Dienstag, Mai 26, 2020

260520 Hamsterrad

Ein ganz normaler Arbeitstag war das heute:

6:30h mit Kaffee am Esstischschreibtisch, der Reihe nach die Kinder in die Schule und den Mann ins Untermdachoffice verabschieden, die Anfragen und Themen seit gestern abend bearbeiten, Zusammenarbeite zwische drei Kontinenten organisieren, dazu viel Kräutertee trinken und in Wollsocken, leichter Strickjacke und mit Schal tippen, weil es im Erdgeschoss sehr kühl ist, extra frösteln, wenn der Hübsche aus dem dann doch eher warmen Dachgeschoss in T-Shirt und Shorts auf einen Eiskaffee runterkommt (ich leiste ihm mit Espresso Gesellschaft).
Gemeinsames Mittagessenvorbereiten, das pünktlich zum Heimkommen von L. auf dem Tisch steht.
Diesmal lasse ich den Hübschen und L. allein abräumen und klar Schiff machen, ich habe nämlich eigentlich seit 12:30 ein Meeting, dem ich aus ein bisschen Erziehungsgründen nicht pünktlich beigetreten bin, nachdem meine Bitte um Verschiebung wegen "Familienmittagessen, nicht verschiebbar" nicht nachgekommen wurde, sondern halt 10 Minuten später. Naja. Dafür das dann auch früher verlassen, weil ein anderes parallel angesetzt war, danach wieder zurück. Im Homeoffice kostet mich das zwei Klicks, im echten Office hätte ich das eine oder andere Stockwerk auf und ab rennen müssen.
Nachmittags: L. hat Sportunterricht am Nachmittag, ich hoppe von Meeting zu Meeting, zwischendrin lege ich mit dem Hübschen eine kleine Workoutrunde ein (Butt und Thigh, war nix, also nicht anstrengend), er macht danach noch weiter, während ich noch zwei Meetings habe, eins als Teilnehmer, eins als Facilitator. Sansa passt letzteres ab, genau den Moment, in dem sich alle 30 Kollegen eingeloggt haben, um interessiert die Webcam abzuschnuppern. Genau der richtige Moment, um schnell an die Vortragende zu übergeben.

Vor dem Abendessen strample ich noch ein knappes Stündchen auf dem Crosstrainer, ich komm ja sonst irgendwie ohne physisches Meetinghopping nicht auf meine 12k Schritte pro Tag.

Abendessenkochen machen alle gemeinsam, L. und Q. erzählen von der Schule und fachsimpeln dann irgendwann über Zelda, L. freut sich sehr (und wir auch), dass alle Eltern seiner Geburtstagsgäste mit einer Nachholfeier übernächstes Wochenende einverstanden sind. Das hat doch mehr an ihm genagt, als ich dachte (wobei: mich hätte das als Kind auch verfolgt...) und das ist jetzt echt gut, dass wir das nachholen können.

Ich bin ... müde und erschöpft und habe das Gefühl, bei der Arbeit nicht voran zu kommen, wobei es vermutlich einfach daran liegt, dass es unglaublich viel ist und alle anderen auch unglaublich viel arbeiten, weil wir alle die Kurve nicht bekommen, einen klaren Cut zwischen Arbeit und Freizeit oder auch Urlaub zu ziehen, weil wir sind ja eh immer alle da, da kann ich doch auch schnell .... ans Telefon gehen, das Memo schreiben, das Dokument reviewen, die Präsentation korrigieren, den Vortrag halten, wir sitzen doch alle im gleichen Boot, warum sollte ich mich von einem Kollegen vertreten lassen, ich BIN DOCH DA. Und das ist genau die Falle, in der zumindest ich mich (und auch viele andere Kollegen) grad reinlaufen sehe. Durch die fehlenden Alternativen zu "DA SEIN" machen wir einfach keine Pausen und das ist langfristig halt schon nix. Ich kenne mich: da kann man noch so sehr sagen, man könne doch auch Urlaub daheim machen und "schau halt einfach nicht rein", es ist einfach nicht dasselbe. Schon MIT Wegfahren dauert es mindestens eine Woche, bis mir die Arbeitsvorgänge tatsächlich wurscht sind und ich nicht das Gefühl habe, intervenieren zu müssen (okay, oder man macht es so wie letztes Jahr und fährt um die halbe Welt auf eine Insel ohne Empfang und lebt im Wald und kayakt und sieht Wale und danach war es sogar mir wurscht, ob meine Vertretungen das alles hinkriegen).
Und interessanterweise mache ich am liebsten Ferienhausurlaub, d.h. mit nahezu all den Alltagspflichten, die es daheim auch gibt, aber da stresst mich das gar nicht, weil aussenrum alles anders ist. Die gleiche Zeit zu Hause mit "einfach nur nix" und chillen und Ferien daheim und "lass uns doch mal die Gegend erkunden" hat nur einen Bruchteil des Erholungseffekts. Getestet zB 2018, das war urlaubs- und erholungstechnisch echt nicht gut und das Jahresende dann echt hart (weswegen wir dann ja noch mal flugs eine Woche Malta im Herbst eingelegt haben).

Langer Rede, kurzer Sinn: ich bin immer noch überzeugt davon, dass es richtig war, Ligurien zu stornieren, aber die Hütte in den Bergen in Italien.... ich würde sagen, ich sehe die Chancen, dass wir dahin fahren, tatsächlich bei etwa 50:50.

Morgen kommt der Bundesratentscheid zum Thema "Veranstaltungen" etc, wo es auch um Aktivitäten wie eben das Sommerlager der Pfadis gehen wird. Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und sage: optimistischer als beim Elternrathock vor ein paar Wochen: 50:50, dass es stattfindet. (Für die Jungs würde ich mich wirklich freuen!)

Jetzt höre ich von oben noch Q. im Pfadi-Hock plappern und lachen, der Hübsche liest L. mit ruhiger Stimme vor, ganz oben läuft der Staubsauger, neben mir plätschert die Spülmaschine, die Geräusche, die den Zieleinlauf eines langen Tages markieren.
Nun denn, jetzt müde Beine (und Butt :-)) auf die Couch gehievt und geheimes Strickprojekt vor Netflix weitertreiben, morgen dreht sich das Rad weiter.

Gegessen:
Schwarzwälder Kirschtorte
aus Versehen eine ganze Wassermelone (relativ klein)
Salat mit gebackenem Camenbert und frischem Brot
Marillenknödel

Getragen:
Jeans, Wollsocken, T-Shirt, Strickjacke, später Sportsachen

Gelesen:
"Laufen"

Stressleveldurchschnitt gestern: 11
Selbstbeweihräucherung: nicht zickig auf Mails reagiert, die (jetzt habe ich es dreimal umformuliert, aber ich bin müde, deshalb schreibe ich jetzt, was ich eigentlich meine) echt rotzfrech sind, sondern stoisch sachlich geantwortet.

Montag, Mai 25, 2020

250520: Full Service

Ich habe gestern abend offensichtlich irgendeinen Schritt beim Reaktivieren des Wochentagsweckers vergessen, aber ich muss mir keine Gedanken machen, hier wird sich gekümmert!
L. kam um viertel vor vier wegen Alptraum und obwohl ich mir noch dachte, dass es vernünftiger wäre, mit ihm zusammen in sein grosses Bett zu ziehen, als ihn in unser nur marginal breiteres Bett dazuzunehmen, wo dann halt drei Leute drinliegen, war ich zu müde, um mehr als "Komm, aber bring dein eigenes Kissen mit" zu nuscheln.
Ab dann habe ich kaum noch geschlafen, aber Jonny machte den Service perfekt und übernahm das vollständige Aufwecken ab viertel vor sechs durch vehementes Nasenbeissen, Schnurren und am Fliegengitter rütteln. L. hat alles übrigens verschlafen. Bis sieben. Unter meiner Decke, seine lag als Knäuel auf dem Boden.
Skurrilerweise ist meine Fitnessuhr der Meinung, dass ich meine "Body Batterie" bis vier praktisch überhaupt nicht aufgeladen hätte, aber ab dann: steil nach oben. Joah. Ne.

Nichts, was ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte von den Nachbarn und ordentlich Kaffee zum Frühstück nicht richten würden. Holla, da ist/sind viel(e) Kirsch(en) drin!

Der Arbeitstag verlief dann angemessen beschwingt und gut gefüllt (das Überstundenabbauen der letzten Woche hat dazu geführt, dass ich auf jeden Fall genug zu tun habe :-)).

Mit L. haben wir dann in der Mittagspause und vor dem Volleyball nochmal die unregelmässigen Verben geübt, das sollte jetzt sitzen für den Test morgen.

Am Nachmittag ging es grad so weiter, ich habe den kurzen Moment verpasst, wo man nach Abarbeiten aller Überseeanfragen am Morgen und der europäischen untertags mit einer abgearbeiteten ToDo-Liste Feierabend machen könnte, bevor die Kollegen aus Kalifornien aufwachen und loslegen. Da ist es dann viel schwerer, den Absprung zu schaffen, weil... naja, die haben ja noch den ganzen Tag vor sich.

Als der Hübsche L. dann zum Volleyball brachte, schaffte ich es endlich auf den Crosstrainer, eine stramme Stunde strampeln, um das Hirn zu lüften. Sehr nötig, sehr schön!

Nach zwei Wochen Schule ohne Abstand zwischen den Kindern und munteren Kinderverabredungen am Nachmittag habe ich heute übrigens die Geburtstagsgesellschaft von L. angeschrieben, respektive deren Eltern, wie sie zu einer zeitnahen Nachholfeier stünden. Ich bin sehr gespannt, ich hätte aus dem Bauch raus gesagt, dass wir hier zu den vorsichtigen Pessimisten gehören, aber wer weiss, vielleicht hat das ja in den letzten 10 Wochen oder so, wo wir niemand getroffen haben, ja auch gekehrt und alle sind jetzt so und halten uns für irre und verantwortungslos, das auch nur in Erwägung zu ziehen.

Gegessen:
Schwarzwälter Kirschtorte
Salat, Brot (kein "no Knead", weil gestern vergessen, sondern die Anleitung auf der Mehlpackung, das war ja schon mal eher scheusslich.)
Montagspizza

Gelesen: "Laufen"

Gesehen: "Derry Girls" fertig (Ich glaube, Kiki hat die Serie wärmstens empfohlen, und skurrilerweise hatte ich genau deshalb irgendwie lang Hemmungen, sie anzuschauen, weil ich glaube, ohne Witz alle Serien, die ich richtig toll fand, fand Kiki aus dem tiefsten Grund ihres Herzens echt scheisse. (Andersrum übrigens auch, fällt mir gerade ein. Ich sage nur "The Wire") Das ist natürlich an sich überhaupt kein Problem, ich nehm das fast nicht persönlich, ich dachte nur, die Schnittmenge unseres Seriengeschmacks ginge ungefähr gegen Null, und deshalb wären die "Derry Girls" nichts für mich. Aber: Meine Güte, war das schön! Die Kombination aus Irland, Teenagermädchen in den 90ern und einem unglaublich grossartigen, warmherzigen Humor ist echt grossartig. (mein Lieblingscharakter übrigens: Sister Michael)
Und "White Lines"

Stressleveldurchschnitt gestern: 22
Selbstbeweihräucherung: ich habe nachgezählt: wir haben 23 Kirschen, die fast rot sind, an unserem Kirschbäumchen. Das ist ein Riesenerfolg!

Sonntag, Mai 24, 2020

240520: "Ein Plan ist eine Liste ....

... von Dingen, die nicht passieren". Das ist das Zitat (aus "The Way of the Gun"), das der Hübsche sehr weise seiner Doktorarbeit vorangestellt hat.
Ganz so dramatisch würde ich jetzt nicht formulieren, aber ich hatte mir das heute anders vorgestellt.
Angefangen damit, dass ich all das gestern machen wollte, weil dann hätten wir den Sonntag gehabt, um uns auf Schule und Arbeit einzugrooven, aber gestern hat es geschüttet und naja, da sind Kletterpark und Wasserfall nun keine gute Idee (Die Kinder hätten letzteres das nicht wirklich schlimm gefunden, weil "Im Urlaub haben wir Wasserfälle bei jedem Wetter angeschaut!"

Also. Wir haben uns also vorgestern abend für den Kletterpark vorangemeldet, haben gestern Klamotten und Handschuhe bereit gelegt, Kühlakkus für die Kühlboxen eingefroren, Snacks geschnitten, Reisesemmelteig angesetzt, Wecker gestellt und sind heute morgen dann pünktlich um neun aus dem Haus gekommen.

Die Fahrt war ... super, der Hübsche hat das selbstfahrenden Auto genossen, die Kinder haben geswitcht/netflixt, ich habe gelesen, der Parkplatz war noch total leer, das Wetter toll, der Wasserfall.... joah, schon ok. (ja, sorry, wir sind verwöhnt, wir haben Hawaii, Island, Norwegen, Kanada wasserfalltechnisch  durchgespielt, und vielleicht verspiele ich damit meine potentielle Einbürgerung irgendwann, aber der Rheinfall ... joah, ist maximal nett. Und dafür kann er gar nix, er hat den unglaublichen Standortnachteil, dass er praktisch in unserem backyard ist, dass aussendrumm deutsch/schweizer pittoreske Städtchen sind und halt ausser Corona nix richtig spezielles. Aber: wir haben ihn jetzt abgehakt auf unserer Wasserfallliste.)

Der Kletterpark war: grosses Kino! L. war erst ein wenig sparsam, weil er vom Hübschen die Höhenangst geerbt hat (oder halt von ganz allein hat, aber halt hat), aber wir haben das super gemeinsam gemeistert. Der Hübsche (trotz Höhenangst) hat mit Q. die megakrassen Parcours gemacht, ich habe mich (ohne Höhenangst) mit L. an die gemütlicheren gehalten (tot wäre man bei allen, wenn etwas schiefgehen würde), es hat echt Spass gemacht! (Ich hoffe sehr, dass der erste Seilpark, den ich je besucht habe, mittlerweile sein Konzept auch so umgestellt hat, dass man sich rein technisch nicht mehr mit beiden Karabinern gleichzeitig aushängen kann, das haben die Kinder damals nämlich reihenweise gemacht und es ist ein Wunder, dass da noch keiner geflogen ist.). Was mir übrigens auf der Stirn zu stehen scheint, wie damals auch schon: "Ich kümmere mich gern um ihre Kinder, laufen Sie einfach los, machen Sie was anderes, trinken Sie Kaffee, lassen Sie Ihr heulendes Kind einfach am Baum hängen, ich regel das!" Das ist zwar falsch, also der Teil mit "gern", aber ich kann halt schon nicht an einem heulenden, panischen, baumelnden Kind vorbeiklettern.....
Natürlich kamen der Hübsche und Q. gerade dann von ihren dramatischen, spektakulären Touren zurück, als ich wie der Aff am Stangerl an selbigem hing und das mit dme Balancieren total verkackt habe und mehr oder weniger am Hintern zur nächsten Station rutschen musste.... egal.
Es hat allen Spass gemacht, Q. war sehr traurig, dass wir nach drei Stunden gehen mussten (er ist noch ganz allein die 15 (?) m zum BananaJump raufgeklettert und ... hat dann doch die Muffen bekommen und ist wieder zurückgeklettert. Ich bin stolz auf uns alle: erstens auf ihn, dass er sich das zutraut und problemlos hochkam, dann dass er merkt, dass es von unten viel weniger dramatisch (und immer moch mehr als überdramatisch für meine Verhältnisse) aussah als von oben, und dann eben, obwohl von unten die ganze Family und alle anderen Kletterer zuschauen, lieber den viel komplizierteren Rückweg antritt, als eben zu springen, obwohl er sich nicht wohl fühlt. Und schon auch auf uns Eltern, dass wir ihm das zutrauen. Beides.)













Mit leichten Blessuren und wackligen Knien haben wir die Picknickkühlbox aus dem Auto geholt, ans Rheinufer geschleppt und das war dann ganz schön: erstens lecker, zweitens schön, drittens hatte man zumindest das Gefühl, dass sich die meisten Leute bemühen, Abstand zu halten (wenn das perfekte Selfiemotiv lockt, ist das natürlich schnell vergessen).







Was mir leider den Tag versaut hat, ist der Abschluss: ich war mit dem Parkticket unterwegs zum Kassenautomaten und davor stand eine 5köpfige Familie (alte Eltern, erwachsene Kinder mit eigenen Babies) so verteilt, wartend auf weissnichtwas, dass ich auf dem Hinweg schon Schlangen laufen musste in ca 50cm Abstand, um zum Automat zu kommen. Ich habe nichts gesagt, die Augenbrauen hochgezogen und mein Ticket bezahlt. Als ich mich umdrehte, standen sie noch verteilter, so dass ich sie wirklich nahezu berührt hätte beim Zurückweg. Man muss vielleicht dazu sagen: das war ein riesengrosser Parkplatz, es standen zwar jede Menge Autos da, aber praktisch keine Leute.  Es gab einfach keinen Grund, auch ohne Corona, den einzigen Weg vom Parkautomat an den Toilettentüren vorbei im Abstand von <1m zu besetzen (ganz abgesehen davon, dass ich mir Milliarden bessere Warteplätze als die offene Tür eines öffentlichen WCs vorstellen könnte....). Ich drehte mich also mit meinem bezahlten Ticket um, schaute sie an, hob betont hilflos die Achseln und Augenbrauen und bog nach einer kurzen Wartepause kopfschüttelnd zum Händewaschen in den Waschraum ab. Draussen ging das Geläster los "Warum so dumm rumstehen?" "Einfach laufen, nicht so anstellen" und als ich rauskam, wurde direkt auf mich losgekeift. Ich versuchte, leider nicht besonders redegewandt, sondern vor allem wütend, meinen Standpunkt klarzumachen, dass es doch nicht so schwer wäre, sich, verdammte Axt, so hinzustellen, dass man mit Abstand vorbeikäme, aber die alte Frau keifte in einer Tour: "Einfach weitergehen, einfach weitergehen, einfach weitergehen, gehen Sie weiter, gehen Sie weiter, gehen Sie weiter!", ihre Tochter giftete "Wenn Sie so Angst haben, sperren Sie sich doch daheim ein!", der dicke alte Mann mit seiner Zigarette hob auch an, und ich war so wütend, weil mir nichts schlagfertiges einfiel, und alles, einfach nur alles so extrem hilflos wirkte. Und so sagte ich: "Ich habe keine Lust, mich daheim einzusperren, bloss weil Sie so ignorant und egoistisch sind und jetzt unbedingt vor dieser Scheissklotür stehen müssen, als ob das irgendwie der beste Platz der Welt wäre", was aber keiner gehört hat, weil sie ja "GEHEN SIE WEITER! GEHEN SIE WEITER!" keiften, ohne sich von dem stinkigen Platz wegzubewegen, es war eine sehr skurrile Situation. In einer anderen Welt hätte ich irgendeinen coolen Spruch gehabt, einen krassen Hustenanfall simuliert, oder ach ich weiss doch auch nicht, so hatte ich das Gefühl, verloren zu haben, UND ZU NAH AN DIESEN DEPPEN vorbei gelaufen zu sein, und musste die ersten halbe Stunde Heimfahrt erst mal heisse Wuttränen heulen. So viel zu, Thema Nervenstärke. Und Abstraktionsvermögen, weil natürlich rechne ich das alles den blöden Rheinfällen an, in keinem Urlaub ist mir sowas bisher passiert!

Bis daheim hatte ich mich dann halbwegs beruhigt, leider war es dann schon fünf, Jonny war den ganzen Tag unterwegs gewesen ohne einen Checkin zu Hause, liess sich auch nicht direkt finden, L. hat am Dienstag Englisch-Test und die unregelmässigen Verben sitzen ..... arg locker, naja, es war alles ein wenig doof, vor allem, dass das extrem verlängerte Wochenende praktisch schon wieder rum war.

Jetzt, nach dem Essen, Jonny heil daheim (Sansa auch), ein, zwei Extrarunden Verben und grosser Rührung, weil uns die Nachbarn, für die wir die letzte Zeit eingekauft haben, einen Kuchen und ein Riesendankeschön vorbeigebracht habe, und überhaupt, sieht alles anders aus und die Welt ist wieder ein bisschen in Ordnung, aber das Wochenende is noch mehr fast vorbei. Und die Rheinfälle bleiben so mittel. Das haben sie jetzt davon!

Gegessen:
Semmel mit Erdbeermarmelade
Picknick (Semmeln, Gemüse, Hummus, Milchschnitte, Aprikosen)
Pasta mit scharfer Mangososse (joah, okay, aber einmal reicht)

Gelesen:
Das neueste Buch von Camilla Läckberg aus, das war aber so belanglos, dass ich mir nicht mal den Titel gemerkt habe.
"Laufen" von Isabel Bogdan. Das ist mal ..... eine ganz andere Hausnummer als "Der Pfau" und vermutlich hat auch das Buch zu meiner mittleren Grosswetterlage beigetragen, und zwar nicht, weil es schlecht ist, sondern im Gegenteil: es erwischt mit an eine ganz schwachen Punkt, alles was mit Depressionen und Suizid zu tun hat, ist .... schwierig für mich, besonders, wenn es so grossartig geschrieben ist.

Stressleveldurchschnitt gestern: 17
Selbstbweihräucherung: erst im Auto geheult. Und auch nicht "Ich hoffe, Ihr steckt Euch an, ihr Blödis" gesagt.

Samstag, Mai 23, 2020

230520: Pritschelpratschel

Sansa wusste schon, warum sie heute morgen schon ab fünf rauswollte: relativ bald später schüttete es nämlich aus Kübeln runter und hörte fast den ganzen Tag nicht mehr auf.... (den Hübschen erwischte es am Umdrehpunkt seiner Rennrunde, Q. huschte gerade noch so nach Hause rein, ich wurde nur von innen nass, vom Abstrampeln auf dem Crosstrainer.
Die Stimmung war etwas komisch heute, der Hübsche hatte nämlich so einen Alternativrealitätstraum, der ihm nachhing. Ich kenne das nur so, dass ich von einer Realität träume, die schlechter ist als die tatsächliche, entweder ist der Hübsche kein so netter Mensch wie in echt oder ich habe irgendwie den Hübschen und die Kinder "verloren" (im Sinne von: sie sind nicht Teil meines Lebens und fehlen sehr, aber ich weiss nicht, was oder wer genau und bin einfach total verloren.). Allein da ist das Aufwachen und Zurechtfinden in der echten Realität nicht ganz easy (vor alle für den Hübschen, der dann gerne mal ausbaden muss, was sein Traum-Ego verbockt hat), aber der Hübsche hat von einer besseren als der aktuellen Realität geträumt, nämlich von einer, in der sein Freund im November nicht gestorben ist und in dem grad keine Pandemie war. Da ist das Aufwachen dann doch arg ernüchternd.....

Die Jungs und ich haben einen Teil der Erdbeeren in eine Erdbeerroulade aus Tiptopf verwandelt (L. die Erdbeeren, Q. die Roulade und den Rahm, ich hatte Eiertrenndienst und habe eigenmächtig die Abkühlphase des Biskuit dahingehend abgewandelt, wie ich es von meiner Mutter gelernt habe: die Biskuitplatte auf ein mit Puderzucker bestäubtes Geschirrtuch stürzen, das Backpapier mit Wasser bepinseln und abziehen, Biskuit mit dem Geschirrtuch sofort aufrollen und gerollt abkühlen lassen. Hat Q. angemessen beeindruckt und gut funktioniert.


(Q. isst natürlich keine Erdbeeren, deshalb war sein Teil mit Nutella bestrichen).

Sonst: viel Sport, für unseren Ausflug morgen packen, lesen, Badewanne,  und mich über den (allergischen? weiss der Geier) Ausschlag ärgern, den ich vom Erdbeernpflücken gestern bekommen habe. Das ganze rechte Handgelenk ist voller juckender Bläschen, die sich vereinzelt bis zum Ellbogen hochziehen. Dank extrem mückenstichempfindlicher Kinder haben wir genug Fenistil oä da, um meinen Arm so ruhigzustellen, dass ich mir nicht die Haut abziehe. (Ich erinnere mich an meine kleine Schwester, die damals daheim nach dem Erdbeerpfükcen einen Ganzkörperausschlag bekam und seitdem habe ich da ein bisschen Angst davor. Ich bilde mir ein, das hatte damals mit irgendeinem Spritzmittel zu tun, das vermutlich mittlerweile verboten ist).
Die verbrannten Finger haben übrigens keine Blasen entwickelt und ich kann die Hände schon wieder lauwarm waschen, dem Kletterpark morgen steht also nichts im Weg.

Beim Suchen der Mückenstichcreme habe ich übrigens die Vorräte gefunden, die ich für diesen Winter/Erkältungssaison/Corona besorgt habe: 4 Fläschchen Nasenspray, Paracetamol, Ibuprofen, alles unangebrochen. Und soweit man an dieser Pandemie überhaupt etwas Gutes finden möchte: das ganze extreme Händewaschen hat zwar dazu geführt, dass meine Hände total rissig sind, dass unser Verbrauch an Handcreme und Seife durch die Decke gegangen ist, aber: wir haben zum ersten Mal seit Kindern und vermutlich überhaupt einen Winter OHNE EINEN EINZIGEN SCHNUPFEN hinter uns gebracht. Immerhin. Nächstes Jahr probieren wir das ohne Shutdown und Pandemieerklärung, einfach nur mit Wasser und Seife.

Vor dem Abendessen haben wir noch eine der letzten Flaschen Niersteiner Riesling geöffnet und auf die verschobene Gartyparty und, wie die Kaltmamsell das gestern so schön ausgedrückt hat, "eine grosse Liebe" angestossen. Immerhin in einem Gärtchen.




Gegessen:
Semmel mit Erdbeermarmelade
Erdbeerroulade
Wraps mit Erdnuss-geröstete-Karotten-Hummus, Halloumi, Gurken und SPinat
Sehr lecker war das! (für die Skeptiker auch Avocadocreme, Süsskartoffelspalten, Tomaten, Feta etc)

Gelesen:
"Die blaudingsige Spur" aus

Gesehen:
"Derry Girls" und "Dark" und "Dead to me"

Stressleveldurchschnitt gestern:
Selbstbeweihräucherung: lecker gekocht und FAST NICHT GEKRATZT!

Freitag, Mai 22, 2020

220520: Abkürzung

Der Tag begann mit Wundern. Wobei, das ist nicht ganz korrekt: der Tag gestern endete mit Wundern, das sich heute morgen fortsetzte. Und zwar wunderte ich mich gestern abend über zwei Dinge:

  • dass die weisse Wäsche so schnell den Weg durch die Waschmaschine in den trockenen Zustand zurückgelegt hatte
  • und dass meine weissen Oberteile, die die Kinder zusammen- und mir aufs Bett gelegt hatten, so arg krumpelig und weich waren. (Ich vermutete, dass jemand, der nicht ich war, beschlossen hatte, dass alles, was weiss ist, in den Trockner darf, und war naja, eine Mischung aus genervt, weil meineT-Shirts NICHT, und angetan von der Tatsache, dass alles erledigt war)

Heute morgen wunderte ich mich dann weiter, ich hatte nämlich eins der krumpeligen Dinger direkt angezogen und war echt enttäuscht von der Waschperformance, die die Tomatensossenflecken nicht wirklich besiegt hatte. Ich befürchtete, dass durch die Runde durch den Trockner die Flecken da jetzt für immer wären und überlegte schon, ob ich es wohl hinkriegen würde, selektiv mit Javelwasser zu bleichen oder ob dann auch der Druck in Mitleidenschaft gezogen würde.
Beim Frühstück machen merkte ich dann an: "Ist ja super, dass das so schnell ging, aber bitte in Zukunft meine weissen T-Shirts nicht mehr in den Trockner!"
Antwort: 3 ahnungslose Gesichter.
Erläuterung: "Die weisse Wäsche, die ihr gestern anscheinend gesamthaft in den Trockner gestopft habt?"
und hmmmmmm, dann war es ein bisschen gruselig, weil es kam raus, dass die Wäsche nicht nur nicht im Trockner, sondern niemals in der Waschmaschine gewesen war. Ich hatte die Jungs gebeten, gestern abend die Wäsche vom Wäscheständer abzuhängen und zusammenzulegen und der Hübsche sah oben den Wäschekorb voller weisser Wäsche, die ich beim Badputzen dort zwischengeparkt hatte, weil die Waschmaschine mit Bettdecken belegt war. Und liess die Kinder die auch grad zusammenlegen.
Es wurde dann noch ein bisschen gruseliger, weil Q. sich erinnerte: "Ja, und manches war noch ganz schön nass, da habe ich mir gedacht, das hätte man ja schon noch gescheiter trocknen können!"
Nun ja. Wir haben den Tag also damit begonnen, einen gesamten Wäschekorb voller verschwitzter, dreckiger, aber liebevoll zusammengelegter weisser Wäsche (ich sage nur: Sportsocken! Laufshirts!) aus den verschiedenen Kleiderschränken wieder rauszuklauben und es doch mal mit erst Waschen zu probieren. (Die Pizzaflecken gingen astrein raus!)


Ansonsten: voller Tag.


Unterwegs mit 3 Jungs, die alle coole Mountainbikes mit ohne Schutzblechen oder Gepäckträger haben. Habe ich mir halt den Wäschekorb aufgeklemmt....


  • 6kg Erdbeeren gepflückt, davon 3kg in 12 Gläser Marmelade verwandelt (und mir nur zwei Finger verbrüht!)
  • L. konnte beim Anstehen in der Kassenschlange der Mutter vor uns helfen, die leicht verzweifelt war, weil ihr Kleinkind eine scheints heissgeliebte Minion-Figur nicht mehr fand, indem er auf den Veloanhänger verwies. Kommentar: "Ja, ich erinnere mich noch, als ich jung war, habe ich sowas auch gern an solchen Orten verräumt"
  • Wocheneinkauf (sehr hungrig, sehr viel)
  • neue Terrassenmöbel (einen grossen Tisch und 6 Stühle, irgendwann werden wir wieder Gäste auf die Terrasse einladen können. Mit 210cm Länge könnten wir immerhin schon mal einen Gast einladen und uns dann einzeln mit ihm unterhalten) gekauft
  • alle zusammen "Dark" geschaut. In der fünften Folge der ersten Staffel hatte L., der das ja zum ersten Mal sieht, seinen ersten "Whhhuuuuuuuut?!"-Moment, das war sehr lustig zu sehen. Es kommen ja noch einige.
  • Beim Jonny-Holen mit Nachbarn ein Distanz-Schwätzchen gehalten. Das tut schon gut!
  • Tacos gegessen
  • Nach dem Marmelademachen die Küche geputzt
  • Semmelteig für morgen angesetzt.


Gegessen:
Semmel mit Himbeermarmelade
viel Kaffee
Nachos mit Guacamole
Tacos mit Vegihack

Gesehen:
"Dark" und "Dead to me"

Gelesen: "Die eisblaue Spur"
Die Vorgeschichte zum "Rosenfest", das letztes Jahr sooooooo grossartig war. Danke fürs Teilen und Nochmalauflebenlassen!
Ich hätte mich so gefreut, dieses Jahr in teils ähnlicher Runde ganz anders ein ähnliches Jubiläum zu feiern, aber, liebe Frau Mutti, wie wir bei der Kaltmamsell lesen konnten, hat es da zum eigentlichen Termin auch nicht geklappt und wurde dann sooooo schön, das sind die besten Voraussetzungen für nächstes Jahr!

Stressleveldurchschnitt gestern:
Selbstbeweihräucherung: mit dem Hübschen sehr einig schnell ganz schön viel Geld ausgegeben (der Kunstbaum mit den Lichterblüten war schon sehr schön!)

Donnerstag, Mai 21, 2020

210520: Gedankenspiele

Um fünf von sehr wachen Katzen geweckt worden.
Um sechs sehr wache Katzen ins Freie gescheucht.
Um halb acht von immer noch sehr wachen, aber taufeuchten Katzen (einer) geweckt worden, die, Zeichen, Wunder, sich auf meinem Bauch eingerollt und geschlafen hat. Solange ich in angemessener Frequenz mit rechts das Köpfchen gekrault und mit links den Rücken gestreichelt habe.
Um halb neun aufgestanden, Semmeln geformt und in den Ofen geschoben, Kaffee im Bett, Frühstück auf der Terrasse
Tagesplan, der jede Menge Sport, Aufräumen, Bettenbeziehen, Bäderputzen, Rekognoszier-Trip zum Erdbeerfeld und, ganz wichtiger Termin, von L. eingetragen: "Wasserschlacht" beinhaltete, erstellt.
Tagesplan erledigt
Erdbeerfeld ist parat incl Anstehen im Social Distancing Modus und NICHT am Feiertag. Der Zaun ist übrigens wirklich elektrisch, wie ich beim Drüberlehnen zum Fotomachen feststellte (Auf die Einkaufsliste für morgen kam: Gelierzucker, Zucker, Sahne, weil morgen ist da wieder offen, Samstag soll das Wetter schlecht werden und deshalb ist morgen der allerweltbeste Tag zum Erdbeerpflücken)


Betten sind bezogen
Bäder geputzt (ich habe mein zwanghaftes Inneres mit einigem Aufwand unter Kontrolle gehalten und NICHT die Küche auch grad durchgewischt (nur so ein bisschen), wenn schon mal das "Fliesenglanz"-Putzmittel angerührt ist, weil: morgen wird Erdbeermarmelade gekocht und das kriege ich validiert nicht unklebrig hinö)
Gesportelt ist (ich warte immer noch, dass sich meine Killerarme endlich mal zeigen. Mit viel Fantasie sieht man im voll angespannten Zustand ein paar Dellen, aber wie die Kinder so charmant sagten: "Vielleicht sind das auch einfach Dellen. So wie in den Oberschenkeln.")
L. hat ausgiebig wassergeschlachtet (und die Kinder sind in dem angenehmen Alter, in dem nicht andauernd das Wasser zu kalt oder zu nass ist und die Wasserballons zugeknotet werden müssen, nein, sie haben sogar alle Fitzel ohne Aufforderung selbst eingesammelnt!)

Zwischendrin habe ich die Gedanken schweifen lassen, bin der einen oder anderen Instagram-Werbung gefolgt und habe überlegt, ob wir nicht doch noch Sommerurlaub in der Schweiz buchen sollten, dann ist mir eingefallen, dass wir ja eine Hütte in den italienischen Alpen keine 100km südlich der Grenze gebucht haben, und wer weiss, vielleicht fahren wir da ja wirklich hin? Im Notfall sind wir ein einer Stunde zurück in der Schweiz (mit dem Rega-Helikopter noch schneller), und anders als in der stornierten Strandwoche werden dort auch eher überhaupt gar keine Leute sein.
Während ich schon so beim mentalen Geldausgeben war, hat Q. beim Frühstück durch Gerankel "seinen" Terrassenstuhl ruiniert und mir ist eingefallen, dass ich beim teuren Gartenmöbelhersteller im Nachbardorf, wo wir unsere Balkonloungemöbel gekauft haben, Arbeitsrabatt bekomme und wir doch auch so einen Katalog .... nun ja. Wir fahren da vermutlich morgen mal hin.
Und die Idee mit den Ferien in der Schweiz hat skurrile Bögen geschlagen und mir ist eingefallen, wer alles, den ich kenne, eine Ferienwohnung in den Bergen hat, und wieso haben wir eigentlich keine?
Nun ja. Also. Die Pandemie bringt uns mich auf durchaus interessante Gedanken.
Let's see.

Gegessen:
Semmel mit Mangolinsenaufstrich und Ziegenkäse
Kekse, Vanilleeis
Spargelrisotto (unglaublich gut, wie ich mich hier mal loben möchte)

Gelesen:
"Die eisblaue Spur"

Gesehen:
"Dark", "Dead to me"

Stressleveldurchschnitt gestern 26
Selbstbeweihräucherung: noch keinen Termin bei der Bank für die Finanzierung einer Ferienwohnung gemacht.

Mittwoch, Mai 20, 2020

200520: Aufatmen

Ich mag ja diese Zeit im Jahr eigentlich sehr gern: es hat sommerliche Temperaturen, es ist draussen alles grün und blüht und wächst,

Diese Pfingstrosen haben wir aus meinem Elterngarten zu Hause mitgenommen und hierher verpflanzt. Ich freue mich jedes Jahr, wenn sie wiederkommen. (Unser Garten endet am Zaun direkt dahinter. Nur für etwaige Stilfragen)

Unser dieses Jahr eher guerillaartig begrünter Balkon ist .... grün!



Und ein bisschen bunt (die Nektarine sieht so gerupft aus, weil sie "Kräuselkrankheit" hat und wir alle gekräuselten Blätter abzupfen. Bitte keine Tipps, entweder wirds oder nicht.)
es reiht sich ein langes Wochenende ans nächste, man befindet sich mental im Endspurt auf die Sommerferien.....ok, halt, das ist dieses Jahr definitiv noch nicht der Fall. Gefühlt haben wir das zweite Halbjahr gerade erst gestartet, die Lehrer geben richtig, richtig Gas. Ich kann das verstehen, irgendwie fehlen ja doch 8 (?) Wochen oder so. L. seufzt ein bisschen, weil er sich an eine neue Lehrerkonstellation gewöhnen muss.
Andererseits finden beide Jungs es super, dass wir beiden Eltern im Moment immer daheim sind, d.h. auch direkt da sind, wenn sie aus der Schule kommen und nicht erst abends mit leergearbeitetem Kopf nach Hause kommen. Wir nehmen das als ehrliches Kompliment und versuchen es nicht als Kritik an unserem "normalen" Familienleben zu sehen. 
Ich hatte heute ja wieder einen absoluten Luxustag, weil ich nicht erst ab Mittag, wie meine Kollegen und der Hübsche, frei hatte, sondern halt schon morgens. Incl ausschlafen und Kaffee im Bett. (und dann 45min Steigungsprogramm auf dem Crosstrainer, damit der Tag richtig in Schwung kommt).
Ich habe nur ein, zwei, drei Hangout-Nachrichten aus der Arbeit beantwortet, unter anderem eine, die nachfragte, ob es für mich ok wäre, erst in der dritten Welle (also bisher ohne Startdatum, sicher aber nicht mehr im Juni) ins Büro zurückzukommen, weil die Plätze für die erste Welle (ab Mitte Juni)sehr limitiert wären. Es mag mein Ferienhirn gewesen sein, das die Regie bei der Antwort übernahm "Welle 3 ist super, ich hab eh erst am 17. Juni Friseurtermin, vorher gehe ich eh nicht unter Leute." Darauf kam keine Antwort, ich interpretiere da jetzt nicht zuviel rein.

Apropos Friseur: Der Hübsche brachte mich ins Schwitzen, er bat mich nämlich NACH dem (zusätzlich zum Strampeln und leider mit fiesen Kopfschmerzen absolvierten) "Killer Upper Body Workout" zum Haare- und Barttrimmen. Ich war .... sehr nervös, bin aber im Nachhinein angemessen stolz drauf, dass ich ihn weder verschandelt noch schwer verletzt habe. In return wurde mir der Nacken nachrasiert und die Ohren freigeschnitten, für den Rest ist es jetzt auch schon wurscht und eh zu spät: normalerweise ist die Massgabe beim Haareschneiden, dass ordentlich Platz zwischen den längsten Deckhaaren und der Oberkante Ohr ist, aktuell kann ich sie "schön" dahinter festklemmen, die Schwerkraft überwindet den Undercut, und  es ist alles nur mittelschön. Lustigerweise habe ich das letzte Mal beim Haareschneiden mit der Hairstylistin drüber gescherzt, dass so ein Undercut ja praktisch unmöglich zum vernünftig Rauswachsenlassen ist, weil die Übergangsphase ewig dauert und unglaublich doof aussieht. Sie hatte zwar ganz gute Ideen, wie man das machen könnte, aber keine davon war: bleib einfach 5 Monate daheim und mach NIX dran. Eigentlich wäre jetzt der perfekte Zeitpunkt, sich von der Frisur zu verabschieden und etwas weniger radikales draus zu machen, aber gerade jetzt kann ich es kaum erwarten, dass die Seiten wieder auf wenige Millimeter runtergeschnitten werden.... (noch 4 Wochen).

Nu ja.
Das war VOR dem Nachschneiden des Hübschen, es ist rechts marginal weniger flauschig jetzt.


Diese langen Haare von oben runter gehören erstens viel kürzer und zweitens auf die andere Seite. Immerhin ist der Nackenflausch jetzt (ohne Foto) weg.
Ansonsten: der Hübsche hatte die beste Idee des Tages und zwar: wir machen heute Pizzaabend. Damit fühlt sich der Tag angemessen nach Freitag und als Einleitung des laaaaaaaangen Wochenendes an.
In diesem Sinne, machen Sie das Beste draus!