Mittwoch, Mai 29, 2024

290524

Kein Poststart ohne Katzenstory: gestern abend, 20 Minuten nachdem Jonny das Haus verlassen hatte und 3 Minuten, bevor ich schlafen gehen wollte, zeigte mir der Hübsche auf Facebook einen Post in der Ortsgruppe (lol, heisst das so?), wo jemand aus unserem Weg ein Bild einer schwarzen Katze gepostet hatte mit "Vermisst die wer, ist mir nachgelaufen, miaut, hat vllt Angst?" und bei mir ging das Kopfkino los: was, wenn da Jonny einfach nur "hallo" sagen wollte und jetzt jemand (es sind aktuell mindestens zwei schwarze Katzen bei uns in der nähere Umgebung vermisst) kommt und ihn entweder einfängt oder beim Versuch verschreckt und dann läuft er weg oder jemand nimmt ihn mit, merkt, dass es nicht die vermisste ist und lässt ihn woanders wieder frei? und andere mittelrationale Gedanken. Der Hübsche war not amused, ich zwang mich zur Vernunft und bin NICHT im Pyjama rausgegangen, gucken oder helfen.

Heute morgen (Jonny war heimgekommen, wieder gegangen, wieder gekommen und definitiv nicht verschreckt oder eingefangen worden) entwickelte sich das dann noch unnötig aufregend für alle involvierten: eine der Vermissenden hat die Katze gestern abgeholt, war sich sicher, das wäre ihre, yay! Bei Tageslicht betrachtet heute morgen war sie es dann aus verschiedenen Gründen doch nicht (unter anderem: viel zutraulicher und aufgeschlossener als die eigene, also: es scheint ihr zumindest nicht schlecht zu gehen) und jetzt ist die Frage natürlich: wem gehört die Katze und war sie jemals vermisst? Die zweite vermisste Katze ist es nämlich nicht, die ist ein Kater. Nun wird vermutet, dass ein anhänglicher Freigänger fälschlich für verloren gehalten wurde und wird nun zum Tierarzt zum Chiplauslesen gebracht. Ist ja gut und schön, aber es trägt niht dazu bei, dass ich entspannter werde, weil des Hübschen Mantra: "Niemand nimmt eine Katze mit, die ihm nicht gehört" ja leider .... nicht ganz zutrifft.

Also. 

Neben all der Katzenaufregung startete ich recht aufgeregt in den Tag, weil mein Handy mir mitteilte, dass Q. heute einen Ausflug machen würde mit der Schule (Basel ist ein Dorf und so geht der zu einem grossen Standort meines Arbeitgebers, andere Division als meine, den Trip haben sie gewonnen beim "Science on the move" Wettbewerb; ich konnte Q. ein bisschen beeindrucken, als ich am Wochenende schon in meiner Site-App checken konnte, was es dort heute zu essen geben würde) und ich keinen Plan hatte, wann er wo sein müsste und noch wichtiger: ob er sich dessen bewusst war. Aber: stellte sich raus: das Kind ist ja gross und organisiert und deshalb alles unter Kontrolle.

Grosse Aufregung auch in einer der letzten WA-Gruppen, die ich noch nicht wieder verlassen habe, nämlich die für den Hollandaustausch von L. Er reist am Samstag und es gab bisher noch keine Info über was wie wo. Ich möchte kurz anmerken, dass ICH deswegen nicht nervös bin/war. Heute kam dann auch die Info, alles tutti bis halt auf: Abfahrt 7:20h am Samstag morgen, aber: da hat man dann was vom Tag :-))

Auf all das ein leckeres Frühstück, ich bin langsam wieder bereit von "Marmeladen-/Honigbrot" auf Früchte/Joghurt /Müsli zu wechseln, da war jetzt nach der beendeten Orangensaison ein bisschen Flaute. Heute also: (bisschen saure und noch keine Walliser) Aprikosen, Pfirsich, Apfel. Ging so, wird aber noch besser

Dann Sportründchen mit "Ripley". Ich hab ja schon mal geschrieben, wie fad ich die Serie findet. Jetzt "spitzt sich das Ganze zu" und Ripley wird von der Polizei gejagt. Naja. Kennen Sie das Insta-Reel der langsamsten Verfolgungsjagd jemals? ich finde es nicht, aber es ist ein Kleinkind, das einen alten Hund spazierenführt, die Leine fallen lässt und der Hund läuft in Zeitlupe voraus, das Kind tappert hinterher und wann immer es die Leine erreicht, bleibt es mühsam stehen, bückt sich langsam mit dem dicke Windelhintern, grabscht mit den patschigen Händen nach der Leine, der Hund macht einen Schritt nach vorne, und es geht immer so weiter. So ungefähr mutet das Tempo der Verfolgung und der Ermittlung an. Alle finden alles immer so anstrengend, nach jedem kleinen Task muss man sich hinsetzen und ausruhen, anstatt halt direkt mal ordentlich sauber zu machen und die Treppe zu wischen und die Badewanne und gleich direkt beim Leiche deponieren dranzudenken, dass man den Pass und Wertgegenstände mitnimmt, aber die Polizei ist ja auch so langsam, weil sie jedesmal erst anrufen und dann in Zeitlupe 23456 Stockwerke nach oben tapern muss, kein Wunder, dass da niemand erwischt wird. Ich finde das sehr, sehr schwer auszuhalten!

Anyway. Dann Duschen, fertig machen, mit dem Lieblingssupplykollegen Mittwochsmeeting halten. Dabei ist mir dann bewusst geworden, dass ich, anstatt mich nur im stillen Kämmerlein gut zu fühlen über den unterschriebenen Vertrag, mich an das halten sollte, was ich mir vorgenommen habe: letzter Projektschritt, ist Erfolg sichtbar zu machen. Dementsprechend in unterschiedlichem (einem LLM hätte ich gesagt. "Make it funnier", "Shorten it to 6 lines" und "make it more touchy-feely") Wording an unterschiedlichen Stellen positioniert und kommuniziert, damit auch die Stellen zwischen uns und der allerobersten Chefin wissen, was wir da geschafft haben. Kurzes Gefühl / Erkenntnis aufblitzen: egal welcher Karriereschritt: bisher fühlt sich alles zumindest zu einem Teil so an, als ob man nur ein kleines Rädchen in einem viel grösseren Team ist. 

Mittagessen: es ist halbwegs kühl draussen, Zeit, um den Gefrierschrank leerzuessen und wieder ein paar Vorratsboxen für Mealprep freizumachen. Plan heute, weil noch Reis übrig war: VegiChili. Fast hätte ich einen Fehler gemacht und die Dose mit "Chilenischer Reiseintopf, sehr langweilig" aufgetaut. Die Portion Chili war kleiner als erhofft, aber: mit einer reifen Avocado, die irgendwie noch da war, mit frischen Koriandersprossen, die ernereif waren, einem Klecks Schmand und Käse drüber, verziert mit Sriracha und Crema di Balsamico war es nicht nur genug, sondern hatte überhaupt keine Anmutung an "aufgewärmtes Essen" mehr. (Überhaupt: wir haben noch so leckere Sachen im Gefrierschrank!)

Nachmittags dann Meeting nach Meeting, aber alle undramatisch und interessant. Der Hübsche machte sich dann auf zum Sport, Q. erzählt aufgeregt und begeistert von seinem Besuch bei den Dia-Kollegen, L. war mit einem Freund beim Sport und beschäftigt sich nun mit Weltwirtschaftskrise (ENDLICH: "die Situation in der Schweiz", hatte schon befürchtet, die Schweiz hätte zwischen den beiden Weltkriegen gar nicht stattgefunden).

Jetzt: Abendessen (mjamm, Pasta mit grünem Spargel), dann packe ich meine Kleider und Radsachen für morgen und dann gibt es zum Tagesabschluss die aktuelle Folge "Dark Matter" mit den Kindern (auch eher so ein Bummer, weil: erstens ist "jede Woche eine neue Folge" eh doof, dann ist die Serie halt nicht sooooo spannend wie gedacht und drittens halten sie die Zuschauer halt für ein bisschen doof. Nachdem man mit der Nase dreimal auf irgendetwas gestossen wurde, hat auf einmal die Hauptperson eine epiphany und erklärt das, was man sich jetzt halt echt selber zusammengereimt hat, total überrascht nochmal für Dummies, und dann passiert es nochmal und noch eine Person versteht es in der Folge und naja, in der Zeit gehen hier dann alle aufs Klo, Snacks holen, mal kurz nach dem Wetter schauen "Ne, ne, lass ruhig weiterlaufen, brauchst nicht zu stoppen". Aber gut, wir hoffen ja trotzdem noch, dass irgendwass spannendes passiert).


Sonst: vielleicht hatten Sie in Ihrer Insta-Timeline auch das Share-Pic "All eyes on Rafah"? Vielleicht dachten Sie: ach guck, das ist doch mal eine schöne Sache, kann man nix falsch machen, auf "you are next" klicken und schon fühlt man sich ein my besser? Tja. Hätte man mal lieber ein paar Sekunden mehr investiert und geschaut, wo das herkommt (abgesehen davon, dass "All eyes on Rafah" natürlich viel zu kurz gedacht ist und der Hamas-Propaganda von dem vermeintlichen israelischen Luftschlag gezielt auf ein Flüchtlingslager in die Hände spielt, anstatt die viel komplexere Situation mit Waffenlagern der Hamas IN Flüchtlingslagern, die zu Bränden als Folge von Luftschlägen führen,  und Lagern ausserhalb der Schutzzonen, was man aber schön unter den Tisch fallen lässt, in die Hände spielt. Weil: es kann ja nicht falsch sein, auf Leid aufmerksam zu machen? Naja. Wenn man damit aber holocaustrelativierenden, offen antisemitischen und terrorfreundlichen Accounts wie dem Initiator dieses cheesy AI-generierten Sharepics Reichweite generiert und Legitimation zuspricht, kann man vielleicht doch was falsch machen. Abgesehen davon, dass man die israelischen Geiseln, die IMMER NOCH in den Händen der Hamas sind, wie so lange schon totschweigt. 

Wer hätte das gedacht, 2 Sekunden, um sich selber als guter Mensch darzustellen, sind vielleicht gar nicht DIE Lösung. @Herzkater hat das viel besser in ihren Stories aufgedröselt und entsprechende Accounts verlinkt)

Nachtrag zu gestern: lieb von Ihnen, dass Sie sagen, dass Sie das Thema schon auch interessant fanden (ist es ja auch, lol), mir gings halt um den Auslöser und naja, sagen wir so, meine Schutzschilde und Bullshitdetektoren in Sachen Kommentaren oder Fragen sind halt wieder mal auf Maximum gestellt.

Wunschlistenfrage heute: 

Welche Katzentörchen haben sie eingebaut, Sure Flap? Oder wie verhindern Sie, daß andere Katzen in`s Haus kommen?

Wir haben die hierdie hier. Allerdings braucht es weder das Tralala für die App noch eine Sure Flap-Tür, um andere Katzen draussen zu halten. Das Törchen muss einzig und allein die Katzenchips lesen können und das können die allermeisten.

DIsclaimer: damit können Sie die allermeisten fremden Katzen draussen halten, es gibt aber zwei mir bekannte Möglichkeiten (neben "halt nicht durchs Törchen, sondern zB durchs offene Badfenster reinkommen"), wie fremde Katzen trotzdem durchs Törchen kommen können:

a) wie unser Nachbarskater, der Arsch: wenn eine "zugelassene" Katze durchs Törchen geht, schlüpft man mit durch und wenn der "zugelassenen" Katze das nicht gefällt, wird sie gebissen

b) wie Jonny: man drückt mit einer Pfote die Verriegelung runter und hakelt der anderen Pfote das Törchen zu sich her und wenn man einen Spalt sieht, quetscht man sich durch.

Dienstag, Mai 28, 2024

280524

Ich weiss, ich weiss, Katzenbedenken sind laaaaangweilig: aber: ich bin heute nach tum vier aufgewacht, hatte gesehen: Jonny ist seit 1h draussen, Sansa hat das Haus seit 23h nicht verlassen, alles gut. Ich fand es ein bisschen unerwartet, dass Sansa so lang drin geblieben sein sollte, aber naja, ich hatte ja beschlossen, in der Nacht keine Sorgen mehr zu haben. 
Heute Morgen kam um5.57 eine ausgehungerte Sansa ins Haus, todmüde. Auf der Frontkamera zeigte sich, dass sie seit halb eins ungefähr immer wieder am Küchenfenster geschaut hat, ob sie vielleicht jemand ins Haus lässt und das nicht, weil sie eine verzogene Diva ist, die nicht die paar Schritte ums Haus zum KAtzentörchen laufen möchte, sondern weil dort der Arschkater der Nachbarn auf dem Stuhl sass und niemanden durchgelassen hat. Ab und an hat er dann noch probiert, ob er nicht durchs Törchen reinkommt. Was für ein Arsch, echt! (Zu meinen Lieblingsgeschichten über meine Schwiegermutter, die eine sehr liebe, immer korrekte Frau ist, gehört, dass sie irgendwann mal so wütend auf einen Sandkastenrowdy war, der auf niemanden gehört hat und den kleinen Hübschen andauernd drangsaliert hat, dass sie dem Rowdy eine Handvoll Sand ins Gesicht geworfen hat. Ihr ist das unendlich peinlich und unangenehm, weil trotz aller Arschigkeit war der Rowdy halt auch nur ein 5jähriges Kind oder so, aber ich finde das Auszucken (und das schlechte Gefühl danach) einen so unglaublich menschlichen und sympathischen Zug! Sei mal hier so hingestellt, für den Fall, dass ich demnächst den Nachbarskater von der Terrasse kärchere oder so.)

Sonst: bei Traumwetter zur Arbeit geradelt (auf dem Hinweg waren zwei von 10 Überläufen am Kraftwerk offen, auf dem Rückweg 4. Das viele Wasser vom ganzen Regen hier macht sich langsam bemerkbar), dort viel geredet und gelernt, Mittagessen mit einem lieben Kollegen von früher.
Nachmittag dann voller Meetings, das letzte das von mir gehostete All Hands Meeting unserer Gruppe. Erstmals seit immer wurde die Zeit nicht nur nicht knapp, sondern wir waren 15min früher fertig (uns ist aber auch ein Agendapunkt abgesprungen, also kein Wunder). Heimradeln dann bei T-Shirt-Wetter. Auf dem Weg vom Bahnhof hoch sauste mir Q. mit dem Rad entgegen (und ich dachte mir noch "Bürscherl, das ist ganz schön schnell!"), auf dem Weg zu einem Vortrag im Biozentrum. Der Hübsche war auf dem Weg zum Sport und L. auf dem Weg zum Hock. Ich machte mir die Reste des Gelbelinsencurrys mit ein bisschen Wasser und viel Gemüse zu einer Linsensuppe und räumte Zeug auf. Inbox sagt: vermutlich geht es hoffentlich bald weiter mit einem der vor Monaten schon angeleierten Projekte. (Ah, gestern abend wurde noch der RIESENVERTRAG, an dem ich über anderthalb Jahre mitgearbeitet habe, nicht nur von der anderen Seite, sondern auch unser Oberstchefin unterschrieben. Schon ein bisschen ein cooles Gefühl!)

Jetzt noch ein kleines Ründchen für ein paar Schritte, nicht nur Radkilometer, mal sehen, ob ich Jonny treffe, der heute morgen nur kurz vorbeikam und dann Asyl vor Putzfrau und Staubsauger bei den Nachbarn suchte.

In eigener Sache noch:

Ich gebs zu: ich ärgere mich ein bisschen, v.a. über mich selber / fühle mich benutzt / hintergangen etc, weil ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört habe bei der "Metallfrage" auf der Wunschliste. Wenn ich gewusst hätte, dass "die Quellen" halt irgendwelche abstrusen Verschwörungstheorien aus reisserischen Schwurblerbüchern sind, joah, hätte ich meinen Sonntag auch anders verbringen können. Noch schader, wenn sich rausstellt, dass alte Internetbekanntschaften halt irgendwann ganz viele falsche Abzweigungen genommen haben und jetzt aktiv in solchen Abgründen sind.  Meine Güte.... ja, es macht mich richtig wütend, wenn ich mich bemühe, dieses komplexe Thema halbwegs kurz und verständlich zusammen zu fassen UND die Referenzen liefere. In der verlinkten ICHQ3D Richtlinie stehen auf 50 Seiten für jedes einzelne betrachtete Element eine Zusammenfassung des Wissensstands zur toxikologischen Wirkung INCLUSIVE der daraus abgeleiteten Expositionslimiten UND den Referenzen zu den Originalstudien. Und ich bekomme auf Rückfrage ein Zitat aus einem "Buch", in dem behauptet wird, die "Medizin" hätte keine Ahnung von / Interesse an der Wirkung "giftiger Metalle" jenseits massiever Blei- und Quecksilbervergiftung und / oder würde Forschungsergebnisse verheimlichen. Von jemand, der sich selber ohne jede Ausbildung und Wissen als "Gesundheitscoach" für chronische Krankeiten betätigt. Meine Güte, je länger ich drüber nachdenke, desto wütender werde ich. (und ich Naivling dachte noch, jemand interessiert sich WIRKLICH für das Thema. Als ich das gestern beim Abendessen thematisierte, schauten mich 3 Augenpaare mitleidig an und meinten: "Echt jetzt? Und wer genau ausser Dir sollte das sein?" Tja.)

Aber, heute unverfänglichere Themen auf der Wunschliste:
Was ist das beste Elektrogerät?
Bei welchem elektrischem Großgerät freuen sie sich am meisten, dass Sie es besitzten? Und Anschlussfrage: auf welches elektrische Großgerät könnten Sie am ehesten verzichten? (das Auto mal außen vor gelassen)
Ich bin vermutlich ein verwöhnter Fratz, aber so richtig FREUDE empfinde ich jetzt bei keinem unserer Elektrogrossgeräte (stellen Sie sich hier die DIskussion am Abendessentisch vor, was "Grossgerät" bedeutet. Die Jungs warfen Massagegun (ist mir eher egal) und Fernseher und Computer in den Raum, die ich da jetzt nicht einsortiert hätte, wobei unsere Fernseher mittlerweile grösser sind als zB der kleine Backofen. Ich fände es andersrum bei fast allen Haushaltsgrossgeräten (verschieden) schlimm, wenn sie nicht da wären, aber das ist halt eh keine Option (ausser für zwei). Also. am ehesten an Freude heran kommt mein Gefühl über die Spülmaschine (wegen ihres Lichts und der Autodos-Funktion). Und am ehesten verzichten könnte ich auf den zweiten Backofen und dann auf den Wäschetrockner. Möchte ich aber nicht :-).

Montag, Mai 27, 2024

270524

Heute nacht bin ich um kurz vor zwei von richtig krassem Katzenkampgeschrei vor dem Fenster wachggeworden und bevor ich richtig bei mir war, war ich schon im kurzen Pyjama im Regen draussen und begleitete einen derangiertenn, nassen, struppigen Jonny ins Haus. Meine Güte, dieser Nachbarskater, ey.....
Einschlafen war dann mittelschwierig, weil sich mein Kopf dachte, es wäre eine gute Zeit, um sich Gedanken über ein vertracktes regulatorisches Problem bei der Arbeit zu machen. Lol.
Auftsehen dann eine Enttäuschung für L., der gerade dabei war, den brummeldnen Wecker zu ignorieren, weil "Menno, ich dachte, es wäre Samstag"... I wish.
Homeofficemorgen mit einem bisschen slow start. In USA ist heute Memorial Day, merkt man den Tag über an den grossen Schweigen von der anderen Seite :-)
Aber gut, komme ich zu Zeug, was schon länger liegt.
Mittagessen mit dem Hübschen: draussen regnet es und ist erstaunlich kühl (ich muss sogar Wollsocken über meine dünnen Socken anziehen, weil ich sonst kalte Füsse habe), deshalb ein guter Tag für einen Teil der eingefrorenen Tomatensuppe aus Unmengen gerösteten Tomaten. Zusammen mit Grilled Cheese Sandwich und ordentlich regennassen Kräutern vom Balkon wärmt das, macht satt, schmeckt gut und liegt nicht schwer im Magen- Suppenfangirl forever!


Im nachmittäglichen Groupmeeting sind wir dann aus verschiedenen Gründen reduziert besetzt, aber wir diskutieren trotzdem sehr interessante Themen.
Am Nachmittag dann noch ein Meeting mit Kolleginnen aus Uruguay und Kanada (verkehrte Welt: in Kanada ist es warm, in Uruguay frieren sie), dann ist der Arbeitstag auch schon rum. Hat sich ein bissche unbefriedigend angefühlt, aber mei, ist halt so. Morgen wird es wieder dicht gepackt und sozial interaktiv (und der einzige trockene Tag der Woche, muss ich mir merken beim Kleiderparatlegen fürs Radeln).
Feierabend mit dem Hübschen und einem Regenspaziergang eingeläutet (es fühlt sich an wie in einem Gewächshaus, so warm und feucht), dabei über erwachesene Hausbesitzerthemen gesprochen, nämlich: leisten wir uns eine Reinigung der Solarpanels? Wir zahlen da jetzt für unsere ruhige und autofreie Lage, man kommt nämlich nicht mit einer Hebebühne hin, sondern muss ein Gerüst stellen und das kostet für einen Tag schon mehr als die eigentliche Reinigung. Aber: wir sehen natürlich auch den Verlust an Leistung und können rechnen und kommen dann auch immer wieder auf die Luxusfrage von letztens: am Ende des Monats werden wir den Unterschied auf dem Konto nicht merken. Wobei es aber halt schon Sachen oder Events gibt, wo es mehr Spass macht, einen vierstelligen Betrag auf den Kopf zu hauen, als halt für Saubermachen von Solarpanels, von denen uns versprochen wurde, dass man sie eh nicht reinigen muss, weil wer reinigt den Solarpanel, wir sind doch nicht in einem Film.
Dann: Abendessen für alle vorbereitet (Montagspizza incl RIESIGER Salatschüssel wegen Gemüsehunger) und warten auf das Eintrudeln der Kinder. L. ist nach der Schule direkt zum Sport, Q. ist noch im Labor und misst Sachen für seine Maturarbeit.

Sidenote: L. hat heute sein Musikprojekt benotet zurückbekommen und ich will gar nicht über die Note reden, die super ist, sondern über das Projekt: sie hatten die Aufgabe, 12 Minuten eines Stummfilms mit Musik ihrer Wahl zu unterlegen. Technisch können das alle 9. Klässler, als ob sie nie etwas anderes gemacht hätten, das war nicht die Herausforderung. Bewertet wurde: ob und wie gut und passend die verschiedenen Übergänge eingebaut wurden, wie gut die Musik auf die Stimmung passt und Bonuspunkte gab es, wenn für alle Szenen die selbe Musikrichtung verwendet wurde.
Auf den ersten Blick klingt das wie ein grossartiges, innovatives, kreatives Projekt und ein Leuchtturm gegen all die "Schule ist so ewig gestrig und Digitalisierung ein Fremdwort und der Unterricht ist bestimmt noch so furchtbar, wie ihn sich mein 14jähriges ich von 1985 gemerkt hat"-Krakeeler. Ist es übrigens auch. Q. hat nur leicht gelangweilt genickt und gemeint: "jaja, genau das haben wir damals vor 3 Jahren auch gemacht." (es waren andere Szenen aus demselben Stummfilm).
L. hat sich ziemlich reingehängt und das wirklich gut hingekriegt und ich war dann sehr neugierig auf die Bewertung (v.a. weil er mit Musik nur aus Instrumentalalben von "Nine Inch Nails" vermutlich ein bisschen anders unterwegs war als der Rest der Klasse) und die liess auf sich warten. L meinte irgendwann trocken: "Ja, klar, kein Wunder. Der Herr Musiklehrer hat 5 Klassen a 18 SchülerInnen, alle haben dasselbe Projekt gemacht, die FIlmsequenz war 12 MInuten lang, mal 48, und dann muss er sie vermtlich noch 2x pro Schüler anschauen, das sind allein 36h immer dieselben 12 Minuten, das geht eine Zeitlang, bis er da fertig ist." Und so war es auch (L. hat nicht nur die Bonuspunkte für die selbe Musikgattung bekommen, sondern auch noch ein Lob, dass er als EINZIGER keine klassische Musik genommen hat.) (Ich bin jeden Tag froh, dass ich keine Lehrerin bin)


Wunschlistenfrage heute:
Was sind Ihre liebsten Linsen zum kochen? (Weil die Medikamenten fragen langweilig werden.)

Hahaha, war das gestern doch zu viel Chemie? Well, someone asked for it, bin ja gespannt, ob da noch eine Rückmeldung kommt, den Hintergrund für die Frage wüsste ich nämlich wirklich gern).

Es ist übrigens ein bisschen lustig: das Blog wird ein bisschen zum Familienunternehmen: der Hübsche moderiert Kommentare, L. sagt ganz oft "Echt jetzt, Mami?" und Q. formuliert gern die Wunschlistenfragen um in "Was ist der/die/das beste...". Nach "Was ist der beste Kontinent?","Was ist das beste Schmerzmedikament?" und "Was ist das beste Schwermetall?" heute "Was ist die beste Linse?"

Ich bin da relativ leidenschaftslos und schmecke eigentlich keinen Unterschied ausser halt "welche, die zerfallen" und "welche, die ganz bleiben". Dementsprechend gehe ich entweder nach Angebot oder nach Hübschheit und lande meist bei roten für Rezepte, wo Zerfallen gewünscht ist, und bei Puylinsen oder Belugalinsen, wenn sie ganz bleiben sollen.

Sonntag, Mai 26, 2024

260524

Der Tag begann früh, mit einem "Sansa hat eine Maus mitgebracht und ich find sie nicht mehr" von L. umd viertel vor eins. Wir haben sie auch nicht gefunden (Sansa hat sie heute mittag dann wiedergefunden, in nicht mehr ganz mint condition.....) und sind verplant wieder schlafen gegangen.

Ich war dann richtig wach ab viertel vor acht (nach langem Ausbacheln) und habe nach Kaffee im Bett doch direkt ein Sportründchen angehängt, weil der Rest der Familie eher noch im Tiefschlaf war (meine Güte, "Ripley" ist nicht nur wegen schwarzweiss fad, sondern tatsächlich, weil es halt einfach genau das ist, was man nach Buch und allen anderen Verfilmungen erwartet. Same shit, nur ohne Farbe. SCHAD, DIGGA!).

Dann: ausgiebiges, richtig schönes Frühstück auf der Terrasse, Tagesplan für alle (alle haben was vor, Gym, Geschichte lernen, Autofahren üben, Aufsatz über Elemental Impurities schreiben, immerhin sind wir weg von der Strasse) besprechen und dann verschlupfen sich auch schon wieder alle irgendwo.

Die Katzen kommen vorbei und rollen sich für ein ausgiebiges Schläfchen in L.s Bett zusammen (Jonny), ungerührt vom Staubsaugerroboter, der durchs Zimmer fährt, ungerührt vom Wäscheständer, der, um dem Staubi Platz zu machen aufs Bett gestellt wird, müde ist müde, oder aber um die zweite, im Schuhregal geparkte Maus rauszuholen (Sansa). L. und ich retten die ein bisschen angesabbelte Maus dann aus dem hintersten Eck (Methode "Staubwedel zum Scheuchen" und "Geschirrtuch zum Einfangen" funktioniert astrein). Damit haben wir eine Maus mehr aus dem Haus getragen, als uns bewusst war, dass überhaupt drinnen war. Ich denke, wir haben eine erkleckliche Dunkelziffer, aber andererseits merken wir anhand von Kötteln und Bunkern von Katzenfutter im Bücherregal dann doch, wenn welche längerfristig eingezogen sind.

Ich bestelle mir einen neuen Kindle (danke für den Hinweis! Der Hübsche hat noch Gerüchte entdeckt, dass Amazon irgendwann 2025 ein neues Highend-Device mit Farbdisplay launchen möchte, aber das brauche ich ja nun wirklich nicht) bestellt. Ich habe gelernt, dass mein Oasis der ersten Generation von 2017 sowas von outdated ist und ALLE Features (bis auf die Blätterknöpfe) mittlerweile auch vom Paperwhite übertroffen werden. Dann ist das so. Mein wichtigstes Feature (neben klein, das es wohl nicht mehr gibt, Lichttemperatur, wasserfest und halt den Blätterbuttons) war ja nach so vielen panischen Suchaktionen in dunklen Taschen: Hülle so hell wie möglich. "Agavengrün" it is. Lol, ich habe gerade gesehen, er wird am 25. Juni geliefert. Amazon, you ok? Naja, das bedeutet dann noch 5x abstürzen für den aktuellen :-)

Mit L. habe ich mir den Geschichtsstoff angeschaut (anscheinend ist in der Schweiz wenig relevantes passiert in der Zeit zwischen den Weltkriegen, auch aus Schweizer Sicht, verglichen mit dem Rest von Europa, so war nicht viel neues für mich dabei, aber gut.), dann auf dem Balkon ein nur mittlegutes Buch ausgelesen, den immer noch sehr guten Rhabarberkuchen verspeist und mich aufs Abendessen gefreut.

Auch das btw eins aus der Kaptn Cook App, eins das alle vier hier lieben, und das ist besonders spannend, weil die Hauptkomponente Pilze sind und das für ungefähr 50% des Haushaltes ja eigentlich des Teufels ist. (Sie finden das Rezept unter "Quesadillas mit knusprigen Pilzen" und es ist super!)

Die Pilze sind jetzt übrigens fertig und ich damit auch.

Lesen Sie unten weiter für some light reading:


 Wunschlistenfrage heute:

Warum gibt es Metalle in Medikamenten? In meiner Recherche bin ich auf verschiedene Informationen gestoßen, darunter Aussagen, die darauf hindeuten, dass Metalle in Medikamenten potenziell gesundheitsschädlich sein könnten. Da ich kein Experte auf diesem Gebiet bin, würde ich gerne von Ihnen wissen, ob es tatsächlich Risiken gibt und wie diese im Kontext der medizinischen Verwendung bewertet werden. Ich bin daran interessiert zu verstehen, ob und unter welchen Bedingungen Metalle in Medikamenten zu gesundheitlichen Problemen führen könnten und wie die Sicherheit dieser Medikamente gewährleistet wird.

Ich muss gestehen, trotz nachgelieferter Erklärung ist mir die Frage nicht ganz klar und ich wäre sehr interessiert daran, Links zu den verschiedenen "Informationen" und "Aussagen" zu bekommen, um ein bisschen zu verstehen, woher diese Frage und diese Bedenken kommen.

Aber hey, es ist Sonntag, mit dem Thema an sich kenne ich mich aus, ich habe für weiss gar nicht wieviele Wirkstoffe ICHQ3D Risk Assessments geschrieben, warum also nicht einen kleinen (lol) Chemieaufsatz.

tl:dr: Medikamente sind die am strengsten regulierten und kontrollierten Stoffe auf der Welt, es gibt keinen Grund, sich Sorgen über deren Sicherheit und ganz bestimmt nicht über Gesundheitsgefährdung durch (Schwer)Metallbelastung.

Im Prinzip gibt es drei Möglichkeiten, wie "Metalle" in Medikamenten vorkommen können:

1. Als Teil des Wirkstoffs oder sogar als Wirkstoff selbst. Beispiele dafür sind zB: Lithium, CisPlatin und natürlich alle Wirkstoffe (und Hilfstoffe), die als Salze mit Metallionen als Gegenion vorliegen, ein Beispiel dafür ist Natrium-Ibandronat. In diesem Fall ist das Metallatom / -ion ein integraler Bestandteil des Medikaments und dementsprechend muss es natürlich drin sein. Toxikologisch wird das im Rahmen der Entwicklung abgedeckt.

2. Als Fremdkörper (Metallspäne, Abrieb, Rost, reingefallene Schrauben oder Werkzeuge). Das soll natürlich nicht so sein und wird wie jede andere Kontamination mit Fremdpartikeln durch Equipmentqualifizierung, -instandhaltung, -vorgaben, Reinigungsschritte und natürlich Kontrollen (wie zB Metalldetektoren) überwacht. Sofern eine Kontamination festgestellt wird, wird das entsprechende Material nicht freigegeben und überprüft, wie es dazu kommen konnte und wie man das in Zukunft verhindern kann. Sollten Sie trotzdem Metallsplitter (oder irgendeine Art von Fremdkörper) in einem Ihrer Medikamente entdecken, nicht nehmen, sondern Hersteller kontaktieren, wie immer, wenn irgendwas nicht so ist, wie es sein sollte.

3. In Spuren und zwar unerwünscht (und ich glaube, das ist es, worauf die Fragenstellerin hinauswollte). Generell sind (Schwer)Metalle natürlich abhängig von der aufgenommenen Menge gesundheitsschädlich / toxisch, da ist es aber total egal, woher sie kommen, ob das nun aus Lebensmitteln, Medikamenten, Kosmetika, sonstwoher kommt. Relevant ist einzig die aufgenommene Menge und Dauer UND die Art der Exposition (oral ist nicht so "schlimm" wie inhalativ ist nicht so schlimm wie parenteral).

Wie können Schwermetalle in Medikamente gelangen?

Genau, wie sie in Lebensmittel gelangen können:

aus dem Herstellequipment: Wenn man zB eine saure Lösung heiss in einem Stahlreaktor rührt, löst sich ein Teil des Stahls. Stahl ist eine Legierung aus verschiedenen Metallen und kann natürlich kleine Mengen Schwermetalle enthalten. Das möchte man natürlich nicht (weder das Schwermetall im Produkt noch, dass man seinen Reaktor auflöst, deshalb ist zB schon genau vorgeschrieben, welche Art Stahl man für Pharmareaktoren verwenden darf UND man wählt das Material eines Reaktors so, dass es nicht angegriffen wird im Prozess, also zB einen emaillierten Kessel für saure Reaktionsbedingungen)

Aus dem Prozess: (Schwer)Metallverbindungen werden in der Chemie zB als Katalysatoren eingesetzt (=in kleinen Mengen, sorgen dafür, dass die gewünschte Reaktion entweder einfacher, schonender, schneller, spezifischer oder halt überhaupt erst abläuft). Das sind natürlich nur kleine Mengen (ist schon allein das Ziel, weil die meist sehr, sehr teuer sind), die im Rahmen der Aufarbeitung der Reaktionsmasse entfernt werden, aber bei Schwermetallbelastung reden wir natürlich von kleinsten Spuren. Und wenn man was mit Absicht in den Prozess eingeführt hat, besteht ein gewisses Risiko, dass man es nicht voll und ganz wieder rausbekommt.

Aus den Rohstoffen: für die Herstellung von Wirkstoffen und Excipients sind aufwändige, langwierige chemische Synthesen nötig, die unzählige Rohstoffe und Reagenzien benötigen. Je nachdem können diese aufgrund ihrer Herstellung mit einer gewissen Schwermetallfracht kommen (zB sind Phosphor und Arsen oder Schwefel und Selen chemisch relativ ähnlich, d.h. kommen in Erzen vergesellschaftet vor. Bei der Herstellung von zB Phsophorsäure oder Schwefelsäure aus dem enstprechenden Erz wird dann auch die enstprechende Arsen- oder Selenverbindung gebildet und ist dann in kleinen Mengen in der Phosphorsäure oder Schwefelsäure enthalten). Das ist natürlich nix, was man so hinnehmen muss, sondern man spezifiziert dann für die Verwendung in dem entsprechenden Pharmaprozess, dass man gern Phosphorsäure mit ohne Arsen drin hätte und dementsprechend wird dann gereinigt und gestestet und deshalb ist "Pharmagrade" so teuer.

Aus der Verpackung: wenn meine Blisterfolie, meine Glasampulle, meine Plastikampulle etc. mit Schwermetallen belastet ist, können diese migrieren und (theoretisch) in das verpackte Medikament wandern. Das ist je unwahrscheinlicher, je trockener das ganze ist, und auch sonst gilt natürlich: das ist alles spezifiziert und kontrolliert.


Wie ist nun die Sicherheit von Medikamenten in Sachen Schwermetallbelastung sichergestellt?

Genau wie für jede andere Art von gesundheitsschädlichen Verunreinigungen auch. Es gibt genaue gesetzliche Vorgaben, die eingehalten und deren Einhaltung nachgewiesen werden muss. Bis 2015 war das mindeste, dass man für jede einzelne Charge nachweisen musste, dass nicht mehr als 10 oder 20ppm Schwermetalle (ppm= parts per million, 20ppm sind 0.002%) in Summe in einem Wirkstoff enthalten sein dürfen. Falls man zB aus dem Prozess wusste, dass man einen Metallkatalysator einsetzt, musste auf dessen Metall noch spearat gestetet werden.

2015 hat man diesen Angang umgestellt auf die einheitliche Guideline ICH Q 3D, die mittlerweile von fast allen Gesundheitsbehörden akzeptiert und angewandt wird (letztes Land, wo noch nicht: China, aber auch da tut sich was). Die Guideline selber finden Sie hier, runtergebrochen auf ein (echt gutes) Slidedeck finden Sie sie zB hier. (Ich mag biased sein, aber beides list sich eigentlich ganz gut)

Im Prinzip wurde umgestellt von dem "Giesskannenprinzip" von <20ppm auf einen genaueren und gleichzeitig einfacheren Approach basierend auf toxikologischen Überlegungen.. Die "elemental impurities", wie man sie jetzt nennt, werden in drei Klassen eingeteilt gemäss ihrer Toxizität und der Wahrscheinlichkeit des Auftretens in pharmazeutischen Produkten (Eisen ist weniger giftig als Cadmium zB).

Für jede elemental impurity wurde eine PDE (permitted daily exposure) festgelegt, die alle Patientenpolulationen, also auch pädiatrisch und geriatrisch mit einschliesst und auf eine lebenslange tägliche Exposition mit dieser Menge ausgelegt ist.

Für jedes Medikament muss man nun genau das Risiko der Kontamination mit all diesen Elemental Impurities für den gesamten Prozess und alle Vernunreinigungsmöglichkeiten aufzeigen, dokumentieren (es gibt eine genaue "Anleitung", wie das durchzuführen ist) und für die Zulassung vorweisen. Jede Änderung in Prozess, Equipment, Hersteller für Hilfsstoffe oder Verpackungskomponenten muss unter anderem in Hinblick auf Einfluss auf das Elemental Impurity Risk assessment überprüft werden.

Wenn man im Rahmen dieses Risk Assessments nicht zeigen kann, dass die PDE weit (je nach Klasse ist festgelegt, WIE weit das sein muss) unterschritten werden, muss man das durch Massnahmen verbessern, das kann monitoring testing, testing jedes batches, Spezifizieren des entsprechenden Metalls entweder im Hilfsstoff / Reagenz / Wirkstoff oder im Fertigarzneimittel sein oder aber auch: Ändern des Prozesses, wenn es gar nicht anders in den Griff zu bekommen ist.

In diesem Sinne, um mich nochmal zu wiederholen: nichts ist so strikt reguliert und kontrolliert wie Medikamente (aus legalen Quellen, um das auch nochmal zu betonen), dementsprechend würde ich mir eher Sorgen über Schwermetallbelastung aus jeder anderen Quelle, zB Verbrennerabgasen oder Reifenabrieb, machen als durch Medikamente.

Samstag, Mai 25, 2024

250524

Eigentlich hatten wir den Plan, heute auszuschlafen, wenigstens bis acht, weil Q. heute schon um 8:45h am Pfadihaus sein musste ("Tag der guten Tat", aus irgendeinem Grund ist das vormittags anstatt wie sonst immer die Aktivitäten halt am Nachmittag). Dann fiel mir ein, dass aber deir Coop am Samstag ja schon um acht statt 8:30 aufmacht und sich somit Semmelnholen doch noch ausgehen würde, aber ich wollte auch Kaffee im Bett, also läutete mein Wecker um viertel nach sieben.

Klappte alles super, Q. war auf dem Weg und L. machte sich an einen Lerntag im Pyjama (er hatte sich von der Aktivität abgemeldet, weil bei ihm noch wirklich viel für die Schule nächste Woche anliegt. Er hat drei Tests, dann eine Woche Hollandaustausch, dann noch eine Woche bis Notenschluss, in der er die drei regulär dann stattfindenden Tests UND die drei wegen Holland verpassten Tests schreiben muss) Gute Tat also: nicht fötzeln, sondern Grammatik und Mathe lernen. Der Hübsche und ich unsterstützten bei den offenen Fragen (er hatte das Gefühl, sehr viel wegen krank verpasst zu haben, aber es war dann gar nicht so wild). Morgen steht Geschichte und die "Zwischenkriegsjahre" an, da werde ich mich aus Interesse miteinklinken, ich habe das Gefühl, da weiss ich relativ wenig. Beziehungsweise: das, was ich weiss, ist sehr bayernzentriert.

Ich habe verschiedene Teige vorbereitet (Pieteig für den allerliebsten Rhabarberkuchen, Zopfteig und Hefeteig für ein lustiges Naanbrotlustiges Naanbrot. Btw: Ich schau ja nur sehr ungern Videos, um mir was anzueignen, und diese Rezeptvideos schaue ich auch nicht, um das Rezept zu verstehen oder nachzuvollziehen, das geht für mich viel besser mit einfach nur Text, aber österreichischer Dialekt und die Stimme haben eine unglaublich beruhigende Wirkung auf mich. Und dann halt so Ausdrücke wie "sonst wirds oarsch"....). Und es ist natürlich sehr schön gefilmt / fotografiert und der Koch ist auch nicht unhübsch. Ich sags, wie's ist (Interrogativsatz), Rhabarberfüllung vorbereitet, Haushaltsgedöns erledigt (andauernd piept und brummelt eine App oder Maschine "Ihr Geschirr ist für Sie bereit", "Backofenprogramm beendet", "PIIIIIIIEEEEP"), Jonny geknuddelt und bei all dem ein bisschen arg wackelig gefühlt. Ich habe seit ein paar Tagen wieder Lagerungsschwindel, nicht unendlich schlimm, aber so, dass ich ein bisschen unsicher bin, ein bisschen flau im Magen und heute auch gerne mal ein bisschen Schüttelfrost habe. Ich nehms als Aufforderung, dass das Ziel von alldem der, habe ich es erwähnt, wunderbar grossartig blühende Balkon mit Rhabarberkuchen und Kindle ist.

Btw: mein Oasis ist ja nun richtig durchgenudelt, das Laden funktioniert nur noch mit sehr viel Fingerspitzengefühl und Geduld, deshalb habe ich gestern mal schauen wollen, was ein neuer kostet. Und es scheint, es gibt aktuell keinen Oasis, sondern nur Paperwhite? Weiss da wer was?

Nun denn. Pie war wie immer super, ich muss jetzt bald die grosse Entscheidung treffen, ob es heute abend Austernpilz-Quesadillas oder Gelbelinsencurry geben soll, und das sind okaye Entscheidungen.




Wunschlistenfrage heute:

Welche Schmerztabletten sind am unempfindlichsten bei Temperaturschwankungen? Ich lese bei Ihnen regelmäßig, wie wichtig eine fachgerechte (= auch temperaturstabile) Aufbewahrung ist. Was ist Ihre Empfehlung für schmerzstillende Medikamente in Erste Hilfe Sets, die größere Temperaturunterschiede aushalten?


Weil:

... ich sportlich viel unterwegs bin und am Wochenende aufgrund eines Unfalls erstmalig die Schmerztabletten aus meinem Erste Hilfe Set gebraucht habe. Diese tausche ich zwar etwa 1 x jährlich aus, habe mich aber danach gefragt, inwiefern die Wirkung beeinträchtigt werden kann. Das Set trage ich Sommer wie Winter im Rucksack, dementsprechend ist es vermutlich Temperaturen von -15 °C bis 30 ° C ausgesetzt. Für eine Empfehlung/Best Practice bin ich sehr dankbar.


Joah. Wow. Erstmal: ich hoffe, der Unfall war nicht schlimm und alles ist wieder gut. Dann bin ich fast ein bisschen stolz, wenn man von hier mitnimmt, dass Medikamente korrekt gelagert werden müssen.

Und dann.... wundere ich mich ein bisschen, weil: Woher soll ich wissen, welche Schmerztabletten am unempfidlichsten gegen Temperaturschwankungen sind? Und wie kommen Sie auf die Idee, wildfremde Menschen im Internet, die weder Ärztin noch Apothekerin sind, um Medikamentenempfehlung zu fragen?

Zur ersten Frage: ich habe keine Ahnung. Ich arbeite bei einem Pharmaunternehmen, das kein einziges Schmerzmittel herstellt und kein einziges frei verkäufliches Medikament. Ich habe keinerlei EInblick in die Stabilitätsdaten von Medikamenten anderer Hersteller, wie auch? Ich habe auch keinen Einblick in, wie heisst das auf deutsch, die storage remarks anderer Hersteller, wie auch? 

Das einzige, was ich Ihnen sagen kann, ist: halten Sie sich an das, was auf der Packung und auf dem Beipackzettel steht. (Bitte beachten: gleicher Wirkstoff heisst nicht automatisch gleicher storage remark. Jeder Hersteller muss mit seinen Medikamenten eigene Stabilitätsstudien durchführen, die immer für das Gesamtpaket aus Wirkstoff, Formulierung, Primär- und Sekundärverpackung gelten.).

Wenn nichts draufsteht und die Packung in Mitteleuropa gekauft wurde, bedeutet das, sie ist für diese Klimazone getestet und zugelassen ohne spezielle Maximallagertemperatur (normalerweise heisst das: Es liegen Stabilitätsdaten für das gesamte Shelflife des Produkts bei 25°C /65% Luftfeuchtigkeit vor und ausserdem mindestens ein Jahr Stabilitätsdaten bei 30°C/75% Luftfeuchtigkeit, um Ausreisser nach oben und unten abzudecken. Das bedeutet nicht, dass sie das im Auto oder im Badschränkchen aufbewahren sollen, wo es entweder bullenheiss oder dampfbadfeucht werden kann).

Wenn draufsteht "Nicht über 30°C lagern" oder das Äquivalent mit 25°C, dann haben Sie Ihre Maximaltemperatur. 

Was Ihnen vllt auffällt: bei Tabletten und Kapseln mit fester Füllung (also: keine Softgelatinekapseln mit Flüssigfüllung) ist wenn dann nur eine Maximaltemperatur, keine Minimaltemperatur angegeben. Der Grund ist: Bei Feststoffen haben Temperaturen unter Null keinen negativen Effekt. Anders sieht es aus, wenn irgendein Phasenübergang stattfindet, zB der Inhalt einer Softgelatinekapsel gefriert und die Kapsel platzt (andersrum werden die bei höheren Temperaturen auch sehr, sehr weich und platzen dann auch gern mal). Dementsprechend sind für solche Kapseln meist Temperaturbereiche nach oben und unten begrenzt.

Ein kleiner Punkt noch: Alle Arten Kapseln werden brüchig bei sehr tiefen Temperaturen. Das kann evtl dazu führen, dass bei sehr, sehr niedrigen Temperaturen, wenn alles durchgefroren ist, Kapseln leichter brechen, evtl sogar, wenn man sie aus dem Blister drücken möchte.

Die einzigen Tipps zur Auswahl für "robuste" Schmerzmittel von meiner Seite wären also: Wenn möglich Tabletten und ganz sicher keine Softgelatinekapseln, für alles andere eben: Packungsbeilage.

Sie haben noch nach best practice gefragt und da ist für mich die naheliegendste Möglichkeit: rolling stock, bedeutet: nicht immer dieselben Medikamente auf den Berg und an den Strand und wohin auch immer hin mitschleppen, sondern halt alle dort lagern, wo man seine Hausapotheke lagert und wenn man aufbricht, die enstprechenden Medikamente frisch ins Erste Hilfe Kit packen. Kann man jetzt mühsam finden, aber eine Wasserflasche und Proviant packen Sie ja auch jedesmal neu ein.

 

Freitag, Mai 24, 2024

240524

Wieder mal um halb sechs wach gewesen, ordentliches Bauchgrummeln. Naja.

Dann halt eh schon wach, unterschwelliger unbegründete Sorgen, weil Jonny schon so lang weg war (wir trafen ihn dann ganz verschlafen um kurz nach neun am Ende Tennisplatz, wo er wohl in der Nähe der Bienenstöcke ein Nickerchen in der ungemähten Wiese gehalten hatte. Er roch auf jeden Fall sehr gut und sommerlich nach Draussi)



Sportründchen, aktuell schaue ich dazu "Ripley", also die aktuelle Serienadaption. Ich habe ja in frühen Teenie-Jahren alle Patricia Highsmith-Bücher verschlungen, fand auch den Film mit Jude Law ganz gut und würde gern die Serie mögen, aber warum um alles in der Welt macht man das in schwarz weiss? Auch in den 60ern, so das so ungefähr spielt, oder?, gab es doch schon Farbfilm und auch die Welt war schon farbig. Wenn die Kamera über die tolle Villa oder das Panorama oder die Landschaft oder die Caravaggios schwenkt, kann ich die ganze Zeit nur dran denken: "Ja, schad, Digga, in Farbe wäre es halt toll, so sieht es aus, als würde ich ein Bild in der Zeitung von 1980 anschauen."

Dann: Duschen, fertigmachen, Jonny (s.o) treffen, Kaffee machen und dann endlich hinsetzen und nach all dem nervigen Kleinkram, den ich die letzten Tage weggearbeitet habe, um zu vermeiden, mit dem nervigen Grosskram anfangen zu müssen, halt das gemacht. Zäh, zäh, zäh, aber jetzt fertig.

Lustiges Intermezzo: die virtuelle Castingsession für das Firmenvideoprojekt. Ich wurde schon erwartet "Ah, the lady with the purple hair!" und was soll ich sagen? Meine lila Haare (respektive die Bereitschaft, sie mir für den Dreh lila oder pink oder in irgendeiner Farbe, die zu den bereitstehenden Reagenzglasfüllungen passt, zu färben) haben mir die Rolle gesichert (Ach. Das wird so lustig! Und ich werde es natürlich meinem Chef und niemandem bei uns sagen, weil das da wieder versteht, dass man da freiwillig mitmacht, aber mitkriegen werden sie es so oder so und ich hoffe, es wird halt RICHTIG skurril / albern / cringe, nicht nur fad. Aber nachdem schon das nur fade Bild seinerzeit ja schon so ein Reisser war, bin ich da optmistisch :-))

Mittagessen mit dem Hübschen heute sehr mondän: ich hatte vergessen, dass ich zwei riesige Artischocken gekauft hatte, die gab es heute mit frischer Kräutermayo. So lecker!

Dann noch Zeug fertig machen, Wocheneinkauf (incl schweizstereotypische Mitbringsel für L., der ja schon nächstes Wochenende nach Holland reisen wird), noch Zeug ganz fertig machen., Haushaltsgedöns wie Wäsche, Spülmaschine, Zeug und dann ist auch schon Zeit für Pizzateig und -abend.

(Ich Fuchs hatte nicht nur die Artischocken, sondern auch die Auberginen vergessen. Passt aber gut, die röste ich heute beim Vorheizen des Pizzaofens, der Plan war eh Baba Ghanoush)

Beste Jahreszeit übrigens für den Balkon:



Wunschlistenfrage heute (Wenn die Person, die die Frage für übermorgen über Metalle gestellt hat, nochmal in die Liste schauen könnte und erklären, was sie damit meint, wäre toll)

Warum färben Sie sich die Haare selbst und lassen das nicht beim Friseur mit machen?

Ich dachte, ich hätte diese Frage, die so viele von Ihnen so sehr beschäftigt, schon ungefähr 1000mal beantwortet, aber das war wohl nur in den Kommentaren.

Einfache Antwort:

1. Ich kriege schon Zustände beim Gedanken daran, beim Friseur stundenlang lang stillsitzen zu müssen und NIX tun zu können. Ich habe schon Mühe mit der Dreiviertelstunde für Waschen / Schneiden / Föhnen alle 6 Wochen. Das dann mindestens doppelt so lang? Wer hat so viel Zeit? Ich definitiv nicht.

2. Bei aller Luxusneigung: alle 6 Wochen einen dreistelligen Betrag für Haare rauszuhauen, das geht mir zu weit (und ich sage nicht, dass das die Arbeitszeit einer / meiner Friseurin nicht wert wäre, mir ist es in der Summe einfach zu viel.

3. Experimentiere ich da gern selber rum, ohne das mit jemand anderem zu diskutieren und von einer anderen Person validieren zu lassen.

4. Meine Haare sind so kurz, wenn was schief geht, ist es schnell wieder rausgewachsen.


Noch ein Punkt zur Fragenliste (nicht zur heutigen Frage!), weil mir manche von Ihnen (respektive dem Hübschen, der ja mein Kommentarmoderator ist) ja gern in die Kommentare rotzen, dass ich das ja alles nur machen würde, weil ich gerne Leute abwatschen: meine Güte, das sagt schon ein bisschen mehr über Sie aus als über mich, wenn Sie jemand Ihnen unbekannten so eine Motivation unterstellen. Stellen Sie halt einfach keine dummen, unhöflichen, übergriffigen, unterstellenden, einfach googlebaren oder doppelten/dreifachen Fragen, dann antworte ich sehr nett. (Oder, krasse Idee, wenn Sie es hier so doof und mich so furchtbar finden, dann lesen Sie das hier halt einfach nicht. Ist ja nicht prüfungsrelevant oder so)

Donnerstag, Mai 23, 2024

230524

Mittelgut geschlafen, lustigerweise von sehr rumpelig reinkommendem Jonny (wie laut kann man fressen? und damit alle wach werden, noch laut auf dem Wellpappekratzding kratzen, auf dem man sich dann so lang zum schlafen legt, bis dei Schwester auch reinkommt. Die aber nur auf einen Happen (den ich ihr wohlweislich bei einem Toilettengang, wenn ich eh schon von Jonny wach war, parat gemacht habe, nachdem Jonny eben alles aufgefressen hatte) reinhuscht und dann hirschen beidew wieder raus, man könnte ja was verpassen. 

Danach habe ich aber noch eine knappe Stunde bis Weckerläuten geschlafen :-) 

Frühstück, Rad zur Arbeit. Weil es trocken war und warm schien, erstmals ohne Goretex-Jacke, nur in Sweatjacke. Auf dem Hinweg hätte ich mich fast über dünne Handschue gefreut, auf dem Rückweg dann hätte ich auch kurzärmelig radeln können. Naja.

Morgen mit interessanten Gesprächen mit KollegInnen, dann Teammeeting im Nachbarbau. Danach habe ich dann direkt den Hübschen abgeholt, den ich als Besucher angemeldet hatte, damit wir beide einen Bankberatungstermin in der Geschäftsstelle auf dem Areal wahrnehmen konnten. Ich wollte ihn erst noch zum Kaffee ausführen im 47. Stock, aber: während im "kleinen" Turm die Cafeteria erst um 10 aufmacht (auch da war ich bisher immer zu früh!), macht man im 47. erst um 11 auf. Wer hat denn um 11 noch Nerv auf Kaffee? Da plane ich schon Mittagessen! Also: nur Aussicht.

Kaffee gab es bei den Bankleuten. Dort haben wir dann auch mal wieder alles festgezurrt für die nächsten Jahre und unseren aktuellen Bankberater persönlich kennen gelernt. Das ist bisher immer ein fester Garant darüf gewesen, dass er oder sie in den nächsten drei Monaten den Job wechselt und der / die nächste kommt. Es fühlt sich immer ein bisschen wie erwachsen spielen an, nur sind in der Zeit, seit der wir zu dieser Bank gewechselt sind (damals mit der Hypothek) wir älter geworden, aber die Bankberater nicht, evtl sogar jünger. Und skurrilerweise sind sie immer supernervös, wenn wir sie treffen. was ein bisschen weird ist, weil wir ganz offen kommunizieren, dass wir uns bei Anlagestrategien etc halt auf ihre Expertise verlassen und da, naja, ist es komisch, wenn das Gegenüber nicht nur gefühlt dein Kind sein könnte, sondern auch noch den Eindruck macht, als wäre es zum Direktor bestellt worden... naja. Sie machen das schon gut. Denke ich. Und immerhin wissen ja der Hübsche und ich, welche Konten wir da alle haben. 

Danach dann: gemeinsam mittagessen. Der Hübsche war eigentlich gespannt auf das Sushi, mit dem ich ihm den Mund wässrig gemacht hatte, aber dann hatte ich ihm halt auch von dem neuen Bowl-Restaurant vorgeschwärmt (bisschen lustig, das Konzept scheint echt am Geschirr zu hängen: vormittags gibt es Porridge und ab mittags dann ein OnePot-Gericht und je eine Bowl in vegi, mit Fisch und mit Fleisch) und da gab es für ihn halt die Bowl "Santa Cruz" mit Salat, Lachs, Mango, Avocado, tralalala und das war es dann.

Dann endlich gab es noch einen Kaffee und dann hiess es für ihn auch schon wieder: ab zurück an den Schreibtisch und für mich ab nach oben an den Schreibtisch.

Um kurz nach vier machte ich mich auf den Rückweg mit dem Rad (Radständerbekanntschaft: "Ah, da ist wieder der Mann mit dem schönen Rad!" "Ja, und da ist wieder die Frau mit dem sweet spot für Pigmente" naja.), es hatte sich ein bohrendes Kopfweh eingeschlichen, das aber durch eine Flasche Focus Wasser (der Hübsche trinkt die gesüsste Variante davon schon lang, ich hatte vor ein paar Wochen aus Versehen eine ungesüsste Variante, dafür mit ordentlich Koffein gekauft und holla, das ist mein neues guilty pleasure. Beide unsüsse Sorten mit Himbeer/Rhabarber und Zitronengras/Orange und halt mit dem Koffein drin, das ich direkt ordentlich mit Herzbumpern merke) hat das geregelt. Beim Wäscheab- und -aufhängen noch ein Townhall-Meeting unserer Forschungsabteilung anhören und dabei den Kater kraulen, den das so genervt hat, dass er mich (note to myself für den Fall, dass sich das fies entzündet: Innenseite linkes Handgelenk, unterm Daumen gekratzt, unter dem kleinen Finger gebissen mit bisschen Blut) gebissen hat.

Dann: Online Bankdokumente unterschreiben, sich freuen, dass die Versicherung direkt die Rechnung an die Küchenbauer zahlt, Essen machen und dann: FEIERABEND!

Wunschlistenfrage heute:

Wenn Sie beruflich für ein Jahr auf einen anderen Kontinent wechseln müssten (Land frei wählbar): Für welchen Kontinent/Land würden Sie sich entscheiden und warum?

Weil: ..., es mich interessiert, wie Sie sich entscheiden würden und was Ihre Gründe/Motivation für oder gegen einen anderen Kontinent wären. Ich kann mich nämlich da nur sehr schwer entscheiden bzw. festlegen.


Ich muss sagen, ich finde die Fragestellung sehr irritierend und unlogisch: Wenn ich beruflich für ein Jahr den Kontinent wechseln MÜSSTE, hätte ich ja kaum die Wahl für ein Land oder einen Kontinent, sondern Kontinent, Land und Ort wären vorgeschrieben und ich könnte ja oder nein sagen, aber nicht "Hm, Rio finde ich jetzt nicht so toll, aber ich würde stattdessen nach Asien gehen, Osaka wäre cool".

Ausserdem: Welches berufliche Setting schreibt denn überhaupt zwingend einen Kontinentswechsel vor? Vielleicht der diplomatische Dienst oder so, aber gut, da habe ich ja nun einige "falsche" Abzweigungen in meinem Leben genommen, wenn ioh da hätte hinwollen. Wenn ich beruflich die Option hätte, Land und /oder Kontinent zu wechseln, dann wäre das ja immer mit einem Job, der an einen Firmenstandort gebunden ist, verbunden. Da würde es mir auch nix helfen, wenn ich sage: "Ja, Asien, cool, ich geh nach Bali", wenn die einzigen Standorte in Singapur oder Shanghai liegen.

In diesem Sinne: nein, ich habe keine Ressourcen, um mir eine Meinung zu diesem für mich total unlogischen und irrelevanten Szenario zu bilden, geschweige denn mich zu entscheiden oder festzulegen.

Ausserdem: für ein Jahr würde ich überhaupt nirgends hingehen. Das ist zu lang, um es allein und aus dem Koffer und ohne Familie zu machen, ausserdem muss man für ein Jahr alles Geschiss mit Steuern und Versicherung und Tralalala berücksichtigen und dieser Aufwand ist viel zu gross für nur ein Jahr. Es ist aber zu kurz, um die gesamte Familie umzuziehen und das ganze Geschiss mit Schule, Haus, Partnerjob etc anzugehen und auch zu kurz, um ein anderes Land und eine andere Kultur richtig kennezulernen. Also: wenn Ausland, dann Kurzzeitassignment (max 3 Monate) allein oder richtig Expat für 5 Jahre mit allem.

Und wo? ich denke da natürlich an meinen Job / Arbeitgeber und für mich und uns war immer klar, wir gehen wenn dann nur irgendwo hin, wo der Gesundheitsversorgungs-, Bildungszugang- und Sicherheitsstandard auf einem ähnlichen Niveau wie in der Schweiz ist und da bleibt nun nicht mehr viel, nämlich ziemlich genau Kanada, Kalifornien oder Singapur. Könnte ich mir tatsächlich vom Ort her alles vorstellen, von den Jobmöglichkeiten wäre auch alles möglich, in der Reihenfolge Kalifornienn >>> Kanada >>> Singapur. Muss ich aber auch nicht machen. Und schon gar nicht für ein Jahr.