Samstag, Februar 11, 2017

Auftanken bis Hummeln im Hintern

Heute: nix vor. Ausser Pfadfinder für die Kinder, was ja nur bedeutet, dass sie um 14:00 in Outdoormontur und mit grillbarer Brotzeit versehen am Antritts-Platz stehen.
Wir haben also erstmal ausgeschlafen (Little L. bis 6:00h, Q. bis 8:00, ich bis 8:30h, der Hübsche bis Kaffee.), uns dann aufgeteilt: die Kinder gingen in die Bücherei, der Hübsche Semmeln holen, ich Eier kochen, Smoothie pürieren und Tisch decken.
Nach dem Frühstück: Rumgeräume, ich habe meinen Faultierrock fertig genäht.
Kinder --> Pfadfinder, wir haben uns auf die Suche nach einem Fütterdienst für die Katze in der Skiferienwoche gemacht und das war spannender als gedacht. Dieses Jahr sind die Fasnachts/Skiferien zwischen Basel, Basel-Land und Aargau und dem Fricktal, einem Teil des Aargaus extrem entkoppelt und anscheinend nutzen alle Nachbarn genau wie wir aus, dass in unserer ersten Ferienwoche sonst noch keiner frei hat und es vielleicht günstiger (vielleicht auch nicht), auf jeden Fall aber mehr freie Appartments, Hotelzimmer oder was auch immer in den Skigebieten gab, wir mussten nämlich viel länger rumfragen als sonst, bis wir unsere Katze versorgt wussten. Jetzt aber ist alles erledigt.
Zwischendrin haben wir dann noch an der Haustür läutenden Pfadfindern Kekse abgekauft (ich kam mir so amerikanisch vor ;-)), die sie für die Lagerkasse gebacken hatten.
Sonst: Ruhiges Gewusel, will heissen, mal wieder was Neues zum Abendessen, Hefezopfteig für morgen zum Frühstück, Hefeteig und Gewürzbutter für Zimtschnecken aus dem Waffeleisen für morgen und dann, damit es nicht ganz so unaufgeregt wird, erst mit meinem Vater seinen Besuch hier bei uns terminiert ("Ich wollte mal fragen, wann es Euch so ungefähr passen würde." "Unser Jahresplan hat einen Lücke vom 29. April bis 1. Mai, sonst erst wieder im Herbst." "Okay. Deal.") und dann uns der Planung des potentiellen Besuchs des Berlinbabys irgendwann auch dieses Jahr angenähert. Mein ursprünglich wegen "Da sehe ich ein verlängertes Wochenende ohne Unihockey oder Pfadfinder oder Arbeitstermin oder Randale in Berlin" ausgewähltes Wochenende um Auffahrt herum scheint schwierig, weil einerseits vielleicht die zu besuchenden Berliner gar nicht in Berlin sind zu dem Zeitpunkt, was aber andererseits wieder praktisch wäre, weil dieses Wochenende anscheinden DFB-Pokalfinale in Berlin ist und deswegen alle Hotels ausgebucht UND unendlich teuer sind, und wir ja dann in der leerstehenden Wohnung schlafen könnten. Nicht ernsthaft, aber man wird sehen. Vielleicht doch in den Herbstferien. Oder so.
(Morgen haben wir schon wieder nix vor, das wird langsam zur Gewohnheit hier.)

Freitag, Februar 10, 2017

So sad.

Manchmal, da kommen Sätze aus dem Mund meiner Kinder, da denke ich mir “Whaaaaaaat? Wo hast Du das denn her? Was kann ich Dir vorgelebt oder erklärt oder erzählt haben, dass das bei Dir zu dieser Schlussfolgerung geführt hat?“

Bei Little L. war das damals die „Gell, wir essen regelmässig Menschenfleisch“-Geschichte und vorgestern und gestern war es (nicht ganz so unmittelbar gruselig) wieder einmal der Fall.

Little L. kam also aus der Schule und erzählte, dass sie in der Pause (oder so) jetzt „Kaufladen“ spielen würden, jeder würde verschiedene Dinge verkaufen, die hätten sie gebastelt, sie hätten auch Geld gebastelt und das wäre alles super. In seiner Mappe fand ich sein recht hochpreisiges Portfolio: ein Elfenbeinturm für 10000000000000 Geld, eine Insel für 987000000 Geld, den besten Fernseher der Welt für schlappe 600000 Geld und das Teslapaket für alle Strassenverhältnisse (ein Model 3, ein Model S und ein Model X) im Bundle für nur 1000000000 Geld.

Ich fragte also: „Und, wie läuft das so mit dem Laden? Machst Du Werbung oder kommen die Leute von allein?“
Little L.: „Also, Mami, das ist so. Das Zeug, was ich verkaufe, ist nur ein Bruchteil von meinem Plan. Hauptsächlich werde ich ein skrupelloser Geldkrieger. Also nicht wie Ninja oder Ritter, sondern „kriegen“ wie „bekommen“.“
FB (*aaaaaaw, das Kind hat einen tollen Wortschatz*): „Oh, und wie machst Du das?“
LL: „Also. Ich werde meine Freunde fragen, ob wir uns nicht zusammentun wollen. Wir tun unser ganzes Geld und unsere Sachen zusammen, damit haben wir einen viel grösseren Laden und können uns viel mehr kaufen.“
FB (*aaaaaaw, er hat das Prinzip „kritische Masse“ und Investitionsvolumen und Synergien erfasst.*)
LL: „Und dann, wenn sie ihre Sachen und ihr Geld auf meinen Tisch gelegt haben, dann sage ich „Du bist gefeuert, aber dein Zeug bleibt hier. Und das Geld auch. Das nennt man „skrupellos“, Mami.“
FB (*waaaaaaaah, mein Kind ist ein ..... skrupelloser Geldkrieger!*): „Aha. Und Du meinst, die machen das mit?“
LL: „Ja, klar, das muss man so sagen, als ob das ganz logisch wäre. Dann machen die das.“
FB (*waaaaaaaaah, manipulativ auch noch*): „Und was meinst Du, wie die das finden? Sind die hinterher noch deine Freunde?“
LL: „Klar wollen die meine Freunde sein, ich hab ja das ganze Geld.“
FB (*wimmert innerlich leise*): „Da bin ich ja mal gespannt, ob der Plan aufgeht.

Heute also: es wurde in der Pause wieder Laden gespielt.

FB: „Und, wie lief dein Plan? Wieviele Leute hast Du um ihr Geld gebracht?“
LL: „Ich hab mich mit L. zusammengetan, genau nach Plan. Als ich gesagt habe „Du bist gefeuert!“, hat er gemeint: „Spinnst Du?“ und einfach weitergemacht. Und irgendwann hat er gemeint, er tut sich jetzt doch nicht mit mir, sondern mit dem J. Zusammen. Da hab ich ihm dann schnell hinterher gerufen „Du bist eh gefeuert“, aber das hat nicht soooo toll geklappt.“
Little Q. fand das alles eh schon interessant und meinte: „Ich weiss was fürs nächste Mal. Du machst einen Vertrag für die Zusammenarbeit mit ihm und da schreibst du dann mit megakleinen Buchstaben rein: „Auch wenn Du dich mit jemand anderem zusammentust oder ich Dich feuere, gehören alle Deine Einnahmen immer noch mir.“
Little L. nickte mit leuchtenden Augen, ich dachte mir: „Jetzt ist der Moment, den Erklärbär zu machen.“
FB: „Das kannst Du natürlich schon reinschreiben, aber es gibt die Regel, das Klauseln in Verträgen, die sittenwidrig sind, unwirksam sind. Das heisst, dass auch wenn Dein „Freund“ das unterschreibt, das nicht gilt. Er muss das trotzdem nicht machen. Zum Beispiel war das mit „Du musst mir Dein Erstgeborenes geben“ in „Rumpelstilzchen“ auch sittenwidrig und deshalb unwirksam. Vor Gericht wäre Rumpelstilzchen damit niemals durchgekommen.“
FB (*lehnt sich zurück mit dem wohligen Gefühl, ihr Kind, das kurz als „skrupelloser Geldkrieger“ auf dem schiefen Pfad war, zurück zu Recht und Ordnung gebracht zu haben.*).
LL (ganz trocken): „Das mag ja sein, Mami. Das weisst Du, das weiss jetzt auch ich, aber meine Freunde, die wissen das nicht.
LQ: „Genau, du musst nur schauen, dass zB Eure Lehrerin den Vertrag nicht genauer zu Gesicht bekommt. Oder Du hältst den beim Unterschreiben so, dass sie das Kleingeschriebene gar nicht lesen können. Ich hab noch eine bessere Idee: Du machst lauter so Gerichtszeichen, wie heissen die, Mami? Wie schreibt man die?“
FB (*mit schwacher Stimme*): „Paragraph. Wie zwei ineinandergehakte „S“.“
LQ: „Genau. Paragraph. Die malst Du an jeden Absatz und dann sagst Du, das heisst, dass ein Richter das schon so bestätigt hat, das glauben die sofort.“
LL (*aufgeregt, mit roten Backen*): „Genau, ich mach noch einen Stempel drunter, das wird super. Mit dem Siegellack, den wir in Wien gekauft haben.

Was soll ich sagen.... weltfremd, naiv in das Gute im Menschen glaubend habe ich die Kinder anscheinend nicht erzogen. Und sie kennen das Wort „skrupellos.“ Und „Paragraph“. Und "Siegellack". Immerhin etwas.

Donnerstag, Februar 09, 2017

Himmlische Ruhe

Ich bin ja Anfang des Jahres in ein Grossraumbüro in einem Grossraumhochhaus umgezogen. Ich hatte zwar seit Jahren schon kein Einzelbüro mehr (bei meinem allerersten Arbeitgeber hatte ich noch verschiedene Büros, die ich mir nur mit geerbten Riesenpflanzen und Unmengen geerbter voller Aktenordner und (sich erstaunlicherweise vermehrenden) Kryostaten teilte. Ab dann hatte ich immer Bürokollegen und das war nach einer kurzen Gewöhnungsphase sogar sehr angenehm. Klar, für laaaaaaange Telefonate oder Gespräche, die nicht alle was angehen, musste man sich ein ruhiges Plätzchen suchen, aber alles in allem: super.

Ich kannte vor meinem Umzug in den Elfenbeinturm Open Offices nur als mucksmäuschenstille Räume, wo man leise tippen muss, am besten auch leise atmen und klackernde Schuhe oder quietschende Bodenplatten sind sehr, sehr schwierig. Ich jedoch tippe (anscheinend, das wurde mir tatsächlich mal als Kritikpunkt mitgeteilt) laut, ich atme, manchmal, wenn ich dazu die Augen rolle, schnaufe ich sogar und alle meine Schuhe machen Lärm (und ich habe ja einen angeblich von einem Orthopädenbekannten unserer ehemaligen Nachbarin medizinisch allein durch akustische Diagnose durch eine Stockwerkdecke bestätigten Fersengang aka „scharfen Schritt“). Ich hatte also grösste Bedenken, das bad girl auf dem Stockwerk zu sein und nur noch schleichen zu dürfen.

Nun ja. Die Leute auf unserem Stockwerk jedoch .... sind ... kommunikativ. Sehr. Mit Leuten am Telefon, mit Leuten auf dem Stockwerk, mit sich selber, andauernd. Und ja, es stört mich. Sehr. Ich weiss mehr über die Essensvorlieben, Krankheitsgeschichten, Beziehungsprobleme, Schulprobleme meiner Büronachbarn und deren Eltern, Kinder, Nachbarn, entfernten Bekannten, als ich jemals zu träumen gewagt hätte. Anscheinend stört das ausser mir aber nur eine Handvoll anderer Leute, wir rollen gemeinsam Augen, seufzen (leise), setzen in fast schon eleganten synchronen Bewegungen die Kopfhörer auf, aber bisher haben wir es harmoniesüchtig vermieden, das anzusprechen. Der Moment, wo man das hätte vernünftig loswerden könnte, ist vermutlich auch schon eine Zeitlang vorbei. „Mich stört es seit 13 Monaten, dass Du beim Arbeiten pfeifst und mit dem Dokumentenleitsystem sprichst“. Schwierig. (Und vor manchen lauten Leuten hier habe ich echt Angst ...)

Nun ja. Eine Alternative ist natürlich, sich in die (eigentlich für die lauten Sachen gedachten) Quiet Booths zu verziehen, aber da kommt mir einerseits mein Problem mit abgeschlossenen kleinen Räumen in die Quere, zum anderen sind die Leute auf dem Stockwerk hier nicht nur kommunikativ, sondern auch unglaublich neugierig. Ein Aufenthalt in der quiet booth scheint wie ein blinkender Leuchtwegweiser „Achtung, da hat jemand Geheimnisse!!!!1!!“ zu wirken. (Wahrscheinlich wäre es am einfachsten, auf die jedesmal folgende Frage „Hast Du was zu verheimlichen oder warum gehst Du da rein?“ ehrlich zu antworten: „Ich kann mich bei Deinem Gebabbel nicht konzentrieren.“ Ich habe das letzte Mal gesagt: "Ich hab mit dem Tierarzt telefoniert und wusste nicht, dass Dich der Gesundheitszustand meiner Katze so sehr interessiert" und werde jetzt andauernd gefragt, wie es der Katze geht. Super übrigens.).

Also habe ich mir bisher mit Kopfhörern beholfen und entweder Musik oder, wenn ich mich wirklich 1500% konzentrieren muss, mit dem Ton von diversen stundenlangen Videos von einsamen Stränden. Das einzige, was mir einen Strich durch diese Rechnung macht, ist, dass ich von dem Arbeitsheadset Ohrmuschel-Weh bekomme, wenn ich ihn zu lange aufhabe. Von dem quietschbunten „Bitte sprich mich nicht an“-On Ears (Affiliate-Link) für die öffentlichen Verkehrsmittel tut mein abstehendes Ohr nicht so schnell weh, aber doch auch irgendwann. Die mit dem Smartphone kommenden In-Ears tun mir nicht aussen, sondern innen im Ohr weh, es ist also kompliziert.
Letzte Woche habe ich spontan dann active-noise-cancelling-In-ears (Affiliate-Link)bestellt (die auf dem --absolut lesenswerten-- Beauty-und-mehr-Blog „Der blasse Schimmer“ mal empfohlen wurden). Ich hätte sie eigentlich gern in türkis genommen, war aber nicht bereit, allein für die Wunschfarbe nochmal 30 Euro draufzulegen, jetzt sind sie halt pink. Ist insofern super, weil sie so niemand hier im Haus oder bei der Arbeit „zufällig“ für seine normalen Smartphone-Hörer halten kann, weil die Kinder sie (trotz „Es gibt keine Mädchen- oder Bubenfarben“) nicht einfach so mal ausprobieren werden.

Gestern also kamen sie und ich weiss nicht, warum ich damit so lang gewartet habe. Durch die verschieden grossen mitgelieferten Ohrnupsies passen sie perfekt und die noise-cancelling-Technologie ist .... magisch. Auch ohne Musik ist es .... als ob die Umgebung ausgeschaltet wäre. Erinnern Sie sich noch an „Deep Space Nine“, wo Benjamin Cisco immer wieder die Propheten im Wurmloch getroffen hat, in diesem unwirklichen weissen Raum ohne Schatten, Echo oder so? Gefühlt beamen mich meine pinken Kopfhörer da hin. Ein toller Arbeitsplatz. (Ich warte nur drauf, dass ich vor Schreck vom Stuhl falle und mich mit den pinken Kabeln stranguliere, wenn ich in meinem weissen, stillen mentalen Happyplace arbeite und mir jemand auf die Schulter tippt.)

Mittwoch, Februar 08, 2017

Es ist soweit.

Little L. war heute bei einem Schulfreund zu Hause, bei dem er vorher noch nie war. Das Tollste dort: "Mami, schau mal, der hat zwei Mäuse, die sind so süss, schau mal, die eine sitzt in meiner Kapuze, die andere kann ich, schlupp, in meinen Ärmel schlüpfen lassen, das ist so niedlich, kann ich auch Mäuse haben?"
Well. Mein Problem ist ja nichtdas im Pulli Rumklettern von kleinen oder mittlegrossen Nagern, das habe ich ja selber jahrelang mit meinen Ratten praktiziert. Und ja, die Mäuse waren wirklich sehr niedlich. Mein Problem ist: ich habe in meinem Leben mehr als genug Kleintierkäfige ausgemistet, ich habe immer noch wiederkehrende schulbeladene Albträume von nicht gut genug saubergemachten Rattenkäfigen, das Füttern habe ich auch vergessen und die arme weisse Ratte Bruno schaut mich mit struppigem Fell ganz abgemagert... okay, ich schweife ab. Aber: ich möchte keine Käfige mehr saubermachen. Und kleine Tiere sterben immer so schnell oder verschwinden hinter Schrankwänden oder fressen Kabel an oder kacken alles voll.... Aber ich habe meine Lektion ja nach dem hypothetischen Hund, der auch bei schlechtem Wetter hätte Gassi gehen müssen, gelernt und habe also nicht die Verantwortungskarte gezogen, sondern ganz fies jemandem, der sich nicht wehren kann, den schwarzen Peter zugeschoben: "Lieber L., ja, die Mäuse sind sehr, sehr süss. Aber das wird unsere Katze auch finden und zack, sind die Mäuse tot. Das wäre doch sehr trauirg."
Und ja, ich habe ein bisschen gefährlich geschaut, als die Schulkameradenmutter genau dann erwähnt hat "Wir haben übrigens auch Katzen, überhaupt kein Problem!"
(Ich muss sicherstellen, dass dieses Kind nicht zum Geburtstag eingeladen wird oder wir eine feste Wunschliste rausgeben oder eine tödliche Maushaarallergie erfinden oder den Eltern ganz klar sagen, dass wir wirklich keine Mäuse wollen. Man sollte ja meinen, es wäre ein No-Brainer, keine lebendigen Tiere zu Kindergeburtstagen zu verschenken, aber ich erinnere mich an den einen Geburtstagsgast meiner Schwester, der ihr ohne jede Vorankündigung zwei Degus ("Keine Sorge, sind total unkompliziert und zwei Männchen") geschenkt hat. In einer Pappschachtel. Raten Sie mal, wie lange es ging, bis wir den hektisch gekauften Käfig mit allem Tralalala gegen einen zwei riesige austauschen mussten, weil die beiden Brüder sich munter vermehrten.....)

Dienstag, Februar 07, 2017

Voll den Durchblick

Heute war es endlich soweit: meine neuen Brillengläser waren abholbereit. Ich hatte schon beim Bestellen geklärt, dass ich mein Gestell behalten möchte und das Einbauen maximal 4 Stunden dauern würde. Ich habe ja immer noch meine alte geklebte Brille (ich habe mich gar nicht mehr daran erinnert, dass all dieser Kack an einem einzigen Tag passiert ist), die Stärke ist ... marginal, wenn überhaupt anders, und 4 Stunden, das halte ich ja locker aus. Dachte ich.
Ich bin also heute mittag zum Optiker, habe die neu zu verglasende Brille abgegeben und die alte aufgesetzt. Die Optikerin erklärte mir noch Sachen wie "zwei Stunden, Zettel nicht vergessen", während alle meine Gesichtsnerven schrien: "Waaaah, falsches Nasengefühl, da ist Brillenrand am falschen Ort im Blickfeld, die Farbe stimmt nicht, alles schwankt!" Wie auf rohen Eiern bin ich zurück ins Büro und habe mich gewundert, dass nicht alle Kollegen mich seltsam angeschaut haben und sowas wie "Du siehst aber anders aus" oder "Was ist denn mit deiner Brille?" gesagt haben. Ein Blick in den Spiegel zeigte: Logisch, die alte Brille sieht nämlich von vorne fast so aus wie die aktuelle Brille, auch wenn sie sich total anders und falsch anfühlt.
Irgendwie habe ich den Tag rumbekommen, mir war schlecht, schwindelig, ich bekam Kopfweh und hatte Nasengefühl, aber dann...... um halb 5 beim Optiker die alte neubeglaste Brille.... ein Traum! Nicht nur dass der Rahmen wieder da ist, wo er im Blickfeld hingehört, und dass das Nasengefühl wieder keines ist, nein, die neue Stärke (bisschen mehr links, bisschen mehr rechts, bisschen mehr verkrümmt beide, nix mit Altersweitsichtichtigkeit und Gleitsichtgläsern) wirkt Wunder. Ich kann vom Smartphone oder Buch aufschauen und erkenne ohne Augenkneifen die Haltestellenanzeige in der Tram, ich muss in Meetings nicht mehr ganz vorne sitzen und mit der Nase an der Leinwand kleben, sondern am besten Platz (am letzten Platz vor der Stirnseite, der am weitesten von der Leindwand/dem Bildschirm weg ist, immer auf der Seite vom Raum, wo die Tür ist. Man kann schnell raus UND aus dem Fenster schauen.). Ich erkenne Gesichter wieder ganz und von der Weite und muss nicht mehr auf Verdacht alle Leute freundlich anlächeln, bis ich merke, dass ich sie gar nicht kenne. Es ist einfach grossartig, ich könnte den ganzen Abend nur schauen.

Montag, Februar 06, 2017

Oder Knollenblätterpilz

Hier sei für immer und ewig festgehalten, dass ich NIE WIEDER IN MEINEM GANZEN LEBEN etwas mit Topinambur machen werde. Ich erspare Ihnen die unappetitlichen Details, aber der Hübsche dachte gestern abend ernsthaft, ich hätte ihn (und mich) vergiften wollen, die Kinder fühlen sich bestärkt in ihrer Gemüseskepsis, ich habe die ganze Nacht vor Bauchkrämpfen nicht geschlafen und heute morgen war mir dann so zittrig, dass ich mich am liebsten auf dem Badezimmerboden zusammengerollt und in Embryoposition auf mein Ende gewartet hätte. Habe ich natürlich nicht, sondern mit zittrigen Händen Kaffee gemacht und Müsli in eine Schale geleert und gegen die heute morgen von meinen Eingeweiden bevorzugte Essenswanderrichtung runter gewürgt. Oida, das ist kein Gratin wert!
Der kein Schlaf in der Nacht war aber nicht soooo schlimm, weil die Filmwahl gestern für Little L. doch ... zu viel war. Wer hätte das gedacht, dass Einschlafen schwierig wird, wenn man immer an das Mädchen denken muss, das beim Einschlafen durch einen geheimen Tunnel in eine Horrorwelt rutscht, in der einem Knöpfe an die Augen genäht werden und die Seele ausgesaugt wird. (in bunt und auch lustig, sei zu meiner Verteidigung gesagt). Vielleicht wäre Keanu Reeves als Auserwählter da doch die bessere Wahl gewesen.
Nun denn, heute haben wir uns alle wieder beruhigt, auch mein Magen grösstenteils, fangen wir morgen nochmal neu an.

Sonntag, Februar 05, 2017

#WMDEDGT 02/17

Es ist wieder so weit: es heisst "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?" oder kurz und einprägsam WMDEDGT?
Wenn Sie sich diese Frage auch das eine oder andere Mal stellen, herzlich willkommen im Freundeskreis Tagebuchbloggen. Schreiben Sie doch auf, was Sie heute so beschäftigt, teilen Sie den Link zum Beitrag in der Liste unten und schauen bei den Mitbloggern durch den virtuellen Küchenvorhang.

Hier heute ein eigentlich fauler, aber dann doch sehr voller Sonntag:
8:30h: ich wache aus sehr anstrengenden Träumen auf (grosse Kinder sind super, die spielen schon ewig leise Playmobil und lesen), erstmal Kaffee im Bett.

Dann Frühstück mit Hefezopf (jeden Sonntag, ich backe den immer samstag nacht), Tee, Smoothie bzw. Früchten in Stücken für die Leute, die noch beissen können, die ein Problem mit dickflüssigem Pamp mit potentiell Bröckchen drin haben, und einem kurzen Tagesplan.
Nach dem Aufräumen gehen wir durch den Nieselregen eine Runde an die frische Luft: ein paar Pokemon-Arenen erobern, ausserdem entwickle ich mal wieder einen Schwung Viecher mit Glücksei. Von den entwickelbaren ursprünglihen Tieren fehlen mir nur noch der Sleimok, der Maschok und das Kabutops. Fangen muss ich noch ein Lapras, ein Relaxo, ein Porenta, einen Tauros, ein Kangama und einen Aerodactyl, dann habe ich alle aus dem ersten Schwung. Die Begeisterung hat doch ein wenig nachgelassen.... nun ja.

Wieder daheim mache ich mich ans Kuchenbacken für nachmittags, der Hübsche und die Jungs machen sich auf den Weg in die Tiefgarage, das Auto putzen. Was klingt wie ein Sonntagsklischee, hat einen ernsthaften Hintergrund: morgen wird der Audi dem zukünftigen Käufer vorgestellt, da wäre es schon besser, wenn keine Krümel zwischen den Sitzen kleben.

Anschliessend gibt es Kuchen für alle und Kaffee nur für die Grossen. Wir streamen die Sendung mit der Maus.

Der Hübsche und die Kinder machen eine Runde Workout, was genau, weiss ich nicht, ich ziehe mich nämlich in mein Nähzimmerchen zurück und fange an, mir aus Faultierstoff einen Rock zu nähen. Ganz fertig werde ich nicht, den Bund und den Saum schaffe ich nicht mehr, aber alles in allem steht er und passt (ich habe diesmal vor dem Abpausen abgemessen und eh schon S zugeschnitten, dann habe ich Fuchs vor dem Absteppen der Seitennähte noch mal anprobiert und dann nochmal insgesamt 4cm Weite weggenommen, wäre doof gewesen, wenn der extra dafür gekaufte Stoff versaut worden wäre). Mal sehen, ob ich ihn nächste Woche noch fertig bekomme oder erst am nächsten Wochenende.

Um vier bereite ich schnell das Topinamburgratin fürs Abendessen vor, dann heisst es "Familienkinonachmittag." Der Hübsche hat Little Q. versprochen, mit ihm den zweiten Teil der "Matrix"-Trilogie anzusehen, für Little L. ist das noch nix. Wir zwei suchen stattdessen das Netflix-Kinderangebot durch und entscheiden uns für "Coraline". Es war super, erst lustig, dann zauberhaft, dann sehr, sehr spannend und am Ende gewinnen die Guten.

Mittlerweile ist es schon halb sieben, ich wärme den Kindern schnell noch die restlichen Fleischbällchenspaghetti von gestern auf, brate dem Hübschen ein Hähnchenbrustfilet, mische eine grosse Schüssel Salat und hole das Gratin aus dem Ofen (Topinambur ist ja immer so eine Sache: schmeckt superst, aber die Nachwirkungen sind ... vom andern Stern. Leider hat das Gratin deutlich weniger lecker geschmeckt als auch schon, das heisst, die ... Dings, Sie wissen ja, kommen ohne den vorhergehenden Genuss. Nun ja.).

Abendessen, die Kinder tauschen sich über die beiden Filme aus, der Hübsche und ich geniessen ein Glas Wein (also: jeder eins.)

Die Kinder packen ihr Schultaschen (wir haben die Stundenpläne am Kühlschrank hängen und jeder ist selber dafür verantwortlich, dass er alles für den nächsten Schultag dabei hat) und Pausenbrotboxen, der Hübsche und ich räumen die Küche auf und stellen alles parat, dass ich Q. morgen früh für die Religionsstunde in der Mittagspause noch Nudeln kochen kann (die kommen dann mit Pesto in so eine Warmhaltebox, das klappt ganz gut).
Der Hübsche bringt die Kinder ins Bett, ich schreibe das hier und gleich gehts für uns aufs Sofa, noch ein bisschen Serieschauen, und dann ist das Wochenende auch schon wieder rum.