Disclaimer: Keine Ahnung, wann sich der Post freischaltet. Vorbereitet habe ich ihn noch zu Hause, aber heute waren wir von Hakone nach Tokyo unterwegs, vllt erscheint das hier also irgendwann an Ihrem Mittag statt abend. Oder andersrum. Wer weiss das schon.
You know the drill, right? Es ist der 5., d.h. es heisst wieder "WMDEDGT?" (kurz und knackig für "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?").
Heute trifft sich der Freundeskreis Tagebuchbloggen sozusagen hier und verlinkt sich in der Liste unten.
Das ganze hat im April 2013 seinen Anfang genommen in einer Tagebuchblogwoche und hat sich irgendwie verselbständigt.
Die Regeln zum Mitmachen sind einfach:
- über den heutigen Tag tagebuchbloggen (ohne Werbung, ohne Geschwurbel)
- verlinken, mehr dazu findet sich am Ende dieses Posts.
Hier: Hui, das war ein wilder Tag.
Heute hiess es für uns: Bye Hakone, hello Tokyo.
Dafür haben wir die Leute im Ryokan ganz wuschig gemacht, weil wir so früh aufstehen und frühstücken wollten. Also läutete unser Wecker um halb sieben, wir haben die gestern fast fertig gepackten Koffer ganz fertig gepackt, mit Füssen im warmen Wasser einen ersten Kaffee getrunken und dann wurden auch schon die Futons der Kids zusammengerollt und das Frühstück gedeckt. Wegen Schnelle haben wir alle Western Style gewählt, das war halt... ein Omelett mit Ketchup, Salat (also: grüner Salat mit Essigdressing), Marmelade, Butter, Reissirup (?), ein kleines Gipfeli und zwei kleine Semmelchen, Tee und Früchte in Ahornsirupjelly. Und Misosuppe. Und einen Cappuccino hinterher.
Also: nächstes Mal würde ich jederzeit wieder das japanische Frühstück nehmen, aber eben: keine Zeit.
Pünktlich um viertel nach acht standen wir an der Bushaltestelle und erwischten die letzten offiziellen Gepäckplätze.
Der Bus juckelte dann eine halbe Stunde durch die Berge, steile Serpentinenstrassen an malerischer Schlucht entlang nach unten, wurde immer voller und erstaunlicherweise waren wir nahezu die einzigen, die in Yumoto ausgestiegen sind. Ich glaube, viele sind nach Odawara weitergefahren, wo man direkt mit dem Shinkansen nach Kyoto fahren kann oder auch in das Romancecar nach Shinjuku einsteigen kann. Wir sind in eben dieses in Yumoto eingestiegen (L. hat noch einen Store entdeckt, in dem er stöberte, ich habe unsere IC Cards aufgeladen, weil man für das Romancecar eben die Sitzreservierung bezahlt, der Rest geht normal über IC Card.).
Dann kamen die allerentspannendsten anderthalb Stunden des Tages: eine mucksmäuschenstille Zugfahrt nach Shinjuku.
Für den Tag in Tokyo hatte ich alle Teilnehmer angefragt, welche Läden und Sehenswürdigkeiten angestrebt würden und von Gemini in eine gute Reihenfolge bringen lassen.
Wir haben also als erstes unser Gepäck ins Hotel gebracht, praktischerweise war unser Zimmer im 13. Stock schon fertig. Die grossen Koffer waren noch nicht da, aber wir hatten ja noch nicht mal mit dem Zimmer gerechnet. Diesmal ohne Pokemons und nicht so luxuriös wie in Hakone (ach), aber gut zum Augenausruhen.
Dann ging es los, erstmal was Essen. Alle waren nach dem luxuriösen Ryokanessen bereit für was junkiges, also McDonalds (L. hatte den McSamurai in guter Erinnerung). Ein Check auf dem Weg ergab:es gibt bei McD Japan keinen Veggieburger und nicht mal die Pommes sind vegetarisch (meine Güte, frittieren in Rinderfett, muss das sein?). Mir blieben: ein Schälchen Edamame mit Mais, ein kleiner Salat mit halbfettsesamdressing, eine Apfeltasche (vermutlich auch in Rinderfett fritteiert) und dann halt Kaffee. NAaaaaaaaaja.
L. und ich hatten beide rausgefunden, dass man kostenlos auf das Tokyo Metropolitanbuilding rauffahren kann und dort eine super Aussicht aus dem 45. Stock oder so hat. Gesehen, getan. Das war wirklich superschön!
Und meine Güte, ich hatte ja in Kyoto gedacht: Grossstadt, total overwhelming (mit 1.4Mio Einwohnern ist Kyoto 5x so gross wie Basel ungefähr), da merkt man dann auch nicht mehr, ob es noch mehr sind. Tja. Schon also wir in Tokyo aus dem Bahnhof kamen, war mir klar: doch. merkt man. Sooooo hohe Häuser, so viele Menschen, so laut, so bunt, so viel. Es war keine grossartige Aussicht, sondern diesig, also immer noch kein MtFuji, aber auch kein Ende der Stadt in Sicht.
Next Stop: ein Popupstore für eins von L.s Computerspielen. Leider musste man dafür ein nummeriertes Ticket haben und die gab es nicht mehr. Naaaaaaaja.
Nächstes Ziel war Tokyo Station, genauer gesagt: "Character Street", eine unterirdische Shoppinstrasse mit lauter Läden zu all den japanischen Kitschserien und halt Characters, wie zB die mofu, die Katze, die immer in irgendwelchen Kostümen steckt. Die Kids hatten dort Pläne, ich suchte eigtl den Trainiart Store für Shinkansenjünger. Wir sind aber schon daran gescheitert, die Strasse dort zu finden. Wir sind gelaufen und gelaufen und Google Maps gefolgt, irgendwann standen wir vor der Touristinformation mit dem bezeichnenden Schild: "Are you lost? We are happy to help",
aber noch nicht bereit, zu fragen wo lang. Wir drehten noch eine Runde nach oben, wieder nach unten, aber diesmal in einem Hotel, dann wieder nach oben, aus dem Hotel raus, wieder rein, nach unten, diesmal aber wirklich in die Touristeninfo. Dort bekamen wir einen Plan mit eingezeichnet, wo lang, ausserdem wurde gefragt, was wir denn dort suchen würden, weil: es gibt eine Clean-Tokyo-Kampagne, für die gibt es gratis so japanische Tücher, aus denen man Taschen falten kann, mit Pokemons drauf, hier, vier Stück für euch.
Mit dem Plan haben wir das dann gefunden und als wir so vor dem Kirby-Cafe standen und alles blinkte und bimmelte und döngelte und juchzte, da war ich schon ein bisschen durch. Wir haben uns aufgeteilt, der Hübsche und ich machten uns auf die Suche nach Zugläden. Trainiart haben wir nicht gefunden, ich glaube, der ist da auch gar nicht, aber: wir haben jetzt Shinkansen-Nudeln noch dazu.
Nachdem wir uns wiederhatten, sind wir gemeinsam noch in den Pokemonladen und ich finde das ja alles toll und einzigartig, aber es war so hell und bunt und laut (und ich hatte nur eine Apfeltasche, Salat und eine Handvoll Mais und Edamame gegessen), es wurde ein bisschen viel. Der Hübsche merkte das und steuerte uns alle zu einem Starbucks. Kaffee und ein Stück Kuchen und die Welt sah schon wieder anders aus.
Nächstes Ziel: eine Secondhand-Shoppingmeile, in der die Kids Vintage Designertaschen und -Kleider suchten. Der Hübsche und ich ruhten unsere Augen in dem schön einfarbigen UniqloStore gegenüber aus (es gibt auch Uniqlo-Blumenläden!).
Alle sehr erfolgreich, die Taschen wurden schwerer, die Füsse müder.
Zurück nach Shinjuku, ich wollte unbedingt in den Onitsuka-Tiger-Flagshipstore.
Alle anderen auch und alle anderen Touristen auch. So cool, von Highheels, Parfum, einem Onitsuka Tiger-Monchichi und halt ALLEN Sneakern gab es alles. Die Touristen drehten hohl und die ungefähr 15jährigen Shopangestellten waren so nett und freundlich und schnell und gut im Sachenmerken, das war beeindruckend! Beeindruckend auch die Schuhausbeute (und der Preis. Ich war zwischendrin versucht, das zu skippen und sie bei Zalando zu bestellen, aber naja, 75 CHF gegen 200 CHF sind halt auch mal eine Hausnummer....) All das dauerte bis halb acht, zu spät, um noch den letzten geplanten Shoppingspot in Shibuya anzusteuern. Wir machten uns also auf den Weg zurück zum Hotel (an dem Billboard mit der grossen 3D Katze vorbei, die wir aber nicht aus der richtigen Perspektive zu sehen bekamen, so sah sie dann eher ein bisschen verzogen aus), allein, weil wir unsere Unmengen Taschen abstellen mussten. Auf dem Weg noch ein Stop im Family Mart, wir brauchten neue Pflaster und haben endlich grosse gefunden! Die Kids teilten sich noch einen Snack, ich war jenseits von Hungergefühl.
Im Hotel war unser Gepäck schon angekommen, das war super. Mit all den Koffern und Taschen ist das Zimmer sehr eng, wir müssen noch ein bisschen besser verstauen und verräumen.
Kleine Enttäuschung: das zum Abendessen anvisierte Running-Sushi-Restaurant war zwei Minuten vom Bahnhof, nicht zwei Minuten von unserem Hotel (15min vom Bahnhof). An sich keine Sache, aber ich war halt schon 23k Schritte gelaufen (ausserdem: Mais, Edamame, Salat, Apfeltasche, Stück Kuchen)
Mit sehr leichtem Gepäck also auf den Weg zum Essen. Und irgendwie waren dann da lauter Baustellen, es war nicht klar, welche Treppe rauf oder runter und irgendwann ging es nicht mehr weiter und ich hatte es so satt, immer nach dem Weg zu suchen und alles blinkt und döngelt und es sind so viele Leute da und ich mag nicht mehr laufen und... naja, es war mir so zuviel, dass der Stress als Tränen raussprudelte und das war ja dann auch doof, weil niemand was dafür konnte und ich auch auf niemand sauer war, es war nur... zuviel. Der Rest der Reisegruppe war aber grossartig, ich wurde gedrückt und getröstet und jemand anderes übernahm die Führung respektive fragte einen der Baustellenbewacher.
Es ging dann ein bisschen, aber wir haben es gefunden. Und es war dann auch schon wurscht, dass wir angeblich 10 Minuten auf einen Platz warten mussten. Als wir uns gerade hingesetzt hatten, wurde unsere Nummer schon aufgerufen und ... es wurde wild. Ich war noch nie bei einem Running Sushi, hier fuhr einerseits Zeug im Kreis, andererseits konnte man sich auch Sachen bestellen, die dann auf einem anderen Weg angesaust kamen. Alle fünf Tellerchen konnte man ein Gachaspiel spielen und meine Güte, haben wir gefeasted!!! Dick und rund machten wir uns auf den Rückweg, der überhaupt nicht sooooo kompliziert war auf einmal.
Um elf waren wir zurück im Hotel, duschten der Reihe nach, räumten ein bisschen (die Kids haben noch einen grossen aufblasbaren Hammer aufgepustet und naja....
Jetzt ist es nach Mitternacht, das ist eigentlich ein bisschen Betrug, aber bei Ihnen ja noch nicht, deswegen passt das schon.
Morgen machen wir hoffentlich nicht so viel, bis jemand (ich) weint...
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