240926
Der Arbeitstag war verrückt, zwei Sachen möchte ich teilen:
ich bin jetzt so gut im Kraulen (wahrscheinlich habe ich mir wieder irgendeinen Quatsch angewöhnt, aber ich fand mich heute richtig elegant: immer schön mit Schaufel eingetaucht, sehr kontrolliert, auch mit links Zug gespürt.), dass ich 6 Bahnen durchgehend gekrault bin und Muskelkater davon habe, so zwischen den Schulterblätern. Mal sehen, was nach 2 Wochen Pause noch da ist.
Und: ich habe heute ungefragt, ungebeten, unerwartet Schutz und Rückhalt von meinen KollegInnen und meinem Chef bekommen. In einem Meeting. Und das war so: Wie ein paarmal (lol) schon erwähnt, bin ich Lead für ein grosses Digitalprojekt, das eigentlich für ungeführ 150 Leute am 15. ausgerollt hätte werden sollen, jetzt wird es der 30. und der 6. 10., aber wir haben heute das erste Training dazu gehalten und davor noch eine Session mit ungefähr 30 Leuten, in denen es um v.a. den Output dieses Tools ging. Ich habe in dieser Session das Tool, die Änderungen im Prozess und so weiter vorgestellt und war schon bereit für viele Fragen, nicht alle angenehm, es sind nicht alle begeistert, das ist ja auch ok. Und dann kam der eine Kollege, den ich seit über 10 Jahren kenne, der immer alles in Frage stellt, eine "unpopular opinion" hat oder "opinion that you are ot allowed to have" oder "comment you do not want to hear". Er ist bisher immer als "nicht ganz einfach, aber er hat so viel fachlich drauf und ganz unrecht hat er nicht immer" geframed und niemand hat ihn je in die Schranken gewiesen. Ich habe (dachte ich) gelernt, damit zu leben, antworte so lang sachlich, wie ich es hinkriege, irgendwann tiltet es und ich schnappe zurück und dann ärgere ich mich, er lehnt sich zurück und grinst und nach dem Meeting sagt er dann "I hope you did not feel offended" und ich rolle die Augen und sage nichts. Also. Es ging wieder los, es wurde sehr schnell sehr ätzend ("top down, niemand hat uns --> mich gefragt (warum auch? es gab uservertreter), blablabla immer weiter und weiter), bis ich irgendwann auf die Frage "So you are saying, we now believe AI more than our brains?" gesagt habe: "If you really desperately want to frame it that way: yes, we do." (was Quatsch ist und der Kollege, der beim LLM Training dabei war, hat es dann sehr sachlich und fachlich gut erklärt) und ich habe mich geärgert, dass ich mich habe provozieren haben lassen.
Als wir mit der Intro dann durch waren, habe ich gesagt "So, before we move to the brainstorming session, are there any more questions that should be covered here and not in the training later on?" und er kam nochmal: "I actually have another comment, that you will not want to hear" und ich dachte, ich höre nicht recht, als meine Kollegin neben mir meinte: "Actually she asked for questions, not for comments.... ....... ...... just kidding, go ahead". Das nahm ihm erstmal dne Wind aus den Segeln, er haute den Kommentar dann aber trotzdem nochmal raus und dann passierte nochwas: mein Chef schaltete sich ein und .... stellte ihn sehr sachlich, aber unglaublich bestimmt vor der gesamten Truppe in die Socken. Später meinte ein anderer Kollege aus unserem Team, er hätte nochmal mit unserem Chef geredet, weil es einfach nicht geht, wie dieser eine Typ Meetings kapert und Leute einfach bullied (ich bin ja nicht die einzige "er ist halt so"). Und all das zeigte mir: der Fehler liegt nicht bei mir, dass ich irgendwann tilte und schnappe, sondern beim Bully. Und das ist nichts, was man aktzeptieren muss, geschweige denn als "unbequemes, aber so wertvolles out of the box-denken" hochjubeln muss. Meine Güte. Jetzt ärgere ich mich schon wieder über mich, dass ich da 10 Jahre drauf reingefallen bin und das mit mir habe machen lassen.
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| Heute übrigens nur ein Übungsei und fünf Fortgeschritteneneiner |


