Montag, Juni 18, 2018

Lagerkoller

Heute haben wir also das allererste Mal im neuen Schlafzimmer geschlafen. Nicht soooooo lang, weil die Storen ja noch nicht da waren und es ab halb fünf oder so knallhell war :-). Aber gut.
Der Wecker läutete trotzdem erst um sieben (montags haben die Kinder ja später Schule). Unten erwartete mich .... ein nicht ganz so grosses Desaster, wie befürchtet, ich hatte nämlich mein aktuelles Strickprojekt (ich bin mit dem vorletzten Chart des Perlensternentuchs fast fertig, da sitze ich seit...Februar dran) gestern abend nicht aufgeräumt und deshalb hatten es die Katzen erwischt. Aber: gute Nachricht, sie waren eher am Wollknäuel interessiert als am Gestrick, d.h. sie hatten den Faden abgebissen und mit den Wollknäuel gekämpft. Schaden: ich musste einen Farbrapport, das entspricht in der aktuellen Breite vielleicht zwei Zentimeter Strickstück, unverstrickte Wolle entsorgen, weil sie die erstens sehr verwuzzelt hatten und zweitens immer wieder durchgekaut, so dass entwuzzeln in zig kurzen Stückchen geendet hätte. Phew, nochmal gutgegegangen! (Auch gut, dass die Merino-Seide-Lace Wolle so fein ist, dass sie eher resist, anstatt eine Katze zu strangulieren).


Ab kurz nach acht hatte ich das Haus für mich (ich habe ja eine Krankschreibung eigentlich bis nächsten Mittwoch, aus Gründen gehe ich aber morgen schon wieder, und wenn das einigermassen geht, dann war es das mit daheimbleiben. Jaja, ich höre Sie alle und auch den Hübschen, die scharf einatmen und sagen "Gesundheit geht vor" und "Da steht nicht ohne Grund zwei Wochen!", aber ich würde mir wünschen, dass Sie alle mir für ein Fünferl Körpergefühl und gesunden Menschenverstand zutrauen. Erstens: wenn es nicht geht, geh ich heim. Zweitens: die Ärztin hat selber gesagt, ich könne gehen, wann immer ich mich danach fühle. Drittens: die Krankschreibungszeit ist ja für alle gleich. Wenn ich jetzt zB einen Job hätte, in dem ich .... Regale einräumen müsste, was über Kopf heben, nach vorne gebückt über dem Operationstisch stehen, überhaupt was körperlich anstrengenderes als ab und an einen Kaffee aus der Kaffeeküche holen und mein Laptop und Block/Kuli ein paar Schritte zum nächsten Meetingraum tragen, dann wäre das was anderes.) und habe erstmal mit tatkräftiger Hilfe der Katzen noch einen Badschrank zusammengebaut.
Dann wieder geschont, also auf dem Balkon Fingernägel ab- und dann neulackiert (Bellbottom Blues, einer meiner Favoriten), gelesen, für die Kinder (und mich) einen Ofenpfannkuchen gemacht, den Storenmann reingelassen, der auch tatkräftige Unterstützung von den Katzen bekam, mit L. danach erstmals panisch die Katzen gesucht, weil WEG! (Sie hatten sich hinter dem Bügeleisen sehr leise sehr klein gemacht),




ein paar Arbeitsmails beantwortet (das ALLERLETZTE Mal Italien für das Projekt vorletzte Woche war wohl doch eher das vielleicht vorletzte Mal, aber wer weiss, vllt feiern wir ja das nächste Mal schon ein bisschen.), an einer Arbeits-TC teilgenommen, mit L. die Katzen eingesammelt und zum zweiten Impftermin zum Tierarzt gebracht. Das war übrhaupt sehr spannend, weil heute der Leukosetest dran war und wir schon ... so ein bisschen nervös waren, weil wir ihre Vorgeschichte und Eltern nicht kennen. Nicht rauslassen würde langfristig schwierig mit ihnen und wir sind überhaupt nicht bereit dafür, dass diese beiden Rabauken keine mindestens 20 Jahre alt warden (und dementsprechend weise). Aber: das spannendste (und das war sehr spannend, weil hui, die beiden können Strassenkamf) war das Blutabnehmen und jetzt haben wir zwei dicke "Leukose negativ" Stempel in den Pässen, müssen noch einmal impfen und dann wars das erstmal. Die beiden haben (bis auf die Kampfeinlage) Bestnoten von der Tierärztin bekommen und wissen jetzt, wo die Geheimvorräte an Leckerli sind. Und dass die Hundeleckerli vllt nicht so lecker sind, aber dafür in einem offenen Glas.
Auf dem Rückweg L. beim Turnen abgesetzt, mit dem Hübschen abgeklatscht, mit Q. zum Turnschuhe kaufen gegangen (vor einer Woche haben sie noch gepasst, nach der Hike Challenge sind sie, auch nach Füsseabschwellen, zwei Nummern zu klein. Er hat jetzt Schuhgrösse 41 und mich damit um zwei Nummern überholt.) und mit ihm ein bisschen für die Schule Nationalhymnen gelesen, gesungen und übersetzt.
L. vom Turnen abgeholt und auf einmal sehr, sehr müde geworden. Einfache Erklärung: ich hatte vor lauter Erholen seit dem Frühstück keinen Kaffee mehr getrunken!
Zwei Espressi später sieht alles schon wieder rosiger aus und ich werde gleich noch ein bisschen das Badschränkchen oben einräumen. Und das Tuch weiterstricken, das muss ja mal langsam ein Ende nehmen, bevor es die Katzen doch noch zerstören.
Auch ein neuer Lieblingsplatz






Warum niemand glaubt, dass Sansa viel leichter als Jon ist

Sie ist viel winziger, als es hier wirkt




Stressleveldurchschnitt gestern: 38
Selbstbeweihräucherung: Ich Ikeafuchs!

Sonntag, Juni 17, 2018

Bereit für den Endspurt

Q. ist nach 40km Fussmarsch wieder da! Ich finde das eh eine unglaubliche Leistung, aber nach einer Woche Sportlager mit der Klasse, wo erfahrungsgemäss Schlaf eher eine untergeordnete Rolle spielt, ist das noch mal  krasser!
Er hat echt, echt müde Füsse und lauter Mückenstiche, aber keine Blasen und keinen Sonnenbrand. Immerhin!


Ansonsten: ich habe ein Badschränkchen aufgebaut, der Hübsche hat mit den Kindern unser Bett auseinander gebaut und in unser neues Zimmer gebracht. Zusammen mit dem Crosstrainer und Bob, die ja für den Umbau im kleinen Bad warten mussten und dem Poäng auf der Galerie sieht das schon gar nicht mehr so nach Tanzsaal aus da oben. Heute schlafen wir das erste Mal oben (also: seit dem Umbau), ich bin sehr gespannt!


Die Katzen sind ... ein bisschen verrückt. Jon hat überlegt, ob er vom Schreibtisch auf das ca 5cm breite Galeriegeländer springen könnte, Sansa hat dafür die Freude am Baden entdeckt. Sowohl in (fast) frischer Katzenstreu als auch in abgestandenem Wasser in grossen Blumenkübeluntersetzern. In Kombination mit ihrem Langhaarfell eine bestechend nachhaltige Idee.


Sie haben übrigens allein heute schon 4x so viele Tiere getötet wie Dax in ihrem ganzen Leben (einen Nachtfalter. Wir sind uns aber nicht sicher, ob der nicht an Alterschwäche beim gefährlich angestarrt warden verendet ist)), nämlich 4 Fliegen unterschiedlicher Grösse. Alle restlos verspeist, das macht Lust auf mehr.


OP-Technisch geht es mir so weit ok, es ist alles lila-gelb, auf zu grosse Ausschnitte sollte ich im Moment verzichten. Ich bin (nicht nur farblich) noch ein wenig unsymmetrisch, aber ein weiterer Tag mit Coolpacks sollte das hinkriegen. Schmerztechnisch ist alles im grünen (hahahahahi) Bereich, ich nehme brav eine 400er-Ibuprofen zum Schlafen, aber solang mich niemand rechts drückt oder mir auf den Busen haut, passt das alles.


So. Jetzt also auf in die letzten drei Schulwochen!


Stressleveldurchschnitt gestern: 30
Selbstbeweihräucherung: voll erwachsen damit umgegangen, dass noch eine ganze Ladung unaufgebautes Ikea-Zeug in der Garage liegt.



Samstag, Juni 16, 2018

Nur mal kurz

Wenn man mit allen und Sack und Pack um acht Uhr morgens am Samstag am Bahnhof sein muss, um das grosse Kind zur Hike Challenge der Pfadfinder zu verabschieden...., dann hat man voll viel vom Tag.
Während wir drei Daheimgebliebenend auf dem Rückweg alle was von "Mittagsschlaf, aber sowas von, wenn ich so lange wachbleibe" nuschelten, war der Tag dann stattdessen sehr geschäftig.
Gemütliches Frühstück, Pokemon-Community-Day, (DREI SHINY LAVITARS und immerhin zwei entwickelt!), dann zur Schule, wo anlässlich der abgeschlossenen Renovierung Tag der offenen Tür war. Incl grossem "Energiekonzept-Dings-Tag", Stop der E-Ralley "Wave" auf dem Schulhof (naja, soweit alles nix neues für uns. Mit Solaranlage, Rest Wasserstrom, Elektroauto und zu Fuss oder mit dem Rad zur Arbeit machen wir alles, was die Gemeinde so vorschlägt. Neues Highlight übrigens: die Klimaanlage im ausgebauten Dachgeschoss. Da wir dort ja schlafen wollen und es im Sommer ultraheiss dort wird, war das eine Vorrausetzung für den Umzug nach oben. Natürlich wird sie nur untertags mit Solarstrom betrieben, aber das Schönste ist, dass wir sogar die Abluft zum Wäschetrockenfönen auf dem Balkon nutzen und das Kondenswasser direkt in den Kübel mit den Sumpfpflanzen geleitet wird. Nachhaltig as nachhaltig can be. Bis auf, dass Klimaanlage per se ja das Ticket in die Umweltsünderhölle ist. Tja.)
Danach hatten wir dann so angedacht, dass wir vielleicht mal kurz, weil wegen Fussball und schönem Wetter ist ja vielleicht kaum einer da, zum Ikea fahren könnten, weil der Umbau ist ja bis auf die Storen FERTIG!!!! und wir könnten eigentlich schon Möbelrücken, aber es fehlen noch ein paar Schränke, und nur mal gucken geht auch mit Nupsi-OP-wehem Busen. (Coolpacks und ich sind sehr gute Freunde). Tja, Ende vom Lied war, dass der Hübsche einen Transporter voll mit 3m Pax mit Schiebetüren und voller Innenausstattung, einem hohen Badschrank und einem Waschbeckenunterschrank nach Hause kutschierte und L. und ich im Tesla hinterhercruisten.

Falls uns L. übrigens mal verloren geht, wissen wir jetzt, wo es Ersatz gibt:


(Wir wohnen ungefähr 3m vom Ikea entfernt, aber den Transporter mussten wir trotzdem volltanken!)



Wir sind schon ein echt gutes Team, binnen zwei Stunden hatten wir all das zu vollster Zufriedenheit aller ausgesucht, eingeladen und mit einem Hotdog für jeden sogar noch den Unterzucker besiegt.

Aufgebaut wird heute nicht mehr, aber ich kann Ihnen Vorher/Nachher-Bilder zeigen.

Gestartet sind wir hiermit:
einem kind of ausgebauten Dachstock, in den die Vorbesitzer Laminat in Terracottafliesen-Optik verlegt hatten (ja. Hm. Fand ich nach 10 Jahren dran gewöhnen immer noch hässlich), eine Sauna einbauen liessen (bombig!), die eine Wand mit Wischtechnik gelb ... bewischt hatten. Mit dunkelgelber Kante da, wo sich "Soweit komme ich ohne Leiter" und "Ab hier brauch ich eine Leiter" überschnitten haben (s. Laminat) und dessen Decke sie mit weissgestrichener Holztäfelung selber verkleidet hatten. Bevor die Kanten begradigt und die Abschlussleisten angebracht werden konnten, liessen sie sich scheiden und verkauften das Haus.



In naher Zukunft wird also L. aus dem gemeinsamen Kinderzimmer in unser Schlafzimmer umziehen und wir werden nach oben ziehen. Dafür brauchte es erstmal an der Treppe eine Wand bis zur Decke und eine Tür (die Architekten und Zimmerleute hatten viele Vorschläge, wie wir das anders hinkriegen könnten mit ohne Sauna im Schlafzimmer und Tür woanders, bis ich mit "Ich sags mal so: demnächst haben wir für die nächsten paar Jahre Teenagerjungs als Freunde meiner Kinder zu Gast. Wann immer ich die Sauna benutze, ich möchte eine blickdichte Tür zwischen mir und den Gästen zumachen können." Klartext redete. "Hm, ja, oh, ja, stimmt." und zack, hatten wir eine Tür. Ausserdem wollten wir eine Galerie, um das riesige Raumvolumen zu nutzen (da kommen ein Schreibtisch und eine Fernsehecke und Stauraum hoch), dann einen neuen Boden (Schiffsbodenparkett statt eben Terracottalaminat), dann weisse Wände statt gelber Schwammtechnik, ein vernünftiges Lichtkonzept und Storen, die die Südwest-Gaubenfenster halbwegs lichtdicht abschliessen. Und eine Klimaanlage.
All das (bis auf die Storen, die kommen am Montag) ist nach nur kanpp drei Wochen fertig. Die beauftragte Architektin hat das so unglaublich gut organisiert, meine Lieblingshandwerker waren die Zimmerleute, die neben Staubschutztür, und Vlies überall jeden Abend aufgeräumt und alle drei Stockwerke gefegt haben und alle Arbeitsgeräte rechtwinklig in der Mitte des Raums ausgerichtet hatten. Falls Sie sich fragen: ja, war auch ein teurer Spass, ich sag mal..... weniger als unser aktuelles Auto, in etwa so viel wie unser Auto davor, aber allemal wert. Wir haben praktisch ein drittel neues Haus!
Jetzt müssen eben noch ein paar Zimmer (und Kazillionen Legosteine) auseinandersortiert werden und dann ist 11 Jahre nach Einzug unser Haus perfekt!



Stressleveldurchschnitt gestern: 33
Selbstbeweihräucherung: mich zurückgehalten und zähneknirschend im Ikea nicht mit angepackt, sondern nur wie der Kapo mit der Stückliste und Kuli dagestanden und gemeint: "So, jetzt noch acht mal Regal 13, Fach 22!

Freitag, Juni 15, 2018

Kurz komplett

Hui, heute war der Elektriker samt Padawan da und hat oben das Licht fertig installiert und die Klimaanlage angeschlossen. Das ging eine Zeitlang, währenddessen habe ich gelesen, auf dem Sofa gelegen, fleissig Kühlpacks gewechselt, mich von Katzen beschnurren lassen, die eine oder andere dringende Email beantwortet, mit der Architektin (wow, hat die einen kritischen Blick!) alles nochmal begutachtet und dann erst sehr spät (Freitag ist Religionstag) mit L. zu Mittag gegessen.
Er hat direkt beim Reinkommen gefragt: "Und, ist Q schon wieder da?" War er nicht, erst um halb drei kam die Klasse müde, aber glücklich (und auch vollständig) aus dem Lager zurück. Q. sprudelte nur so drauflos, war beeindruckt, wie grossartig das umgebaute Dachgeschoss im "Keine Baustelle mehr"Zustand aussieht, wie gross die Katzen geworden sind (vor allem Jon. Der läuft ja mit seinen langen schlaksigen Beinen schon wie so ein Teenie-Panther, ich denke, der wird richtig, richtig gross. Sansa wiegt praktisch nix und sieht aus wie ein Wollmaus auf Beinen mit einem sehr, sehr langen, sehr, sehr buschigen, sehr, sehr staubigen Schwanz. Ich bin gespannt, was die Waage der Tierärztin nächste Woche beim Impfen sagt), dann haben wir schnell die dreckige Wäsche in die Maschine gestopft und die meisten Dinge direkt in den Pfadi-Rucksack umgepackt, morgen geht es nämlich für Q. und Kollegen auf die Hike-Challenge 40km durchs Rheintal. Zu Fuss.
Dann liessen wir die Jungs mit dem Nachbarsjungen (und der PS4) Wiedersehen feiern und fuhren zu zweit zum Wocheneinkauf (incl Fressnapf, weil es in Edeka und dm praktisch ein Kitten-Futter für <1Jahr gibt). Das war eine ganz ungwohnte Erfahrung, meist gehe ich allein oder halt mit den Kindern oder alle zusammen, aber nur mit dem Hübschen.... das hatte ich schon ewig nicht mehr. Paarzeit sozusagen :-).
Als wir heimkamen, war ich dann doch recht wackelig auf den Beinen. Entweder is tmein Kreislauf im Keller, weil ich mich viel weniger bewege als sonst, oder (und eigentlich glaube ich das eher) mir steckt das alles doch noch in den Knochen. Aber zu viert ging es dann doch recht fix: Einkäufe verräumen, Raubtierchen füttern, Tacos machen, Wäsche ab- und aufhängen.


Sonst passiert heute nicht mehr viel, ich bin rechtschaffen schlapp vom Ausruhen.


Stressleveldurchschnitt gestern: 36
Selbstbeweihräucherung: erholen ernstgenommen

Donnerstag, Juni 14, 2018

Zwangsentschleunigt

Ich kenne mich ja mittlerweile und so habe ich gestern, als die Panikgedanken ("Oh mein Gott, die wollen mich zwei Wochen krankschreiben?! Das geht doch nicht, ich habe mal für eine knappe Woche geplant, länger kann ich nicht, aber das tut halt schon sauweh, wenn das so bleibt, kriege ich Rückenverkrümmung und kann nie wieder schlafen, weil ich doch immer auf der rechten Seite liege, wie soll ich denn einkaufen gehen? Ich kann meinen Arm ja gar nicht heben, ich kann mich nicht mal richtig anziehen, oh Gott, und die ganzen Möbel, die wir räumen müssen, und das Bike-To-Work-Team lasse ich ja diesmal auch total im Regen stehen, aber mit dem Schmerz kann ich sicher nicht radeln....") kamen, aktiv beschlossen, dass ich jetzt mal nicht nachdenke, sondern mal lieber schlafe, weil nie ist was so schlimm wie nachts.
Und, tadaaaa, heute morgen sah die Welt schon anders aus. Ich konnte der Schwester glaubhaft versichern, dass ich im Liegen eine 0 auf der Schmerzskala habe, beim Normalbewegen eine 0.5 (und wen jemand drauf rumdrückt eine 5). Ich musste versprechen, wenigstens zum Schlafen doch Ibuprofen zu nehmen, weil das auch entzündungshemmend wirkt, brauchen würde ich es tatsächlich am ehesten für die Kopfschmerzen, die entweder vom Narkosekater oder vom doch recht verkrampft liegen kommen.
Vor dem Heimgehen liess ich mir noch das Pflaster abpokeln (das ist ja auch so ein bisschen mein Kryptonit, weil ich da immer Angst habe, irgendwas abzureissen, was vielleicht noch drangehört, das lasse ich lieber jemanden machen, der da beherzt rupft.)
Der Hübsche hat mich heimkutschiert, und ich habe dann gemerkt, dass ich zwar viel fitter bin als befürchtet und gedacht (ich plane ja immer langfristig voraus und aktuell sehe ich keinen Grund, nicht Dienstag wie geplant arbeiten zu gehen (vielleicht nicht zu radeln)), aber doch noch ein bisschen schlapp. Ich habe mir in der Apotheke meine Batterie Schmerzmittel und Coolpacks geholt und mich dann mit Buch und Katzentieren ins Bett gelegt (sie sind mittlerweile schon sehr anhänglich und rennen einem die ganze Zeit zwischen den Füssen rum oder liegen halt auf einem drauf.)


L. hat Donnerstag seinen langen Schultag, also hatte ich bis auf eine kurze gemeinsame Mittagspause viel Zeit zum Rumliegen, danach haben wir dann auf der Terrasse Eis gegessen und Limo getrunken, er wollte unbedingt das Planschbecken einlassen, und danach hat sich die mittlerweile etablierte Crew zum Seifenblasenmachen getroffen.
Jetzt freue ich mich auf eine Dusche im eigenen Bad mit ordentlich eincremen (die letzte Dusche war die vor der OP mit so einem Ganzkörperdesinfektionsmittel und AUF GAR KEINEN FALL CREMEN danach) und dann wieder Horizontale. (Das Herzkissen ist übrigens wirklich eine tolle Sache!)


Stressleveldurschnitt gestern: 49 (VOR der OP war ich erstaunlich cool, danach .. nicht mehr so)
Selbstbeweihräucherung: Balance gefunden zwischen auf müden Körper und auf rastlosen Kopf hören

Mittwoch, Juni 13, 2018

nupsilos

heute morgen dachte ich mir noch: "was war das denn für eine beknackte idee, so schlimm war der nupsi doch nicht, vllt sollte ich gehen?"
dann kam aber die erwachsene zum vorschein 😉
kurzfassung, weil hungover, müde und, wer hätte das gedacht, rechts ein bisschen eingeschränkt:
alles super
narkose mit wunschkonzert (bitte mit ohne "ich kann mich nicht bewegen panik, ohne spucken, und nein, mir ist echt nicht kalt!") war genau das. hätt mir man ja mal eher sagen können, dass die zeiten von "sei froh, dass du nix spürst und gut isses" vorbei sind. dickes danke an das anästhesie team (könnte sein, dass die reste opiat aus mir sprechen. seis drum)
die brust schaut aus (und fühlt sich an), als ob ich mich sehr lokal geprügelt hätte, aber (restschmerzmittel?) es ist alles sehr erträglich.
man kümmert sich um mich, ich habe einen stütz-bh mit reissverschluss (bevor jemand aufgeregt wird: stützen bedeutet, dass meine oberweite auf den stand von 1988 zusammengequetscht wird)
meine stimme klingt und fühlt sich an, als hätte ich drei nächte durchgefeiert, aber ich mag das sogar ein bisschen
ha, grad merke ich: ich hatte doch keinen zugang in der halsvene. war eh nix, was ich auf der  bucket list hatte.
ich freu mich jetzt aufs abendessen und plane dann, einfach mal ordentlich auszuschlafen.

danke fürs daumendrücken und an mich denken!

stressleveldurchschnitt gestern: 35
selbstbeweihräucherung: nicht abgehauen, nicht geheult, nur zwei reflexartige witzchen mit dem op-team gemacht

Dienstag, Juni 12, 2018

#12von12, Krankenhausedition

Man könnte meinen, Frau Brüllen tut alles für Content und legt mit Absicht den Krankenhauseintritt auf den 12., damit sie ihren Lesern was bietet. In Wirklichkeit wollte ich eigentlich erst in zwei Wochen, aber dann wäre meine Fähigkeit, das Hechtessen, das seit einem Jahr im Kalender steht, zu geniessen eingeschränkt gewesen, dann in einer Woche, aber da hat der Hübsche seit auch fast so lang ein "A Perfect Circle"-Konzert im Kalender stehen und dann ist es halt heute respective morgen.


Daheim erstmal Kaffee (kein #12von12 ohne Kaffeefoto) aus dem Becher, aus dem ich JEDEN TAG meinen Kaffee trinke.








Ich gehe als allerletzte aus dem Haus (Q. ist ja eh nicht da, L. hatte Frühschule, der Hübsche TC mit irgendwem in Asien), also habe ich noch ein wenig Spass mit den Katzen. Erstaunlich, dass es in fast keinen Läden, die ich "normal" aufsuche, Kittenfutter hat..... muss ich doch am Wochenende nochmal zum Fressnapf (ich habe eh noch einen Kazillionen-Euro-Mehrwertsteuerzettel einzulösen).


Dann hilft es nix, ich muss los. Köfferchen ist gepackt. ich trapple zum Bahnhof.


Was ich zB super finde: ich kann ganz easy vm Smartphone aus meine Reisekostenabrechnung machen. (jajaja, liebe Kollegen, schimpft nur über Concur, aber meine Lieben, das ist nur deswegen, weil Eure Gruppenassistentin so lieb zu Euch ist und Euch bisher aus einem Stapel unsortierter Quittungen eine ordentliche Abrechnung gemacht hat. Wenn ihr das vorher schon selber gemacht hättet, dann wüsstet ihr, dass das jetzt viel einfacher ist)






Im Tram zum Spital ist es dann soweit: nachdem ich ungefähr 100 Pokemöner in einer Reihe nur noch mit Curvebällen gefangen habe, schaffe ich endlich, endlich den fabelhaften Curveball, der mir noch zum Abschluss der Feldforschung fehlt.




Gefangen habe ich Mew dann in meinem Zimmer.


Im Lift und auf der Station wird mir dann sehr klar vor Augen geführt, was ich für ein Glückspilz bin, dass ich nur für eine "nice to have"-(oder eher "not to have")Sache hier bin, während der Hauptfokus halt doch auf "Onkologische Gynäkologie" liegt.


Es ist alles so... (jaja, lachen Sie nur, dass ich das Wort verwende, aber ich meine es im allerbesten Wortsinn und nicht, Sie wissen schon) achtsam und darauf ausgelegt, dass man sich geborgen und gut versorgt fühlt. Allein, dass ein Organzatoilettenbeutelchen mit Duschgel etc bereit liegt, dass man von einer Breast Care Nurse ein von Freiwilligen genähtes Herzkissen zum nach der OP einklemmen bekommt und einen Stütz-BH für danach angepasst bekommt (und das eben nicht auf die ... nüchterne, geschäftsmässige Art, die grossen Krankenhäusern immer wieder vorgeworfen und unterstellt wird, sondern... behutsam, freundlich und zugewandt.).


Die Aufnahme wird von einer Auszubildenden in Begleitung ihrer Lehrfrau vorgenommen, sie tut mir fast leid, so nervös ist sie. Aber sie schlägt sich sehr wacker, auch beim Blutabnehmen.


Sie wissen natürlich nicht, wie sehr bei uns bei der Arbeit alle Abteilungen auf ihre HuddleBoards abfahren, und bei der Arbeit wissen nicht so viele, was ich die Tage so mache, deswegen ist die Reaktion auf : "Boah, schaut mal, ich hab mein eigenes Performance-Board hier am Bett!" vielleicht nicht so enthusiastisch, wie sie sein könnte. Wenn Sie denn auch immer huddlen müssten.


Die Anästhesiesprechstunde ist tatsächlich eine Art Highlight, weil ich erstens im Wartebereich einen echt interessanten Artikel über Alexander Gerst und die FARC-Rebellen (also: zwei Artikel, nicht dass da Verwirrung entsteht) in der Geo (?) gelesen habe, und zweitens der Anästhesist echt gut und ausführlich erklärt hat, was er machen wird und wie und warum und sich eben auch des Themas "Mir wird danach immer so schlecht" angenommen hat, mal sehen, ob das alles so funktioniert.


Wann immer ich übrigens hier im Spital bin, scheint mein Umfang fast schon das Interessanteste an mir zu sein (naja, sonst habe ich halt auch nix zu bieten, keine richtige Allergie ausser Bactrim, vielleicht, Magenschmerzen auf Novalgin und immerhin die Nierenstory, aber sonst: auf nix unverträglich, nie geraucht, keinen Bluthochdruck, keine anderen Substanzen, nix, nix, nix), heute beim BH-Anpassen und dann eben bei der Narkosebesprechung, weil "so schlanken Personen" im runtergekühlten OP schon mal richtig kalt wird. Tja. Und irgendwas war mit meinem dünnen Hals.... Was ich übrigens ein bisschen gruselig fand, war, dass sie mir einen Zugang in die Halsvene legen werden, weil sie bei Brust-OPs den Handrückenzugang nicht gut sehen würden, aber bevor ich unauffällig flüchten konnte, meinte er: "Aber keine Sorge, das machen wir erst, wenn Sie schon schlafen." Na dann. Ganz grosskotzig habe ich übrigens verneint, dass ich morgen superaufgeregt sein würde, also kein Beruhigungsmittel VOR der OP bekommen möchte/werde. (Ich habs nicht so mit allem, was Dinge mit meinem Hirn macht, deshalb bin ich lieber nervös und ein bisschen zittrig, anstatt nervös und nicht ganz so zittrig zu sein)




Mittagessen konnte ich nicht aussuchen, weil ... ich ja erst um 10 da war, war besser als es aussieht.




Zwischen den verschiedenen Arztgesprächen habe ich dann tatsächlich ein bisschen gearbeitet und ja, ich weiss, dass man sich in Filmen, Serien und auch sonst drüber lustig macht, wenn Menschen sich für im Job so unabkömmlich halten, dass sie noch im Kreisssaal Anweisungen ins Handy brüllen, aber erstens bin ich ja nicht im Kreisssaal, zweitens hatte ich sonst echt nix zu tun (bzw konnte mich auf mein Buch nicht konzentrieren) und ich hab auch nicht gebrüllt, sondern ganz freundlich gesagt, dass ich nicht im Juli zwei Wochen nach Italien fahren möchte, um bei drölfzigtausend Grad 800 Seiten Papier zu reviewen, weil: Ferien. Und Scanner. Und dann noch ein paar Sachen geregelt, die sich heute schnell und unkompliziert regeln bzw anreissen liessen, ab nächster Woche, wenn ich dann (mit vermutlich noch ein wenig mimimi) wieder einsatzbereit bin, schon arg dringend und unnötig eilig wären.




Mehr Arztgespräche (ich hoffe, ich habe mich auf die immer wieder ähnlichen Fragen nicht in Widersprüche verwickelt), das schweizerischste Abendessen, das ich kenne (okay, es hätte auch noch Aprikosenwähe gegeben, das ist die gleiche Kategorie), sehr lecker, nur mit dem Apfel zum Nachtisch ist irgendwas schiefgelaufen :-)




So. Wie man merkt: wenn ich nervös bin, neige ich zum Schwafeln. In diesem Sinne: gute Nacht (es ist 18:14h, das ist in der Krankenhauswelt Schlafenszeit, oder? Der Arzt, der morgen operiert, hat gesagt, ich soll heute nacht gefälligst echt gut schlafen, weil das ist morgen überhaupt keine grosse Sache und kein Grund zum Nervössein. Dann also.)




Stressleveldurchschnitt gestern: 36 (Aaaaalter, was ist los?)
Selbstbeweihräucherung: Keine blöden Witzchen gemacht Die blöden Witzchen auf ein Minimum zurückgefahren.




Die restlichen #12von12 aus Bloggistan finden sich bei Caro