Freitag, Mai 06, 2016

Frühlingsgemüse

Es ist soweit: draussen grünt und blüht es, auch uns hat das Gartenfieber erreicht und wir pflanzen und säen und so.
Rund um uns herum zeien sich Frühlingsgefühle anderer Natur (nein, keine Sorge, hier nicht, wir sind genug ;-)) und so kam letzte Woche das Baby, für das ich dieses Kleidchen genäht habe im hohen Norden zur Welt. Aber es gibt noch genügend Babies im näheren und ferneren Freundeskreis, die in den nächsten Wochen zur Welt kommen werden und so habe ich für meine kleine Schwester (leider nur zum Verschenken, nicht für einen eigenen Neffen oder Nichte bisher ,-)) dieses Frühlingsgemüse-Babyset (Schnittmuster wie immer aus der Zwergenverpackung) genäht.



Die Stickdatei aus der Feder von Maki, bei der es noch viel mehr Gemüse gibt, und die man auch als Applikationen gestalten könnte, gibt es seit gestern abend bei Kunterbuntdesign. Ich könnte sie mir auch sehr gut entweder auf Einkaufsbeuteln für den Markt oder Geschirrtüchern vorstellen, aber dazu hätte ich jetzt ja neutrale Geschirrtücher gebraucht und ja.... eben.

Donnerstag, Mai 05, 2016

WMDEDGT 05/16

Sie kennen es? Heute ist der 5., deswegen wird hier seit Jahren Tagebuchbloggerei gesammelt (WMDEDGT heisst natürlich: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?)Die Liste zum Eintragen und schauen, was die anderen heute so gemacht haben, ist unten ;-)

Hier: um 6 Uhr läuten meine beiden Handywecker (ja, zwei, aus Gründen), ich stelle schlaftrunken ab und freue mich wie ein Schnitzel über Feiertag und Weiterschlafen.
Um halb acht werde ich nochmal wach von Gekruschel aus dem Kinderzimmer (wir haben uns drauf geeinigt, dass sie morgens aufstehen können und lesen, Handy oder Nintendo spielen, Regeln sind: Rollo hoch, Socken anziehen und für Little L.: was essen. Er ist in Sachen Unterzuckerung genau mein Sohn und das wird dann manchmal schwierig. Ich habe ihm also gestern noch ein Schälchen Kekse und Äpfel zum Selberschneiden hingestellt. Auch hier mein Kind: der Hübsche hätte nicht gedacht, dass die Äpfel vor den Keksen aufgegessen sind. Ha! I win!), drehe mich nochmal um und mache erst um kurz vor neun Kaffee für den Hübschen und mich. Nachdem das Internet leergelesen ist, bestellen wir uns das Kleingemüse zum Kuschen (und Kleingemüsefüsseaufwärmen) ins Bett.

Nach Anziehen, Zähneputzen, Schminken, Sonnencreme auftragen geht es für alle zusammen durch den traumhaften Sonnenschein zur .. jaja, man würde sich wünschen, Dorfbäckerei, aber mangels einer solchen zur Tankstelle, frische Semmeln, Gipfeli und Bananen für den mittlerweile etablierten Morgensmoothie (die Kinder haben mir abverlangt zu schwören, dass nienienie Spinat, Gurke oder Grünkohl reinkommen) holen.

Beim ausgiebigen Frühstück bekommt der Hübsche dann noch sein Vatertagsgeschenk* und freut sich angemessen ;-).



Ich habe den Aufdruck mit dem schaurig schönen Wortspiel "Allez zusammen" erst beim Auspacken gesehen und ach, ja. Das ist schon ein bisschen toll.

Nach dem Frühstück haben wir alle vier zusammen den Balkon von altem Zeug befreit, in den Lücken neues Zeug angesät, dann ein paar Runden StarWars-Jass gespielt, Fladenbrot nach "Türkei vegetarisch" (Werbelink) fürs Grillen am Abend gebacken, einen Radausflug gemacht, Eis gegessen, NICHT am Banntag der Gemeinde teilgenommen. Nach dem Backen sind wir dann mit Skate- und Longboard die neue Brücke über die Autobahn besichtigen gegangen


(immer schön am Werkszaun lang. Hier kommt man meinem Arbeitgeber nicht aus: den Elfenbeinturm sieht man von überall und hier im Ort ..... naja. Wahrscheinlich arbeiten mehr Leute auf dem Standord, als im Dorf normal wohnen. Die Brücke haben sie auch gebaut ;-)), haben Eis gegessen, und dann das Abstellkämmerchen ausgemistet. Am Montag wird bei uns nämlich das Gerüst aufgebaut und Dienstag morgen kommen die Elektriker und verlegen alles Kabelgedöns für die Solaranlage. Ich bin sehr gespannt! Morgen kommen noch die Bücherregale im Wohnzimmer dran, die müssen nämlich auch zur Seite geschoben werden.


Während die Feuerschale fürs Grillen vorbereitet wurde, hatte ich noch kurz den Balkon und ein Glas Weissweinschorle ganz für mich allein ;-).


Beim Grillen auf der Terrasse habe ich dann etwas für Sie rausgefunden: der Maille-Dijon-Senf in der Plastkquetschflasche: wenn der fast leer ist und aus dem Kühlschrank in die Sonne gestellt wird, auf den Kopf, damit der letzte Rest unten zusammenläuft, und wenn man dann aufmacht, dann hat sich so ein Druck aufgebaut, dass der Senf einem feinverteilt ins Gesicht und über T-Shirt spritzt. Gut, wenn man dann Brillenträger ist, das Zeug brennt nämlich auf der Haut schon echt fies, das möchte man nicht im Auge haben.
Lecker war es trotzdem, jetzt sind die Kinder in der Dusche, wenn sie im Bett sind zum Lesen oder Vorlesenlassen (Werbelinks), dann werde ich in die Badewanne entschwinden, Babyfüsse einweichen (Status: es fetzt ab. tägliches Einweichen ist grossartig, da geht unglaublich viel ab!) und Rauchgeruch aus den Haaren spülen.
Danach hängen wir die spontang gewaschenen Vorhänge wieder auf und schauen noch ein, zwei, drei viele Folgen "Modern Family" auf netflix.

Das war ein traumhafter Vatertag!
* Also. Ich bin ja Romantikkönig und als wir gestern beim dm Klopapier, Waschmittel und Shampoo kaufen waren, sah ich die "Jogi Löw-Fanboxen" mit lauter Nivea-Zeug drin, das der Hübsche eh verwendet (bis auf das blöde alufreie Deo) und dazu ein Jogi-Shirt, perfekt für die Europameisterschaft. Ich hatte im Laden bedenken, dass der Hübsche das doof fände und wollte im Laden nicht diskutieren, weil, wenn er das Shirt nicht anzieht, ziehe ich es an, dachte ich mir so, deswegen habe ich das Paket auf dem Kassenband unter dem Klopapier "versteckt". Little Q. hat es gesehen, rausgezogen und gemeint: "Schau mal, Papi, was wir cooles für dich haben!". Der Hübsche meinte: "Bloss weil Du keine Überraschungen magst, heisst das nicht, dass Du allen anderen die Überraschungen versauen musst, jetzt pack mein Vatertagsgeschenk wieder weg!". Und ich meinte so: "Ja. Also. Stimmt genau. Vatertag .... dings, ... das ist ... ja. Morgen. Packs weg, Q.!" Und schon hatte ich ganz aus Versehen ein Vatertagsgeschenk gekauft.






Mittwoch, Mai 04, 2016

Irgendeiner heult immer

Wir wohnen hier in einer Neubausiedlung (gebaut wurde unsre Zeile vor über 10 Jahren, aber ich nehme mal an, auf dem Schweizer Land ist es genauso wie daheim in Bayern: meine Mutter ist auch nach 38 Jahren im Ort noch eine von den Zuagroastn, also: "Neubausiedlung") mit, wie es da halt so ist, unglaublich vielen Familien mit Kindern um uns rum. Deswegen ist es eigentlich nie leise, untertags* wird draussen gejohlt, gerufen, gelacht, geschrien und immer auch mal geweint. Das ist ganz normal, meistens wird geweint wegen beim Rennen hingefallen, Schaufel am Sandkasten weggenommen, "NIEDARFICHAUFDIESCHAUKEL", blöd angeschaut werden, falsch vom Keks abgebissen, Paninibildchen abgezockt worden, man muss raus an die frische Luft, man muss schon rein, obwohl alle anderen noch draussen sind, nie kriegt man ein Eis, die anderen schiessen mit extra kaltem Wasser bei der Wasserschlacht, alles also mitteldramatisch.
Gestern abend sass ich oben unter dem Dach bei geöffnetem Gaubenfenster und habe den Blogeintrag getippt, draussen war grade ein Sturzregen vorbei, es war schon nach 20:00h, d.h. die kleinen Heuler waren alle im Haus (nicht, dass man da nicht auch für alle hörbar heulen könnte, wegen Schaum ins Auge, schon wieder Zähneputzen, ich hab doch erst gestern, nie darf ich Pommes mit Nutella zum Abendessen etc.), es war echt sehr ruhig. Während ich aber so vor mich hintippte, nahm ich auf einmal wahr, dass aber doch ein Weinen durchs Fenster kam. Ein sehr lang andauerndes Weinen, kein wütendes Kreischen, das auf ausserplanmässiges Haarewaschen MIT SHAMPOO hindeutet, sondern eher ein leiseres, verzweifeltes. Ich schaute aus dem Fenster: nix. Naja, nicht umsonst lebt man auf dem Dorf in einer NSA-artig selbstüberwachten Nachabrschaft, da kann man für den Ruf ja auch was tun, ich habe also schnell Schuhe übergezogen und bin rausgegangen, immer dem Heulen hinterher und habe mit ... ich weiss nicht, einer zerrissenen Hose, einem verlorenen Fussball, einem platten Reifen am Fahrrad oder einer gemeinen vermeintlichen Freundin gerechnet. Was ich aber fand, war ein Kind aus dem Nachbarweg, das in Fussballklamotten neben einen umgestürzten Fahhrrad auf dem nassen Boden lag und schluchzte. Ich dachte erst an einen Radunfall und wollte schon mit triagieren beginnen (kein Helm: nicht gut, kein Blut: ganz gut, Kind heult: auch gut), aber nein: der Junge erzählte mir schluchzend, dass er von grösseren auf dem Heimweg vom Training abgepasst worden wäre, vom Rad geschubst, geschlagen und getreten worden wäre. Ich sah dann auch schon seine verschrammte Wange und das angeschwollene rote Ohr, er hielt sich die Rippen und weinte, weinte, weinte. Er wollte sich nicht nach Hause begleiten lassen (auch wenn man immer drüber lächelt und Augen rollt, dass man mit den Kindern anscheinend seine eigene Identität verliert und nur noch als "Mama oder Papa von xy" referenziert wird: in so einem Fall hilft das. Die Kinder lernen ja zu recht, keinem Fremden oder Unbekannten zu trauen, da baut "Du bist doch der xy, wir wohnen einen Weg weiter, ich bin die Mama von Q. und L." ein gewisses Vertrauen auf, und sei es nur, sich in den Arm nehmen zu lassen und ein bisschen Trost anzunehmen.), weil seine Mutter eh schon auf dem Weg wäre (sie hatte ihn, als er vom Training nicht nach Hause kam, auf dem Handy angerufen). So sass ich dann eine Zeitlang mit einem schluchzenden, nassen 12jährigen im Arm auf dem Weg, ich konnte ihn da ja nicht einfach sitzen lassen. Leider konnte ich der fassungslosen Mutterdann auch nicht helfen, weil ich ja nichts gesehen hatte. Immerhin wusste der Junge, wer ihn angegriffen hat und der Plan "Wir holen jetzt den Papa und dann gehen wir zu denen nach Hause" klang ganz gut.

So viel zur Dorfidylle....ich könnte mir in den Bauch beissen, dass mein Kinderheulfilter mich so weit hat abstumpfen lassen, dass ich so lange gewartet habe.

*Abends sieht es mittlerweile anders aus: die erste Generation Kinder, die hier miteingezogen sind, als die Häuser wirklich noch neu waren, sind jetzt im allerbesten Teeniealter. Man kennt das: da steht man mit Einbruch der Dämmerung so rum. Und Gruppen, nach strengen, nach aussen unersichtlichen Kriterien sortiert. Letztens bin ich mit Little Q. an solchen Trüppchen vorbeimarschiert und meinte so: "Schau, Q., in vier Jahren oder so, da stehst Du dann mit Deinen Freunden so vorne am Weg rum und stehst da halt so." Er hat mich mit diesem unvergleichlichen Blick und dem Ding mit den Augenbrauen angeschaut und erst gemeint: "4 Jahre? Mami, die da vorne sind in der 5. und 6. Das wäre dann für uns ab Sommer. Kannste dich jetzt schon mal drauf einstellen." Und dann diesen wunderbaren Spruch gebracht:

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Dienstag, Mai 03, 2016

Telefonscherz?

Gestern abend klingelt das Festnetztelefon, es ist eine deutsche Nummer. Eine junge Frau mit perfekt hochdeutscher Aussprache ist dran.
Junge Frau: "Schönen guten Abend, ich rufe im Auftrag der Stadt an, wir machen eine kurze Telefonumfrage zum Einkaufsverhalten unserer Bürger. Haben Sie zwei Minuten?"
Frau Brüllen: "Äh. Welche Stadt denn?"
JF: "Na, Rheinfelden* natürlich."
FB: "Ja. Also. Wir wohnen aber gar nicht in Rheinfelden."
JF: "Oh, dann entschuldigen Sie die Störung, schönen Abend noch."

Nach dem Anruf war ich etwas perplex, ich dachte mir: die muss doch gemerkt haben, dass sie in der Schweiz anruft. Zum Beispiel bei der 0041-Vorwahl. Komisch.

Eine Stunde später, ich bringe grade Little L. ins Bett, klingelt das Telefon wieder. Das habe ich ja immer noch gefressen ohne Ende. Auch wenn die Einschlafdramen hier vorbei sind, ich finde trotzdem, dass sich jeder hier einen Anruf zwischen halb acht und halb neun verkneifen kann. Entweder bin ich grad dabei, zu rotieren und die Kinder durchs Bad ins Bett zu schleusen und das Tageschaos aufzuräumen, oder jemand schläft gerade ein, ich möchte auf gar keinen Fall mit irgendjemandem sprechen. Gut, das konnte die neue junge Frau mit der deutschen Vorwahl ja nicht wissen.

Junge Frau: "Schönen guten Abend, ich rufe im Auftrag der Stadt Rheinfelden an, wir machen eine kurze Telefonumfrage zum Einkaufsverhalten unserer Bürger."
FB: "Wir haben doch grad vorher telefoniert?!"
JF: "Nein, das war dann wohl meine Kollegin. Also. Es wurde festgestellt, dass immer mehr Bürger aus der Region.."
FB: "Moment. Ich habe Ihrer Kollegin vorher gesagt, dass ich gar nicht in Rheinfelden wohne."
JF: "Ja, das macht nichts. Es geht auch schnell. Also. Es wurde festgestellt..."
FB: "Moment. Ich habe ehrlich gesagt weder Zeit noch Lust auf eine Telefonumfrage."
JF: "Es geht auch nur eine Minute."
FB: "Grad vorher hiess es schon zwei Minuten und ich mag überhaupt nicht, weder eine noch zwei, noch jemals. Könnten Sie das bitte so aufschreiben und hier nie wieder anrufen?"
JF: "Aber es geht doch ganz .."
 Und dann habe ich aufgelegt.

Heute beim Abendessen machen läutete das Telefon schon wieder, deutsche Nummer, junge Frau dran:
JF: "Schönen guten Abend, ich rufe im Auftrag der Stadt Rheinfelden an, wir machen eine kurze Telefonumfrage zum Einkaufsverhalten unserer Bürger."
FB: "Ja. Also. Ich habe gestern schon mit zwei Ihrer Kolleginnen gesprochen. Erstens: ich wohne nicht in Rheinfelden. Zweitens: ich wohne in der Schweiz. Drittens: ich habe keine Lust auf eine Telefonumfrage, auch nicht für eine Minute. Ich habe Ihrer Kollegin gestern gesagt, sie soll aufschreiben, dass hier nienienie mehr jemand von Ihnen anruft."
JF: "Ah, hier steht nichts."
FB: "Ja, schade. Dann schreiben Sie das doch jetzt bitte auf."
JF: "Okay, mache ich, entschuldigen Sie die Störung. Aber eine Sache hätte ich noch: wir rufen im Auftrag des Schweizer Rheinfelden an."
FB: "Okay, das erklärt immerhin, warum Sie sich bei der Ländervorwahl nicht wundern. Aber ich mag trotzdem nicht. SCHREIBEN SIE AUF: FRAU BRÜLLEN WILL KEINE UMFRAGE MACHEN!!!"

10 Minuten später: Telefon läutet, deutsche Nummer, junge Frau auf Hochdeutsch:
JF: "Schönen guten Abend, ich rufe im Auftrag der Stadt Rheinfelden in der Schweiz an, wir machen eine kurze Telefonumfrage zum Einkaufsverhalten unserer Bürger. Wir haben festgestellt, dass immer mehr Bürger der Region...
FB: "Moment. Ganz ehrlich, ich glaube langsam, Sie veräppeln mich. Sie sind jetzt die vierte, die mich mit dieser blöden Umfrage anruft. Ich habe von vornherein gesagt, dass ich nicht möchte und langsam finde ich das wirklich eine Unverschämtheit. Ich weiss, auch wenn Ihre Stimme genauso klingt, wie die der letzten drei, sind Sie vermutlich eine eigenständige Person und können nichts dafür, dass Ihre Kolleginnen das nicht aufgeschrieben haben, aber mir langts jetzt einfach."



Ich bin jetzt sehr gespannt, ob noch ein Anruf kommt, dann würde ich mir, glaube ich, mal den/die Vorgesetzte(n) geben lassen oder aber fragen, warum die Stadt Rheinfelden, die damit zu kämpfen hat, dass alle im deutschen Rheinfelden, die nur über den Rhein ist, und wo alles ungefähr 50% günstiger ist, einkaufen gehen, nun ein deutsches Callcenter/Meinungsumfragedings beauftragt, um rauszufinden, woran das liegt.
Oder aber, ob sich da einfach eine (die Stimmen klangen sehr gleich) junge Dame einfach einen Spass macht (immerhin hat sie alle meine Rückfragen beim nächsten Anruf in den ersten Satz mit eingebaut).

Und ja. Natürlich hätte ich ihr/ihnen längst Rede und Antwort stehen können und sagen, dass man in Rheinfelden /CH nicht gescheit parken kann, dass es nur überteuerte Chichi-Geschäfte oder altmodische Oberbekleidungsläden gibt, dass es keine Bäckerei/Cafe/Eisdiele in der Stadt gibt und dass eben 100 m weiter all das für einen Bruchteil des Geldes zu haben ist. Aber jetzt gehts ums Prinzip.

Es bleibt spannend. Mittelspannend.


*Achtung: Jetzt braucht es ein bisschen Erdkunde: wie Sie hier sehen, gibt es zwei Rheinfelden. Direkt nebeneinander, eines in der Schweiz (unten), eins in Deuschland (oben). Wir wohnen in keinem von beiden.

Montag, Mai 02, 2016

Diversity & Inclusion

Seit letzter Woche darf Little L. regulär zum Geräteturntraining im Dorf gehen. Er war ja Anfang Jahr schon mal schnuppern, aber da gab es keine freien Plätze mehr. Aufgrund der grossen Warteliste und weil auf einmal nach jahrelang nur Mädchenmannschaft DREI Buben auf einmal mitmachen wollten, wurde eine Bubengruppe, die gleichzeitig mit den Mädchen trainiert, ins Leben gerufen.
Little L. ist überglücklich, seine zwei Kollegen und er wurden sowohl von den Mädchen als auch den Trainerinnen sehr nett aufgenommen.
(Ich freue mich besonders, weil ich ja bei uns daheim immer die skeptisch beäugte Ausnahme war, die Leichtathletik und Ballsportarten doof und Turnen, Trampolin, Tanzen toll. Andererseits weiss ich, wie es sich für Kinder anfühlt, die "verpassten Chancen " der Eltern nutzen zu müssen oder diese Möglichkeit eben auszuschlagen und deswegen habe ich mich bei der Sportwahl der Jungs absolut rausgehalten. Ich bin jetzt nicht unendlich unglücklich, dass sie keinen Kampfsport mehr machen, bei Boxen, Football, Rugby hätte ich vermutlich zugunsten der Hirnzellen Veto eingelegt, ich bin auch nicht unglücklich, dass sie kein Fussball spielen und wir unsere Spielwochenenden in der Hockeyhalle anstatt im Regen am Spielfeldrand verbringen, aber alles in allem dürfen/müssen sie mal schön selber rausfinden, was sie können und/oder mögen. Trotzdem: allein beim Schnuppertraining hat es mich in Händen und Füssen und im ganzen Körper gekribbelt vor Lust mitzumachen oder aus Erinnerung, wie toll das Gefühl beim Turnen ist. Jetzt geniesse ich es, montag abend ein bisschen Geräteturnhallenluft zu schnuppern und dann mit einem verschwitztes Kind mit müden, magnesiatrockenen Händen, roten Backen und leuchtenden Augen durchs Dorf nach Hause zu spazieren.)
Little L. ist auf jeden Fall sehr konzentriert und begeistert bei der Sache. Letzte Woche kam dann noch eine Mail, dass sie sich sehr freuen, dass sie jetzt die Bubentruppe haben und ob es für uns okay wäre, das Bubentraining grad ein bisschen länger zu machen, weil für Buben ein Gerät mehr (Barren) auf der Liste stünde (was ist eigentlich aus Schwebebalken geworden? Macht man das nicht mehr? Jetzt nicht unbedingt die Buben, aber auch die Mädchen trainieren das nicht....). Klar ist es das!

Sonntag, Mai 01, 2016

Gloomy Sunday

Als der Hübsche und ich gestern abend um viertel nach 11 wegen müüüüüde das Licht ausmachten, ahnten wir zwar, dass Little Q. im Pfadiheim Dornach sicher noch nicht schlafen würde. Das war zwar korrekt (er ist wohl irgendwann gegen halb eins eingeschlafen), was wir aber nicht wussten: er hatte sein gegenüber dem ersten Ziel eh schon verdoppeltes Hike-Ziel nochmal verdoppelt und war 40km gelaufen. Pausenzeiten abgezogen ist seine Truppe 9.5 Stunden querfeldein gelaufen. Das ist eine so grossartige Leistung, ich bin ganz platt! (Alle 10 km war ein Ausstiegsposten, wo ein Transport zur Unterkunft organisiert wurde. Anscheinend hat die Gruppendynamik dazu geführt, dass der Grossteil der Truppe (in Q.s Gruppe waren 10 10-12jährige mit zwei Pfadileitern unterwegs) grossmütig abwinkte und noch 10km drauflegte, bis sie eben (dann doch im Regen, der am Spätnachmittag eingesetzt hatte) bei der Unterkunft ankamen. Dort gab es eine heisse Dusche, Pizza und danach wurde eben bis spät in die Nacht noch gespielt.
Entsprechend platt war Q. dann heute, er bewegte sich eher in Flash-Geschwindigkeit durch den Tag.

 

Entsprechend platt war Q. dann heute, er bewegte sich eher in Flash-Geschwindigkeit durch den Tag. Der war ein bisschen angespannt, weil sich wieder mal ein Kindle selbständig gemacht hat (diesmal der von Little Q.), wir haben zwar alles, ja, auch das Duschgel-Regal durchsucht, Little Q. ist sich "absolut sicher", dass er das Ding an verschiedenen Orten zum letzten Mal gesehen hat und es ganz sicher weder zum Unihockeytraining noch zum Hike mitgenommen hat, aber irgendwo miss das vermaledeite Ding ja sein.... Nun denn, gottseidank haben wir auch noch Papierbücher, wir haben das Kinderzimmer und alle Bücherregale bei der Suche grundentrümpelt, aber schöner wäre es schon gewesen, wenn ich den Tag mit der Lehre: "Da ist das Ding, siehste, aufräumen hilft" hätte abschliessen können, als "Jetzt haben wir wie doof gesucht und uns gegenseitig angemotzt und aufgeräumt, aber geholfen hat es nichts." Nun ja.

Samstag, April 30, 2016

Team Lerche

Eigentlich sind wir (v.a. ich, der Hübsche ist eher immer noch eher Eule) dank jahrzentelang nicht durchschlafender, dafür aber früh aufstehender Kinder mittlerweile eh immer sehr früh auf den Beinen.
Seit die Kinder aber entweder eh länger schlafen (Q.) oder sich wenigstens morgens auch selbst beschäftigen (L.), geniesse sogar ich es, am Wochenende auszuschlafen. Am Samstag heisst das: Weckerklingeln um 8, das ist die validiert optimierte Aufstehzeit, die reicht, um ein ausgiebiges Samstagsfrühstück einzukaufen und -zunehmen und dann pünktlich um 10 im Hallenbad zu sein für Little L.s Schwimmkurs.
Für dieses Wochenende stand allerdings "Früeligsputzete" in der Siedlung an, mit Antreten um 9 Uhr. Also ob das nicht schon früh genug wäre, war dann noch für die "Hike Challenge" der Pfadis, für die Little Q. sich angemeldet hat, Antreten schon um 8. Klar, wenn man bis zu 40km querfeldein laufen will, dann würde ich auch früh starten!


Also hat unser Wecker heute um 7 geläutet (ich bin ja zwanghaft optimistisch: das ist eine Stunde länger als unter der Woche!), haben Q. abgefrühstückt, Kaffee getrunken, Q. und Gepäck zum Pfadihaus gebracht (er hat spontan entschieden, statt der zunächst anvisierten 10km doch grad 20km zu laufen), Semmeln geholt, gefrühstückt, und dann die Siedlung von ungeführ 4500 Zigarettenstummeln, Kaugummis, Kronkorken und sonstigen Leckereien befreit.
Als der Hübsche und L. schwimmen waren, habe ich ein paar kleine Niedlichkeiten genäht, Kuchen (ich habe endlich mal die Zutaten in Gramm angegeben, anstatt die doofe "Joghurtbecher-Einheit") gebacken, den Slowcooker mal wieder vorgeholt und Chicken Kung Pao angesetzt.
Zwischendrin habe ich immer wieder skeptisch nach draussen geschaut, weil eigentlich für heute richtiges Sudelwetter angesagt war und ich schon mal präventiv Mitleid mit Q. beim Wandern hatte, aber: es war den ganzen Tag perfektes Wanderwetter: trocken, nicht zu heiss, nicht zu kalt.
Ich habe meine Füsse und mich in der Wanne eingeweicht (das Fitzeln geht los! Noch nicht in den erhofften grossen Fetzen, aber schon ziemlich!), mit Little L. Uno und "Schnappt Hubi!"gespielt, Zopf für morgen vorbereitet, alle meine Schminkpinsel der wöchentlichen Wäsche unterzogen, Zehennägel lackiert, Wäsche gewaschen, gelesen  und der Tag ist immer noch nicht ansatzeweise rum. Vielleicht stehe ich morgen wieder früh auf, man hat so viel mehr vom Tag. Vielleicht auch nicht.

(Amazonlinks sind Werbelinks)