Dienstag, Januar 07, 2014

Ich kenne eine, die kennt eine und die sagt....

Die grossartige Journelle hat letztens einen Artikel von Isabella Donnerhall verlinkt, der so schön die Issues, die ich mit dem Phänomen des "deutschen Netzfeminismus" habe, formuliert, dass ich eigentlich nichts mehr dazu sagen muss als: Lesen. Bitte. Weil:

"Viele vernünftige Frauen, die täglich mit wirkliche Problemen durch Geschlechter-Ungerechtigkeit kämpfen, haben nicht die Kraft sich irgendwelche Schreigefechte mit Gender-Studentinnen ohne Abschluß zu liefern."
und
"Der Feminismus muss dringend von seinem akademischen hohen Ross herunter und mal wieder zu Fuß gehen. "

 Lesen Sie unbedingt auch die Kommentare,   Formulierungen wie "(...) die Frauen, mit denen ich zu tun habe, sind längst raus aus dem konsequenzgeminderten Probehandeln von Studium und “hier ein Projektchen, da ein Buch ankündigen und ansonsten das Leben als Drama leben” " von Kittykoma sind es absolut wert!

Montag, Januar 06, 2014

Back to the glue factory

Heute hat das Arbeitsjahr 2014 in vielerlei Hinsicht vielversprechend angefangen:

  • Als allererstes sind die Kinder beim "Läuten" ihres Ufo-Weckers um 6:15h voller Energie aus dem Bett gestürmt. Ist ja nicht selbstverständlich, wenn man zwei Wochen lang bis mindestens 8:00h (Little L.) bzw. 10:00h (LIttle Q.) geschlafen hat.
  • Dann ist mir, gekleidet in saubersten Büroklamotten und frisch geschminkt die volle Kaffeetasse entgegengekippt und ich habe sie aufgefangen und aufgerichtet, bevor auch nur ein Tropfen herausschwappen konnte. Ist ja auch nicht selbstverständlich, so eine Reaktionsfähigkeit vor dem ersten Kaffee
  • Dann hat das Parkplatzgenehmigungverlängern auch geklappt und ich stand nicht wie letztes Jahr an der Spitze einer langen Schlange Autos vor einer wild piependen Säule und einer geschlossenen Schranke.
  • Dann ist mir beim Einfahren in die Tiefgarage eingefallen, dass ja einige Parkplätze wegen Kantinenumbau gestrichen wurden und meiner offensichtlich nicht dabei war. 
  • Und dann habe ich heute noch einige sehr erheiternde Mails verschickt, die ich mit Namen unterschrieben habe, die (finde ich) fast schon alttestamentarisch klingen. Nämlich im Wechsel "Larom" und "Jarub". Und nein, ich habe meinen Vornamen nicht geändert, das passiert, wenn man mit der rechten Hand auf der nach zwei Wochen doch etwas ungewohnten Arbeitstastatur um einen Buchstaben nach rechts oder links verrutscht.
  • Und zu guter Letzt fand ich gegen 15:00h heraus, dass der unangenehme Druck auf dem Brustkorb nicht von einem nahenden Herzinfarkt herrührte, sondern von einem in der Waschmaschine verdrehtem BH-Bügel, der sich in die falsche Richtung bohrte.
(Ja, und die neue Aushilfskantine ist doof und die FDA, die am letzten Tag vor Weihnachten die Inspektion abgesagt hat, hat heute dann gesagt, ach, wir kommen doch, was natürlich die Entspannung erst malzum Deibel jagt, und ein Lastabwurf ist auch nicht, so wie ich dachte, etwas cooles wie einen 2 Tonnen BigBag aus dem 4. Stock nach unten in den Lichthof donnern lassen, sondern einfach nur ein bisschen Stromabschalten für Profis, aber hey: Jarub!)

Sonntag, Januar 05, 2014

WMDEDGT 1/14

Auch im neuen Jahr wird wieder tagebuchgebloggt!
Wer mitmachen will, schreibt den Tag über Tagebuch, trägt sich in die Liste unten ein und schaut, was die anderen Blogger den ganzen Tag so treiben!

So. Letzter Ferientag. Gestartet ist der Tag wie so viele diese Ferien irgendwann zwischen 3 und 4, als ein kleiner, kalter Little L. mit der Begründung „Ich hab schlecht geträumt“ zu mir ins Bett kroch. Leider ging das Schlechtträumen wohl direkt weiter, weil er war ganz schön unruhig. Irgendwie haben wir dann doch die Maus verschlafen (keine Panik, Kinder, wir haben sie mit Teleboy aufgenommen!), ich sogar mein Shoppingdate mit meiner kleinen Schwester (um neun startete eine Limango-Bodyshop-Aktion und wir wollten eigentlich gemeinsam bestellen), aber erstens gab es auch um viertel nach neun noch fast alles und zweitens schläft meine Schwester wohl auch noch….. nun ja. Der Mann schaut ein paar UFC-Kämpfe irgendwo im Internet, Little Q. liest (wir werden ihn wohl heute kaum zu Gesicht bekommen, er würde nämlich heute gerne noch den 7. Harry-Potter-Band fertig lesen, den er am 31. Dez. noch angefangen hat. Little L. spielt themenkonform mit dem Legohogwarts).
Irgendwann dann ist meine Schwester doch wach, wir decken uns mit Bodylotion und Shampoo (ich kein Duschgel. Meine Vorräte reichen vermutlich bis 2025) ein. Gegen 10:30 bin ich dann so hungrig, dass ich den Rest der Meute aus Bett und Kinderzimmer zusammenscheuche und wir ein ausgiebiges Sonntagsfrühstück mit viel Kaffee und Tee (Am Wochenende trinke ich beides parallel) und dem gestern nacht noch gebackenen Zopf starten.
Nach einer kurzen, aber heftigen Verhandlung können der Hübsche und ich beim Kleingemüse die Forderung „Nur, wer angzogen ist und Zähne geputzt hat, kriegt die Maus zu sehen“ durchsetzen.
Während das erledigt wird, nehme ich den zweiten Loop-Schal, den ich in den Weihnachtsferien gestrickt habe, von der Spannrolle ab und bin instantly verliebt! Er ist zwar riesig, aber ich mag die Zipfel und Zacken!




Bis die Jungs ganz fertig sind, lese ich noch ein bissen Harry Potter 6 auf meine Kindle, ich bin nämlich seinerzeit aus Gründen nach dem Orden des Phönix ausgestiegen, aber jetzt, dank Little Q.s Begeisterung bin ich doch wieder ein bisschen angefixt und möchte doch wissen, ob er das überhaupt alles versteht, was der da liest. Und klar, ich habe die Herausforderung angenommen und wir lesen jetzt um die Wette. Ich bin bei 15% von Band 6, er bei 48% von Band 7, mal sehen, wer als erster mit allen fertig ist. (Er liest langsamer, dafür wird er nicht von so unnützem Kram wie Essenkochen, Wäschezusammenlegen und so aufgehalten).
Während der Maus stricke ich ein bisschen an dem Sockenpaar weiter, das wegen erst der beiden Gryffindor-Schals, dann wegen der beiden Loop-Schals und dem Paar Socken aus 8fach-Wolle, die ich mir zum Skifahren unbedingt stricken musste, eine Zeitlang liegengeblieben war.




(habe ich schon erwähnt: ich habe in den letzten Wochen den totalen Strickjieper. Dank eines Buchs, das ich von meiner Schwiegermutter bekommen habe, bin ich ein bisschen abseits von Socken unterwegs und habe das eine oder andere Loop-Projekt auf dem Schirm. Jetzt aber muss erst mal das Paar Socken fertig werden, ich habe nämlich noch Zauberbälle bestellt, um ein bisschen spät, aber eben immerhin, mit dem Adventskalenderschal 2013 loszulegen.)
Danach geht es ein bisschen nach draussen, die Kinderhirne auslüften, der Hübsche sorgt mit dem Robo-Ball-Ding für angemessene Unterhaltung auf dem Sportplatz.
Wieder daheim verkrümelt sich Little Q. wieder mit seinem Kindle in eine ruhige Ecke, Little L. bespielt das Legouniversum, ich kriege spontan Hunger (ab morgen wird bei uns bei der Arbeit ie Kantine umgebaut, für zwei Jahre oder so. In der Zwischenzeit wird es eine Aushilfskantine in einem stillgelegten Produktionsbau geben, und weil ich mir gar nicht vorstellen kann, wie das für ca 8000 Mitarbeiter am Standort klappen soll, muss ich mir noch ein bisschen was anfuttern) und beschliesse, eins der Weihnachtsgeschenke einzuweihen: ein CupcakeBlech mit Einsatz für zweifarbige Cupcakes.
Nun. Ein schneller Scan meiner Martha Stewart-Cupcake-Bibel zeigt, dass ich alles für Red Velvet Cupcakes daheim habe, also probiere ich mein Glück. Was soll ich sagen….. der Einsatz funktioniert im Prinzip schon, allerdings bleibt jede Menge Teig dran kleben und es ist eine Riesensauerei. Trotz Abkratzen etc. sind es jetzt nur 6 Cupcakes geblieben, aber die schmecken immerhin super.
Als Nächstes verkrümle ich mich mit HarryPotter auf den Crosstrainer (das Kind ein bisschen nervös machen, das dementsprechend auch Lesen geht. Little L. hilft dem Hübschen währenddessen den Inhalt des Whiskeyadventskalenders für ein Nachher-Foto in die richtige Reihenfolge zu bringen:
 Vorher:

Whisky Calendar by Prozac74
Whisky Calendar, a photo by Prozac74 on Flickr.


Nachher
(Klick macht jeweils gross)

Exkurs: ich finde auch mit etwas Abstand immer noch, dass Harry Potter grossartige Kinderliteratur ist. Nicht mehr, nicht weniger. Ich hatte ja zwischendurch ein bisschen Angst, dass Little Q. vielleicht doch ein bisschen damit überfordert wäre, aber nein, das sind Kinder-/Jugendbücher. Ich lese sie zwar gerne, aber auch nur deswegen, weil Little Q. da im Moment so begeistert dran ist und wir jetzt ein bisschen fachsimpeln können. Ich finde durchaus, dass das Bücher sind, die man als Kind/Jugendlicher gelesen haben sollte und die gewissermassen zur Allgemeinbildung gehören, aber das wars dann auch.


Nach der dringend nötigen Dusche habe ich Mann und Kinder das für 2 Wochen Durchspielen eigentlich recht friedlich aussehende Kinderzimmer aufräumen geschickt, selber neben der einen oder anderen Runde Quizduell einen Riesenberg Wäsche zusammengelegt und verteilt, und anschliessend (Sie erinnern sich: eventuell Essensnotstand ab morgen) eine Portion Woknudeln gekocht, von der auch eine ganze Kompanie satt werden würde.
In der Zwischenzeit habe ich noch kurz meine beiden Bürokollegen angewhatsappt, ob sie sich auch schon auf morgen freuen, aber irgendwie dachten die, ich würde das ironisch/sarkastisch meinen…… ich freue mich aber tatsächlich, das war auch schon zu Schulzeiten so: Ferien sind schön und gut, aber danach wieder anfangen, das ist auch toll. Und so freue ich mich wirklich auf morgen, wenn bei uns die Produktion wieder hochgefahren wird. Das einzige, was ich ein bisschen schade finde, ist as Ferienendritual aus Schulzeiten, nämlich das sämtliche Stifte anspitzen. Da bei uns zwar noch erstaunlich viel mit der Hand geschrieben (unterschrieben, v.a.) wird, aber halt nur mit dokumentenechten, validierten, qualifizierten, blauen Kugelschreibern, gibt’s da nicht viel zu spitzen. Aber ich werde morgen früh vielleicht meine Post-it-Vorräte (Verbrauch pro Woche: ca zwei so Blöckchen) rituell aufstocken oder so.
Jetzt (19:30h) sitze ich mit dickem Nudelbauch und einer Tasse Espresso hier, hinter mir bullert die Spülmaschine, die Znüniboxen für die Jungs morgen sind gepackt (ich bereite die immer am Abend vorher vor und lagere sie im Kühlschrank), oben hat der Hübsche die Jungs durchs Bad gescheucht und vorgelesen. Ich muss nur noch die Kleider für morgen raussuchen und bereitlegen, dann geht es in die schon vorheizende Sauna, in den Abkühlphasen werde ich gegen das Kind anlesen und genau um 21:30 werden wir mit der zweiten Folge Sherlock endgültig das Ferienende einläuten.









Samstag, Januar 04, 2014

WMDEDGT 1/14

Na, wer hat morgen Lust auf "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"-Tagebuchbloggen?

Wir hier werden einen gemütlichen letzten Ferientag geniessen (Achtung, Maus kommt schon um 08:15h), am 6. Januar geht hier ganz normal Schule, Kindergarten und Arbeit wieder los.
Bei mir übrigens erstens mit einem betriebsweiten Not-Aus-Test, was sehr spannend wird, erstens, ob alles sich wie geplant abschaltet, dann, ob sich alles auch wie geplant wieder anschalten lässt, und zweitens mit einer Woche Ferienvertretung für meinen (neuen) Chef. Und ja, ich habe so ein bisschen ein Deja-Vu-Gefühl, aber diesmal sind es wirklich nur Ferien.
Also, Liste sollte sich morgen früh automatisch freischalten.

Und jetzt: Ein Tisch, ein Tisch

Das Sofa aus der Geschichte von gestern steht nun schon seit fast einem Jahr in unserem Wohnzimmer und fühlt sich wohl.
Und weil wir in dem gleichen Möbelladen (ja, wir sind da nicht so nachtragend....) auch noch ein Bett gekauft haben, sind wir jetzt da VIP-Kunden und haben deswegen eine Einladung zum Neujahrsempfang mit "Schlemmergutschein"und Rabattgutscheinen bekommen.
Da haben wir dann ganz spontan beschlossen, dass die Jungs jetzt endlich alt genug sind, dass sie nicht mehr mit der Gabel in den Tisch hacken, wenn das Essen nicht schnell genug auf dem Tisch landet oder nicht das richtige ist und deswegen es endlich Zeit für einen Esstisch, der zum Rest der Einrichtung passt, ist.
Wir wollen natürlich nicht zum Neujahrsempfang, weil zum Schlemmen gehe ich ja nicht in einen Möbelladen, da will ich Möbel kaufen, aber den Gutschein, den hätten wir natürlich schon gern gehabt. Also sind wir erstmal an Silvestern dorthin gegangen, und ich muss sagen, ich war ein bisschen enttäuscht: ich hätte ehrlich gesagt damit gerechnet, dass der grösste Möbelladen der Gegend da ein bisschen länger als bis eins aufhat. Wir kamen nämlich erst um zwanzig vor eins und in zwanzig Minuten kaufen nicht mal der Hübsche und ich (und wir sind eigentlich wirklich entscheidungsfreudig, wenn man uns lässt und nicht zwingt, auf roten Puffledersofas zu sitzen) einen Esstisch und Stühle, besonders wenn es ungefähr 1000 verschiedene gibt.
Es hat aber immerhin gereicht, um den Tisch wiederzufinden, den ich beim Abreagieren vom Sofakauf entdeckt hatte und festzustellen, dass er zwar im Prinzip schon schön, aber nicht ganz das ist, was wir beide uns mittlerweile vorstellen. Dafür war der Tisch genau nebendran ziemlich genau das und sogar bezahlbar.
Am 2. Januar kamen wir also nochmal, diesmal rechtzeitig vor Ladenschluss, mit zwei motivierten Kindern im Gepäck und einer Mission: Tisch kaufen (Massiv, Eiche, am besten so eine Farbe, die ein bisschen weisslich ist, damit sie zu unserem hellen weisslichen Fussboden passt, dazu Stühle, nicht nur Holz, nicht nur Metall, ich hätte ja gern eine Bank gehabt, der Mann weigert sich aber ganz strikt dagegen, also keine Bank, dafür weigere ich mich bei Esszimmerstühlen nicht ganz so strikt gegen Leder, wir sind also ganz einfache Kunden) und diesesn Gutschein auch ohne Neujahrsempfang bekommen.
Dazu kommen zwei Jungs, die aus irgendeinem Grund eine andere Agenda haben. DIe erste Hürde haben der Hübsche und ich allerdings schon beim Einsteigen ins Auto elegant umschifft, es roch nämlich auf einmal sehr streng aus dem Fon und wir haben sofort zum Aussteigen und zur Schuhkontrolle gebeten und den Stinker identifiziert und entfernt. Auf der in der Nähe der Tischabteilung platzierten Wildledersofagruppe "Chantal" hätte sich die Hundescheisse zwar sicher auch gut abreiben lassen, aber das wäre ein bisschen unentspannt gewesen.
Also: wir sind reinmarschiert, fanden den Silvestertisch immer noch gut, haben uns drei Stuhlvarianten (nein, no pun mit Hundekot intended) ausgesucht und haben uns also einen kompetent wirkenen Verkäufer geschnappt. Eigentlich wäre diesmal wirklich alles easypeasy gegangen, wenn nicht die Kinder eben diesen Plan gehabt hätten, einen Kronleuchter zu kaufen. Ich vermute, es war ein bisschen arg viel Harry Potter über die Ferien. Also. Wir sassen mit dem Verkäufer unseres Vertrauens am Tisch, schlugen im Katalog nach, welche Grössen es vom Tisch "Santorini" gäbe und fachsimpelten über "White Clay" vs. "Old Java Grey", da kam auf einmal von hinten: "Aaaa, da ist ein Kronleuchter, mit Eiszapfen dran. Den nehmen wir"
Und im Laufe des eigentlich recht zügig verlaufenden Gesprächs wurde der Kronleuchter dann so ein bisschen zu meinem persönlichen "Am Samstag also die Erdäpfelnockerl", weil egal, ob es um die Farbe "Weiss passt besser zu dem Kronleuchter da hinten, das nehmen wir!" oder die Grösse "Wir könnten ja auch zwei Kronleuchter rüberhängen" oder den Wert des tatsächlich problemlos herausgehandelten Gutscheins "350 Euro? Dahinten habe ich einen Kronleuchter für 349Euro gesehen, der hätte dann halt leider keine Eiszapfen" ging, die Kinder hatten immer einen Kronleuchter auf Lager.
Am Schluss haben wir uns dann noch ganz spontan farblich umentschieden, es gibt jetzt einen graubraunen Tisch, damit sich nix mit dem Boden beisst, dafür gibt es helle Lederstühle (ja, das mag inkonsequent erscheinen, aber ich sitze erstens nicht so lange am Esstisch wie am Sofa und zweitens auch nicht mit em ganzen Körper, also: natürlich sitze ich schon mit dem ganzen Körper am Tisch, aber nicht der ganze Körper hat Kontakt mit der Lederfläche des Stuhls, da ist so ein Sofa ja was ganz anderes, so vom Körperkontakt her), dafür aber keinen Kronleuchter und auch kein 60cm grosses quietschgelbes Nilpferd mit Spardosenfunktion, das die Kinder als Kronleuchterersatz aktzeptiert hätten und aus dem sich eins dieser sich selbst einrollbaren Reflektorbänder für Fahrradfahrerhosenbeine, von denen Little L. erstaunlicherweise zwei in seinem Schuh verstaut hatte, nur total schwierig wieder rausfummeln lässt.
In 12 Wochen.

Freitag, Januar 03, 2014

Ein Sofa, ein Sofa (Prequel zu : Ein Tisch, ein Tisch)

Der Hübsche und ich haben gestern mit den Kindern einen Esstisch und Stühle gekauft. Und das nicht im Ikea, da wollten wir danach auch hin, abgebrochene Haken für unsere Lichtgeschichte und Spülbürsten nachkaufen, aber obwohl das Bestellen der Haken sehr lang ging, hatten wir dann immer noch keinen Parkplatz und deswegen haben wir jetzt auch keine neue Spülbürste. Aber: es soll ja hier um den Tisch bzw. die Vorgeschichte zum Tisch gehen und die spielt  in einem sehr grossen Möbelhaus hier im Dreiländereck, das Ende vorletzten Jahres eröffnet hat und mit Riesenrabatten (Sie kennen das vielleicht: diese dezenten Prospekte, die es nur von Möbelhäusern gibt?) geworben hat. Wir haben dort also gestern einen Tisch und vier Stühle mit Ledebezug gekauft. Und damit das witzig wird, muss ich erst erzählen, wie wir in demselben Laden ein Sofa gekauft haben. Wir hatten nämlich praktischerweise genau zu dem Eröffnungszeitpunkt dieses Möbelmekkas ein Loch in den Lieblingssitzplatz von uns allen im alten Sofa gesessen. (Das, und dann ist das auch genug der Vorgeschichte zur Vorgeschichte, haben wir übrigens als Nachfolgemodell unseres ersten gemeinsamen Sofas gekauft, weil wir ja aus der Wohnung in Basel in ein Haus mit irre grossem Wohnzimmer gezogen sind und da sah das Ikea-Schlafsofa dann ein bisschen arg verloren aus. Es ist uns dann leider beim "mit dem Kletterseil den Balkon raufziehen ein bisschen runtergefallen, aber richtig kaputtgegangen ist nur der Rosmarin, auf dem es landete, und so war es mit einem feuerroten neuen Cordbezug wie neu und ist jetzt Gästebett auf dem Speicher.. Wir waren damals dann bereit richtig Geld in die Hand zu nehmen und ein sauteures Rolf-BenzSofa für die Ewigkeit zu kaufen, bis wir dann gesehen haben, dass die Rolf-Benz-Sofas zwar richtig teuer, aber auch gar nicht so richtig schön sind. Und so haben wir uns dann für das eigentlich spottbillige, aber sehr schöne "Modell des Monats" entschieden, das dann eben leider fünf Jahre später vom vielen Draufsitzen an dem einen besten Platz dort ein Loch hatte.
Also. Wir sind also in den neuen Möbeltempel gegangen und wollten eigentlich genau das gleiche Sofa, nur mit ohne Loch und vielleicht ein bisschen haltbarer.
Klar, das gabs nicht mehr, dafür Millionen anderer Sofas, die man in 3000 verschiedenen Grössen und Bezugsfarben haben konnte, und wir waren erstmal ein bisschen hilflos.
Wir hatten jeder eine Prämisse:
Die des Hübsche lautete: "Kein Tweed" (Gut, er sagte: "auf gar keinen Fall diesen groben Stoff, der aussieht, wie Omakleidung"), meine: "Alles, nur kein Leder"
Nachdem wir also zwanzig Minuten total überwältigt durch die Sofaabteilung geirrt waren, und nur noch so leise vor uns hin murmelten: "Das bloss nicht, nicht mal wenn es nicht aus Tweed wäre", und "Vielleicht flicken wir das Loch ja doch", da kam dann also ein hochmotivierter Verkäufer auf uns zu und der Irrsinn nahm seinen Lauf:
VK:"Ja, kann ich Ihnen irgendwie helfen?"
Der Hübsche: "Ja, also, wir suchen ein Sofa, so über Eck, für ein grosses Wohnzimmer, aber nicht aus Tweed."
Frau Brüllen: "Ja, und auf gar keinen Fall aus Leder!"
VK, verstellt die Stimme zu dem "Oh, ist dem kleinen Dutzi das Eis runtergefallen?"-Ton, und wer mich kennt, weiss, dass ab diesem Zeitpunkt eigentlich alles verloren war: "Oh, kein Leder? Ist das so kalt? Und rutschig?"
FB (leichter Dampf aus den Ohren, aber wir wollen ein Sofa kaufen, wir haben schon zwanzig Minuten vertan, also reisse ich mich zusammen und sage ganz langsam und deutlich): "Ich mag halt einfach kein Leder, aber es kann ja nicht sein, dass es nur Ledersofas gibt."
DH: "Oder Tweed."
VK: "Okay, ich hab da was für Sie, alle Leute, die bei mir ein Sofa kaufen, die müssen da erst mal drauf probesitzen, das ist der Hammer."
Und er führt uns in dem Möbelmekka-Labyrinth um 17 Ecken und präsentiert uns ....tadaaaaaa ...... ein feuerrotes Ledersofa. Ich dachte, er macht einen Scherz, aber er sah gar nicht so aus und wirwolltenjaeinSofakaufendasanderehateinLochwirhabenschoneinehalbestundevertan so machte ich gute Miene zum bösen Spiel, setzte mich wortlos auf die rote Geschmacklosigkeit, sass eine angemessene Zeit still, stand wieder auf und blickte in ein högscht erwartungsvolles Verkäufergesicht: "Uuuuuuund?"
FB (was will er denn jetzt hören? Ja, Sie haben recht, ich war mein ganzes Leben lang doof, Leder ist gar nicht glitschig und ungemütlich und klebt einem im Sommer am Hintern und die Katze gewöhnt sich das Kratzen bestimmt auch ab und natürlich kaufe ich diese rote Puff-Scheuslichkeit!): "Naja, ist halt Leder."
VK: "Uuuuund?"
DH (ahnt, was kommt, holt tief Luft, aber zu spät.)
FB: "Ich finde Ledersofas ekelhaft. Schon immer. Das hier ganz besonders. Grad in dieser Nuttenfarbe, Können wir jetzt bitte ein Sofa, das uns gefällt, aussuchen gehen?"

Vermutlich hätten wir einfach gehen sollen, ab der DutziDutzistimme war eigentlich klar, dass, wie man so schön sagt, die Vibes einfach nicht passen (oder der Typ halt einfach strunzdoof war), aber eben: Sofa kaufen, altes hat ein Loch, wie schwer kann das sein?

Irgendwann, gefühlt Stunden später, hatten wir uns für ein Modell entschieden, das es zwar im Supaupaangebot aktuell mit Lederbezug zum Preis von Kunstleder gab, was wir natürlich nicht wollten ("Und auch nicht mit Tweed!"), was der geborene Verkäufer aber auch nicht einfach hinnehmen konnte, sondern mit verkaufspsychologischen Finessen wie "Da gäbe es jetzt natürlich dieses wunderbare samtweiche KeineAhnungwasfüreinFachausdruck-Leder, aber da zickt Ihre Frau ja." Der Hübsche versuchte sein Bestes und meinte: "Ach, hmmm, vielleicht schlafen wir doch noch mal eine Nacht drüber und schauen erstmal noch nach Esstischen.", was ich in meiner "Wir müssen ein Sofa kaufen, egal wie, und jetzt sind wir schon so weit und ich habe diesen Typen und seine Unverschämtheiten jetzt schon eine Stunde ertragen und jetzt sollen wir Esstische schauen gehen? Sicher nicht"-Fixiertheit nicht als goldene Brücke erkannte (Der Plan wäre gewesen, sich bei den Esstischen zu verstecken, abzuwarten, bis der Ledertyp in die Pause ginge, und dann einem anderen Verkäufer ganz schnell zu sagen, dass wir dieses Sofa, mit diesem Bezug ("Kein Leder, kein Tweed") haben wollten und ganz schnell zu zahlen und zu verschwinden), sondern darauf bestand, das Ganze jetzt bitte durchzuprügeln.
Haben wir dann irgendwann auch geschafft, ich habe den Typen nicht verhauen, wir haben ein tolles Sofa ("Kein Leder, kein Tweed"), nur bei den Preisverhandlungen musste ich dann wirklich Esstische schauen gehen, weil sonst hätte ich dem Typen vielleicht doch noch eine Blumenvase aufgesetzt. ("Zu dem Preis hätten Sie es natürlich jetzt auch in Leder haben können, aber Ihre Frau....").
Und in der Esstischabteilung habe ich dann ganz ohne Beratung einen tollen Tisch entdeckt, den wir gestern dann natürlich nicht gekauft haben, aber dazu dann morgen.
Ich muss jetzt nämlich runter auf unser Nichtleder(und Nichttweed)Sofa und weiter Homeland schauen.

Dienstag, Dezember 31, 2013

Guten Rutsch!

Die gesamte Familie Brüllen wünscht Ihnen einen wunderschönen Silvesterabend und einen guten Rutsch ins Jahr 2014. Feiern Sie so, wie sie wollen, machen wir auch!