Sonntag, Mai 19, 2019

190519: Seelenfrieden vs Erholung

Morgens das übliche: die Katzen haben Hunger, wie immer um 5. Begeisterte Annahme von einem Schlag Trockenfutter und einer Schale Kitten-Futter, die aus der Babyzeit noch übrig ist (sogar Jonny, der sein Missfallen über die meisten Sorten Feuchtfutter gern durch ostentatives Scharren ausdrückt). Um sechs will Jonny, dass wir (naja, ich) aufstehen, d.h. er steht laut schnurrend im Bett und sobald ich das aktive, wache (Halbschlaf gildet nicht!) Kraulen und Streicheln einstelle, beisst er mich erst sanft, dann weniger sanft in die Nase. (Ich bin mir nicht sicher, ob ich geträumt, habe, dass er sie mir vorher abgeschleckt hat). Der Hübsche erbarmt sich und setzt ihn und Sansa, die währenddessen .. ihren Schwanz? Ein Phantom? Nix? wie die wilde Jagd über Galerie und Schränke jagt, vor die Tür.

Als ich um acht dann wirklich wach bin, warten schon die ersten Nachrichten der frischgebackenen Frau B. (meine Schwester heisst jetzt in ECHT "Frau B.", nicht nur so ausgedacht wie ich). Erster Tag als Ehrenfrau :-) gut überstanden und auch das Buch gefunden, das L. ("Ich schwör, ich habe es in die schwarze Tasche mit den Controllern getan. Oder vielleicht auf dem Sofa liegen lassen.") dabeihatte. Dank "fast alle Schwestern auf einen Haufen"  kann ich es morgen vom Schreibtisch der dritten im Bunde abholen.

Seit ewigen Zeiten mal wieder Sonntagsfrühstück ohne frischgebackenen Zopf, da hatte ich gestern abend nämlich echt keine Lust mehr drauf, sondern mit frischen Semmeln von der Tankstelle. Ich hätte echt noch was von dem Obatzdn gestern mitnehmen sollen!

Dann das übliche Sonntagsprogramm: der Hübsche rennt 10 12km, die Jungs jeweils 2, ich mache mein Yoga (Tag 13), wir backen Kuchen (ich hätte ja gern den Zuckerzimtundliebe-Beerenguglhupf, den wir für den Kuchenverkauf von Q.s Klasse gebacken haben, für uns nochmal gemacht, habe aber dummerweise die Jungs gefragt, wie sie das fänden, und so wurde es ein normaler Marmorkuchen.), der Hübsche fährt mit L. die Veloprüfungsstrecke ab (ich frage mich, ob das so ultrasupergut durchdacht war, dass sie erstens durch einen "nur in Schrittgeschwindigkeit durchfahren"-Weg an unserem Garten vorbei führt, der in eine noch bis November aktive Tiefbaustelle (klimafreundliche Fernwärme aus Holzschnitzeln statt Öl) mündet, führt. Gibt auf jeden Fall jede Menge abgefahrene Schilder zu beachten.), Q. gestaltet die Titelseite zum Thema "30jähriger Krieg" in seine Geschichtsheft (und prangert an, dass die Flaggen der damaligen Staaten viel komplizierter waren als heute), ich erledige etwas, was mir sehr auf der Seele liegt, aber zäh von der Hand geht. Sehr zäh. Meine Güte, man sollte meinen, wenn man jeden Tag hier einen Text ins Internet hackt, würde man sich nicht was abbrechen, wenn man seit Jahren optimierte Dokumente updatet respektive neu adressiert. Aber: doch.

Irgendwann isses aber gut, drei Maschinen Wäsche sind gewaschen und aufgehängt, der Kuchen ist probiert und für gut befunden, die Katzen kamen in verschiedenen Verschlammungsstadien nach Hause, die Jungs schauen einen Film, bei dem das einstimmige Verdikt lautet "Voll lustig, aber der Mami hätte es nicht gefallen" (ich glaube, sie haben recht), ich lege mich in die Badewanne und dann gibt es unglaublich leckeres Abendessen (kein Foto, weil: Anrichten ist nicht meine Kernkompetenz. Q., der ja Hauswirtschaftunterricht geniesst, meinte mit hochgezogenen Augenbrauen: "Mami, das Auge isst mit!". So schnell endet man bei trocken Brot... ich sags nur!)

So. Ein grossartiges Wochenende, besonders gestern natürlich, geht zu Ende, ich bin .. nicht erholt, aber glücklich. Und voller Seelenfrieden, weil: ich habe in jeder Hinsicht erstmal getan, was ich tun kann.

Ansonsten:

  • Den ausstehenden Rechnungsbetrag für Kanada (Unterkunft, Flüge, Mietauto und das Whalewatchingkayak-Camp) bezahlt. Einmal geschluckt, aber das ist ein Vorteil von Vorausbuchen: ich schlucke jetzt, vor Ort können wir dann nur noch geniessen!
  • Mich über diesen Incipedia-Blogpost über DIY-Sonnenschutz gefreut. (Meine aktiven Zeiten in der UV-Filter-Branche sind ja lang vorbei, das macht jetzt eher der Hübsche, aber einen gesunden Respekt vor UV-Strahlung und ein ordentliches Sonnenschutzregime jeden Tag das ganze Jahr über sind mir geblieben. Die Zeiten, in denen ich zynisch-sarkastische Blogposts über Panikmache in Sachen Sonnenschutz schreibe, sind auch vorbei, das überlasse ich mittlerweile anderen Engagierten, die noch die Nerven haben, dem drölfzigsten "Aber die Hormonwirkung" und "VITAMIN D!" und "DIE KORALLENRIFFE!" und "WAS ISN MIT NANO?!", sachlich zu begegnen. Wenn man mich übrigens mal fragen würde, was ich am meisten bereue in ... 15 Jahren Bloggerei: dass ich direkt eingeknickt bin und den Link zur selbergemachten Himbeersamensonnencreme gelöscht habe, als ich nach DEM Sonnencremepost von Ökohebammenbloggerseite dazu "freundlich aufgefordert" wurde. Heute würde ich das nicht mehr machen, sondern mich auf eine interessante Diskussion freuen. Heute freue ich freue mich über unseren Badschrank voller Researchsamples und selbstfinanzierter Fieldresearch und merke gerade: ich muss noch einen Hautarzttermin für dieses Jahr zum Screening ausmachen.)
  • Aus Gründen wurde unsere Überwachungskamera from scratch neu installiert und mein Pyjama hat nun ein eigenes Profil:




Stressleveldurchschnitt gestern: 31
Selbstbeweihräucherung: Seelenfrieden, leere Wäschekörbe und echt lecker gekocht (Komponentenabendessen zum selberzusammensetzen aus: Rosmarinkartoffeln, Spätzle, Eiern, Spargel, Kräutervinaigrette und Hähnchenschnitzeln. Und natürlich einer Riesenschüssel Salat))