Mittwoch, Februar 24, 2010

Up, up and away

Little L. kann jetzt treppensteigen. Rauf wie runter.

Dazu muss man sagen, dass wir hier im Haus zwei recht steile Treppen ohne Geländer haben und ohne Gitter. Als Little Q. seinerzeit das Treppensteigen lernte, wohnten wir noch in unsere Wohnung in der Stadt, zwar im dritten Stock, aber das Treppensteigen war nichts, was im normalen Spielalltag passierte. Als wir in unser Treppenhaus zogen, war er eindreiviertel und treppentauglich.

Nun. Meine Prinzipien (ja, ein paar hab ich noch ;-)) sagen ja: Treppengitter, nein danke. (Vor allem deswegen, weil ich zu doof bin, um die aufzumachen. Aber auch deswegen, weil sie einen meiner Meinung nach in falsche Sicherheit wiegen. Wer gibt einem die 100%ige Garantie, dass sie immer zu sind? Gerade mit einem zweiten (ersten) Kind im Haus. Ausserdem kenne ich doch meine Kinder. Anstatt sich vom Gitter aufhalten zu lassen oder das Öffnen zu lernen, klettern sie drüber und fliegen dann erst recht.) Soweit die Theorie.

Nun hat Little L. vor einiger Zeit das Treppensteigen für sich entdeckt. Ich habe nahezu die gesamte letzte Woche auf der Treppe verbracht. Immer hinter einem begeistert nach oben strebenden Kind her. Kaum hatten wir dann das "nach oben" im Griff (zB sieht Little L. mittlerweile von spontanen Jubelposen und freihändigem Aufstehen, während man sich nur mit einem Zehennagel an der Stufe festhält, ab), wurde natürlich das "nach unten" zum Problem. Todesmutig wollte Little L. sich in den Abgrund stürzen. Und wenn ich ihn dann mit einer Englesgeduld immer wieder umdrehte und mit den Füssen nach unten ausrichtete, begann er wie eine Schildkröte, die immer ihrem eigenen Kopf hinterherläuft, wieder nach oben zu steigen. Ganz ehrlich, letzten Donnerstag war ich nahe dran, die von der Au-el-Familie für uns aufgehobenen Treppengitter abzuholen.

Aber was soll ich sagen: auf einmal klappt es: man steigt rückwärts ab. Von allem. Aus dem Bett, die Treppe runter. Wunderbar.

Natürlich kann ich ihn noch nicht ganz alleine lassen, aber die Zeiten, wo ich schon einem Herzkasperl nahe war, weil er sich der zweiten Stufe näherte, sind vorbei.

Und weil es ja sonst langweilig wäre, hat Little L. was neues entdeckt, mit dem man die Mama nervös machen kann: Klettern. Auf alles. Heute morgen auf den Frühstückstisch (habs erst gemerkt, als er meinen Kaffee erwischte), auf die Parkgarage und auf den TrippTrapp des grossen Bruders ( der eigene hat ja noch diesen nervigen Bügel). Das ist besonders praktisch, weil man den ja wie einen Rollator durchs Haus schieben kann und dann an jedem möglichen Ort nach oben kann. (Immerhin lässt er noch nicht mit beiden Händen gleichzeitig los).