Donnerstag, Februar 11, 2016

Wie die Faust aufs Auge

Vorletztes Wochenende habe ich spontan einer Wärmflasche mit schon nicht mehr so schicker Hülle eine neue* verpasst. Ganz einfach, aus einem Rest Fleece, abgezeichnet vom alten Bezug, mit Klettverschluss auf der Rückseite (wobei das scheints ein ganz grosser Fauxpas ist, weil "Mami, Mensch, da stecke ich doch immer meine Füsse rein, das kratzt jetzt!") und vorne drauf mit einem der "Teeny Girls", die es von susalabim heute abend bei Kunterbuntdesign geben wird.

Es war echt nicht so geplant, dass ich die direkt einsetzen würde, aber so hatte ich in meinem Elend letzte Woche(Mirischlecht gepaart mit Meinbauchtutweh) wenigstens stylischen Beistand.

*Jaja, verweichlichte Luxusgesellschaft und so. Ich erinnere mich noch, früher, da waren wir froh, wenn wir überhaupt eine Wärmflasche hatten, nicht nur einen Stein aus dem Ofen, und wenn noch warmes Wasser drin war, dann war das der totale Luxus. Damals, als wir im Winter noch barfuss in die Schule gelaufen sind und uns mit den Wölfen auf dem Dortplatz um Schlachtabfälle gestritten haben,..... wo war ich? Ach ja: ich habe mir zB mal eine sehr fiese Verbrennung am Handgelenk an einer Wärmflasche geholt, allein durchs eine Nacht im Arm halten. Okay, sie wäre vielleicht besser geheilt, wenn ich nicht mit einer (grösstenteils sauberen) Zirkelspitze in der Mathevorlesung drin drumgebohrt hätte, um zu schauen, wie tief das jetzt geht und ob da vielleicht noch Fremdkörper drin sind. Jetzt habe ich halt eine kreisrunde Narbe am rechten Handgelenk. Wie wenn ich da eine Zigarette dran ausgedrückt hätte. Aber irgendwie bin ich vom Thema abgekommen.

Mittwoch, Februar 10, 2016

Frau Brüllen wird reich. Vielleicht. Erster Akt

Für den Freundeskreis „Spannungsbogen“ habe ich eine Fortsetzungsgeschichte mit ungewissem Ausgang.
Lassen Sie mich zunächst die Vorgeschichte erzählen:
 
Im September 1999 bin ich mit meinem damaligen Freund (Sie kennen ihn, wir sind seit 12.5 Jahren verheiratet) zusammengezogen, aus dem kleinen bayerischen Dorf, in dem ich gross wurde in die Landeshauptstadt.
Weil ich ja auch damals schon gern alles sauber gelöst habe, habe ich damals auch den Friseur, alle Ärzte und, Achtung, die Bank gewechselt. Ich gab der Dorfsparkasse den Auftrag, sämtliche Konten etc. auf die Stadtsparkasse München zu übertragen.
 
Im Jahr 2002 sind der Hübsche und ich damals noch unverheiratet in die Schweiz gezogen. Auch hier: die saubere Lösung, wir haben uns in Deutschland abgemeldet, was nach ungefähr drei Jahren Schweiz dann auch das Finanzamt München 2 Aussenstelle Deggendorf eingesehen hat, allerdings haben wir unsere beiden Konten bei der Stadtsparkasse München behalten, weil wir so nah an der deutschen Grenze leben und immer noch zB Geburtstagsgeschenke online nach Deutschland bestellen und das ist mit einem deutschen Konto viel einfacher.
 
Im Jahr 2003 haben wir geheiratet, auch hier die saubere Lösung: wir haben in Basel im Zivilstandsamt geheiratet, auf dem Landratsamt Lörrach die „Erklärung zur Namensführung“ beim Standesamt 1 in Berlin beantragt, bestätigt bekommen, die Pässe bei der Deutschen Botschaft in Bern ändern lassen, die Stadtsparkasse München über die Namensänderung und die Änderung des Familienstands informiert und die beiden Konten zu einem zusammengelegt.
 
Im Jahr 2007 sind wir dann aus der Stadt in die Vorstadt zwei Kantone weiter gezogen, haben das Haus gekauft, unsere Schweizer Bankgeschäfte auf die Hausfinanzierungsbank transferiert, die Stadtsparkasse in München über unsren Umzug informiert.
 
So weit, so gut. Das Ganze läuft relativ reibungslos, manchmal muss man mit den Münchnern ein bisschen schimpfen, wenn sie zB beschliessen, den Dispo zu streichen oder uns zu verpflichtenden Terminen in der Geschäftsstelle Bonner Platz aufbieten wollen, aber so alles in allem haben sie sich daran gewöhnt, dass sie jetzt zwei Kunden ausserhalb der EU haben.
 
So. Letzte Woche hat mir meine Mutter, die immer noch in dem kleinen oberbayerischen Dorf lebt, erzählt, die Leute aus der Dorfsparkasse hätten mich gesucht und ich würde ja anscheinend gar nicht mehr in München wohnen und ob sie ihnen meine Adresse geben könne. Diesen Montag bekam ich dann ein sehr skurriles Schreiben der Dorfsparkasse, mit der ich sämtliche Geschäftbeziehungen seit September 1999 beendet wähnte. Man hätte mir aus gesetzlichen Gründen dringend nötige Unterlagen zur Unterschrift zustellen wollen, unter anderem eine Änderung der AGBs und ich wäre unbekannt verzogen. Mein Lieblingssatz ist „Eine Adressanfrage bei der Landeshauptstadt München und Ihrer Mutter machte es uns endlich möglich, Ihre Adresse ausfindig zu machen.“
Anscheinend hat man ein Sparbuch auf meinen Namen gefunden und bräuchte jetzt von mir Erklärungen, wo ich steuerpflichtig ansässig wäre, Belege, falls das nicht in Deutschland wäre und allen Kladderadatsch zur Eheschliessung vor über 12 Jahren. (ach ja: und falls ich das Sparbuch nicht mehr bräuchte, solle ich es einschicken und man könne mir den Betrag überweisen).

Und ja, auch die Dorfsparkasse kann Spannungsbogen, sie haben nämlich nicht geschrieben, wieviel Geld auf dem Sparbuch ist, von dem ich nichts wusste (und das ich physisch natürlich auch gar nicht mehr habe, aber darum kümmere ich mich erst, wenn ich mehr weiss).

Ich hege im Prinzip und aus beruflicher Prägung natürlich allergrösstes Verständnis für Formalismen und Formulare jeder Art, aber ganz ehrlich regt sich in mir ob der ganzen Angelegenheit eine gewisse Renitenz.
  1. Seit 1999 sollte da nichts mehr sein.
  2. Ich habe meine Bewegungen und Änderungen jederzeit transparent mitgeteilt, allen Leuten und Stellen, die es betrifft. Da muss man nicht meine Mutter verrückt machen (grade, dass sie sie die Dokumente nicht haben unterschreiben lassen).
  3. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass sich die AGBs der Dorfsparkasse seit über 16 Jahren nicht geändert haben, und frage mich jetzt, warum sie mich so lange nicht gesucht haben.
  4. Ich wüsste gerne, ob ich diesen Aufwand jetzt für zweimarkfuffzig betreiben soll oder für einen Betrag, für den es sich lohnt (ich arbeite im Moment noch an der Grenze, die mir sinnvoll erscheint. Aktuell denke ich, für einen zweistelligen Betrag mache ich grad mal gar nix.)

Also: ich werde diese Dokumente erstmal nicht ausfüllen und mit beglaubigten Kopien von alles und jedem versehen zurückschicken, ich möchte erstmal mit den Leuten sprechen.
 
Auch das ist erstaunlich kompliziert. Aus meinen 24 ersten Lebensjahren in Bayern weiss ich, dass weder Rosenmontag noch Faschingsdienstag noch Aschermittwoch da Feiertage sind, also habe ich nach einem Check der Öffnungszeiten online gestern morgen mal angerufen. Es ging auch jemand hin, der mir sagte, sie hätten geschlossen und ich solle morgen nochmal anrufen.
 
Heute morgen habe ich also nochmal angerufen und die gleiche Dame nochmal erreicht. Sie sagte mir, dass auch heute die Filiale geschlossen sei und ich solle wann anders anrufen. Nachdem ich jetzt ehrlich gesagt keine Lust habe, jeden Tag da anzurufen, um rauszufinden, wann offen ist, habe ich also um einen Rückruf der Sachbearbeiterin gebeten, die mir den Brief geschrieben hat. Dafür braucht die Vermittlungsfrau aber anscheinend eine Kontonummer, die ich nicht habe, weil ich ja seit 1999 kein Konto mehr dort habe. Oder nicht zu haben glaubte. Bis auf dieses komische Sparbuch, was irgendwie unter irgendeinem Schrank vorkam. Ausserdem war ich mittlerweile schon sehr auf Krawall gebürstet und hatte keine Lust mehr nett und kooperativ zu sein. Es wurde also eine Mail von der Vermittlungsfrau an die Sachbearbeiterin geschrieben, in der vielleicht steht, dass eine Frau aus der Schweiz mit kompliziertem Namen unbedingt zurückgerufen werden möchte, auch wenn sie keine Kontonummer hat und dass sie sonst die Dokumente nicht unterschreibt und wenn die Finanzaufsicht die Sparkasse schliesst, wäre ihr das auch egal.
Man wird sehen, was jetzt passiert. Im Notfall schicke ich da meine Mutter vorbei, die kennt die Leute in der Sparkasse noch aus der Zeit, als sie mit meinen Schwestern und mir im Kindergarten waren.
 
Soweit also der aktuelle Stand, ich halte Sie natürlich zeitnah über weitere Entwicklungen auf dem laufenden.

Dienstag, Februar 09, 2016

Wat ein Tag

Ich habe mich selbst eigentlich immer für ein Lästermaul vor dem Herrn gehalten. Heute, als eine sehr überraschende, mehr Fragen als Antworten aufwerfende Nachricht bei der Arbeit aber dafür sorgte, dass auf einmal keiner mehr arbeiten konnte, sondern jeder sofort über seine Meinung, das, was er schon immer gedacht hat, und was das für die Zukunft bedeuten könnte, schwatzen wollte und zwar mit Ansage ohne jeden Mehrwert, sondern nur dieselben 5 Zeilen drehen und wenden und mit neuen Mutmassungen aufpeppen, da merkte ich nach ungefähr 5 Minuten, dass mich das unglaublich ermüdet, weil bei aller Phantasie die Möglichkeiten irgendwann beschränkt sind und DAS ALLES DOCH JETZT KEINEN WERT HAT!

Dann habe ich ein offensichtliches Kompliment von einem Kollegen, den ich in jeder Hinsicht sehr, sehr schätze, das der unserem gemeinsamen Chef gegenüber ausgesprochen hat, den ganzen Tag hin und her gewendet und überlegt, ob er das gesagt hat, weil ich am meisten ins Projekt involviert bin, weil die Alternativen noch schlechter wären, weil ich thematisch am ehesten drin bin, weil irgendwas anderes oder weil er wirklich findet, dass ich das halt einfach super machen würde. (jaja, ich weiss, einfach mal annehmen und so).

Heute abend bin ich so müde und leer, dass ich wieder weiss: "was mit Menschen" und alles Drumundddran, das kann ich vielleicht super, aber es laugt mich aus, den ganzen Tag "echt arbeiten" mit Fakten, Zahlen und Daten, das ist nicht halb so anstrengend.

Jetzt noch: Als Elternrat bei der Pfadi-Leiterweiterbildun teilnehmen. Passt. Wie die Faust aufs Auge zum heutigen Tag

Montag, Februar 08, 2016

Seltsames zum Montag

Wegen mangelndem Grossraumbürobenehmen von einigen Kollegen auf dem Stockwerk bin ich dazu übergegangen, meine Amazon-Musikbibliothek rauf- und runterzuhören. Irgendwann ist die aber mehrfach durch und so habe ich heute morgen das aktuelle Adele-Album (Werbelink) dazugekauft.
 
Und damit ich das nicht nur am Computer oder unterwegs übers Handy und die schicken Kopfhörer hören kann, habe ich es ausserdem runtergeladen und via gDrive mit dem Hübschen geteilt. Ich dachte ja ehrlich gesagt, es wäre klar, was ich mit der automatisch formulierten Mail: "Frau Bruellen has shared the following file with you" meine, nämlich: "Du, Schatz, könntest Du das bitte runterladen, auf dieSD-Karte für Automusik spielen, damit ich das auch da hören kann? Und ja, natürlich könnte ich das auch selber machen, aber wir wissen ja beide, dass Du noch zwanghafter bist als ich mit Datensortieren auf dem heimischen Computer."
Was der Hübsche jedoch rauslas, war: "Oh Gott, Frau Brüllens Firmenaccount, die Privatmailadresse und überhaupt alles ist mit einem Virus verseucht, der mir einen Trojaner namens "Adele_25.zip" schickt, am besten sollte ich alle Festplatten formattieren, Kreditkarten sperren und das Haustürschloss austauschen lassen."
Gottseidank hat er kurz vor Ausführung dieses Notfallplans nochmal kurz nachgefragt, so dass wir das klären konnten. Er fand, "Adele_25.zip" hätte als Trojanername ungefähr den gleichen Verdächtigkeitsgrad wie "Scarlett_Johansen_nakid.exe". Und da sage einer, ich wäre paranoid!
 
Sonst: stürmisch, sehr. Heute morgen wehte mich noch eine muntere Brise zum Bus, zur Kantine mittags dann riss mich eine Sturmböe so schwungvolll aus dem Drehtor und über die Strasse, dass ich direkt beschloss, sicher nicht mit dem Fahrrad zur Aussenstelle zu fahren, lieber mit dem Shuttle. Auf dem Heimweg dann hatte ich gegen den Sturm echt Probleme, anzuatmen und der Busfahrer bestand auf "Alle anschnallen, für den Fall, dass wir umgeweht werden". Der Elfenbeinturm schaukelt übrigens nicht bei Wind, aber es pfeift ziemlich unheimlich.
 
Ansonsten bin ich ja grad noch Stellvertretung für meinen urlaubenden Kollegen und ich hätte da einen heissen Tipp für Leute, die was von Stellvertretern wollen: jemandem, der sich in die Thematik total neu einarbeiten muss, zu sagen: "Das Ping-Pong geht jetzt schon seit Monaten, Deadline ist jetzt am Freitag, verlängern kann man das nicht" ist.... kontraproduktiv. Vor allem, wenn man dem eigentlich Zuständigen vor dessen angekündigtem Urlaub erklärt hat, es wäre alles in trockenen Tüchern und erledigt. In mir kämpfen gerade Pflichtbewusstsein und "Wenn ich was als Subject Matter Expert unterschreibe, muss ich mich auskennen" mit einer nicht vorhandenen Grundwurschtigkeit und meiner mit eigenen Sachen vollen Agenda. Gnah.

Sonntag, Februar 07, 2016

Sauwettersonntag

Heute wurde hier vor dem Sturm für morgen eine Schlechtwetterfront hergeweht, so dass es schon morgens wie aus Kübeln schüttete.
Unser Plan "Ausschlafen, Pyjamafrühstück, Sendung mit der Maus, Swiss Mega Park, Wohnzimmerkino mit Mockingjay I" passte also perfekt. Die Kinder sind zwar trotz Party gestern und dementsprechend spät ins Bett heute punkt acht aufgestanden, aber immerhin haben sie sich an "Und dann räumt ihr erst auf, und dann könnt ihr spielen oder lesen oder was auch immer" erinnert und so fand ich sie um halb 10 einträchtig jeder mit einem Nintendo im Sitzsack nur eine Kabellänge von der Steckdose entfernt aneinander gekuschelt in einem für den Saugroboter aufgeräumten Kinderzimmer. Perfekt!

Der Swiss Mega Park ist ein auf eher grösser Kinder ausgelegter Indoorspielplatz, was einerseits toll, weil halt spannender, andererseits ist es genauso laut und, und das ist nicht zu unterschätzen, je älter die Kinder, desto mehr stinken sie beim Schwitzen. Und es waren viele, sehr viele, sehr aktive Kinder da. Halleluja, ich war sehr froh, als ich mit drei zwei ausgepowerten nassgeschwitzten Kindern und dem Hübschen durch den strömenden Regen wieder nach Hause unterwegs war.
Ich wollte ja eigentlich Apfelrosen zum Zvieri machen, aber dann hatte ich beim Einkaufen wohl nur an Blätterteig gedacht und ihn nicht in den Wagen gelegt, also gab es einen der Alltime Favourites aus dem "Zucker, Zimt und Liebe"-Backbuch (Werbelink), die Mohn-Vanille-Küchlein. Und, so als Tipp unter uns: auch wenn Rezept nur 190g Mehl angegeben sind, das ist mit dem ganzen Rest mehr als genug für uns vier. Man kann aber auch alle Mengen verdoppeln und wird dann ednlcih mal die ganzen Minimuffin-Formen los. Wir hatten dann 12 Miniguglhüpfe, 12 normale Muffins und 24 Minimuffins. Reichte komfortabel für uns alle zum Heimkino, für morgen zum Frühstück, in die Znüniboxen und für die Kaffeepausen mit Kollegen im Elfenbeinturm und im Kubus. Film: super, Abendessen: Gyros mit allem. Man könnte sagen: Geht grad so.



Dieses Video kann man ruhig öfter anschauen. Auf den ersten Blick erkennt man Little L.s geschmackvolle Zunstar-Kleider, auf den zweiten die Löcher in den Socken, auf den dritten den Beinahezusammenstoss zwischen dem Hübschen und einem winzigen Kind, auf den vierten den Akrobaten im Hintergrund.

Samstag, Februar 06, 2016

Von der Schwimmbrille zur Guggenexplosion

Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände fanden wir uns heute nachmittag auf einmal inmitten von Tausenden guggennarrischen Fasnächtlern wieder und das kam so:
Samstag ist Schwimmkurstag und diese Woche war ich dran mit Begleitschwimmen. Little Q. wollte ausnahmsweise ohen Kurs auch mitkommen, also schaute ich beim Taschepacken extra nach, ob alle drei Schwimmbrillen in der Tasche wären. Waren sie natürlich nicht, die Erwachsenenbrille fehlte (man erkennt sie bei unseren grosskopferten Kindern nur daran, dass sie keine getönten Gläser hat, weil halt). Die Stimmung war dann nur so mittel, weil sich jeder sicher war, dass er sie nicht verloren hat (ich zB war mir nicht mal sicher, ob sie aus dem Weihnachtsurlaub überhaupt mit nach Hause gekommen war, weil ich aus Krankheits- Unihockeyfahrdienst- und sonstigen Gründen seitem gar nicht aktiv geschwommen bin, aber der Hübsche war sich immerhin sicher, dass sie vor drei Wochen noch da und letzte Woche schon nicht mehr da gewesen wäre. Man könnte jetzt natürlich fragen, warum man sie dann letzte Woche nicht gesucht hat, aber man kennt das ja: blame game hilft niemandem. Sagt man.), besonders deswegen weil ich dank Q.s Begleitung ja zum Schwimmen nun keine Brille haben würde.
Nun denn, wir haben nochmal ordentlich gesucht, nix. Ich bin also meine 40 Bahnen mit ohne Kopf unter Wasser geschwommen und mal positiv gesagt: ich hätte ja nicht gedacht, dass ich das Kopf unter Wasserschwimmen so vermissen würde!
In der Fundkiste des Bademeisters waren zwar einige Brillen, aber unsere nicht. Hmm. Nachdem wir heute abend aber eh bei einer Kollegin im Nachbarstädtchen zum Geburtstag eingeladen waren, beschlossen wir, spontan ein bisschen eher zu fahren, im Sportladen eine Brille (oder zwei, weil die von Little Q. schon ein angerissenes Band hat?) zu kaufen und ein wenig bummeln zu gehen.
Sollte ja auch nicht mehr so viel los sein, wenn wir erst spätnachmittags fahren. Ha. Ha. Ha.

Auch hier wieder positiv gedacht: wir sind extrem baslerisiert, da wir überhaupt nicht auf dem Schirm hatten, dass die alemannische Fasnacht natürlich heute in der Nachbarsstadt nur so tobt! Also haben wir erstmal eine halbe Stunde Parkplatz gesucht, uns dann durch gefühlt Millionen guggenmusizierender oder auf ihren Auftritt wartende Guggenmusiker in vollster Kostümierung gedrängt, immerhin eine Schwimmbrillle gekauft, uns einmal durch die Fussgängerzone gequetscht, kein Kind verloren, keinen Hörsturz erlitten, kein Bier drüber geschüttet gekriegt und jeder noch einen Krapfen verdrückt.

Das langt auch wieder mit Fasnacht, aber ehrlich! (Ach ja, wir haben mal "nur" eine Ersatzbrille gekauft, ich gehe ja eigentlich fest davon aus, dass die verschollene heute oder morgen wieder auftaucht, jetzt, wo Ersatz da ist)

Freitag, Februar 05, 2016

WMDEDGT 02/16

You know the drill? Willkommen zum fröhlichen Tagebuchbloggen im Februar! Die Liste zum Eintragenist unten.

Freitag ist im aktuellen Alltag ein bisschen mein Crazy Day. Wegen kein Parkplatz bei der Arbeit fällt der Wochengrosseinkauf nach der Arbeit jetzt ja weg, ich bin nicht bereit, mehrere Stunden am Samstag dafür zu opfern, mich erst in den überfüllten Supermarkt zu drängen und dann Stunden am Grenzübergang zu stehen (und nein, ich bin immer noch nicht bereit, den Grosseinkauf beim doppelt so teuren Schweizer Supermarkt vor der Haustür zu machen). Aktuell sieht der Freitag morgen so aus:
Mein Wecker klingelt um 6:00h, bis 20 nach sechs habe ich das Bad für mich, für fertig machen, schminken, tralalala, dann schüttle ich Little Q. aus dem Bett, der Freitag schon um 7:40h Schule hat. Little L. kann (und hat heute) noch weiterschlafen. Während Little Q. sich anzieht, starte ich unten das Laptop, logge mich ins Firmennetzwerk ein, beantworte schon ein paar Mails, die über Nacht kamen (das ist das Grossartige bei der Arbeit mit asiatischen und amerikanischen Kollegen, es gibt rund um die Uhr was zu tun….) mache ich uns Frühstück, packe die Znüniboxen in die Schultaschen, mache alles parat, dass der Roomba saugen kann, dann frühstücken wir in trauter Zweisamkeit. Um sieben läutet oben der Wecker und die zweite Schicht steht auf. Q. und ich verlassen um 20 nach sieben das Haus, er in die Schule, ich zum Einkaufen. Das geht morgens (nur die Rentner mit seniler Bettflucht und ich. Ein Traum) und ohne Kinder ratzfatz (Die Diskussionen um Ü-Ei ja oder nein fallen direkt vor der Kasse weg, werden aber dann daheim geführt, weil „Mami, ich hatte es extra auf den Einkaufszettel geschrieben!“). Inclusive Drogerieeinkauf (das sammle ich so immer für einen Monat oder so) war ich um 9:00h wieder zu Hause. Der Roomba hat brav gesaugt, ich nehme also die Stühle wieder vom Tisch und logge mich wieder ins Firmennetzwerk zum Arbeiten ein. Ich muss einerseits ein Kick-off-Meeting für ein standortübergreifendes Team nächste Woche terminieren (incl Videokonferenzraum im neuen Elfenbeinturm, mal sehen, wie das so klappt…) und muss aus gegebenem Anlasse extragut kontrollieren, dass ich „Kick-off“ und nicht „Dick-off“ in die Einladung schreibe. Dann sind für alle unsere Produkte im April sogenannte Strategiepläne fällig, die sich aus Input der einzelnen Funktionen zusammensetzen. So muss jede Funktion ihren eigenen Plan für ihren Teil des Produkts abliefern. Und weil ja alles schön abgestimmt werden soll, kaskadiert sich eine lustige Runde aus Deadlines von der endgültigen im April zu einer ersten nächste Woche, wo die Pläne von Wirkstoffseite (ichichich), Galenik/Verpackung und Qualität schon abgestimmt sein sollen. Das Ganze für vier Produkte logischerweise mal vier, das ist …. einiges. Zwischendrin telefoniere ich mit meinem Kollegen im Büro, der das Gleiche für seine Produkte machen muss und ein paar Tipps über wiewaswoundwoher braucht.
 
Um halb 12 werfe ich den Backofen mit Pizzastahl (Werbelink) an, der muss ja eine gewisse Zeit vorheizen. Dann werkle ich weiter, bis um viertel nach 12 Little Q. heimkommt. Während er seine Schultasche auspackt, belege ich uns schnell zwei Flammkuchenböden, einen langweilig kindertauglich mit Quark, Speck, Käse und keinen Zwiebeln und einen mit Quark, Aprikosensenf, Radicchio, Kürbiskernen, Meersalz, geräuchertem Scamorza und Preiselbeerbalsamico. (Der Furby würde sagen „Kannmanessenkannmanessen!!!!!!“).
 
Heute Mittag essen nur Little Q. und ich zusammen, Little L. hat Waldtag und kommt erst um kurz nach eins nach Hause, mittaggegessen hat er im Wald. Q. muss nochmal los und seine Mappe mit einem zu unterschreibenden Test abholen, die er in der Schule hat liegen lassen. Scheints gibt es eine Strafaufgabe, wenn man den Test nicht unterschrieben am nächsten Schultag wieder anbringt….
Während Little L. den Waldtag abduscht und Little Q. noch ein paar Mal mit sinkender Laune zwischen Schule und daheim hin und her fährt, weil die Tür zu und der Hausmeister, ach, egal, die Sache mit Hirn und Beinen, man kennt das, arbeite ich noch ein bisschen weiter.
 
Als endlich klar ist: das wird heute nix mehr mit dem Test, weil kein Abwart, kein Lehrer mit dem richtigen Schlüssel zu finden ist, schreibe ich also einen Entschuldigungsbrief für keine Unterschrift und wir hoffen, dass das für keine Strafarbeit reicht.
 
Draussen fühlt es sich bei strahlendem Sonnenschein und über 15Grad so sehr nach Frühling an, dass sich die Kinder mit ihren Büchereibüchern erstmal raus in die Sonne setzen, dann mit Nachbarskindern um die Häuser toben und ich mich weiter, genau, den Risikobetrachtungen widmen kann.
Irgendwann reiche ich Apfelschnitze und Fasnachtschüechli nach draussen, gönne mir einen Milchkaffee und auch ein bisschen Obst und Knabberei.
Als die Sonne weg ist, wird es kühl und die Jungsmannschaft drängt ins Haus zurück, Richtung Minecraft.

Um kurz vor fünf bringe ich Little Q. zum Unihockeytraining in die Schulturnhalle, wo sich Freitag abend gefühlt das ganze Dorf trifft. Bei parallel Fussball-, Unihockey- und noch irgendwas Training ist für jeden was dabei.
Daheim heize ich (schon wieder!) den Pizzastahl vor, diesmal aber wirklich für Pizza. Dann nähe ich noch schnell ein gestern abend besticktes Shirt für mich zusammen (Bilder gibt’s noch nicht, aber es ist wirklich gut geworden), fange an, das Pizzazeug zu schnippeln, dazu gibt es ein „Hoch die Hände, Wochenende“-Glas Rotwein.
Um halb sieben holt der Hübsche Little L. ab und wir geniessen die „BESTE PIZZA FÜR IMMER!!!!“.
Es zieht sich alles ein bisschen und es ist halb neun, bis die Jungmannschaft im Bett ist, ich Pippi Langstrumpf vorgelesen habe und Q. feststellt, dass er "noch Shampoo in den Haaren" hat. Also nochmal unters Wasser, föhnen, nochmal ins Bett.
 
Ich verschwinde um viertel nach neun mit Buch in die lang ersehnte heisse Wanne, danach gehts auf die Couch, eine, zwei, viele Folgen "Fargo (2. Staffel)" auf Netflix schauen.