Freitag, Oktober 20, 2023

201023 Freitag

Irgendwann gestern kam der Hübsche dann doch noch nach Hause, das war schön! Ich war schon halb (er sagt "ganz", aber ich erinnere mich an ein (ganz) kleines Gespräch) eingeschlafen, er hat heute morgen verständlicherweise länger geschlafen als ich, dann war bei mir Sport, bei ihm Call, und meine Güte, ging das lang, bis wir miteinander geredet haben!
Er hat übrigens als Projektgeschenk einen "Sturmregenschirm" bekommen von den Hamburger Kunden und mal ehrlich, das sieht doch nur doof aus, aber .... bei Sturm taugt das doch nix? Aber gut, mit aufgedrucktem Projektmolekül, das ist natürich immer schön.
Sonst: echt viel und konzentriert gearbeitet, schon wieder bis zu sehr später Mittagspause, weil L. nachmittags wegen Lehrerin krank frei hatte und zum Mittagessen heimkam.
Dann noch schnell meine Zeit eingetragen und zum Kopflüften eine Wocheneinkaufsrunde gedreht. Sie haben im Coop ohne Not ein bisschen umsortiert und zwar nur die ganzen Vegi-Ersatzprodukte und Tofu von ihrem Platz zwischen Frischmilch und Convenience-Gnocchi, Spätzli und Schlupfnudeln weggeräumt respektive den Platz mit den Speckwürfeln getauscht. Warum denn das?!
Daheim räume ich ein und bekämpfe die wieder aufziehenden Kopfschmerzen mit einer eiskalten Cola. Geht erstaunlich gut.
Dann nutzen wir erstaunlich effizient die durch den Stundenausfall frei gewordene Zeit, um uns den NT-Stoff für L.s Test am Montag anzuschauen. Er hat ja durch die gute Woche Grippe vor den Ferien einiges verpasst, die Ferien hat er zum Auftanken gebraucht (und ich hatte auch keine Nerven),also helfe ich ihm da jetzt. Es hat sogar fast Spass gemacht (ich meine: noch lieber hätte ich mich mit Buch in die Badewanne gelegt, aber da ist ja wegen Duschwand muss noch festwachsen eh Sperrzone, aber so im Vergleich zu zB Geschichte mit Napoleon in der Schweiz haben Grundlagen der Energieumwandlung, Leistung, Wirkungsgrad und das alles im Hinblick auf eben Nachhaltigkeit, Energiesparen, erneuerbare Energien wirklich Spass gemacht!). Ich finde es echt faszinierend, sie lernen das so ganz anders als wir. Das ganze Tralalala mit "Lageenergie, Bewegunsenergie, Energieumwandlung und -entwertung" hatten sie letztes Jahr schon mal. Jetzt kommt es nochmal, neu quantitativ, nicht nur qualitativ, ausserdem elektrische Energie und Leistung und dann ein Riesenblock Anwendung und Weiterdenken wie Wirkungsgrade verschiedener Energieumwandler (ich wusste gar nicht, WIE schlecht Kohlekraftwerke und Kernkraftwerke im Vergleich zu fast allem ausser Biogasanlagen sind), die 2000 Watt-Gesellschaft , Energiesparen etc, das ist schon spannend!

Dann: Kopflüften mit dem Hübschen in einer Regenpause bei einem Katzenründchen. Wir treffen an Jonnys Lieblingsplatz auf der Wiese vor den Stickstofftanks eine getigerte Katze, die vielleicht die ist, die seit Wochen vermisst ist, der Hübsche leitet die Fotos weiter. Jonny rennt uns dann irgendwann hinterher, ich habe gar nicht gesehen, wo er herkam, vermutlich hing er mit Leuten vor der Buvette ab.
Daheim muss sich Q. nochmal Frust von der Seele reden über fruchtlose Diskussionen mit immer israelfeindlicher werdenden Freunden. Irgendwann holt ihn der Hübsche ab zum neue Spinoffserie von Walking Dead schauen ab, das bringt ihn hoffentlich auf andere Gedanken. (Ich bin sehr stolz auf ihn, dass er sich aus freien Stücken so sehr interessiert und engagiert, es tut mir ein bisschen leid zu sehen, wie er sich da verausgabt und emotional zahlt dafür.).

L. geht dann doch noch eine Runde ins Gym, ich bereite den Pizzateig vor und dann.... ist auf einmal nix mehr zu tun und ich habe eine halbe Stunde Zeit, mein flaches Buch auf dem Sofa zu lesen, bevor es ans Pizzamachen geht. Wie cool!
Hände hoch, Wochenende


Fragestunde, mit einer, wie ich finde, sehr spannenden Frage, insbesondere mit dem Hintergrund, der noch genannt wurde.
Was denken Sie, wo Ihre Kinder später einmal leben werden? Sie haben mal angedeutet, dass sie sich zwar als Exilbayern, aber nicht so sehr als Deutsche fühlen und ich habe mit Schmunzeln verfolgt, wie Sie erwähnten, dass Q mit der Schule in einen fremden Kulturkreis - nach Hamburg - aufgebrochen ist. Ist Deutschland bzw Bayern für Ihre Kinder eine ernsthafte Option oder sehen sie ihre Zukunft eher in der Schweiz? Oder ganz woanders?
einerseits persönliche Neugier, andererseits professionelle Neugier, da ich selbst mit Studierenden mit Migrationsgeschichte zu tun habe, deren Eltern nach D eingewandert sind und die jetzt selbst in D ihre Zukunft planen - mich würde interessieren, wie sowas "von innen" bzw. aus Sicht der Familien aussieht

Als ich angefangen habe, drüber nachzudenken, wurde mir bewusst: das ganze Kokettieren mit "Exilbayern" und "Auslandsdeutsche", das ist vermutlich zu einem Grossteil genau das. Ich schliesse sogar für uns Erwachsene eine Rückkehr nach D aus, und wir haben ja nun wirklich Wurzeln dort. Ich dachte eine Zeitlang, die Kinder hätten die auch (geerbt vielleicht), aber ich denke, die kurzen und relativ seltenen Besuche bei den Grosseltern haben mit Deutschland tatsächlich nichts zu tun. Das ist "Grosseltern besuchen" mit ein bisschen Drumrumprogramm, das aber genauso gut überall anders sein könnte, wo man mit "Hochdütsch" durchkommt. Für die Kinder ist, auch je länger sie in der Schule sind, je mehr sie sich mit Politik und Gesellschaft befassen, die Schweiz ihre Heimat. Ich denke, dass sie durch uns ein bisschen mehr über in Deutschland aktuelle Themen mitbekommen als sie es sonst würden, aber auch unser Blick ist mittlerweile einer von aussen mit einem Gutteil "Puh, gut, dass uns das nicht mehr betrift". Wenn ich eine Prognose wagen soll, würde ich schätzen, dass die beiden mit ... 65% Wahrscheinlichkeit in der Schweiz leben werden, mit 35% Wahrscheinlichkeit in einem anderen Land, sei es wegen Erfahrungen im Studium / der Ausbildung, der Liebe wegen, aus Jobgründen. Ich sähe sie in den USA, Kanada, UK Japan / Korea,, Skandinavien (das fände ich natürlich sehr praktisch) und tatsächlich erst danach in Deutschland. Aber wer weiss?

Donnerstag, Oktober 19, 2023

191923 Donnerstag

Heute morgen bin ich um fünf zum zweiten Mal wachgeworden und sah, dass Jonny seit halb eins nicht heimgekommen war, überlegte, wie ich eine "Malguckenrunde" mit dem Auftauchen der Badglaswandeinbauer um sieben in Einklang bringen würde, ob die wohl fertig wären bis viertel nach 10, weil auch wenn ich gross rumgetönt habe, dass ich nicht länger als die anderthalb Stunden zu dem dem Chef so wichtigen Meeting gehen kann, das ist halt nun mal vor Ort phsysisch und er wird schon genug wild, wenn ich nicht den ganzen Tag dabei bin, und meine Güte, ich muss schlafen, schlafen, einatmen, Pause, ausatmen, Pause, Einatmen, Pause, Ausatmen, fuck, jetzt wird mir schlecht wie geht atmen, ich ersticke. Also: so. Dementsprechend bin ich dann ein biiiiiiisschen früher als sonst aufgestanden, Jonny kam übrigens pünktlich, als ich meine Zahnbürste anschaltete, die Duschscheibenmänner um Punkt 7:00h. Sie mussten ein bisschen lachen, als ich fragte, ob sie um 10 fertig wären, weil "Da müssen wir schon bei den nächsten fertig sein." Sie sind also um Stockdunklen und Regen mit ihrem Lieferwagen in unseren engen Weg reingezirkelt, haben ein Gerüst vor unserem Balkon aufgebaut, die RIESENGROSSE Glasscheibe (ich glaube, sie ist 1.60x 2.00m auf den Balkon gehievt, durch L.s Zimmer in den Vorraum des Badezimmers, haben in einem Affenzahn das Gerüst wieder abgebaut und das Auto weggefahren, damit all die "Leute, die um acht im Büro sein müssen", da problemlos durchkommen. Meine Güte! Irgendwann fiel der Satz "Und wann genau hast Du gemerkt, dass das nicht reicht?" und ich wurde kurz nervös, weil wir haben ja einen Baumarkt für alles grad ums Eck, aber der macht unter der Woche erst um halb neun auf, aber "es" war dann anscheinend doch genug. Punkt acht stand die Wand, wir dürfen sie 48h nicht berühren und nicht drin duschen, aber umfallen wird sie nicht, weil "das wurde dafür getestet" (ich hätte einerseits Fragen, andererseits: dann ist das so und wir glauben das. Trotzdem: wenn Sie mal bei uns Duschen: bitte nicht an die Glaswand lehnen. Und wenn Ihnen schwummrig wird und Sie umkippen: bitte nicht gegen die Glaswand fallen, danke.

Die richtig superduper Bilder kommen noch, aber: es sieht noch ein bisschen besser aus als mit dem blauen Duschvorhangprovisorium.



Während der Bauarbeiten und danach habe ich emsigst gearbeitet, ich habe meinen Chef ja nicht nur aus "kein Bock" versetzt, sondern weil ich echt, echt viel zu tun habe. Das lief alles recht gut (habe festgestellt, dass mein Supplychain-Kollege und ich mittlerweile so lange so eng zusammenarbeiten, dass wir ohne uns abzustimmen, nahezu wortwörtlich identisch aus dem EffEff auf Fragen zu unserem Produkt antworten. 

Dann irgendwann bin ich durch den Regen (die Katzen haben nach Check einen nahezu vollen Drinnentag eingelegt) zum Werksareal getappelt und naja, habe einerseits sehr viele LEute physisch wieder getroffen, die ich lange nicht mehr gesehen habe, mittelguten Kaffee und ein sehr leckeres Irgendwas Gbäck mit Vanillecreme gegessen (ich hatte ja vor sechs gefrühstückt und eigtl schon Mittagessenhunger), der Rest war ... genauso wie angenommen. Mein Plan, nach dem Teil, für den ich zugesagt hatte, unauffällig rauszuschleichen wurde durch Stuhlkreissetting, dem einzig noch freien Platz direkt neben meinem Chef und dem allgemeinen "Wir müssen sooooooo viel mehr miteinaner reden"-Tenor konterkariert, nicht mal ich habe da ein "I was not even supposed to be here today" (wer erkennt das Zitat, na?) übers Herz gebracht. Apropos Leute wiedersehen: auch jemanden, den ich aus der Zusammenarbeit in meinen bisherigen Rollen kenne und überhaupt nicht ertragen kann. Damals war ich nicht in der Position, sein Verhalten zu challengen (nicht, dass mich das davon abgehalten hätte, aber es hat nichts gebracht), aber ich habe mir das gemerkt. Und trage es ihm bis heute nach (er ist auch immer noch genauso, aber die Machtverhältnisse haben sich verschoben. Und ich habe mich geändert. Tja.)

Alles ging wie erwartet länger als geplant, ich hatte weder Zeit noch Nerven übrig für Lunch (dann wäre es noch schwieriger geworden, vor dem Nachmittagsteil zu verschwinden, also bin ich heimgelaufen, habe mich seeeeeehr über Sansa auf dem Weg draussen und eine unabgesperrte Haustür gewundert (hat sich geklärt: L. war mittags heimgekommen und wieder gegangen, hatte vergessen abzuschliessen, aber dafür ist Sansa mit ihm rausgegangen. In jedem Film wäre ich natürlich tot gewesen, weil der Einbrecher noch im Haus war. Für sowas hatte ich aber eh keine Zeit, ich habe nämlich nur schnell Reste aufgewämt und zum ersten Mal überhaupt während einer Videokonferenz gegessen, weil ich eben Meetings am Stück bis vier hatte. Danach dann rasende Kopfschmerzen und noch ein letztes Meeting, dann: Ibuprofen, einen Liter Wasser, eine easypeasy Sporteinheit. Danach gings wieder. Der Hübsche meldete sich aus Hamburg: wegen Bombendrohung war der Basler Flughafen gesperrt (der Flughafen liegt auf französischem Boden und dort herrscht ja höchste Terrorwarnstufe. Gestern waren sechs Flughäfen wegen (falscher) Bombenalarme dort gesperrt, heute halt Basel. Easyjet bot ihnen eine Übernachtung und einen Flug am nächsten Tag an, aber halt erst um 21h und hahaha, nein danke. Jetzt fliegen sie (ein bisschen früher) mit Swiss nach Zürich, von dort dann zu viert im Taxi (für 4 billiger als mit der Bahn) zum Flughafen, wo sie alle ihre Autos geparkt haben. (Mittlerweile ist der Flughafen wieder "frei", sonst hätte er morgen das Auto holen müssen. Ich sags mal so: wenn sie mit der Bahn gefahren wären, hätten sie mit sowas ja fest gerechnet. Aber dort hätte es keinen früheren Zug als Ersatz gegeben :-)

Abendessen mit den Jungs, ich brauche nach diesem nervigen Tag Spaghetti. Für mich mit einer ganz banalen Tomatensosse (mit viel Zwiebel und Knoblauch und dem Basilikum, das auf dem Küchenfensterbrett aus irgendwelchen Gründen dem Nachtfrost trotzt, für die Jungs mit Vegichicken / Rahmsosse, ich ernte viel Lob und Ehre. IMMERHIN!

Danach verschwindet L. ins Gym, Q. und ich schauen Nachrichten, nix zur Flughafensperrung, bei einem Bericht über einen slowenischen Schriftsteller, der aussieht wie Mads Mikkelsen, schalten wir dann irgendwann ab.

Ich bin latent genervt von der Islandurlaubsplanung, ich hatte alles so schön geplant und dann gab es keine Flüge.... also: alles umgeworfen, Zeitplan dem Flugplan angepasst, dann noch coolere Häuser gefunden und dann..... antwortet die erste nicht binnen der 24h Anfragefrist. Ich schicke also eine Anfrage an Nummer 2. 2h später antwortet Numer 1 "Oh, ich war zu langsam, schick nochmal". Ich habe keine Lust, mir mein AirBnB-Profil mit lauter Stornierungen zu versauen (die bisher einzigen Reisen dort sind die für 2020 geplanten Italienunterkünfte, die wir wegen Corona storniert haben), also warte ich die 24h für die Anfrage Nr2 ab, der antwortet aber auch nicht. Ich will für N1 wieder anfragen, da sind die Daten auf einmal gesperrt, aber anscheinend hat Heidrun auf meine Nachricht gewartet, sie schaltet sie auf Anfrage frei, ich reserviere, sie akzeptiert sofort, ich merke, dass ich vergessen habe, den Rest der Familie mitanzumelden, schicke Änderungswusch, sie akzeptiert, halleluja, bisher überzeugt mich das noch nicht so 100%, VRBO hat da bisher einfacher funktioniert. Aber gut, jetzt haben wir unsere Prio 1 reserviert, ich schau mal, ob die Flüge noch da sind...


 Fragestunde (ich merke, wie ich mich im Moment auf die "kurz" zu beantwortenden Fragen fokussiere, mei, nehmen Sie es mir nicht übel, ich habe irgendwann auch wieder Zeit und Musse, länger nachzudenken und auszuholen, aber heute .... langt es für nicht mehr viel, so von der Erschöpfung und dem knappen Rennen zwischen Ibuprofendosierung und Kopfschmerzen)

Also: Sie haben mal geschrieben dass Sie Strümpfe stricken. Nach welcher Anleitung?
Kurze Antwort: aus dem Gedächtnis
Lange Antwort: ich habe jede Menge Sockemusterbücher, ich mag besonders die von Regina Satta sehr gerne. Nach ungefähr ... ich weiss nicht, mehreren 100 Paaren Socken, die ich gestrickt habe (meistens für mich selber oder Menschen mit ähnlich grossen Füssen), brauche ich für die generellen Abmessungen keine Anleitung mehr. Maschenverhältnisse für die verschiedenen Schuhgrössen in Abhängigkeit von Garnstärke und Nadelstärke finden sich online zuhauf, das finden Sie sicher auch. Mein aktuelles (ich würde sagen: die letzten 15 Paare in etwa) Lieblingsmuster ist "Gundel", das findet sich hier, die Anleitung ist aber so einfach, das hat man nach ein, zwei Mustersätzen im Kopf. Und sieht super aus.

Mittwoch, Oktober 18, 2023

181023 Mittwoch

Einerseits gut geschlafen, weil endlich wieder meine Temperatur am offenen Fenster, endlich eingemummelt in die Decke, endlich nicht mehr zu warm. Andererseits: offensichtlich zu lang mit Q. über Israel und Hamas-Terror und seine Enttäuschung über relativierende Freunde gesprochen, ich hatte nämlich echt schlimme Alpträume von Terroristen in unserem Haus und Geiselnahmen. Oder: wie das Bandl sagt: "REM Schlaf ausgezeichnet"

Dann: mit den Kindern frühstücken, Ründchen zum Tennisplatz (Learning: um 7:10 ist es noch dunkel, aber man erkennt Jonny im Gras trotzdem), dann Sporteinheit. Den Hübschen verabschieden, der flog heute nach Hamburg. Heute hin (Basel- Frankfurt, Frankfurt-Hamburg, was ein bisschen irre ist, aber naja,  morgen spät abends immerhin direkt zurück. Ich bin eine grosse Verfechterin von "in Europa nationale Flüge verbieten", allerdings bin ich auch eine grosse Verfechterin von einer funktionierenden Bahn und so verstehe ich, dass es durchaus Gründe gibt, die diese verrückte Flugreise attraktiver als die Bahnalternative machen. Und nein, nicht alles geht remote).
Ich habe dann ein langes Telefonat mit einer Kollegin, die nach einem Sportunfall zu Hause ist und der es leider gar nicht gut geht. Unser Team vertritt sie natürlich, damit sie sich erholen kann, aber zwischendrin müssen wir ein paar Sachen abklären, um das gut machen zu können. Sie tut mir sehr leid, sie ist nämlich eigentlich ein unglaublich fröhlicher Mensch, da braucht es viel, um das zu beeinträchtigen...
Zum Kopflüften lange Runde, ohne Jonny zu treffen, was mich zwar mittlerweile nicht mehr ängstigt, aber schade finde ich es trotzdem immer, weil ihn halt gern treffe. Heute ist es aber kein Wunder, dass ich ihn nicht treffe, er liegt nämlich in L.s warmem Bett und ich hatte ihn nur nicht gehört beim Reinkommen.
Spätes Mittagessen mit L., wir planen eine kurze NT-Testvorbereitungsrunde zwischen zwei Meetings ein am Nachittag, dann verschwindet er zum Sport.
Der Hübsche hält mich über seine Reise auf dem Laufenden, ich organisiere uns vieren noch Corona-Booster Termine mit angepasstem Impfstoff. 
For the record: das wird für uns alle die 5. Impfung, in CH ist sie nur für Risikogruppen empfohlen, deshalb werden wir sie wohl selbst zahlen müssen. Soweit ich das verstehe, können sich aber trotzdem alle impfen lassen, die wollen. Im Aargau läuft das nach wie vor über Impfzentren, aber sowohl die Termine sind deutlich reduziert (in "unserem" Krankenhaus wird nur noch montags geimpft, Termine gab es aber problemlos für uns drei (den Hübschen, mich und L., den holen wir dafür mittags von der Schule im selben Ort ab, lassen ihn impfen, bringen ihn wieder hin,) Q. wird einfach in Basel in eine Walk-in-Impfapotheke gehen, da gibt es gar kein Impfzentrum mehr. Nur der Vollständigkeit halber habe ich bei der Kinderarztpraxis der Jungs gefragt: dort bieten sie gar keine Covidimpfungen an. Kann mir vorstellen, dass sehr wenige ihre Kinder impfen lassen, besonders jetzt, wo es "nur noch" um die nicht mehr für alle empfohlenen Booster gibt. (Kinderimpftermine gibt es auch zu zu buchen, halt nicht in der Praxis, sondern kantonal organisiert).
Nachmittags dann wieder ein Meeting nach dem nächsten. Es ist alles immer noch recht ... naja, suboptimal, aber wir sind auf dem Weg zu okayen Lösungen.
Als letztes noch mein monatliches Produktmeeting mit den Vertretern aller Funktionen. Man merkt, dass die Grippesaison vor der Tür steht, normalerweise brauchen wir die angesetzten 90 Minuten nicht ganz, heute hätten wir noch 30 weitere füllen können.

Danach muss ich noch auf die ungefähr 1000 Chatnachrichten antworten, die sich in der Zwischenzeit angesammelt haben, es ist ein bisschen.... viel grad. Deshalb werde ich morgen auch den Wunsch meines Chefs, ein mehrstündiges Meeting zu "priorisieren" ignorieren müssen, weil: ich kann nicht ungeplante 7h für etwas, wo ich erstens eh nur Vertretung bin und zweitens für maximal 10 Minuten etwas beitragen kann, verjuxen, nur um "Präsenz zu zeigen", während woanders mehrere Hütten brennen. Er wird es verkraften (und ich den potentiellen Fallout dieser Weigerung auch. Ein bisschen bin ich gespannt.)

Abendessen mit den Kindern, sie wünschen sich Flammkuchen, ich (weil sie erstens zu zweit genau eine PAckung Böden vernichten und ich zweitens eh kein richtiger Fan bin) karamellisierte Pastinaken und Karotten mit Tahini-Honig-Dip.
Dann demontieren wir das Duschvorhangsprovisorium, den Balkon habe ich vorher schon so umgeräumt, dass morgen ein Gerüst aufgebaut werden kann und die noch fehlende Duschglaswand hochgehievt und eingebaut werden kann.

Puh. 

Gegessen:
Zwetschgenmarmeladebrot
die letzten zwei Mangos (mit L., damit haben wir 16kg Crowdfarmingmangos einfach so gegessen)
Curry mit Couscous (Rest von gestern)
Eine Schale fermentierten Kohlrabi
eben die Pastinaken / Karotten

Gesehen: "The Bear" (ich hatte ja grosse Vorbehalte, weil eigentlich alle Serien, die "das Internet" so begeistert gefeiert hatte, für mich eine totale Enttäuschung waren. Ich sage nur "Ted Lasso", "Little Fires Everywhere", "Morning Show" etc, etc, aber die mag ich wirklich sehr gern!)

Gelesen: "Was ich nie gesagt habe / Gretchens Schicksalsfamilie". Geht genauso flach und tränendrüsig und typisch deutscher Frauenroman weiter, wie der erste Band, aber naja, was soll ich sagen, ich war irgendwie nicht bereit, eine Reihe von zwei Bänden nach nur einem aufzugeben (ich hoffe, es kommt nicht am Ende NOCH ein krasses Familiengeheimnis zum Vorschein für einen dritten Band)


Sie haben im Blog mal erwähnt, dass Sie sich auch aus Gründen der Arbeitskultur keine Rückkehr nach Deutschland, bzw. kein Arbeiten in einem deutschen Unternehmen vorstellen können. Können Sie das ausführen? Welche kulturellen Unterschiede haben Sie im Arbeitsleben erfahren?

Dazu muss ich sagen, dass ich ja in D nie "richtig" gearbeitet habe. Ich hatte Schüler/Ferien/Hiwi-Jobs und habe promoviert, und Uni, mei, das ist eh ein Arbeitsumfeld, aus dem man nicht schnell genug flüchten kann.
Was ich hatte, waren ein Praktikum bei einer ehemals grossen deutschen Chemiefirma, eine Kooperation mit einer immer noch grossen deutschen Chemiefirma, anderthalb Jahre in der Schweiz übernommen von einer anderen grossen deutschen Chemiefirma. Und halt das, was ich von Freunden, Bekannten, Internet, Medien mitbekomme. Das ist sicher nicht die absolute total objektiv betrachtete Wahrheit.
Was ich auf der anderen Seite erlebt habe: insgesamt 3 verschiedene Schweizer Firmen verschiedener Grösse und Ausrichtung, aber alle natürlich auf dem Chemie-Pharma-Sektor.
In diesem Vergleich ist die deutsche Unternehmenskultiur steif (meine Güte, das Gesieze im Gespräch, in Emails, gerne noch mit dem Ttitel, dass ex getrennte Toiletten für Promovierte und Nichtpromovierte gibt, ist noch nicht so lang her, dass sich sie Leute nicht ein bisschen wehmütig seufzend dran erinnern) und wenig international. Shocking News: Deutschland ist NICHT der Nabel der Welt, auch niht Ludiwigshafen, (die Schweiz auch nicht, aber hier weiss man das), nicht alle Menschen sprechen Deutsch oder sollten Deutsch sprechen,
Dazu noch die Gehaltssituation (ich kann NIE wieder zurückgehen) und die Kinderbetreuungssituation, ne, echt nicht.

Dienstag, Oktober 17, 2023

171023 Dienstag

Bester Move gestern abend noch: überprüfen, ob die US Kollegin, wegen der wir das zweiwöchentliche Dienstagsmeeting so spät machen, überhaupt da ist. Weil: nein, ich habe das Meeting also auf eine für uns Europäer viel angenehmere Zeit geschoben (nachdem wir letzte Woche dumm rum sassen bis halb sieben und dann ein Schwätzchen unter Basler KollegInnen hielten). Schön begründet mit "Acknowledging the very valuable golden hours").

Sonst: beim Radeln zur Arbeit ein bisschen übertrieben mit dem warm einpacken. So kalt, wie es mir gestern früh in kurzen Sportradlern und Fleecejacke auf dem Weg zum Jonny-Feld schien, war es heute gar nicht. Ab der Hälfte der Strecke dachte ich mir, dass die Softshellhose UND die Leggins ein Overkill waren und auch der Buff und der Funktionspulli unter der Goretex Jacke. Heimgeradelt bin ich in Jacke über Bluse und dünner Cordhose, die Handschuhe hätte ich nicht mehr gebracht. Naja, es wird.

Arbeit fühlte sich heute besser an, auch wenn es eigtl nur neue Baustellen gab. Immerhin habe ich da im Flow direkt noch ein paar lange brach liegende mit abgearbeitet.

Eine Kollegin hatte einen Sportunfall und nachdem ich sie bei einem grossen Thema schon mal vertreten habe, darf ich das evtl am Donnerstag nochmal machen. Bei einem Meeting, das ... naja, in meinen Augen extrem überschätzt wird, aber es ist das Baby unseres Chefs (der übrigens auch krank ist), also kann ich nicht einfach sagen "haha, nein." Naja. Vielleicht heilt das Bein der Kollegin bis dann ja noch. Wäre aus so vielen Gründen UND wegen dem Meeting super.

Mittagessen mit einer Kollegin, mit der ich sonst nie zum einfach so reden komme, weil wir immer so krass viel zu tun und so wenig Zeit haben. Das war schön. Beim Warten vor der Kantine jemanden getroffen, der mir tatsächlich in einem von einem anderen Kollegen vermittelten Gespräch den aktuellen Karrierepfad aufgezeigt hat, das fand ich damals schon sehr cool. Er hat sich noch an mich erinnert und vielleicht mache ich einfach nochmal einen Essenstermin mit ihm ab, ich fände es spannend, wo er gelandet ist.

Daheim im Briefkasten SVP-Wahlwerbung aus einer neuen unteren Schublade gefunden: sie tarnen sie jetzt als offizielle Wahl-Information des Kantons. Wie armselig.

Nachmittags- und Abendmeetings mache ich allein von daheim, der Hübsche ist im Büro, die Kinder lang in der Schule und dann bei den Pfadis.

Zum Kopflüften wollte ich denHübschen auf ein Jonnyründchen im Abendlicht treffen, aber die beiden hatten sich schon beim Stickstofftank getroffen und waren heimgelaufen.

Dann halt Essenkochen zum Kopffreikriegen, auch gut.

Nach dem Essen setze ich mich nochmal hin und gehe unseren Winterurlaub nochmal an. Entweder hat Icelandair die Flüge über die Weihnachtsferien massiv zusammengestrichen oder ich habe bei der Vorabplanung überhaupt nicht gut geschaut (vermute ich fast), weil: als ich gestern das Haus mit Hotpot über Silvester gebucht und gezahlt hatte, stellte ich fest: nicht nur gibt es an den passenden Tagen keine Direktflüge aus Zürich, nein, auch mit einmal Umsteigen (was für so einen kurzen Aufenthalt /FLug eh doof ist) oder aus Frankfurt (was nochmal 4h Extrafahrt bedeutet) gibt es nur Businessplätze, die fast 1000CHF einfach pro Person kosten und danke, aber nein danke.

Nach kurzem Verzweiflungsanfall dann anhand des Flugplans umgeplant, d.h. wir sind Silvester daheim, der Plan, an Werktagen zu reisen geht nicht ganz auf, aber wir haben noch bessere Unterkünfte gefunden. Mit noch geringerem Einschneipotential. Und ich konnte den ersten Versuch ohne Kostenverlust stornieren.

Mal schauen, was ich jetzt vergessen habe.



Fragestunde für heute

mich würde mal interessieren warum der warroom so heisst? gibt es den noch ?  

Kurze Antwort: der heisst gar nicht so und ja

Lange Antwort: ich habe den Raum für hier so genannt, weil er genau diese Krieterien erfüllt: er ist IMMER verfügbar und frei, es gibt das entsprechende Equipment für Videokonferenzen mit allen unseren Standorten (das ist mittlerweile natürlich eine Selbstverständlichkeit, weil man via Google Meet auch mit dem Handy jederzeit mit allen KollegInnen weltweit konferieren könnte, während man selber auf dem Klo sitzt, aber den Raum gibt es ja schon deutlich länger als Google Meet. Zu Zeiten, wo alle noch immer vor Ort gearbeitet haben und Meetingräume Mangelware waren und Konferenzequipment auch eher speziell, hatte das noch eine viel grössere Bedeutung. Dieser Raum war also ein Meetingraum, den man nicht reservieren konnte, der abgeschlossen war und nur die Gruppe an Personen, die diese spezielle Sorte von Notfallmeetings leitet, hatte den Schlüssel (es gab auch immer gute Schokolade, Nüsse, Kaffee, Softdrinks da drin, also alles an Nervennahrung). Die Meetings, um die es geht, sind welche, in denen geklärt wird, ob ein frisch aufgedeckter Defekt oder Fehler oder eine Incompliance, die der Registrierung widersprechen, die Material betreffen, das schon auf dem Markt ist oder eine Mangellage, der entsprechenden Gesundheitsbehörde gemeldet werden muss, ob das Material evtl zurückgerufen werden muss, oder was sonst getan werden muss. Für solche Benachrichtigungen sind zT extrem kurze Fristen vorgeschrieben (zT max 24h nach Entdeckung) und solche Entscheidungen mit extrem grosser Tragweite müssen trotzdem auf so guten Daten wie möglich basieren und werden von recht hochstehenden Personen getroffen. Und dafür gibt es eine Extraorganisation, die das alles koordiniert und da gehört der Raum dazu. Den gibt es übrigens auch drei Umzüge später noch, aber ich war in dem neuen im Turm noch nie drin, weil ich mich tatsächlich immer eingewählt habe. Wie fast alle anderen auch. Sehe eine gewisse Gefahr, dass die Nervennahrung dort drin abläuft, bevor sie Nerven nährt. (Sidenote: es gibt den Ausdruck "Warroom" tatsächlich ganz offiziell bei uns, so heissen die Koordinationsräume während laufenden Inspektionen, in denen Dokumente organisiert werden, SMEs gebrieft werden, Antwortstrategien erarbeitet werden etc.)

Montag, Oktober 16, 2023

161023 Montag

Gestern bin ich erstaunlich spät ins Bett gekommen, passend dazu hat der Wecker um sechs geläutet, weil ja jetzt wieder Schule ist und alle um sechs aufstehen. Ich fand mich erstaunlich ausgeschlafen und erholt, das Bandl gibt mir solide 24/100 auf dem Sleepscore. Naja.
Es ist übrigens soweit: nicht nur Sansa ist es nachts zu kalt draussen, auch Jonny kam kurz nach Mitternacht heim und ging erst punkt sechs wieder (kleiner Check um viertel nach sieben: er sass auf dem echt kalten Feld am Tennisplatz und hatte noch keine Lust und Zeit, heimzukommen. Erst um ungefähr neun oder so kam er dann und liegt seitdem auf einer Fleecedecke auf dem Sofa eingerollt.
Nach morgendlichem Email-Check zu Frühstück und Kaffee und Sortieren für den heutigen Tag (die ganze Woche ist durchzogen von Halbstundenmeetings...) eine erstaunlich gute Sportrunde eingelegt. Der anstrengede, stressige Schnitt von "The Bear" sorgt dafür, dass ich extra Gas gebe, anscheinend.
Als ich vor dem Duschen schnell noch schaue, was in der letzten Stunde reinkam, sehe ich eine Einladung für um neun, also in fünf Minuten, abgeschickt um 10 vor neun begleitet von einer Chatnachricht. Ich habe ein ganz schlechtes Gewissen, dass ich um Verschieben bis halb 10 bitte, weil ich lieber geduscht und geschminkt und nicht in Sportklamotten ein offensichtlich unglaublich dringendes Gespräch führen möchte. Naja. Wir beide arbeiten anscheinend auf unterschiedlichen Alertleveln, es war nämlich ein "Ich dachte mir, es wäre schön, die Woche mit einem schönen Gespräch mit jemand Nettem zu beginnen" Oke, war auch schön, als ich meinen Adrenalinlevel wieder runtergefahren habe und wir zwei haben ein paar gute Sachen angerissen, wir zwei Pandemieplaner.
Dann ein wilder Ritt zwischen Produkten und Themen und Kontinenten hin und her, zwischendrin treffe ich tatsählich ganz zufällig den Hübschen unten an der Kaffeemaschine, hat was von Bürofeeling :-)
Mittagessen: wir haben noch Bao Bun Füllung von gestern übrig (war übrigens super lecker, nur die Sosse, die angegeben ist, war ungefähr 2x zu viel), die habe ich heiss gemacht und mit einer aufgetauten Kürbissuppe übergossen. Dazu die gesammelten Gemüseüberbleibsel aus Bao Buns und Bowl vom Wochenende als Salat und dann wäre ich eigentlich bereit für ein Mittagsschläfchen gewesen.
Aber: hilft nix, mehr Halbstundenmeetings bis halb sechs. Der Tag ist total verfranst, entweder hechle ich von Meeting zu Meeting oder aber wir sind manchmal eher fertig, aber dann sind das irgendwie ... 7 Minuten, in denen man auch nix gescheites geschafft kriegt, höchtstens die ToDo-Liste zu updaten und die kryptischen Notizen ein bisschen sortieren.
Interessanter Input der Kollegin aus San Francisco: sie möchte lieber in den Meeting mit den EU/Asien-KollegInnen dabei sein, wäre gut, wenn wir das so legen könnten, dass es nicht erst um ein Uhr Nachts ihre Zeit ist, bis Mitternacht wäre ok, ja auch am Sonntag. Oke. (Ich mache es natürlich nicht an ihrem Sonntag, aber mei, für alles andere ist sie dann selber verantwortlich. Bei einem Projekt über Singapur - Mannheim - Basel - Mississauga - San Francisco ist immer irgendwer gekniffen, aktuell ich, weil ich 2 verschiedene Zeitslots bediene und danach dafür sorgen muss, dass alle wissen, was jeder gesagt hat)
Zum Kopffreikriegen mache ich mit dem Hübschen einen Spaziergang respektive wir schauen, ob wir Jonny treffen. An den üblichen Plätzen ist er nicht, wir treffen ihn dann. als er selbstvergessen die Areal-Hauptachse von der Kantine zum Forschungsgebäude runterschlendert.
Der Hübsche und L verschwinden zum Sport, Q. und ich essen schon mal zu Abend, ich buche dann für mittelfristig Vorfreude unseren Silvesterurlaub. Snaefellsnes, wir kommen. Ich hoffe auf Schnee, auf Nordlichter, auf laaaaaaaaaange Nächte, evtl Schneespaziergänge / Wanderungen (Ich sage nur Kirkjufell!), vielleicht aber auch eingeschneit sein und zwischen Hotpot und Doomlings-Spielen und Nordlichter schauen hin und her wandern.
Dann, passend eingestimmt, lege ich mir meine Radsachen für morgen bereit: es wird wieder Zeit für meine Softshellhose und die Krabbenhandschuhe! Schuhtechnisch bin ich noch unsicher: die Mesh-Ons sind definitiv zu kalt, aber die Winterstiefel für minus 20Grad sind evtl noch übertrieben. Insbesondere fürs Heimradeln am Nachmittag....

So. Ein richtiger Montags-Montag vom Gefühl her...


Und die tägliche Fragerunde:
Woher weiß die Katzenapp/Törchen, wie lange die Katze(n) zu Hause waren, wenn sie auch durchs Fenster/Haustür etc. reinkommen? 

Kurze Antwort: gar nicht.
Längere Antwort: man kann den Katzenstandort manuell in der App anpassen, d.h. wenn einer von uns die Katzen durch die Haustür oder ein Fenster rein- oder rauslässt, korrigieren wir das in der App dementsrprechend, dann passt auch die Statistik. Das geht natürlich nur, wenn man es weiss :-). Bei uns ist es aber so, dass die Fenster, die wir normal öffnen, alle Insektenschutzgitter haben, d.h. Katzenreinlassen passiert sehr bewusst, nicht einfach so beim Lüften, freien Zugang / Ausgang haben sie nur über die Katzentür, alles andere muss "erbettelt" werden.

Sonntag, Oktober 15, 2023

151023 Chilbi

 Heute hat das mit dem Schlafen besser geklappt, ich bin trotz "Kind ausser Haus" erstmals kurz nach fünf wegen Katzenhunger aufgewacht. Das hatte ich ewig nicht mehr! (Lustig, heute beim treffen mit Freunden auf der Chilbi festgestellt: unsere mittlerweile volljährigen Kinder halten sich immer noch an Ausgehzeitregeln, respektive verhandeln diese mit "Aber Q. darf auch bis um zwei". Wir haben vereinbart, dass es ok ist, sie selber draufkommen zu lassen, dass wir ihnen nichts mehr zu sagen haben. Apropos volljährig: das und die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge in der Schweiz für nächstes Jahr sorgen dafür,dass wir nächstes Jahr pro Monat 480CHF mehr Krankenversicherung bezahlen. Ups. Wie "gut", dass wir mit L.s Schilddrüsenabenteuer, das vor uns liegt, einen guten Verwendungszweck dafür haben... just kidding.)

Nach Kaffee im Bett habe ich eine Sportrunde eingelegt, das hat heute mal wieder richtig gut geklappt.

Vorab hatte ich nach langer Zeit mal wieder Übernachtsemmeln in den Ofen geschoben, mit denen ich durchaus gemischte Erfahrungen gemacht hatte. Heute sind sie aber superst geworden.

Nach dem Frühstück verabschiedete sich Q. zu einer weiteren Schicht auf der Chilbi, ich mich in die Küche. Ich knetete den Teig für die Bao Buns für heute abend (wir haben zwar einen RIESENSUPERMARKT im Dorf, aber keine Bao Buns) und kochte die Sosse für die planted Duck-Füllung.

Alles in allem sehr, sehr gemütlicher Tag, ein schöner Ferienausklang!

Q. saust immer wieder runter ins Dorf für Aufbauen, Schicht, Abbauen, ich habe den Überblick verloren. Der Hübsche und ich machen uns auch irgendwann auf den Weg (L. hat keine Lust, der vergnügt sich im Gym) ins Dorf, treffen besagte Freunde und müssen uns zwischen Hotdogs /Schoggibananen bei den Pfadis (wäre Ehrensache, allerdings mag ich weder Hotdogs noch Bananen, wir werden durch eine rausgeflogene Sicherung gerettet), Apfelchüechlie vom Turnverein, Fonduebengel von weiss nicht wem und Raclette vom Nachthemmliclub entscheiden.

Wir halten es wie 99.8% der Schweizer. Incl einem "Zwierli" Weisswein am hellichten Nachmittag.


Auf dem Rückweg beobachten wir einen Autoposer, der mit dröhnendem Motor auf dem kostenpflichtigen Supermarktparkplatz gefangen ist. Mit jeweils voller Beschleunigung hoppelt er die 20m von der Schranke zurück zum Kreisel, weiter 30m zum Kassenautomat, wieder zurück zur Schranke und dann dröhnend und jaulend zurück auf die Kantonsstrasse.

Es gab die Frage, wie es weiterging mit dem Supermarktparkplatz: unschön. Es wurden mehrfach die Kassenautomaten zerstört (eingeschlagen, Buuschaum in sämtliche Öffnungen gesprüht), die SupermarktmitarbeiterInnen wurden beschimpft und bedroht, es wurde ein Sicherheitsdienst engagiert, auf Facebook wird immer noch gegen den "Scheiss-VCS" gewettert, es ist unglaublich albern und peinlich.

Bei einer Verlängerung unserer Spazierrunde holen wir Jonny von den Stickstofftanks des Parenteralia-Betriebs ab, er ist sehr müde nach 4h Pestcontrol.

Ich gönne mir einen Aperol Spritz zum Vorbereiten der Toppings für die Bao Buns und bin etwas nervös, wie das wohl wird. (Endlich mal wieder was gedämpft!)

Dann noch eine Runde Badewanne (um den Mix aus Sojassosse, Bratendunst und Raclette aus Haaren und Kleidern und mir zu entfernen), und schon ist das Wochenende und die Herbstferien vorbei. Hups! Next Stop: Weihnachten.

Gegessen:

Frischgebackene Semmel mit Harissa.Hummus, Feigenscheiben, Granatapfelkernen und Avocadotopping, dazu Lady Grey

Ein Stück Apfelstreusel mit Salted Caramel Sosse

eine Portion Raclette mit einem Glas Weisswein

Bao Buns mit Planted Duck


Gesehen "The Bear" zum Sporteln (meine Güte, wie stressig und nervig!)

Gelesen: "Rachefrühling" (totaler Junk, aber mei, jetzt will ich die Serie halt fertig lesen)


Zum Abschluss noch eine weitere Frage aus der Wunschliste 

Wie haben Sie geschafft, Handwerker für den Badumbau zu finden und sie zu animieren, die Wünsche auch umzusetzen?

Ich hatte da tatsächlich einen Heidenrespekt vor und wir haben es so gemacht: Unsere Nachbarn (mittlerweile weggezogen) haben vor Jaaaaahren ihr Dachgeschoss umbauen lassen und waren sehr zufrieden. So zufrieden, dass sie das ungefragt in einem unverbindlichen Smalltalkgespräch mitteilten. Das ist bei Schweizern ungefähr die höchste Ehre, die man bekommen kann. Wir haben uns für "wenn wir mal evtl was machen lassen wollen" die Kontaktdaten des Architekturbüros geben lassen. Als wir dann unser Dachgeschoss umgestalten lassen wollten (von abstrusem, selbergemachten Hobbyraum der Vorbesitzer zu einem Schlafzimmer für uns beide mit Galerie und Tür und Wand und Klimaanlage), haben wir diese Architekten gefragt, die haben dann die Projektleitung übernommen, alle anderen Gewerke wie Tischler, Maler, Klima, Elektrik aus ihrem Pool an vertrauenswürdigen Betrieben organisiert. Es lief superst!

Als wir die Küche neu machen lassen wollten, haben wir neben zwei, drei Küchenstudios, die ich ergoogelt hatte, die Architekten von ein paar Jahre zurück gefragt, wen sie uns empfehlen könnten. Ende vom Lied: die selbergegoogelten waren sehr, sehr schlimm, wir sind bei der empfohlenen Schreinerei gelandet, die wieder die Projektleitung übernommen hat und alle anderen Gewerke organisiert hat. Es war ... superst (und günstiger als die selbergegoogelten)

Als wir das Bad neu machen wollten, haben wir die Küchenschreinerei (die auch Badmöbel macht) gefragt, wen sie uns empfehlen könnten und sie haben gesagt. "Nach unserer Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Ihnen und Ihrem Geschmack könnten wir Ihnen dieses Sanitärunternehmen emfpehlen" (in einem winzigen Dorf relativ weit weg von uns, wir wären nie draufgekommen). Das Sanitärunternehmen die Projektleitung übernommen und neben den Schreinern, die die Möbel gemacht haben, den Elektrikern und den Malern, die schon im Küchenprojekt mit dabei waren, die restlichen Gewerke mit aufgeboten.

Was ich damit sagen will: wir hangeln uns mit Empfehlungen durch. Und lassen uns beraten, aber nicht beschwatzen (ich habe mich zB durch mehrfaches "Äh was? Das ist Ihr Ernst? Also ..... theoretisch kann man das schon machen, aber .... schön ist das nicht" davon überzeugen lassen, dass meine ursprüngliche Idee, ALLE Wände incl Decke fliesen zu lassen, ein Schmarrn ist. Habe aber "Vielleicht wäre bei all dem Grau und Beige ein Farbtupfer als Wandakzent doch ganz pfiffig? Pistazie zB?" durch aus "haha, nein." gesagt.).

Ich habe das Gefühl, dass der Vertrauensvorschuss ("Wenn Sie sagen, dass die gut sind, dann glaub ich Ihnen das") als auch die vergleichsweise geringe Summe für Projektleitung des Ganzen hier dafür gesorgt haben, dass es 3x absolut reibungslos und perfekt lief. Vielleicht hatten wir aber auch nur Glück.

Samstag, Oktober 14, 2023

141023 Herbst. Endlich

 Die Nacht war nochmal richtig, richtig warm, erst um halb drei kam der erste Regen, nicht besonders dramatisch oder kalt, war eher so, dass es beim Schlafen störte im Gesicht, aber die gefühlte Luftnot bei Fenster zu war noch schlimmer. Sansa war sehr unzufrieden mit dem Wetter, Frühstückssituation war ok, aber das WETTER! Deshalb weckte sie mich ab 5:20 ungefähr alle 15 Minuten, weil es IMMER NOCH scheusslich draussen war. Ich habe es genau gesehen, sie hat auch den Hübschen versucht zu wecken, aber der verschläft sowas einfach. Naja.

Um kurz vor sieben war ich richtig wach (naja), was ganz praktisch war, weil als ich runterging, um ... meinen Lieblingskaffeelöffel zu holen, sah ich Jonny mit einer winzigen Maus Auge in Auge im Wohnzimmer sitzen. Hat sich also wegen Wetter Arbeit mit nach Hause gebracht. Ich bin ein bisschen stolz: ohne Brille habe ich ein Geschirrtuch über die Maus geworfen und sie dann vor die Tür gesetzt (letzte Woche schon mal, da hatte Sansa aus Protest über kein Frühstück eine auf die Treppe gesetzt). Dann Kaffee, gemütlich Internet leerlesen, dann Punkt acht mit allen Rentnern beim Coop aufgeschlagen und erstens gestern vergessenes (naja, da hatte ich die Essenspläne für morgen noch nicht finalisiert) und frische Semmeln eingekauft.

Gemütliches Frühstück mit Mango und Feigen (die waren im Angebot und hui, sehr, sehr lecker!), dann verabschiedet sie Q. zum Aufbauen des Pfadistands an der heutigen Chilbi  und ich mache, weil HERBST!, einen Apfelstreuselkuchen. Dabei merke ich, dass ich gestern oder heute morgen doch das 4er Paket Buitter im Angebot hätte nehmen sollen, weil wir nur noch eins eingefroren haben und das ist mit Kuchen und Streuseln und der Salted Caramel Sosse für obendrauf praktisch weg (meine Güte, was für eine dramatische, amerikanische Anleitung! Immerhin haben sie sich den Quatsch von wegen "auf gar keinen Fall den Zucker umrühren während des Schmelzens, sonst bleibt er kristallin" gespart, den ALLE deutschen FoodbloggerInnen und KochbuchautorInnen einfach ohne Sinn und Verstand voneinander abschreiben. Wirklich. Das ist Quatsch. Wenn Sie Glück haben und nur eine dünne Schicht Zucker im Topf haben, kann das gut gehen, wenn nicht, haben Sie unten Kohle und oben ungeschmolzenen Zucker. Das Umrühren verhindert definitiv das Schmelzen, wie auch. Das einzige, was passieren kann, ist, dass sich Zucker / Karamell am Löffel verklumpt, aber auch das wird schmelzen, wenn man ... rührt.).

Wo war ich? Ach ja, Zucker und Butter einkaufen.

Als der Kuchen zum Abkühlen aus dem Ofen raus war, bin ich in einer Regenpause ins Nachbarstädtchen auf der anderen Seite der Grenze geradelt (nie wieder samstags mit dem Auto über die Grenze, besonders nicht zu Ferienende/beginn, ich bin schön auf dem Radstreifen der Autobahnbrücke über den Rhein am kilometerlangen Stau vorbeigesaust), Katzenfutternachschub kaufen.

Wieder daheim habe ich die Karamellsosse gemacht, mit Halbrahm und etwas mehr als angegeben, weil ich ja eine Sosse und keinen Block wollte. Passt super zum Apfelstreusel, auch wenn es nicht ganz der Kuchen ist, den es bei unserem ersten Islandurlaub in gefühlt jedem Cafe und seitdem nie wieder gab.

Bei einem Zwischenregenspaziergängchen vom Klingeljonny in den Ellenbogen gebissen worden. Wir müssen drüber reden, was sich vor Leuten auf den Rücken rollen und um die Beine schmeicheln bedeutet. Ich dachte: "Hey, wir kennen uns, ich mag dich, kraul mich". Klingeljonny dachte anscheinend: "Komm nur her, ich beiss dir den Arm ab!"

Sonst gemütliches Geräume (alle Betten sind frisch bezogen, meine Turnschuhe gewaschen, auch sonst sehr viel gewaschen, neues Microgreen angesät, Brötchenteig für morgen früh angesetzt, mit Fencheltee gelesen, frühes Abendessen (geröstete Kichererbsen auf Joghurt-bowl mit Knoblauchbrot), weil Q. noch Spätschicht auf der Chilbi hat, kein Chilbibesuch, weil bei Regen (fast hätte ich geschriben "schlechtem Wetter", lol) keine Lust, einfach aufgetankt nach der höllisch anstrengenden Woche und dem nicht erholsamen Schlaf.

Und damit geht es wieder zur Wunschliste, heute mal mit kurz zu beantwortendenden Fragen:

Wie sehr könnten Sie Gesundheitstipps (Medikamentenvorschläge) geben? 
Genauso sehr wie jede andere Person, die nicht Medizin studiert hat (oder ApothekerIn ist): gar nicht. (Fiebersenker, Nasenspray, Kopfschmerztabletten, Lippenherpescreme meinen Sie jetzt ja nicht, nehme ich an)

Was halten Sie von Hausmitteln - also normale wie Vitamine essen und heißes Fussbad; nicht eine im Mondlicht geerntete Zwiebel im BH tragen oder so?
Wenn Sie sich dadurch besser fühlen, es weder Ihnen noch jemand anderem schadet, wenn Sie es nicht STATT eines Arztbesuchs und echter Medizin machen: whatever rocks your boat.

Geben Sie Gesundheitstipps für "in echt" bekannte Personen oder halten Sie sich da zurück?
Ich gebe NIE ungefragt Tipps, weder in Gesundheitsangelegenheiten noch in irgendeiner anderen. Wenn ich das Gefühl habe, evtl einen hilfreichen Tipp zu haben, der noch nicht in Betracht gezogen wurde, dann frage ich, ob die Person einen Tipp möchte oder meistens tatsächlich: ob Sie hören möchte, was mir in so einer Situation geholfen hat. Wenn nicht, dann nicht.


Und noch eine, die noch schneller zu beantworten geht:

Gibt es noch einen zweites privates Blog für alles, was Sie hier nicht schreiben können, aber trotzdem für sich als Erinnerung aufschreiben wollen? Nein.