Mittwoch, Februar 29, 2012

Kümmerer

So, morgen geht es los, mit dem neuen Job. Auf der einen Seite freue ich mich natürlich wie ein Schnitzel (ich meine: wieder zurück in die Produktion, die Traumfirma -eigenes Postamt, Schwimmbad, Fitnessstudio, Schuhputz-, Reinigungs- und Bügelservice, das ist doch mal was? Ja klar, ich weiss schon, dass sie in den Newbieunterlagen, die ich die letzten Wochen brav studiert habe, die positiven Seiten rausstreichen und den Teil mit der Arbeit und so erst mal aussen vorgelassen haben. Aber hey, immerhin gibt es was zum Rausstreichen ;-)-, also, liebe zukünftige Kollegen und Chefs, falls Sie das hier lesen, man weiss ja nie, ich freu mich!), auf der anderen Seite mache ich mir natürlich schon Gedanken, ob die Entscheidung, auf 80% zu erhöhen nicht auf Kosten der Jungs geht. Klar, rational weiss ich, in dem alten Job wäre ich kaputt gegangen (Habe ich schon mal erzählt, dass der Hübsche mich ernsthaft gefragt hat, ob ich nicht lieber gar nicht mehr arbeiten will, als so?), und damit wäre auch niemandem geholfen gewesen, aber gerade Little Q. macht mir meine uneingeschränkte Freude nicht so richtig leicht. Er hat sofort ausgerechnet, dass er jetzt ja mit vier von 7 Wochentagen mehr in der Kinderkrippe ist als daheim, hat mir vorgeschlagen, doch lieber als Briefträgerin oder eben auch in der Kinderkrippe zu arbeiten, dann wäre ich entweder nur vormittags unterwegs oder eben die ganze Zeit um ihn rum, er hat jetzt morgens beim Abgeben gerne mal wieder Heimweh- und Trennungsschmerzattacken. Ich habe neben Little Q., dem Hübschen und seinen Kindergartenlehrerinnen gestern auch ausführlich mit seinem Gruppenleiter in der Kinderkrippe darüber geredet und der (btw: hach. Wenn ich gross bin, möchte ich auch so geduldig, tiefenentspannt, ruhig und reflektiert sein) hat mir eine ganz neue Sichtweise auf die ganze Problematik eröffnet. Er ist nämlich högscht angetan davon, wie Little Q. erstens seine Bedürfnisse und Probleme artikulieren kann (ich sags ja), wie er damit umgeht, nämlich dass er es rauslässt, sich dann trösten lässt und dann ist es gut und er kann weitermachen. Und da wurde mir klar: natürlich kann ich mir wünschen, dass alle immer 100% mit dem einverstanden sind, was ich tue und das gut finden, und ausserdem sollte es jeden Winter schneien, meine Haarfarbe sollte nie rauswachsen und Mousse au chocolat sollte keine Kalorien haben, aber genauso haben sie das Recht, im Leben nicht mit allem zufrieden zu sein und auch mal traurig, enttäucht und schlecht gelaunt zu sein. Solange das kein Dauerzustand ist und sie mit  oder auch ohne Hilfe da wieder rausfinden, ist das auch okay.

Und da ist mir noch was bewusst geworden (schon im Gespräch mit einem ehemaligen Kollegen über das "Little Q. und der neue Job"-Thema. Er hat gemeint, seine älteste Tochter wäre auch so ein "Kümmerer", das wäre halt bei den Ältesten so): ich bin in dieser Hinsicht genauso wie Little Q., ich mache mir Gedanken um Gott und die Welt und v.a. ungelegte Eier (Highlight der letzten Tage, das schlägt sogar noch die Putzfrau und die Katze, auch mitten in der Nacht: mir ist eingefallen, dass Little L., wenn er dann übernächsten Sommer in den Kindergarten kommt, im ersten Jahr jeden Kindergartentag von der Kinderkrippe aus hinlaufen wird und gar nicht mit der Gruppe aus unserem Weg, weil ja Freitag die Kleinen immer frei haben. Im zweiten Jahr wird er dann auch freitags gehen, also von daheim aus, der Weg wird für ihn aber neu sein, und kann ich ihn dann da von Anfang an alleine gehen lassen? Muss ich ihn begleiten? Ist das nicht doof, wenn er als dann Grosser auf einmal von der Mama gebracht wird? Kann ich mich verlassen, dass er die Strasse richtig überqueren wird? Oh Gott, ich Rabenmutter, versaue dem Jungen die Integration, nur weil ich auf meine Karriere aus bin...... und genau dann ist mir eingefallen, dass nicht nur Little Q. zu dem Zeitpunkt schon in der dritten Klasse sein wird und an den besagten Freitagen denselben Weg laufen wird und schon drauf schauen wird, dass sein kleiner Bruder keinen Mist macht, nein, mir ist auch bewusst geworden, dass ich mich mit Problemen um den Schlaf bringe, die vor dem August 2014 nicht aktuell sein werden. Und da habe ich dann aktiv diese Gedankenspirale beendet und mir selber gesagt: Jetzt mach dir mal keinen Kopf, das wird dann schon) und genau wie ich muss Little Q. lernen, diese Gabe richtig einzusetzen. Vorausplanen und praktisch nie kalt erwischt zu werden, weil man mindestens 3 Notfallpläne einsatzbereit in der Tasche hat, das ist super, aber eben: August 2014, das ist zuviel.

Und daran musste ich auch denken, als ich den Mama-Miez-Eintrag gelesen habe.... ich mache mir ehrlich gesagt, in der Jobsache auch mehr Gedanken um Little Q., ob das daran liegt, dass er der Älteste ist und deswegen ein Kümmerer oder ob er einfach so ein Kümmerer ist und ich auch und ich das deswegen sehr gut nachvollziehen kann? keine Ahnung. Und ja, natürlich mache ich mir auch Gedanken um Little L., (klar, ich Kümmerer), ob ich ihn vernachlässige, ob ich mir nicht genug Gedanken um ihn mache etc., aber ich habe das (gute) Gefühl, dass er sehr in sich ruht, sehr gut weiss, was er will und solange Little Q. in der Nähe ist, einen sehr guten Anker hat.

(Ich frage mich ja, obe meine Mutter sich auch solche Gedanken gemacht hat. Ich war/bin ja auch die Älteste, aber bei mir ist hängengeblieben, dass die Rolle der Ältesten v.a. mit Vorbildfunktion (der Standardsatz war "K., wozu hast du die Kleinen jetzt schon wieder verleitet?", dabei habe ich das Rolltreppefahren im Sitzen im Beck perfekt geschafft, nur die dritte Schwester hat sich mit dem Reissverschluss zwischen zwei Stufen verklemmt. Und auch da finde ich nach wie vor meine Reaktion, den Reissverschluss beherzt abzureissen, bevor die kleine Schwester in das Rolltreppenende gesaugt wird, eigentlich richtig. Nur mal so) und um Dinge kämpfen, die den Folgeschwestern dann einfach in den Schoss gefallen sind, zu tun hat. (Ich denke da an Sportverein, das erste Mal beim Freund übernachten, auf Parties gehen, sich von den Freunden mit Führerschein heimbringen lassen anstatt vom Papa um 23:00 abholen zu lassen....)
Und ja, hier ist natürlich ein Disclaimer für meine drei kleinen Schwestern fällig: ich bin mir durchaus bewusst, dass das meine eigene subjektive Erinnerung ist, ihr hattet es bestimmt mit mir als grosser Schwester auch nicht leicht ;-).

Ach ja. Sie lasen: unsortiertes Gedankengut einer Kümmererin. Fazit: ich freu mich auf morgen. Und der Rest wird dann schon.

Dienstag, Februar 28, 2012

Immerhin ist er höflich

Heute, vor dem Frühstück:
Little L.: "Mami, kann ich heute Gummiwürmer frühstücken?"
Ich: "Ähhhh, nein!?"
Little L.: "Mami, kannst Du dich bitte verstecken, damit du nicht siehst, wie ich mir doch welche aus dem Glas nehme?"

Was tut man nicht alles....


 Wenn der Mann seinen Ringblitz ausprobieren will und genau weiss, wie das Foto aussehen soll und nur man selber das Auge beim Starren in das gleissend helle Licht nicht vom Zukneifen und Tränen abhalten kann? Naja, man beisst die Zähne zusammen und macht mit, sieht die nächsten drei Tage einen dicken grünen Ring im Blickfeld und wenn der Mann danns sagt: So wird das nix, ich mach das jetzt selber, du musst nur abdrücken, dann würde man ihm am liebsten mit dem Ringblitz würgen, weil das hätte er ha haben können, ohne mein Augenlicht zu zerstören. Aber neidlos muss ich anerkennen: er hat sich nicht so angestellt und seine Wimperntusche war offensichtlig wasserfest.

Eye Again by Prozac74Eye Love by Prozac74




 





Gross gefällig? Hier der Hübsche:  Eye Again, a photo by Prozac74 on Flickr.
Und hier ich: Eye Love, a photo by Prozac74 on Flickr.

Sonntag, Februar 26, 2012

Süsses am Sonntag

Ich bin zwar ein Lemming, aber irgendwie kein Fan von so Blogaktionen. Nennen Sie mich Spielverderber, aber all die "Sonntagssüss", "MeMadeMittwoch", sämtliche Fotochallenges, Freitagsfüller etc., das ist nicht meins. Ich finde, da liest/sieht man dann quer durch die ganze Blogroll überall dasselbe und das ist schade (12 von 12 ist da für mich die Ausnahme, weil ich bin ja schon so ein bisschen Voyeur, aber das Mitmachen vergesse ich da immer). Vermutlich bin ich aber nur ein Neider, weil ich selber keine so tollen Fotos machen kann etc. egal.
Wie auch immer, obwohl Sonntag ist ;-), gibt es heute bei uns auch was Süsses und zwar Whoopie-Pies (Lemming, erinnern Sie sich?)
Und das kam so (es folgen jetzt zwei langatmige Vorgeschichten, die dann, wenn Sie es eilig haben, direkt in: Mjamm, lecker! münden werden):
Also: der Hübsche hatte ja zu seinen Zeiten in der grossen Chemiefirma zwei finnische Kollegen. Mit denen haben wir schon öfter was gemacht, war immer nett, jetzt geht der eine aber zurück nach Finnland und wir wollen uns noch einmal treffen. Viele Terminabklärungen später haben die Herren sich darauf geeinigt, dass wir uns alle erst bei uns treffen und danach, als glorreichen Abschied aus der Schweiz, alle gemeinsam zum Chienbäse-Umzug gehen werden (wir selber waren da auch erst einmal, noch ohne Kinder, und für mich ist das so ungefähr das einzige, was an der Basler Fasnacht erträglich ist). Naja, und wie das so ist, wenn Männer was untereinander abmachen, da kommt dann was komisches bei raus. In diesem Falle: "Sie kommen um halb fünf, um spätestens sechs gehen wir los, damit wir noch gute Plätze bekommen, aber du brauchst nix zu Essen machen, weil sie alle vorher was essen." Bumm, da stehe ich nun. Abgesehen davon, dass ich mir komisch vorkomme, Leute einzuladen und nix zu essen anzubieten, und mich schon frage, was um alles in der Welt sie vor vier essen wollen, das alle incl Kinder bis ca. 21:00h satt macht, weiss ich genau, dass sowohl meine Jungs als auch ich Hunger bekommen werden und das sollte nicht passieren, weil dann werden  wir unausstehlich.
Ich habe also die komische Ankunftszeit und die nicht besonders hilfreiche Ansage ignoriert als Herausforderung genommen und sowohl was Süsses als auch was schnelles "Richtiges" aka Salamipizza vorbereitet.
Jetzt zur zweiten Vorgeschichte, nämlich warum "Whoopie Pies": ich hatte die ja schon vor Monaten bei Ohhhh...Mhmmmm gesehen, letztens dann wieder bei der Schaubude und so sind sie auf meiner Liste "Das muss ich auch mal machen" gelandet. Beim Einkaufen (ohne Zettel, da vergesse ich immer die Hälfte....) habe ich mal planlos ein paar Extraeier, Vollfettphiladelphia und genug Butter in den Wagen gepackt, mehr Plan hatte ich noch nicht. Auf Rezeptsuche habe ich festgestellt, dass bei Ohhhh...Mhmmmm Buttermilch in den Teig muss, die ich nicht da habe, bei dem bei Tanja in den Kommentaren verlinkten Rezept bei Klitzeklein (noch so ein schickes Blog....) Vanillejoghurt, den ich auch nicht habe, der sich aber mit dem letzten Becher Naturjoghurt und der schicken Vanillepaste, die ich letztens mal mitgenommen habe, ganz gut simulieren lässt. Für das Frosting hätte ich einmal Marshmallow Fluff gebraucht, das jetzt auch nicht zu meiner Standardausrüstung gehört, bei Steffi wäre es ein recht puderzuckerlastiges Frischkäsefrosting gewesen, das ich nie so hinbekomme, dass es nicht zwischen den Zähnen knirscht, und das mag ich nicht so sehr. Also habe ich ganz fix nach "Whoopie Pie Frosting" gegoogelt und bin auf dieses Rezept hier gestossen. Weil natürlich der Schokoteig schon angerührt war und ich ausserdem als Nichtamerikaner mit allem Kuchenartigen mit Kürbis nichts anfangen kann (abgesehen davon habe ich auch keinen Kürbis mehr im Haus),  habe ich nur das Frosting übernommen. Und was soll ich sagen: warum hat mir bisher niemand gesagt, wie göttlich die Kombi aus Frischkäse und Ahornsirup schmeckt?


Also, in diesem Sinne: wir werden hier heute so gegen 17:00 eine lustige Mischung aus Pizza und Whoopie-Pies verdrücken und dann gestärkt für die Menschenmassen und den Funkenflug!
Die Jungs freuen sich übrigens schon riesig aufs Zvieri, ich bin mir aber nicht sicher, ob sie nicht vielleicht "Wookie-Pies" verstanden haben...

Samstag, Februar 25, 2012

Good with words

Für Little Q. könnte ich mir neben einer Karriere als Nachrichtenanchorman, Fussballkommentator oder Schiedsrichter durchaus eine Zukunft in der Werbebranche vorstellen mache ich mir mal keine Sorgen um die Deutschnoten irgendwann.
Heute, beim Einkaufen hat er an der Kasse den "Granini Fruchtprickler" mit folgenden Worten kommentiert: "Ach, der Fruchtprickler, der schmeckt wie geschmolzenes Gold."
Und nachher dann, im Auto hat er räsoniert: "Der R2D2, der kann Raumschiffe reparieren, der kann Laserschwerter bauen, der kann Blitze schiessen, der kann unter Wasser dank seines Periskopauges sehen, man könnte sagen, der R2D2 ist ein wandelnder Werkzeugkasten."

Das kommt davon, wenn Sie Ihren Kinder viel vorlesen. Und/Oder diese ein Hirn wie ein Schwamm haben und jede Redewendung aufsaugen.

Sleeping Beauties

Sleeping Beauties by Prozac74
Sleeping Beauties, a photo by Prozac74 on Flickr.
Manchmal, ja manchmal, da schlafen hier beide Jungs (gestern, so gegen halb 12 wurde dieses Foto gemacht ;-)).
Die beiden haben ja ein Stockbett mit breiterem Unterbereich und nachdem aus Gründen letztens mal das obere Bett nicht benutzbar war, durften sie einmal zu zweit in Little L.s Schlaflandschaft schlafen. Seitdem ningelt Little Q., dass er gerne mal ohne Not, einfach, weil er will, bei Little L. unten schlafen kann. Gestern haben sie das gemeinsam beim Abendessen abgemacht und da konnte ich dann auch nix dagegen sagen, oder? Die beiden unterschiedlichen Schlafpersönlichkeiten (eingemümmelt bis über beide Ohren, inmitten eines Kuscheltierwusts: Little Q. und am liebsten ganz ohne Decke und weit ausgebreitet: Little L.) mussten sich kurz arrangieren, aber kaum schliefen sie mal, haben sie sich aneinandergekuschelt.

Freitag, Februar 24, 2012

Losglück





scheine ich derzeit zu haben. Erst habe ich bei Luzia Pimpinella die Tees gewonnen, dann bei Musematschka den Loop (haben Sie ihn auf dem Bild vorher gesehen?), und dann habe ich auch noch bei Paulapüs Bloggeburtstag richtig, richtig Glück gehabt.
Das Paket war pickepackevoll mit lauter Paulapü-Schätzchen, von Stoffen (Fuchsig, Püreh, Fliegenpilze, Helga) über das supercoole Klebeband, das ich bei den letzten Farbenmixbestellungen immer, immer vergessen hatte, einem dicken Stapel Karten und Blöcke (ich liebe ja den mit dem Affen), Velours, Bänder, ein Pinguinstempel, zwei Pinguintassen, Magnete, Aufnäher, Schlüsselanhänger, ein Büchlein, hach.
Vielen herzlichen Dank! (Vor meinem inneren Auge entstehen gerade eine püreh-Babykombi und Fuchsig-Pyjamas. Oder eine Babymädchen- Zwergenverpackung aus den Fliegenpilzen? Irgendjemand bekommt doch sicherlich bald mal ein Mädchen, oder nicht?)