Mittwoch, März 15, 2023

150323 Internationale Zusammenarbeit

 Gestern abend bin ich mit bohrenden Kopfschmerzen (einseitig über dem rechten Auge) ins Bett gegangen, ich dachte mir, die fühlen sich an, als ob eine Tablette eh nicht helfen würde. Als ich um 4 von Jonny geweckt wurde (Sansa hat mich zum ersten Mal seit Tagen nicht ab 5 wachgehalten), bohrte es immer noch und ich nahm eine aus meinem Nachtkästchenvorrat. Beim Aufstehen war ungefähr für 10 Minuten alles gut, aber dann nicht mehr. Nachmittags war es dann so schlimm, dass mein ganzer Kopf sich heiss anfühlte und mir schlecht wurde, also habe ich dann doch noch eine Tablette genommen und bin zurück runter auf die bohrenden Schmerzen über dem rechten Auge. Was ein Mist.

Sonst: okayer Arbeitstag mit ausführlicher Sportrunde in der Früh, klaren (hoffentlich) Ansagen an verschiedene Ländergesellschaften (ich habe mich neben FUS Requirements auch tief in unsere Retention Time Policy eingelesen, das ist nämlich, wenn man so wie ich, mit älteren Produkten arbeitet, manchmal eine sehr abschliessende Antwort, wenn jemand Rohdaten von anno dunnemal haben möchte.), mit sehr fokussierten Meetings und draussen strahlendem Sonnenschein, aber kälter als man dachte. Man = ich. Mehrfach.

Während ich in meinem letzten internationalen Meeting festsass, kamen der Reihe nach die Kinder nach Hause und während erst W-LAN-haltige Sachen gemacht wurden (und ich einmal aus dem Netzwerk flog), veränderte sich die Geräuschkulisse auf einmal Richtung Boxstudio und ganz oben wurde ausführlich trainiert.

Jetzt: Feierabend, zumindest für fast alle von uns. L. hat noch einen Interviewtermin. Wie auch Q. in dieser Klasse muss er Vortrag und Plakat zu seinem Wunschberuf vorbereiten incl ein Interview mit jemandem, der diesen Beruf ergriffen hat. L. will ja Schauspieler und Synchronsprecher werden und die sind in unserer RL-Bubble aus Naturwissenschaftlern und Kampfsportlern (mit einer breiten Range an Brotberufen, aber keine Schauspieler) nicht wirklich vertreten. Ein Hoch aufs Internet und so hat er heute abend ein Zoominterview mit einer grossartigen Frau, der ich schon lange auf Insta folge und die so lieb war, sofort zuzusagen auf unsere Anfrage. Wie toll ist das denn?!

Gegessen:

Früchte, Joghurt, Müsli

Riesensalatteller mit gebratenen Maultaschen (ich sehe die ersten Frühlingsboten, draussen scheint die Sonne und ich habe mehr Lust auf den Standard "Salat mit was gebratenem" als auf den WinterStandard "Suppe oder Curry"


Flammkuchen und mehr Salat


Gesehen: "Capitani" beim Sport, "Mandalorian" mit allen

Gelesen: "Das Grab im Moor"

Gehört (beim Kochen) "Ein Mensch verschwindet" (Meine Güte. 10 FOLGEN?! Ich spare mir alle Kommentare, die wären arg pietätlos)

Dienstag, März 14, 2023

140323 Pustig

 Gestern ab Spätnachmittag hat es sich ja ein bisschen arg angefühlt wie Weltuntergang. Es stürmte wie verrückt (sehr unangenehm, wenn man das Gefühl hat, die Terrassentür reisst an ihrer Verankerung und die Dachfenster würden lieber abheben als hierbleiben), dazu Wolkenbruch und Gewitter.

Heute morgen dann war es gar nicht sooooo kalt wie angenommen, die Luft wsr klar, wie sie es nach solchen Regengüssen halt ist, und die Radstrecke lag voller Äste und rumgewehtem Gedöns (es hat zB von unserer Sternmagnolie die Blütenhüllen abgerissen und sie ... blüht jetzt halt). und es gab noch ordentlich Gegenwind.

Auf den Feldern sah ich eine grosse Schafhere, die entspannt verteilt in der freien Landschaft rumsassen und -frassen, ich wäre gespannt, wie sie die Nacht verbracht haben.

Im Lauf des Tages wurde es wieder grau und sehr, sehr nass und windig (ich sitze ja im eher tieferen Teil des Turms, aber auch hier fühlte es sich schon ein bisschen wackelig an). Ich checkte zum Heimfahren das Regenradar, weil bei aller Liebe zu kalt und so kann man es ja wenigstens versuchen, die Tauglichkeit des Regengears nicht auszureizen.

Mittagessen mit meinen Bürokollegen aus der Zeit, wo ich hier angefangen habe. Wir haben uns in ganz unterschiedliche Abteilungen entwickelt und es ist echt spannend, wie ähnlich / unterschiedlich die verchiedenen Hot Topics bei uns so aus der jeweiligen Perspektive wahrgenommen werden. Immer wieder schön und ich freue mich sehr, dass uns der Zufall damals zusammengeführt hat.

Aus Chronistenpflicht: die Teesituation bleibt spannend. Der Pfefferminztee ist alle, dafür gab es heute morgen noch zwei Schachteln Alpenkräuter. Ich habe mit 2 Thermoskannen a zwei Beutel für einen ordentlichen Verbrauch gesorgt, mal sehen, wie sich die Lage weiterentwickelt. 

Als ich grade so im Erledigungsmodus bin und die Startseite für den IT Support im Intranet suche (gestern ging auf einmal kein einziger USB Port in der Dockingstation für daheim mehr, was sehr nervig ist, weil mein Laptop nur zwei hat, ich aber drei Dongles verwenden muss, um 2x externe Tastatur/Maus und Headset mit nahtlosem Übergang zwischen daheim und Büro nutzen zu können), bin ich auf den Siteservices gelandet und dort gibt es sogar ein rotes Banner: "Supply issues beim Teelieferant von Dallmayr.". Wenn wir so lange Stockout auf Patient Level hätten, da wäre aber was los, ich sags nur.

Ausnahmsweise (ich war ganz verwirrt, aber das ewigslange Dienstagsmeeting wurde ja für immer auf eineen früheren Slot am Mittwoch geschoben) habe ich heute tatsächlich früher, also um halb fünf Feierabend gemacht. Fürs Heimradeln war das recht spät, normalerweise fahre ich am frühen Nachmittag und mache daheim noch weiter (ok, das habe ich heute dann auch), aber heut war es schon so lange hell, die Kinder und die Katzen waren alle schon daheim, den Widrigkeiten von Sturm und Regen entkommen, da bin ich tatsächlich mal fast so lang wie früher im Büro geblieben.

Ungewohntes Gefühl (für ein, zwei Stunden) heute: alles, was ultradringend und sofort sein muss, damit heute oder morgen nichts zusammenbricht, ist jetzt erledigt. Alles andere hat ein bisshen mehr Zeit respektive ich kann mir die Zeit nehmen, Sachen zu betrachten, die langfristiger ausgelegt sind. Fühlt(e) sich fast wie Ferien an.

Als ich in den Umkleideraum rumpelte, war ich sehr perplex, es kniete eine Frau mit dem Kopf auf dem Boden in einer Ecke. Ich dachte zunächst an Kreislauf, irgendwas passiert und wollte schon auf sie zustürzen und ihr helfen, aber dann stellte sich schnell raus: eine muslimische Kollegin war am Beten. Das war nun eine Situation für die mir jede Benimmregel fehlte, weil ... naja, es war halt mitten im Umkleideraum. Ich suchte also so schnell wie möglich und so leise wie möglich meine Radsachen raus, zog mich nur so wenig um wie möglich und entschuldigte mich bei ihr für die Störung. Sie war eher fertig als ich und meinte, ich solle mir keine Gedanken machen, normalerweise würde sie in den Relaxation Room gehen, aber der wäre immer so ausgebucht und hier unten wäre normal fast nie was los, deshalb wäre sie hierhergezogen. (Wir haben einen Relaxation Room?!) Oke.

Windsituation am Heimweg kam mir anfangs gar nicht anders vor als morgens und ich war ein bisschen beleidigt mit dem Wetter, weil 2x Gegenwind ist fies, aber dann merkte ich, dass ich eine normale Reisegeschwindigkeit von übre 40km/h hatte (morgens war es eher Anfang 30 gewesen bei gleicher Anstrengung) und als ich den U-Turn machte, um aufs Kraftwerkgelände einzubiegen, merkte ich, was richtiger Gegenwind war (und Seitenwind bei der Rheinüberquerung).

Aber: alles gut, alles noch dran.

heute abend sind erstmals wieder alle beim Sport / Hock und damit ausser Haus und ich habe sturmfrei! Grad mal eine keline Justification schreiben, warum unsere interne Richtline sehr wohl mit der argentinischen Pharmacopoeia übereinstimmt. 


Montag, März 13, 2023

130323 Back in business

 Das Wochenende ist einerseits nur so vorbei gerauscht, andererseits war es so viel voller als die üblichen Wochenenden zur Zeit, wo wir (und ja, das klingt ganz schön traurig) uns so schnell und gut wie möglich von einer anstrengenden Woche für die nächste anstrengende Woche erholen und  die Kinder wie die Wilden für die Schule lernen. Ich habe das Gefühl, dass wir wieder lernen müssen, dass nicht das das Normale ist, sondern Sachen machen, unternehmen, Leute treffen. (Als ich gestern schlafen ging, hörte ich aus Q.s Zimmer noch einen Probevortrag zur East India Company, ich hoffe, es lief gut heute nachmittag!)

Leider drehte Sansa ab fünf ungefähr hohl, so dass ich nicht wirklcih ausgeschlafen in den Tag startete. Aber: ich hatte aus welchen Gründen auch immer richtig viel Energie oder das richtige Sportmojo, ich habe nämlich richtig gut und anstrengend und mit Freude trainiert, bis es Zeit zum Duschen und das erste Meeting war.

Der Arbeitstag war voll mit verschiedenstem, am besten war ein Meeting am Nachmittag, in dem ich unglaublich viel über Retest Dates / Expiry Dates / Inspection Lots / Retesting / Shelflifeextension von Direct Materials gelernt habe. Für Wirkstoffe und Drug Product oder Finished Goods kann ich das ja vorwärts, rückwärts, seitwärts, aber Blisterfolien? Also: sehr spannend war das und wie immer ist es nicht so einfach. wie es am Anfang von aussen scheint.

Beim Wetterbericht der Morgennachrichten habe ich zunächst gedacht, ich hätte mich verhört, aber es hatte tatsächlich 22°C heute nachmittag. Ich hatte mich schon auf T-Shirtradeln morgen gefreut, aber, lol, natürlich nicht, morgen hat es wieder 1-10°C und Schneeregen. So wie gestern (nur kein Regen), als wir ewig lang mit dem Kinderwagen rumgelaufen sind und danach steifgefrorene Hände hatten.

Skurrilster Moment heute morgen: Der Schaumfluffigkeitsregulator des Milchtanks unserer Schlafzimmerkaffeemaschine ist verschwunden. Und "Wo hast du ihn das letzte Mal gesehen?" hilft gar nicht, weil wir die Tanks der Maschinen ja wild hin und her wechseln und ich nicht weiss, wann genau dieser jetzt aus der Spülmaschine geholt wurde. Im Sieb dort ist er nicht, in der Kapselkiste ist er nicht, in der "Kleingedöns-Küchenzeug-Schublade" ist er nicht. Unter dem Bett auch nicht. Ich habe dann bei Nespresso angerufen und der sehr nette und ob des Verlusts verwunderte Mitarbeiter konnte mir nur den gesamten Milchtank als Ersatzteil anbieten. Das mache ich jetzt mal noch nicht, einen Regler haben wir ja noch. Bei einem Ersatzteileversand gab es ungefähr jedes Teil der Maschine einzeln, ausser halt den Schaumfluffigkeitsregulator. Aber: vergleichbar grosse und komplexe Teile kosten dort genausoviel wie der gesamte Tank bei Nespresso, also werden wir das halt im Notfall dann da bestellen.

Ausserdem ist heute natürlich 3. Jahrestag des Lockdownstarts (hier: Grenzschliessung, verpflichtendes Homeoffice und Schule von daheim aus). Es fühlt sich einerseits soooooo lang her, gerade hier in der Schweiz, wo ja seit fast einem Jahr genau überhaupt gar nichts mehr verpflichtend ist, aber immer noch Daten erfasst werden, sogar recht gut, finde ich. Auf der anderen Seite fühlt es sich so  an, als ob es Corona schon immer so gegeben hätte. Zur Feier des Tages grad mal wieder einen Test gemacht, weil ich bisschen Halsweh und Husten habe, aber: nix. Dann halt nicht.

Gegessen:

Müsli, Joghurt, Früchte

Pho mit Tofu und jeder Menge Gemüse

Montags-Pizza


Gesehen: "Luther" (und "Capitani" beim Strampeln)

Gelesen: "Das Grab im Moor"

Sonntag, März 12, 2023

120323 Noch mehr social life!

 Heute morge hat der Wecker um 7:30 geläutet (ich war nach Katzenrauslassen um 6:00h und Katze aufwärmen ab 6:47h Punkt 7:29 hellwach :-)), damit alles sich noch für einen Kaffee im Bett ausgeht

Dann: Frühstück und für 3 von uns ab ins Auto (Q hatte noch Schulzeug). Wir sind den Schwarzwald rauf gefahren, meine kleine Schwester besuchen, respektive v.a. den allerkleinsten Neffen, der frisch kein Baby, sondern ein kleiner Bub ist, wie sein auch noch kleiner Bruder, der aber "so wie L. schon ein grosser Bub" ist.

Wir hatten Geburtstagsgeschenke und "nur in der Schweiz erhältliches" in der Baby-Edition, nämlich die beste Creme für rote Baby-Pos, dabei.

Ich habe im Auto mein Buch ausgelesen (hatte meine Lesegeschwindigkeit im hellwachen Zustand unterschätzt und musste dann 10 Minuten aus dem Fenster schauen, weil wir durch ein Funkloch fuhren und ich den Folgeband noch nicht runterladen konnte), L. hat erst noch Deutsch geübt und dann "Dark" geschaut (Bestes Feature der ganzen Familie: keinem wird beim Autofahren und Film schauen / Lesen / Daddeln schlecht. Nur wenn man zB 1kg Truthahn mit nix gegessen hat. Aber nicht heute.), alles ganz entspannt.

Mit den beiden kleinen Babyneffen (pardon, kleinen / grossen Buben) und natürlich Schwester und Schwager war es wie immer superschön. Q. wurde sehr vermisst, der Hübsche grösstenteils toleriert (also: vom grösseren Neffen. Ich weiss nicht, ob es der Bart ist oder die Brille oder was, aber irgendwie hakts da :-). Wir könnten mal ausprobieren, was passiert, wenn Q. oder L. sich einen Bart stehen lassen würden).

Langer Kinderwagenspaziergang durch den Wald oder so, wir hatten so viel zu reden, dass ich gar nicht aufgepasst habe, wo wir lang gelaufen sind und war froh, dass meine Schwester uns wieder mit heimgenommen hat, sonst wären wir verloren gewesen.

Wir wurden mit sehr leckeren Zimtschnecken (minus Frosting, dafür hat keiner Zeit, wenn es schon nach Zimtschnecken riecht) verköstigt, diese Teigvariante mit Pudding drin muss ich auch mal probieren!

Auf der Heimfahrt war ich mit Fahren dran und weil der Hübsche auch Kopfhörer dabei hatte und sich damit trotzdem zum Lesen konzentrieren konnte, hörte ich mal in den Podcast rein, den gefühlt mein ganzes Internet im Moment hört "Ein Mensch verschwindet: Daniel Küblböck". Ich werde mit dem Konzept Podcast nicht mehr warm, aber immerhin ist das nicht ein Gespräch zwischen zwei oder mehr Personen, die halt einfach nur ewig labern, sondern eine sehr professionell gemachte Reportage. Es ist halt trotzdem alles doppelt und dreifach ewigs lang ausgewalzt, wie sonst käme man auf 7 FOlgen a eine Stunde? Aber mei, während dem Autofahren kann ich halt nun definitiv nichts anderes machen als was hören und dafür war (ist, es geht ja noch ewigs) das ganz ok und Millionenmal besser  als das letzte Hörbuch. Allerdings habe ich bei Spotify noch nicht rausgefunden (ich musste ja fahren), ob und wie man schneller als 100% hören kann, das wäre noch ganz hilfreich, weil MEINE GÜTE, WIE VIELE BEDEUTUNGSSCHWANGERE PAUSEN KANN EIN MENSCH MACHEN UND WIE LANGSAM KANN WER REDEN? (und wie sehr kann man seine O-Töne ausschlachten und ungefähr 100x wiederholen? 

Jetzt mache ich gleich Abendessen (2x Spaghetti) und dann ist das Wochenende auch schon wieder rum. Hm. Aber schön wars!

Gegessen:

Aufback-Pagnol mit Minimarmelädchen aus dem Bonne Maman gestern

Brotzeit mit FRISCHEN BREZN!

Zimtschnecken

Spaghetti mit Miso-Cacio e Pepe und Edamame


Gelesen: "Der Sinn des Todes" aus und "Das Grab im Moor" angefangen

Gesehen: "The Consultant" mit dem Hübschen (mal wieder was, was ich unterhaltsam und sehr schräg finde)


Samstag, März 11, 2023

110323 Pharmazie old school

 Heute waren der Hübsche und ich mit unserem Besuch (und ohne Kinder, die hatten noch Deutsch / Mathe / Franz und Geschichte  auf Englisch vorzubereiten) Touri spielen in Basel.

Wir haben erst Kaffee getrunken (mit grosser Verwirrung bei vier verschiedenen Kaffeewünschen) und Cupcakes gegessen im ehemaligen Cupcake Affair. Ich denke immer, ich wäre da voll oft, aber ich war das erste Mal begeistert, dass es sie gibt ("Ja, schon seit drei Jahren"), dann dass sie mit Bonne Maman fusioniert sind UND umgezogen ("Ja, seit zwei Jahren") und heute dann, dass sie nochmal umgezogen sind (Ich dachte mir beim Teilen der Adresse noch: "Ach schau, haben sie dieses Stück Strasse jetzt umbenannt". Erstaunlicherweise haben sie das nicht, sondern das Cafe ist immerhin ganz neu in die Strasse gezogen, die schon immer so hiess.). Ich hatte einen Vanille Rhabarber Cupcake, die Kinder orderten anhand des Fotos der Auslage für später daheim :-).


Dann sind wir, und man darf das gar nicht sagen, weil wir ja seit über 20 Jahren in Base sind, zum allerersten Mal ins Pharmaziemuseum gegangen. Es gehört irgendwie der Universität und ist in einem von aussen winzig erscheinenden Haus in der Altstadt und ist einfach traumhaft. Es ist ein sehr, sehr altmodisches Museum basierend auf einer Privatsammlung, aber so, so, so toll (auf jeden Fall, wenn man irgendeine Art Bezug zu Chemie / Pharma hat und noch viel mehr, wenn man das zur Basler Chemie / Pharmaindustrie hat). Es ist natürlich nicht auf dem aktuellsten oder auch nur einem aktuellen Stand, die Entwicklung in Basel wird damit beendet, dass man mit den Benzodiazepinen zu einem Weltkonzern wurde (irgendwo auf einem mit Schreibmaschine geschriebenem Text wird auch noch erwähnt, dass man das Chiningeschäft 1998 direkt ganz abgestossen hat und mit dem Chininkartell jetzt aber echt nix mehr zu tun hat), aber naja, das danach kennt man ja aus eigener Erfahrung.


Im Museumsshop gibt es dann historische Leerverpackungen (leider nicht von meinem Arbeitgeber, sonst hätte ich welche mitgenommen, es gibt den "Kohlebaum" als Poster (das hätte ich fürs Vordiplom mal als Spickzettel brauchen können!), es gibt skurrilste Doktorarbeiten als Ansichtsexemplare. Mein persönliches Highlight: "Menschenfleisch". Die Dissertation behandelt die Verwendung von humanbasierten Präparaten in der Medizin, sie enthält unter anderem einen Preisvergleich für Leichname von Hingerichteten Personen zwischen Basel und Luzern, weil, das wissen die wenigsten, natürlich nur die Körper von gewaltsam zu Tode gekommenen wirkliche Heilkräfte haben.



Ich bin tatsächlich fasziniert: wie kommt man auf die Idee, zu diesem Thema zu promovieren? Wie cool ist der Titel "Menschenfleisch"? Und wie sehr kann man damit jede Dinnerkonversation einfach in awkward silence enden lassen?

 "Ah, Frau Dr.? Worüber hast du denn promoviert?"

 "Menschenfleisch." 

"..." 

"..."

"..."

"Also, wusstest du z.B. .."

"Ja, also, hm, ich muss los"


Rumpelige Überleitung: zum Abendessen habe ich spontan 4 Varianten Kartoffelgratin gemacht (und eine Tonne Salat) und es ist alles aufgegessen worden

1x klassisch aus dem Tiptopf mit Rahm, Gruyere, Knoblauch

1x klassisch nur noch mit Speckwürfeln drauf

1x mit Äpfeln und Blauschimmel-Thymian-Sosse

1x vogelwild aus dem Ottolenghi Buch mit Kokosmilch, Limetten, Ingwer, CHili, tralala.


ALLE waren leckerst und alle sind aufgegessen worden.


Freitag, März 10, 2023

100323 Sozialdinge

 Den Tag haben wir heute mit einem Ständche gestartet, der Babyneffe wird heute nämlich, wie sein Bruder sagt, "ein kleiner Bub", also eins. Wenn sich die Gesundheitslage weiter so entwickelt, wie es heute aussieht, werden wir uns davon am Sonntag überzeugen können.

Dann: Sport, Wocheneinkauf, Regen, Sturm, Homeoffice, strenge Mails (zB an die Krankenkasse, bei der wir in einem Modell versichert sind, in dem man jeden Arztbesuch vorher via Hotline ankündigen muss. Die ist aber so ausgebucht / schwach besetzt im Moment, dass man, mehrfach gestestet, nach 30 Min einfach aus der Leitung fliegt. Rückrufoption gibt es auch keine und abgesehen davon habe ich überhaupt keine Zeit länger als, ich sage mal, 5 Minuten in einer Hotline zu warten. Ich habe heute also per Kontaktformular eine Mail geschrieben, wer von uns in den nächsten Wochen wann zu welchem Arzt gehen wird, bin kurz noch wütender geworden, als das angeforderte Format der Versichertennummer nicht mit dem tatsächlichen Format und auch sonst keiner Nummer übereinstimmte, aber irgendwann liess es sich auch ohne Nummer abschicken. Was für ein Quatsch), Zuhören bei strengen Konversationen (der Hübsche hat seine meisten Rechnungen auf ebill umgestellt. Ausserdem war ein Riesendurcheinander in seinen ebanking-Verträgen, das unser damals neuer Bankberater dann aufgeräumt hat. Seitdem kommen keine ebills mehr an, was er nur dadurch gemerkt hat, dass immer mehr angesäuerte "Wir schicken gleich eine Mahnung"-Briefe kamen. Der Bankberater ist schon wieder weg, die haben bei uns einen Halbwertszeit kürzer als eine Packung Müsli im Zwei-Teenie-Haushalt, der neue hat jetzt viel Spass mit dem Hübschen und ist dann bestimmt auch bald weg.).

Ausserdem ein bisschen aufgeregt, weil am Wochenende erstens Besuch kommt, den wir lang nicht mehr gesehen haben (also: prä Corona. Und auch davor schon eine Zeitlang nicht mehr. Kann das sein?) und weil wir auf Besuch fahren werden und wir haben das ja alle ein bisschen verlernt. (Passt gut dazu: wir haben heute Kalender verglichen und geklärt, wann und wann nicht der Hübsche auf Business Trip nach China gehen könnte. Strong vote meinerseits: erst nach den Islandferien.)

Konzentrationsfähigkeit war dann nur noch so mittel, Überstundenkonto eh übervoll, nichts mehr übrig, was nicht bis Montag warten kann, also habe ich noch schnell meine Inbox aufgeräumt, den Montag mit Fokus-Blöcken vollgemacht, die Woche kurz strukturiert und jetzt ist Feierabend. Erst mal stilvoll den Einkaufswagen zurückbringen, dann Apero und Pizzateig vorbereiten und dann... Wochende!

Donnerstag, März 09, 2023

090323 Wetter

 Der Hübsche liest ja abends meine Blogeinträge und kommentiert dann zusammenhanglos. Das muss man wissen, sonst könnte man etwas verwirrt sein, wenn man da so gemeinsam am Sofa sitzt, Espresso nach dem Essen trinkt, und der Mann auf einmal sagt: "Hast du das echt gesagt?!" oder "Der Satz macht keinen Sinn, da fehlt ein Prädikat" oder, wie gestern "Der Regen ist überhaut nicht kalt, sondern voll frühlingshaft warm". 

Und er hatte natürlich Recht, mein Winterkinderhirn hat aus Sturm, grau, Regen einen eiskalten Wintersturm gemacht, tatsächlich war es aber Westwind und keine Bise (das lernen die Kinder hier zusätzlich zum Föhn in Geographie, es ist praktisch das Gegenteil, nämlich saukalt. Es gibt auch noch den "Möhlin-Jet", aber da bin ich mir nicht sicher, ob sich das nicht jemand aus Möhlin ausgedacht hat. Kurz gegoogelt: nein, it's a thing.) und tatsächlich pipiwarm.

So bin ich heute erstmals ohne irgendwas (ok, schon mit Unterwäsche) unter der Softshellhose und ohne Fleecejacke unter der Goretexjacke geradelt und es war nicht kalt. Ich hatte noch die Winterstiefel an, aber die hätte es vermutlich auch nicht gebraucht. Am Nachmittag habe ich sogar die Unterhandschuhe unter den Krabbenhandschuhen ausgezogen und den Buff nicht über die Ohren und mir war immer noch heiss beim Heimkommen.

Chriesiwegwanderung am Wochenende wird vermutlich trotzdem nix, weil halt vielleicht warmer Regen, aber davon Unmengen.

Arbeitstag im Büro: holla, ein Tag mit Back to back 30min Meetings ist.... voll. 

Immerhin fast nur über ein Produkt (das Abendmeeting war für ein anderes) und ich habe festgestellt, dass ich auch Spontanvorträge zum Thema "Warum für Klimazone 1-Länder und Storage remark "do not store not above 30°C" Stabdaten bis end of shelflife bei 25°C und 12 Monate bei 30°C ausreichend sind" halten kann. 

Ach ja: im Checkin mit meinem Chef heute habe ich ihm tatsächlich meinen Traum heute nacht erzählt und Sie können jetzt schon denken, ich wäre arg oversharing, das ist schon so, aber heute hat es perfekt gepasst, er hat nämlich gemeint, dass man Leute in der Position, die ich als sehr aufregendes, anstrengendes Zusatzjöbli mache, nachts um zwei aufwecken können sollte und sie sollten einem ihre Produktstrategie incl focus areas und top3 risks sofort erzählen können. Und ich hatte halt heute ohne Witz geträumt, dass ich im Fahradkeller bei der Arbeit unseren (seit kurzem nicht mehr) CEO getroffen hätte und er mich gefragt hätte, woran ich denn arbeite und ich zack, genau das für mein Produkt erzählt habe. Und so unendlich stolz auf mich war. Was ich im Traum schon dem CEO nicht erzählt hatte, weil es mir sogar da komisch vorkam, und bei meinem Chef habe ich da auch kurz vorher gestoppt, war, dass es einen Process Change gab und wir auf einmal unseren Wirkstoff nicht mehr wie bisher als "white to offwhite powder" in 67L drums mit doppelten Inlinern erhalten haben, sondern in Körben voller korallenfarbiger, schimmernder "Eier" gefüllt mit diesem Pulver und wir sehr, sehr überrascht waren und durchaus Bedenken hatten, wie sich das in der galenischen Produktion bewähren würde. Gottseidank war DER Teil nur ein Traum. Ich denke jetzt übermässig lange schon daran herum, ob ich denn unseren neuen CEO im Fahrradkeller (in dem ich überhaupt nicht parke, ich parke im Innenhof) erkennen würde. Nun den.

Trotzdem (oder deswegen) habe ich heute exzellent geschlafen, btw.

Der Geburtstagsmonat geht übrigens weiter: heute ist der den Katzen von der Tierärztin im Shelter zugeteilte Geburtstag und Jon und Sansa sind nun spektakuläre 5 Jahre alt. Wie klein sie damals waren! Während Jonny ein normalgrosser Kater geworden ist (wir haben hier ja viel Vergleich an schwarzen Katern), ist bei Sansa vor allem das Fell und das Ego gewachsen, sie ist sozusagen ein Eichhörnchen im Löwenpelz mit dem Selbstverständnis einses Säbelzahntigers.

Es ist unglaublich lustig, ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten zu sehen (Jonny ist unglaublich freundlich auf Anhieb, sehr gesprächig, schnurrt andauern unglaublich laut und ... kriegt gern mal eins von anderen Katern und Katzen auf die Mütze. Sansa schnurrt fast gar nicht und wenn dann nur sehr, sehr leise, sie lässt sich nicht einfach streicheln oder rumtragen, da knurrt sie. Wenn sie aber gestreichelt werden möchte, dann hat man das auch zu tun und zwar pronto, egal, ob man gerade Klimmzüge macht oder Yoga oder auf dem Klo sitzt oder in einem Strategiemeeting.)

Happy Birthday, Catsies!