Montag, September 26, 2022

260922 Manic Monday

 Dieser Montag schliesst leider nahtlos an die (nicht nur arbeitstechnisch) total mit irrem Zeug eskalierende letzte Woche an. Um mich (und Sie) nicht weiter zu frustrieren, versuche ich mich mal auf das Positive zu fokussieren:

Mein Knie hat mir die 3h bergauf bergab gut vertragen. Ich spüre es heute zwar, aber die Crosstrainerrunde war gut zu machen.

Die Pilze gestern abend (Goldröhrlinge, Rotfussröhrlinge mit Zwiebeln, Salz, Pfeffer angebraten und mit Petersilie und Orrichiette verspeist) sind mir sehr gut bekommen, genauso die heute mittag (Schwarzstieliger Schuppenporling oder schuppiger Stielporling?, Safranschirmlinge, der Täubling und ein paar Flaschenstäublinge) mit Mehl bestäubt und mit Salz, Pfeffer in Butter angebraten und mit Salat verspeist, sehr, sehr lecker!) Mir war ob der schieren Menge (ich habe die alle ganz allein gegessen bis auf je ein Probierstückchen für die Jungs) ein bisschen bedenklich, wie ich das wegstecke, aber: problemlos, gerne wieder!


L. hatte einen tollen ersten Projektwochentag, wir bekommen anscheinend einen Haufen neue Blumenvasen aus Ton.

Immerhin ein Arbeitsthema hat sich in Wohlgefallen aufgelöst, ein weiteres hat zumindest eine gute Aussicht darauf, kein Drama zu werden. Bei denen, die schon Dramen sind, naja, ich mache meinen Job, sogar recht gut, ich habe gelernt, dass Fragen stellen, auch wenn sie doof sind, immer gut ist, im blödsten Fall hat man eine doofe Frage gestellt, im besten Fall eine einfache Lösung gefunden, und eben unglaublich offen und transparent alles auf den Tisch legen. Was auch dazu gehört: Befindlichkeiten zu berücksichtigen, Leute abzuholen, zu "influencen" und meine Güte, wie mühsam ist das..... ich habe Spielchen und Getue so, so, so satt, irgendwann muss man halt einfach Fakten aktzeptieren und hinne machen. (Ah, sorry, zurück zum Positiven)

Immerhin haben wir gestern schon bemerkt, dass Jonnys Bisswunde zwar zugeheilt ist, aber immer noch geschwollen ist. Immerhin haben wir das heute, als er heimkam, nochmal überprüft und dann spontan 15 Minuten später einen freigewordenen Termin beim Tierarzt bekommen. Und immerhin ist es nicht wieder ein Abszess, sondern .... vielleicht eine Speicheldrüsenentzündung und immerhin bekam er eine Depotspritze Antibiotika. Und immerhin war das Fell eh noch nicht ganz nachgewachsen und so ist es nicht so schlimm, dass er wieder rasiert wurde. (der arme Kerl ist ganz durch den Wind, er wurde sediert und aus Gründen.... naja, nicht ganz gebadet, aber zu einem signifikanten Teil)

Ach, und immerhin kam eine Email von unserem Oberboss, die die zukünftige Zusammenarbeit (remote vs F2F) und Arbeitszeiten und Zeitzonen und so thematisiert, Zeit wird es, das ist im Moment ein bisschen verrückt (hatte noch keine Zeit, im Detail reinzuschauen, weil... naja, Zeug.)


Jetzt ist es halb neun, ich habe seit 15 Minuten Feierabend und werde jetzt das tun, was mein Garminarmband seit Stunden panisch von mir verlangt: "Einatmen, Ausatmen, Entspannen Sie sich!"


Sonntag, September 25, 2022

250922 zertifizierter Lärchenbegleiter

Heute war ich drei Stunden bergauf, bergab im Wald unterwegs und habe Pilze gesammelt. Respektive: die erste Stunde habe ich genau gar nix gefunden und war ein wenig frustriert, weil das Wetter halt perfekt ist und in jeder lokalen Tageszeitung steht, dass die Pilzkontrolleure Extraschichten schieben und Rekordmengen gesammelt werden.
Ich habe ... einen Baum mit Gedenkherzen etc. gefunden und hatte ganz viel Kopfkino, ich  habe einen Reh (?)-Kiefer gefunden, bin mehr als einen rutschigen Steilhang hinuntergeschlittert und hatte ein bisschen Sorge, was passieren würde, wenn ich mir jetzt das Knie verletzen würde. 
Und dann.... habe ich UNMENGEN Pilze gefunden. Ich habe alle vor dem Abschneiden mit einer Pilzapp gecheckt und viele stehenlassen und viele mitgenommen.
Ich hatte relativ wenig Sorge, an Giftpilzen zu sterben, weil Mittwoch und Sonntag der lokale Pilzkontrolleur Sprechstunde hat, hatte aber ordentlich Sorge, dass ich grosse Mengen ungeniessbares Zeug eingesammelt hätte und dann eine Belehrung bekommen würde, dass man nur das nehmen sollte, von dem man sich sicher ist, dass es gut ist und nicht wahllos Zeug abrupfen.
Aber: die Sorge war unbegründet. Ich bin mit meinem grossen Korb im Untergeschoss der Dorfturnhalle aufgelaufen, dort wurden meine liebevoll und vorsichtig auf ein Geschirrtuchs sortierten Pilze auf ein Tablett gekippt und im Affenzahn von einem ungefähr 140 Jahre alten Hutzelmann sortiert. Bis auf ein paar Spitzschuppige Stachelschirmlinge und Schnecklinge durfte ich alles behalten, die Goldröhrlinge wurden beifällig benickt ("die haben Sie bei Lärchen gefunden? Wo denn?") und ich habe mich als totaler Pilzdepp geoutet, weil ich offenherzig erzählt habe, wo genau, was man natürlich nicht macht. Naja.
Lustigster Moment: ein Pilz, den ich schon abgeschnitten auf dem Boden fand und von dem meine Pilz-App "irgendwas Täubling" sagte. Ich hatte im Wald Täublinge gegoogelt und die "Täublingsregel" gefunden, nach der wohlschmeckende Speisetäublinge und ungeniessbare Täublinge dadurch unterschieden werden können, dass man ein Stückchen rohen Pilz probiert und entweder schmeckt er neutral oder furchtbar bitter oder scharf. Im ersten Fall: super, im zweiten Fall: nicht nehmen. Wichtig aber: man muss sich ungefähr 10000000Millionen Prozent sicher sein, dass es überhaupt ein Täubling ist, weil es genug Pilze gibt, die roh nicht nur scheusslich schmecken, sondern tödlich sind. Und so habe ich natürlich mitten im Wald NICHT von einem random Pilz, der vielleicht ein Täubling ist, abgebissen. Der Pilzhutzelmann schaut ihn an, meint "aha, mhm", beisst ab, kaut, spuckt diskret aus, und legt den angebissenen Pilz zurück in meinen Korb. ("Wissen Sie, bei den Täublingen gibt es insgesamt 10 Kriterien, die alle passen müssen, aber am einfachsten probiert man einfach." Naja, lieber du als ich, nech?)
Und so habe ich heute statt Tacos wie der Rest der Familie Oricchiette mit UNMENGEN Waldpilzen (Rotfussröhrlinge, Goldröhrlinge, der angebissene Täubling) gegessen und morgen mittag gibt es Salat mit gebratenen Safranschirmlingen, Flaschenstäublingen und einem schuppigen Stielporling.
Doch, das war schön.

Kartoffelbovist: "schlagartiger Blutdruckabfall", "Rauschartige Zustände"


Hier wüsste ich gern die Geschichte dahinter.

Mitten im echt unzugänglichen Wald finden sich auf einmal entweder Holzskulpturen oder Bänke. Ich weiss nicht, ob das der Förster oder die Pfadis sind

Latschi, latschi, ganz allein, die Handyortung sah mich in Deutschland
Olivbrauner Safranschirmling

Rotfussröhrling
"Tintenfischpilz", der sah ohne Witz aus, als ob ein Oktopus sich freigraben würde
Noch ein Safranschirmling

Ausbeute, bevor ich an den Rand des Lärchenwalds kam

Nach dem Lärchenwald: jede Menge Goldröhrlinge




Samstag, September 24, 2022

240922 Rainy day

 Heute sind beide Kinder mit den Pfadis unterwegs, Q. für zwei Tage auf Technikweekend (wie krass, dass er da jetzt plant und organisiert und den Kindern "Pioniertechniken" beibringt, die er gefühlt selber erst gestern gelernt hat), L. den ganzen Tag mit allen anderen Pios aus dem Kanton (auch hier hat der Übertritt von den Pfadis zu den Pios einen ähnlichen Motivationsschub verursacht wie seinerzeit bei Q).

Vermutlich deshalb regnet es den ganzen Tag, nur so ist es richtig schön, im Wald Seilbrücken zu bauen und in selbergebauten Berlinern zu schlafen (Ich glaube, sie weichen aufs Pfadihaus aus).

Der Hübsche und ich haben einen sehr ruhigen Tag eingelegt (ok, letzten Endes hatte ich doch über 17000 Schritte auf dem Zähler und mich dann doch gegen eine Runde auf dem Crosstrainer entschieden). Nach Frühstück, Q. wegschicken, Bett frisch beziehen, fehlendes im Supermarkt einkaufen incl Leergut wegbringen (livin the life, baby!), L. wegschicken, sind wir nach ewigen Zeiten mal wieder ins Nachbarstädtchen bummeln gefahren. Einfach so, offline schauen und vielleicht was einkaufen. Ich habe Herbstklamotten anprobiert (es könnte sein, dass mir neben dunkelblau auch andere Farben gefallen, ein bisschen auf jeden Fall, ich habe einiges in verschiedenen Salbeitönen probiert. Naja, aber was soll ich sagen: auch wenn es cool aussieht, ich kann nix halsberührendes tragen, egal wie hübsch es ist. Und nein, ein quadratisch gedoppelter Lappen sieht nicht wirklich gut aus. Aber: ich habe jetzt einen weichen, dünnen, warmen Ponchoschal fürs Homeoffice oder Officeoffice, mal sehen (der Hübsche denkt, wenn ich noch ein bisschen Panflöte übe, könnte ich damit in der Fussgängerzone auftreten).

Wir haben Parfum geschnuppert (der Hübsche war "leer gelaufen", L. hätte auch gern ein neues und wie so eine Helkikoptermum habe ich ihm verschiedene, die ich gut finde, auf Teststreifen mitgebracht.), ich habe Wimperntusche eingekauft, bei einer Freundin Marmelade aus dem Internet abgeholt, L.s Lieblingsjoghurt besorgt, naja, zack, Nachmittag rum.

Daheim warteten beide Katzen wegen strömenden Regens gemütlich unter unserem Vordach auf der Bank, anscheinend war es zu ätzend, durch den Regen noch ein paar Meter extra ums Haus rum zur Katzentür zu laufen.

Jetzt warten wir auf L. zum Abendessen, der Hefeteig für den Sonntagszopf geht, das Rezept für den Eierlikörkuchen, auf den ich auf einmal Jieper hatte, für morgen ist rausgesucht, und morgen gehe ich dann in den Wald, Pilze finden. Da freue ich mich richtig drauf, keine Ahnung, ob wer mitkommen mag, aber ich geh auf jeden Fall.

Sonst so: Der Arbeitsstress schlägt sich mal wieder beeindruckend auf "Bodybatterie" (solide 5, den ganzen Tag, Schlafen hilft nicht) und Stresslevel (die ganze Wochen zwischen 40 und 50) nieder, ich bin so froh, dass ich uns Island gebucht habe, sonst würde ich vermutlich die Herbstferien durcharbeiten und sicher nicht bis Weihnachten durchhalten. Puh, puh, puh.

Gegessen:

Silsergipfeli, Milchkaffee

Nussbrötli mit Hummus und Kohlrabisprossen

Pasta mit Erbsen-Gorgonzolasosse (da habe ich seit WOCHEN Lust drauf)


Gelesen:

Endlich "Das tiefschwarze Herz" aus. Meine Güte, diesem Buch hätte ein Lektorat, das es um mindestens 50% kürzt, gut getan, echt jetzt. 1360 Seiten, die leider nur ungefähr so spannend sind, wie wenn ich "nur mal kurz" jemandem, der kein Herz für "the beauty of transport safety" oder "implications of MRAs with third countries for release to EU" oder was anderes, was ich in meinem Job spannend finde (oder auch, um bei der Thematik des Buches zu bleiben: den Hintrgrund irgendeines Twitterbeefs), erzähle. Aber: jetzt bin ich da wieder auf dem neuesten Stand der Reihe. (Ich kreide niemandem an, wenn man sich dieses Buch nicht antun möchte, aber dann drüber herzuziehen und zu behaupten, dass JK Rowling darin transphob und ableistisch hetzen würde, ist halt ein bisschen albern, weil .... das in dem Buch überhaupt kein Thema ist, so gern das gewisse Aktivistys gerne hätten.)

Jetzt: "Die Vergessene". Bisschen lustig: ich habe beim Crosstrainerstrampeln gerade mit "Ein Teil von ihr" auf Netflix angefangen, das anscheinend die Verfilmung des Vorgängerbandes ist. Den ich laut Amazon 2018 gekauft und gelesen habe und naja, mich nicht wirklich daran erinnere.


Gesehen: "Mayans" mit dem Hübschen. Nach all dieser unerträglich guten Laune, alle haben sich lieb und wenn man nur unglaublich verständnisvoll und lieb und achtsam ist, werden auch die grössten Arschkrampen zu netten Menschen von "Ted Lasso" brauche ich dringend etwas rustikaleres.




Freitag, September 23, 2022

230922 What a week

 So. Ich war gestern abend, als ich um 20:18h ein ... naja, mittleres Krisenmeeting mit dem unverhandelbaren Auftrag "Pls clarify this point before you close for the day and get some rest" verliess, tatsächlich an einem Punkt, wo ich mir dachte: "Wäre es vielleicht nicht besser, wenn ich einen Job hätte, wo nicht jedesmal als Konsequenz Menschenleben auf dem Spiel stehen?" (Ich weiss, es ist ein bisschen übertrieben, wenn genau ich als Person jetzt sagen würde oder müsste "ich kann wirklich nicht" oder vom Bus überfahren würde, würden nicht direkt Menschen sterben, aber...). Das fand ich ziemlich beängstigend, weil ich tatsächlich sehr viel ....Befriedigung ist das falsche Wort eben daraus ziehe, dass meine Arbeit nicht "nur" (sehr viel) Geld beeinflusst, sondern dafür sorgt, dass Patienten die oft lebenswichtige Versorgung bekommen, die sie brauchen. Gestern abend wäre ich froh gewesen, wenn meine Arbeit egaler wäre.

Heute ging dann munter so weiter, aber: im Laufe des Nachmittags habe ich (mit Hilfe einer Kollegin, die sich in der Thematik viel besser auskennt als ich, die bis gestern GAR nichts dazu wusste ausser echte basics) ein Rätsel gelöst, das anscheinend seit 12 Jahren keiner gelöst hat. Unser Ansatz gestern war eine Maximallösung mit extrem viel Aufwand, heute sieht es eher nach "Upsi, da hat jemand vor 12 Jahren nicht genau gelesen" aus und holla, wie cool wäre das?

Damit Sie ein bisschen ein Gefühl für bekommen, was ich eigentlich mache (und ich gebe zu, der unmittelbare Zusammenhang zu "MENSCHENLEBEN!!" ist nicht bei allen Themen unmittelbar ersichtlich, aber ich könnte es erklären, ich schwöre!!!!), hier ein paar Highlights der Woche:
"Brauchen wir wirklich jedes Jahr eine Follow-up-Stability Studie von einer registrierten Stability Testing site?" (Ja)

"Können wir im selben Land für dasselbe Medikament zwei offensichtlich verschiedene Schachteln verwenden?" (nein)

"Wir können nur Schachteln mit einer Einstecklaschenlänge von 11mm nutzen, das ist nicht 100% kompatibel mit dem neuen Ansatz, ist das schlimm?" (kommt drauf an)

"Können wir nicht einfach nochmal testen und schauen, ob dann alles passt?" (nein)

"Wie schlimm wäre es, wenn wir dieses Produkt nicht mehr liefern könnten?" (sehr)

Mein Liebling sind die Einstecklaschen, weil sie ein schönes Beispiel dafür sind, wie letztendlich grosse, übergreifende neue Regularien, die absolut Sinn machen, bei der konkreten Umsetzung aus lauter kleinen, im Einzelnen absolut nachvollziehbaren und logischen Gründen an einem total banalen, skurrilen Grund auf ein auf den ersten, zweiten und dritten Blick total unrelated Problem stossen, zB die EU Regulation 2016/161 zu "human readable data" auf die technisch machbare Länge der Einstecklaschen, die auf Englisch "tuck-in flaps" heissen, das lernt man ja so in der Schule auch eher nicht. Fachsprache ist eh so ein Ding, ich kann mittlerweile viel mehr auf Englisch erklären als auf Deutsch, so zB auch den Ausdruck "PIBA", was ein "Press in bottle adapter" ist, oder auf deutsch, wie ich es dem deutschen Kollegen von Medical Affairs gestern erklärt habe: "Das Nupsi-Dingsi, das man auf einen Flaschenhals für Kindersirup drückt, damit man den Oral Dispenser dicht ansetzen kann mit der Flasche auf dem Kopf"


Nun ja. Jetzt Wochenende, noch eine Schulwoche, aber eine entspannte, dann noch eine halbe Arbeitswoche und dann reisen wir Richtung Polarkreis und ich sehne mich so sehr danach, dass es mir ein bisschen Angst macht.

Donnerstag, September 22, 2022

220922 Lost

 Meine Güte, wie aus Zeit und Raum kann man sich gefallen fühlen? Ich bin so ein Gewohnheitstier, mir fehlt die Alltagsstruktur (an welchen Tagen mache ich morgens Sport? Wann gehe ich ins Büro? Wann ist der Hübsche abends beim Sport?) total und ich muss ernsthaft überlegen, welcher Wochentag, welcher Monat, vor / nach welchem Geburtstag, was ist für eine Jahreszeit, was kommt, was fehlt noch?

Also: Donnerstag, heute nochmal daheim, weil ich zwar negativ teste seit WE, aber eben noch total verrotzt bin und rumhuste undnicht möchte, dass sich irgendwer in meiner Gegenwart unwohl fühlt. Ausserdem habe ich so viel zu tun und so lange Arbeitstage, dass ich froh um nicht verlorene Pendelzeit bin. Dafür habe ich heute mal wieder mit Sport gestartet (Bauchmuskeltraining, Liegestützen, vor Corona war ich bei 20 am Stück und zwar NICHT auf den Knien, dann Crosstrainergestrampel). Lief nicht ganz so gut wie gedacht, trotz niedriger Intensität habe ich mir die ersten 10 Minuten die Lunge aus dem Leib gehustet. Könnte sein, dass frische Luft zwar toll, aber kalte Luft beim Strampeln in der Früh noch suboptimal ist.

Dann echt, echt arbeitsamer Vormittag. Ich war bereit, mich vor meinem Chef im F2F zu verteidigen, warum ich IMMER NOCH NICHT wieder im Büro bin (er hätt gern mehr seiner Schäfchen öfter vor Ort), aber: stattdessen sass er selber bei sich im Keller daheim.

Mittagessen gab es für unsere Verhältnisse recht spät, weil Q. dazustiess und das halt erst um viertel nach eins (um halb zwei musste ich zum nächsten Meeting).

Nachmittag: Mischung aus Abarbeiten geplanter Themen, mich reinfuchsen in neue Themen und ultradringender Einwürfe von der Seitenlinie ("Unangekündigte HA-Inspection JETZT, wir bräuchten in den nächsten 2h bitte eine Justification für Tatsache xyz") respektive der anderen Seite der Erde.

Weil es auf der nochmal anderen Seite der Erde auch ein bisschen brennt, wird das heute ein langer Arbeitstag. Mhm.

(Wenn ich mich selber beobachte, merke ich, dass ich es zwar immer öfter schaffe, Sachen, die suboptimal laufen oder von wem auch immer versemmelt wurden und nun von mir korrigiert werden müssen, nicht als Angriff oder Störung oder Versagen zu sehen, sondern halt das Aufräumen als meinen Job --> gestern habe ich gemerkt, dass ich mich für einen Fehler, der 2010 gemacht wurde, verantwortlich und schuldig fühlte, obwohl ich 2010 noch nicht mal in der Firma war, geschweige denn in der Rolle / Position, in der ich jetzt bin....<-- und auch als Chance, schnell etwas neues zu lernen (von dem ich manchmal gar nicht wusste, dass ich es nicht weiss, oder was mich halt bisher nicht so sehr interessiert hat, aber jetzt interessieren muss). Was mich aber echt unglaublich stresst, ist: wenn dann andere nicht mitaufräumen, sondern total nutzlos und kontraproduktiv (und letztendlich chancenlos, weil ... naja, Compliance und Supply sind unverhandelbar) rumzetern und, wie man hier so schön sagt, blöd tun. Immerhin habe ich keine Angst mehr vor der Aussage "Dafür bräuchten wir aber upper management approval, deshalb geht das nicht", weil: natürlich geht das, ich sag nur "servant leadership", nech?)

Alle anderen haben auch lange Tage (L. Schule und Theater bis viertel vor sechs, der Hübsche Sport, Q. Vortrag vorbereiten und dann Hock und Material fürs PFaditechnik-WE vorbereiten), wird also ein Abend, am dem wir alle aneinander vorbei wurschteln. Schade irgendwie, ich habe mich in den letzten Wochen dran gewöhnt, dass wir alle sehr viel Zeit füreinander haben, weil wir ja sonst nix machen können.) 

Mittwoch, September 21, 2022

210922 Winter is coming

 So, kaum bloggt man mal zwei Tag nicht tagesaktuell respektive alles, was passiert ist, sammelt sich einiges:

1. Mein Bein ist offiziell wieder angewachsen. Abschlussuntersuchung ergab: alles gut, der "Schmerzpunkt", den ich bei einem bestimmten Abwinkeln drücken kann, ist ... naja, nicht so gut, aber auch nicht furchtbar schlimm. Es sollte noch besser werden, nachdem alles an Sport geht, wird auch Skifahren gehen, und vielleicht kann ich irgendwann wieder unterschlagen drauf sitzen. (dass das noch nicht geht, nervt mich mehr als man glauben möchte). Der Schmerzpunkt ist tatsächlich zu einer Nachdenkehilfe für mich geworden, wenn ich mich konzentriere, drücke ich da unbewusst drauf rum. Was sagt mir das? Ausser "Dann ist es wohl nicht so schlimm", komme ich auf nix.

2. Unsere ersten Crowdfarming Mangos sind da. Offensichtlich werden keine Versandbestätigungen mehr verschickt UND DHL denkt, es wäre egal, dass ich "vor der Haustür" angegeben habe, nicht "bei den Briefkästen am Ende der Strasse". Immerhin hat mir keiner meine Mangos geklaut. Die ersten drei sind schon verdrückt.

3. Ich habe einen neuen Haarschnitt. Jetzt nicht ultradramatisch neu, aber schon anders als "So wie immer". Ich habe auf Insta diesen etwas skurrilen Account entdeckt. Skurril deshalb, weil gute Frau zwei Themen hat: ihre Frisur (sie schneidet und färbt das alles selber, sehr beeindruckend, und dann wird gestyled auf Teufel komm raus (pun intended, beim Weiterlesen dann), jede kleine gewzirbelte und festgesteckte Strähne und jede Durchwuschelfrisur ist komplizierter als man glauben möchte, aber: es sieht super aus!) und Jesus. (da, der pun!) In ihren Highlighlights steht "Jesus" an erster Stelle, gefolgt von "Hairbands" und "Accessories", wenn man Stories schaut, weiss man nicht, ob es heute um neue Strasshaarklammern oder "Not today, Satan"-T-Shirts gehen wird. Es ist vermutlich bezeichnend für mich, dass ich die ganze Jesus- und Bibelsache als ironisch und Witz aufgefasst habe (ich meine, das letzte Jesus-Tik-TokVideo ging über "republican Jesus") und relativ lang brauchte, um zu verstehen, dass das wirklich alles ernst gemeint ist. Ist ja letztendlich auch wurscht, ich habe dieses Video heute meiner Friseurin gezeigt, hatte auch seit 10000 Jahren keinen frisch gefärbten Ansatz beim Haareschneiden und so schaue ich jetzt doch anders aus als auch schon. Und es gefällt mir ziemlich gut! 


4. Wir hatten einen Nachfahren von Oskar, der Maus im Haus, aber die war nicht so gut getrainiert und der Hübsche recht schnell und so hat er sie mit der Hand gefangen und vor die Tür gesetzt. Sansa ist sehr enttäuscht, dass der Hübsche so doof mit Mäusen spielt.

5. Die erste Rundmail "Energieversorgungslage und Auswirkungen auf den Standort" wurde bei der Arbeit verschickt. Tenor: die Produktion und Versorgung von Patienten muss zu jeder Zeit sichergestellt sein. Sonst: wird frisch, nech?

6. L. wird unser Dessertbeauftragter. Anscheinend schnappt er sich im WAH-Unterricht immer das NAchtischrezept und dann ist das so gut, dass es für die Familie nachgekocht werden muss. Am WOchenende gibt es also Zwetschgenmousse mit Vanilleeis.

Dienstag, September 20, 2022

200922 Ready, steady, go

 Ein Thema, über das ich mir schon länger Gedanken mache, und das gerade wieder einmal hochgeholt wurde, weil der nächste Blog-Account auf Insta jetzt so ein Modell ankündigt: Monetarisierung von Inhalten

Ich wälze dieses Thema in meinem Kopf schon so lange her, wie es Blogger gibt, die mit ihren Blogs Geld machen. 

Es fing mit Werbung an, dafür habe ich für mich nach einigen im Nachhinein Fehlern festgestellt: ich möchte das für mich auf gar keinen Fall, die "Bezahlung" ist für mich den Ausverkauf "meines" Blogs  nicht wert. Bei anderen Bloggern ist es mir egal, ich lese halt keine Posts mit Werbung, egal, wie sehr ich das Blog an sich schätze. Wenn ich genauer nachdenke, lese ich kaum noch Blogs, die überhaupt Werbung machen.

Es ging weiter mit (für mich) sehr skurrilen Auswüchsen wie Finanzierung von persönlichen Weiterbildungen und/oder Umorientierung via Spendensammlung unter Bloglesern. Das fand/finde ich persönlich sehr irritierend, warum sollte irgendjemand, der warum auch immer das liest, was ich schreibe, Literatur und Ausstattung für etwas bezahlen, was ich für mich beschlossen habe, ich in meiner Zukunft machen möchte? Ohne dass diese Leser davon in irgendeiner Weise "profitieren", ausser einem guten Gefühl, weil man jemand geholfen hat, von dem man das Gefühl hat, dass man ihn kennt, obwohl das für 99% der Leser/Blogs eine Illusion ist? (Unnötig zu sagen, dass diese gross angekündigte berufliche Umorientierung natürlich binnen kurzem im Sande verlaufen ist, warum auch nicht, hat ja nichts gekostet, ne?)

Für mich fühlt sich die aktuell recht weit verbreitete "Kaffeekasse" oder der Verweis auf Wunschlisten auch sehr seltsam an. 

Wieder: für mich selber ist das überhaupt gar keine Option, ich blogge für mich. Wenn es jemand anderen auch interessiert oder unterhält: schön, herzlich willkommen. Mit jeder Art finanzieller Transaktion würde ich mich aber verpflichtet fühlen, irgendwelche Erwartungen oder Ansprüche zu erfüllen, und das möchte ich auf gar keinen Fall. Wenn ich keine Lust mehr habe zu bloggen oder keine Zeit oder was auch immer, höre ich einfach auf. Ich bin niemandem verpflichtet (ausser meiner eigenen Sturheit).

Bei anderen Menschen .... hat dieser stehende Verweis tatsächlich ein gewisses Gschmäckle, es lässt mich mit einem grundschlechten Gewissen nach jedem Blogartikel zurück, weil es für mich nach einer Erwartungshaltung klingt. "Du hast das hier gelesen, hier, bitte, Kaffeekasse." Und wenn ich dann NICHTs in die Kaffeekasse tue, komme ich mir vor wie ein Schmarotzer, auf der anderen Seite denke ich mir: Warum sollte ich jetzt dafür, dass ich den Tagesablauf von irgendjemandem lese, der das ohne Not ins Internet stellt, was bezahlen? Wenn mir Freunde oder Bekannte was erzählen, bezahle ich sie auch nicht. (Seht ihr, ich sehe Euch alle als Freunde und Bekannte!)

Und wenn ich ein unterhaltames Gespräch irgendwo zufällig mithöre, zahle ich doch auch nicht dafür? (Und ja, ich sehe die gewisse Diskrepanz schon, dass ich für Bücher, Zeitungen, Comedy, Kino, Musik, Unterhaltung durchaus bezahle, aber da ist für mich die Intention und auch die Leistung und der Qualitätsanspruch ein anderer, als wenn.... Blogger XY sich was von der Seele schreibt.)

Anyway: das sind meine Gedanken dazu, Sie müssen sich deshalb keine Gedanken machen und schon gar nichts ändern. Das bin nur ich.

Was mich persönlich aber noch mehr irritiert: der Trend, einen Teil des Contents als zu bezahlenden Content bei Steady (oder wo auch immer) anzubieten. Es wird zum Grossteil damit begründet, entweder sonst spontan stattfindende anlassgebundene Spendenaktionen zu ... bündeln und Geben und Nehmen ein bisschen zu bündeln. Auf der anderen Seite wird "sehr privater" Content damit auf einen bestimmten Personenkreis beschränkt.

Damit habe ich tatsächlich am meisten Mühe, einerseits weil für mich der Gedanke an Monetarisierung meines Blogs total fremd und unvorstellbar ist (es hat ein bisschen was davon, mir meine Freizeit ud Hobbies bezahlen zu lassen, das käme mir sehr ... schäbig vor), andererseits weil mir gerade bei dem "sehr privaten" Content gegen Geld sich alle Fussnägel aufrollen. Das wirkt für mich so voyeuristisch / wie Clickbait, ich würde mir unglaublich schäbig vorkommen, für solche sehr privaten Einblicke Geld zu bezahlen oder auch Einblicke in mein Privatleben. die mir zu privat für ALLE Leser sind, mit einer nicht auf Vertrauensbasis ausgewählten Gruppe zu teilen, sondern mit jedem, der bereit ist, dafür zu zahlen.

Tja. So ist das. Und ja, mir ist schon klar, dass das ganz viele Leute anders sehen, ist ja ihr gutes Recht, ich sehe es halt so.

Das hat übrigens nix mit Neid zu tun, ich neide niemandem das Geld, das durch dieses für mich so unvorstellbare Geschäftsmodell zusammenkommt, ich würde das für kein Geld der Welt machen wollen :-).

Und deshalb wird es hier eher ganz aufhören, als das es eine Kaffeekasse oder einen Wishlistlink geben wird oder man sich zusätzliche Features hinter einer Paywall freischalten kann. (Nicht, dass ich so unglaublic juicy Sachen zu teilen hätte, die irgendjemandem Geld wert wären :-))