu abgelenkt für ein langes Buch war.






Endlich stand meine Lieblingsdestination auf dem Navi:

Wir waren dann viel zu früh in Saltery Bay für die nächste Fähre und so kehrten wir nochmal um und liefen in die Mermaid Cove zu einem Mittagspicknick:





Dann noch ein kurzes Stück und schon waren wir an unserer nächsten Unterkunft in Madeira Park an der Sunshine Coast.




Spass für die ganze Familie: Rückenkratzer in Bärenklauenform.



Es wirkt ein bisschen wie in "Ozark", alles um so kleine Buchten und Lagunen rum, alle tuckern mit Booten durch die Gegend und die Orte sind ein bisschen ... abgeschrabbelt. Aber immerhin haben wir wieder (halbwegs) saubere Wäsche und eine wunderbare Aussicht! (Auf Google kann man sich nicht ganz verlassen, die attestierten der Pizzabude nämlich Öffnungszeiten bis 20:00, als wir aber um 18:45h ziemlich hungrig antrappelten, hatte der Pizzamann den Ofen schon abgestellt und war am Zumachen. Aber irgendwer von uns hatte ein sehr sympathtisches bedröppeltes Gesicht und so warf er den Ofen nochmal an und wir bekamen zwei sehr leckere, sehr heisse Pizzen, die wir dann mit Blick auf die Bucht auf unserer Terrasse verspeisten.


Während die Kinder schon im Bett kuscheln (die Tischtennisplatte und das Trampolin haben dann doch müde gemacht), werden der Hübsche und ich den Erwachsenen vorbehaltenen Hottub mit Bayview testen.

Gegessen:
altes Gebäck
Flatbread, Gurken, Hummus, Guacamole, Tomaten
nicht ganz eine halbe Pizza

Gelesen;
"Die Geschichte der Baltimores" aus
"Harry Quebert" angefangen

Stressleveldurchschnitt gestern: 35
Selbstbeweihräucherung: nur ein bisschen Horrorszenarien ausgemalt, als Jonny um 22:00 noch nicht daheim war (22:07. Oida. Gsd hat er sein Neonreflektorhalsband! Und ja, da können Sie sich jetzt gerne drüber das Maul zerreissen und sich lustig machen, aber dann nehmen Sie mich viel ernster als ich mich selber. Und machen sich selber ziemlich lächerlich, aber das ist halt auch nur meine Meinung. Love wins.)