Freitag, September 30, 2016

Zeitenwende

Heute hatte Little Q. mit einem Klassenkameraden abgemacht, der bisher noch nie bei uns zu Hause gewesen war. Alles war wunderbar, die Jungs verabredeten sich selber, machten Zeit- und Treffpunkt aus, haben friedlich miteinander und Little L. gespielt, aber irgendwas war anders. Beim Verabschieden fiel es mir dann wie Schuppen von den Augen: der Junge hat praktisch überhaupt nicht mit mir gesprochen. Also klar, das Übliche, wie "Hallo", "Ja, gern ein Stück Kuchen.", "Ja, eine kleine Schwester.", "Ne, lieber nur Wasser.", das schon. Das ist jetzt vermutlich für einen Zwölfjährigen ganz normal, ausserdem war er ja nicht mein Gast, sondern der von Little Q. und mit dem hat er durchaus mehr gesprochen :-).
Mir wurde bewusst, dass ich die meisten Freunde meiner Kinder kenne, seitdem sie zusammen in der Krippe oder spätestens, seitdem sie zusammen im Kindergarten waren, also zum Teil seit 9 Jahren. Und dementsprechend die ganze Phase, in der freimütig alles geteilt wird, ich nehme an, die Eltern der meisten Freunde von Q. und L. wissen mehr über unser Familienleben, als wir glauben bzw. hoffen und andersrum ist es genauso. "Möchtest Du Wasser?", "Ja, aber nur einein halben Becher, meine Mama sagt, mehr darf man mir nicht eingiessen, sonst gibts eine Überschwemmung. Letztes Mal übrigens, da ist ihr selber die Flasche umgefallen und da hat die Fluchwörter gesagt, ganz schlimm. Ich darf das nie." Und so. Diese Vertrautheit hat sich mit den meisten auch in die gegenüber Erwachsenen gar nicht mehr so offenherzige Pre-Teen-Phase hinübergerettet, so dass ich kein Problem habe, mit den meisten lange, ausführliche Gespräche zu führen, ohne das Gefühl zu haben, ihnen alles aus der Nase ziehen zu müssen bzw. dass sie eigentlich überhaupt nicht mit mir reden wollen.
Mit den Freunden, die aber neu dazukommen, ist das natürlich anders. Da fehlt uns die ganze "Weisst Du noch, wie Du mitten in der Weihnachtsaufführung laut erklärt hast, dass Du jetzt Gaggi machen musst?"-Vorgeschichte.
Aber ich bin optimistisch: bisher wird auch mit den neuen Freunde in ganzen Sätzen gesprochen, ich bin am Kaffeetisch willkommen, es wird nicht gegrunzt und Türen genervt zugemacht. Ich denke, das wird schon! Ich muss nur genau drauf achten, welche Freunde ich wie lange kenne, damit ich die richtige Platte auflege :-).

Donnerstag, September 29, 2016

Freufreu

Gestern abend wurde ich ein wenig nervös, als ich feststellte, dass ich zwar für den Wienbesuch schon einen Haufen Ideen habe (gesammelt hier und hier, per Kommentaren hier und per Twitter und ein bisschen auch selber ausgedacht, ich war ja schliesslich schon mal in Wien und habe so ein bisschen was wie fast österreichische Wurzeln), aber noch keinen richtigen Plan habe. Ich habe zwei Dates abgemacht, auf die ich mich unglaublich freue, aber abgesehen davon bleiben noch ungefähr zweieinhalb Tage, die perfekt genutzt werden wollen.
 
Andererseits habe ich keine grosse Lust, als Feldwebel/Reiseleiter einen minutengenauen Zeitplan aufzustellen und uns drei durch die Stadt zu hetzen, einfach nur, damit wir diese Liste abhaken können.
 
Nochmal andererseits habe ich auch keine Lust, am Ende planlos rumzuirren und dann doch nur Legoshop und Spielplatz zu sehen, weil wir uns spontan nicht einigen können.
 
Und so dachte ich mir, es wäre doch toll, wenn ich einen Stadtplan von Wien hätte, auf dem ich alle Ideen markieren könnte, am besten noch sortiert nach „Schnitzel“, „Torte und Kaffee“, „Sachen zum Anschauen drinnen“, „Sachen zum Anschauen draussen“, „Gegenden zum Rumlaufen und Schauen“, so dass wir unsere einzelnen Punkte spontan auf Wetter, Lust und Laune, Lauffreude, Appetit und Blutzuckerstatus abstimmen könnten.
Ich war also bereit, einen Stadtplan auszudrucken, mit bunten Textmarkern meine gesammelten Programmideen einzutragen, das DIN-A0-Machwerk dann zu laminieren und mich damit zum Vollhorst zu machen.
Während ich als auf Google Maps nach dem perfekten Kartenausschnitt für diese Zwecke suchte, kam mir die bahnbrechende Idee, dass man das ja bestimmt auch irgendwie online und interaktiv machen könnte. Und was soll ich sagen? Das ist gar nicht so bahnbrechend innovativ und schwierig, wie ich das befürchtete, sondern, um mit Little L. zu sprechen, bubieinfach. Man geht in Google Maps links oben auf „Meine Karten“ und kann sich dort alles eintragen, markieren, farbcodieren, Routen ein- und ausblenden, mit Millionen verschiedenen Icons versehen und das dann nicht nur speichern, mobil verwenden, nein, man kann es wie alle Google-Dokumente auch mit zB Mitreisenden teilen.
 
 
 
So habe ich also meine Mal- und Laminierpläne wieder verworfen und alle Tipps und Pläne (und unser Hotel und so) auf meiner persönlichen „Frau Brüllen goes Vienna“-Karte gespeichert. Und die Jungs und ich können jederzeit spontan entscheiden, ob uns eher nach grün, rot, lila oder Essen ist. Und was davon in der Nähe liegt.
Mein Reiseplanerherz hüpft (und hat auch schon die Karte „Familie Brüllen goes Scandinavia“ für Sommer 2017 angefangen)

Mittwoch, September 28, 2016

Zeichen und Wunder

Der Tag war ein recht guter. Zu den Highlights gehören:

  • Morgens noch zwei Arenen (zusätzlich zu meiner Waldarena) besetzt. Eine davon mit einem "Opfer" für den Hübschen, es war nämlich nur noch ein Platz kampflos frei, der Hübsche hat aktuell keine Beleber, ic war aber früher unterwegs und wollte auc rein. So habe ich einen recht schwachen Pokemon reingesetzt und dem Hübschen die Arena fast noch einen Level auftrainiert, bevor ich wirklich zum Bus musste (morgens um halb sieben beim lokalen McDonalds: ein bisschen unheimlich im Nebel und so....).
  • zwei Dokumente, die ich als recht langwierig eingeschätzt hatte, zügig erledigt
  • meinen Irland-Aufenthalt (arbeitshalber) verlängert, zwar zu horrenden Um- aka Neubuchungskosten (ich nehme an, die Lufthansa besetzt meinen Platz im Flieger mit jemandem, der auch bezahlt hat. Warum ich resp. die Firma keinen Rappen zurückbekommt, verstehe ich nicht ganz. Aber gut), aber anstatt einen halbwegs erwarteten Anschiss vom Chef zu bekommen ("Mann, warum fällt Dir erst nach dem Buchen ein, das Du doch einen Tag länger bleiben willst?"), habe ich ein Lob bekommen, weil ich mitgedacht und noch ein zweites Projekt mit dem Aufenthalt erschlage. Entweder sind nicht alle Leute so streng mit sich und anderen wie ich oder ich habe gelernt, taktisch geschickt zu formulieren. Nun werde ich zwar nicht mit zwei Kolleginnen mit dem Zug quer über die grüne Insel fahren, sondern stattdessen wieder ein paar Stunden in Heathrow beim Umsteigen verbringen, aber dafür wird mein seltsamstes Produkt nicht mehr stiefmütterlich behandelt.
  • Beim Mittagessen gab es heute die Wahl zwischen grünem Thai-Curry (vegi) und Zürcher Geschnetzeltem. Ich liebe grünes Thaicurry, habe es aber aus Vernunft schon Jahre nicht mehr gegessen, weil ich die vier, fünf Male, die ich es bisher hatte, mir direkt danach die Seele aus dem Lieb gekotzt habe. Heute war ich anscheinend in YOLO-Stimmung (Abschiedsessen der Kollegin des Oberchefs. What could possibly go wrong....., aber ich bin echt kein Fan von Zürcher Geschnetzeltem) und ..... ja, langweilig, diesmal habe ich es total gut vertragen.
  • Ich habe es geschafft, den gefühlt endlosen Mittwoch abend (erst Essen mit Little L., dann ins Bett bringen, dann Essen für Little Q., der Unihockeytraining hat, dann noch später für Hübschen, der auch beim Training ist und gefühlt riecht die Küche über Stunden nach Flammkuchen) nicht (nur) als endlose Abfolge von Flammkuchen rein-raus zu sehen, sondern die Zeit mit jeweils nur einem Kind für ausgiebige Gespräche zu nutzen (Little L. und ich sind uns nicht einig, wer von uns den anderen lieber hat, Q. hat mir genau erklärt, wie sie im Zeichenunterricht mit Pastellkreiden Planeten gemalt haben und wie weit er mit seinem Kuschelfrosch in textilem Werken ist.). Und Platz für mein Sportelprogramm war auch noch.

Dienstag, September 27, 2016

Mustererkennung

Als ich vor gut einem Jahr meinen neuen Job angetreten habe, habe ich jede Menge neue Kollegen und Kontakte bekommen. Vor allem übrigens auch Kolleginnen, was für mich ja sehr neu war und was ich tatsächlich immer noch sehr geniesse (das kommt davon, dass ich jetzt mehr mit PharmazeutInnen, Quality und Regulatory zu tun habe. Und der Supply Chain und Finanz, die auch fest in weiblicher Hand ist.). Ende Oktober fahren wir mit einem rein weiblichen Team nach Irland, das wird bestimmt grossartig. (Und für die Leute, die denken, wir würden uns dann gegenseitig lustige Flechtfrisuren machen und die Nägel machen, nein, die anderen haben mir schon eröffnet, dass ein Whiskey-Tasting fest auf dem Programm steht.).

Also. Mit einer dieser neuen Kontakt(innen) teile ich mehrere Teams, wir haben in den verschiedensten Produkten und Projekten Berührungspunkte und arbeiten viel zusammen. Und ja, ich habe eh schon keine Probleme, mich auf neue Leute einzulassen, aber mit ihr, da lief das noch problemloser als sonst.
Am Samstag habe ich dann rausgefunden, warum das so ist. Da waren wir nämlich auf einer Geburtstagsparty von ganz alten Freunden hier eingeladen. Es hat sich hier eine Gemeinschaft von verschiedenen wegen der Arbeit hier unten gelandeten Chemiker/Pharmazeuten-Paare gebildet. Wir kennen uns in wechselnden Zusammensetzungen seit 2002, alle haben mehr oder weniger dieselben Stationen durchgemacht : heiraten, Hausbauen, Kinderkriegen, zwei Jobs und den Rest jonglieren., ohne Unterstützung von Verwandtschaft, die sind irgendwo anders in Deutschland. Das verbindet sehr und ich bin unendlich dankbar für diese Truppe.
Eines dieser Paare hatte ich aus verschiedenen Gründen anscheinend eine Zeitlang nicht mehr gesehen, auf jeden Fall ist mir erst diesen Samstag wie Schuppen von den Augen gefallen, dass sie aussieht, als ob sie eine Schwester dieser meiner neuen Kollegin wäre. Sie haben die gleiche Mimik, die gleichen Augen, Haare, ähnliche Stimme,das gleiche Lachen... Kein Wunder, dass ich mich mit der Kollegin gleich vertraut gefühlt habe. Der Freundin am Samstag konnte ich natürlich direkt sagen, dass ich eine Kollegin habe, die wie sie aussieht, aber der Kollegin kann ich jetzt kaum  nach einem Jahr sagen: "Ich weiss, warum ich dich so mag, du schaust genauso aus, wie jemand, den ich kenne und mag.", weil: wer braucht denn da ein Jahr, um da drauf zu kommen und mittlerweile mag ich sie ja auch nicht mehr nur, weil sie mich an jemand erinnert :-).

Montag, September 26, 2016

Zwischenspurt

Ich weiss, Sie in Süddeutschland und so haben gerade erst angefangen, die neuen Schulbücher einzubinden und sich mit dem neuen Stundenplan anzufreunden und so, aber wir hier, wir haben ab nächste Woche Herbstferien :-).
Und wie sich das gehört, geben wir in Schule, Job und überhaupt nochmal richtig Gas davor. Damit es nicht langweilig wird, habe ich zu Teammeeting hier, Deadline da, Kick-off-Treffen dort noch schnell ein, zwei Kontrolltermine bei Ärzten mit reingeschoben und einen Friseurtermin abgemacht, damit ich in den Ferien dann gut ausschaue, weil.....

die Kinder und ich fliegen für ein paar Tage nach Wien. Nachdem die Jungs letztes Jahr ihre "Städtereisemitnureinemelternteiltauglichkeit" in Leipzig auch unter erschwerten Bedingungen wie zB kein Schlaf wegen dem blöden Nachtzug (ich werde die bestimmt nicht vermissen) und 30000km Laufen pro Tag unter Beweis gestellt haben, wiederholen wir das dieses Jahr ohne Nachtzug und Familienanschluss. Ich fliege mit den Jungs hin, wir haben schon ein paar (1000) Sachen vor, ein paar Treffen abgemacht, aber wenn Sie Vorschläge haben, was wir UNBEDINGT machen sollten oder Lust hätten, sich mit uns zu treffen, dann: gerne! Wir sind vom 4. - 7. Oktober da und im Dreierpack zu allen Schandtaten bereit.

Jetsetter, die wir sind, kommen wir am Freitagabend heim, nur um frische Unterwäsche und den Hübschen einzupacken und am nächsten Morgen dann nach Berlin zu düsen, wo wir erstens mit Netflix feiern dürfen und zweitens den Schwager mit dem schönen Haar nicht treffen werden, weil der im Urlaub ist. Dementsprechend auch hier: Wenn Sie Vorschläge jenseits des offensichtlichen haben und/oder am 8./.9. Oktober Lust auf ein Treffen mit der gesamten Familie Brüllen haben, schreien Sie mal hier :-).

Sonntag, September 25, 2016

Zisch!

Wie gestern erwähnt, haben wir heute den 20. Geburtstag des Tinguely-Museums mitgefeiert.
Die Kinder kennen das Museum, seit sie laufen können, evtl. sogar schon noch länger. Zuerst waren sie mit der Kinderkrippe dort, dann sind wir auch öfter hin und seitdem ich nebendran arbeite und Mitarbeiterrabatt bekomme, tja. Es ist sozusagen die künstlerische Variante des Deutschen Museums: man kann Knöpfe drücken und dann passiert was. Das war heute sehr interessant zu sehen: die Tinguely-Stammgäste (aka unsere Kinder) steuerten zielstrebig auf die grossen Knöpfe zu oder (mein Favorit) steuerten an den leise wispernden Kunstkennern vorbei, die noch beratschlagten, ob der alte Kühlschrank jetzt Kunst oder Schrott wäre,  auf ebenden zu, öffneten routiniert die Tür und genossen den Anblick der vom Sirenengeheul aufgeschreckten Herrschaften.

Die Sonderausstellung "Out of order" fand ich persönlich so gruslig, dass ich lieber wieder raus in die Sonne wollte. Im Park hätte man, wenn man viel früher dran gewesen wäre, seinen eigenen Malroboter bauen können, es gab Gesellschaftsspiele, Essen, Trinken und natürlich als krönenden Abschluss die Mentos-Coke-Show.

Nachdem wir bei dem traumhaften Wetter und wegen, Sie ahnen es, PokemonGo unglaublich viel zu Fuss gelaufen waren, gönnten wir uns noch ein schnelles, leckeres Essen beim Vapiano auf dem Weg zu Bahnhof, bevor uns morgen der Alltag wieder hat.



Wir haben uns Buttons gemalt.

Little Q. hat HarryPotter-Fieber.





Token für eine Malmaschine



"Die 5 Witwen". Wir sind alle so erschrocken!


Glücksrad für zu Hause in Wohnzimmer. Kracher auf jeder Party




121 Flaschen Coke Zero und je 5 Mentos aufgeschnallt.



 









 



Samstag, September 24, 2016

Veranstaltungstipp für morgen in Basel

Wir werden morgen einen Kulturnachmittag einlegen. Das Tinguely-Museum feiert 20. Geburtstag mit einem Nachmittag voller Mitmachkunst im Solitudepark. Wir lieben die ausgeklügelten, sinnlosen Konstruktionen, wir lieben das Anfassen, Nachverfolgen, Staunen vor den Kunstwerken. Der Theaterbrunnen in Basel gehört zu den schönsten Orten (besonders, wenn er im Winter malugefroren ist, was viel zu selten passiert), am Brunnen vor dem Tinguely-Museum laufe ich jeden Tag mehrfach vorbei und freue mich dran.
Und ja, ich gebe zu, DER Ausschlaggeber, den Nachmittag im Familienkalender zu blocken, war zunächst der Auftritt der Eepy Birds mit einem Mentos-Coke-Experiment :-).


Vielleicht haben Sie ja auch Lust?

Freitag, September 23, 2016

Innocence is bliss

FB: "Und, Q., wie war es heute so in der Schule?"
Q: "Ach, wie immer halt am Freitag. Wir hatten Klassenrat."
FB: "Und um was ging's diesmal?"
Q: "Ach, ein Thema war, dass der B. den P. immer beleidigt, wenn er zB nur mal einen Ball beim Fussball durchlässt, nennt ihn der gleich "Nutte"."
FB: "Okeeee, das ist ja nich tso toll. Weisst Du eigentlich, was "Nutte" bedeutet?"
Q: "Nja, so ungefähr. Ich glaube, es ist ein anderer Ausdruck für "Niete"."
FB (nicht grinsen, nicht grinsen): "Nja, nicht ganz. "Nutte" ist ein abfälliges Wort für eine Prostituierte, das ist eine Frau, die für Geld Sex hat."
Q (ernsthaft interessiert): "Ach. Echt? Das passt ja dann noch weniger als "Niete", weil der P. hat überhaupt keine Sex. Nicht mal für Geld."
FB (nicht grinsen, nicht grinsen): "Ah. Ja. Ok. Und was war dann der Beschluss des Klassenrats in der Angelegenheit?"
Q: "Ah. Es gibt jetzt eine neue Regel: wenn er ihn nochmal beleidigt, dann darf er so viele Tage nicht in die Pause gehen, wie das Schimpfwort Buchstaben hat. Deswegen ist "Arschloch" total schlimm, "Nutte" nicht so, aber das sagt eh keiner mehr, weil das das neueste Schimpfwort ist "Lauch", das ist aber wegen Anzahl Buchstaben genauso schlimm wie "Nutte"."

Rechtschreibung: super.

Donnerstag, September 22, 2016

"Das ist kein Name"

Diese Woche musste ich mit einem Kollegen des Hübschen telefonieren (es ist kompliziert, der Teil der Firma, in dem er arbeitet, war früher mal ein Teil der Firma, in der ich arbeite. Seit ca 12 Jahren ist das nicht mehr so, aber manche Dinge machen sie immer noch für uns, nur dass wir jetzt dafür bezahlen müssen, nehme ich an.), er suchte einen Auftag, den ich ihm geschickt hatte und dafür sollte ich meinen Namen buchstabieren. Ich habe also brav mit "Gustavsiegfriedtheodor" angefangen, aber wir waren noch nicht ganz durch, da gab er schon auf und meinte: "Ne, da habe ich was grundfalsch verstanden, das kann kein Name sein!" Ich wollte ihm schon empfehlen, in seinem Firmenadressbuch einfach mal die ersten drei Buchstaben einzugeben, dann würde der richtige Name schon kommen, aber das hätte ihn vermutlich total verwirrt.

Heute dann gab es die Zertifikate für den Kurs, den ich die letzten zwei Tage besucht habe, natürlich auch mit Namen und allem Tralalla. Wir waren eine sehr internationale Truppe, es gab spanische, portugiesische und koreanische Namen. Und meinen. Und was sagte die Trainerin? "Und dann habe ich hier noch das Zertifikat für Frau .... äh, sorry, da ist was falsch gelaufen, ich lasse Ihnen das nochmal ausdrucken. Das ist kein Name, da ist jemand auf der Tastatur ausgerutscht."

Raten Sie mal? Genau. War vollkommen richtig geschrieben.


Nun denn.

Mittwoch, September 21, 2016

Steter Tropfen

Wenn Sie als Eltern vielleicht manchmal verzweifeln ob der Resistenz von Kindern gegenüber mantraartig wiederholten Verhaltensgrundlegen wie "Im Sitzen Pinkeln, danach Händewaschen, ja, immer mit Seife", "Dreckschuhe vor der Tür ausziehen", "Nicht reden mit mehr als 100g Essen im Mund", lassen Sie sich gesagt sein: es besteht Hoffnung.
Ähnlich mantraartig wird in der Ausbildung von Chemikern wiederholt: "Immer Schutzbrille, ja, auch die Brillenträger, nein, keine Sandalen im Labor, immer Handschuhe, nie mit den Fingern ins Produkt langen, Laborkittel gehören ins Labor und nicht ins Büro oder die Mensa/Kantine, vor dem Klogehen und danach Händewaschen, beim Betreten und Verlassen vom Labor Händewaschen, im Labor wird nicht gegessen, getrunken oder geraucht, im Betrieb ist das Handy ausgeschaltet, nein, nein Flugmodus reicht nicht."

Irgendwann ist es dann soweit, dass die drei Chemiker bei einem Training in pharmazeutischer Technologie mit lauter Pharmazeuten mit auf dem Rücken verschränkten Händen, Schutzbrille auf der Nase an der Wand stehen, während die Pharmazeuten begeistert frisch granulierte Plazebos aus Maisstärke, Zellulose und Lactose zwischen den Fingern zerkrümeln und im ganzen Raum verteilen und sich lustige Smilies damit ins Gesicht malen. Der Verbrauch an Einmalkitteln, Handschuhen und Seife geht auch zu 95% auf Kosten der Chemiker, von denen kein einziger gefragt hat, ob man wirklich ernsthaft die Schutzbrillen aufsetzen muss. Man muss auch extra Zeit einplanen, weil die Chemiker die ganze Zeit vor jeder Kaffeepause Händewaschen wollen :-)

Das Schöne (oder auch Gruslige) ist: unsere Pharmazeutenkollegen konnten uns heute mitleidig als Panikbolzen belächeln, aber wenn sie uns irgendwann mal zu einem API-Training besuchen kommen, müssen wir aufpassen wie Schiesshunde, dass sie nicht einfach an den Anlagen lecken oder mal probieren, wie das Chlorwasserstoffgas wirklich riecht oder wie Methylenchlorid schmeckt....

Sie entschuldigen, ich muss noch schnell duschen, bevor ich essen mache, ich habe das Gefühl, überall vor Staub zu sein...

Dienstag, September 20, 2016

Weltuntergangsstimmung

Little L. denkt. Zur Zeit besonders abends vor dem Einschlafen und meistens an nicht so schöne Dinge. Und so so sehr ich meinen Feierabend mag und froh drum bin, dass stundenlange Einschlafbegleitung längstens Geschichte sind, so sehr bricht es mir das Herz, wenn er beim Kuscheln anfängt zu seufzen, zu weinen und irgendwann dann damit rausrückt „Ich muss grad drüber nachdenken, wie es wohl ist, wenn man tot ist. Und dass ich das nicht will. Auch nicht dass Du stirbst. Oder der Papi. Oder der Q. oder die Dax.“ Ich persönlich muss sagen, dass ich das schon mal besser finde, als die Diskussionen, die wir auch schon hatten „Ich wäre gerne tot. Es ist bestimmt total cool, ein Engel zu sein und auf Euch aufzupassen.“. Das fand ich wirklich schlimm.
Andererseits: viel kann ich ihm zu der Angst vor dem eigenen oder dem Tod überhaupt nicht sagen. Ich will das auch nicht, ich hoffe, es passiert sehr, sehr lange nicht. Ich weiss aber auch, dass es definitiv passieren wird. Und das ist nicht die richtige Antwort für ein müdes, weinendes Kind. Es hilft übrigens meistens dann, dass wir kurz gemeinsam überlegen, dass wir alle gesund sind und dass wir gut aufeinander aufpassen und dass das Einschlafen sicher im Elternbett, wo der grosse Bruder mit der Leselampe noch ewig liest, viel besser geht.

Gestern aber kam Little L. nach dem Kuscheln nach oben, wo ich gerade am Rechnungen bezahlen war und hatte diesmal nicht Angst vor dem Sterben, sondern vor dem Weltuntergang. Seine Angst konnte er auch relativ genau erklären (es gibt da ein "Was ist Was"-Buch zum Thema (Affilate-Link), das die Jungs auswendig können, Little L. hat das Sonnensystem grad als Realienthema in der Schule und hat einen Vortrag zum Thema: "Wie lange gibt es die Erde noch?" vorbereitet, ich habe so eine Ahnung, woher das alles kommt). Wir haben uns dann ausgiebig über Zeit ("Wie lange sind mehrere Milliarden Jahre?") und Zukunftsvisionen unterhalten. Die Aussicht, dass unsere Ururururururururururur(...)enkel wie Captan Kirk mit der Enterprise aufbrechen, um neue Galaxien zu entdecken, wohin sie dann auswandern können (und dazu, das war Little L. wichtig, bitte auch alle Tiere auf der Erde mitnehmen sollen), und weit ab von der verglühenden Sonne im Deltaquadranten eine neue Heimat finden werden, das fanden wir beide gut. (Und nein, ich habe nicht erwähnt, dass es eine Meisterleistung der Menschheit wäre, sich weit vor bis in 8 Milliarden Jahren nicht entweder selber auszurotten oder unseren Planeten so zu Schanden zu richten, dass ein Verglühen in ferner Zukunft unser aller geringstes Problem sein würde). Die Aussicht auf eine neue Heimat und viel Wissenschaft und Forschergeist bis dahin hat Little L. sogar so beruhigt, dass er in seinem eigenen Bett weiter einschlafen konnte.

Montag, September 19, 2016

Die kleine Schwester von Eve [Werbung]

Sie erinnern sich noch, dass wir seit einiger Zeit wunderbar auf einer eve-Matratze schlafen?
Vor ein paar Monaten hat die eve-Familie Zuwachs bekommen: es gibt jetzt auch ein Kissen und wir durften eins kostenlos auf Herz und Nieren testen.

Nach anfänglichen Lieferschwierigkeiten (die Schweiz ist nicht in der EU, das scheint für Kissen und Matratzen und viele andere Pakete ein grosses Problem zu sein :-), so dass die für Deutschland und Österreich garantierte Lieferfrist von 1-3 Tagen für die Schweiz, ach .... lassen wir das.) kam eine schicke gelbe Kiste bei uns an. Nachdem ein Kissen nicht ganz so voluminös wie eine Doppelmatratze ist, war der Wow-Effekt beim Auspacken ein bisschen geringer, aber, nachdem ich ja bei der Matratze so lang Mühe mit dem Geruch hatte, tadaaaaa, muss das hier ja mal lobend erwähnt werden: das Kissen roch schon beim Auspacken neutral.

Das Material des Kissen ist ganz ähnlich zu der Matratze: es passt sich unter dem Gewicht des Kopfes (oder dem Teil des Körpers, der halt auf dem Kissen liegt) der Form an. Wenn der Druck wieder weg ist, geht es in seine ursprüngliche Form zurück. Ich sag's mal diplomatisch: das muss man mögen. Der Hübsche findet es grossartig und hat das Kissen direkt annektiert. Ich persönlich finde dieses Technologie bei der Matratze super, bei Kissen bin ich anscheinend sehr altmodisch und mag mein Daunenkissen, dass ich mir unter dem Kopf zusammenstopfe am allerliebsten. Mit dem Kopf auf dem eve-Kissen musste ich immer an die Alien-Filme mit Sigourney Weaver denken. Facehugger, you know? Egal, das ist mit allergrösster Wahrscheinlichkeit einzig und allein meiner leichten Klaustrophobie und ausufernden Fantasie geschuldet, der Hübsche, die Katze und die Kinder lieben das Kissen.



Was ich ein bisschen unpraktisch finde, ist das Format. Mit 42 x 66 cm passt es weder in die altmodisch quadratischen Kissenbezüge, noch in die aktuellen halb so grossen, noch in die Ikea-Kissenbezüge. Angeblich gibt es Kissenbezüge in 50 x 70cm*, aber ehrlich gesagt habe ich keine Lust, wegen einem Kissen unsere gesamte Bettwäsche, die ich mit sehr viel Liebe zusammengestellt habe, neu zu kaufen. Der Hübsche ist Gottseidank nicht so zwanghaft wie ich (oder hat einfach keine Lust, nach neuen Bettbezügen mit verschiedenen Kissengrössen zu suchen, ausserdem ist die Bettwäsche so hoch oben im Schrank gelagert, dass ich nicht hinkomme und wir haben jetzt schon zu viel und er flucht immer beim Stopfen, da hat beim besten Willen nichts neues mehr Platz drin und ich geb von den aktuellen nix her) und hat dementsprechend kein Problem damit, den überstehenden Bezug einfach drunterzukrumpeln.




Das Praktische ist: wie schon bei der Matratze kann man ausgiebig probeliegen, bevor man sich endgültig entscheidet. Wenn man nach 30 Tagen das Gefühl hat, mit dem Facehugger Kissen nicht zu Rande zu kommen und keinen Mann/Frau/Kind/Hund/Katze/Kanarienvogel hat, der einem das Kissen eh schon weggeschnappt hat, kann man es kostenlos zurückschicken.

*Nachtrag: neu gibt es bei Eve auch Bettwäsche. Die haben wir aber nicht gestestet, deswegen kann ich nicht mehr dazu sagen.

Sonntag, September 18, 2016

Ein wildes Maunzi

Wir haben das Strohfamilienwochenende bis auf die Nächte mit Bravour überstanden. (Little L. wollte sehr gerne im grossen Bett schlafen, war sehr kuschelig und ab 5 Uhr morgens einfach WACH, dazu hat die Katze den Hübschen sehr vermisst und ist ohne Rücksicht auf Verluste auf der Suche immer wieder quer durchs Bett gelatscht. Auch über mein Gesicht. Mehrfach.).
Heute morgen dann hat es total geregnet und ich wurde durch (neben L.s Gekruschel) von herzzerreissendem Katzengejammer von draussen geweckt. Bei uns gibt es ja total viele Katzen in der Siedlung, unsere war es sicher nicht (s.o.), also habe ich das erstmal ignoriert. Als ich dann aber den Müll rausbringen wollte, zack, sauste eine kleine grauweisse Katze mit Flaschenbürstenschwanz ins Haus. Sie war die ganze Zeit vor unserer Tür gesessen und hatte sich bitterlich beklagt, dass sie nicht rein durfte. (Ich gehe davon aus, dass sie relativ neu hier ist und sich in unserer Einheitsreihenhaussiedlung in der Tür vertan hat). Sie war zwar sehr niedlich, aber halt auch nicht unsere, wir haben schon eine, die bittedanke kein anderes Tier im Haus möchte, irgendjemand gehört sich sicher und weil ich nicht meine Mutter bin, die alles Getier ungefragt der Herkunft annektiert adoptiert, sondern in der Hinsicht schon ein bisschen herzlos, habe ich die kleine Flaschenbürste wieder in den Regen raus gesetzt.
Während des Frühstücks sass sie also vor unserer Tür und hat bitterlich gejammert (und die Schnur von unserem Müllsack durchgebissen). Die Kinder seufzten, bemitleideten die Katze, überlegten, ob die Tierärztin vielleicht auch am Sonntag nachschauen könnte, ob das Tierchen gechippt wäre, ob wir an der Tankstelle normales Futter kaufen  könnten, und wenn sie niemandem gehören würde und unsere Katze sich dann sicher doch mit ihr anfreunden würde, wie wir sie dann wohl nennen würden, vermutlich "Kirk" oder "Totenkopf".
Also habe ich nach dem Frühstück die Kinder durch die Siedlung geschickt, nachfragen, wer vielleicht eine vermisst. Die Katze dachte, in der Zwischenzeit könnte sie es sich ja bei uns im Wohnzimmer gemütlich machen. War dann aber nicht so, also isst sie mit den Jungs mitgelaufen.
Weil keiner der Nachbarn eine Katze mit Flaschenbürstenschwanz vermisste, gab es auf dem Rückweg eine ausgiebige Diskussion, ob eben "Kirk" oder "Totenkopf" besser wäre oder ob es ein Doppelname sein solle.
Ich gebe zu, mittlerweile schmolz mein Widerstand langsam dahin und so liess ich mich darauf festnageln, dass wir erstmal eine Runde Pokemöner jagen gehen würden und wenn die Katze danach noch da wäre, dann würden wir Futter kaufen, sie bei uns übernachten lassen und morgen beim Tierarzt vorbeibringen.
Auf dem Weg in den Wald hat uns die Katze dann noch ein bisschen begleitet, aber irgendwann wurde sie von nassen Sträuchern abgelenkt. Mittlerweile sind wir zurück, es regnet immer noch, aber die Katze ist nicht mehr da. Phew. Mal sehen, ob sie morgen früh wieder vor der Tür steht.
(Wenn dann, wäre ich mit dem Schwanz für "Oachkatzl" als Name.)

Samstag, September 17, 2016

More walkie, less talkie

Okay, stimmt nicht, auch wenn wir nur zu dritt sind, wird hier durchgeplappert.
Aber: unser Stroh-Samstag war bisher ein voller Erfolg. Ausgeschlafen haben wir so mittel, Little L. war ab 5 mittelwach, Q. hat gestern zwar angekündigt, bis 11 schlafen zu wollen, aber um halb neun sind wir dann trotzdem aufgestanden.
Nach dem Frühstück sind wir dann mit dem Zug nach Basel gefahren, ich hatte auf der Gemeinde ein reduziertes Tagesticket für den Zolli geholt, und so haben wir dann mal endlich all die Pokestops dort drin, die ich aus meinem Teilzeitbüro gegenüber schon so lange angeschmachtet hatte, mehrfach geleert, Babyaffen und Giraffen angeschaut, das neue Elefantengehege besichtigt, zwischen drei Lockmodulen Brotzeit gemacht, ein Glücksei gezündet (ich hatte 45 Viecher zum Entwickeln), unendlich viele Pokemöner gefangen und auf dem Weg durch den Zolli und danach die Stadt Eier ausgebrütet.
Ausserdem hat Q. im Buchladen noch seine Geburtstagsgutscheine für das hier (Affiliate-Link)eingelöst und ich habe für seine Freunde Geburtstagsgeschenke gesucht. Es wurden "Detektivhörbücher" extra für einen Bub und ein Mädchen gewünscht, aber bei allem Respekt vor Wünschen: ich kann keine rosaroten "3!!!"-Bücher mit dem Thema "Das Geheimnis der Supermodels" oder so kaufen.
Gottseidank habe ich noch was anderes gefunden und so bekommt der Freund das hier (Affiliate-Link) und die Freundin das hier (Affiliate-Link). Das ist gegendert genug :-).
Daheim angekommen waren wir rechtschaffen müde und erschöpft, was nach 15km Fussmarsch auch kein Wunder ist :-).
Die Kinder stimmen sich mit "Kevin allein in New York" auf den Winter Herbst ein, ich lege mich jetzt mit einem Buch in die Badewanne. Morgen müssen wir ja wieder fit sein, es warten noch 2 Waldarenen darauf, auf Level 9 hochtrainiert zu werden mit den in der Stadt gesammelten Belebern und Tränken :-). Nach dem gemeinsam ausgewählten Soulfood sollten wir dafür wieder Kraft haben.

Freitag, September 16, 2016

Ächz

September und Bloggeburtstag heisst ja auch: Blogbuch bestellen.
Seitdem der Hübsche das nicht mehr mühevoll in Handarbeit konvertiert, wir das im Copyshop drucken und binden lassen, sondern mit wenigen Klicks bei Blog2Print bestellen, ist das eigentlich keine grosse Sache.
Dann hat aber die geschätzte Frau Rabensalat festgestellt, dass da eingebettete Instagram-Bilder nur als krumpeliges Link-Ding auftauchen.
Seitdem ich das weiss, kann ich natürlich nicht mehr drüber wegsehen, und so habe ich in mühsamer Handarbeit die Instagrambilder, die ich seit letztem September eingebettet habe, durch die Originalbilder ersetzt. Es ist bei Blogger anscheinend leichter als bei Wordpress, immerhin hat es mir nix zerschossen, aber unterhaltsam ist halt auch was anderes.

Jetzt aber ist endlich alles fertig und sobald die nächste Rabattaktion bei Blog2Print kommt, bestelle ich das 2015/16 Buch. In rosa diesmal. Oder grün.

Was gar nicht ächz ist, ist die Aussicht auf ein Strohwitwenwochenende mit den Jungs. Der Hübsche hat eine Reunion-Feier irgendeiner alten Clique aus Pasinger Zeiten, bevor ich ihn kannte, deswegen ist er zum ersten Wiesn-Wochenende nach München gefahren. Weil ich die eh alle nicht kenne und zur Wiesnzeit am allerfrohesten um die 400 km zwischen mir und meiner alten Heimat bin, bleibe ich mit den Kindern hier. Wir haben heute schon (ich musste erst auf Level 25 kommen, bis mir das mal jemand gesagt hat), die geheimen Waldarenen hier besetzt, morgen gehen wir nach Basel, erstens Geburtstagsgutscheine einlösen, zweitens Geburtstagsgeschenke besorgen, drittens, Pokemons fangen, viertens in den Zolli (Pokemons fangen) und fünftens in die Mumienausstellung. Sonntag machen wir das, was wir am Samstag nicht geschafft haben oder nichts.
Die Zeiten, wo Wochenenden allein mit Kindern unglaublich anstrengend waren, sind längstens vorbei :-)

Donnerstag, September 15, 2016

Cranky

Ich sag‘s mal so, wenn Sie nix über „Frauenprobleme“ lesen wollen, wäre ich Ihnen nicht böse, wenn Sie den heutigen Post auslassen. Falls Sie dranbleiben wollen, verspreche ich Ihnen, grusige Details gibt’s sicher keine, eher Jammern auf hohem Niveau, presented by Captain Obvious sozusagen.

Genug der Vorrede:
Ich sag’s Ihnen, wenn man (oder frau oder ich in dem Fall) seit 22 Jahren aus Gründen (Pille, schwanger, Pille, schwanger, Pille, Mirena) keinen „echten“ Zyklus mehr gewohnt ist, dann ist das schon fies, wenn in der zweiten Runde Mirena auf einmal alle 4 Wochen die Haut spinnt und man (oder frau oder ich in dem Fall) wieder Bauchkrämpfe from hell hat, so dass man am liebsten eine Entschuldigung für den Sportunterricht mitnehmen würde, nur dass man ja mittlerweile nur noch freiwillig Sport macht und jetzt ja auch gross ist und weiss, dass Bewegung hilft. Und weil ich ja allergisch gegen Mimimi bin und mich einfach weigere, alle 4 Wochen nur auf Sparflamme zu laufen, habe ich beim Durchsuchen unserer Hausapotheke eine noch unangebrochene Packung Buscopan (immer noch haltbar, keine Sorge :-)), die ich seinerzeit für Nierenschmerzen irgendeiner Art bekommen habe, gefunden. (Für Ibu 400, meine Standardantwort auf Kopf- und Gliederschmerzen tut es nicht weh genug und mit Kanonen auf Spatzen schiessen ist ja auch doof). Ich habe die nie genommen, weil sie gegen schrecklich schlimme Schmerzen eh nicht helfen (getestet auf Raten der Hebamme bei Wehen, und Nierenstau tut ja ähnlich weh), aber hey: für diese unnötigen Krämpfe sind sie wirklich gut!
Gnah, ich brauch das jetzt echt nicht andauernd …..

Mittwoch, September 14, 2016

12 Jahre

Trommelwirbel, Tusch und Konfettikanone: Heute vor 12 Jahren habe ich den ersten Eintrag auf diesem Blog freigeschaltet.

In den letzen 12 Jahren ist viel passiert:

  • Ich wurde schwanger.
  • Wir haben den Vater des Hübschen verloren.
  • Wir haben Little Q. bekommen.
  • Ich habe auf Teilzeit reduziert.
  • Wir haben ein Haus gekauft und sind aufs Land gezogen.
  • Ich wurde wieder schwanger.
  • Der erste Arbeitgeber vom Hübschen und mir wurde aufgekauft.
  • Wir haben Little L. bekommen.
  • Der Hübsche und ich haben unseren ersten gemeinsamen Arbeitgeber verlassen und uns beruflich umorientiert.
  • Wir haben uns ein niegelnagelneues Auto gekauft.
  • Little L. hat uns durch seine Herzgeschichte schockiert.
  • Little Q. kam in den Kindergarten.
  • Ich habe sukzessive mein Arbeitspensum wieder erhöht.
  • Little Q. kam in die Schule.
  • Little L. kam in den Kindergarten.
  • Wir haben von der Dorfkinderbetreuung auf eine Nanny gewechselt.
  • Little L. kam in die Schule.
  • Irgendwann haben die Kinder angefangen, öfter mal durchzuschlafen.
  • Meine Haare wurden erst sehr lang, dann mittelkurz, dann immer kürzer. Zwischendrin waren sie auch mal rot.
  • Wir haben unendlich viele Serien geschaut.
  • Little Q. hat unendlich viele Bücher gelesen.
  • Wir haben unendlich viel Lego gekauft.
  • Wir haben Läuse, Windpocken und Grippe überstanden.
  • Wir kennen die Notaufnahmen sämtlicher Krankenhäuser in der Umgebung.
  • Wir sind gereist (Elba, Korsika, Toskana, Dänemark, USA, Island)
Manche Dinge sind auch gleich geblieben:
Der Hübsche und ich sind immer noch ein Dreamteam, die Katze war auch schon immer da, die grundlegenden Veränderungen wie "wir restaurieren einen Bauernhof und leben in Zukunft von der Vermarktung von Meerschweinchenmilchprodukten und Kursen zur Chakrenentstörung" sind ausgeblieben. Wir wohnen immer noch in der Schweiz, sind immer noch nicht eingebürgert, wir sind immer noch Allesfresser, Impfer und Homöopathie-Verächter.
Das Blog hat sich von "Mal sehen, ob ich das durchhalte" zu einem festen Bestandteil meines Lebens entwickelt. Auch für den Hübschen und die beiden Kinder ist es eine Selbstverständlichkeit, wie auch unsere (Kinder)-Fotopolitik.

Ohne das Blog hätte ich nie Seife gesiedet, zu stricken begonnen, Lacetücher gestrickt, zu nähen angefangen, eine Stickmaschine gekauft, den Begriff "Holzkettenursula" oder "vor Betroffenheit ein Loch in den Ärmel streicheln" kennen gerlernt, und viele Dinge mehr, die mir jetzt grad nicht mehr einfallen.

Seit 12 Jahren schreibe ich hier, deswegen sei mir das Krückstockgefuchtel und die hochgezogenen Augenbrauen bei den selbsternannten "Eltern"- etc Blogger der "erste Stunde" aka 2012 oder so gestattet. Auch weit vor 2012 gab es eine sehr rege Eltern- und Familien- und überhaupt Bloggosphäre, ich würde mich sogar dazu versteigen und sagen: damals war die Szene viel diverser und nicht so austauschbar wie heute, wo der Trend zu "Professionalisierung" und "Ratgeberblog" und Redaktionsplan und" wann poste ich welchen Artikel, damit er die grösste Welle macht", und weniger zu "Mein Blog ist mein Wohnzimmer, kommense rein und nehmen sich einen Keks" geht. Früher war mehr Geschichten erzählen.
Aber gut, früher ist früher und keiner will Oma vom Krieg erzählen hören (wenn doch: in der Seitenleiste hat es ein Archiv :-)) und es gibt immer noch Geschichtenerzählblogs, man muss sie nur suchen.
Ich habe 12 Jahre lang ohne grossen Plan ausser "Ich mach das jetzt", SEO oder Mediakit durchgehalten, Dinge wie "WMDEDGT?" sind einfach so passiert. Geht also auch.


Ich habe über dieses Blog echte Freunde gefunden, die ich sonst nie getroffen hätte. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich zähle dazu übrigens nicht nur Personen, die ich schon live getroffen habe, es gibt auch durchaus welche, die ich aus verschiedenen Gründen bisher "nur" virtuell kenne und trotzdem zu meinen Freunden zähle (wehe, die paar Tage Wien im Herbst belehren mich eines besseren :-))

Ich freue mich über die allermeisten Kommentare, ich freue mich, dass es immer noch Leute gibt, die nach 12 Jahren von Anfang an dabei sind (oder neu dazukommen und alles nachlesen :-)), ich freue mich überhaupt, dass es meine Leser gibt.

In diesem Sinne: auf die nächsten 12 Jahre :-).

Dienstag, September 13, 2016

Feste feiern und so

Dienstag ist der Tag in der Woche, wo weder der Hübsche noch ein Kind abends zum Training geht (und ich, flexibel ich ich nun mal bin, haben mein Sportprogramm auch darauf angepasst und habe deswegen auch nix vor am Abend). Und weil das Wetter hier immer noch so unverschämt grossartig ist, haben wir beschlossen (jajajaja, der Hübsche hat es vorgeschlagen), dass wir die insgesamt 8CHF, die wir in Saisonabos des lokalen Schwimmbads investiert haben, nochmal so richtig ausnutzen und nach der Arbeit unsere Badesachen packen, schwimmen gehen und im Badi-Beizli zu abend essen.

Der Hübsche und Q. haben sich am Dorf entlang den Rhein runter treiben lassen, Little L. möchte das bittedanke nicht mehr machen, nachdem ich ihm auf Nachfrage erklärt habe, warum es so wichtig ist, dass man sich an das Schild im Schwimmbad "Letzter Ausstieg vor dem Stauwehr" hält. So sind wir zwei dann halt auf dem Landweg noch ein paar Pokebälle und -möner einsammeln gegangen.

In der Badi gab es dann noch einen schnellen Schwumm im Becken, Sonnenuntergang über den Rhein und (ich bin heute 10km gelaufen, sagt PokemonGo) ein ordentliches Abendessen für uns alle (yay, Wurschtkässalat, wie ich das aus Bayern kenne, nicht mit diesen badischen Wurstfäden, sondern mit Radln, hier halt vom Klöpfer statt wie daheim aus einer Knackwurscht). Und nicht mit Mayososse, sondern mit Essig/Öl.).

Das war ein wirklich schöner Tagesabschluss.