Dienstag, Februar 12, 2019

12.02.2019: MINT

Erfolgserlebnis heute: in der Nacht nicht extra nachnasensprayen müssen, beim Zähneputzen reichte.
Ganz allein aufgestanden, sonst ist Q. immer dabei, aber der hatte heute MINT-Tag an der Schule, da ging es erst um 9 los.

Arbeit: bunt gemischt zwischen Produkten und Projekten, aber früh los, weil Q.s MINT-Tag an der Schule mit "Wir zeigen den Eltern, was wir gebaut haben" endete.
Das war schon ziemlich spannend: alle 1. Klassen der Oberstufe (also: 7. Klässler) aller Schulformen trafen sich in der Turnhalle und arbeiteten, bauten, forschten gemeinsam unter Anleitung (ein Teil wurde von meinem Arbeitgeber organisiert, wir bekamen anfangs einen Zettel, in dem wir die Nutzung der Foto/Videoaufnahmen für Firmenzwecke erlauben sollten oder halt auch nicht, wer weiss, vielleicht haben wir auch für die Abtretung des geistigen Eigentums unterschrieben :-)).
Q. war sehr stolz auf seinen Magnetrührer, die handbetriebene Taschenlampe, die je nach Drehrichtung rot oder weiss leuchtet und "eine supernervige Maschine, die ich mir selber ausgedacht habe", die einen in der Tat nervenzerfetzenden Ton kreiert.

Nebenbeobachtung: Zu meiner Zeit (TM) wurde noch nicht mit "Alle, die aufs Gruppenfoto dürfen, hierher, alle anderen in die Ecke dahinten" zusammengerufen. 

Nach dem Heimkommen noch zwei Stunden TC zum Thema "Fremdpartikel und Japan", danach (okay, davor auch schon) bin ich sehr müde.

Immer noch nicht fit für Sport, aber ich freue mich sehr darauf, mit dem Hübschen noch eine Folge "Black Earth Rising" anzuschauen. Das ist mal eine wirklich gute Serie, nach dem Debakel von "Sex Education".

Also: nicht so viel los hier. Auch mal ok.

Getragen:
eine Decke um den Hals (naja, einen Schal. Der erstaunlich fuselt, wie ich auf der schwarzen Jeans feststellte. Und: zum Hemd passende Schuhe in 4 Blautönen (einer mit Glitzer)
Gegessen:
Hefezopf mit Honig
keine Orangen wegen keine Zeit zum Schälen
Vegi Bami Goreng, dazu Brokkoli und zwei Schüsseln Fenchelsalat (die haben für sehr viel Aufregung am Tisch gesorgt, weil "double salad?" "Stereo salad?" "Why the same twice?" und man mir mein "Because I like it" kaum glauben konnte)
Tahine-Ramen aus der Kaptain Cook App (Ich war ja skeptisch, was Tahini in Ramen soll und nach dem Kochen kann ich sagen: "das sieht aus, als hätte jemand reingekotzt" und nach dem Essen kann ich sagen: "Hat vermutlich nicht viel mit Ramen zu tun, schmeckt aber ganz gut, wenn man das Tahini rausgelassen hätte")

Stressleveldurchschnitt gestern: 18
Selbstbeweihräucherung: einiges im Zusatzjöbli erledigt, was vor zwei Monaten noch unschaffbar schien.

Montag, Februar 11, 2019

11.02.2019, zurück im Sattel

Gestern abend haben der Hübsche und ich högscht motiviert mit "Sex Education" begonnen, also der Serie auf Netflix (höhöhöhö), weil gefühlt meine ganze Filterbubble davon schwärmte.
Wir haben also keine Zeit mit Trailern oder so verschwendet und immer stiller werdend die erste Folge angeschaut, uns über Gillian Anderson als Lichtblick gefreut, immer noch stiller werdend die zweite Folge durchgehalten und meine Güte, ich bin auch in den 90ern sozialisiert, ich fand damals American Pie auch witzig (Betonung auf: damals. Da war ich selber noch in den letzten Zügen der Pubertät), aber das, das ist ... noch viel schlimmer, weil das in vollem Bewusstsein heute gedreht wurde. Ungefähr 1000 Jahre nach American Pie, der ja selber schon nicht gut gealtert ist, und damals war das wenigstens noch halbwegs eine originelle Idee. Ich habe keine Ahnung, was die Serie eigentlich möchte, entweder ist es plattester "Penis, Penis"-Humor (sozusagen PipiKacka-Humor für die Ü5-Fraktion), oder eine Highschoolkomödie (mit billigen Stereotypen und PENISPENIS-Humor) oder ein Coming-of-Age-Drama (das wegen billigsten Stereotypen und PENISPENIS total in die Hose ging) oder ein provokantes Machwerk, das irgendwas mit sexueller Aufklärung oder auch nicht anprangern möchte (habe ich PENISPENIS und die Stereotypen erwähnt?), auf jeden Fall habe ich das jetzt zwei Stunden zu lang geschaut und ich frage mich wirklich, wie sehr ich mich im Geschmack meiner Filterbubble getäuscht habe.
Normalerweise würde ich jetzt ja nach alternativen Serientipps fragen, aber erstens sind die Kommentare abgestellt und zweitens habe ich grad das Vertrauen in Ihren Geschmack verloren, aber sowas von :-)!

Sonst: zurück am Schreibtisch habe ich als erstes die nächste Woche von Meetings befreit (aka die von mir zu leitenden verschoben und mich bei den anderen abgemeldet), die OOO-Reply für nächste Woche eingestellt und dann die aufgelaufenen Dinge erledigt.
Ein Meeting zu einem ganz leidigen Thema nach einem total schiefgegangenen Versuch, das Ganze einem Realitätscheck zu unterziehen, abgesessen, innerlich kopfschüttelnd und augenrollend, äusserlich mit (glaube ich) ungerührtem resting bitch face. (Naja, sehr viel mehr bitch als resting).

Im Nebenjöbli ist ein Fall eingetreten, der so noch nicht da war und das ist natürlich einerseits sehr spannend, weil das alles im Rahmen eines Riesenprojekts läuft, und hm, damit hat niemand so richtig gerechnet, andererseits hatte niemand (und ich erst recht nicht) an dieser Stelle mit irgendeiner Abweichung von der Norm oder dem Plan gerechnet und .. anders wäre schon schöner gewesen. Naja. Kann ich jetzt mal was regeln, was dann für die, die diesen Job tatsächlich in echt und ganz machen, als Präzedenzfall dienen kann. Auch gut.

Den jährlichen Bonus/Gehaltserhöhungs-Zettel bekommen, und hui, ich sags mal so: ich hatte (faktisch unbegründet) bisher schon ein schlechtes Gewissen, weil wir uns mit dem Kanadatrip und dem Whalewatchingcamp einen so sauteuren Urlaub dieses Jahr leisten, aber jetzt nicht mehr.

Mit dem Hübschen zusammen heimgelaufen, gleichzeitig mit Q. angekommen.

Mathe- und Grammatiktest angeschaut, tatsächlich ins Schwitzen gekommen bei einer "streiche alle Adjektive im Text" (über die Geschichte der Bernhardiner. Geht es noch klischeehafter schweizerisch? :-))-Aufgabe. Aber ich muss das ja nicht mehr können.

Mit Q. zusammen das Wahlfachheft fürs nächste Jahr angeschaut und gewählt. Es ist ein bisschen kompliziert, weil wie alles in der Schweiz der Lehrplan kantonal unterschiedlich ist, zumindest nach der Primarschule. Q. geht jetzt 3 Jahre lang auf die Bezirksschule, danach kann er dann (wenn die Noten stimmen etc) noch drei Jahre aufs Gymnasium gehen, wo er dann Matur macht. Das nächste Gymnasium in unserem Kanton ist 40km weit weg, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist das ein einfacher Weg von knapp anderthalb Stunden. Das geographisch nächste Gymnasium ist im Nachbarkanton, 3 S-Bahnstationen (so ca 10 Minuten) weit weg, noch eine S-Bahnstation und noch einen Kanton weiter gibt es noch viel mehr Gymnasien.
Weil die Schulbehörden und Gemeinden jetzt auch keine Unmenschen sind, dürfen die Kinder aus unserem Tal (das heisst tatsächlich so!) in die Nachbarkantone ans Gymnasium. Allerdings sehen die Lehrpläne in den drei Jahren, die bei uns Bezirksschule heissen, dort zB mehr Französisch, mehr Mathematik, mehr Chemie, mehr Physik, mehr Bio vor (ich weiss nicht genau, was sie dann weniger machen, weil ich mir gar nicht vorstellen mag, dass die Kinder dort noch mehr Unterricht haben, als Q. aktuell). Damit die Kinder aus unserem Tal dann in der grossen Stadt (und der Vorstadt) eine Chance haben mitzukommen, werden zusätzlichen Stunden in den genannten Fächern als Wahlfach angeboten, das aber mehr oder weniger verpflichtend ist, wenn man an einer der Gymnasien weitermachen möchte.
Wir haben das also genau durchgelesen, der humanistische Zug ist ohne das Wahlfach Latein dieses Jahr eh schon abgefahren, und so wird Q. nächstes Jahr Vertiefungsfranzösisch und "Biologie Praktikum" wählen, damit ist er auf dem Fremdsprachensektor flexibel (und für Französisch müssen wir hier im Haus alle Unterstützung nehmen, die wir kriegen können :-)) und für den mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig, auf dem er sich schon ganz sicher sieht, auf dem richtigen Weg.
Hui.

Wegen immer noch Rotzbirne lasse ich den Abendsport diese Woche ausfallen, aber es hilft ja nix.

Gegessen:
letztes Stück Apple Pie
Orangen
Empanada mit Salsa, Butterbohnen, Spinat und einem sehr komischen Salat aus rote Bete-Würfeln, TK-Erbsen und Rettich in der Optik von Sauerkraut
eine grosse Schüssel Skifahrsuppe

Getragen:
schwarz-rot und eine Posterrolle, die ich für Q. in der Stadt besorgt habe.

Gelesen:
"Kupferglanz" aus

Stressleveldurchschnitt: 34
Selbstbeweihräucherung: eingesehen, dass es keinen Sinn macht, vor versammelter Mannschaft ein Projekt zu vernichten, das anscheinend unsterblich ist.

Sonntag, Februar 10, 2019

10.02.2019: Aufwärts

Rotzreport: es wird besser. Ich merke es sofort, wenn ich Nasenspray brauche, weil dann die Kieferhöhlen schmerzen, aber sonst (und wenn man das Nasenbluten wegen ausgetrockneter Schleimhäute abzieht) geht es mir besser. Ich weiss noch, die ersten Jahre hier hatte ich regelmässig ein, zweimal im Winter so krass vereiterte Nebenhöhlen, dass nur noch Antibiotika halfen, aber seitdem ich die Hinweise des damals noch Basler Hausarztes berücksichtige (Ibuprofen und Nasenspray, ruhig ordentlich für die erlaubte Woche, dann aber nicht mehr), ist das nur noch in den Jahren vorgekommen, wo ich wegen schwanger oder Stillen das eben nicht durfte.
Dementsprechend haben wir heute einen Familienkinogutschein direkt eingelöst und uns in Basel "Drachen zähmen leicht gemacht 3" angeschaut. Kann man sehr gut machen, auch als Begleitung der Kinder, wir haben alle sehr viel gelacht, alle (bis auf Q., behauptet er, aber wer weiss das schon, es war ja dunkel im Kino) das eine oder andere Tränchen verdrückt, und die optische Umsetzung sehr genossen.

Beim Rauskommen aus dem Kino hatte der Sturm auf Sturm und Regen hochgedreht und wir waren alle sehr froh, dass wir trotz mildester 15 Grad die Jacken mitgenommen hatten (Wetterbericht für unseren Skiort nächste Woche: zwischen -7 und -15 Grad. Hui. Das wird nochmal eine Umstellung!).
Die Katzen waren vom Regen auch ins Haus gescheucht worden und leisteten uns bei Apfelkuchen und Kaffee Gesellschaft.
Ansonsten:
Allsonntägliches Haus putzfertig machen, die Kinder putzten noch ihre von der Pfadiübung gestern verschlammten Wanderschuhe, die Taschen sind gepackt für die letzte Schulwoche vor den lang ersehnten Skiferien. (Ich habe übrigens beschlossen, dass ich mit 42 alt genug für ultraspiessig bin und deshalb werde ich statt Bialetti und Milchschäumer und Espressopulver die Nespresso Lattissima mitnehmen. Viel mehr Platz braucht sie auch nicht und so haben wir jeden Morgen perfekten Latte zum Frühstück ganz ohne übergekochte Milch auf dem Ceranfeld und das blöde Gespüle.)

Und jetzt entschuldigen Sie mich: die männlichen Mitglieder des Haushalts haben sich auf verschiedene digitale Endgeräte mit MMA-Fights, Minecraft, Startrek Discovery verzogen, ich höre die Badewanne mit Kindle ganz laut meinen Namen rufen.

Gegessen:

  • Semmel mit, wie ich dachte: Paprikalyoner. Was es aber war: "Schinkenwurst Bruschetta". Klingt fancy, ist aber kein Ersatz, wenn man Paprikalyoner möchte. Da helfen Honigsenf und Crema die Balsamico auch nicht.
  • Popcorn
  • Apfelkuchen mit Karamellsosse
  • Skifahrsuppe mit ungefähr einem ganzen Fläschchen Tabasco


Gelesen
¨Kupferglanz"

Stressleveldurchschnitt gestern: 36
Selbstbeweihräucherung: das gestrige Ich hat schon sehr leckere Suppe vorbereitet

Samstag, Februar 09, 2019

09.02.2019: Rotzköpfchen

Das Kranksein hat ein einigermassen angenehmes Stadium erreicht: ich habe keine Kopfschmerzen mehr, solange ich an regelmässiges Nasensprayen denke und die Nebenhöhlen so frei halte, ich habe kein Fieber mehr, es ist nur alles voller Rotz. Das dämpft die Umgebungsgeräusche und, das ist natürlich nicht sooo schön, den Geschmackssinn. Das ist mir Gottseidank noch fast rechtzeitig eingefallen, als ich beim Abschmecken der doppelten Portion Skifahrsuppe für "wenn mal was ist" würzte und würzte und es einfach nicht richtig schmeckte.
Ich kann ein bisschen länger aufrecht sein, ohne dass es mich sofort zusammen klappt, und so habe ich den stürmischen Tag, den die Kinder bei den Pfadis, der Hübsche beim Laufen und die Katzen beim Wind um die Ohren pusten lassen und Blätter jagen verbrachten, dazu genutzt, eben eine Riesenladung Skifahrsuppe zu kochen, die Apfelvorräte zu sortieren und aus denen, die zu weich, dellig, fleckig, was auch immer für normal essen waren, einen Apple Pie a la Cynthia* zu backen. Mit der salted caramel Sosse aus dem Tanja Grandits-*Kochbuch schmeckt das fast wie der leckere Apfelkuchen auf Island.
Ausserdem habe ich nicht nur den Hefezopf für morgen gebacken, sondern auf Wunsch erst nur eines Kindes, dann auch des zweiten und dann waren alle dafür, eine doppelte Menge Zopfteig gemacht und die eine Hälfte mit knusprigen Speckwürfeln gemischt und winzige (naja, also im ungebackenen Zustand) Speckzöpfe als Pfadiproviant gebacken.
Und weil ich die übrigen direkt einfrieren wollte, um sie bei akutem Speckzopfbedarf wieder aufzubacken, sortierte ich noch den Gefrierschrank um. Erstens ist er jetzt thematisch sortiert und zweitens hängt aussen an jeder Schublade ein Zettel, auf dem steht, was drin ist, so dass man nicht erst drei Schubladen durchsuchen muss, oder vor dem Einkaufen easy überprüfen kann, ob man nicht vielleicht noch 3kg Hackfleisch eingefroren hat, bevor man ein viertes kauft.
Die Speckzöpfe haben trotzdem nicht mehr reingepasst.
Auf dem Sofa habe ich dann neben Lesen noch den Kanadaurlaub weitergeplant. Ich weiss, viele Leute machen sich ja lustig drüber, dass ich alles schon so ultrafrüh vorausplane,

  • aber das ist mir erstens wurscht, 
  • zweitens brauche ich das, um entspannt losfahren zu können, 
  • drittens ist es nullkommanull so, dass der Plan in Stein gemeisselt ist, es gibt für jeden Tag je nach Wetter, Fitnessgrad, Lust und Laune verschiedene ausgearbeitet, miteinander kombinierbare Alternativen, 
  • und viertens führt das Vorausplanen dazu, dass sich der Urlaub viel länger anfühlt als die hustnuscheldreieinhalbhustnuschel Wochen, die wir wirklich unterwegs sein werden. Ich war heute im Geiste (und im Reiseführer und auf Google Maps) schon auf Quadra Island, Vancouver Island, habe die Umgebung von Whistler erkundet und zwei, drei verschiedene Tagespläne mit Wanderungen, Mountainbiken, Museen, Kulinarik und Destilleriebesuchen erstellt. Und ich finde es überhaupt nicht seltsam, mit Google Streetview die Strasse zu der "liegt sehr abgeschieden und ruhig und nachts hört man die Wölfe heulen" Ranch, auf der wir in der "Nähe" von Clearwater übernachten abzufahren. Es ist tatsächlich eine mehrere Meilen lange Schotterstrasse (highfive für mich selber, die ich auf dem SUV anstatt dem Minivan bestanden habe), aber dem Google-Auto sind mehrfach andere Autos begegnet, keines lag im Graben, das sollte also durchaus machbar sein. Das einzige, das ein bisschen ungeschickt ist, ist die Zeitverschiebung. In der Vorfreudephase für Norwegen habe ich nämlich, wann immer mich irgendwas gestresst hat, eine der gebookmarten Webcams angeklickt und auf einen Fjord geschaut. Das ist jetzt ein bisschen schwierig, ich habe aber schon auf viele verschneite stockfinstere Häfen und Strassen gestarrt.


Gegessen:

  • Laugencroissant und Honigpomelo zum Frühstück (erstes: wie immer gut, zweiteres: meine Güte, das ist aber ganz schön überschätzt, oder? Erst ein Riesengefrickel, dann hat man einen Haufen nahzu geschmacksneutraler Zitrusspalten. Also: einen richtig grossen Haufen. Der nach richtig wenig schmeckt! Nicht nur mir, das ist heute ja bei allem der Fall, auch dem Rest der Familie)
  • ein wönziges Stück Speckzopf
  • ein Stück Apfelkuchen mit Karamellsosse
  • Hähnchenbrust mit Spätzle und Tomatenbuttersosse
Gelesen:


Stressleveldurchschnitt gestern:
Selbstbeweihräucherung: schon ziemlich gut gekocht und gebacken heute.

* Amazon Affiliatelink (s. Spalte rechts)

Freitag, Februar 08, 2019

08.02.2019: Nicht viel los

Wie angekündigt: ein Kranktag.
Und das war auch gut so, auch leichte Aktivität liess mich zittrig und matschig aufs Sofa plumpsen.

Was mich in vielerlei Hinsicht nachdenklich stimmte, war die kurze Hangout Kommunikation mit einer Kollegin. Wir hätten heute beide an einer TC teilnehmen sollen, ich habe mich mit der Bemerkung: "Krank" abgemeldet.
Sie schrieb mir irgendwann heute morgen:
"Hi, how are you feeling today?"
Und weil ich nie einfach nicht antworten kann, schrieb ich:
"Still sick"
Und schluckte schon, als als Antwort kam:
"Oh, sorry. Are you working from home? Dialling in in the afternoon?"
Ich habe ganz kurz überlegt, ob ich das machen sollte und dann, weil erstens: krank ist krank und zweitens gibt es im Moment da nichts so dringendes, das nur von mir und unbedingt heute erledigt werden muss, entschieden, ehrlich zu sein:
"No, none of it,  my plans are: sleeping and feeling sorry for myself."

Ach, ich möchte mir da gar keine Gedanken drüber machen und ich habe auch kein schlechtes Gewissen dem Team oder dem Projekt oder der Firma gegenüber und das will was heissen, schlechtes Gewissen ist sozusagen meine Werkseinstellung, aber irgendwie ist das schon die Kehrseite von den vielgepriesenen "New ways of working": dadurch, dass uns mehr oder weniger freigestellt ist, wo und wie und wann wir wollen zu arbeiten, geht ein bisschen das Bewusstsein verloren, dass man überhaupt gar nicht immer arbeiten muss und schon gar nicht, wenn man krank ist. Ich bleibe nämlich nicht nur deswegen daheim, um meine Kollegein nicht anzustecken, sondern auch, um selber gesund zu werden und es ist schon ein bisschen erholsamer mit warmer schwarzer Katze auf dem Bauch auf dem Sofa zu liegen und zu dösen, anstatt ins Headset zu husten und über Exposure Measurements und Delivery schedules zu parlieren.

Aber nun zu den spannenderen Dingen: eben jener schwarzer Kater hat heute einen Vogel ... gemetzelt. Und zwar richtig. Ich kam nach kurzer Einkaufsrunde keuchend und zittrig und schnaufend daheim an und fand auf der Fussmatte in der Garderobe ein Vogelbein mit ein paar Federn und ein bisschen Vogel dran. Mit einem leicht flauen Magen suchte ich nach dem Rest, aber immerhin, der war weder auf noch unter den weissen Sofakissen, überhaupt auch gar nicht im Haus, sondern draussen im Garten. Forensische Beweisaufnahme liess darauf schliessen, dass ein Kampf auf der Terrasse stattgefunden hatte und der Vogel entweder schon gestern gestorben war und durch den Regen sehr struppig oder aber ... naja, eine ganz schöne Zeitlang von einer (oder zwei?) Katzen im Blutrausch bearbeitet worden war. Sichtung der Videos Überwachungskamera ergab: letzteres, aber nur eine Katze. Also: ein Kater. Ich hoffe für den Vogel, dass er sehr schnell gestorben ist und das nicht alles noch am lebendigen Leib erlebt hat.

Jonny muss dann übrigens irgendwo in der Sonne ein mehrstündiges Verdauungsschläfchen gehalten haben, er war 4 Stunden am Stück weg und kam auch auf Rufen nicht.

Nun ja. So ist das mit Freigängern.


Gelesen:
"Zeit zu sterben" (irgendwas stimmt mit der Maria Kalio Nummerierung bei Amazon nicht, das ist alles nicht so 100% korrekt, aber mei, ich lese die jetzt halt einfach alle)
Einen berührenden Artikel über ein altes Ehepaar, das gemeinsam in den Tod geht.

Gegessen:
Joghurtbeerengranola
Gulaschsuppe
Quarkbällchen
Pizza

Stressleveldurchschnitt gestern: 22
Selbstbeweihräucherung: krank gemeldet und dabei geblieben

Donnerstag, Februar 07, 2019

07.02.2019: kzh

Ich hab gestern abend wegen ansteigenden Rotzlevels und damit verbundener Kopfschmerzen schon das Sportprogramm auf nur Bauchmuskel- und Core-Training beschränkt und das Crosstrainerrennen ausgelassen.
Heute morgen gings dann eigentlich und ich wähnte mich parat für einen... sagen wir mal: durchaus herausfordernden Tag:



Da L. heute morgen fiesen Husten hatte und wir nur die Sorte Ricola daheim hatten, die er nicht mag, bin ich schnell noch in die Apotheke gegenüber vom Bahnhofsbüro gesaust, um seine Lieblingshustenbonbons, Hustenstiller für die Nacht, Ibuprofen, Nasenspray (jedem sein eigenes :-)) und Pretuval C als Notfalldopingmittel für .. Notfälle zu besorgen.
Vor mir wurden zwei Frauen AUSFÜHRLICH über potentielle Wechselwirkungen zwischen Schüsslersalzen und den Bachblütentropfen, die sie wollten, aufgeklärt und als es irgendwann hiess: "Ja, drei Tage ist echt das Maximum, das ist extrem wirksam, das nimmt man auch bei viel schwereren Verletzungen", da wären mir fast di Augen vor lauter Rollen aus dem Kopf geplumpst.
Ich kriege diese Schere eh nicht so ganz aus dem Kopf, dass da gegenüber dem TechOps-Headquarter eines Big Pharma-Unternehmens, das sich WISSENSCHAFT ganz oben auf die Fahnen geschrieben hat, eine Apotheke mit dem totalen Eso-Schwerpunkt ist. Wenn ich nicht so faul wäre (und nicht der ultravolle Terminkalender auf mich gewartet hätte), würde ich da gar nichts einkaufen.
Nun ja.
Im Lauf des ersten Meetings  kamen dann aber die Kopfschmerzen zurück, dazu Schüttelfrost, kalte Füsse und heisser Kopf, und so blieb ich nur bis zum "Toluene"-Meeting, das war wirklich zeitkritisch, und sagte den ganzen Rest einfach ab.

Daheim freute sich das Hustenkind sehr über mich und wir machten uns einen extrem gemütlichen Nachmittag: ich bin auf dem Sofa unter einer warmen Decke eingeschlafen, er hat Lego gespielt und zum Abendessen gibt es jetzt gleich Suppe.
Morgen bleibe ich auch zu Hause, es hilft ja nix. Lieber jetzt als in den Skiferien.

Sonst so:
Gegessen: Beerenjoghurtgranola, Tofuzitronengrasküchlein mit Ingwersauce, dazu Rosenkohl, grüne Bohnen und Salat (ich mag unsere Kantine schon ziemlich!), Prinzenkekse, Kichererbsenkokossuppe.

Gelesen:
Maria Kallio 10 aus, 11 angefangen

Stressleveldurchschnitt gestern 22
Selbstbeweihräucherung: Vor dem totalen Zusammenklappen gemerkt, dass ich krank bin

Mittwoch, Februar 06, 2019

06.02.2019, Krawumms!

Sorry nochmal wegen der Holprigkeit bei der Linkliste von #wmdedgt gestern. Zur Erklärung: Inlinkz weist mich schon seit Monaten darauf hin, dass es eine neue Version gäbe und ob ich wirklich die alte nutzen wollen würde? Diesen Monat war es dann soweit. die alte Version ging in Rente und es geht nur noch die Neue.
Und so wie es aussieht, geht das nur noch mit Bildern (Immerhin mit Bildunterschrift oder ohne, da wäre es halt super, wenn man den Blognamen einträgt, damit man nicht anhand kryptischer Bilder von Sauerkrautlasagne (ich musste sehr schmunzeln, Eva) erraten muss, wer dahintersteckt) und obwohl ich die Maximalanzahl Links zunächst auf unendlich stehen hatte (think big!), war nach 50 Schluss und auch bei zB eingestellten 200 war bei ... 50 Schluss. Die zweite Liste ist halt jetzt so ein Notnagel.
Ich habe übrigens keinerlei Einfluss auf das Anmeldeprozedere bei Inlinkz, ich bin gespannt, ob in diesem ersten Monat NUR noch neue Version solche Bugs noch repariert werden, sonst werde ich mir ein anderes Tool suchen.
Vielen Dank für Ihr Verständnis, aber mehr kann (will) ich da jetzt auch nicht machen.

So.
Erstaunlich meetingfreier Tag, den ich dazu genutzt habe, einige Dokumente, die fast, aber halt nicht ganz fertig waren und wegen der , Sie erinnern sich, Feuerwehraktionen vor dem Italientrip warten mussten, fertig zu machen. Im Turmbüro, weil, das war mein Plan, da habe ich meinen eigenen Schreibtisch und Ruhe, weil es sind Skiferien, da sind viele ausgeflogen, ausserdem sind meine direkten Nachbarn entweder eben Skifahren oder in USA auf Businesstrip, ich werde von niemandem "Frau Brüllen, nur ganz kurz, wo ich dich grad seh" zwischen Klo und Cafeteria für neue Feuerwehraktionen verhaftet, sprich: ich plante, abgeschieden konzentriert zu arbeiten.

Womit ich nicht gerechnet hatte, war ein spezieller Aspekt des heutigen schweizweiten Sirenentests (grossräumig angekündigt, ab 13:30 heult alles in der Schweiz), nämlich: der Sirenentest der Schweizer Katastrophenwarnam Swissalert. (Das ist sowas wie Katwarn oder Nina oder was auch immer es in Deutschland gibt). Ich habe mir die auf beide Handys installiert (man weiss ja nie, ob im  Katastrophenfall nicht vielleicht Swisscom oder Salt nicht mehr funktionieren) und man konnte sich Wunschkantone aussuchen, für die man alarmiert werden möchte.
Kantone sind jetzt ja nicht so gross, deshalb war ich da grosszügig, allein auf meinem Arbeitsweg durchquere ich drei, da wüsste ich schon gern, falls da irgendwelche Katastrophen sind. Also habe ich für beide Handies ausgewählt, dass ich für Aargau, Basel-Land, Basel-Stadt, Solothurn, Zürich (das sind die Nachbarkantone unseres Wohnkantons) und das Wallis (Skiferien!) informiert werden möchte.
Tja. Und während ich das Sirenengejodel auf dem Areal und quer durch die Stadt recht gut ignorieren konnte, fiel ich fast vom Stuhl, als meine Handies nicht nur wie bekloppt anfingen zu brummen (das passiert ja auch mal gern, wenn man einen eigentlich recht banalen Tweet schreibt), sondern auch noch zu heulen. Und zwar oft. (Jeder Kanton separat. Auf beiden Handies. Mehrfach. Nicht leiser- oder abstellbar.) Ich war immerhin nicht die einzige mit dieser App und ich gehe davon aus, wenn irgendwann der Russe oder wer auch immer kommt: so klingt das dann (also: wenn er einen meiner Wunschkantone erreicht).

Und noch ein skurriler Zufall (Zufall? Mhmmmmm, oder auch nicht?): Just während im ganzen Land die Sirenen heulten, fand heute um 14:00 die erste "Lockerungssprengung" für den Abriss eines der Gebäude auf unserem Firmenareal statt. Angekündigt durch ...... Sirenen. Sagen wir mal so: das Geheule fiel nicht weiter auf, der Rumms war durchaus beeindruckend, wenn man dazurechnet, dass in 25m Tiefe gesprengt wurde. Und noch spannender wurde das Ganze dadurch, dass wir von oben den besten Blick der Welt in die Baugrube haben und genau sahen, wie sich alle Bauarbeiter in sichere Entfernung zurückzogen und dann spürten, wie das ganze Gebäude wackelte. Nicht sooooooooo cool im 20. Stock. Aber ich nehme an, wir werden uns da dran gewöhnen in den nächsten Monaten, da ist noch einiges an Beton, was gelockerungssprengt werden muss.

Sonst so:
Standortgespräch mit L. und seinem Klassenlehrer. L. war total grundlos total nervös, aber lieber so als andersrum:-)

Gegessen:
Laugenzopf mit Honig, keine Orangen, wegen Gefahr, Gnocchi mit Tomatensosse, Peperonata, Karottensalat und Rettichsalat, Flammkuchen

Gelesen:
Maria Kallio 10

Als die Hölle aufging via Kaltmamsell (Ich habe mal einen Vortrag aus dem Umfeld des Hübsche gehört, wo ein Kollege sagte: "Und das beste, was einem Projekt passieren kann, ist, dass Du das Produkt von Herzen Freunden und Familie empfehlen kannst." Bei mir ist es eher: "Ich hoffe, das niemals jemand, den ich kenne, eins von dem Medikamenten braucht, mit denen ich zu tun habe." )

Ein Interview mit einer Ärztin, die auf eine Geburtshilfestation wegen der unmöglichen Zustände gekündigt hat, aber zu einem Schluss kommt, der mir sehr logisch erscheint, via Frau Wunnibar

Stressleveldurchschnitt gestern: 44 (aber es ist in der Nacht leergelaufen, deshalb ist das nur der Nachtschlaf und der Abend)
Selbstbeweihräucherung: keine peinlichen Geschichten von L. im Standortgespräch erzählt.