Donnerstag, Oktober 15, 2020

151020 "Ein Ruck"

 Die Schweizer Ansteckungszahlen explodieren weiter, naja, wobei, es waren heute mit 2613 bisschen weniger als gestern, also vermutlich alles tutti, es gab eine Sitzung des Bundesrats mit den Kantonen incl Pressekonferenz (ich habe schon recht lang keine Pressekonferenzen mehr live angehört, es wird wohl wieder ernst), man scheint sich einig, dass es ernst ist und man jetzt aber echt mal aufpassen muss und mal zackig was machen. "Einen Ruck". Ich habe gar keine Lust respektive Energie mich aufzuregen oder auch nur darüber Gedanken zu machen, mir raubt es schon übermässig viel Energie, wenn ich von meinen geschätzten Tweeties gefühlt nichts mehr lese als allgemeines Lamentieren ob der Situation und wie alle anderen falsch damit umgehen, halt mit nahezu überhaupt keinen Alternativvorschlägen oder -ideen, die man selber anstossen könnte, es sind einfach alle anderen doof, inkompetent, böse, ignorant. Das finde ich (neben der zB durch die Maskenpflicht und deren Umsetzung oder halt nicht, die den Leuten praktisch IQ und EQ auf die Stirn schreibt. Ich weiss jetzt, dass ich das gar nicht wissen möchte.) tatsächlich sehr, sehr mühsam und anstrengend und unangenehm, diese Besserwisserei und Herablassung. Jajaja, alles menschlich, meine Genervtheit halt auch. (Es ist nochmal Zeit, diesen Artikel hier zu referenzieren, der im März so begeistert als Mutmacher gefeiert wurde. (Ja, ich habe mir gemerkt, wer den toll fand.) So schön,  

"wieviel Humor und Mitmenschlichkeit in den Tagen des Virus tatsächlich entstanden ist.", 

"das Handwerk erlebt eine Renaissance." 

"Fake News hingegen verloren rapide an Marktwert. Auch Verschwörungstheorien wirkten plötzlich wie Ladenhüter, obwohl sie wie saures Bier angeboten wurden." 

"Jetzt im Herbst 2020 herrscht bei Fussballspielen eine ganz andere Stimmung"

 und ein letztes Zitat noch (sorry, das ist echt ZU COOL, WIE scheisse der Artikel gealtert ist): "Die gesellschaftliche Höflichkeit, die wir vorher zunehmend vermissten, stieg an." LOLOMAT!

Anyway, es wird also in der Schweiz jetzt bald wahrscheinlich einen Ruck geben, ich gehe mal davon aus, dass unsere zaghaften Versuche, aus dem Homeoffice zurückzukehren, abgebrochen werden (nächste Woche gehe ich aber zumindest zum Grippeimpfen!) und/oder eine Maskenpflicht im Büro eingeführt wird und bei aller Extrovertiertheit, dann bleibe ich freiwillig zu Hause respektive komme erst, wenn ich muss. (Und nein, ich bin nicht gegen Maskentragen, ich zweifle den Nutzen nicht an, aber ich mag es nicht und mache es nicht länger und mehr als ich muss. "Muss" wie in "muss, weil angeordnet" und "muss, weil vernünftig")

Man merkt btw an den Tagesschaubildern, wann es pandemietechnisch ernst wird, da bekommt dann unser Oberstchef auf einmal sehr viel Sendezeit (lustig, dass wir gerade beim Abendessen noch von der "Residenz" inmitten der immer mehr und immer höher werdenden Türme geredet hatten) und unser Grenzübergang vor der Haustür wird zur Untermalung der Tatsache genutzt, dass Deutschland jetzt noch mehr Kantone als Risikogebiete mit Quarantänepflicht bei der Einreise deklariert hat. Unseren übrigens nicht, aber trotzdem werde ich, wie der Hübsche so schön gesagt hat, morgen einkaufen gehen, als wäre es für eine Zeitlang das letzte Mal. Immerhin haben wir Klopapier mit Mopsaufdruck UND dezentem Duft (hoffentlich nicht Mops) auf Vorrat.

Alles andere.... haben wir im März/April relativ unvorbereitet geschafft, das schaffen wir auch nochmal. 

Sonst so: 

den gestrigen Tag mit Masketragen beim Arzt direkt mit extrem abfärbendem (hallo, Kaffeetasse), aber, wie ich finde, auch extrem schönem Lipgloss verarbeitet. ("Duochrome crimson with a golden-green flip")



Den Vormittag über extrem konzentriert gearbeitet und viel weggeschafft. Unter anderem auch deswegen, weil die Verbindung ein wenig shaky war und deshalb die Google-Chat-Pushnachrichten nicht durchkamen, was dann am Nachmittag für ein wenig Hektik gesorgt hat.

Mich selber in einem Meeting, das ich zum Schlichten einberufen musste, köstlich über meinen Icebreaker-Witz mit dem "Lackschaden" amüsiert, der sowohl beim Auto als auch bei einer Tablette zwar schon echt nervig, in den meisten Fällen aber kein Drama ist. Die beiden zu schlichtenden Parteien haben eher so gequält gelächelt. 

Die gedruckten Blogbücher fürs letzte Jahr kamen hier an und bis der Hübsche mich drauf hingewiesen hat, habe ich gar nicht gemerkt, wie typisch für 2020 die Umschlagbilder sind :-). (Q. sitzt jetzt auf der Treppe und schmökert.)

Die Schulleitung hat sich für meine Mail zum Thema "Masken im ÖV" gemeldet und fürs Mitdenken bedankt (Q. hat gemeint, meine Mail hätte sehr bossy geklungen, weil ich halt geschrieben habe: "Mit den Busunternehmen habe ich das Thema bereits aufgenommen, sie machen xyz. Ich möchte Sie darum bitten, das Thema mit Eltern und Schülern ebenfalls nochmal aufzunehmen", aber naja, da spricht halt die berufliche Prägung aus mir, wo man ganz schnell lernt, dass man Action Items ganz klar assignen muss, sonst passiert gar nix. Immerhin habe ich nicht dazugeschrieben: "Ich rechne mit einer Rückmeldung mit Beleg der initiierten Aktivitäten bis Freitag eob."), zeitgleich wurde der Besuchstag und Elternsprechtag abgesagt, aber ich gehe davon aus, dass das für alle Eltern gilt, nicht nur für die bossy Eltern. (Schade, hätte gern den Chemieunterricht besucht. Vielleicht wurden wir auch deswegen ausgeladen.)

Ansonsten hat Q. jetzt für die Busfahrten FFP2 Masken und von uns die elterliche Erlaubnis, unhöflich zu sein und den Sitzplatz neben sich mit seinem Schulsack zu blockieren und blockiert zu lassen, wenn sich jemand ohne Maske neben ihn setzen will.

Gegessen:

Buttertoast mit Honig

Linsensuppe

Pasta mit Tomatensosse UND ein Glas Rotwein, obwohl Donnerstag ist, aus dem Fresspaket, die Sosse und das Pesto waren nämlich frisch, und was der Geschenkpacker zusammengefügt hat, soll Frau Brüllen nicht trennen.


Gelesen:

Viel zu Bulk Validity, Storage und Transport Conditions

"Die Optimisten"


Gesehen: "Mayans"

Stressleveldurchschnitt gestern: 37 (Knapp eine Woche Arbeit und meine Bodybatterie ist morgens schon nur auf 5. Immerhin abends nicht weniger. Ich glaube allerdings, das geht nicht, weil man mit 0 vermutlich tot ist.)

Selbstbeweihräucherung: Ich fand den Lackschadenwitz gut und dann habe ich für ein anderes Thema, finde ich, sehr seriös angefangen zu recherchieren, wie ich jetzt (inderaktuellensituation) ein dringendstbenötigtes Dokument über drei Kontinente physisch unterschreiben und in einer Botschaft (ich habe die Auswahl von drei verschiedenen bekommen, als ob das dann noch was ausmachen würde....aber gut, keine Ahnung, ich war ja noch nie in einer Botschaft, vielleicht gibt es da auch Unterschiede im Servicelevel) beglaubigt bekomme. Und nicht die Augen gerollt, als die Begründung kam, warum es unbedingt so sein muss.

Mittwoch, Oktober 14, 2020

141020: Das war ein aufregender Tag

 Meine Güte, ich bin platt. Aber sowas von.

Ich hatte ja in den Ferien die eigentlich ganz gute Idee, in Zukunft einen Tag die Woche und zwar Mittwoch im Büro zu arbeiten. Leute treffen, wir haben da unser langes Squad-Meeting, mal wieder rauskommen, und für meinen Seelenfrieden habe ich dann Do/Fr, um alle auflaufenden Tasks abzuarbeiten.

Heute hatte ich ausserdem noch meinen alljährlichen Gyn-Kontrolltermin, die ist ja auch in der Stadt, dann kann man das ja alles grad verbinden, ÖV-Fahren kann ich vermeiden, weil wir ja 10x im Monat einen Tagesparkplatz reservieren können (klimatechnisch habe ich da jetzt mal gar kein schlechtes Gewissen, mit eigenem Solarstrom aufgeladenes Auto ist as ok as it gets.), klingt toll.

Was gar nicht toll klingt, sind natürlich die aktuellen Ansteckungszahlen in der Schweiz (heute: über 2800, das ist mehr als doppelt so viel wie die höchste gemeldete Fallzahl in der ersten Welle. Ja, ich weiss, damals wurde weniger getestet, damals waren die Hospialisationen/Todesfälle viel höher, aber da schauen wir in zwei, drei Wochen nochmal drüber, hm?), aber naja, ich hab es mal probiert.

Erstaunlich, wie nervig ich die Autofahrerei fand im Vergleich zum ÖV (zu Normalzeiten), besonders weil ich mich noch gut daran erinnere, wie sehr es mich seinerzeit genervt hat, als ich den Sonderparkplatz damals abgeben und eben auf ÖV umsteigen musste. Nun ja, ist halt so, ich war früh genug dran, dass ich in aller Ruhe in der nicht für solche Schlachtschiffe wie unseres ausgelegten Tiefgarage rumrangieren konnte und zentimetergenau einparken, ohne dass eine genervte Schlange an Kollegen hinter mir stand. Ging auch ganz schnell :-).

Tiefgarage (=-4) bis 4. Stock reicht übrigens für ein fancy Aufzugbild, auch wenn man nicht mehr in Übung. Ich hatte ungefähr 6 Monate keine solchen Schuhe an....

Heute war bei uns in der Abteilung sogar fast Full House, will meinen, etwa 60% der Kollegen da und bis auf die Kollegen, die halt in Brasilien und Bayern basiert sind, alle aus unserem Squad. Das hatten wir seit ewig nicht....

Ich habe viel (vermutlich irre viel, ich bin ja sehr vereinsamt und das ist als 100% Extrovert tatsächlich nicht leicht! Habe ich erzählt, dass ich sogar mit der Nachbarskatze geredet habe, bis er mir eine drübergezogen hat?) geredet, gelacht, mich gefreut, dass mein Lieblingsessen in der Kantine gekocht worden war (Gemüse-Tajine, warum auch immer mit Spätzli), die Cafeteria-Frau und der Warme-Essenkoch haben mich begrüsst, ich habe all meine Pakete im Haus eingesammelt (ich habe anscheinend einen Türöffnerfisch gewonnen, es gab Stoffmasken für den Fall und ein "Danke für den Beitrag zum erfolgreichen Launch"-Fresspaket (Launch eines Produktes, bei dem ich in meinem alten Job ungefähr ein Jahr involviert war, und das vor zwei Monaten in den USA immerhin schon gelauncht wurde).




Ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind, dass ausgerechnet (jetzt hätte ich fast "agratt" geschrieben, soweit kommt es noch, dass ich wie die Kinder Dialekt schreibe. Mir fällt auf, dass ich mir daheim nie Gedanken drüber gemacht habe, wo dieser Ausdruck herkommt. Kennen das andere Bayern auch? Ist das ein verkürztes "akkurat"?) heute ein wet signature approval fällig war, das ich locker flockig über remote printing am Riesendrucker ausdrucken, unterschreiben und direkt wunderschön grade und ohne Schatten wieder einscannen konnte. Ich hoffe, die Empfänger wissen das zu schätzen!

Nachmittags musste ich dann quer durch die Stadt rennen (die Schuhe. Man kann sich da ein bisschen von entwöhnen...), weil eben Arzttermin. Soweit so gut alles, war halt irgendwie strange und auch ein bisschen peinlich, weil ich fast aus der Umkleidekabine gefallen wäre, weil die Hose unten so eng ist, dass ich auf engem Raum nicht gut rauskam und erst beim Rausfallen merkte, dass die Tür nur eine Schwingtür ist. Naja.

Da ich bis abends Meetings hatte mit niemandem vor Ort bin ich erstmal wieder heimgefahren, habe die Nanny verabschiedet (anscheinend ist Q. die letzten Monate sehr gewachsen und hat eine ganz andere Stimme bekommen, ich kann das ja nicht beurteilen) und mir des Hübschen Platz unter dem Dach für die nächsten Meetings geschnappt. Das erste lag mir eigentlich schwer auf der Seele, war aber nach 20 Minuten mit dem bestmöglichen Ausgang erledigt, das zweite war ... naja... für mich nicht sooo relevant, aber mein Hintergrund wurde gelobt, deshalb fand ich es dann doch ganz gut,

 das letzte  war ein Townhall, zu dem habe ich mich auf den Crosstrainer geschwungen (Lustiges Missverständnis: es ging um "Digital Transformation" und es wurde ganz viel über "Head-mounted tablets" gesprochen und nach über 8 Jahren bei einem Pharmaunternehmen dachte ich erstaunlich lange drüber nach, was um alles in der Welt das für eine neue Dosage Form sein könnte, bis ich beim Vorführen verstand, dass es um so an den Kopf geschnallte Tablets, nicht Tabletten, geht, die man für Remote-Service-Termine oder so nutzen kann.).

Sonst: 

L. hat eine sehr süsse coronakonforme Geburtstagseinladung bekommen und zwar wird sich virtuell in einer gemeinsamen Minecraft-Welt zu einem Bauwettbewerb getroffen.

Ich habe mich nach Q.s Berichten mit dem (okay, nach mehreren Mails hin und her habe ich festgestellt, dass es das falsche war) Busunternehmen in Verbindung gesetzt und um Informationen zur Durchsetzung der Maskenpflicht gebeten. Der Austausch war sehr freundlich und tatsächlich konstruktiv (für die tatsächliche Durchsetzung ist die Bahnpolizei zuständig, Q. ist sich noch nicht sicher, ob es das Abenteuer und den Fame nicht vielleicht doch wert wäre, das nächste Mal die Polizei zu rufen, aber realistisch gesehen eher nicht, die Chauffeure machen Durchsagen und es gibt die Infoscreens.). Ich habe das dann direkt alles auch nochmal dem richtigen Busunternehmen geschrieben und (auf Anregung des falschen Busunternehmens) der Schulleitung, um da nochmal auf Schüler und Eltern einzuwirken. Ansonsten kommen morgen unsere FFP2-Masken, damit kann Q. dann wieder ruhiger fahren.

Jetzt bin ich sehr, sehr müde (das ist für mich eins der Learnings aus den letzten Monaten: wie schnell sich die Vorstellung von "normal" ändern kann und wieviel Energie es bei mir frisst, sich wieder umstellen zu müssen und sich überhaupt in dieser Unsicherheit zu bewegen. Das andere Learning ist: wir haben den bisherigen Worst Case überstanden, wir überstehen das auch nochmal.), freue mich auf eine Folge "Mayans" unter meiner immer grösser werdenden Häkeldecke und dann aufs Bett. Und mein HOmeoffice mit Wollsocken und Wärmflasche und GANZ VIEL ERLEDIGT BEKOMMEN morgen. Nächsten Mittwoch gehe ich auf jeden Fall nochmal, ich habe ja Grippeimpftermin und es gibt schon wieder was physisch auszudrucken. Und vielleicht muss der Brief nach Ägypten auch wieder gestempelt und physisch geschickt werden statt per Mail, das kann ich jetzt ja auch.

Dienstag, Oktober 13, 2020

131020 Sie sind wieder da!

 Das reisst ja ein hier, dass der Abend noch berichtenswert wird. Vorgestern der sub-par Film, gestern .... L., der sehr traurig war, dass er nicht einschlafen konnte. Das ist der Grund, warum unsere beiden Kinder von früh an breite Betten hatten: Wenn warum auch immer Gesellschaft gewünscht wird, ist das für keinen unbequem. (ich selber erinnere mich, dass ich IMMER zu meinen Eltern ins Bett durfte, wenn ich denn meinte, zu müssen, das letzte Mal, an das ich mir erinnere, war ich 12 oder 13. Mir war es direkt unangenehm, als L. gestern meinte: "Danke, dass Du das für mich machst, obwohl ich schon so gross bin", weil ... ich nicht finde, dass er das denken oder sagen müsste.).

Ich bin also mit Kindle zu L. gezogen, habe mir eine Extrakuscheldecke geholt und bin direkt sehr müde geworden. Erst. Dann hat Jonny rumgekruschelt, die nachtleuchtenden Vorhänge und das nachtleuchtende Bettzeug hat .... geleuchtet, es war wie in einer Geisterbahn! Naja, irgendwann bin ich dann mit meinem grossen, warmen Kuscheltierchen doch eingeschlafen und erst um kurz vor zwei wieder aufgewacht und in mein eigenes Bett umgezogen. Respektive: wollte ich, aber der Hübsche hatte sich einfach rotzfrech auf meine Seite gelegt, weil die halt nicht so durchgelegen ist (Würde die Matratze nicht mehr empfehlen, aber anscheinend sind sie ja eh pleite...). Also musste ich mitten in der Nacht noch ein bisschen streng werden...

Sonst: Homeofficearbeitstag, ich habe ALL meine Ferienemails nicht abgearbeitet, aber gelesen und die offenen Aktivitäten aufgelistet und schon eine ganze Menge erledigt. Anscheinend wirke ich so, als ob ich gut vermitteln könnte oder das gar gern machen würde, dabei bin ich immer total irritiert, wenn sich Parteien, die sich nicht einigen können, getrennt bei mir, die ich mit der Angelegenheit eigentlich überhaupt nichts zu tun habe, melden, über den anderen beklagen und wahlweise ein Machtwort oder Vermittlung wünschen. Ich würde dann immer ganz gern antworten: "Einigt Euch, mir wurscht wie, aber es gibt kein Geschrei und niemand wird gehauen", aber das scheint mir dann doch unhöflich und vermutlich liegt es daran und irgendwann werde ich aus Versehen vergessen ein Videomeeting zu schliessen und das nächste annehmen und dann wirds lustig.

Ich habe auf meiner Agenda auch gehabt: ganz viel "Jubelpunkte" verteilen für Kollegen, die sich in meinen letzten Projekten echt angestrengt haben. Das ist ja so ein bisschen lustiges System bei uns, dass man eben diese Punkte als Reward verteilen kann und für die kann man dann in so einem Prämienkatalog Gottweisswas einkaufen. (ich habe mal für eine ganze Pax-Schrankwand Ikea-Gutscheine für Jubelpunkte bestellt, da kam dann eine Kiste 25CHF-Gutscheinkarten mit der Post. Ich war mir nicht sicher, ob mich die Kassenfrau, die alle einzeln freirubbeln und eintöckeln musste, nicht eventuell doch ins Hotdogwasser werfen würde.) Naja, bezahlt werden die Punkte aus dem Budget des Vorgesetzten des Bejubelten, es kostet mich als Jubler sozusagen gar nix, diese Punkte zu verteilen, aber ich kriege natürlich die Dankbarkeit ab. In einer Matrixorganisation wie der unseren haben wir in usnerem Squad auf jeden Fall beschlossen, diese Möglichkeit weidlich zu nutzen, um die Kollegen, auf deren Hilfe wir angewiesen sind, bei der Stange zu halten. Ich frage mich, wann deren Vorgesetzten anfangen, die Zusammenarbeit mit uns zu limitieren, weil danach immer der für sie teure Jubel kommt :-). (heisst natürlicht nicht in echt "Jubelpunkte", das hat sich der Hübsche nur so gemerkt und ich mag den Ausdruck).

Vor dem letzten Meeting des Tages war ich aus Gründen ein wenig nervös, aber da gab es vorher die beste Einstimmung, die man sich vorstellen konnte: es läutete an der Tür, Q. öffnete und eigentlich ist er ja durchaus in der Lage, mit Menschen auf normalem, sozialkompatiblen Level zu kommunizieren, diesmal schallte jedoch ein "Mami?! Da ist ..... wer ...... an der Tür."

Ich wurde sofort sehr nervös, weil ich immer Angst habe, dass unseren Katzen was passiert ist, aber nein, vor der Tür stand ein alter Bekannter: ausgerüstet mit einem frischen T-Shirt und einer etwas abgerockten Spritzmaschine: die eine Hälfte des Fassadenvonuntenreinigerduos von genau vor einem Jahr und einem Monat, der zweite Buddy kam auch den Weg entlang. Anscheinend war unser Auftritt von letztem Jahr für sie weniger eindrücklich als für uns (UND UNSEREN RASEN!), und so holte er munter zu seinem Sprüchlein aus: "Hallo, Frau, wir sind bei ihren Nachbarn aktiv und würden auch Ihnen gerne zeigen, wie grossartig unsere Fassadenvonuntenreinigung funktioniert, ich spritz jetzt mal.."

Aber diesmal war ich vorgewarnt und naja, so richtig nachgedacht habe ich nicht, sondern mich eher selber sagen hören: "So, schade, dass Sie jetzt erst kommen, bis vor ein paar Wochen war hier noch verbrannte Erde von ihrer Aktion letztes Jahr. Sie verschwinden jetzt sofort hier und wenn ich Sie noch einmal hier sehe, rufe ich die Polizei."

(Was echte Fassadenvonuntenreiniger sind, geben sich natürlich nicht so einfach geschlagen, aber ich habe bei "Aber, Frau,.." einfach die Tür zugemacht.

Jetzt bin ich fast ein wenig traurig, dass ich ja morgen ins Büro gehen werde und nicht wirklich wie eine Fensterrentnerin Ausschau halten kann, ob sie nochmal auftauchen, und dann wirklich die Polizei anrufen. Ich habe ja eigentlich noch was gut bei denen, nachdem wir ihnen damals den Hund unserer Nachbarn abgenommen haben....

(Ach ja: anscheinend hat das Ablecken keinen bleibenden Schaden hinterlassen, aber naja, dass Bleichmittel oral verabreicht mal DER heisse Scheiss werden würde, das konnte ja vor Corona auch keiner ahnen...)

Als es eine Stunde später nochmal an der Tür läutete, holte ich schon Luft für "So, Ihr wolltet es nicht anders, ich ruf jetzt die Polizei", aber dann war es nr L.s Freund und der darf immer kommen.

Sonst: bisschen nervös wegen morgen aus verschiedensten Gründen, aber naja, wird schon. Ich freu mich schon sehr auf meine Kollegen vor Ort und der ganze Rest wird auch.


Gegessen:

Zopf mit Butter (!!) und Honig

EInmachsuppe

Gyozas und Salat


Gelesen: "Die Optimisten"

Gesehen: "Babylon Berlin" beim Strampeln und "Mayans"

Stressleveldurchschnitt gestern: 29

Selbstbeweihräucherung: mich ganz kurz so erwachsen gefühlt wie noch nie. (Q. hat gesagt "Boah, Mami, Alman-Kartoffel-Level 1000!" Klingt jetzt gar nicht sooooo cool, aber man tut was man kann.)

Montag, Oktober 12, 2020

121020 Los geht's

 So. ("Bohemian Rhapsody", nech? Ich gebe zu, es hilft nicht, wenn man zum Zwischendurchrecherchieren als erstes einen Verriss liest, aber andererseits habe ich halt auch keinerlei Gefühle für Freddie Mercury oder Queen, ich erinnere mich genau an die breaking news, dass er Aids hatte und dann direkt gestorben ist, und war dann doch überrascht, wieviele der .... sagen wir es so (ich bin 1976 geboren, bin zwar mit der Freitagaben-Hitparade auf Bayern 3 immer beim Trampolintraining und im Wechsel durfte jede mal ihre Kassetten mitbringen und aufnehmen, grossgeworden, party- und clubsozialisiert wurde ich allerdings in einer Clique, in der Mainstream unglaublich verpönt war, und da gehörte Queen in den 90ern, frühen 2000ern halt schon hin. Grösstes Learning im Film: Nahezu ALLE Songs, die ich mittlerweile aus dem Musikunterricht meiner Kinder, irgendwelchen Werbungen oder halt von Samplern wie "Partykracher der 80er" für 99Cent an der Baumarktkasse kenne, sind von Queen. Naja.)

Kurz vor dem Einschlafen musste ich mich noch arg ärgern, weil die Parfum-Genie sich auf einmal nicht mehr ansteuern liess und dann nicht mehr mit dem W-LAN verbinden liess und ach, ein Mist ist das (O tempora, o mores....wo ein Duftlämpchen vermutlich mehr Rechenleistung braucht als die erste Mondfähre... Ich bin mir dessen durchaus bewusst. Es ist aber auch sehr hübsch und riecht sehr gut. Wenn es W-LAN hat).

Heute morgen dann die Stunde der Wahrheit: nach 2 Wochen Auszeit warteten 490 Emails auf mich. Und insgesamt 5 Stunden Meetings und natürlich die Auflage, keine neuen Überstunden zu generieren. Und mein Anspruch an mich, (der Hübsche hat das so schön formuliert) ein bisschen Abstand zu halten, das sollte man these days eh tun.

Alles in allem lief es aber gut, ich hätte gar nicht so Bammel haben müssen gestern, ich habe mein Mojo wieder und habe mir über die Auszeit ein bisschen Zündschnur nachwachsen lassen. Und: ich habe sogar Feierabend gemacht, OHNE alle Emails gelesen und beantwortet zu haben.

Ich habe neben der fachlichen Arbeit einen Grippeimpftermin für nächste Woche beim Werksarz abgemacht (damit sind ab nächsten Mittwoch 3/4 Familienmitglieder wenigstens gegen Grippe safe), die gefühlt drölfzigste Umfrage zu Mobilität und New Normal ausgefüllt und gelernt, dass der Zukunftstag dieses Jahr vollkommen virtuell stattfinden wird.

Die Kinder hatten heute wieder Schule (L. hat 10 Minuten vor Gehen festgestellt, dass der Turnsack mit den Schuhen drin verschwunden war, "auf gar keinen Fall in der Schule, ich habe ihn vor den Ferien 100000% mit heimgebracht" und konnte auch nicht ganz erklären, wie das mit der Antwort "Jahaaaaaa, zum 100. Mal" auf meine gestrige Frage, ob wirklich alles  gepackt wäre für die Schule zusammenpassen würde. Ich habe 8 Minuten vor Gehen ein Paar auch annähernd passende Hallenturnschuhe gefunden (der Hübsche hat danach gefragt, ob ich ihm meine geliehen hätte. Grad würde es gehen, bissl knapp, aber gehen) und anscheinend hatte sich der Turnsack gestern abend irgendwann ganz allein auf den Weg zur Schule gemacht und dort brav an den Garderobenhaken gehängt...). Q. ist als erster unserer Familie seit dem 13. März wieder mal mit dem ÖV gefahren, morgens ist es zu seiner Zeit stockfinster, da finde ich nicht, dass er 8km zur Schule radeln muss. Mittlerweile sind wir ja halbwegs ans Maskentragen und die dazugehörige Logistik gewöhnt. (Ich habe übrigens für uns einen 10er Pack dieser Klappmäppchen besorgt, in denen man Einmalmasken, die man nur kurz getragen hat, zur Wiederverwendung am selben Tag hygienisch und ordentlich verstauen kann)

Sportprogramm: 45min Crosstrainerstrampeln und "Killerupperbody-Workout" mit dem Hübschen, ich bin angenehm kopf- und ganzkörpermüde. Ausserdem erstmals den geliebten dicken Baumwollstrickpulli mit dem weiten Rollkragen getragen und dazu Flauschsocken (also: nicht beim Sport!!!! das fiel mir nur grad zum "angenehmen Gefühl ein), das Homeoffice hat schon auch gute Seiten.

Gegessen:

Hefezopf mit Honig und der allerletzten Lätta. Irgendwie habe ich die Restbestände letzte Woche beim Einkaufen überschätzt und jetzt ist sie zum ersten Mal seit 1999 aus und es gibt Butter für aufs Brot.

die erste eingekochte Skifahrsuppe von gestern (geht auch ohne Wurscht sehr gut!)

Montagspizza


Gelesen: "Die Optimisten"

Gesehen: "Babylon Berlin" und "Mayans"

Stressleveldurchschnitt gestern: 31

Selbstbeweihräucherung: das gestrige Ich hatte da eine ziemlich gute Idee mit Suppekochen!



Sonntag, Oktober 11, 2020

111020 It has to end here

 (Filmzitat weil Ferienende, bitte keine Mails schreiben, dass ich bitte das Blog nicht beenden soll. Sidenote: wenn ich aufhören wollen würde, würden solche Mails genau gar nichts daran ändern, es mag Sie enttäuschen, aber das Blog ist nicht in erster Linie für Sie. Traurige Wahrheit, ist aber so. Freu mich natürlich trotzdem, wenn Sie es gern lesen.)

Der kleine Babyneffe und meine Schwester haben noch mit uns gefrühstückt (unsere Restbestände an Tees ohne Koffein, Pfefferminze und Salbei sind nun tatsächlich erschöpft. Gottseidank hatte ich den Vorratsschrank aufgeräumt vorher!)

Ich habe zum Crosstrainerstrampeln mit "Babylon Berlin" angefangen, doch, ganz nett!

Ich habe einen Heidenrespekt vor dem Arbeitsstart nächste Woche, die Erinnerung an die Erschöpfung von vor zwei Wochen ist noch frisch. Der Kalender ist RAPPELVOLL und ich brauche nicht nur ein bisschen Wurschtigkeit.

Damit mich die keine Kantine daheim nicht mehr stresst, habe ich total preppermässig zwei Riesentöpfe Suppe gekocht heute (einmal Skifahrsuppe ohne Wurscht weil halt und mit Kichererbsen statt Bohnen aufgrund der Vorratslage, einmal anatolische rote Linsensuppe) und die dann portionsweise eingeweckt.

So muss ich mir nur eine Portion schnell warmmachen mittags, dazu L. was schnelles machen (Schinkennudeln oder so), schon Zeit zum Arbeiten Durchschnaufen gewonnen.

Der Hübsche hat mit den Jungs währenddessen "Jackass 3" angeschaut und naja, wie immer schwanke ich zwischen Angewidertsein und Totlachen.

Nachmittags habe ich mein Buch fertiggelesen (habe mir den neuen Tipp von der Kaltmamsell bestellt und musste das davor schnell auslesen), die Jungs waren laufen, dann haben wir die Sauna angemacht und das Wochenende und die Ferien stilvoll ausklingen lassen.

Sonst so: auf Twitter wird ja jetzt genüsslich ausgebreitet, dass der krasse Abtreibungsgegner Trump mit einem Antikörpercocktail aus abgetriebenen Föten behandelt worden wäre und da sieht man ja, wie weit es mit der Integrität her ist, wenn es ums eigene Leben geht. Mann, mann, mann, Leute, so "schön" das ja wäre, es kostet halt keine 3 Sekunden googeln, um zu zeigen, dass das Quatsch ist (ich habe die Resultate in diesem Thread kurz aufgelistet). Bitte, bitte verbreiten Sie doch nicht solche Fakenews, man macht sich doch damit nur zum Horst und angreifbar, wenn man so einfach wiederlegbaren Quatsch als "Hahahahaha, ich habs  ja gleich gesagt!" Weisheit verbreitet, da gibt es genug bei Trump, wo man ansetzen kann, da braucht man nicht selber Fakenews kreiieren. Und: die öffentliche Wahrnehmung einen potentiellen Medikaments gegen Covid noch vor der Zulassung als "Aus ABGETRIEBENEN FÖTEN!" in die shady Ecke zu schieben, ist halt schon auch echt fragwürdig bis fahrlässig. Ist jetzt ja nicht so, als hätten wir eine Apotheke voller wirksamer Medikamente zur Auswahl ("Mit toten Babies oder doch lieber Orangengeschmack oder was pflanzliches?")


Gegessen:

Hefezopf mit Honig

Rest Suppe vom Einkochen

Ofengemüse


Gelesen: "2 und 2" aus (bisschen deprimierender desillusionierender (langweiliger) Roman über mittelalte Paare.)

Gesehen: "Babylon Berlin" und "Bohemian Rhapsody"

Stressleveldurchschnitt gestern 32

Selbstbeweihräucherung: gepreppert und NICHT DIE HAND VERBRANNT BEIM GLÄSERBEFÜLLEN!

Samstag, Oktober 10, 2020

101020 Was ein schönes Datum!

 Ganz viel Babyduft geschnuppert (und sabbernassekalte Hände in den Ausschnitt und überall sonst hin bekommen), 

erstaunlich harte Kopfnüsse von einem samtig weichen Babyköpfchen bekommen

Babyschlafzeiten und Zeit bis Wolkenbruch ganz falsch eingeschätzt (Folge: Schwester und ich platschnass, Baby trocken und warm, aber sehr, sehr ungehalten)

Sehr lecker gegessen (auswärts und daheim)

gelacht, geschwatzt, froh um meine Schwestern gewesen

Fotoalben gewälzt, um rauszufinden, wann welches Kind was gemacht und gekriegt hat (ich feiere mich immer noch für die Lernkurve von Kind 1 zu Kind 2, was den Beikoststart einmal mit Karotte und beim zweiten Mal mit Pastinaken angeht. Grüsse von einem hellbeigen Wohnzimmerteppich und dem ersten Norovirus mit sieben Monaten auf Karottendiät). Der Babyneffe sieht aus wie Q., wie meine Schwester, wie unsere Mutter und auch wie sein Vater, aber gar nicht wie L.)

Sonntagsgefühl den ganzen Tag, was gut ist, nach 2 Wochen anstrengender Gewöhnung an Entspannung könnte es noch ein bisschen weitergehen.

Alles gut.

Gegessen:

geteiltes Fünfschilling-Frühstück

Zwetschgenwähe

Bibimbap-Bowl


Gelesen: "zwei und zwei"

Gesehen: "Mayans"

Stressleveldurchschnitt gestern: 21

Selbstbeweihräucherung: kein schlechtes Gewissen, weil ich eine "I need to talk about product xy, can I call you NOW?"-Nachricht von gestern um fünf gestern um kurz vor 12 gesehen und ignoriert habe


Freitag, Oktober 09, 2020

091020 Auftanken

 Wie schön, wir haben Besuch. Meine kleine (höhöhö) Schwester und der noch viel kleinere Neffe sind zu Besuch, während daheim ein Badezimmer renoviert wird.

Q. und L. sind sehr, sehr grosse Cousins, die Katzen sind högscht irritiert von der neuen Sorte Menschlein, die auf einmal da ist (und ihnen noch überhaupt nicht gefährlich oder unangenehm wird), ich darf Baby schuckeln (und wieder abgeben, wenn es denn keine Lust mehr hat) und so süss der winzige Zwerg auch ist: ich merke wieder, dass ich definitiv für ältere Kinder gemacht bin. Ich fühlte mich wieder zurückkatapultiert in die Zeit, als ich mit dem winzigen Q. daheim war, keine Ahnung hatte, was denn jetzt nicht in Ordnung ist, ob es irgendwas schlimmes ist, und jeder Tag gefühlt eine Mischung aus endlos und nichts war, 150% fremdbestimmt und immer in der Angst, irgendwas für immer am Kind kaputt zu machen.

Ging ja alles gut aus, die Kinder sind ok geworden, ich habe meine Selbstbestimmung seit einiger Zeit schon wieder, aber das sitzt schon noch tief.

Anyway: der winzige Kerl ist sehr, sehr süss (und tatsächlich halt gar nicht mehr winzig, nur wenn man ihn mit einem 15jährigen vergleicht), meine Schwester ist unglaublich viel cooler und entspannter als ich es (je) war.

Zum Pizzaessen kam dann die dritte Schwester aus der Nachbarschaft dazu und das tat so gut! Ein Pizzaabend (fast) wie früher. Was mir dann doch zu knabbern gab, ist nicht, dass für alle, die ein Haus betreten, mittlerweile der allererste Gang zum nächsten Waschbecken zum Händewaschen ist, das ist ja super, sondern dass unsere Jungs, die ja eigentlich grosse Umarmer sind, ganz automatisch Abstand halten und auf die Entfernung begrüssen. Alles gut, alles super für aktuell. Aber.

Nun denn, es ist was es ist, die Schweiz hat dafür unter anderem Berlin zum Risikogebiet erklärt, d.h. Einreisende von dort müssen zwei Wochen in Quarantäne, die, anders als innnerdeutsch, auch nicht durch einen negativen Coronatest verkürzt werden kann. Galgenhumor beim Abendessen: "Das heisst also, dass der Besuch an Weihnachten nicht vier Tage, sondern zwei Wochen bleiben muss. Und keiner von uns das Haus verlassen darf."

Man wird sehen.