Donnerstag, April 06, 2017

Rapüh

Ich möchte als erstes kurz loswerden, dass ich ganz begeistert bin, wie toll alle (haben Sie die Liste gesehen? Wow!) beim modifizierten WMDEDGT? gestern mitgemacht haben. Ich war mir echt nicht sicher, ob die Änderung ("Anders ist scheisse", der Grundsatz des change managements :-)) für Unmut sorgen würde oder aber die Leute vergraulen würde, aber hey:  keins von beiden, soweit ich das mitbekommen habe und ich habe mich gestern abend und heute morgen schon durch die ganz neu aussehende Zusammenstellung gelesen und freue mir ein Loch in den Bauch, dass so viele Leute mich in ihr Wohnzimmer schauen lassen.
Dafür, dass das das ganze Projekt total ungeplant und aus Versehen aus einer Verlegenheitsaktion (wir haben wunderbar unser 4jähriges Jubiläum verpasst...) zum Thema: "Bevor ich gar nichts schreibe, schreibe ich mal eine Woche auf, was ich jeden Tag tue" entstanden ist, hat es sich echt grossartig entwickelt.


Ansonsten merke ich: ich bin urlaubsreif und unglaublich müde.
Das hängt einerseits damit zusammen, dass ich weiss, dass ich über die Osterfeiertage (plus einen Tag vorne und einen hinten) frei haben werde :-)), andererseits, weil ich bei der Arbeit im Moment mit sehr vielen Bällen gleichzeitig jongliere und immer noch mehr von der Seite "nur mal schnell, ich müsste es bis morgen wissen" reingeworfen warden, und nochmal andererseits, weil ich halt echt schlecht und wenig schlafe zur Zeit. Und ja, ich gebs zu, es kommt nicht wirklich überraschend, aber die letzte Woche ohne den Hübschen war besonders durch "ich fange jeden Tag noch vor dem ersten Kaffee direct um halb sieben an zu arbeiten, anstatt erstmal im Aufwachmodus zur Bushaltestelle zu tapsen und dann im Bus wach zu werden" schon .... extra anstrengend.
Und deswegen bin ich sehr stolz auf mich heute, weil ich ja normalerweise dazu tendiere, wenn ich müde (oder hungrig oder noch schlimmer: beides) bin, meine normale freundliche bis alberne Dauerwitzigkeit ins Sarkastisch-Zynische kippen zu lassen und das ist für die, die es abkriegen, nicht wirklich witzig, und heute habe ich es geschafft, einfach nix zu sagen. Also. Fast nix. Ich habe milde gelächelt, als der ungefähr 12jährige neue Werksstudent mir erklärt hat, dass er dafür verantwortlich ist, eine Meeting Landscape für den gesamten Bereich  zu generieren, und so dann alles besser werden wird. Ich habe ihm sogar viel Erfolg gewünscht und gemeint "Ich bin schon sehr gespannt, was da rauskommen wird und wie das unsere KPIs für dieses Jahr beeinflussen wird" (und ja, das könnte man jetzt wieder zynisch verstehen, aber ich habe das mit echt netttem Tonfall gesagt).


Ich habe einmal in einem Meeting schlimm (und mit Geräusch) die Augen gerollt, aber sofort erklärt warum und es (so steht es in den Minutes) geschafft, das in "shared her experience from former projects on this topic and highly recommendet to ..." umzuwandeln.


Auf dem Heimweg im Bus war ich so müde, dass ich nicht mal lessen wollte. Ich wollte nur dasitzen und zum Fenster rausschauen, aber .... zusammen mit mir war eine lustige und gar nicht müde Truppe um einen freiwilligen Feuerwehrmann eingestiegen, der im Unfallstau auf derm Autobahn en detail und mit Handybildern von verquetschten Autos von seinen bisherigen Einsätzen berichtete. Ich war zu müde, um meine Kopfhörer rauszukramen. Ausserdem war ich müde genug, um nicht zu laut zu seufzen und so erzählte er immer weiter und eigentlich war es (bis auf die Bilder und das Kopfkino) gar nicht sooooo schlimm, weil er eben nicht, wie ich erst dachte, mit drastischen Schilderungen am Angeben war (bis auf die Sache mit der abben Kopfhaut), und irgendwann dann auf seinen "das war mein bisher bester Einsatz und es ist ein Wunder, dass niemand dabei ums Leben kam" Einsatz bei der Explosion kam, an der wir damals vorbeigefahren sind. Das war echt spannend, zu hören, wie das damals aus First-Responder-Sicht so war, wie man so ein Haus sichert, wie das mit den Suchhunden funktioniert und wie es das tatsächlich zerlegt hat.
Ich war aber auch müde genug, um nicht "Unser Auto wurde durch den Rums fast von der Strasse geräumt" zu quaken und konnte sozusagen einfach nur einer Art Hörbuch auf dem Heimweg lauschen.




Daheim dann eine ordentliche Crosstrainer-Einheit, damit das Hirn wieder aufwacht oder wenigstens die Beine genauso müde werden. Jetzt geht's wieder.