Montag, Dezember 17, 2018

Fast forward

Gestern abend war dann nochmal kurz spannend, weil uns aus Unachtsamkeit beide Katzen im Stockfinsteren und ohne Halsband noch mal ausgebüchst sind (wir hatten nach dem Raclette-Gelage alle Fenster und Türen im EG auf zum Lüften, die Katzen währenddessen im Westflügel Obergeschoss eingesperrt, und als wir sie wieder runterliessen, hatten wir vergessen, dass die Haustür sperrangelweit auf stand. Ups.) Aber: beide kamen auf den ersten Ruf sofort nach Hause, Sansa allerdings nicht allein, sondern ... nein, immer noch nicht mit einer Maus, sondern einem Regenwurm, der sich im puscheligen Eichhörnchenschwanz verfangen hatte. Ups.).



 Heute dann der Start in die letzte aktive Woche vor Weihnachten und ich scheine in meinem Leben gar nix gelernt zu haben, weil ich wirklich davon ausgegangen bin, dass die recht ruhig werden würde, nur weil ich alles, was ich auf meiner ToDo-Liste stehen habe, prakisch durch habe. Ich habe verdrängt, dass andere Leute erstens nicht so weit voraus planen (auch immer wieder lustig, wenn es um Geschenkideen, Wunschlisten etc. für Weihnachten geht....) und vom Jahresende regelmässig überrascht werden, andere schnell vor Jahresende eine heisse Kartoffel schnell noch jemand anderem zuwerfen wollen, und drittens manche Sachen einfach nicht planbar sind.
Und so habe ich heute meine letzte Runde reguläre Teammeetings abgehalten (3x je eine Stunde Call, einmal in der kleinsten quiet booth, die wir haben, die ist echt eine Herausforderung für meine Rollkragenpanik,

dann Meeting Minutes fertig schreiben und zum Review verschicken), schnell für das neu eingeführte, wöchentliche Reporting die High- und Lowlights der letzten Woche(n) zusammengestellt (ich muss dann immer an meinen ersten Chef denken, der uns immer an unsere "Sätzli" erinnerte), Anfragen beantwortet, Reisepläne für Januar geschmiedet, NIEMANDEN zum Mittagessen gefunden und dann halt allein sehr lecker in der Markthalle gegessen,

mit Kollegen Strategien besprochen und einvernehmlich die nötigen Meetings erst für Januar geplant, und, ganz wichtig, es geschafft zumindest ein Stockwerk allein im Lift zu fahren, so dass es für ein Aufzugselfie meines aktuellen Lieblingsoutfits reichte.


Sonst so:
es fehlt noch genau ein Weihnachtsgeschenk. Da wissen wir aber nur, das wir noch erfahren, was das sein soll. Ich atme innerlich in eine Tüte, weil die Zeit, in der ich entspannt eines auf dem Weg durch die Stadt hätte besorgen können, vorbei sind, Lieferfristen sowieso, und sich in mir trotzdem alles innerlich sträubt, mit leeren Händen unter dem Baum zu sitzen und zu sagen: Tja, Wir haben gefragt. Ganz oft. (Der Hübsche ist zumindest äusserlich cooler, mal sehen, wie es rauskommt am Schluss. Aktuell trägt es immerhin ein bisschen zu meiner Kieferdauerverspannung wegen Zähnezambeissen bei. Aber: es ist ja die staade Zeit, da knirsche ich nur ganz leise.)

Morgen habe ich übrigens letzte Nupsi-Nachkontrolle ("Eigentlich müsste man das nicht nochmal anschauen, aber hm, jetzt wurden halt doch beidseitig Biopsien gemacht und da sagt unser Protokoll dann doch, dass man nochmal kommen sollte nach einem halben Jahr") und ich rede mir ein, dass ich total cool bin deswegen. Bin ich natürlich nicht, allein deswegen nicht, weil ich einem Arzt, den ich kaum kenne (die längste Zeit, die wir zusammen in einem Raum verbracht haben, habe ich verschlafen) meine Brüste zeigen muss und bei aller Rampensauattitüde, das geht dann doch ein gutes Stück aus meiner Komfortzone raus.
Zur Ablenkung habe ich mich ein wenig (zu viel) in den Untiefen von Instagram herumgetrieben und bin dabei auf den Satz gestossen "Der Hirntod bringt Menschen nicht um". Sie meinen jetzt vielleicht, dass das so aus dem Zusammenhang gerissen keinen Sinn gibt, aber aus Gründen verlinke ich den Account hier nicht und deshalb müssen Sie mir glauben: Auch im Zusammenhang des sehr langen Posts macht der Satz nicht viel mehr Sinn. Hat aber irgendwie was und ist mal was anderes als das zu Recht verpönte "Was uns nicht umbringt, macht uns hart". Ich bin gespannt, wie die ersten Kollegen zB in einem Risk-Assessment reagieren, wenn ich bei der Risikobewertung einfach mal sage: "Der Hirntod bringt Menschen nicht um."

Stressleveldurchschnitt gestern: 53 (ich sag ja: entspannen ist anstrengend)
Selbstbeweihräucherung: Kopf über Wasser gehalten, ich Lemming.

Sonntag, Dezember 16, 2018

Tage zum Festhalten

So wie ich die eine Nacht, in der der Hübsche widerwillig schon in Ludwigshafen war (gestern beim Kollegengeburtstag einhellig festgestellt: wir sind alle untauglich für den deutschen Arbeitsmarkt. Wir sind das höfliche, freundliche, durchaus entspannte und familiäre Schweizer Arbeitsleben gewohnt und wollen es nicht missen.), Q. Stunden zum Einschlafen brauchte und L. dann eine Woche Magendarm für alle damit einläutete, dass er sich und mich nachts um zwei von oben bis unten vollkotzte und ich allein im vollgekotzten Schlafzimmer mit weinendem vollgekotzten Baby in einem vollgekotzten Pyjama und Haaren und einem interessierten Kleinkind ("Was het de Nenni usegschpuckt?") mit der Aussicht auf dringende Arbeitstermine am nächsten Tag und der viel dringlicheren Frage "Erst duschen oder erst Bett abziehen?" (Bett. Immer das Bett!) als: "Das merke ich mir, so schlimm wird es nie wieder!" abspeicherte, so speichere ich Tage wie heute als "Und dann auf einmal wurde es so" ab:
Wir haben alle drei bis neun geschlafen, im Bett Kaffee getrunken und geschwatzt, um 10 kam L. von der Übernachtung bei seinem Freund nach Hause, wir haben gemütlich gefrühstückt, gedandelt, mit den Grosseltern telefoniert, ein bisschen für die Schule geübt (Q. französisch, L. englisch, beide ohne Motzen), dann sind wir nach Basel auf den Weihnachtsmarkt incl verkaufsoffenem Sonntag gefahren (total entspannt mit dem Zug, weil Eisregen und überhaupt: verkaufsoffener Sonntag in der Stadt? Sicher nicht mit dem Auto!), es war bis auf die etwas bedrückenden, obwohl farbenfrohen Betonpoller ("City safe") sehr schön, wir konnten ohne schlechtes Gewissen schon um fünf einen Glühwein trinken, gemütlich bummeln, pubertär spontan einsetzende schlechte Laune abfedern, und durch die wunderbar beleuchtete Stadt ging es wieder heim zu einem Raclette-Gelage. Der einzige Nachteil an grossen Kindern: zwei Baumstriezel sind nicht mehr mehr als genug für die ganze Familie und so war ich ein bisschen hungrig.

Stressleveldurchschnitt gestern: 18
Selbstbeweihräucherung: mich (fast) gar nicht von der auf einmal rabenschwarzen Stimmung eines nicht näher genannten Ü10- und U15 Mitglied der Familie runterziehen lassen

Verkaufsoffener Sonntag in ganz Basel? Nein. Ein unauffälliger Autoladen hat zu und so konnten wir das Model 3 nur durch die Scheibe besichtigen

Grundvoraussetzung für einen entspannten Weihnachtsmarktbummel: mittelguter Glühwein (7CHF) in geschmackvollen Tassen

Sieht viel aus, ist aber schon aus, wenn man von "Oh, den Stiefel müssen Sie da zurückgeben, wo Sie ihn bekommen haben, der ist alt" zurückkommt.

Wer erkennt mein Beuteschema beim "nur mal kurz gucken" im Sephora? (Holla, "Goddess of  Volcano" und die Edelsteinlinie von Hudabeauty und die Weihnachtsedition von Too Faced, die schreien ganz laut meinen Namen!)


Die Globus-Weihnachtsdeko besticht dieses Jahr durch...

Understatement.


Locker aus der Hüfte, weil das Tram kam: Basel zu Weihnachten ist einfach traumhaft!

Jemand war müde.

Samstag, Dezember 15, 2018

I'm a party girl in a party wohohorld

Wenn meine Kollegen meine hochqualitativen popkulturellen Referenzen schon nicht zu würdigen wissen, dann muss halt das Blog herhalten.

Gestern abend war ich ja mit einer Freundin auf dem Tina Dico-Konzert und es war einfach grossartig. Ich muss gestehen, nach dem Supporting Act waren wir beide (und auch der Rest des Publikums) maximal irritiert, aber naja gut, entweder war sie angetüdelt oder anderweitig, ach mir fällt kein richtiges Wort ein, oder halt einfach grad mal 25, auf jeden Fall: das war nix. Aber echt einfach gar nix.

Aber: Tina Dico war einfach wundervoll, freundlich, unaufgeregt, authentisch, mitreissend, lustig, nachdenklich, einfach grossartig. Ich habe mich auch sehr gefreut, dass das Publikum ein so gutes war. Es waren lauter echte Fans, die die familiäre Atmosphäre und die Nähe genossen haben. Es ging dann alles in allem doch bis elf, und ich war dann (mit ganz viel Rennen, weil die Tram fahrlanmässig um 23:20 am Bahnhof ankommen sollte und meine S-Bahn auch um 23:20 abfahren sollte.) um viertel vor 12 daheim, dann noch Duschen, bisschen Schwatzen und ja, ich war schon ziemlich froh, dass ich mich nur einmal umdrehen musste, als der Wecker morgens um sechs läutete. Q. und der Hübsche mussten da nämlich raus, weil: Unihockeyspiel.
Das war dann noch unnötig kompliziert, der Spielort war nämlich verlegt worden, was keiner wusste, und so wanderte die Mannschaft mit allem Gedöns in aller Herrgottsfrüh durchs eiskalte Basel, dann war der Trainer der Gegner verschollen, der Schiri hatte verschlafen und verloren haben sie auch noch.
L. und ich hingegen haben ausgeschlafen, im Bett noch ein wenig Musik gehört (unter anderem die Originalaufzeichnung von "Adam's House" zum 50 Geburtstag von Prinz Frederik, das ich gestern abend eben mit Akustikgitarre und vorgestelltem Symphonieorchester gehört hatte), Frühstück geholt und sehr gemütlich in den Tag gestartet.
Heute ging es dann nämlich schon weiter mit Feiern, L. ist bei seinem besten Freund einen runden Geburtstag mit Übernachten feiern, wir waren bei meinem Lieblingskollegn zum Feiern eines runden Geburtstags (ohne Übernachten) eingeladen und Q. blieb auf eigenen Wunsch allein daheim.
(Hat er super gemacht: wir haben gemeinsam eine Pizza für ihn vorbereitet, den Ofen so programmiert, dass sie zur Wunschzeit fertig war, er hatte sich, ganz old school, einen Film aus der Schulblibliothek ausgeliehen und ist dann irgendwann ins Bett.)

Wir haben lecker gegessen, getrunken, gelacht, über erneuerbare Energien, Elektroautos, Wildschweine, Hochhäuser, multiresistente Keime, Notenschluss, Noelinis, Instrumente und Hochhausbaustellen geschwatzt und jetzt, hilft ja nix, müssen wir noch des Hübschen Gin-Kalender aufarbeiten. Ich habe einen "Cherokee Gin", laut Anleitung mit Birnenspalten, der Hübsche einen "Royal Dock Navy Strength" mit einem "Dash of Bitter" und wie der Furby sagen würde: "Kann man machen, kann man machen!"

Stressleveldurchschnitt gestern: 16
Selbstbeweihräucherung: fast in das schmale Parkfeld gepasst.

Freitag, Dezember 14, 2018

Quak

Jetzt hatte ich gestern abend schon beschlossen, dass ich vom Lookfantastic Adventskalender eher underwhelmed bin, und dann kam heute.

(Exkurs: ich finde trotzdem, er darf noch eine Runde nachlegen. Er war ganz schön teuer und bisher... naja. Es mag daran gelegen haben, dass an Tag 1 eine "Colour & Contour"-Palette drin war, die, auch wenn der Contour-Farbton für mich arg dunkel ist, echt der Hammer ist. Und danach ... kamen dann bis auf einen Augenbrauenstift eher so Pröbchen von vielleicht ganz netten Sachen, aber auch echt Quatsch. Ich meine: Selbstbräunertropfen, mit denen ich jede Art von Bodylotion oder Feuchtigkeitscreme in einen Selbstbräuner verwandeln kann? Warum sollte ich das wollen? Und eine Reisegrösse Zahnpasta? Ja, gut, die brauche ich immer wieder, aber in einem Highend-Kosmetikkalender erwarte ich keine Zahnpasta. Wie luxuriös kann Zahnpasta denn sein? Ich glaube: nicht so. Aber gut, es ist noch knapp die Hälfte an Schublädchen zu öffnen, vielleicht ändere ich meine Meinung noch. Aktuell schiele ich immer sehr wohlwollend zu Frau Rabe, die mit ihrem Baremineralskalender echt was Tolles aufgetan hat. MERKI FÜR 2019!)

Also: heute. die 15 war ein relativ kleines Fach, aber aus dem roten Seidenpapier fiel kein 13. Probepäckchen, sondern ein Lippenstift. Juhuuuuu!


Von "Lipstick Queen" hatte ich noch nie was gehört und högscht begeistert zog ich die Hülle auf und....


Joah. Dunkelgrün. In meinem Kopf nahm ein wütender Verriss Gestalt an, weil meine Güte, kein Mensch mag dunkelgrünen Lippenstift, und das hätte man sich ja denken können, bevor man so eine beknackte Farbe launcht, und jetzt das fast abgelaufenen Zeug in einen Adventskalender zu stopfen, das ist ja echt fies.

Aber gut, ich hatte heute ja Homeofficetag, wann soll man sowas probieren, wenn nicht dann.

Auf der Haut sah es schon mal nicht soooo dunkelgrün aus wie befürchtet, halt eher wie so ein verheilender blauer Fleck. Genau das, was ich im Gesicht möchte.

Und dann, als ich vor dem Garderobenspiegel todesmutig meine Lippen anmalte: tadaaaaaa, da wurde die Farbe auf einmal ein leichtes Rosa.

Der Name Frog Prince ist also durchaus mit unglaublich viel Bedacht ausgewählt (ich hätte ihn auch fast an die Wand geworfen).


Joah. Ne. Also: ich mag die Farbe wirklich gern, die Kinder waren angemessen beeindruckt und vom Dunkelgrün angewidert, aber ich frage mich ja schon, warum um alles in der Welt man so ein Produkt macht. Freiwillig kauft doch kaum einer einen dunkelgrünen Lippenstift und niemand, der mit Absicht einen dunkelgrünen Lippenstift kauft, (zB. weil man der Tannenbaum im Krippenspiel ist)  freut sich dann, wenn der gar nicht dunkelgrün ist.

Nun ja, aber für Adventskalender gebe ich zu, ist das eine nette Idee.


Sonst so: wir sind mit Narcos Mexico fertig, durchaus empfehlenswert, wenn man die anderen Staffeln mochte. Q. hat jetzt rausgefunden, dass sein halbspanischer Klassenkamerad nicht wusste, was Pendejo und Cabron (ich habs nicht so mit Akzenten) bedeuten. Bisher.
Danach waren wir dann ein bisschen unsicher, was wir als nächstes anfangen sollen zu gucken, und sind dann haben wir erstmal die "A Head Full of Dreams"-Doku angeschaut und ach, das war richtig, richtig schön! Ich hoffe sehr, dass die Aussage "Das war vermutlich das letzte Coldplay-Album" nur der übliche Post-Album-Kater war und dass da noch was kommt. Und auch nochmal Konzerte, das war so, so, so schön!

Aber heute abend geht es erstmal auf ein anderes Konzert: weil es im Internet ganz grossartige Menschen gibt, sehe und höre ich nämlich Tina Dico live in Basel und das mit auf der Gästeliste stehen.

Stressleveldurchschnitt gestern: 39
Selbstbeweihräucherung: Erledigrrl does, what Erledigrrrl does best.

Donnerstag, Dezember 13, 2018

Erklärbär

Gestern abend war es noch sehr cool, ich habe nämlich die Jungs bei der "Nice Little Things"-Aktion bei Limango Deko/Zeug für ihre Zimmer aussuchen lassen. Ich finde die meisten Sachen sehr sehr schön und auch nicht ganz so ubiquitär wie manch anderes. Lustig zu sehen, dass Q. schon total im Teenie-Schwarz-Weiss-Cool-Modus ist und L. noch sehr auf "aaaaaaaw, ist das niedlich" abfährt. Und cooles.
Und so hat jeder was gefunden, Q. eine graphische Fuchs (sein Pfadiname)-Deko und ein paar Schwarzweisse Kissen, L. eine Lampe und ein Nachttischchen. Wer das Holzschild mit dem Lama, das "No Problama!" sagt, kriegt, ist noch nicht raus, es gibt aktuell vier Anwärter.

Bei der Arbeit drei grosse Brocken erledigt, einmal den Detektivbericht abgeliefert (ein bisschen über mich selber die Augen gerollt, weil ich den Ausdruck "deep dive" verwendet habe), einmal ein Dokument, das seit zweieinhalb Jahren erstellt werden hätte müssen und zwar von jemand anderem, der sich aber genauso lang weigert und anstellt und, wie der Schweizer sagt, "blöd tut" und tja, Morgen ist die Deadline dafür (respektive, aber das ist jetzt übermässig kompliziert) für ein Dokument von mir, in dem ich auf das fehlende Dokument verweisen müsste. Oder begründen, warum es nicht da ist. Das habe ich letztes Jahr gemacht und die Auflage bekommen, dieses Jahr aber wirklich dafür zu sorgen, dass es da ist. Tja. Ist es. Ich habe es nämlich selber geschrieben. Sehr unbefriedigend, aber immerhin konnte ich das grosse Desktoppostit, auf dem ich jeden Zwischenstand notiert hatte, endlich löschen, und drittens habe ich ein ausführliches Assessment, warum ich bereit wäre, einen Lieferantenvorschlag zu akzeptieren, abgegeben. Nur um zu hören, dass sie in der Zwischenzeit das gekauft hätten, was ich ursprünglich vorgeschlagen hatte. Das ist jetzt schon das zweite Mal, dass sie einen halbscharigen Vorschlag gemacht haben, auf mein "Immer langsam reiten, gebt mir eine Woche, ich muss das genauer evaluieren, dann sage ich Euch Bescheid" mit Seufzen reagiert haben und nach einer Woche, wenn ich mit meinem Assessment, wo echt Arbeit drin steckt, komme, sagen sie: "Ach, ne, wir machen jetzt doch so wie du erst wolltest."
Mal ehrlich? Ich bin ja kein Freund von Aussitzen, aber das schreit ja geradezu danach. Weil meine ganze angelernte Expertise zu Siebmühlen und Lasersonden kann ich mir jetzt auch in die Haare schmieren.

Das Projekt steuert übrigens schon wieder ganz streng auf "Oh Gott, es ist alles sehr dringend zu" und mit den letzten zwei Jahren in den Knochen habe ich heute klargestellt, dass ich in der Weihnachtspause weder erreichbar sein werde noch die freie Zeit dazu nutzen werde, italienische Dokumente zu reviewen, die seit Wochen überfällig sind.

Sonst so: die schwedische Kollegin hat heute drei Plätzchendosen mit schwedischen und dänischen Plätzchen mitgebracht und eine davon stand an der Kaffeemaschine, neben der ich immer sitze, wenn ich nicht im Turm bin. Sehr, sehr lecker.


Ausserdem nähern wir uns endlich meiner Wohlfühltemperatur an. Ich habe allerdings schmerzlich festgesstellt, dass mir meine Skijacke ohne Skihose zu kalt am Po ist, weil sie da nicht drüber geht. Aber: sie gefällt mir immer noch sehr und ich freu mich schon auf den ersten echten Einsatz

Stressleveldurchschnitt gestern: 15
Selbstbeweihräucherung: ich kann anscheinend sehr streng schauen. Und zwar kam das so: bei uns gibt es, wie vermutlich überall, zu wenig Meetingräume. Und deshalb ist es sehr, sehr streng geregelt, dass man einen Meetingraum verlassen muss, sobald die Buchungszeit (online via Google Kalender, manchmal muss man auch an einem Touchpad, das an der Tür ist, vor Ort noch einchecken, sonst wird der Raum wieder freigegeben und wenn dann jemand spontan reserviert, fliegt man) zu Ende ist.
 Egal wer man ist. Und egal wer man ist, hat man andere Buchungen zu respektieren. Man kann natürlich kurz vor Beginn des eigenen Meetings man suchend durch die Glastüren schauen, damit die drinnen merken, dass jemand nach ihnen gebucht hat, aber das ist es auch schon. Rein kann man erst, wenn die Buchungszeit beginnt. Naja. Also, wir sassen heute da zu dritt um das Pizzaphone herum, am anderen Ende eine Kollegin im Homeoffice und ungefähr 8 Leute an verschiedenen italienischen Orten. Gebucht hatten wir den Raum bis vier. Um fünf vor vier versammelten sich ein paar Männer vor dem Raum. Um vier MInuten vor vier wurden sie unruhig. Drei Minuten vor vier riss einer die Tür auf, stellte sein Laptop auf den Tisch und machte den Mund auf. Gesagt hat er nichts, weil ich (leicht genervt, weil s. oben) hob eine Hand mit einem Zeigefinger zur Tür gerichtet, die andere Hand mit drei FIngern, weil drei Minuten und die Augenbrauen bis zu Haaransatz. Er sagte "AberichmussdieTechnikeinrichten" und als ich dann meinte: "Ja, um vier.", da trollte er sich motzend. Ich war selber ein bisschen überrascht, dass Fräulein Rottenmeier so stark in mir war, aber als aus dem Telefon kam "Oh, are you already getting kicked out of the romm?" meinte meine italienische Kollegin neben mir: "I thought so, but K. put on a very German face and they got really scared!", da musste ich dann lachen. Punkt vier sind wir raus und haben ihnen mit einem breiten Lächeln und einem "All yours" den Raum überlassen. (ich hätte ihnen ja noch erklären können, wie man "die Technik schon einrichten kann", wenn man gar nicht im Raum ist, aber ich wollte das Oberlehrerhafte nicht überstrapazieren.

Mittwoch, Dezember 12, 2018

Baby, it's cold outside*

Es ist sogar so kalt, dass ein Longsleeve, Schal, Mantel und Mütze nicht mehr reichen (naja, und Hose und Schuhe natürlich), und so ging es bis zum Mittagessen im (überheizten) Turm, is mir auch innerlich wieder warm war.
Auf einem strammen Marsch durch die Innenstadt ist mir zwar nicht warm geworden, aber ich habe die letzten Weihnachtsgeschenke besorgt und so kann sich am Freitag das obligatorische Päckchen auf den Weg in den Nordosten machen.
Der Turm ist übrigens ab einer gewissen Höhe (unter unserem Stockwerk) ordentlich vereist, aber immerhin sind dieses Jahr noch keine grosen Eisplatten nach unten gedonnert.


Bei der Arbeit viel erledigt, flink zwischen Produkten und Jobs hin und her gehüpft und aller mittelguter Stimmung und der vielen Dinge, die noch vor Weihnachten zu tun sind, zum Trotz sehr aufgeräumter Stimmung gewesen.


Alles Material für das Detektivprojekt zusammengesammelt, eigentlich wollte ich das noch zu einem ausführlichen: "Warum wir nicht Eucher Problem sind und wo ir bei Euch mal schauen solltet, weil ich als Auskenner da und da und da Zweifel habe"-Bericht zusammenfassen, aber dann wurde ich von einem Controller erwischt, der mich direkt darauf hinwies, dass er jetzt genau seinen Job machen würde und eben was kontrollieren. Naja, er wollte vor allem Sachen wissen, die nicht in meinen Bereich fallen, aber hey, so habe ich auch mal was gelernt.


Beim Heimfahren vertan mit den Busabfahrtzeiten, ich dachte, meiner führe um 40 oder 45, und war rechtzeitig um 37 da, aber Pustekuchen, er fährt um 50. Tja nun. Fährt. Er stand im Stau. Und zwar richtig lang.
Aber immerhin warm und trocken und mit W-LAN, was will man mehr.


Daheim: Mit Kindern schwatzen, Q. zum Unihockeytraining schicken, alles für die Mittwochsflammkuchen vorbereiten, crosstrainern, mit L. essen, vorlesen, Q. beim Essen Gesellschaft leisten, und dann kommt auch schon der Hübsche nach Hause.


Stressleveldurchschnitt gestern:
Selbstbeweihräucherung: Ich muss ein wenig ausholen: ich habe nämlich irgendwie verpennt, meinen Handyvertrag rechtzeitig zu verlängern und habe jetzt schon zwei mal relativ hohe Abobeträge gezählt, weil er sich halt zu "irgendwelchen" Konditionen für drei Monate verlängert hat. Das war mir halb bewusst, ich hatte auch mal die Verlängerungsoptionen online überprüft, die sahen aber echt auch nicht besser aus (die Schweizer Handytarife sind echt immer noch echt, echt teuer.) Der Hübsche hat mir heute morgen ganz stolz erzählt, was er für einen Superdeal rausgehandelt hat bei der Verlängerung von seinem Vertrag, indem er einfach dort angerufen hat und gemeint hat, dass er seinen Vertrag gern verlängern möchte, aber hallo, sicher nicht zu den Onlinekonditionen und zack, hat er einen ungefähr 50%-Rabatt bekommen. Tja. Der Hübsche arbeitet halt auch in der Marketing und Sales-Abteilung und kriegt keine Stresspusteln bei der Aussicht, mit jemand am Telefon verhandeln zu müssen. Aber gut, Vorbereitung ist alles und so bekam ich seinen Vertrag als Vorlage und habe bei der Hotline angerufen. Es war mir zwar sehr, sehr unangenehm, aber was soll ich sagen, es lief erstaunlich skurril.
"Hallo, ich habe verpennt meinen Vertrag zu verlängern und die Konditionen, die mir online angeboten werden, die sind inakzeptabel"
"Tja, da müssen Sie halt dann rechtzeitig kündigen vor Ablauf der drei Monate, die sich das jetzt verlängert hat."
"Nene, ich will nicht kündigen, ich will verlängern, aber keine Mondpreise bezahlen."
"Wieviel würden Sie denn zahlen wollen?"
"Ich habe da als Referenz den Vertrag, den beim Mann für dasselbe Paket gestern abgeschlossen hat: genau so viel."
"Oh. Oh. Das ist aber ein sehr gutes Angebot. Moment."
*Düdelü*
"Hallo, danke fürs Warten. Geht klar, das gilt dann ab heute."
"Äh. OK.? Gut. Danke."


Tja. Und fürs nächste Mal habe ich einen Termin in meinen Kalender gesetzt




* Ja, ich weiss. Liedtext, consent, tralala.

Dienstag, Dezember 11, 2018

Immer noch eins mehr als wie du

Und weil praktisch grad Weihnachten ist und ich gestern schon so gross rumgetönt habe, dass jetzt alles easy und smooth werden wird, kommt erstens noch eine Art Detektiv-Arbeit dazu, die zwar sehr viel Spass macht und spannend ist, aber halt auch.... Zeit kostet. Und noch dazu kommt ein "Ach, schau an, Frau Brüllen hat immer noch kein Windows 10 Laptop, bitte danke Termin abmachen" und dann sind natürlich nur Termine vor Weihnachten möglich. Ich denke, da bin ich so lang wie möglich ausgekommen (und nein, ich bin nun wirklich nicht technikfeindlich und change-avers, aber ich habe gesehen, wie die Kollegen, die schon umgestellt wurden (ALLE!) am Strampeln sind, mit ganz banalen Tätgkeiten wie zB Verbindung mit den Beamern/Screens in den Meetingräumen.
Also: Laptop putzen (nicht nur datenseitig, sondern auch physisch, ich habe es doch wunderbar mit Aufklebern personalisiert, weil wir alle identische haben und ich keine Lust auf Verwechslungen habe, und jetzt steht das da extra in der Email. Die Kollegen waren sehr verwundert, als ich das erwähnte, entweder habe ich Ferkel eine personalisierte bekommen oder keiner liest die Emails ganz. Bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich mit Fön, Aceton oder Ceranfeldschaber rangehe, keins scheint mir die uneingeschränkt richtige Wahl für ein Laptop zu sein) und hoffen, dass alles klappt, weil, what should go wrong, ich den letzten Termin vor Weihnachten genommen.

Sonst so: Abschlussvortrag über das Italienprojekt gehalten. Die Kollegen haben die Britney-Spears-Referenz nicht erkannt, aber sich köstlich über das gif mit der müden Disneyprinzessing amüsiert und auch schon über das Titelslide: "Das Italienprojekt aka  A series of unfortunate events. Season 2". Überhaupt glaube ich, dass ich schon gar nicht so schlecht im Vortragen bin und die meisten Dinge in eine spannende Story verpacken kann, aber das war in dem Fall gar nicht nötig, das war in der Hinsicht ein Selbstläufer.
Btw: im Januar geht es weiter und es gibt bald auf Netflix "A Series of unfortunate Events, Season 3". Wenn das mal kein Vorzeichen ist.

Abends die Saison der Team-Dinner eröffnet, das ist ja der Vorteil (oder auch Nachteil), wenn man im einer Matrixorganisation arbeitet, es gibt neben dem Department Essen noch für jedes Team ein Event, das läppert sich und für manche Produkte haben wir das jetzt in den Sommer verlegt. Essen kann man ja das gaze Jahr über. Der Hübsche hatte auch einen Abendtermin und hui, zack sind wir in der Lebensphase angelangt, in der die Kinder auch mal ganz allein daheim bleiben. Heute erstmals incl. zu zweit zu Abend essen. Ich bin gespannt, wie das geklappt hat. ein kleiner Check-in per Whatsapp zwischen Salat und Hauptgang  wurde mit "Ja, alles ok und ich bin fit für den Franztest morgen" beantwortet. Na dann.

Jetzt bin ich rechtschaffen müde....

Stressleveldurchschnitt gestern: 18
Selbstbeweihräucherung: Astreinen Vortrag gehalten, ohne gross zu üben die Zeit eingehalten und es war stimmig. Und unerwartet spontan gewesen, nämlich um 17:23 die Einladung für ein Meeting um 17:30 bekommen, rechtzeitig eingeloggt und aus dem Stegreif eine ganze Menge historisches Produktwissen geteilt