So. Wir haben es gestern geschafft, in Kyoto am Bahnhof zwei ICOCA- Karten zu kaufen, Geld abzuheben (andersrum, weil wir vermuteten, man bräuchte Bargeld für die Karten), L hat uns wie ein Boss zur richtigen UBahn gelotst, wir haben unseren Gutschein in ein UBahn Ticket umgetauscht und sind Richtung Hotel gegondelt. Ich war gar nicht soooo unglücklich über keine grossen Koffer! Im Hotel hatte man übrigens schon einen Anruf vom Flughafen bekommen, dass unsere Koffer kommen würden.
Das Pokemonzimmer ist vor allem bunt, aber niedlich. Learning: unsere Worldadapter passen in die meisten Steckdosen nicht rein. Wir haben uns also nach kurzem Durchschnaufen auf den Weg zum nächsten Familymart gemacht (L. war auf der Suche nach seinem Lieblingssandwich) und eben Adapter besorgt.
Next stop: Uniqlo, um frische Tshirts und Socken und so einzukaufen, weil ja kein Gepäck. Auf dem Weg dorthin war L. so süss aufgeregt weil er halt alles kannte und zeigen wollte. Wir waren in den verschiedensten Läden voller Niedlichkeit,
sind an Pachinko Spielsalons vorbei, und haben dann bei Uniqlo Basics eingekauft.
Danach waren wir direkt ggü in einem Coco Ichibanya Curryladen, den beide Kids vom letzten Mal noch kannten und mochten. Wir sahen, was es bei uns ja gar nicht mehr gibt, jede Menge Pet Shops, in denen unglaublich niedliche, flauschige Babykatzen und -Hunde jeweils allein in einem Plexiglaskäfig sitzen... traurig...
Sonst: ich war sehr overwhelmed, sicher wegen 1000 Stunden unterwegs, aber auch weil: so viele Schilder, die ich alle nicht lesen kann, so viele Menschen. Rein optisch wurden übrigens alle Japanklischees erfüllt: Schulkinder in Uniform (ich kann immer noch nicht recht verarbeiten, dasa L einer von ihnen war), von den Mädchen halte ich lieber mindestens eine Morgensternlänge Abstand, ich habe zu oft Kill Bill gesehen, unglaublich gestylte Jugendliche und junge Erwachsene, wie lebende Mangafiguren, alles bunt, alles Dudelsack und piepst allein beim Geldabheben machte es einen Sound als hätte ich einen Level Mario Cart. durchgespielt.
Wir liefen durch Gion, immer die schmaleren Straßen, es war sehr malerisch, hatte Blade Runnder-Vibes, und dann standen wir vor dem grossen Yasada-Schrein, der auch um Dunkeln noch sehr gut besucht ist.
Wir Stromerzeuger ein bisschen rum, dann waren wir müde und liefen die erstaunlich lange Strecke zurück.
Geduscht, in die geliehenen Hotelpyjamas "gown style" gekleidet, von 100 Pokemönern beobachtet, haben wir recht gut geschlafen.
Nächster Tag: die Airtags sagten, unsere Koffer wären schon da. Wir zogen uns also an (frisches T-Shirt!!!!), machten uns auf den Weg in die Lobby, wo viele Koffer standen, aber nicht unsere, und gingen erst mal Kaffee trinken. Ich hatte auf dem Weg gestern ein kleines Café, das irgendwas mit Coffee & Pastey guess, wo wir sehr guten Cappuccino und Varianten von irgendwas mit Ei bekamen. Etwas überraschend: das Ei auf Toast und im Croissant war kein warmes Rühr- oder Spiegelei, sondern kalter Eiersalat, viel davon. Schneckte unerwartet, aber gut. Dazu wundervolle Muffins und wir waren bereit für den Tag (L teilte mit dem Hübschen noch ein Lieblingssandwich, das es gestern in keinem Laden gegeben hatte).
Im Hotel bekamen wir alle Koffer aus einem Hinterzimmer, wäre das auch erledigt.
Um 9 wurden wir von L.s Gasteltern abgeholt, die mit uns einen Ausflug zu einem Spa an Lake Biwa machten.
Die Fahrt allein war schon spannend: schnale Beegsträsschen an einem kleinen Bergbach entlang. Wenn es kein Bambuswald gewesen wäre, hätte man sich im Schwarzwald wähnen können.
Und dann: Onsen. Ich hatte ja vorher Regeln etc gelesen, war aber doch sehr froh, dass qir mit der Gastmutter auch im Frauenbereich eine Auskennerin hatten. (Ich bin jetzt ja nicht ultimativ prüde, finde es aber schon einen bisschen wilden Move, Leute, die ich noch nie gesehen habe, zum ersen Kennenlwrnen wohin mitzunehmen, wo man sich als erstes nackig macht. Es hat aber alles okay geklappt (nur die Kloslipper vergessen anzuziehen, ich dachte, die hätte jemand davor stehen lassen, und als wir zwei einzigen offensichtlichen Ausländerinnen das erste Becken betreten wollten, wurden wir freundlich, aber bestimmt aufgehalten, und gefragt, ob wir uns auch ordentlich gewaschen hatten. War gut, dass wir eine lokale Fürsprecher dabei hatten.
Das warme Wasser in 15 Varianten war sehr angenehm (wir haben anders als die Jungs das Strombecken verpasst, war wohl relativ gruselig)
Dann: treffen mit allen in von Spa gestellten shorts und TShirts (der Hübsche fühlte sich an Squid Game erinnert) und auf Liegestühlen und Massagesesseln auf den See hinausgehen.
Dann: Mittagessen und zwar italienisches Buffet. Das war ... ein bisschen weird, aber niedlich (und die Pizza tatsächlich sehr gut). Italienisch war es nicht, aber das ist ok, deshalb sind wir ja nicht hier.
Dann: Wechsel in ein andersfarbiges Trainingsanzugsset unf ab ins Hot Stone Spa. Da gab es verschiedene dunkle Räume mit verscheidenen Themen und Temperaturen (zb "Radium Starsky Spa", in denen man sich auf einem Handtuch eben auf warme Steine legen konnte. Sehr entspannend, dann mehr Seeblock auf grossen Sitzsäcken.
Dann aber: genug gechillt, auf zur Samuraitheateraufführung.
Wir dachten ja, das ganze Ding wäre ein totaler Touristennepp, aber schon beim Baden war klar: wir sind die einzigen Nichtjapaner hier. Und auch beim Theater: es war voll besetzt, v.a mit älteren Japanerinnen, die begeistert mit klatschten und lachten. Wir kamen nicht auf die Idee, Google translate mitlaufen zu lassen und haben deshalb kein Wort verstanden, nur dass es gut und böse waren und es sehr dramatisch war, eine Frau wurde getötet und am Schluss waren alle Bösen fast tot.
Danach wurde es richtig weird: das Licht ging an und ein Schauspieler redete nochmal eine galbe Stunde über das Stück (?), weitere Aufführungen, Souvenirs, die man kaufen sollte (da hatten wir google Translation eingeschaltet) und dann, natürlich, wurden wir extra begrüßt und erwähnt und immerhin L angesprochen, wo wir den herkänen (ah, die Schweiz, Niagarafälle!). Es hätte noch eine zweite Show gegeben, aber L. hat dankenswerterweise sehr höflich verpackt, dass das nicht sein muss...
Also mehr Ruhesessel und Seeblick.
Ein paar sind tief und fest eingeschlafen und irgendwann war mir nicht klar, was jetzt weiter passieren würde und wer den nächsten Schritt initiieren sollte (das internationale Äquivalent zum DACH-Klatschen auf die Oberschenkel und einem handlungseinleitenden "So" sozusagen). Wir haben ein bisschen rumgeeiert, dann war klar, wir gehen jetzt nochmal ausgiebig duschen, dann fertig. Wir haben uns also in den Sitzduschen mit Höckerchen eingeschäumt und abgeduscht, fertiggemacht und dann gemerkt, dasa due Jungs offensichtlich nochmal baden gegangen waren. Also probierten wir respektive liessen die Fussputzfische nochmal unsere Hornhaut probieren. Ja. Oke. Immer noch nicht meins.
Auf dem Heimweg über die Berge durch den Bambuswald mit Q telefoniert, der ein bisschen Redebedarf hatte (u.a.: in welchem Kochbuch steht der Hähnchensalat?--> GU Party Basics, das pinke). Es geht ihm gut, alles paletti.
Wir haben uns noch vegi- und nicht veginSushi gesucht (moom and back, das Restaurant hatte eine Warteschlange und wir vie Hunger, deshalb sind wir zum angeschlossenen Takeout gegangen, wo der einzige Tisch frei war und wir schlemmen konnten.
Dann ein Bummel über den fast schon geschlossenen Nishiki Market (wir kommen nochmal wieder!), haben Gacha Maschinen gedreht, g
esnackt und heimgewandert.Die Kids haben noch einen Instadrink im Familymart geholt (gefrorene Trauben, Eis, Sprite), und ich gehe jetzt einfach ins Bett.