Montag, März 31, 2025

310325

 Schau an, Q1 vorbei. War jetzt eher ruckelig, der Jahresstart, würde ich sagen. Aber gut, wir haben ja noch 75%, die es rausreissen können!

Heute: schon mal gut geschlafen. Vogelwild wie ich bin, habe ich den Wecker NICHT schon um halb sechs gestellt, sondern erst um sechs. Mit vollem Risiko, dass ich eben vor der Physio nicht mehr meine Sporteinheit schaffe und dann voll unaufgewärmt und mit steifer unbeweglicher Schulter da auflaufe und alle traurig sind, dass nix vorwärts geht. Aber: es war Zeitumstellung, wir haben gestern abend lang gebraucht, um ins Bett zu kommen (unter anderem, weil wir sehr lang gebraucht haben, um zu realisieren, dass die Folge, die als nächstes auf der Battle Star Galactica Blu Ray war, die extended version der Folge davor war. Wie kann man so was doofes machen? Und nicht mal die Folgennummern oder Titel irgendwo im Menü oder im Booklet hinterlegen? Wir sind durch eine Amazon-Kritik darauf gekommen. Anyway. Man hätte es auch schon 15min eher realisieren können. Ich sag noch: "Schau, da wollten sie die gleiche Folge nochmal aus einer anderen Perspektive drehen und fanden die ursprüngliche so gut, dass sie das meiste nochmal genommen haben". Hätte auch sein können, find ich.), ich wollte einfach nicht um halb sechs aufstehen. Erzieherisch total wertlos war der Arm dann beweglich wie nie, ich habe oft aus Gewohnheit dagegengehalten, weh getan hat es noch lange nicht. Vielleicht muss ich doch nicht immer vorher Sport machen?

Dann: fast meetingfreier Tag und ich bin ein bisschen ins prokrastinieren gekommen, aber das ist auch mal ok. Wir haben jetzt ein gerüchteweises Datum für die Info, wie es mit unserer Abteilung weitergeht, bis dahin wird es eh sehr, sehr unproduktiv werden, zumindest im Büro.

Beruhigende Erkenntnis: Ich bin keine Expertin in allem (zB Toxikologie), aber ich erkenne, ob ein Assessment Hand und Fuss hat oder eher: wenn ein Assessment keins von beiden hat. Meine Güte....

Zum Mittagessen gab es Mangoldquiche und Salat. Wie danach beim Ragewald durch den Wald festgestellt: Quiche ist halt schon so ein langweiliges Essen. Nie richtig schlecht, aber auch nie richtig gut. Und Mangold ist auch so ein langweiliges Gemüse, halt grün. Aber: es gab fancy Salat dazu, der hat nach mehr geschmeckt.

Sonst: Jonny hat einen Schmiss über der Nase, aber ich hoffe, dass Kratzer nicht so schlimm sind wie Bisse. Sansa hat schon den zweiten Zeck dieses Jahr, diesmal einen Riesen-Oschi unter dem Kinn (habe sie natürlich weggemacht), das wird noch lustig....

Morgen dann: nicht vergessen, dass ich mit dem Shuttle in die Arbeit fahren wollte, nicht mit dem Rad, weil abends eben Dinner und ich nicht im Dunklen heimfahren will.

Gesehen:

"Shining Girls" eine Hammerserie, Thriller, Zeitreisen, Elisabeth Moss. Ich glaube, ich habe viel verpasst und bin gespannt auf das zugrundeliegende Buch.

Gelesen:

Nach "Butter" habe ich jetzt "Brüste und Eier" ausgelesen und naja, ich war nicht ganz so genervt, aber ich brauche trotzdem erstmal eine Pause von japanischer Literatur ("Die Ladenhüterin" habe ich noch auf dem virtuellen Stapel). Ich habe irgendwie Mühe mit dem Erzählflow, wo so gefühlt wahllos auf unzusammenhängenden Aspekten rumgeritten wird und dann ist es auf einmal aus. Ich glaube übrigens, dass die Leute, die die Buchbeschreibung geschrieben haben, das Buch nicht ganz gelesen haben, sondern nur ca 25%. Dann geht es nämlich um was ganz anderes. (Folgen Sie mir für mehr durchdachte, professionelle Literaturkritik!) Und ja, die Sorgen und Nöte wirken total fremd für mich und ein bisschen ... flach? Platt? (Kann gut sein, dass mir da halt einfach das kulturelle Verständnis fehlt, aber sowohl die Koch-/Essthematik in "Butter" als auch die Kinderthematik in "Brüste und Eier" wirken für mich so künstlich aufgeblasene non-issues.)


Sonntag, März 30, 2025

300325

 Ausflugstag!

Mein Wecker läutete um halb acht, das liess mir genügend Zeit für Aufstehen, fertigmachen, Kaffeetrinken und genügend frühstücken, dass ich fit genug bin, um zu meiner Frühstücksverabredung mit Schwester und Babyneffen nach Basel zu radeln. 

Wetter: noch recht kalt, aber traumhaft schön:



Buff gibt warme Ohren und dicke Backen

Wir waren im Avant Gouz, das hatte ich auf einer der "10 besten Brunch Locations Basels"-Liste gefunden. Sehr hipsterig im nicht gentrifizierten Teil von Kleinbasel, sehr ansprechende Speisekarte. Wir hatten erst ein bisschen Sorge, als trotz Erwähung auf dieser Liste um halb 10 halt noch gähnende Leere war. Aber: Zeitumstellung, Hipsterviertel, nach einer Stunde war es rappelvoll. Essen und Kaffee waren super (und ich habe zum ersten Mal in meinem Leben Eggs Benedict gegessen, die da oben aussehen wie eine Dampfnudel)

Dann: Spaziergang durch ein frühlingshaft lebhaftes Basel, das war sehr, sehr schön!
Und dann habe ich ganz verrückt den Hübschen angerufen und gemeint, er solle doch zum Vitra-Campus kommen, ich würde rüberradeln und wir könnten uns endlich die Nike-Ausstellung (und halt den Campus) anschauen. Wir waren da vor über 10 Jahren das letzte Mal.
Google Maps lotste mich per Fahrradroute schon ganz gut dorthin, aber eben: das Dreiländereck, mit Hafen, Autobahn, Bahnstrecke, drei Grenzen, Baustellen, die Strassen werden zT dreistöckig übereinander geführt, mir war nicht wirklich klar, wo ich wann rauskommen würde. Aber: zack,da.


Ich bin ganz ehrlich: ich kann mit Design (und Architektur) genauso wenig anfangen wie mit Kunst, aber es war schon nett, das alles anzuschauen. Bisschen Respekt (oder auch Augenrollen) habe ich jetzt wieder vor der Einrichtung nicht nur unseres Büroturms, sondern ALL unserer Firmenräumlichkeiten (incl der fürs Homeoffice zur Verfügung gestellten Bürostühle), jetzt wo ich gelernt habe, dass sogar die einfachsten, unbequemsten Meetingraumstühle Eames-Designerstücke sind.

Helmfrisur und Wind, aber guter Dinge


Designstuhl vor Design... Holzhaus?

Falls Sie budgettechnisch flexibel sind, gibt es extra Homeoffice-Inspirationen

Wohnzimmerinspiration, der "offene Kamin" war keiner

Nicht schön, nicht bequem, aber bestimmt teuer: ein rosa Marmorbad





Die Nike-Ausstellung haben wir dann auch noch gefunden. War ganz interessant, ich glaube, für den Hübschen als Sneaker-Afficionado noch mehr als für mich. Vor dem Heimfahren brauchte ich dann dringend noch einen Snack im Museumsbistro und dann ging es über dröflzig Grenzen (Deutschland-Schweiz-Deutschland-Schweiz) wieder nach Hause. Das war ein echt schöner Auflugstag!

Q. hat mir dann noch seinen Messerschleifer erklärt, der Hübsche ist rennen gegangen, L. kam vom Pfaditechniktag nach Hause und naja, irgendwie bin ich jetzt die Letzte in der Duschschlange.. Hm.

Heute abend dann Süsskartoffel-Lauch-Curry (der Reiskocher sprotzt schon wieder, aber nicht so schlimm wie auch schon. hm.), die erste Folge "Bosch Legacy" der finalen Staffel und dann ist auch schon wieder Montag. Hm

Samstag, März 29, 2025

290325

 Mittelmässig ausgeschlafen (die neue Bettwäsche raschelt nicht nur, sondern fühlt sich arg an wie so ein kratziges Papierhandtuch, mit dem man im Krankenhaus manchmal abgedeckt wird. Nicht die vorgewärmten Decken für im Notfall, sondern die anderen. hm. Aber in warm und ich bin mir noch nicht sicher), auch weil zwischendrin Katzengeschrei. Was ich total verschlafen habe (also in echt, ich schwör, nicht schlafend gestellt, weil keinen Bock): Sansa hat eine Maus hochgeschleppt und der Hübsche hat sie gefangen und ausgesetzt. Dafür war ich halt um viertel nach sieben wach, habe bis kurz nach halb acht ausgehalten und dann Kaffee gemacht.

L. hatte ein Englisch-Präsentationsübungsding abgemacht, deshalb habe ich Semmeln geholt und wir haben relativ früh gefrühstückt (für Samstag)

Dann: Englisch für L., Mathelernen für Q., Ragewalk mit frische Berliner mitbringen am Ende (die Klasse, die neben dem frische Berlinerfrittierstand den Kuchenstand aufgebaut hatte, hat mir echt leid getan) für den Hübschen und mich, viel Haushaltsgedöns, Kinderbetten, drölfzig Wäsche, dann Kinder aus dem Haus scheuchen für verschiedene Pfadiaktivitäten und dann schauen, ob das Wetter schön genug ist für einen schon länger angedachten Ausflug: nein. Also: chillen, räumen, Kombucha "wechseln" (der Hübsche hat gestern einen im Esszimmer fein dispers verteilt und das einzige, was ich geschafft habe, war mich so zurückzuhalten, dass ich nicht in roter Wut austicke, weil so unnötig. Ich habe halt nix gesagt, mehr ging nicht. Nachdem Saubermachen wurde es dann aber doch ein netter Abend. Und heute musste jemand nochmal wischen, weil immer noch klebrig), mit Serienunterstützung Essen vorbereiten. Und dabei kam ich dann irgendwie in den Flow, es gab nicht nur heute MacnCheese mit Bärlauch in der Sosse und karamellisierten Schwarzwurzeln dazu, für morgen früh sind Mangos, Orangen, Kiwis, Granautapfelkerne in müslitaugliche Portionen geschnippelt, für morgen Abend steht ein Lauch-Süsskartoffel Curry bereit, in den Ofen geschoben zu werden, eine grosse Schüssel Salat ist gewaschen und gemischt und für Montag oder so ist die Füllung einer Mangoldquiche bereit. Ich musste mir aktiv sagen, dass jetzt genug geschnippelt ist :-)

Die Kinder sind jetzt beide im Pfadibeizli, der Hübsche und ich werden wie so alte Leute eine Serie schauen und morgen (recht früh, weil Zeitumstellung) fahre ich mit dem Rad frühstücken mit meiner Schwester und schaue, dass L. rechtzeitig aufsteht, weil er Techniktag hat.

Hoffe, das Wetter ist besser :-)

Freitag, März 28, 2025

280325

 Richtig gut geschlafen habe ich heute (ich hatte eine Gel-Collagen-Maske über Nacht auf dem Gesicht gelassen. Das hat sich einerseits mittel angefühlt (man kriegt von denen halt ein richtig kaltes Gesicht, solange sie noch nass sind), aber nicht so schlimm, dass es mich vom Schlafen abgehalten hätte (und dazu gehört ja nicht viel). Als ich das dann heute um halb sechs (Sie erinnern sich? Montag und Freitag mache ich Sport noch vor der Physio....) abgezogen hat, fühlte die Haut sich halt schon echt spektakulär an. (ich habe diese da genommen und heute dann die als Nachschub bestellt. Ausserdem habe ich eine neue Lieblingssonnencreme für meine Bedürfnisse. Auf meiner Haut ist alles bisher, auch wenn es "airyfit" und "watery" heisst, sehr schnell speckig und glänzend. Die koreanischen Cremes, die ich bisher probiert habe, sind um Grössenordnungen angenehmer zu tragen und besser als die, die es hier gibt, aber eben: mir immer noch zu fettig/glänzend. Diese hier hingegen ist super, da klebt nix, der Glanz ist nicht übermässig und ich kann gut schminken danach. Ach ja: und sie rollt sich auch nicht in Futzeln ab, wenn ich drüberschminke.

Es mag schockierend sein, aber nach einer Stunde Sportprogramm ist auch eine so liebevoll gepflegte Gesichtshaut knallrot und verschwitzt.

Physio danach war intensiv, die Grenzen sind deutlich weiter als auch schon, aber holla, die Schmerzen immer noch sportlich. Danach fühlte sich meinArm an wie ein alter Einmachgummi: ohne jede Stabilität, aber halt auch nicht irgendwie krass dehnbar oder belastbar. Naja.

Arbeit: ok, Gemini kennt mich noch nicht. Nach den Cotton Teddy Bears gestern hat er sich heute aufgedrängt mit Antwortvorschlägen auf eine Email mit einer Anfrage, die im Nullkommanix korrekt beantwortbar war. Die Vorschläge gingen von "Ich habe keine Ahnung, ich muss erst die Experten fragen" über "Da bin ich die falsche Ansprechperson, bitte frag jemand anders" zu "Ich habe leider keine Zeit, auf deine Anfrage zu antworte, bitte überleg dir, ob das wirklich dringend ist." Was ist das denn für eine Arbeitseinstellung?!

Irgendwann dann Mittagessen mit Q und dem Hübschen. Ich habe nochmal im geputzten Reiskocher Reis gekocht. Er hat wieder oben rausgespritzt, allerdings nicht ganz so viel. War aber auch ein Becher Reis weniger als das letzte Mal. Ich habe beim Saubermachen gesehen, dass sich in dme Rückschalgventil an noch einer anderen Stelle Reis verstecken kann, vllt hatte ich den das letzte Mal nicht entfernt. Muss ich also nochmal testen, parallel habe ich im Wocheneinkauf direkt mal wieder die Reissorte, die wir vorher hatten, gekauft. (Ich möchte eigentlich mal wieder was anderes als Reis essen).

Draussen Traumwetter, die Frühblüher kommen, die Vögel freuen sich über die Meisenknödel, die ich noch gefunden habe. Auf dem Schlafzimmerboden spanne ich das letzte grosse Strickstück, das fertig geworden ist, ein bisschen antizyklisch ein riesengrosses doppellagiges Dreieckstuch, in das man auch als Poncho reinschlüpfen kann.

Wir beziehen unser Bett frisch, die Ikealieferung brachte ja nicht nur die Kabelaufbewahrung sondern auch frische Spannbettlaken und, ich glaube zum ersten Mal in meinem Leben, weisse Bettwäsche. Die ist jetzt gewaschen, in der Sonne getrocknet und aufgezogen und wird heute abend eingeweiht. (Nicht raschelfrei, das nervt schon ein bisschen.)

Jetzt warte ich auf den Hübschen, der beim Bartschneiden ist, dann gibt es einen Palomimosa zum Wochenendeeinläuten und dann Pizzaabend. Verdient.


Donnerstag, März 27, 2025

270325

Erstaunlich gut geschlafen, trotzdem mit schmerzendem Arm aufgewacht. Naja. Es ist nachts nicht mehr so kalt, die Katzen sind viel draussen (und dementsprechend dann den Tag über müde, Jonny schlief von halb siebenbis nach zwei in L.s Bett), ausserdem habe ich auf der Kamera von heute nacht eine Maus (in Jonnys Maul), einen Igel (auf der Terrasse) und ein blitzschnelles Wiesel (vor dem Haus) gesehen.

Beim Radeln dann mit nur einem Paar Handschuhe ok warm an den Händen, mit nur Jeans kalt an den Beinen, mit noch keiner Zeitumstellung verstörend hell, ich war mir nicht sicher, ob ich nicht vllt den halben Arbeitstag verschlafen hätte.

Arbeit dann: seit heute haben wir unsere AI Strategie ausgerollt, das wurde mittags verkündet. Schon seit morgens nervte aber Gemini in jeder einzelnen Google Anwendung (wir haben das gesamte Office-Paket von Google) mit Hilfsangeboten. Ich war dabei einen TWIMC Letter an eine Regierungsbehörde zu schreiben (musste mich sehr zurückhalten, keine lmgtfy-Links einzubauen, weil.... meine Güte!) und andauernd poppten Hinweise auf, dass man mir helfen könnte, zB einen Interview Thank you Letter oder einen Rollout Letter für eine App, die es Leuten erlaubt, Hologramme von sich selber zu amchen oder eine descriotiuon of a new line of organic cotton teddy bears.. Das fällt jetzt unter "Everyday AI" und jajajaja, ich sehe durchaus Möglichkeiten und Nutzen, aber aktuell wirkt es halt noch sehr wie Karl Klammer auf Koks und mit ADHS.

Dann habe ich mal wieder den Fehler begangen und eine vermeintlich pragmatische Lösung versucht für einen bei uns bisschen nervigen Prozess. Ach, ist ja egal, hier kommt kein Karl Klammer, der mir anbietet, das hier kurz zu fassen, deshalb schreibe ich das jetzt in lang: Manchmal (gar nicht so selten) müssen wir erklärende TWIMC-Letter an Behörden schreiben, die manche produktspezifische oder firmenspezifische oder was auch immer Besonderheiten nochmal gern separat ausserhalb unserer Standarddokumente spezifisch erklärt haben wollen. Das ist einerseits ein bisschen nervig, weil halt Extraaufwand, andererseits, meine Güte, wenn sie das brauchen, um ein Approval zu erteilen, dann machen wir das halt. Solche Briefe werden immer von zwei Personen unterschrieben, die die entsprechende Fachkenntnis und den entsprechenden Arbeitsvertrag (also: mit unserem Basler Headquarter) haben, weil das halt der Briefkopf ist und jedeR nur im Namen seines Arbeitgebers unterschreiben kann (vereinfacht erklärt, bitte da jetzt kein Compliance-Issue draus konstruieren). Vor einigen Jahren haben wir Teile von globalen Funktionen nach Kanada ausgelagert, die sind also nicht mehr in Basel angestellt, sondern bei unserer kanadischen Tochtergesellschaft. Dementsprechend können die KollegInnen von dort, auch wenn sie dem Produkt zugeteilt sind und gleichberechtigt in unseren Produktteams arbeiten, nicht für das Basler Headquarter unterschreiben. Dafür gibt es dann Stellvertreterregelungen, dass KollegInnen in Basel mit der gleichen Funktion, aber Basler Vertrag, solche Briefe mit uns unterschreiben, auch wenn sie mit dem Produkt nicht direkt was zu tun haben. Der Brief, den ich da heute fertig machte, muss spätestens morgen bei der Behörde sein (alles bisschen knapp, bis heute morgen war ich davon ausgegangen, dass es als Antwort auf eine dreizeilige Email auch eine (mehrzeilige) Email tut, aber nein, die Kollegen in dem anfragenden Land bestehen auf einem "official global statement". Unter dem Zeitdruck und der Zeitdifferenz zwischen hier und Kanada und zurück dachte ich: ach, das ist so ein no brainer content und es kam auch über commercial rein, ich frage einfach den Kollegen von commercial, ob er das mit mir unterschreibt, der ist ja recht pragmatisch. Er war auch einverstanden, ich habe also die Hilfe von Koks-Gemini standhaft abgewehrt und einen sehr formellen Brief geschrieben, unterschrieben und dem Kollegen weitergeleitet zum Unterschreiben. Der war dann schockiert, weil "das muss doch über einen Approval Prozess gehen". Darunter versteht er (und gesamt commercial anscheinend) einen Upload in irgendein Dokumentensystem, approval durch drölfzig Stellen und dann erst kann das geschickt werden. Ich habe ihn gefragt, was seine Unterschrift unter so einem Brief denn bedeuten würde, wenn kein Approval, dann wurde es ein bisschen wild und er meinte, wir müssten das auch in Zukunft so machen (und das ist ja schon ein bisschen abenteuerlich, wenn jemand von commercial jemand von Quality in einem GMP-Umfeld erklären will, dass man nicht so larifari arbeiten könne). 

Ich habe dann (musste ein bisschen an die Zeit mit kleinen Kindern denken) zwei Möglichkeiten zur Auswahl gestellt: entweder ich mache das auf unsere Art und Weise und hole mir die Unterschrift der Basler Vertretung der Kollegin aus Kanada (hätte ich von Anfang an machen sollen) und schicke es heute abend noch ab oder er kann seinen 18stufigen Approval Prozess in welchem System auch immer, zu dem ich keinen Zugriff habe, machen, dann wäre ich aber raus und er könnte mit dem anfordernden Land klären, wann das Dokument dann bei ihnen wäre. Raten Sie mal. 

Meine Güte. Für diesen Task hatte ich alles in allem 30 Minuten eingeplant und ganz sicher keine Telefonate, "aber erst nach 18h". Learning: lieber den bekannten, bisschen nervigen Prozess als einen vermeintlich pragmatischen, wo man jemand braucht, den man nicht einschätzen kann.

Der Rest der Sachen heute war dann aber vergleichweise schnell erledigt, also kam ich trotzdem noch pünktlich im Hellen zum Gemüsekorbabholen und nach Hause radeln. Yay!

 Nicht Pak-Choi, sondern das andere, was fast genauso heisst und fast genauso schmeckt, richtig viel dünne Lauche, Mangold, ein grosser Sack Rucola und Asiasalat, ein Eichblattsalat, Karotten, Kartoffeln, DIE EIER, ein grosser Sack Pflücksalat gemischt, Sellerie, Schwarzwurzeln und Süsskartoffeln. (Ich habe ein bisschen Bammel, wie viel das wird, wenn erst mal richtig Erntezeit ist). Ich sehe: viel grünen Salat (den Pflücksalat und die Kartoffeln gab es direkt mit Spiegeleiern zum Abendessen), einen mindestens mit karamellisierten Schwarzwurzeln dazu, Lauch-Süsskartoffelcurry, Ramen mit dem Pak Choi, eine Mangold-quiche und Karotten gehen eh immer weg. Sellerie: mal sehen.


Magnolienstatus daheim (auf der Nordseite): die vor ein paar Jahren gerettete Sternmagnolie ist angewachsen, würde cih sagen.

Die riesige im Garten gegenüber wird in den nächsten Tagen traumhaft aussehen!



Mittwoch, März 26, 2025

260325


So. Was für ein Tag gestern! (Wobei man ehrlich sein muss: ganz so gross wie auch schon ist die Aufregung mit 16 am Geburtstag selber nicht mehr. Nach Cupcakes zum Frühstück und Bescherung war es ein Schultag wie jeder andere auch, zusätzlich mit einem Geographietest, am Abend gab es Pfadihock und Vorbereitung von Französisch- und Englisch-Präsentation. L. will nicht mal eine Party machen! An der Tradition von "Ohne gelbe Blumen und Ballöner ist es kein Geburtstag", auch wenn L. da mittlerweile ein bisschen die Augen rollt und ich dieses Jahr mit den Ranunkeln richtig tief ins  Klo gegriffen habe. Als ich sie ausgepackt habe, war ein Drittel der Stengel geknickt und faulig, das war echt ein Trauerspiel. Wenn es nicht schon so spät gewesen wäre, wäre ich zum Laden zurückgegangen....)

Heute dann: ok geschlafen, eine kleine Runde um den Block im Pyjama um halb drei, als ich von lautem Katzengeschrei geweckt worden war und Jonny draussen war. Anscheinend ist der Klingeljonny jetzt auf Ärger aus, aber bisher scheint das nur laut (von der Klingeljonnyseite) zu sein, unser Jonny scheint sich für überlegen zu halten und gekämpft wird nicht. 

Trotzdem erstaunlich erholt aufgewacht.

Nach einem letzten Cupcake zum Frühstück habe ich dann eine Sportrunde eingelegt, und um Punkt neun ausführlich über inventory, seasonal, pandemic und überhaupt geredet und referiert. (Fühlt sich alles ein bisschen nach Abschiednehmen an, weil das nach dem Jöbli nicht mehr mein Job sein wird, aber damit bekommt es auch eine gewisse Leichtigkeit.).

Dann: wilder Mix an Themen, von theoretischen Compliancethemen über hands on QC, Strategie, Verpackungsinvestigations, bisschen freelance Sherlock Holmes Arbeit, alles eigentlich recht gut.

Mittagessen mit dem Hübschen, es gibt aufgewärmte Curryvarianten mit Reis. Der Reiskocher hat gestern übrigens eine Riesensauerei veranstaltet, ich hoffe, wir haben das vorletzte Mal das Überdruckventil schlampig saubergemacht und deshalb ist einfach grad alles noch mehr verstopft und rausgeblubbert, die Alternative wäre nämlich, dass das Ding kaputt ist und das möchte ich nicht. (Eigentlich habe ich Reis jetzt erstmal gesehen, aber andererseits muss ich auch überprüfen, ob es jetzt wieder tut...)

Ausserdem kam die Ikeabestellung von Montag (Dienstag?) an, das war anders als das letzte Mal eine richtig gute Erfahrung: einfach ein Paket mit Planzer, abgestellt, gut isses. Wir haben jetzt die Kabelaufbewahrung für unser Pflanzenregal und spontan eine neue Bettdecke (schweizer Abmessungen und Ikea-Abmessungen und Schweizer Ikeaabmessungen sind eine Wissenschaft für sich) und neue Spannbettlaken, nachdem die alten als "räudig" bezeichnet wurden. Ganz so schlimm fand ich es nicht, aber gut, das ursprünglich mal hellmintfarbene, jetzt von Katzenkrallen etwas löcherige kann gegen die neuen weissen und olivgrünen OHNE Löcher halt schon nicht mithalten.

Dann: irgendwann noch ein Spazierründchen mit vereinzelten Regentropfen, Q. kommt heim und geht wieder, L. kommt superspät (Japanischunterricht), der Hübsche bringt ein Paket weg und irgendwann beschliesse ich einfach: ich mache jetzt Abendessen, sonst wird das nix mehr. Wer da ist, isst da, lol.

Swiss Sakura

Zwischendrin: laaaaaange Suche nach Sansa, die einfach verschwunden war. Nach all ihren Plätzen, draussen, in L.s Bett, in L.s Schränken, die zwischendrin mal halb offen waren, der Sauna, dem Kammerl, dem Dach schaute ich in des Hübschen fest geschlossenen Schrank und nur durch einen Testgriff nach ganz hinten fand ich den kleinen, tief schlafenden Flauschball. Meine Nerven, ey



Zu guter Letzt noch einen Paypalincident starten (der erste für den Hübschen), weil meine Weihnachtsradfahrjacke, die so krass reflektiert, bei der ersten Benutzung die Ärmelverstelllaschen auseinanderfallen liess. Der Kundendienst stellt sich seit Wochen tot, dann halt so.

Eine skurrile Beobachtung habe ich auf Mastodon gestern gemacht: jemand war empört, dass "nur so en passant" in einer Sparten-Wissenschaftssendung erwähtnt wurde, dass grosse Schweizer und deutsche Firmen in ihren US-Töchtern und teils den globalen Headquartern, die NICHT in den USA sind, die DEI-Ziele gestrichen haben, um es sich mit der Trump-Regierung nicht zu verscherzen. Und wie kann das sein, dass man das nicht in den grossen Medien erfährt, wo ist der Protest, warum sagt einem keiner was? Neben aller Enttäuschung (und glauben Sie mir, ich bin ins Mark getroffen und mache meinen Mund durchaus auf, nicht alle Konsequenzen bedenkend, aber so kann ich noch einigermassen in den Spiegel schauen): es ist schon eine Leistung, die Mediacoverage zu diesem Thema bisher übersehen zu haben. 




Vielleicht mal drüber nachdenken, woher man seine Informationen bezieht, bevor man die grosse Verschwörung, dass Mainstreammedia / der ÖRR gekauft und inkompetent wäre, an die Wand malt. Bloss weil einem die Info nicht spoonfed wird, heisst es nicht, dass sie nicht da ist.



Dienstag, März 25, 2025

250325 Sweet 16

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Mein lieber Lennibenni (ich darf das immer noch sagen, sorry, ich mach die Regeln nicht, oh, äh, doch.)

happy, happy, happy Birthday! Nachdem wir letztes Jahr noch kurz unsicher waren, ist es dieses Jahr wirklich der 16. Interessanterweise hast du das Längenwachstum im letzten Jahr total eingestellt (in die muskelbepackte Breite nicht), ich glaube aber, das war es noch nicht ganz, da geht noch was, bis zu ausgewachsen :-).

Ich habe grad nochmal nachgespickt, was ich letztes Jahr geschrieben habe, weil ich fast nicht glauben konnte, was in diesem Jahr alles passiert ist: die Schulauswahl für das Gymnasium ging auf, du hast ein grossartiges Abschlusszeugnis (und einen Spezialpreis für ... Sozialkompetenz? ich hab vergessen, wie er hiess, so überrascht war ich) von der Bezirksschule bekommen und am ältesten Gymnasium der Schweiz gestartet. Neben den ganz praktischen Anfangsruckeleien ("bin bisschen später dran, wir sind in irgendein Tram gestiegen, das gut aussah, aber es ist nicht zum Bahnhof gefahren") war es einerseits eine riesiggrosse Umstellung: "grosse" Stadt, grosse Schule, sehr andere Klientel (mit Schwerpunkt Englisch und IB bist du in der Expat-Community gelandet :-)), andere Fächer, andere Zeiteinteilung, andere Anforderungen, andere Lehrpersonen. Aber: Du hast Dich so gut zurecht gefunden. Du hast auf Deine Art FreundInnen und Anschluss gefunden, Du hast Deinen Platz in dem Ganzen gefunden. Das ist so schön zu sehen und ich bin so, so, so froh, dass diese ... Bedenken, Sorgen etc aus dem letzten Jahr sich in Wohlgefallen aufgelöst haben. Und: du bist das erste Mal an der Schule nicht "der kleine Bruder von Q., hätte gar nicht gedacht, dass Du so ruhig bist, bei dem Bruder". Ich glaube, so supergut ihr euch auch versteht, das ist ein wichtiger und richtiger Schritt für Dich (und auch Q.)

Naja. Was für uns sehr, sehr unerwartet kam (ich glaube, auch für dich ein bisschen), war Dein Entschluss für ein Austauschsemester in Japan. Neben den organisatorischen (welche Organisation, gibt es Platz, was, wie, wo) war es für Papi und mich schon ein grosser Schritt, uns darauf einzulassen. Dann kamen noch mehr organisatorische Themen (meine Güte, was man da alles recht zügig einreichen muss!!!!) und, wie könnte es anders sein, eine Überraschungsdiagnose respektive -verdachtsdiagnose, die uns lang auf Trab gehalten hat und zu verschiedenen anderen "Was ich mir für die Zukunft merken muss" Themen auf die Liste kommt. Wir wissen jetzt mehr, als wir je wissen wollten, über Tuberkulose.... wtf einfach. Naja. Aber: Japan steht damit nichts mehr im Weg und, wie krass ist das, nächstes Jahr um die Zeit bist du schon wieder zurück! Ich bin sozusagen in awww, wie konsequent du (schon lange vor der Austauschidee) mit dem Japanischlernen bist. (manchmal wünsche ich mir, Französisch und Italienisch würden ähnlich viel Aufmerksamkeit bekommen, aber naja.) Duolingo, Mangas, Animes, japanische Serien und Japanisch als Wahlfach.... Ich bin sehr gespannt, wie das dann im Realitätscheck aussieht!

Du bist nach wie vor unser Gym-Bro (es war eine gute Idee, eins mit mehreren Filialen, sowohl bei uns im Ort als auch in Basel, zu wählen, so dass du die vielen Freistunden an den Schultagen unter anderem dafür nutzen kannst.

Du hast es richtig gut geschafft, deine vielen Interessen (von Pfadileitung, Gym, FreundInnen, zocken, bingen, Pokemon, etc) alle unter einen Hut zu kriegen UND dabei noch ausreichend zu schlafen, etwas, was ich definitiv nicht hinbekomme. Also: das mit dem Schlafen auf jeden Fall. 

Ich bin heute richtig sentimental geworden, als ich nochmal nachgelesen habe, wie das vor 16 Jahren so war, habe meinen KollegInnen mehrfach ungefragt erzählt, dass das süsse Kindergartenkind, das von meinem Mousepad strahlt, heute eben ... 16 wird und ach, ich bin so stolz auf dich! Und so, so, so aufgeregt, was das neue Lebensjahr diesmal grossartiges für dich in petto hat! Ich habe den Eindruck, es geht Dir zur Zeit richtig, richtig, richtig gut und das freut mich unendlich.

Ich bin, wie immer, unglaublich froh, deine Mutter sein zu dürfen!











Montag, März 24, 2025

240325

 Meine Güte, so schlecht wie heute nacht habe ich ewig nicht mehr geschlafen und das will was heissen. Es hat nicht geholfen, dass ich vor dem eigentlichen Lesen vor dem Einschlafne noch ein Interview mit Elon Musks Tochter gelesen habe und dann von Elon Musk geträumt habe. War nicht schön! Bis dahin ging es aber lang, weil der Hübsche schon selig schlief und schnarchte und ich halt ... dementsprechend nicht. Um halb drei wachte ich auf, weil eine Katze reinkam, um halb vier stand L. am Fussende (wenn Kinder in der Nacht auftauchen, bin ich HELLWACH, weil es meist irgendwas fieses ist) und hatte "eine Maus oder Ratte im Zimmer, sie hat ein Ovi-Päckchen angefressen und Sansa spinnt". Wir haben eine Falle in seine Zimmer aufgestellt und sind wieder ins Bett. Um viertel nach vier war ich immer noch wach, als die Falle zuklappte und ich L. hörte, der die Maus draussen freiliess und Sansa wieder mit reinnahm. Da hatte ich dann kurz überlegt, ob ich den Wecker um halb sechs für Sport ausstellen sollte und erst um sechs aufstehen sollte. Dann aber (wenn mein Kopf einmal an ist, ist es unmöglich, ihn wieder auszuschalten) dachte ich mir: ich habe heute einen vollem Meetingtag bis nach sieben, ich MUSS vorher was für mich tun und das ist Sport. Tat dann auch richtig gut und die beschissene Nacht wäre durch 30min schlechten Schlaf mehr auch nicht besser geworden.

Dann also Frühstück, Sport, Duschen, Physio. Nach dem sehr schmerzhaften Termin letzten Freitag und einem schmerzhaften Wochenende (der Schmerz war auch signifikanter contributing cause zum schlechten Schlaf) war ich dann durchaus nervös, wie das heute wohl aussehen würde. Aber: das hat sich alles gelohnt, es ging signifikant besser! Ich habe noch mehr Übungen für daheim, das wird also alles.

Puh. Auf dem Rückweg dann noch schnell eine Cooprunde, Butter, Mandelsplitter und gelbe Blumen einkaufen. Jemand hat morgen Geburtstag und hat sich Bienenstich-Cupcakes gewünscht!

Dann: mal wieder eine Bewerbung fertiggemacht, das geht mittlerweile relativ schnell. (traurig geworden, als ich in der Einleitung der Ausschreibung noch ein flammendes Plädoyer für Diversity & Inclusion gelesen habe. Tja.) Wir werden sehen, im Moment fühlt sich alles so in der Schwebe an. Führt dazu, dass ich mir bei vielen Sachen, die mich noch vor ein paar Wochen / Monaten auf die Palme gebracht hätten, denke "Ja, ok, dann halt." Und im Geiste ergänze "Dann sind wir wenigstens weg von der Strasse", aber das ist wieder eine Referenz, mit der man Leute nur durcheinanderbringt, wenn sie ein bisschen jünger sind.

Für den Nachmittag waren Sturm und Gewitter angesagt, also haben der Hübsche und ich die vermeintlich letzte Sonne mittags für einen schnellen Latsch genutzt, seitdem ziehen dunkle Wolken vorbei, aber es fällt kein Tropfen. Auch gut.

Zum Mittagessen gab es aus meinen grossen Mealprep (aka Reste vom Wochenende)-Vorräten heute Gemüsecurry mit Reis, das war nochmal sehr lecker und hat mich fit für einen Nachmittag voller Meetings (bis eben abends bis nach sieben) gemacht. Während das Curry wärmte, habe ich den Kuchenteil der Cupcakes gebacken (und dabei die letzten Muffinförmchen aufgebraucht), Buttercremefüllung und Mandelkaramelltopping kommt dann heute abend, wenn der Hübsche auf der Eigentümerversammlung ist.

In einem Meeting mit schweizer, US und kanadischen Kollegen aus Gründen auf Zölle zu sprechen gekommen und dann wurde es kurz weird, weil man ja bei Amerikanern ja nicht weiss, ob sie nicht zu denen gehören, die diese irre Regierung gewählt haben, zumindest wenn sie nicht wie der Grossteil unserer Kollegen aus Kalifornien kommen. Aber: phew, alles gut. (also nicht gut, aber ich habe immer noch keine Trumpsupporterkollegen, von denen ich weiss).

Die Jungs haben alle unterschiedliche Abendprogramme und wir essen gestaffelt, ich als letzte, buhuuuu. Während der Ofen für die Montagspizza vorheizt, versuche ich mich mit klebrigen, schmierigen Fingern an Cupcake-Befüllung mit dem Spritzbeutel, und dann werde ich mich mit vollem Bauch down memory lane machen. 16 Jahre!!!!

Sonntag, März 23, 2025

230325

 Ausgeschlafen (naja, so ein bisschen, ab halb sieben war ich halbwach wegen vermutlich genug geschlafen und schnarchendem Hübschen), Kaffee um halb acht, Sport danach, dann duschen und ein aussergewöhnliches Sonntagsfrühstück, nämlich arme Ritter. Ich bin eigentlich kein grosser Fan, aber aktuell waren irgendwie ein paar trockene Semmeln über und das als Frühstück wäre ein bisschen traurig gewesen und doch, so alle 5 - 10 Jahre einmal (ok, 10) ist das doch ganz lecker.

Dann: Kombuchawechseltag (ich habe jetzt einen mit HAgebuttentee und einen mit Schwarztee. Der Hübsche mag den schwarzen, ich den roten lieber), dann ein bisschen mit L. Geographiematerialien anschauen. Das ist mittlerweile tatsächlich v.a. meinem eigenen Interesse geschuldet, ich fand das zwar zu Schulzeiten nicht soooo spannend, habe aber trotzdem viel gelernt (und schliesslich Erdkunde Grundkurs als drittes Abifach gewählt). Heute finde ich das alles sehr aufregend und mit L. sehe ich sozusagen: "Was in den letzten 30 Jahren geschah" (zB war zu unserer Zeit ja Chinas Einkindpolitik noch top aktuell, heute eher andersrum.). Ein anderer Lernblock war "Gender Equality" und Förderprogramme, warum wichtig, dass das ein Teil der UN-Sustainable Development Goals gehört. Wie selbstverständlich das alles für L. ist, wie krass, dass das in den USA so nonchalant über Bord geworfen wurde und ALLE sich dem beugen, auch ausserhalb der USA, es ist echt unfassbar.

Naja. Dann Zeug wie Wäsche, Pflanzen giessen und düngen, wir haben ja mittlerweile einen rechten Dschungel. Ausserdem: Geschenke einpacken, JEMAND wird ja 16 nächste Woche. EInes ist noch auf dem Postweg unterwegs, aber es wird trotzdem kein trauriger Dienstag.

Termine für nächste Woche geplant, bisschen draussen rumgelaufen, weil es gar nicht nur regnet, wie es eigentlich angekündigt war, sondern der Nachmittag einfach knallsonnig (meine Bulblasagnetöpfe gehen richtig ab!)

Irgendwie alles in allem ein komisches underlying Gefühl, ich weiss nicht warum (könnte aber auch damit zusammenhängen, dass ich eine 500mL Flasche Kombucha minus das, was nach "einfach Ploppen" rausgesprudelt ist, geext habe und holla, das hatte viel Kohlensäure. Ich habe das Gefühl, wenn ich rülpse, kommt eine Schaumfontäne....

Jetzt: Abendessen, es gibt Butter Tofu mit Naan und Reis und die grösste Entscheidung, die ich noch treffen muss, ist: reicht das oder soll ich noch mehr Reis machen. Ich habe es nicht leicht, I know.

Samstag, März 22, 2025

220325

 Der Hübsche hat das richtig ernst gemeint mit dem Ausschlafen und hat gestern abend kontrolliert, dass alle Handies wirklich nicht nur auf "nicht stören" stehen, sondern wirklich stumm, damit absolute Ruhe ist. Pünktlich um 5:54h haben wir deshalb richtig gut gehört, wie bei uns im Garten grosses Katzengeschreie war. Ich bin also mit Pyjama und Schlappen rausgeschossen und habe Jonny und Simba (den "Klingeljonny") getrennt. Schön, jetzt streiten sich die zwei auch schon....

Ausgeschlafen haben wir dann bis viertel nach acht ausgeschlafen, Kaffee getrunken und im Bett Internet gelesen, dann gefrühstückt und dann war auch schon Zeit für mich, auf die Fahrt in den Schwarzwald zum Neffengeburtstag zu machen. Ich war heute allein unterwegs, weil alle anderen Termine oder Verpflichtungen hatten. Dementsprechend kam ich ohne Pinkelpause und auch ohne Verfahren durch, es war aber trotzdem anstrengender als sonst, weil: auf einmal war eine Auffahrt gesperrt, dann waren lebensmüde Radler und Motorradfahrer und Schönwetterfahrer unterwegs, war nicht so angenehm zu fahren. Zur Unterhaltung hörte ich "Der Teezauberer" auf Spotify, weil ich "Alte Sorten" ja gern mochte und naja, was ein fertiger Scheiss. (Good thing daran: es hat mich so genervt, dass ich schön wach und genau richtig aggressiv blieb für die Fahrt).

Die kleinen und winzigen Neffen waren einfach Zucker (Kudos, nach einem Kindergeburtstag am Vormittag noch so gut drauf zu sein), wir haben Lego gebaut und gegessen und Quatsch gemacht und mit der gleichen Begeisterung, mit der im Haus einander getratzt wurde, wurde nachher draussen gefeiert, dass es, "SCHAU!!! DA SIND WEISSE!" verschiedenfarbilge Primeln in Nachbars Garten gab.

Daheim wurde im Garten gewerkelt, Französisch gelernt, History in english gelernt, im Wald gefeuert und, das fand ich besonders schön, passend zu meiner Ankuft ein Palomimosa vorbereitet, was für ein perfekter Service. Der Hübsche und ich haben die auf dem sommerlichen Balkon genossen, ein paar Gedanken zu Terrassenumgestaltung hin und her gewälzt (die Boni wollen irgendwie investiert werden), das war gut.

Zum Abendessen gab es einen Riesentopf Gemüsecurry (Gemüsekorbzwiebeln, -karotten, -kürbis, -kartoffeln, sonstige Reste an Champignons, grünen Bohnen, Knoblauch, Ingwer, Paprika und Zucchini, dazu Panang-Currypaste aus Dänemark, ich glaube, aus dem Pfadilager letztes Jahr), die letzten Pappadums und Reis, es gibt noch genug für einen Homeofficetag und es war richtig gut!

Jetzt: "Adolescence" fertigschauen, dann gut schlafen und morgen einen vermutlich verregneten Sonntag.

Freitag, März 21, 2025

210325

 Heute hatte ich mir, bereit die Erfahrung von Montag zu wiederholen, um halb sechs einen Wecker für Sporteln gestellt, bin dann frisch geduscht um kurz vor acht bei der Physio gewesen, nur um zu hören "Uh, das ist aber wieder richtig steif geworden". Und das, wo ich die ganze Woche jeden Tag die Übungen gemacht habe, den Arm mit Gewicht belastet habe, mich drangehängt, jeden Abend bis zu Sternchensehen den Arm unter den Hintern klemme, schade. Aber: es scheint normal. Die Bewegung nach vorne oben ist fast wieder normal, aber seitlich und eben Rotation noch gar nicht gut, da klemmt es sehr schnell am Schulterdach. Ich wurde also wieder bis über die Schmerzgrenze gedehnt, gezogen, gedrückt, dass ich glaube, blaue Flecken zu kriegen (schon oft geglaubt, nie gekriegt) und getröstet, dass es schon gut wird.

Hmpf.

Dann: schnelle Einkaufsrunde, Arbeit, mit dem Hübschen in der Mittagspause nach Lörrach fahren. Er hatte Kontaktlinsen abzuholen, ich brauchte eine neue Brillenschraube (bei meinem heissgeliebten Gestell wird immer die rechte Seite lose und vor ein paar Wochen habe ich mit dem NAchziehenlassen durch Q. (der so viele fitzelige Schraubenzieher hat) so lang gewartet, bis die Schraube rausgefallen ist und weg war. Gottseidank habe ich noch lauter alte Brillen und eine Schraube von da hat gepasst. Heute wurde sie beim Optiker professionell ersetzt). Ausserdem haben wir bei einem schraddeligen, aber für mich perfekt leckerem Asiaimbiss Mittag gegessen, dann für L. noch zwei Spontantgeburtstagsgeschenke eingekauft, der Hübsche hat Schuhe gefunden, noch ein kleiner Drogeriemarkteinkauf und zack, hatten wir zweimal knapp (nicht superknapp, aber ich musste nachrechnen und die Mwst abziehen) die Freigrenze von 150 CHF erreicht. Das war praktisch, also das Rechnen, weil heute war anscheinend Klassenausflug beim Schweizer Zoll, sie haben in plain sight die Autobahn hinter der Grenze gesperrt und alle nochmal kontrolliert. Wir hatten unsere Zettelchen abstempeln lassen (nur vom deutschen Zoll, weil ja nix zu verzollen), freundlich rausgereicht, dann mussten wir links ranfahren, den Kofferraum öffnen, mit Handschuhen wurde geschaut, ob unter der Hafermilch und dem Nagellack noch ... Bitcoins oder Rindfleisch liegen), wir mussten auch den Frunk aufpoppen. Es war nix zu finden, das Auto war nach der Tiefenreinigung für die Mfk letzte Woche auch noch porentief rein, also wurden wir freundlichst verabschiedet. Das ist mir in über 20 Jahren Schweiz auch noch nie passiert..... 


So sieht das Auto beim Hüsbchen in der App aus, er hat es ja auch gewaschen.

So bei mir. Ich habe keine Ahnung, wieso.



Dann: Räumen, Arbeiten, Geschenke für die kleinen Neffen einpacken, das Auto für die Reise in den Schwarzwald morgen packen, wieder auspacken, weil ich ja am Nachmittag noch Q. und zwei KollegInnen incl 3x Brand- und Atemschutz vom Feuerwehrkurs abholen muss und das Auto sehr voll mit stinkendem, dreckigem Zeug sein wird, Pizzateig machen, Rechnungen zahlen, die Zwiebellasagnetöpfe draussen bewundern (ich weiss nicht mehr genau, was ich alles gepflanzt habe, aber es wird gut!), ab ins Mittelland, auf dem Weg noch das Townhall des CEC zu den Zielen 2025 nachhören, auf dem Rückweg Q.s Auführungen lauschen. (Raten Sie mal, was spannender war?)

Dann: alle am Feuerwehrmagazin absetzen, Pizza vorbereiten und bereit stehen, um Q. noch zu einem Theaterabend zu bringen, falls es sich mit dem ÖV nicht mehr ausgehen sollte. (Ich bin bereit fürs Wochenende).

Abends mit dem Hübschen noch eine sehr heftige Folge "Adolescence", das ist harter Tobak, aber lohnt sich!

Donnerstag, März 20, 2025

200325

Der Eintrag gestern war ein bisschen ruckelig, ich hatte auf einmal am Nachmittag höllische Kopfschmerzen, mir wurde übel, ich fühlte mich auch nach Ibu unwohl bis in die Fingerspitzen, naja. Jetzt weiss ich es wieder mal: ich hätte einfach grad kein Ibu nehmen sollen, sondern grad Triptan aus meiner Probepackung. Diesmal habe ich es vernünftig aus dem Peel-Push-Blister gekriegt, nicht die Brösel rauslecken müssen, sondern wie so ein erwachsener Mensch auf der Zunge zergehen lassen. Nach 20 Minuten war ich schmerzfrei und fast wieder normal. Was für ein geiler Scheiss, die Investition von Zeit und (sehr viel Geld) in die Migränediagnostik hat sich wirklich gelohnt, jetzt muss ich nur noch besser werden im Reagieren auf die Zeichen. 

Dann: Erstes Mal Too Good To Go. Vom Prozess her war es babyeinfach, auf der Sekunde genau wurde freigeschalten und wir bekamen unser Päckchen am Kiosk. Wir hatten ein "vegetarisches Geniesserpäckchen" genommen, das waren dann ein Becherchen geschälte geschnittene grüne Früchte, zwei Falafelwraps, zwei vegetarische Burgerpatties ("Chaletburger", was auch immer das sein soll) und eine Schachtel "so was ähnliches wie Fasnachtschüechli, aber mit Schokolade". Preistechnisch mit insgesamt 5.90 jetzt nicht teuer, aber halt auch einfach nichts, was ich sonst gekauft hätte. Anyway, wir haben heute die Früchte ins Müeli gemischt, die Fasnachtschüechli angefangen zu snacken, die Wraps esse ich heute abend und die Burgerpatties.... friere ich ein für nächstes Mal Burgeressen. Alles in allem ist das Konzept aber nix für uns, weil: wir essen vorausplanen und zwar für 4, die mitessen. Kurzfristige Überraschungen passen da jetzt nicht rein. Ich kaufe sehr geplant ein, d.h. ich kaufe keine vorgeschnittenen Früchte, nix mit extra Verpackungsmüll, viel Bio, etc., also auch hier: random irgendwelche Reste passen da auch nicht. Der Preis ist natürlich schon niedrig, aber daran scheitert es ja bei uns auch nicht, ich kaufe auch hier nach Angeboten und bewusst, es passt nicht zu mir, irgendwas random zu nehmen, was ich sonst nie gekauft hätte und dann muss ich es essen, weil wegschmeissen mag ich ja auch nicht. Naja. Weiss ich jetzt also auch, dass Fasnachtschüechli mit Schokolade nicht gut schmecken und wir sie zu Recht nie gekauft haben.

Das also gestern.

Heute dann: irgendwie hat morgens alles länger gedauert undich kam später los, damit war ich eine Viertelstunde später als sonst unten an den Lifts und die waren anscheinend entscheidend: ich habe nochmal eine Viertelstunde gebraucht, um in den Keller zu kommen zum Umziehen, weil ich in lauter Leute reingelaufen bin, die ich ewig nicht mehr getroffen habe und zack, lauter Updates bekommen, halt ein bisschen arg warm, weil ich halt mit Softshellhose unterwegs war. (Nach dem Umziehen übrigens wieder für die Ballonfahrerhose gelobt worden!)



Der Tag selber war dann sehr interaktiv, viel Reden, viel Diskutieren, aber genau dafür sind die Officetage ja auch da. Zum Mittagessen war ich mit einem  Kollegen aus meinem ersten Job hier verabredet und wir haben uns, weil ich einen Change of scenery brauchte, nicht in einer der grossen Kantinen, sondern dem Bowl-Restaurant am Science Square (I kid you not) verabredet. Wir dachten noch, wir wären supermutig, uns draussen hinzusetzen, weil es im Schatten ja schon noch kühl wäre. Wir endeten in der Knallsonne und nur im T-Shirt. Statt Kaffee haben wir eine Rheinrunde gemacht, das war sehr schön!

Am Nachmittag musste ich dann relativ früh los, um rechtzeitig für ein Spätnachmittag/abend-Meeting mit einem externen Partner daheim zu sein UND den Gemüsekorb abgeholt und im besten Fall verräumt zu haben. Der Korb war voll mit frischem Salat (und keinem Grünkohl), das sind grossartige Vorzeichen für die richtige Erntezeit.

T-Shirtwetter beim Heimradeln


DIE EIER, Eichblattsalat, Kopfsalat, Rucola, Kürbis, Chicoree, Asia-Salat, Petersilie, Karotten, irgendwelche Bete (keine rote, eher so orange), Radieschen, Kartoffeln


Vor der Tür dann schon wieder ein ungeplantes Gespräch, die drei kleinen Mädchen waren nämlich wieder da und wollten viel über unsere Katzen wissen ("Beissen die, kann ich sie hochheben, ich habe sie schon mal hochgehoben, aber nur kurz, sie kommt immer zu uns in den Garten zum Kacki machen") und haben uns einen Flyer dagelassen, weil sie neu einen "Hünde-Pipirunden-Service" anbieten, weil sie gerne einen Hund hätten, aber das noch nicht geht. Also, wir hätten jetzt drei Hündesitterinnen, wenn wir heinen Hund hätten. Das ist doch gut

Das Meeting war sehr, sehr interessant, spannende Einsichten in den US-Markt und die politische Lage, aber auch in die epidemiologische Entwicklung von Grippe und Covid (und eben allen ILIs = influenza like illnesses). Es sieht so aus, als ob Grippe sich "total normalisiert", d.h. die Grippesaison wieder strikt saisonal ist, nur einen Peak hat und wieder in Januar/Februar den Höhepunkt, nicht mehr schon im Dezember. Covid hingegen ist auf dem weg zu "just another ILI", das fand ich spannend.

Zum Abendessen dann: Wraps für mich, Tortelliniauflauf von gestern für die Jungs, Salat für uns alle.

Q. schickte den ganzen Tag immer wieder begeisterte Nachrichten vom Feuerwehrkurs, zB "habe gelernt, dass 600°C auch mit Brandschutz sackheiss sind" (Sie waren im "Eber"--> Echtbrandechtrauch und in der Rauchdurchzündungsanlage und ich kriege Beklemmungen und leichte Panik nur beim Gedanken dran.


Was mich seit gestern auch (wieder) beschäftigt: der Lachgasunfall von Arisdorf von 2021. Damals sind 5 Jugendliche zwischen 16 und 18 mit einem 180000CHF Boliden frontal in eine Betonwand gerast, einer ist gestorben. Es hat sich gezeigt, dass sie auf der Fahrt (alle, auch der Fahrer) Lachgas inhaliert haben. Gestern hat die Verhandlung gegen den Fahrer vor dem Strafgericht begonnen, er wird der vorsätzlichen Tötung und der versuchten vorsätzlichen Tötung in 3 Fällen angeklagt. Ich finde das alles so krass, es ist halt in jeder Hinsicht so nah (der Unfallort ist nur ein paar Kilometer weit weg, das Video, in dem sie sich kurz vorher beim Feiern und Lachgasinhalieren gefilmt haben, zeigt unsere Ausfahrt, sie wohnen extrem nah, sie sind so alt wie K1. Und dann ist es halt eine total unvorstellbare Parallelrealität, in der jemand zum Führerschein einen 180 000 CHF Auto bekommt, wo ein Führerscheinneuling noch 4 Jahre später vor Gericht sagt, er wäre halt gefahren, wie ein 18jähriger, der Spass hat, also Schlangenlinien auf der Autobahn, auf zwei Spuren gleichzeitig, 50km/h schneller als erlaubt, sich mit dem Handy filmend und halt... während dieser Fahrt Lachgasballons abfüllend und konsumierend. Und das regelmässig, deshalb wäre man sich ja auch sicher gewesen, dass alles safe wäre. Wie kann es sein, dass so eine Realität literally vor unserer Haustür existiert und wir damit NULL Berührungspunkte haben (um letzteres bin ich sehr froh)?


Mittwoch, März 19, 2025

190325

Schon wieder mit blauen Phasen geschlafen und dabei zB zwar wach geworden, als Sansa um halb fünf auf der Treppe relativ laut miaut hat, aber nicht die korrekte Schlussfolgerung gezogen. So war der Hübsche ganz überrascht, als er dann beim Arbeitsstart unter dem Schreibtisch auf der Galerie ein paar Vogelreste gefunden hat (warum schleift sie einen Vogel DREI Stockwerke nach oben, bevor sie ihn frisst? Vermutlich sollten wir froh sein, dass sie uns den nicht ins Bett geworfen hat.

Frühstück: übrig gebliebener Zopf vom Pfadizmorge am Sonntag, dann Sportründchen vor einem intensiven Arbeitstag daheim. Draussen ist Traumsonnenschein. Beim Mittagsspaziergang ist es noch recht frisch, auf dem Heimweg aber zu warm für die Winterjacke. Am Nachmittag beim Postholen ist es T-Shirt-warm.

Mittags bin ich mutig und verwerte die Unmengen übrigen Grünkohl in einer mediterranen Art, also mit Zwiebel/Knoblauch/Chili anbraten, dann eine HAndvoll Tomaten dazu, mit Nudelwasser ablöschen, Nudeln dazu, Parmesanraspeln, Crema di Balsamico, fertig. Schmeckt sehr gut tatsächlich!

Trotzdem wäre ich jetzt ok, wenn nicht noch mehr Grünkohl im Gemüsekorb wäre. Schaumamal.

Der Arbeitstag ist durchaus lang, wir enden mit einem ausführlichen Meeting mit Kollegen der US Westküste und naja, habe ich erwähnt, dass die aktuelle Situation uns allen nicht gut tut?

Um mich auf andere Gedanken zu bringen, habe ich heute mein erstes Good To Go-Päckchen "gerettet", ich bin ja einfach gestrickt: schreib "Seltener Fund" drüber und ich geiere danach. Um halb acht hole ich ein "vegetarisches Geniesserpäckchen" im Coop ab. Wir werden sehen.

Q. schickt währenddessen euphorische Feuerwehrfilme und Bilder aus Balstal, er scheint dort sehr glücklich zu sein, das freut mich sehr.



Wunschlistenfrage:

Sind Sie "von Hause aus" ein Frühaufsteher, oder ist das mit der Zeit und den Gegebenheiten gekommen? (Oder vielleicht sehen Sie sich selbst gar nicht als Morgenmensch?) 

Weil: es öfter durchklingt, dass Sie wirklich viel "schaffen" morgens - das finde ich beeindruckend und würde mir gern eine Scheibe abschneiden, kann es mir als Nachteule für mich selbst nur schwer vorstellen.

Ich war definitiv nicht immer ein Morenmensch, respektive ich habe wirklich Mühe mit der Selbstdiagnose von Menschen als Eule oder Lerche (können Sie jetzt alle aufschreien oder doof finden und "aber, aber, aber" schreien, ist mir aber egal. Zu Schul- und Unizeiten war es gar nicht so einfach, rechtzeitig zum Standardvorlesungsbeginng um 9 c.t. oder aber auch zu Mathe und Naturstoffchemie um 8c.t da zu sein. Die Nächte waren lang und wann immer möglich, haben wir richtig lang ausgeschlafen. Ich erinnere mich gut, dass das, als ich noch zu Hause gewohnt habe, eben mit Mittagessen zum Frühstück einher ging.

Dann aber kam das Arbeiten, von Anfang an produktionsnah, wo halt die Frühschicht um 6 anfängt und man sich keine Freunde macht, wenn man als ChemikerIn sehr viel später auftaucht (8 war mehr oder weniger die Grenze). Als ich dann wirklich in der Produktion gearbeitet habe, hatten wir jeden Morgen um 8:15h Betriebssitzung, d.h. zu diesem Zeitpunkt musste man nicht nur im Meetingraum sitzen, sondern umgezogen sein, einen Betriebsrundgang gemacht haben und über den aktuellen Stand der Produktion, die man zu verantworten hatte, informiert sein UND über alles, was seit dem Heimgehen am Abend passiert war. Das bedeutete, am besten um sieben im Büro sein. (Unvergessen, als der Produktionsleiter monierte, dass er abends um sechs meistens ganz allein auf dem Stockwerk wäre und mein Betriebsleiter meinte: "Ja, und wenn ich einmal erst um sieben komme, bin ich meistens der letzte. Ausser Dir.")

Die Kinder, die jahrelang richtig schlecht geschlafen haben und über ... naja, insgesamt 15 Jahre dafür gesorgt haben, dass halt morgens ab spätestens 6 oder 7 Halligalli ist, haben ihren Teil dazu beigetragen.

Jetzt wache ich halt von allein so früh auf. (Und bin überzeugt davon, dass man "Eule" oder "Lerche" nicht hilflos ausgeliefert ist, sondern halt durch konsequentes anders Handhaben umstellen kann. Sonst könnte ja niemand die Zeitzone per se wechseln.... aber eben: abends nicht schlafen gehen und dann morgens verwundert sein, dass man müde ist: so halt nicht.)

Dienstag, März 18, 2025

180325

Heute nacht habe ich, tadaaaa, nicht nur gefühlt, sondern auch gemessen richtig gut geschlafen. Das Bandl hat mir sogar blaue Stressbereiche für die ganze Zeit nach 2 gutgeschrieben, yay!

Dann: Deliziöses Frühstück (wie gestern) und eine wunderbare Radtour zur Arbeit bei strahlendem Sonnenschein und klirrender Kälte. Interessanterweise hatte ich schmerzhaft kalte Finger trotz Windstopperhandschuhen UND Krabbenhandschuhen, aber die Ohren, die ja mit dem neuen Mamihelm ohne Bedeckung auskommen müssen (ausser man hätte einen Buff drübergezogen, was ich nicht gemacht habe), waren erstaunlich ok.

Der dicke Strickrock mit Turnschuhen war dann genau das richtige zum Aufwärmen.

Sonst: joah, viel Kleinkram erledigt, ein paar nervige Grossthemen ein Stück weitergeschubst. Interessant war: ich hatte heute den ersten Check-in mit dem Jöblichef, nachdem ich das vor ein paar Wochen, ich hätte jetzt fast geschrieben "geragequitted" habe, aber das war natürlich meine Version davon, wo der Entschluss über 9 Monate hinweg reift, mit ein paar vertrauenswürdigen Personen von allen Seiten beleuchtet wird, dann in einem zweiseitigen Dokument zusammengefasst und als preread zum Check-in verschickt wird, wo ich dann sagen "Im Fall, I quit." Also mit eher so innerem Rage, aber davon jeder Menge. Ich weiss nicht, wieviel man hier rausgelesen hat, aber mich hat das wirklich beschäftigt und mitgenommen. Anyway. Heute also erstes Gespräch und ich kann stolz und froh vermelden: ich bin drüber weg. Ich habe Abstand bekommen, ich mache das noch maximal so lang weiter wie vereinbart (Juni) und werde ihn immer freundlich daran erinnern, dass er bis dahin eine Ersatzperson braucht. Für alle Jöbliaufgaben aus der Jöbliorganisation, die bei mir natürlich last minute landen, weil halt, denke ich mir "ach vielleicht mache ich das, vielleicht auch nicht, was wollen sie machen, wenn ich es nicht mache? Mir den Job wegnehmen? Mich feuern? Ich arbeite ja gar nicht für sie." Ich höre auf, alles extra gut machen zu wollen, weil jeder Pups als Teil einer ewigdauernden Bewerbung gilt, weil ich weiss: "not going to happen". Meine Güte, ist das befreiend!

Lunch dann in unserer "Wir haben alle denselben Vornahmen-Gruppe", heute zu einer blöden Zeit in der kleinen Kantine, so dass wir keinen Platz für uns 5 bekommen haben und total verwegen auf einen (für Essen verbotenen) Meetingraum ausgewichen sind. Das hat dem Ganzen eine sehr interessante Dynamik gegeben, weil hinter geschlossenen Türen auf einmal richtig, richtig ausgepackt wurde, das wäre in der Kantine so nie passiert. Holla die Waldfee. Diese Unsicherheitszustände tun uns allen nicht gut.

Dann, nach dem Teammeeting ein spontanes einstündiges Produkteinführungsmeeting mit meiner japanischen Kollegin. der ich eins meiner Produkte in den nächsten Wochen/ Monate übergeben werde. Ich hatte sie heute und gestern in meinen US und Asia-Subteammeetings dabei und sie war eeeeetwas überfordert mit den ganzen Baustellen ohne den grossen Zusammenhang (ist ja klar, ich hatte das auch eigtl andersrum geplant.). Als ich ihr dann das Produkt systematisch erklärt habe und wie wir da gelandet sind, wo wir jetzt sind, wurde mir erstens bewusst, WIE skurril das wirkt und WIE VIEL Mist ich da in den letzten 4 Jahren sortiert habe. Schon cool irgendwie. (Ich gebe es trotzdem gerne ab).

Heimweg dann irgendwann bei immer noch strahlendem Sonnenschein, aber auch den entsprechenden Temperaturen. 

Mit dem Hübschen habe ich dann noch ein Paket aus der Postbox geholt (erstmals dorthin liefern lassen anstatt keine Abstellgenehmigung zu erteilen und es dann irgendwo am Strassenrand einzusammeln und mich bei DHL zu beschweren). Lief ok, nur der Deckel war eingedätscht, Inhalt aber in Ordnung.

Dann: Abendessen nur für den Hübschen und mich, Q. lernt ja Feuerlöschen und L. h

atte einen Pfadiausbildungskursvortreff (oder "vortrefflich" wie die Autokorrektur in seiner Kalendereinladung draus machte.) Ich habe immerhin ein Drittel des Grünkohl roh gehackt in einer Bowl verwertet, das war alles erstaunlich lecker.

Wegen "Das Armband zählt das Radeln nicht als Schritte" habe ich dann noch eine Sportrunde eingelegt und bin jetzt wirklich müde.

Ich hätte das Arbeitshandy lieber ausgelassen, so las ich nämlich noch eine Email von ganz oben, die mir echt den Abend und die Stimmung nachhaltig verhagelt hat. Task für diese Woche: rausfinden, ob es noch mehr LGBTQ+ & Allies-Rainbow Lanyards gibt, oder ob ich meines gut bewachen muss für die Zukunft.

Sonst:

Ich habe es gar nicht mitbekommen: Das Walmuseum und ein Grossteil der alten Häuser (Bilder ganz unten) in Telegraph Cove ist abgebrannt an Silverster, wie schade!

Und: Lego und Pokemon tun sich zusammen, ab 2026 gehts los. Legt alle Euer Taschengeld zur Seite!

Montag, März 17, 2025

170325

Heute hat der Wecker schon eine halbe Stunde eher geläutet, weil Q. zu einer Woche Feuerwehrausbildungskurs aufgebrochen ist und dafür um viertel vor sechs abgeholt wurde. Um ihm noch richtig tschüss sagen zu können, bin ich also um halb sechs zum Kaffeetrinken aufgeschlagen.

Frühstück übrigens sehr luxuriös: ich hatte gestern, während der Reis für den "Crispy Rice Salad" crispy wurde, einen Teil unserer Obstovorräte geschnippelt und sortenrein in Dosen in den Kühlschrank verpackt. Daraus haben sich dann heute alle (ausser Q., ein Feuerwehrmann startet anscheinend nur mit Kaffee im Magen seine Woche) einen individuellen Mix aus Mango, Granatapfel, Kiwi und Orangen zusammengestellt und mit Skyr und Lieblingsmüesli gemischt.

Lustig: Jonny kommt ja aktuell spätestens, sobald in der Küche Licht und Kaffeemaschinengeräusche zu hören sind, aufs Fensterbrett gesprungen, dann möchte er gern, dass man die Haustür nebendran öffnet (Sansa kommt lieber durchs Fenster rein) und spaziert dann zum Frühstück ins Haus. Heute hat er das auch gemacht und während er noch auf der Theke sass und Dreamis knusperte, hatte ich ein Deja vu, weil auf dem Fensterbrett schon wieder eine schwarze Katze sass (Simba, der "Klingeljonny", sein Schatten, mit dem zusammen er den Arschkater ganz schön auf Trab hält).



Und weil alles einen halbe Stunde eher war als sonst, ging es sich auch vor der Phsyiotherapie um acht noch aus mit einer Stunde Sportründchen UND Duschen und fertig machen. Mein Sportründchen enthält im Moment einiges an Arm/Schultersachen für eben den kaputten Arm und ich war sehr, sehr gespannt, ob der Physiomann was merken würde. Normalerweise komme ich direkt nach Aufstehen, Frühstück, bisschen Arbeiten, also ohne grosse Vorabbetätigung ausser halt der 600m Fussweg, wofür ich meine Schulter erwartungsgemäss wenig brauche. Heute nicht und HOLLA, ging das viel besser. er konnte meinen Arm gestreckt mit etwas Gewalt  Kraft bis 180Grad halt auf die Liege drücken (und das ohne, dass ich vor Schmerz gezappelt und gefiebt habe, nur so ein bisschen geatmet). Auch der Rest ging viel besser und, charmant und offen, "Man merkt auch, dass es viel besser geht, weil Sie viel weniger schwitzen". Danke für eine neue Sorge :-)

Was ich daraus mitnehme: erstens: es geht doch voran und wird endlich wieder gut. zweitens: ich werde in Zukunft am Montag und Freitag (= Physiotage) immer um halb sechs aufstehen, Sporteln und dann erst zur Physio gehen. Und hoffentlich nicht mehr schwitzen. (Man könnte natürlich, hat der Hübsche angeregt, auch den Physiotermin nach hinten schieben, aber das möchte ich tatsächlich lieber nicht.)

Der Ragewalk fand dann heute bei strahlender Sonne (und erstaunlich viel Wind) statt, das war schön nach all dem Grau.

Zu Mittag habe ich uns Gemüsekorb-Sellerie-Wedges mit Gorgonzolacreme und karamellisierten Pekannüssen gemacht, dazu den Rest (nicht mehr ganz so ) Crispy Rice Salad, das war schon gut!

Beim Vorbereiten habe ich bemerkt, dass ich unter all dem Grühkohl den grossen Superschmelzkohlrabi übersehen hatte. Ich war vernünftig und habe nur ein Drittel einfach so weggesnackt und den Rest wie auch die zwei schwarzen Rettiche mit Chili zum Fermentieren angesetzt.

Der Nachmittag war vollgepackt mit Meetings, alle herausfordernd auf ihre Art, so dass ich um halb sieben mit weichgekochtem Hirn aufgetaucht bin. Phew.....

Meine leichten Bauchkrämpfe (nein, nicht vom Kohlrabi, die hatte ich schon vorher) werde ich jetzt noch in der Badewanne einlegen, dann freue ich mich auf eine Folge "Bad Sisters" mit dem Hübschen, obwohl die zweite Staffel mit Abstand viel weniger gut als die erste ist. Aber ich mag unsere gemütlichen Serienabende!

Q ist übrigens im siebten Himmel und schickt begeisterte Nachrichten. Incl Bild (ich hole sie am Freitag nachmittag ab und mir wurde mitgeteilt, jedeR der drei hätte einen grossen Plastiksack bekommen, in den sie ihren dreckigen Brandschutz packen können, "damit das Auto nicht stinkt". Ausserdem habe ich erfahren, dass es dort einen extra stillgelegten Stollen gibt, in dem Tunnelbrände simuliert werden. Sagt man überhaupt "simuliert", wenn halt echt Feuer da ist? "Tunnelbrände geübt" klingt auch komisch.)


Sonntag, März 16, 2025

160325

 Heute passiert nicht besonders viel (naja, wir waren beim Pfadizmorge, haben einen langen Ragewalk gemacht, ich hatte verpasst, dass mein Bandl seit gestern mittag leer ist, ich also gestern um 137 Schritte mein Ziel verpasst habe und die Streak gerissen ist und ich praktisch UMSONST durch den Nieselregen gelatscht bin, ich habe ein Sportründchen eingelegt, war danach sehr schwach, heute abend gibt es knusprigen Reissalat, ich atme schon vor, weil L. mit seinem Projektpartner noch eine BG-Präsentation für morgen fertig machen muss ("Mein Teil ist seit Wochen fertig") und dementsprechend total genervt sein werden wird, ich werde Q. mental bei der Unianmeldung unterstützen und dann ist das Wochenende auch schon wieder rum. Ach nein: wir haben gestern noch die Maus in einer Falle gehabt. Mit Ovi-Break gefangen und ohne einen Kratzer.), deshalb ein paar Beobachtungen zu Medien / Kunst-Konsum (naja, wir wollen nicht übertreiben): ich habe ein Buch ausgelesen UND war im Kino.

Erstmal Kino: ich dachte ja, das Stücki-Einkaufszentrum stirbt so vor sich hin, weil halt Highendeinkaufstempel in eine der Scherbenviertel von Basel, zweimeterfünfzig von der deutschen Grenze, hinter der dröflzig Einkaufszentren und Outletcenter für einen Bruchteil des Preises stehen. DIe Geschäfte sterben auch, wobei sich Bächli Bergsport erstaunlich gut hält, aber gestern abend war da die Hölle los! Es gibt auch im dt Center ein Kino (für einen Bruchteil des Preises), aber gestern... hat der Laden gebrummt. Wobei: nicht der ganze Laden, sondern eigentlich nur ein Pop-up Wägelchen, in dem es so Halbliterbecher mit Erdbeeren gaben, über die Schokolade aus zwei Schokobrunnen gelaufen lassen wurde. Für 11 CFH pro Becher. Die Schlange vor dem Film (um halb neun, also alle Läden hatten längst zu) war ungefähr 100m lang und auch nach dem Film, der eeeeeeeewig gedauert hat, also um viertel vor 12, immer noch ungefähr 50m. Keine Ahnung, ich finde jede Art von Frucht mit Schokolade eh total overrated, aber auch wenn man anders denkt, kann ich mir das nicht anders erklären als durch Verkauf von anderen, nicht ganz legalen Sachen unter der Theke. Meine Güte.

Dann: Werbung. Diese Volvo-Werbung hier dauert 3.45min, das ist uuuuuuuuuuunendlich für eine Werbung, und am Ende möchte man den Machern zurufen: "Fast, fast, fast habt ihr es verstanden" (die Werbung wäre super für Fahrradfahren, ÖV, Tram, autofreie Städte, aber doch nicht für ein überdimensioniertes Schlachtschiff von Auto...

Der eigentliche Film ("Mickey 17"): Joah. Ich wusste nicht viel vorab, ausser "Science Fiction, Robert Pattinson, er wird immer wieder, wenn er stirbt, neu gemacht". Ich wusste auch nicht, dass der Film 138 Minuten dauert, zwischendrin war ich sehr, sehr müde. Die Geschichte war an sich spannend angelegt: in irgendeiner Zukunft ist es möglich, Menschen 3D zu drucken, ihnen ihre Erinnerungen wieder einzufüllen und so immer an einen festen "Speicherpunkt" zurückzukehren, respektive die Erinnerungen up to date zu halten. Man ist sich durchaus bewusst, dass das ethisch fragwürdig ist, einigt sich aber darauf, dass man es nur auf der Erde verbietet, in Outer Space Missionen aber pro Expedition einen "Expendable" mitnimmt. Das ist im Film Robert Pattinson, der dann halt alle gefährlichen Missionen, medizinische Tests etc auf sich nehmen muss, er ist halt "expendable". Die Mission wird natürlich von einem religiösen White Supremacist mit Allmachtsphantasien geleitet, man kennt das. Soweit, so ok. Aber. All das wurde in den ersten 35, 40 Minuten abgehandelt (und zwar als Rückblick mit Erzählstimme von Robert Pattinson obendrüber gelegt. Schwierig, weil Robert Pattinson offensichtlich eine (mir) sehr unangenehme und überhaupt nicht schöne Stimme hat. Passt insofern gut, als ich ihn als Schönling aus den Twilight-Filmen (to be fair: ich habe keinen einzigen gesehen) abgelegt hatte und mich ein bisschen auf immerhin Eyecandy gefreut hatte, er aber in zumindest dem Film richtig doof aussieht. Mit doofer Stimme), danach wurde es extrem abstrus, langweilig UND überdreht und ging einfach noch ungefähr 4 Stunden weiter. Naja. Es war trotzdem ein schöner Abend :-)

Dann: Ich habe "Butter" fertiggelesen. Ich hätte dieses Buch so, so, so gern gemocht!

Die Buchbeschreibung sagt "Rika, eine junge Journalistin in Tokio, recherchiert über die Serienmöderin Manako Kajii, die Männer mit ihren Kochkünsten verführt und anschließend umgebracht haben soll. Manako behauptet, sie verabscheut nichts mehr als „Margarine und Feministinnen“ und hat eine ausgeprägte Leidenschaft für hemmungslosen Genuss und insbesondere Butter. Jetzt, wo sie im Gefängnis sitzt, empfängt sie Rika, unter der Bedingung, nur über ihre Kochkünste zu reden. Für Rika werden die Begegnungen mit Manako zu einer Meisterklasse der Lebenskunst. Ein Roman, der Genuss, Essen und Trinken feiert, vor allem aber die unmöglichen Erwartungen thematisiert, die an Frauen in patriarchalen Gesellschaften heute gestellt werden."

Das ist halt leider schon zum grössten Teil falsch. Manako Kaji ist keine "Serienmörderin", sie sitzt lebenslang im Knast, weil (und das ist schon ein Kritikpunkt) sie irgendwie mit den Todesfällen von Männern, mit denen sie in irgendeiner Art und Weise zu tun hatte, Verbindung stehen soll. Dafür wird NIEMAND rechtskräftig verurteilt. Wenn eine Verurteilung stattgefunden hat, dann wurde sie begründet und man kann (als so eine Topnotch-JournalistinI recherchieren, ob das korrekt war oder nicht etc, aber es braucht all dieses Geraune "Hat sie, hat sie nicht, wer weiss, niemand!" nicht, weil: meine Güte, es steht im Urteil drin, warum es gefällt wurde. Sie empfängt Rika auch nicht unter der Bedingung, nur übers Kochen zu reden. Eine Rezeptfrage ist der Aufhänger, sie redet gern übers Kochen, aber das wars dann auch schon.

Anyway, mich hat es interessiert. 

Das Buch hat sich dann schon ... recht fremd gelesen, aber das ist ok, der japanische Schreibstil und die japanische Kultur/Gesellschaft sind mir fremd, also: alles gut. Ich war auch bereit dafür, Teile der Story nicht nachvollziehen zu können, so weltoffen ich auch glaube zu sein, ich merke allein mit den KollegInnen aus Japan, die zu einem Austausch hierher kommen, dass es kulturelle Unterschiede zwischen unserer vereinfacht gesagt westlichen Kultur und der japanischen gibt. Grosse.

Und ja, die japanische Gesellschaft mag viel strikter und strenger und noch patriarchalischer als unsere sein und Frauen haben es dort vielleicht noch schwerer als hier.

Aber.

Die Story hatte überhaupt keinen roten Faden. Sie sprang von "Enthüllungsjournalistenstory" über "Kochen/Essen als Symbol für Genuss und Kritik an gesellschaftlichen Normen"über "Aufdecken von Familiengeheimnisschen / Wahrnehmung, Eltern-Kind-Verhältnis und Schuldgefühle" über "Erwartungen an die Rollen einer Frau in der Gesellschaft" über "Frauenfreundschaften" über "Frauen-Männer-Freundschaften" über "50shades of Butter". Mir war bis zum Schluss nicht klar, was das Buch eigentlich wollte. Die Freundschaft zwischen Rika und Reiko? Das Verhältnis von Rika und ihrer Mutter? Rika und die Männer? Was hatte Manako Kaji mit all dem zu tun? Es blieb mir bis zum Schluss ien Rätsel, was genau jetzt dieses Frau so besonders machte oder warum all diese wahllos aneinandergereiten Themen überhaupt irgendwie ... erzählenswert sein sollten?

Mir fehlte für die verschiedensten Aspekte der Kontext (zB: warum war am Anfang des Buches Butter so rationiert, am Schluss nicht mehr?), das mag natürlich meiner Unkenntnis der japanischen jüngeren Geschichte geschuldet sein.

Die Sprache war ... sehr, sehr seltsam. Sie schwankte von "Auserzählen" und Aufdröseln von Gefühlen über gefühlt einfach nur "Bulletpoints hinschreiben", wie "Frau xy kämpfte schon lange mit der mangelnden Vereinbarkeit von Beruf und Familie.", was halt irgendwie ... halbscharig wirkte. Aber gut, das mag der Sprache / Übersetzung geschuldet sein, dass es auch auf Deutsch ein bisschen fremd wirkt.

Was mich aber am meisten genervt hat: ok, die Erzählerin konnte nicht kochen und hat sich ihr Leben lang bisher von Fertigessen ernährt. Sie muss mit einer "Serienmörderin" reden, um zum ersten Mal in ihrem Leben Reis mit Sojasosse und Butter zu machen, das ist dann eine Erleuchtung, ab dann wird gekocht und jeder einzelne Pups an Kocherei zelebriert, als hätte man Krebs geheilt. Es mag meine andere Sozialisierung sein, aber das ist einfach albern. Das ist genauso nervig wie Leute, die ihr Leben lang nicht nur keinen Sport machen, sondern jeden anderen, der Sport macht, sei es aus Spass oder um fit zu werden / bleiben, haten und sich drüber lustig machen, bis sie mit Crossfit anfangen oder mit Laufen oder Ballett für Anfänger und ab dann nur noch predigen, wie toll Crossfit/Laufen/Ballett ist. Oder Leute, die 45 Jahre lang offen lästern über Tussis, die sich schminken und Skincare betreiben, bis sie dann auf einmal umschwenken und über Mahlgrad von Vitamin C Pulver fachsimpeln wollen und alle verachten, die nicht jeden Tag mit Full Facial aus dem Haus gehen. You get the picture?

Anyway, ich bin durch, habe durchaus Lust, mehr über Japan zu lernen (das Buch "Brüste und Eier" liegt bereit, aber erstmal brauche ich was für mich einfacher zu verdauendes.)