Montag, November 30, 2015

Flausch

Wenn man nach einem elendiglich langen Tag mit dem Zug nach Hause fährt und es nicht schafft, sich an die sich selber gesetzte neue zusätzliche Regel: "Auf dem Weg zur und von der Arbeit werden keine Arbeitsmails geschrieben und -telefonate geführt, ausser die Hütte brennt, und das tut sie im neuen Job ja nicht mehr bzw. ich bin dann nicht zuständig" zu halten, weil es scheinbar einfacher ist, jetzt noch schnell dies zu erklären und das aufzugleisen, anstatt einfach mal aus dem Fenster oder noch besser auf den Kindle zu starren, dann ist es ehrlich gesagt erstaunlich und grossartig, wenn der Rest des Abends super entspannt ist und das kleine Kind beim Einschlafkuscheln (gibt es etwas kuschligeres als Kinder in Nickyschlafanzügen?) folgendes erklärt:

"Mami, du bist meine liebste Mami und der Papi ist mein liebster Papi und der Q. ist mein liebster Bruder, und das sag ich nicht nur so, weil ich eh nur einen von jeder Sorte habe, auch wenn ich noch andere Eltern und einen anderen Bruder hätte, dann wärt ihr mir die liebsten."

Sonntag, November 29, 2015

Ha!

Es soll ja durchaus Leute gegeben haben, die es total bescheuert fanden, dass ich letztes Jahr am ersten Werktag nach Weihnachten in den lokalen Depot-Laden gegangen bin und zum maximal halben Preis Weihnachtsbaumdeko in mal einem anderen Farbkonzept gekauft habe. Okay, den meisten Leuten war das Farbkonzept beim Bescheuertfinden egal, manche sagen auch jetzt noch beim Lesen "Farbkonzept? Hä?", es ging wohl eher um das überhaupt.
Tja. Aber. Ich hatte das schon fast vergessen und freute mich wie ein kleines Kind, als ich heute die Adventsdeko runter holte und mich über die vielen zusammenpassenden Kartons in der Kiste wunderte (der sonstige Weihnachstschmuck ist in verschiedensten zweckentfremdeten Schächtelchen und Kistchen verstaut, auch das gehört zum Konzept. Der Weihnachtsschmuck bei meiner Mutter lagert immer noch in einer orangenen und einer lila Pampersschachtel aus den späten 70ern. Mit Plastikhenkel) und mich mein Reinlunsen niegelnagelneue Kugeln in Türkis und Rauchgrau mit dezentem (naja, manche. Also: dezent) Glitzer anfunkelten.

Es kommt aber noch besser: mein letztjähriges Weihnachts-Ich hat nicht nur auch neue Lichterketten gekauft (Sterne, alles voller Sterne!), sondern beim Abräumen endlich auch die entsorgt, die nur noch flackerten, bei denen eine ausgelaufene Batterie das Stromkästchen versaut und zerstört hat, bei denen beim schwungvollen Schliessen der Terrassentür ein paar der Lichtervorhangfäden abgezwickt wurden, so dass sie entwieder nicht mehr leuchten oder halt nur noch manchmal, dafür mit Funken, was ja aus Brandschutzsicht auch eher suboptimal ist.

Und am allerbesten: dieses Ich hat auch den reduzierten Preisaufkleber auf den Adventskranz-Teelichtgläsern kleben lassen, so dass ich mich doppelt und dreifach über die neue Optik freuen kann ,-).

Samstag, November 28, 2015

Tetris

Was man machen kann:
Sich beim rückflug vom unvernünftigsten familienausflug der welt beim blick auf den ersten in der app gespeicherten boardingpass freuen, dass wir wieder in der gleichen reihe wie auf dem hinflug sitzen.
Dann einsteigen, hinsetzen, mit dem kind noch ein "tschüss, münchen"-selfie machen, dem kind erlauben, schon die minitüte paprikaringli zu verdrücken, obwohl noch gar nicht alle sitzen.
Parallel kann man sich wundern, warum um alles welt es jetzt so einen stau beim einsteigen gibt, innerlich (ich behaupte jetzt mal, es blieb bei innerlich) die augen rollen, als hinter einem lang diskutiert wird "sind sie sicher, dass sie auf dem richtigen platz sitzen?" "Ja, schon, das ist doch reihe 11?" "Nein, das ist 12", "komisch, aber dann ist mein platz von jemand anders besetzt, sind sie da vorne sicher?" "Nicht wirklich, aber da vorne kann ja nicht mein platz sein, da sitzt jemand anders und wirklich mittig ist der kleber auch nicht", weil wie schwer kann es denn sein, in einem cityhopper seinen platz zu finden?
Und als der stau im gang dann immer länger und die leute immer ungehaltener werden, sollte man vielleicht nochmal alle boardingpässe anschauen und es könnte sein, dass man dann merkt,  dass genau zwei plätze in der selben reihe wie beim hinflug sind und die anderen beiden in der reihe dahinter. Und dass man selber und das kleine kind ("was, mami, wie aufstehen, ich bin schon angeschnallt!") auf den falschen plätzen sitzt und die zwei gründe für die totale sitzverwirrung sind.
Und weil ein cityhopper eben klein und eng ist und insgesamt 10 leute auf nicht vorhandenem manövrierraum ihre plätze tauschen müssen, wird es dann nochmal kurz lustig.
Heieiei, ich habe immer noch rote ohren!

Freitag, November 27, 2015

48Stunden-Tag

So fühlt sich der heutige Freitag an.
Angefangen mit dem eigentlich jeden Freitag eingeplanten Homeoffice, das die letzten Wochen aus Gründen aber immer im Büro oder in Meetingräumen stattfand, heute aber am Esstisch mit zwei Kannen Kräutertee und endlich dem Aufarbeiten, was die ganze Woche wegen dringend, dringend, jetzt sofort liegengeblieben war. Mit Formelnmalen und innerlicher Freude über das Wort "shikimic acid". Immer wieder, nur des Klangs wegen.
Dann eine To Do Liste von hier bis Timbuktu, incl. endlich Schoko-Minz-Plätzchen backen, Duschschläuche kaufen (und wechseln), Betten beziehen (wobei das dank erstaunlich kooperativer Kinder ratzfatz ging), die damit verbundene Wäsche erledigen, ein sehr zeitkritisches Weihnachtsgeschenk jagen (wenn Sie meinen Puls nach oben treiben wollen und mich dazu bringen wollen, den Geldbeutel auf der Suche nach, ach, lassen wir das, mit Schwung über den Schreibtisch auszuleeren und mit zittrigen Fingern zu durchwühlen, dann montieren Sie in den Warenkorb einen die Farbe von grün über gelb  nach rot ändernden, mit tick, tack-Geräusch unterlegten Timer, der anzeigt, wie lange das Geschenk noch für Sie reserviert ist, bevor es der gierigen Meute wieder vorgeworfen wird), das erste Raclette-Essen der Saison veranstalten und Koffer bzw. eben nicht für den unvernünftigsten Familienausflug ever zu packen, der morgen stattfinden wird und der die Reise mit dem allerleichtesten Gepäck jemals werden wird. Ach ja. Und koordiniertes Black FridayShopping mit meiner kleinen Schwester.
Jetzt noch Nägel lackieren in weihnachtlichem Silber und die vierte Folge "Jessica Jones" auf Netflix.

Donnerstag, November 26, 2015

Neue Ära: Fertig mit niedlich*

Ich erinnere mich noch: mein erster Schulranzen war ein roter Amigo-Ranzen. Damals gab es die in rot und blau, fertig. Ich hatte ihn bis einschliesslich zur 7. Klasse. In den Sommerferien vor der 8. Klasse hatte ich meine Eltern überzeugt, dass ich nun aus dem kindlichen Schulranzen rausgewachsen wäre und dringend einen neuen bräuchte. Allerdings hatte ich das mit Teenie-Style und so noch überhaupt nicht verstanden, ich wählte nämlich in geistiger Umnachtung dasselbe Modell, allerdings, es waren ja 6 Jahre ins Land gegangen, gab es mittlerweile eine breitere Farbpalette, in lila mit grün. Ich merkte direkt am ersten Schultag, dass ich da streetcredibilitymässig ordentlich ins Klo gegriffen hatte, die anderen Kinder hatten nämlich alle entweder Ledertaschen oder Rucksäcke. Ich musste (zu Recht) ein Jahr lang mit dem blöden lila Ranzen in die Schule gehen bis ich ihn, als ich in die neunte und meine kleinste Schwester in die erste Klasse kam, an die jüngste Schwester vererben durfte und auch eine Lederranzen bekam.

Gut. Little Q. ist ja nun noch ein Stückchen von der 8. Klasse entfernt, allerdings sind er und seine Kollegen schon in der vierten deutlich hipper und cooler, als ich es je war, also habe ich ihn in den Sommerferien gefragt, ob er denn seinen Schulsack vom Schulanfang noch weiter verwenden wolle oder ob er das Gefühl habe, da jetzt rausgewachsen zu sein.
In den Sommerferien war er sich noch sicher: "Klar geht der noch, vielleicht zur 5. Klasse dann". Und er ging weiter mit seinem durchaus schon deutliche Gebrauchsspuren zeigenden Schulranzen. So gegen Herbstferien erwähnt er dann immer mal wieder beiläufig, dass einige seiner Kollegen jetzt den Schulranzen auf einen Rucksack gewechselt hätten und er das doch auch gerne würde. 

Umso praktischer, dass Ergobag (bzw "Fond of Bags", wie die Firma jetzt heisst) uns einen Satch unserer Wahl kostenlos zur Verfügung stellte*. (Mir ist übrigens schon bei Little L.s Einschulung aufgefallen, dass sich Ergobag bzw. Satch als Schulranzenmarke anscheinend wirklich etabliert hat in den letzten Jahren. Als Q. zur Schule kam, hatte keiner seiner Kollegen einen Ergobag, in Little L.s Klasse haben ca ein Drittel der Kinder welche. Und auch bei Little Q.: alle Kinder, die vom Erstklässlerschulranzen auf "coole" Rucksäcke gewechselt haben, haben einen Satch. Sehr beeindruckend!)

Little Q. klickte sich also durch die Modelle und Kollektionen. Er hatte sich sehr schnell für den Klassiker "Satch Pack" entschieden, und auch da sehr schnell für sein Lieblingsmodell, nämlich "Blister". (Könnte sein, dass das Kind ein Faible für türkisblaukariert hat...). Was soll ich sagen? Gottseidank ist mein Kind stilsicherer als ich seinerzeit ;-).


Zum Satch selber kann ich nur sagen, dass er die durch den Ergobag, den Little L. testen darf, extrem hoch angesetzten Erwartungen absolut erfüllt.
Neben der Herstellung aus Recyling-PET (Karmapunkte galore!) ist das professionelle Tragesystem, das mit ein, zwei Handgriffen auf die Körpergrösse angepasst werden kann, mit wirklich guten Wanderrucksäcken vergleichbar. Die Beckenflossen helfen, den mit der Zeit doch immer schwerer befüllten Ranzen, ohne zuviel Zug auf den Schultern zutragen. (Ich persönlich bin besonders begeistert von dem kleinen Detail, dass sich der Brustgurt ganz einfach höhenverstellen lässt.).

Longboarder


Das Innenleben ist dem Bedürfnis eines Generation Y (oder sind das jetzt schon Millenials?)-Teenies angepasst, es gibt die Handytasche mit Kopfhörerausgang, die Little Q. jetzt in der Schule wegen Elektronikverbot nicht nutzt ;-), es gibt ein gepolstertes Tablet-Fach, das er für seinen Kindle, den er (trotz Elektronikverbot ;-)) jeden Tag für wenn mal grad Zeit ist dabei hat, nutzt, es gibt die vom Ergobag bekannte und sehr nützliche stabile Heftbox, in der man trotz Rucksack Hefte unverknickt transportieren kann (jetzt klinge ich wie meine Mutter ....).


Wir haben Little Q. noch einen Regenschutz und ein passendes Federmäppchen dazu spendiert und jetzt ist er total glücklich, auch styletechnisch wieder zu seinen Kollegen aufgeschlossen zu haben.




* Sowohl der Ergobag als auch der Satch Pack wurden uns von Ergobag kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt. Dankeschön! Der Inhalt des Posts spiegelt jedoch ausschliesslich meine resp. unsere Meinung wider.

Mittwoch, November 25, 2015

Blick hinter die Kulissen

Das selbstauferlegte Bloggen macht ja seltsame Dinge mit einem (also: mir. Andere machend as bestimmt ganz anders, weil sie entweder schon 3 Wochen anhand eines Redaktionsplans vorgebloggt haben oder einfach viel spontaner sind als ich oder viel lustigere Dinge erleben): eigentlich überlege ich vom Aufstehen an, was ich spätestens heute abend in die Tasten hacke.
Heute war das ungefähr so:

  • Aufwachen bei weisser Schneedecke: Hm, reicht kaum noch für Instagram, ist ja an den Rändern schon angetaut.
  • Mit Little L. eine interesesante Konversation beim Anziehen gehabt zum Thema Shapewear. Sein Tenor: "Warum macht man das?" Meine Antwort etc., könnte gehen, aber ich weiss von genug Leuten, die ich in echt kenne und da möchte ich nicht über Unterwäsche schreiben.
  • Mit dem Shuttle in die Arbeit fahren und dann ist es ausnahmsweise nicht ein kleiner Minibus, sondern ein voll ausgestatteter Reisebus. Mit mir als einzigem Passagier: Hm. Die Geschichte dahinter war nicht wirklich witzig und schon wieder über Fortbewegung von/zur/bei der Arbeit schreiben? Überhaupt: Arbeit.... da denken dann alle, ich hätte überhaupt kein anderes Leben mehr.
  • Bei der Kaffeepause gab es Geburtstagskuchen und dahinter steckte eine unglaublich berührende Geschichte: ja, das wäre eigentlich was. Aber die Geschichte ist nicht meine und das fühlt sich komisch an. Testhalber dem Hübschen beim Abendessen die Geschichte erzählt: funktioniert anscheinend auch nicht, wenn man die Beteiligten nicht kennt.
  • Am grossen Bahnhof war auf einmal die Anzeigetafel weg und ich überlegte kurz, ob ich die ursrpünglich nur geträumt hatte. (Wird ausgetauscht gegen LCD-Dings):  könnte gehen, aber ich war so in Eile und wusste dank App eh, auf welchem Gleis mein Zug ausnahmsweise abfuhr, dass mich überhaupt nicht ausschmückenswürdig doof anstellen konnte.
  • Zum Abendessen Flammkuchen mit Maroni, Physalis und Champignons: schmeckt sehr lecker, aber Flammkuchenrezept hatten wir letztes Jahr schon.
  • Ich wundere mich über den Einladungszettel zur "Rorate-Feier" aus dem Religionsunterricht morgens um 6, aber ich habe weder Lust noch Nerven auf Gewissenserforschung in Sachen Religion noch Kirchengebashe, noch, ach, der kommt einfach ins Altpapier.
  • Beim Heimkommen vom KindervomUnihockeytraining-Abhol-Taxi-Spielen bemerkt, dass ich einen Joker-Mund aus Crema die Balsamico habe und so mit Klasseneltern und dem Trainer gesprochen habe. Mit einem kleinen Exkurs zu "Ich, die ich nienienienie ungeschminkt aus dem Haus gehe, nur eben zum Unihockey-Abholen, weil ich da immer vorher noch auf dem Crosstrainier renne und dann dusche und nur fürs Abholen schminke ich mich nicht nochmal, da ist es dunkel und ich kann meine Kapuze auflassen": ja, das könnte gehen.
  • Während Little Q. als Nachzügler noch Flammkuchen bekommt, quetsche ich Radieschen: ja, megaspannend, schon wieder die Radieschen...
  • Als Little Q. duscht und ich meine Klamotten für den nächsten Tag rauslege, habe ich doch glatt vergessen, über was ich jetzt schreiben wollte.... Geburtstagskuchen? Bus? Quetschhose? Flammkuchen? Kirche?.... wah, da war doch irgendwas.....
  • Ich föhne Little Q. seinen recht langen Oberkopfschopf, auf die gleiche Art, wie meine Mutter mich früher geföhnt hat, ich spüre ihre Finger immer noch auf meinem Kopf. Und stehe im Geiste in dem fensterlosen Flur vor dem Bad, mit dem dunkelbraunen Teppich und der dunkelgrünen Tapete und den geflochtenen Wäschekorb: ja, da könnte man so eine Art Stimmungsbild draus machen, mit Frisuren-Fails der Teeniejahre..., aber irgendwas hatte ich doch...
  • Oder ich schreibe was drüber, dass ich gestern für grosses Gelächter im Meeting gesorgt habe, als ich das Executive Summary als "tl, dr" bezeichnete. Und dann nochmal, als ich die "Risk Scoring Map" als "Fifty shades of green" charakterisierte: ist halt von gestern. Und schon wieder Arbeit. Und für jemand, der gar nicht weiss, wie eine Risk scoring map aussieht und dass die Farben nach dem Ampelprinzip vergeben werden, vielleicht auch nur mittellustig.
  • Ah ja. Das dreckige Gesicht.
Naja, die ausführliche Geschichte dazu können Sie sich jetzt selber vorstellen, ich hab mir den Schmierer mittlerweile weggewischt. Mal sehen, was morgen passiert.

Dienstag, November 24, 2015

Na toll

Ich habe es ja, glaube ich, schon mal erwähnt, wie toll ich es finde, dass man bei uns bei der Arbeit an der Porte einfach ein Fahrrad ausleihen kann, um zwischen den Standorten etc. hin und herzufahren. Heute morgen hatte ich einen Termin am anderen Ende der Stadt, es hatte auch in der Sonne noch unter null Grad, es sah nämlich grossartig aus, wie an der Rheinpromenade überall noch der Rauhreif glitzerte. Als ich bei meinem Termin ankam, war ich zwar total mit Winterbegeisterung aufgeladen ("Sonne! Kalt! Atemwölkchen! Glitzer!"), dafür aber auch total durchgefroren. Ich hatte zwar Handschuhe dabei, aber wer hätte das gedacht? Fleecehandschuhe taugen nur bedingt zum Radeln. Ich hatte auch eine Mütze dabei, aber seit Laternenpfahl bin ich ja der totale Schisser auf dem Rad und fahre nienienienie mehr ohne Helm, weil kalte Ohren alle Mal besser sind als ein kaputter Kopf. Die Ohren waren sehr kalt, soviel kann ich sagen.
Ich war dann ein bisschen früh dran und bewunderte erstmal die traumhafte Aussicht über den Rhein. Als ich mich dann umdrehte, um über die Strasse zu gehen, blieb mein Blick an einer benutzten Spritze hängen, die mittenmang in einem Baum steckte. Mhm.*



Nun denn. Beim Ausfüllen eines Formulars beim eigentlichen Termin dann waren meine Finger vom handschuhlos Fotografieren dann so steifgefroren, dass ich mich echt schwer tat, über Schreibanfängerlook hinauszukommen ;-).

Mittags hatte ich dann noch einen Termin ausserhalb, den ich ja geschickt so gelegt hatte, dass zwischen dem und dem folgenden auf dem eigentlichen Werksgelände genug Zeit lag, um mit dem Rad hin und wieder zurück zu kommen.
Ja. Oder gelegen hätte, wenn es denn ein Rad gegeben hätte. Man glaubt es nicht: es ist wochenlang traumhaftes Herbstwetter und die Räder stehen einfach rum und dann hats den ersten Tag Frost und ist wirklich nicht nur superschön zu fahren, dann sind alle ausgeliehen?!
Zum zu Fuss laufen hat die Zeit übrigens auf dem Hinweg nicht bequem, aber grad so gereicht, nach Überziehen und Notfallbusvordernasewegfahren auf dem Rückweg dann nicht mehr. Unpünktlich sein mach mich persönlich ja verrückt (genauso wie auf Leute warten müssen, was mir bedeutend öfter passiert), und so bin ich im Sauseschritt durch die Stadt geheizt, während es den Kollegen, die ich ja per Mail über meine Verspätung informierte, augenscheinlich überhaupt nichts ausmachte....

Nun ja. Abends noch der Wochengrosseinkauf (incl Plätzchenbackzeug und überhaupt war viel aus), und jetzt bin ich streichfähig...


*Ich bin mir übrigens total unsicher, was die korrekte Reaktion darauf gewesen wäre. Ich hatte keine Handschuhe** und Spritzenverpackdings und überhaupt gar keine Lust, mich mit Gottweisswas anzustecken (man sah sehr deutlich, dass das Ding verdreckt und blutig war). das Dinge steckte da auf einer Augenhöhe, d.h. kleine Kinder kommen nicht ran, aber ... mhm. Steckenlassen hat sich auf jeden Fall auch doof angefühlt.

**jaja, Logikpolizei: Fleecehandschuhe schon, ich meine Gummihandschuhe.

Montag, November 23, 2015

Kann man machen

Corporate Slidedecks sind ja immer auf englisch wegen global und so. Wenn man dann ein lokales Townhall-Meeting macht, übersetzt man die Folien gerne auf deutsch (und nennt das Townhall immer noch Townhall, weil "Rathaustreffen" ja komisch klänge.).

Und dann steht da auf einmal "Das Management übersieht regelmässig die Leistungsindikatoren" und mein neuer Kollege weiss jetzt auch, dass ich sehr komische Geräusche mache, wenn ich versuche, ernst zu bleiben.
(Andersrum habe ich das nur im ganz alten Job erlebt, wo man sich beim Labor beschweren wollte und auf die "outstanding results" verwies und etwas irritiert war, als die amerikanischen Kollegen sich sehr darüber freuten.)

Sonntag, November 22, 2015

Vergebliche Liebesmüh

Man sieht sie überall: Mandalas. Im Kindergarten werden Herbstmandals mit Eicheln und Wildschweinen gemalt, Meeresmandalas mit Fischen und Algen, man legt Mandalas beim Waldtag und im Turnen, vermutlich werden im Rechnen auch Zahlenmandalas gelegt und Buchstaben in Mandalaform gelernt. Ich habe den Eindruck, das Mandala ist im Kindergarten/Eltern/Kindkosmos das, was Dreibuchstaben-Akronyme bei uns bei der Arbeit sind: "If it has no acronym, it is not real" oder "If you cannot mandala it, it does not exist."

Essen richtet man ja heutzutage auch entweder als Bentobox in niedlichen Förmchen an ("If it has no eye-picker in it, I would not eat it"), an Uni-Mensen und Krankenhaus- oder Gefängnisessensausgaben erinnernden Edelstahltabletts mit Vertiefungen, wo man dann eben Essen 1 mit brauner Sosse reingeklatscht bekommt, oder halt die Cashewnüsse, Leinsamencracker und getrockneten Datteln arrangiert werden, oder halt: als Mandala.
Und ja, es sieht wirklich hübsch aus, keine Frage. Es ist nicht mal besonders viel Arbeit und mein Symmetriebedürfnis wird befriedigt.
 Was aber definitiv nicht der Fall ist, ist, dass es dadurch irgendwie besser schmeckt oder die Kinder all das Gemüse / Obst, was sie sonst angewidert links liegen lassen, begeistert essen, weil "EIN MANDALA, DAS MUSS SUPER SEIN!".
Gestern nachmittag haben wir ja an der StarWars-Erziehung des Jüngsten gearbeitet und den dritten Teil angeschaut. Als ich in der Küche für einen Zwischensnack Obst schnippelte, überkam es mich also und ich habe mein erstes Obstmandala gelegt:



Aus Weintrauben (ohne Augenpicker), Kakis, Äpfeln, Kiwi, Banane und Mandarinenspalten. Sieht nett aus, oder?

Und was fragen die Kinder? "Müssen wir das alles essen?" Und dann haben sie wie immer die Trauben, Äpfel und ein paar Mandarinen rausgegessen. Ich stand da mit den Kakis, die ich eigentlich sehr gern mag, wegen dem blöden Mandala haben sie aber an einem Ende ganz grusig nach Bananen geschmeckt (die waren den Kindern ein bisschen zu matschig), und den Kiwis, die nach Mandarine schmeckten und es könnte sein, dass das das letzte Mandala war, das ich gelegt habe.
Heute gab es als Nachmittagssnack eine Schüssel Karottensticks und Gurkenscheiben (und fast vegane Plätzchen, in denen ich die zweite matschige Banane verwertete), in keiner besonderen Anordnung, einfach so, und alles war weg.
Das Auge isst vielleicht mit, hat bei uns aber offensichtlich nicht besonders viel zu sagen oder keine grossen Hunger.

Samstag, November 21, 2015

Es schneit, es schneit!

Gestern hatte es noch 18 Grad, heute mittag, als eigentlich normalerweise Pfadiübung gewesen wäre, kam Graupelregen quer. Heute war aber Nachtübung, d.h. von 18:00h bis 22:00h (die erste, zu der Little L. sich auch traute), zu der wir die Jungs dann entsprechend warm eingepackt haben.
Und ja. wir hatten ein bisschen ein schlechtes Gewissen, als wir im warmen Esszimmer erst ungefähr eine Tonne selbstgemachtes Sushi und dann "Terminator: Genisys" (ja, wir haben den schwarzen Gürtel in Romantik) genossen, dabei mal aus dem Fenster sahen und den Schnee rieseln sahen.....
Dinner for Two

Aber: warm eingepackt, auf Abenteuer (irgendwas mit Hexen, verlorenen Seelen, die man auf dem Schulhof retten musste), dazu Nudelsuppe über dem offenen Feuer gekocht, klingt also ehrlich gesagt, auch nicht so richtig schlimm.
Und so haben wir dann im leise rieselnden Schnee zwei rotwangige aufgeregte, dreckige Jungs abgeholt, mit den Taschenlampen nochmal den Pfadigarten und das dort aufgestellte Tipi absgesucht und die vermisste R2D2-Häkelmütze, zwei Handschune und eine noch gar nicht vermisste Pfadikrawatte eingesammelt.
Aktuell "blitzbaden" ("Mami, das können wir gerne machen, du musst dir allerdings dessen bewusst sein, dass "Blitzbaden"per se bedeutend länger geht als "Blitzduschen"" Meine Güte, wer hat denn diese Klugscheisser grossgezogen?) die zwei, die schlammigen Klamotten drehen in der Waschmaschine und morgen wird ausgeschlafen. Also: hoffentlich.

Freitag, November 20, 2015

So, bereit für Schnee

Am Wochenende soll es ja bis hierher runter schneien. Bisher ist bei ca 20Grad und Sturmwind nichts davon zu merken, Little Q. hatte heute Klasseneislaufen und kam klatschnassgeschwitzt nach Hause.
Trotzdem: der Skiurlaub ist gebucht, aus Gründen diesmal nicht in den Skiferien, sondern zur teuersten Saison des Jahres überhaupt, nämlich in der zweiten Weihnachtsferienwoche.
Funfact: wir wussten, dass es teuer werden würde, wir sind aus Gründen im Moment auf Schweizer Skigebiete eingeschossen, das wird nochmal teurer, aber als wir die Preise für die reservierte Woche Selbstversorgerappartement exklusive Bettwäsche, Parkplatz, Hallenbad, und natürlich Skipass und -schule für das (okay: Designer-)Resort DES Schweizer Anbieter für Familienferien erfuhren, lagen wir kurz nach Luft schnappend auf dem Rücken. Wir hätten für das Geld 6 Wochen Toskanaurlaub in der Hochsaison machen können.
Nun denn, wir haben die Reservierung dankend storniert und was für ein Drittel des Preises gefunden. Auch in der Schweiz. Nicht ganz so designt, aber mit Hallenbad.

So. Vor ungefähr einem Monat habe ich die Jung ihre gemietete Skiausrüstung vom letzten Jahr anprobieren lassen: einhelliger Tenor "Passt noch, können wir wieder Lego spielen?"

Dann ist mir aber eingefallen, dass ich ja in den letzten Skiferien endgültig (also: in den Skiferien davor und noch davor auch schon) beschlossen hatte, meine mittlerweile nahezu volljährigen Ski und -schuhe gegen, man kennt das, jüngere, schickere, schnellere auszuwechseln.
Eigentlich war der Plan, im Schlussverkauf nach Ende der letzten Skisaison ein superduper günstiges Schnäppchen zu machen, aber dann passierten Dinge und Sachen und zack, jetzt ist es November und es ist nicht direkt Off-Season-Verkauf, aber was solls.

Also habe ich heute Mann, Kinder, Kinderskihelme ("Ja, doch, am Ohr klemmts schon ein bisschen"), Skischuhe ("Boah, sind die eng."), Kinderski (vielleicht neue Schuhe heisst mindestens Bindung neu einstellen) und, weil wir eh grad schon am Einpacken waren, auch noch die Stöcke eingepackt und wir sind zum Wintersportausstatter unseres Vertrauens gefahren. (und nein, das ist keine bezahlte Werbung, das ist eine Empfehlung aus tiefstem Herzen. Grossartige Auswahl, Kundenorientierung, tiptop Organisation, Service, Beratung und alle sind unglaublich nett und die Kinder kriegen handgemalte Namensbuttons beim Gehen)

Was soll ich sagen? Ich habe jetzt mattschwarze "Allrounder"-Ski (Atomic Cloud 10, mit Glitzersteinchen, was meine Schwester zu "Du Tussi" animierte; note to myself: die kann in den Skiferien auf dem Fussboden schlafen.), die welthässlichsten (aber unendlich bequemen) Skischuhe (oder halbtransparent ist Trend), die Kinder haben immerhin die selben Stöcke wie letztes Jahr und Little L die selben Schuhe (ja, genau die, die "sooooooo eng" waren, sie passen perfekt!), alles andere ist entweder 10cm länger (Ski) eine Nummer grösser (Little Q.s Schuhe) oder grösser und leuchtend orange (die Helme).

Ich denke ein wenig neidisch an den Kollegen, der nächste Woche schon Skifahren geht, und freue mich um so mehr auf hoffentlich Schnee in Brigels zwischen den Jahren!

Donnerstag, November 19, 2015

Schumschei

Der Tag fing schon denkwürdig an: ich wachte vor dem Weckerklingeln um halb sechs auf, an sich weder etwas Besonderes, noch etwas dramatisches, heute eher etwas sehr praktisches, weil ich dann feststellte, dass ich mein Handy aka Wecker zwar ans Ladekabel gestöpselt hatte, das aber nicht in der Steckdose steckte. Einstecken, warten, bis es genug Akku zum Einschalten hat, dann SIM entsperren, dann Weckerzeit checken.... das hätte sich eh nicht mehr gelohnt mit Weiterschlafen, also bin ich grad aufgestanden.
Dank vorbereitetem Birchermüsli (ohne rote Beeren drin sieht das aus wie schon mal gegessen, aber lecker wars trotzdem), das als Bürofrühstück diente, und fertig gepackter Tasche war ich so früh im Büro, dass ich trotz Arzttermin morgens und Heimgehen um 15:00 wg Grippeimpftermin der Kinder keine Minusstunden machte. Kann man jetzt ja mal rechnen.
Nun denn. Ich bekam echt viel erledigt, meine zu Anfang der Woche extrem diverse und übervolle To-Do-Liste ist auf ein Minimum wie "vorbereitete Draft-Mails morgen verschicken" zusammengeschnurrt, aber gegen Nachmittag bekam der Tag einen sehr seltsamen Drall aus verschiedenen Richtungen.
Ich war dann sehr froh, als ich mal so früh wie sonst nie auf dem Heimweg war, allerdings haben wir die gewonnene Freizeit grad mal beim Kinderarzt verwartet und der Deal "Jetzt macht ihr aber überhaupt kein Geschiss, dann sind wir hier echt schnell wieder raus" klappte bei Little Q., der als bekannter Drama King bei Spritzen echt die Zähne zusammenbiss und keinen Mucks machte, Little L. hingegen.... nun ja. Sagen wir mal so: er ist jetzt auch geimpft. Und schnell. Und kräftig.Und laut. Und wir haben für die dieses Jahr noch fällige dritte Zeckenimpfung ein Emla-Pflaster gekriegt.
Den Rest des Abends verbrachten wir dann im Stau über die Grenze und zurück, weil wir bei Freunden noch ein sehnlichst erwartetes Paket "schnell" abholen wollten.
Immerhin haben dann beide Jungs viel später als sonst noch ihre Hausaufgaben anstandslos gemacht und ich muss jetzt aufhören, mich auf ein Gespräch vielleicht irgendwann nächste Woche vorzubereiten, sonst werde ich bekloppt....

Mittwoch, November 18, 2015

"Iris"

Ich glaube, ich hab hier schon ein paar Mal erwähnt, dass ich seit ca 2008 (ich weiss noch: bei der ersten Gartyparty habe ich noch nicht, aber dann danach) wieder richtig viel stricke. Erst habe ich mit einfachen Socken wieder angefangen (wieder: weil in der Grundschule habe ich stricken gelernt und mit Hingabe eine lange Schlange gestrickt, im Gymnasium habe ich in Handarbeit grauenvolle Dinge fabriziert, unter anderem eine senfgelbe Strickjacke in Zopfmuster), dann wurden es Socken mit Muster, dann komplizierteste Sockenmuster, dann Loops, Adventskalenderschals, und im Sommer bin ich bei Erzangie auf dieses Bild gestossen. Ich weiss noch: auf der Heimfahrt aus dem Sommerurlaub, als ich auf der Gotthardsüdseite wieder Schweizer Netz hatte, habe ich sie gefragt, was das für ein Muster ist, sie genötigt mir den Anfang der Anleitung zu schicken und mir mit den letzten 2% Akku das "Laceträume"*-Anleitungsbuch und Wolle* bestellt.

Dann habe ich gut drei Monate nahezu jeden Abend gestrickt. Das klingt jetzt langweiliger als es ist, ich stricke natürlich nicht nur, ich mache ja nie nur eine Sache, ich schaue Serien auf Netflix** und stricke. Sie sehen also hier:

3. Staffel "House of Cards"
4. Staffel "Sons of Anarchy"
3. Staffel "Once Upon a Time"*
"Narcos"
die ersten 4 Folgen von "Mr. Robot"
alle drei Staffeln "Luther"
und vermutlich habe ich noch was vergessen ;-)




Das Muster sieht zwar kompliziert aus, am schwierigsten fand ich aber eigentlich, am Anfang die richtige Maschenzahl anzuschlagen und dann einmal das Muster anzusetzen sozusagen. Wenn man es einmal verstanden hat, geht's gut und man merkt sofort, wenn man einen Fehler gemacht hat.

Die Wolle ist superdünn, sie hat eine Lauflänge von 800m auf 100g, d.h. in dem Tuch sind jetzt ca anderthalb km Faden verstrickt ;-).
Für die letzten Reihen habe ich pro Reihe eine ganze Serienfolge, also eine knappe Stunde gebraucht. Und nein, ich möchte nicht ausrechnen, wie lang ich da jetzt dran sass.




Ich finde es ja faszinierend, was das feucht Spannen und dann Trocknenlassen noch ausmacht. Ich war nach dem Abketten tatsächlich ein bisschen enttäuscht, weil ich ja von den Bildern ein Riesentuch erwartet hatte und das Ding auf meinem Schoss war eher so ein krumpeliger Haufen. Aber dann: tadaaaaaa!

Es könnte sein, dass ein Klick aufs Bild noch viel grösser macht...

Dazu wiegt es eben keine 200g und ist, obwohl es ja fast nur aus Löchern besteht, doch recht warm.
Ich bin sehr froh, dass ich mich bei der wunderbaren Farbauswahl, die es für diese Wolle gibt, auf was fast schon langweiliges beschränkt habe, alles andere wäre in dieser Grösse und mit dem aufwendigen Muster vermutlich anstrengend geworden.

Die grosse Frage ist jetzt natürlich: Was stricke ich als nächstes? (Armstulpen aus den Wollresten und danach noch ein Riesentuch in rosa und eins in blaugrau, aber mit anderem Muster) und wann trage ich das? (Das werden wir sehen, ich denke, nicht im Alltag, da hätte ich Angst drum, aber zu einem schicken Kleid, da geht das schon. Oder ich verschenke es. Und sage nicht, wie lange es dauert, das zu machen, sonst halten mich alle für bekloppt)



*Amazon Affiliate Link (Wenn Sie draufklicken und was bestellen, bekomme ich einen kleinen Prozentsatz)
** Wir sind Netflix-Streamteam-Member, d.h. bekommen den Netflix-Zugang kostenlos gestellt und ab und an Vorabinfos etc., Beiträge sind aber wie immer meine ganz eigene Meinung.

Dienstag, November 17, 2015

Reality check

Gestern abend habe ich den Blogpost ja geschrieben, während die Jungs sich im Bad die Zähne putzten und unter die Dusche marschierten. Und man hätte es echt nicht besser timen können: als ich runterkam, hörte ich, wie Little Q. zu Little L. sagte: „Gell, und wenn wir dann Weihnachten Lego Dimensions kriegen, nehme ich erst mal den Gandalf und du kannst die Wildcat habe, und dann schauen wir mal, welche Levelpacks wir uns vom Taschengeld kaufen“.
 
Ich kam also mit Fragezeichen in den Augen ins Bad (mein Stand war ja: Wir haben der U11-Mannschaft erklärt, es gibt keine Wii U und deshalb auch kein Lego Dimensions zu Weihnachten.) und schaute also so etwas fragend, und bevor ich auch nur atmen konnte, korrigierte Little Q. eilig: „Also, FALLS, nicht WENN, gell, Little L., wir wissen ja gar nicht, was wir zu Weihnachten bekommen.“
Und Little L. antwortete verdächtig langsam: „Ja, also, äh, nein. Falls. Oder so. Dings.“

Es ist ja so, dass man entweder als Eltern wirklich einen 7. Sinn für Kinderschwindeleien bekommt oder Kinder halt echt nur total schlecht lügen können (ich glaube letzteres), und so war klar, dass da was im Busch war.
Ich habe also gar nichts gesagt, nur die Augenbrauen hochgezogen (war ja eh vom Videodreh noch im Gesichtsgymnastikmodus) und schon schoss Little L. mit bibbernder Unterlippe los: „Und ich hab ihm noch gesagt, ich will gar nicht sehen, was Du gefunden hast!“

Tja. Little Q. hat sich also irgendwann letzte Woche auf die Suche nach Weihnachtsgeschenken gemacht, in unserem Abstellkammerl alles gefunden (es war eigentlich hinter unseren Ersatzstühlen und in Einkaufstüten einigermassen unzugänglich versteckt) und begeistert Little L. gezeigt. Die beiden Knaller haben das Zeug nicht mal mehr in die Tüten geräumt….
 
Und ja, trotz Wuzaaaaah und Schumschei war ich kurz gar nicht mehr entspannt, hatten wir doch dieses Jahr die perfekte Überraschung! Andererseits: was soll’s? Jetzt ist es halt keine Überraschung mehr, sie freuen sich jetzt noch einen guten Monat ganz konkret auf ganz grossartige Geschenke und in Zukunft werden Geschenke erstens wirklich unzugänglich versteckt (Kind, falls Du das hier liest: auf die Sauna klettern ist keine Option! Wenn Du da durchs Dach krachst, lasse ich dich da drin stecken!) und am besten direkt nach Kauf eingepackt. Für die Zukunft haben wir eine tolle Geschichte zu erzählen, Little Q. hat für immer und ewig gelernt, dass er, wenn er schon keine Überraschungen haben kann, das Little L. wenigstens nicht nimmt. Lustigerweise hat letztes Jahr schon Little L. stark an der Existenz des Christkinds gezweifelt, während Little Q. sich da nicht 100% sicher war. Also auch hier kein Drama, alles gut ;-).

Montag, November 16, 2015

Keep calm and wuzaaaaahhhh

Also. Ich trage ja mein Herz auf der Zunge und wenn ich mal dran denke, den Mund zu halten, dann trage ich das Herz sozusagen im Gesicht, d.h. man sieht mir immer an, was ich denke. Das ist ehrlich nur so mittelpraktisch. Ich habe dazu noch die Tendenz, mich emotional zu engagieren und wenn es hitzige Diskussionen gibt, bin ich
1. entweder ganz vorn dabei, was nicht unbedingt zielführend ist. Ja, auch ich bringe meinen Kindern bei, dass man den anderen ausreden lassen soll, aber wenn der andere erstens überhaupt nie aufhört zu reden und zweitens schon im ersten Halbsatz schon so viel von sich gegeben hat, wogegen ich widersprechen möchte, da ist es schwer, nicht ins Wort zu fallen. Meine Schwester, ihres Zeichens Gymnasiallehrerin, hat mir dafür den Schweigefuchs beigebracht, der geht so:

Mund zu, Ohren auf


und lässt sich in schwierigen Fällen auch noch durch Handbewegung und freundlich auffordernden Gesichtsausdruck unterstützen.


Laut Schwester funktioniert der in der Schule maximal bis zur 7. Klasse und aus irgendwelchen Gründen ist er in der Elternbloggerschaft auch verpönt, aber ich muss sagen: für in der Schule ist er allemal besser als Trillerpfeife oder mit dem Atlas auf die erste Bankreihe knallen, und in Meetings funktioniert er grossartig auch jenseits der 7. Klasse (wäre jetzt mit Trillerpfeife und Atlas auch ein bisschen .... schwierig da. Aber wer weiss?).

oder

2. wenn alles nur noch doof ist, gerne mal missbilligend stumm. Und irgendwann nicht mehr nur missbilligend und auch nicht mehr ganz stumm.... stellen Sie sich einen Dampfkochtopf vor, der pfeift ja auch und Dampf kommt raus... so ungefähr. Dann stellen Sie sich noch ein Gesicht dazu vor, mit rollenden Augen, verzogenem Mund, aufgeblasenen Backen, "Phewwwwww".... naja, alles was, was man eben nicht machen sollte, weil es ja unprofessionell ist, sich so aufzuregen und auch schlecht für den Blutdruck und fürs Karma und was weiss ich. Auf einer der Gartypartys habe ich ja schon vor Jahren (mei, damals, vor Facebook ;-)) von Jette das "Schumschei"-en gelernt. Ich habe "Schumschei" als leicht resignierendes, aber die ganze Aufregerei nicht wirklich ernstnehmendes, achselzuckendes und in sich selbst ruhendes Ausatmegeräusch in Erinnerung, aber das kann trügen.



Meine Schwester hat mir für solche Gelegenheit noch "Wuzaaaaaah" beigebracht, das sollte man auch mit fliessendem Atem (ausatmen!) sagen und angeblich hilft es auch noch, wenn man zeitgleich ein (also: ein eigenes!) Ohrläppchen kreisend massiert.



Ich nehme an, wie bei so vielen Entspannungsmethoden und auch Medikamenten und so ist es wichtig, dass man sie rechtzeitig einsetzt, ich habe zum Beispiel rausgefunden, dass es gar nicht so viel hilft, wenn man kurz vor dem Explodieren "Wuzaaah" zischt und sich am Ohrläppchen rumrubbelt. Es kann durchaus passieren, dass man den Ohrring dabei so fest zusammendrückt, dass es weh tut und ein bisschen blutet, und dann ist die Entspannung auch beim Teufel.

In diesem Sinne: immer schön cool bleiben. Wuzahh.

Sonntag, November 15, 2015

Altersfrage

Als wir letzte Woche bei den Omas in der alten Heimat waren, kam irgendwie die Frage aufs Alter. Und als Little L. erfuhr, wie alt meine Schwiegermutter ist, war er erleichtert/verwundert: "Oh, ich dachte, Oma, du wärst schon was mit 100."

Sowas ist ja mal ein Icebreaker ;-).

Ein paar Tage später versuchte der Hübsche sein Glück: "Jetzt aber mal ehrlich, was denkst Du, Little L., wie alt bin ich denn?"
Little L. war ein bisschen vorsichtiger geworden, überlegte, zog im Geiste ein paar Jahre ab, dann zögerlich: "Hmmm, was mit 60?"

Wieder war die Stimmung im Eimer.

Noch ein paar Tage später versuchte ich mein Glück: "So, jetzt haste ja geübt, was meinst Du, wie alt bin ich?"
Little L. hatte noch mehr dazugelernt und meinte "Gib mir mal einen Tipp!"
"Okay, also: ich bin ein bisschen jünger als der Papi."
"Mhmmmmm, dann so 29?"

Ich weiss gar nicht, was die alle haben, das Kind kann astrein schätzen!

Samstag, November 14, 2015

.

Gestern abend bin ich ja erstaunlich entspannt nach Hause gekommen, war sehr erschöpft wegen Arbeitsereignissen, habe beschlossen, dass ich mir das Wochenende so viel Ruhe hole wie möglich, dann habe ich kurz vor dem Schlafengehen noch ins Internet geschaut und über die dramatischen, schrecklichen Anschläge in Paris gelesen. Dementsprechend traurig bin ich eingeschlafen.
Aufgewacht bin ich erstaunlich guter Dinge (Samstag ist Schwimmkurstag, d.h. mit Wecker), bis der Hübsche mich mit "Und, wie schauts aus in Paris?" in die Realität zurück holte.

Der Tag läuft hier nun total normal, wie auch nicht..... es gab Gemotze wegen Schwimmkurs doof, es gab gemütliches Frühstück, es gab kurze Verwirrung, weil beim Eintritt ins Hallenbad auf einmal die EIntrittskarten schon immer nur an dem Tag gelten, an dem sie gelöst wurden ("Schon immer" kann maximal zwei Wochen sein, vor dieser Zeit ging es nämlich auch eine Woche danach noch), dann war das Schwimmerbecken auch noch so voll mit Leuten, um die man herumschwimmen musste, dass der erholsame Effekt von 40+ Bahnen, bei denen man im gleichen Rhythmus unter Wasser aus- und über Wasser einatmet und sonst die Gedanken schweifen lassen kann, sich so überhaupt nicht einstellen wollte, weil man andauernd an die immer noch schmerzenden ehemals gebrochenen Finger getreten kriegt, im Stau steckt oder Wasser schluckt; ich habe also nach 20 Minuten unbefriedigt abgebrochen und Little L. zugesehen, der sich im Kraultraining wirklich anstrengte.
Daheim: lesen, stricken (morgen ist ein Riesentuch fertig zum Spannen....), Wäsche verräumen, auf Twitter sich über die Parallelwelt der Blogst-Begeisterten wundern (ja, und ein bisschen fies werden, ich hör schon wieder auf), für Chicken Kung Pao den Crockpot vom Schrank holen, Hefeteig für Zopf vorbereiten, mit Little L. zum Geburtstag des Patenmädchens gehen, all das ist so alltäglich und doch wie unter einem Schleier...

Freitag, November 13, 2015

Erzählnacht

Heute war mal wieder "Schweizer Erzählnacht" und zwar unter dem Motto "Hexereien und schwarze Katzen".
Die Kinder hatten die Schule gruselig dekoriert und abends wurde in den verschiedenen Klassenzimmern vorgelesen, Puppentheater gespielt, Bilderbuchkino, Bastelzimmer, die Bibliothek war offen, es gab Gruselbistro und Hexenfeuer.
Nachdem das letztes Jahr, ich weiss gar nicht mehr, warum eigentlich, für mich der pure Stress war, hatte ich dieses Jahr gar nicht besonders viel Lust drauf. Die Kidner allerdings schon und ich bin seit gestern aus Gründen ziemlich ausgelaugt und erschöpft, also bin ich mit hin, habe nicht wie bisher versucht, möglichst viel vom Programm mitzubekommen (stellen Sie sich den Re:publica-Programmplan vor, so voll ist das ungefähr), sondern einfach die Kinder entscheiden lassen. Also wurden mit der Erstklasslehrerin zuerst ungefähr 10000 Teelichter angezündet, dann lauschten wir am Feuer dem "Tagebuch einer Killerkatze"*, wir haben ein Lesezeichen in Form einer schwarzen Katze gebastelt, haben die Bibliothek durchstöbert, noch "Hexe, dringend gesucht!"* gehört, während Little Q. mit seinen Klassenkameraden beim Fussballtraining zusah und dann noch einen Treppenrennwettbewerb veranstaltete.
Wir haben Popcorn und Kuchen verdrückt und sind dann gegen halb acht mit Little L.s Kürbis nach Hause marschiert.
Schön wars!



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Donnerstag, November 12, 2015

Zukunft. Irgendwann dann.

Heute ist in der Schweiz „Nationaler Zukunftstag“, das was, früher mal „Väter-Töchter-Tag“ hiess, bis man merkte, dass Väter auch Söhne und Mütter auch Kinder haben… egal: auf englisch heisst es „Bring your child to work“-day und das sagt eigentlich schon, um was was geht.
An sich sollen Kinder den Arbeitsalltag ihrer Eltern erleben, unabhängig von Geschlechterstereotypen, also die Tochter soll sich die Autowerkstatt anschauen, der Sohn die Kinderkrippe oder umgekehrt. In Wirklichkeit nimt man halt sein Kind mit zur Arbeit, der Hübsche und ich wetteifern ein wenig drum, zu wem die Kinder lieber (zuerst) wollen ;-)
 
Bei meinem Arbeitgeber wird ausserdem ein grossartiges Programm für die Kinder veranstaltet, als ich gestern abend mein Leihvelo an der Hauptporte zurückgab, wurden schon palettenweise die Willkommensgoodiebags für die Kinder bereitgestellt, es gibt jedes Jahr kindgerechte Vorträge zu (jedes Jahr neuen!) Themen, Ausstellungen, Mitmachstationen, es ist grossartig. Nun denn. Als ich vor dreieinhalb Jahren hier anfing, war die Altersgrenze für Mitbringkinder 8 Jahre. Little Q. war damals 7 und freute sich wie ein Schnitzel, dass er im Jahr drauf mitkommen können würde. Im Jahr drauf wurde die Alterstrenze auf mindestens 10 Jahre angehoben, Little Q. was not amused und begann, zwei Jahre zu warten. Diese zwei Jahre sind jetzt rum, ich habe seit August wie ein Haftlmacher drauf geachtet, wann das Programm für dieses Jahr bekannt gegeben wird, nicht dass sich die Altersgrenze wieder verschiebt, und dann sofort in der Schule angefragt, welche Art Urlaubsantrag oder was ich stellen muss, damit Little Q. was über „Grosse und kleine Moleküle“ lernen kann und der Besucherstuhl in meinem Büro mal eingeweiht wird. Tja. Aber anscheinend hat die Schulpflege an unserer Schule entschieden, dass die Zukunft in unserem Dorf erst ab der 5. Klasse losgeht, deswegen kann Little Q. dieses Jahr schon wieder nicht kommen. (Und gehen Sie mir weg mit „Auf der Homepage steht ja, dass das im Aargau erst ab der 5. ist“: letztes Jahr hat der Viertklasslehrer entschieden, dass er das damals auch in der 4. hatte und deswegen der ganzen Klasse freigegeben, im Nachbarstädtchen (im gleichen Kanton, das muss man ja dazu sagen) schliesst die ganze Schule für den Tag, so dass man schauen kann, wo man die kleineren Kinder, für die die Zukunft noch nix ist, unterbringt.
 
Nun denn. Ich habe also kurz überlegt, ob ich mich aufrege (innerlich eh), ob ich einen Antrag auf Sonderurlaub, Jokertag, Quartalshalbtag oder wie auch immer die verschiedenen Möglichkeiten im Ferienreglement der Schule so heissen, stelle, dann aber habe ich mir gedacht, es ist nicht so lang her, dass wir für ein wirklich wichtiges Anliegen an der Schule die richtig grosse Welle gemacht haben, vielleicht ist es jetzt mal Zeit für Ball flach halten. Ausserdem bin ich noch nicht umgezogen, d.h. nächstes Jahr hat Little Q. einen Ausblick aus dem 20. Stock, dieses Jahr würde er auf eine beige Containerwand blicken, dann macht die neue Kantine auch erst nächste Woche auf und, am allerwichtigsten: dieses Jahr hat die Menüplanung irgendwie versagt. Es ist ja ehernes Gesetz, dass es am Zukunftstag Chickennuggets mit Pommes in der Kantine gibt (zur Not auch Fischknusperli oder Schnitzeln, wobei das nur, wenn es ein Freitag ist), und was ist dieses Jahr? Spaghetti Bolognese. Little Q. hofft für nächstes Jahr auf Besseres.

Mittwoch, November 11, 2015

Shake it, baby!

Wenn man beim Frühstück schon wüsste, dass man auf dem Weg zur Arbeit von einem Busfahrer, der anscheinend keine Augen im Kopf hat oder über die Funktion des Rückspiegels nicht Bescheid weiss oder überhaupt über grundlegende Verkehrsregeln wie zB „Ich bin nicht der einzige auf der Strasse“ und „Vier Autobahnspuren queren ohne Schauen und Blinken ist nie eine gute Idee, morgens im Berufsverkehr aber eine ganz besonders schlechte“, fast an die Tunnelwand gedrückt wird, dann könnte man das beim Kaffeekonsum mit einrechnen und hätte hinterher vielleicht nicht ganz so zittrige Knie.

Mal ernsthaft: ich habe das Kennzeichen von dem Depp, was macht man da? Kann ich wenigstens eine Flamemail an seinen Arbeitgeber (Reisebusunternehmen) schreiben? Ich war mir wirklich nicht sicher, ob sich das ausgeht....(Lenkrad ganz fest halten und Vollbremsung. Mehr ging nicht. Hupen dann danach....)

Dienstag, November 10, 2015

Weihnachten ist gerettet!

So, es folgt ein gnadenlos kommerzlastiger, unbiologischer, vermutlich auch nicht nachhaltig und plastikverherrlichender Konsumpost. Wer zB grade konsumfastet (oder wie sagt man, wenn keine Fastenzeit ist?), sollte hier entweder aufhören zu lesen oder den selbst geklopften Faustkeil wetzen ;-), oder muss ganz stark sein.

Also: Little Q. kam letztens an und meinte "Wenn ich mir nur eine einzige Sache zu Weihnachten wünschen dürfte, dann wäre das eine Wii U und das Spiel "LEGO Dimensions"*.
Abgesehen davon, dass das ja zwei Sachen sind, ist das aus mehreren Gründen blöd:

  1. Ich habe schon ein paar Weihnachtsgeschenke für ihn, die zusammen mit der Wii U sicher den eh grosszügigen Rahmen sprengen würden.
  2. Meine Schwester hat mir schon im September gesteckt, dass sie und ihr Freund sich Weihnachten eine Wii U gönnen und deswegen ihre Wii unseren Jungs zu Weihnachten vermachen werden. Mit neuen Mario-Controllern und allen Spielen, die sie haben. Das findet der Hübsche eh schon nur so mittel (ich nicht, weil ich mag die Wii sehr gern!), weil
  3. wir haben eine PS3 und ehrlich gesagt: wir brauchen eigentlich schon keine zwei Spielekonsolen und ganz sicher keine drei.
Also, was tun? Wenn das Kind sich eine Wii U und Lego Dimensions wünscht und zu Weihnachten eine Wii mit Mario-Spielen bekommt, da kann man noch so sehr sagen "Aber schau mal, die Kinder in Afrika haben Hunger und ist Weihnachten nicht vor allem ein Fest der Liebe?", weil: wenn man sich von Herzen ein echtes Pony wünscht und eine Plüschkarotte** bekommt, dann freut man sich nicht, sondern würde die Plüschkarotte mit Handkuss nach Afrika verschiffen.

Es war also alles ein bisschen kompliziert, die Punkte 1-3 sind ja gesetzt und so habe ich also mit Little Q. so hin und her diskutiert, Zwischenstand vor dem Wochenende war "Weisst Du, die Tante L. kauft sich ja eine Wii U, da schaun wir doch mal, wie das so läuft und ob das überhaupt gut ist und ihr mit der Steuerung zurecht kommt, und beim Geburtstag können wir nochmal drüber reden."
Little Q. war so semieinverstanden, so weit, so gut.

Dann waren wir ja das letzte Wochenende in der alten Heimat und irgendwie hat es sich eingebürgert, dass die Kinder statt Schokolade noch Geld zugesteckt bekommen. Und es hat sich auch eingebürgert, dass wir nicht direkt heimfahren, sondern einen Umweg über den Legoshop in den Pasinger Arcaden machen und das Geld dort gemeinsam investiert wird. (Little L. und Q. legen regelmässig auch ihr Taschengeld zusammen, um sich gemeinsam Legosets zukaufen. Das hätte ich mit keiner meiner Schwestern gemacht.) Während also über verschiedene Ninjago-Drachen gefachsimpelt wurde, hat der Hübsche die Rettung für Weihnachten entdeckt: Little Q. war nicht völlig informiert, weil: anders als in der Werbung anscheinend suggeriert, gibt es "Lego Dimensions" überhaupt nicht nur für die Wii U, sondern auch zB für die PS3*. Und ja, ich kenne meinen Sohn gut genug, um zu wissen, dass es ihm in allererster Linie um das Spiel und erst in ganz viel weiter hintenerer Linie um die Wii U ging.

So. Also haben wir heimlich das Spiel eingekauft, die Jungs haben nix gemerkt und ich freue mich wie ein Schnitzel auf ihre Gesichter an Weihnachten. (Falls jemand das Spiel schon hat: welche Levelpacks oder so braucht man denn unbedingt?) Die beiden von mir heimlich*** als romantisches Partnergeschenk ebenfalls in die Tüte geschmuggelten massstabsgetreuen LegoTassen für den Hübschen und mich haben die Kinder natürlich sofort rausgezogen und "Schau, eine für dich, eine für die Mami, ist das nicht cool?" die Überraschung zunichte gemacht. Macht nix, war ich heute der King im Kaffeeraum.



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** Liebe L.: das ist natürlich nix gegen die Wii, die ist überhaupt keine Plüschkarotte, sondern sehr toll, nur im Vergleich in Little Q.s Kopf, nicht falsch verstehen, okay?!
*** Lieber LegoShop-Besitzer: *heimlich geschmuggelt* natürlich nur heimlich für den Mann, ich habe sie ganz normal bezahlt, ehrlich!

Montag, November 09, 2015

Warum ich mir keine Sorgen um Little Q. mache

Letztens, beim Essen mit Bekannten, die wir lang nicht mehr gesehen hatten, sagte deren gleichaltrige Sohn nach einmal rauf und runter Mustern zu Little Q.: „Was hast Du denn eigentlich jetzt für eine Kackfrisur?“

Und was macht Little Q.? Anstatt durch die Decke zu gehen und mit gleicher Munition zurückzufeuern („Deine Frisur ist noch blöder und du hast keine Ahnung von gar nix!“), wie ich das in seinem Alter (und auch heute noch, wenn ich ehrlich bin) gemacht hätte, strich sich Little Q. durch das lange Deckhaar und meinte ganz ruhig: „Das nennt man Undercut, das tragen jetzt ganz viele Leute. Aber ich hatte ja lang auch so eine Frisur wie du, so topfartig, da ist das schon eine Umgewöhnung, das verstehe ich.“

Sonntag, November 08, 2015

#angeflixt-Ein #StreamTeam-Beitrag

Sie haben ja vielleicht von der Netflix*-Studie gelesen, in der durch Analyse der Nutzerdaten festgestellt wurde, wann Zuschauer von einer Serie so in den Bann gezogen werden, dass sie "angeflixt" sind, also nicht mehr aufhören können. Anscheinend ist das nie in der Pilotfolge der Fall, sondern in einer "emotionalen" Folge.
Copyright: Netflix

Anscheinend gibt es auch Leute, die Serien (und auch Bücher) immer wieder von vorn anfangen, bis sie irgendwann am Haken sind und erstens nicht mehr aufhören können und zweitens die Serie (oder das Buch) immer wieder sehen (oder lesen) müssen.


Anscheinend bin ich sehr untypisch. Ich hasse nichts mehr, als ein Buch mehrfach zu lesen. Korrigiere: es gibt ganz wenige Bücher, die ich öfter als einmal gelesen habe (die meisten davon nicht ganz freiwillig, sondern zB 4599mal zu viel sämtliche Captain Sharky Bücher), das einzige, das mir einfällt, wo ich das mit Absicht und freiwillig mehrere Male getan habe, ist "Das Tal des Himmel"* von John Steinbeck, mein absolutes Alltimefavourite-Lieblingsbuch. Wenn ich (und das kommt echt selten vor) beschlossen habe, ein Buch unausgelesen wegzulegen, dann hole ich das nie wieder vor. (Ausnahme: Umberto Ecos "Das Foucaultsche Pendel"* habe ich beim ersten Mal nach ca 300 Seiten entnervt weggelegt, zwei Bücher später konnte ich nicht glauben, dass der Autor des grossartigen "Der Name der Rose"* so einen unlesbaren Quatsch zusammenfabuliert hat, aber das zweite Mal war noch viel schlimmer. Das war mir eine Lehre: es braucht einiges, um ein Buch abzubrechen, aber das ist dann endgültig und für immer.)

Bei Serien bin ich eigentlich auch eine treue Seele, ich habe zB "The Wire" bis zu Ende geschaut, obwohl mir ... aber ich muss das nicht nochmal alles wiederholen ;-). Auch von "Scandal" habe ich die ganze erste Staffel zu Ende geschaut, bevor ich aufgab, nur bei richtigem Quatsch (ich höre die Nerdgemeinde scharf einatmen und mich mit Verachtung strafen) wie "Mr. Robot" habe ich mich bei der ersten Folge gewundert, bei der zweiten die Augen gerollt, bei der dritten den Mann gefragt, was um alles in der Welt in ihn gefahren ist, dass er mir so einen salbadernden, selbstgerechten, um nichts kreisenden Quatsch zumutet, bei der vierten wie ein Rumpelstilzchen ("Once Upon a Time"*: ganz grosses Kino übrigens!) auf und ab gehüpft, und dann gemeutert.

Serien, die ich richtig toll finde, fand ich von Anfang an toll, sie wurden im Laufe der Zeit höchstens noch toller oder aber ich war so begeistert und "in der Serie drin", dass ich auch Durstrecken zwischendrin verzeihen kann und eine treue Seele bleibe. Trotzdem: mir eine Serie zweimal anschauen? Ich wüsste nicht, welche, ich wüsste nicht warum. Ich hätte ehrlich gesagt auch Angst, den Zauber der Erinnerung kaputt zu machen. Ich hoffe lieber auf weitere Staffeln ;-). Das Phänomen #angeflixt kenne ich aber zur Genüge: Mein Handyklingelton ist immer das entsprechende Serienthema und ich trage meine Claire-Underwood-Frisur immer noch mit Stolz ;-).

Die Jungs sind in Sachen Wiederholung da etwas anders gestrickt: Sie kennen zB Lego Ninjago ja schon ewig und drei Tage, bzw.: sie kennen die Legosets und Figuren schon ewig. Wir hatten schon Figuren, als sie noch die unhandlichen alten Spinjitsu-Dinger hatten, ohne diese Reissleine und den Propeller. Wir haben schon einen Ninjago-Geburtstag gefeiert, da wusste sonst kaum jemand, wie man das buchstabiert ;-).

Als die Jungs nun ihren Netflix-Account durchstöberten, stiessen sie auf die Serie zur Legoserie und seitdem sind sie angeflixt wie sonst was. Sie haben alle verfügbaren Staffeln inhaliert, durch sie wurde das Wort "Bingen" sozusagen neu definiert ;-). Das Taschengeld wird in Ninja-Sets investiert (ich gebe zu: die neuen fliegen wirklich richtig gut), der Weihnachtswunschzettel ist voll von "Airjitsu" und Reisszahnkobras. Lustigerweise vertreiben sie sich das Warten auf neue Staffeln bei Netflix (Ich habe übrigens den Auftrag, zu fragen, wie lange das noch dauert!) damit, dass sie ausgewählte Folgen der verfügbaren Staffeln wieder und wieder anschauen. Ich selber verstehe zwar immer noch Bahnhof, weiss nicht, ob der kleine grüne jetzt grad gut oder Büse, ob Lord Garmadon nun der ultimative Bösewicht oder nur ein tragischer Held ist, aber das muss ich ja auch nicht ;-).
Reicht ja, wenn sich Little L. und Q. verstehen, wenn sie drüber beraten, ob heute "die, wo sie den Tempel putzen müssen" oder "Da, wo die Hypnokobras den Vater von dem einen verwandeln" sehen wollen.





*Affiliate-Links und als Streamteam-Member bekomme ich den Netflix-Zugang gestellt


Samstag, November 07, 2015

Familientradition

Ich fand es früher bei meinen Grosseltern super. Bei den Eltern meiner Mutter zB war der Grossteil des Hauses leergeräumt, es hingen weisse Laken über alten Möbeln in ungenutzten Räumen, wir durften in Keller und Speicher stöbern, vorsichtig mit den alten Spielsachen meiner Mutter und ihrer Schwester spielen (die Puppen und Bären durfte man "Nur mit den Augen, gell?!" anschauen), es gab so eine Kiste mit Kleinkram, ich erinnere mich an eine niedliche kleine grüne Plastikbox mit roter Rose drauf, insgesamt in etwa so gross wie jetzt mein erstes Daumenglied, und in dieser Plastikbox war ganz klein zusammengefaltet eine durchsichtige Plastikregenhaube drin. Es war immer ein Spiel auf Risiko, ob man diese Regenhaube wieder ganz in diese kleine niedliche Box reinbekommen würde.
Ausserdem gab es bei meinem Opa immer unendlich viel zu essen, es gab Pressack (fand ich nicht so lecker), ganz viele verschiedene Sorten Wurst, und vor allem von jeder Sorte sehr, sehr viel. Es gab Apfelsaft zu trinken, den mein Opa bei einer Mosterei gegen die Äpfel, die er im Garten zusammensammelte, eintauschte. Bei uns daheim gab es nie Saft, vermutlich deswegen, weil ich von Apfelsaft (oder nur vom Opaapfelsaft?) immer sofort Bauchschmerzen bekam. Bei meinem Opa war es aber nicht möglich, keinen Apfelsaft zu bekommen, deswegen begrenzte meine Mutter meine Apfelsaftaufnahme auf maximal ein kleines Glas. Ich fand das gar nicht schlimm, obwohl ich weniger bekam als meine bauchwehfreien Schwestern, weil ich dafür das schönste Glas bekam. Es war ein 0.1L-Glas, mit Relief von Moselweingärten drauf. (Es gab irgendwelche Verwandte in Trier oder bei Trier oder wenigstens an der Mosel, aber mehr weiss ich davon nicht). Ausserdem bekam meine Mutter immer MonCherie geschenkt und wir Kinder durften uns aus den schier unerschöpflichen Ritter-Sport-Schokoladenvorräten was aussuchen ("Bitte, Papa, stopf die Kinder nicht voll, die haben schon Unmengen Wurscht gegessen." "Also, ihr habt die Mama gehört, dann nur eine für gleich und eine für den Weg."), mein Favorit war Pfefferminz und manchmal auch Joghurt, wobei ich mir da nie sicher war, ob ich das jetzt unglaublich lecker und unglaublich ekelhaft fand.
Mein Opa hatte auch einen Hund, den Burli, an den ich mich nicht mehr aktiv erinnere, aber laut Fotos habe ich ihn mal gestreichelt, bevor er gestorben ist. Im Garten lebten zwei Schildkröten, nämlich Ino und Mira, wobei aber Ino sich schon zu Schulzeit meiner Mutter als Weibchen outete und immer mal wieder Eier vergrub, aus denen aber nie etwas schlüpfte. Im Winter schliefen die Schildkröten in der ungeheizten Einliegerwohnung im Erdgeschoss, die mit den zugehängten Möbeln. Irgendwann hatte mein Opa das Gefühl, sich nicht mehr gut um die Schildkröten kümmern zu können. Er hatte irgendwann mal gehört, dass man Schildkröten in den Zoo bringen könnte und genau das hat er gemacht. Er hat ihnen, damit er sie wieder erkennt, wenn er sie im Tierpark von Straubing besucht, "Ino" und "Mira" mit weisser Farbe auf den Panzer gepinselt und sie dann bei einem Zoobesuch in einer Tragetasche mitgenommen und im Schildkrötengehege unter dem Zaun durchgeschoben.

Ich erinnere mich immer noch an die Heimfahrten. Wir sassen hinten im Auto, es war schon dunkel, wir lutschten so leise wie möglich die Schokolade, die uns der Opa ("Da nimm, aber zeigs nicht der Mama") noch zugesteckt hatte, und hörten verwundert zu, wie sich unsere Eltern vorne über den Besuch unterhielten. Sie machten sich Sorgen um den Opa, dass er ohne die Oma (die hatte Alzheimer, so lange ich sie kannte, und starb, da war ich neun) sich nicht mehr um das ganze Haus kümmern könne, dass er komisch wäre, dass er soviel Ungesundes esse, dass er mit den Leuten im Fernseher rede, dass sie Angst hätten, dass mit dem Ölofen mal was Schlimmes passieren würde, oft hat meine Mutter im Auto geweint. Ich habe mich oft gefragt, ob wir beim selben Opa zu Besuch waren.

Heute verstehe ich sie sehr gut.

Freitag, November 06, 2015

Geburtstagsshirts

Es war am Mittwoch soweit: Little L. war auf der Geburtstagsfeier eines Klassenkameraden eingeladen, den er sozusagen neu kennengelernt hat. Nicht in der Kinderkrippe mit 6 Monaten, wie seinen besten Freund und auch nicht im Kindergarten mit 4, sondern halt erst im August. Innerlich hatte ich übrigens schon ein bisschen Bedenken, ob mein "Ich bin nicht die Rampensau, wenigstens nicht vom anfang an"-Kind, das auch schon mal Geburtstagseinladungen einfach ausgeschlagen hat, weil "Mir ist nicht nach Feiern", mit Eltern, die er nicht kennt, und Kindern, die er noch nicht alle schon immer kennt, ins Auto steigen würde und in einen Indoorspielplatz fahren würde, aber das war mal so gar kein Problem!
Nun denn. Little L. hatte kräftig Werbung für "Meine Mami näht dir ein Shirt, das sonst keiner hat" gemacht. Ein paar Wochen vorher war ich mal zu Besuch in der Klasse und habe nochmal direkt gesehen, wie sie mit der Anlauttabelle arbeiten und weil ich auch mal was anderes als Zahlenshirts machen wollte, habe ich ein Anlautshirt genäht (die Stickmuster gibt es für das ganze Alphabet und auch in Kleinbuchstaben hier kostenlos). Little L. sagt, der Junge fände das Shirt toll, also glaube ich das mal.




Dann kam ja mein Patenmädchen, das in Sachen Geburtstagsshirts und Kleidungsstücke kein Neuling mehr ist und denkt, ich könne alles nähen. Die Bestellung war: "Ein Koala und ein Känguruh in grün und pink." Ich habe ja nun wirklich viele Stickdateien, es ist sogar eine mit Koala dabei, aber ich habe kein Känguruh. Und man mag es nicht glauben, es war auch nicht wirklich leicht, schöne, zusammenpassende Dateien zu finden. (Oder ich habe mich unendlich blöd angestellt). Egal. irgendwann hatte ich welche und habe dann nach Sichtung der Stoffvorräte beschlossen, dass Pink und Grün nicht geht, aber immerhin rosa auf türkis mit grün. Und das finde ich dann gar nicht so schlimm wie befürchtet (und beim Sveja-Schnitt bin ich immer ein bisschen traurig, dass ich keine eigenen Mädchen zu benähen habe....)

Donnerstag, November 05, 2015

WMDEDGT 11/15

So, es ist wieder so weit: wie jeden Monat sammle ich hier Tagebuchblogeinträge unter dem Motto "Was machst Du denn eigentlich den ganzen Tag?".
Wer Lust hat, einfach Tagebuchsschreiben und unten verlinken!

Eigentlich hätte ich heute brutal ausgeschlafen und fit wie ein junges Reh in den Tag starten können sollen, weil ich eben wegen Hautarzttermin um 8 eine Stunde länger schlafen hätte können sollen. Nun denn, so ein Tag bzw so eine Nacht eignet sich natürlich grossartig für trappelnde gar nicht mehr so kleine Füsse, die um 2:30h ankommen und meinen „Ich dachte, wir könnten ein bisschen kuscheln“. Konnten wir, aber nicht mehr so gut schlafen. Ich fühlte mich also morgens nur so mittelfit und dazu passte dann das Feedbacksandwich der Hautärztin: „Super, dass Sie mit Ihren vielen Muttermalen überhaupt merken, wenn da eins ist, was anders aussieht. Das ist übrigens kein Muttermal, sondern eine Alterswarze, das Gute dran: die ist nicht bösartig.“ Ich persönlich finde, der Name „Alterswarze“ per se ist schon ein bösartiger Begriff, aber was solls.
Durch die zwei Stunden später als sonst im Büro habe ich nun einen ganz anderen Parkplatz als sonst und es war schon hell, als ich über das um diese Zeit gar nicht mehr so leere Werksgelände zu meinem Büro schlappte.
Dort dann mit Kaffeeunterstützung an drei Projekten gleichzeitig gearbeitet (es ist interessant, wenn jemand, der im alten Job sowas wie dein Chef war auf einmal ... das nicht mehr ist und du mit dieser Vorgeschichte und ganz anderen Vorzeichen auf anderer Eben zusammenarbeitest. Sehr.), Gelerntes aus dem Kurs für das Kick-off-Meeting nächste Woche eingeplant ("Freut euch, wir machen als erstes eine Team-Charter!"), mit der Kollegin einen "Ich muss Web-Ex-Aufsetzen und geht das mit Google Hangouts auch üben"-Termin quer übers Areal ausgemacht.
Um 12 geht es Mittagessen mit meiner kleinen Schwester, die auch hier arbeitet.
Nach dem Mittagessen arbeite ich ein wenig an den Aktionen, die sich aus dem Vormittagsmeeting ergeben haben, bis ich um eins meine Exkollegin im anderen Bau als Versuchskaninchen für meine Web-Ex-Aufsetzpläne einspanne.
Wie gut die Idee mit dem Testlauf war, zeigt sich recht schnell, da das Pizzaphone (bitte sagen Sie mir, dass das ein allgemeiner Fachausdruck ist, sonst muss ich rausfinden, wer den bei uns ausgedacht hat und dazu beglückwünschen) im Meetingraum kaputt ist (naja, für nächste Woche habe ich einen anderen reserviert, wo das Ding hoffentlich geht, aber auch so: für alle, die im Glaskasten webexen wollen: Techniker ist informiert). Während meine Kollegin über Lync ihren Unmut über mein technisches Versagen kundtut, wähle ich mich über das Festnetztelefon ein, wir checken Audio- und Videoverbindung, Screenteilen geht, ich habe tatsächlich noch eine fachliche Frage, dann überprüfen wir, ob Google Hangout gleichzeitig zu Webex geht (jein) und Sinn macht (nein).
Zurück im Büro kläre ich mit den Kollegen dort noch kurz, wer wann wie die nächsten Tage wo ist und schon ist es Zeit, mir ein Radl auszuleihen und kurzärmlig bei strahlendem Sonnenschein quer durch die Stadt zu einer Schulung zu radeln (auf halbem Weg fällt mir ein, dass ich mich auch via WebEx einwählen hätte können, aber da bin ich eh schon unterwegs und der kurze Sauerstoff- und Adrenalinboost (Trambahnschienen und Gehsteigkanten, you know) tut mir eh ganz gut. Nach einer Stunde geht es wieder zurück (ich liebe Basel im Herbst!) ins Büro, auf dem Weg wird noch Wasser und Kaffee getankt, damit bin ich bereit für die letzte Arbeitsrunde heute.
Zwischendrin kommt ein Anruf von zu Hause: Little L. hat sich bei der Hausaufgabe vertan und ich möchte bitte Tippex aus dem Büro mitbringen. Ich musste innerlich schmunzeln, weil: Tipp-Ex? Ich habe in meinem gesamten Arbeitsleben (überhaupt in meinem Leben) noch nie Tipp-Ex verwendet. Abgesehen davon, dass das meiste elektronisch läuft und eher was neu ausgedruckt wird als mit Tipp-Ex korrigiert, ist Tipp-Ex in einem GMP-Umfeld so gern gesehen, wie .... weiss nicht, Weihwasser zum Klospülen zu verwenden in der katholischen Kirche..... Die Hausaufgaben konnten aber trotzdem noch gerettet werden.
Gegen 17:00h mache ich mich auf den Heimweg, schaue Hausaufgaben an, definiere die Marschrichtung bis zum Abendessen ("Kinderzimmerboden muss frei sein und die Koffer für das Heimatwochenende gepackt"), füttere die Katze, beantworte ein paar Arbeitsmails auf dem Firmenphone und mache Abendessen (und packe meinen Kofferteil). Nach Abendessen (Brotzeit mit Gemüsesticks und Salat mit gebratenen Pilzen für mich) und Espresso packe ich die Znüniboxen für morgen und schicke die Kinder "blitzduschen". Ich zahle die Rechnungen, die heute in der Post waren, stelle Karton und Altpapier für morgen früh parat, packe den Kinderkofferteil fertig, wir kontrollieren die Schulsachen für morgen und dann wird vorgelesen*. Beim Kopfkraulen bei Little L. knistert und schäumt es, das Ausspülen war wohl ein wenig arg blitzartig, d.h. wir gehen nochmal nachspülen und trockenrubbeln. Jeder bekommt eine Wärmflasche und ich geniesse das "In den Schlafkuscheln" von Little L. im flauschigen Nicky-Schlafanzug.
Little Q. liest* noch, ich nähe das Geburtstagsshirt für mein Patenmädchen fertig (das hat mich in der Planung sehr viel Nerven gekostet, weil sie sich "ein grünes Känguruh und einen pinken Koala" drauf gewünscht hat und das so hinzukriegen mit meinen Stoffvorräten, dass einem die Augen nicht explodieren, das war nicht leicht. Bilder kommen morgen, wenn es hell genug zum Fotografieren ist. Spoiler Alert: könnte sein, wir haben ein compliance gab), schreibe eine kleine Liste, was heute noch nicht eingepackt werden kann wegen Nutzung, morgen aber auf keinen Fall vergessen werden sollte und lasse mir eine Badewanne ein.
Dort lese ich endlich "Purity" aus und lösche nach der Leseprobe von "Lasse" diese vom Kindle, weil mich die Protagonistin nach den paar Seiten schon so nervt, dass ich schon weiss, dass mich das tragische Schicksal, das bis zu dem Punkt noch nicht mal richtig angefangen hat, vermutlich nur Augenrollen lassen würde. Der Hübsche ist IMMER NOCH NICHT vom Sport zurück (es ist zehn und vermutlich ist das normal für Donnerstag, aber ich finde, ich muss mir Trainingstermine, zu denen ich niemand bringen oder holen muss, die nicht mit meinen Terminen interferiern, nicht merken), also lackiere ich mir die Nägel frisch ("buy me a cameo"*) und lese dabei "Die Menschen, die es nicht verdienen"*.

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Mittwoch, November 04, 2015

Was Du nicht willst, das man Dir tut...

Was ich eines der spannendsten Learnings aus dem Workshop letzte Woche fand, war, dass der Satz „Behandle andere so, wie Du selber gern behandelt werden möchtest“ zwar für die Grundlagen der Höflichkeit und der sozialen Interaktion vielleicht gilt (wobei: nicht mal da.), aber sobald es um zB Kommunikation von Bedürfnissen im Arbeitsalltag geht, läuft man da normalerweise gegen die Wand oder ins Leere.
 
Mein Beispiel war: Kommunikation von Deadlines. Wenn ich von jemand etwas brauche, formuliere ich das normalerweise so „Liebe xy, ich bräuchte für die Zusammenstellung von KeineAhnungwas deinen Input zum Thema Egal. Es wäre toll, wenn Du mir bis Freitag ein Assessment dazu schicken könntest.“
 
Wenn ich so eine Mail o.ä. bekomme, kommuniziere ich erstens sofort, dass ich das natürlich gerne mache und mich spätestens am Mittwoch melden würde, falls ich sähe, dass das zeitlich eng wird, und allerspätestens Donnerstag abend ist das Assessment an Ort und Stelle.
 
Andere Leute (und von denen gibt es viele) reagieren überhaupt nicht auf die Mail, es kommt Mittwoch nichts, Donnerstag nichts, Freitag nichts (am Donnerstag abend habe ich angefangen, das Ganze selber zu machen), am Montag kommt dann vielleicht eine Rückfrage, ob das noch benötigt würde, im Prinzip könne man ja schon mal da drüber nachdenken. In der Zwischenzeit habe ich es natürlich erstens schon selber erledigt, zweitens bin ich innerlich siebzehnmal an die Decke gegangen, habe seit Donnerstag schwer mit mir gerungen, ob ich da mal nachfragen soll…. sehr unbefriedigend.
 
Wenn man sich aber meine Anfrage so anschaut und nicht weiss, wie ich so eine Anfrage verstehen würde und was ich dementsprechend damit meine, kann man theoretisch natürlich auch rauslesen: „Es wäre toll“ = „Wenn nicht, ist es auch nicht so schlimm“, „bis Freitag“ = „Mhmmm. Freitag. Da macht sie eh nichts mehr damit, reicht sicher auch Montag. Wenn überhaupt.“
 
Und ja, mir widerstrebt es innerlich, zu schreiben „Dein Input ist nötig für Irgendwas, bitte schick mir Dein Assessment bis spätestens Freitag 13:00h, weil sonst der Himmel einstürzen wird und ich Deinem Chef petzen werde, dass Du dran schuld bist“, weil ich da rauslesen würde „Die traut mir kein Stück, was denkt sie denn? Dass ich das gar nicht mache, dass ich nicht weiss, wie wichtig das ist? Warum muss sie grad die Peitsche rausholen? HAT SIE GESAGT, ICH WÄRE FAUL UND UNZUVERLÄSSIG?!“
Nun denn.
 
 
Leute, die mich besser kennen (und das ist echt nicht so schwer, das mich kennenlernen), verstehen mich aber auch ohne (echte) Worte. Ich sass heute konzentriert an einem Assessment (fällig morgen mittag ;-)), da streckte jemand den Kopf zur Tür rein und sagte „HalloFrauBrüllenwiegehtsallesklarhastDujetztmalgradzeit?“ Meine Antwort war ein langes „Äääääääääääääähhhmmm“, das mein Büronachbar trocken mit „Das heisst im Fall „Nein““ übersetzte ;-).

Dienstag, November 03, 2015

Geduldsspiel

Heute habe ich, als ich grad beim wilden Abarbeiten meiner To-Do-Liste zwischen zwei ähnlich dringenden grossen Brocken abwägen musste, kurzerhand ein diesen Monat fälliges Corporate Training zum Thema Record Management gemacht, um währenddessen mein Hirn im Hintergrund an der Entscheidung in Sachen Brocken arbeiten zu lassen.
Diesmal ist das Training eines mit Video- und Audioanteil, das ist (manchmal) ein Garant für sehr viel Unterhaltung (manchmal lesen aber auch Ingenieure mit stoischer Miene über Stunden Bedienungsanweisungen vor, da ist die Unterhaltung eher auf der Metaebene). Ich erinnere mich an ein Training, wo mit Liebe die Geschichte voller Missverständnisse zwischen Anna und Dave nachgespielt wurde, die … ich weiss es nicht mehr. Einen Deviation Report gemeinsam ausfüllen sollten? Spoiler: Anna hatte recht. Nun gut, diesmal war es nicht ganz sooooo spannend, die Telefonate zwischen Lily und Susan (und einem Mann, der krank wurde und zu Hause im Bett liegen musste, in gebügeltem weissen Hemd auf einem weissen Ledersofa und ohne Decke übrigens, und dessen Rolle ein wenig unklar war) hätten noch eine Menge Method Acting vertragen können, oder irgendeine andere Art Acting, aber so habe ich halt schnell das Transskript gelesen, das ging eh schneller.
Es ist ja nun so, dass so ein Training erst dann abgehakt ist, wenn die Erfolgskontrolle bestanden ist, und das kann manchmal (ich erinnere an die Ingenieure) schwieriger sein, als man so denkt.
Heute wäre der Test einfach gewesen, aber, aber…. entweder fehlt meinem Computer ein Flash-Player-Update oder es war echt schlecht programmiert (oder ich war zu doof dazu, aber das lassen wir mal aussen vor, immerhin habe ich den Test dreimal gemacht, bis ich nur noch eine Frage aus Gründen nicht beantworten konnte, für die ich nix konnte).
Es gibt da ja so eine Art Multiple Choice Fragen, wo es zB vier Fälle gibt und man hat vier Lösungen und jeder Fall hat ein Lösungskästchen, da zieht man das Anwortkästchen rein, am Schluss stimmts, fertig.
In diesem Fall musste man aber nicht ziehen, sondern erst das Antwortfeld durch Klick aktivieren, dann durch einen Klick auf die Antwort sie in dieses Kästchen stupsen. (Ok, das wäre in der Anleitung gestanden, ich habe es erst gelesen, als ich den Test zum ersten Mal versemmelt hatte).
Normalerweise sind die Antwortfelder auch direkt neben den Fragefeldern, so dass eine Zuordnung eindeutig ist. In diesem Fall waren die Felder vom Layout her verschoben, so dass man nur raten konnte, welches Feld jetzt zu welcher Frage gehört. Die Antworten rasteten dann auch nicht passgenau in das Feld ein, sondern man konnte das Feld drunter immer noch sehen. Wenn man dann aus Versehen (ich schwör!) ein zweites Mal das Antwortfeld aktivierte und eine andere Antwort answählte, sprang die zuerst gegebene Antwort nicht wieder in den Pool der noch zu verteilenden Lösungen zurück, sondern man klebte die neue Antwort sozusagen über die alte drüber und die war auf Nimmerwiedersehen verschwunden.
Nach drei Versuchen hatte ich das so im Griff, dass ich alle Zuordnungen auf Anhieb richtig hinbekam (also: nicht dass Sie denken, ich wäre irgendwie doof, gewusst hätte ich die Antworten schon auf Anhieb, aber das Geklicke war ungeplant kompliziert), nur eben eine Frage blieb übrig, die auf dem (nicht vergrösserbaren) Fenster drei verrutschte Felder für vier Antworten hatte. Das unterste hing wohl irgendwie unzugänglich unter dem Fensterrand und so wird das eins der wenigen Trainings sein, die ich mit weniger als 100% abgeschlossen habe. Seis drum.
Dafür hatte ich im Hinterkopf nicht nur die Priorisierung der zwei Brocken erledigt, sondern sogar die Präsentation für den einen schon fertig im Kopf.