180826
Heute morgen beim Radeln war mir dann doch fast (fast) ein wenig fröstelig. Auf den letzten paar Metern hatte ich den Hauch eines Anflugs einer Gänsehaut an den Armen. Nicht genug, um warm zu duschen!
Schwimmen: war super, heute war ja auch morgens wieder Fortgeschrittenenkraulkurs, dh ich hatte ein bisschen den inneren Zeitdruck, vorher fertig zu sein, weil sich danach alles auf den zwei übrigen Bahnen chnübelt. Es kommen immer mehr Schwimmer aus den Ferien zurück, auch der Delfinschwimmer, der es schafft, mit seinem Schwimmstil das ganze Becken so in Wellen zu versetzen und zu spritzen, dass es echt tricky wird, kein Wasser zu schlucken.
Nachdem ich gestern abend so nass geworden war und heute nur 30Grad warm werden sollte, habe ich mich spontan gestern für ein langärmliges (dünnes, und die Ärmel können aufgekrempelt werden) Kleid entschieden und das direkt beim Anziehen bereut. Es war sehr schwierig, in das Kleid zu kommen, der flimsige Stoff klebte überall an meinem frisch geduschten, eingecremten, dampfigen Körper. Hätte geholfen, den Reissverschluss ganz aufzumachen, aber das habe ich (kurz) vor der Panikattacke gemerkt, und nochmal von vorne angefangen. Beim Reissverschlusshochziehen musste mir dann trotz voll wiederhergestellter Schulterbeweglichkeit eine Kollegin helfen, ich hoffe, ich komme beim Kraulkurs heute dann wieder raus.
Arbeitstag dann mit sehr, sehr, sehr viel WTF, ich verzweifle echt nicht an den Projekten, die technisch superschwierig sind, sondern an denen, in denen Leute "arbeiten" oder wir auf Funktionen angewiesen sind, die einfach blocken oder Leute runtermachen oder halt einfach ... nichts machen. MEINE GÜTE!!!!
Dann: grosse Aufregung, weil erster Kraulkurstermin. Wir halten nochmal fest: Ich will kraulen lernen, meine grossen Bedenken (und warum ich nicht einfach kraule): ich weiss nicht, wie atmen, ohne Wasser einzuatmen. Abgesehen davon, dass ich halt technikmässig nix weiss ausser den Beinschlag und dass man halt mit den Armen abwechselnd von oben nach unten durchs Wasser paddelt. Technikmässig wäre ich jetzt nicht so voller Bedenken, ich habe mir mit der theoretischen Vorbildung eines einzigen Schwimmkurses im Kindergartenalter, in dem ich vor allem durch Reifen tauchen gelernt habe, einen Brustschwimmstil angeeignet, der mich 4x die Woche glücklich meinen Kilometer schwimmen lässt.
In der Umkleide dann schlimme Bedenken, weil die anderen Frauen, die da waren, ihre Beweggründe für den Kurs schilderten: "Ich bin ja eher so eine Allrounderin und habe mich jetzt für ienen Triathlon angemeldet, dafür muss ich aber noch ein bisschen schneller im Schwimmen werden", beifälliges Nicken.
Beim Abfragen der Trainerin, wer denn schon wie gut kraulen kann, haben die anwesenden Männer alle gesagt "Schon ganz ok, aber es ginge besser", die Frauen haben ihr Triathlonsprüchlein gesagt und ich "ich kanns gar nicht und weiss nicht, wie ich es machen soll, ohne Wasser einzuatmen oder zu schlucken und in jedem Fall zu ertrinken".
Tja.
Beruhigende Erkenntnis: von den TeilnehmerInnen kann keineR auch nur irgendetwas, was mit Kraulen zu tun hat. Alle haben gehustet und gespuckt und geprustet und gespritzt. Mein unerwarteter Vorteil gegenüber tatsächlich fast allen TeilnehmerInnen: ich habe Kondition, Armkraft und Körperspannung. Ich fand genau einen Aspekt anstrengend, nämlich den Daumen an die Hand drücken und keine Tanz- oder Turnhand zu machen, sondern ein angespanntes Schäufelchen. Alles andere, Beinschlag, die drei Stufen des Armschlags, die Körperspannung, war nullkommanull anstrengend. Ich fand auch das Wasser nicht kalt. Hat es sich also doch ausgezahlt, seit einem Jahr 4x die Woche in genau dem Becken 40 Bahnen zu schwimmen (und schon immer Sporarten zu machen, bei denen man Körperspannung braucht)
Was halt schon sehr anstrengend war, war alles andere. Nämlich: den Armschlag hinbekommen (vier Phasen, mir fehlt der Link zwischen zwei und drei) und dann halt das vermaledeite Atmen. Ziel ist: jeden dritten Armschlag zu atmen und zwar so, dass man sich zur Seite dreht, wie wenn man sich auf den Rücken drehen würde und nach seitlich hinten einatment. Ich drehe mich definitiv zu wenig weit und schaue auch vielleich zu wenig nach hinten, ich schöpfe immer mit einem Mundwinkel Wasser, das ich entweder schlucke oder einatme. Naja.
Werde ich also in Zukunft zu meinen gemütlichen Brustschwimmrunden noch einige Bahnen Kraulübungen machen mit und ohne Poolboy. (Wäre schon schön gewesen, wenn mir das nicht so schwer fallen würde... naja.)
Ich hoffe mal, es wird bald besser.
Dann: heimradeln, spät im Dunkel auf der Terrasse mit den Jungs Ravioli mit Salbeibutter essen, eine Folge Silo schauen und lang genug wach bleiben, dass all das geschluckte Wasser wieder rauskommt.
Ein Jahr ist es übrigens her, dass wir L. nach Japan geschickt haben. Kommt mir, wie alles aus dem Sommer 2025 (was sagt es uns, dass ich gerade 2019 geschrieben habe?), schon soooooo viel länger her vor.
Wie gut, dass das alles so gut rauskam, er wieder da ist und der nächste Abflug in den Fernen Osten hoffentlich ohne Tränen ablaufen wird!










