Sonntag, August 07, 2022

070822 Under the weather

Die Kinder sind wieder da, das ist so toll! Pünktlich wie angekündigt kamen genau die richtige Anzahl (und auch dieselben, die vor zwei Wochen gefahren waren) Kinder und LeiterInnen müde und dreckig und glücklich am Bahnhof an. Es gab das übliche Lost & Found (ein Hoch auf die Stickerkid-Aufkleber, so war es ein leichtes, festzustellen, welche der H&M-Unterhosen uns gehört oder eben nicht.), es sind alle vermeintlich vermissten Sachen wieder da, die zusätzlichen Sachen sind ordentlich angeschrieben und werden, sobald sie gewaschen sind, wieder ihren Besitzern zugeführt werden.

Die Lagerdrucke sind bügelfixiert, die Mova-Krawatten sind ordentlich gerollt und geknotet und für immer (oder bis es nervt) an den Hemden fixiert. Die erste Waschmaschine läuft, Mätteli sind abgespritzt, Schlafsäcke lüften auf dem Balkon (mal sehen, ob wir die noch waschen, sie riechen schon ... naja, mal sehen, wieviel durch Lüften rausgeht).

Gestern abend gab es die mittlerweile schon traditionellen Lagerabschluss-Tacos, dann eine Folge "Lost", wir haben ja noch was vor uns! Sie waren offensichtlich mehr als müde, als ich heute morgen um halb neun wach war, war nix zu hören und zu sehen :-).

Ich hab es irgendwie geschafft, mir den Nacken total zu verliegen (trotz meinem super Nackenkissen, es tut fast jede Bewegung weh, ich kann nicht in alle Richtungen gucken und bin dann prompt noch mit dem Kopf gegen eine Hochschranktürecke geknallt, das half schon auch nicht), dazu habe ich einen .. naja, schmerzhaften Abszess unter dem Arm UND noch dazu zwei schmerzhafte (immerhin symmetrische) Herpesblasen auf der Unterlippe. LÄUFT!

Aber: egal.

Wir lassen es heute eigentlich ruhig angehen, aber eben: 400000 Kilo Dreckwäsche müssen von Müll und der Obergomser Heuernte getrennt werden, für L. beginnt morgen die Schule, d.h wir (also: eigentlich er) müssen den neuen Stundenplan, den wir nach Erhalt schön ignoriert haben, weil noch lang hin, verinnerlichen, die Wecker entsprechend gestellt werden, das ÖV-Ticket muss gelöst werden (wegen Bequemlichkeit haben wir jetzt einfach ein Jahresticket genommen, obwohl optimierte Monatstickets vermutlich in Summe günstiger wären). Ausserdem sind alle ein bisschen müde und ich eben aus den verschiedensten Gründen ein bisschen angeschlagen.

Aber: wird.

Q. muss heute abend noch mal bei den Pfadis antanzen, um den Materialtransporter auszuladen (und hoffentlich L.s Tetanusimpfkleber und den Angelhaken in Empfang zu nehmen), wir werden vorher grillen, jetzt wo endlich wieder genug Leute zum Mitessen da sind und die Temperaturen nicht mehr ganz jenseits von gut und böse. (Obwohl: jetzt, wo die Wolken wieder weg sind, heizt es schon wieder richtig hoch. Hmpf)

Der Hübsche rüttelt meinen Nacken mit der Massagegun durch (na, schaffen Sie es noch, sich Anektdoten und Tipps und Ratschläge zu verkneifen? Es muss wirklich hart sein, aber bleiben Sie stark!), das ist ungefähr so viel Massage, wie ich ertrage.

Das waren sehr spezielle Sommerferien, die da zu Ende gehen. Ich bin überrascht und sehr dankbar, dass alles geklappt hat (im Hinterkopf lauerte immer die Angst, dass Corona uns irgendwie dazwischen schiesst, besonders beim Bula hätte mir das für die Kinder unendlich leid getan. Es ist schon so, hier ist Corona so überhaupt gar kein Thema mehr in der allgemeinen Wahrnehmung, ja, ab und an ist wer krank, aber das sorgt nicht mehr für grosse Aufregung, weder bei den Erkrankten noch beim Umfeld, um @umienne zu zitieren (die ich auf Twitter übrigens sehr, sehr vermisse): 

"Zunehmende Entfremdung zu anderen Ländern, die stärkere Vorschriften noch haben, denn ihre und meine gelebte Realität ist sehr unterschiedlich. Es werden Vorwürfe geäussert, die ich so nicht hinnehmen mag. Auch, wenn ich aus Erfahrung weiss, dass viel Angst mitschwingt und dadurch die Empathie und die Rationalität einbüssen. Zunehmend auch Mühe mit der gefühlten Überlegenheit, mit der sich jene brüsten, die sich noch nicht angesteckt haben." 

Ich zB rolle innerlich und äusserlich die Augen, wenn in meiner Twitter TL wieder einer dieser Selbstbeweihräucherungsthreads hochpoppt, in dem erklärt wird, dass die einzge Chance bis jetzt uninfiziert durchzukommen, darin besteht, keine Kinder zu haben, nur im Homeoffice zu arbeiten, in allen Innen- und Aussenräumen FFP2 oder noch besser FFP3 Masken zu tragen, sich Lebensmittel liefern lässt, nie wieder ÖV zu fahren und sich alle 5 Minuten zu testen und zwar mindestens bis in die Lungenbläschen hinein abgestrichen. Tja. Wir haben Schulkinder, die seit Mai 2020 im Präsenzunterricht waren, mit Pfadis unterwegs, einen Mann, der seit Monaten schon wieder ohne Maske Kontaktkampfsport macht, seit Monaten tragen wir (und auch sonst alle hier) keine Masken mehr, wir gehen ins Kino, ins Restaurant, in Läden einkaufen, wir haben seit April einmal getestet und hatten es (bis auf den symptomlosen L) immer noch nicht. Ich sage natürlich nicht, dass Schutzmassnahmen nichts bringen, wir hatten halt einfach ziemliches Glück (oder haben uns irgendwann zwischen April und jetzt total symptomlos angesteckt. Kann ja auch sein. Und wenn schon.). Ich sage nur: man kann sich auch ohne den absoluten moral highground noch nicht angesteckt haben.

(Ich weiss schon, dass diese Sätze jetzt wieder einige in den falschen Hals bekommen werden, aber naja, dann ist das halt so)


Jetzt probiere ich mal aus, was mein Nacken zu einer Runde Crosstrainer sagt. Es ist entweder eine super Idee oder eine richtig schlechte.



Samstag, August 06, 2022

060822 roots

Gestern abend war es dann soweit und ich habe den Hübschen (btw: wir haben Jonny gefunden UND haben den ÖV genommen UND die Weinbegleitung und all das war super) anlässlich seines Geburtstags ins Roots ausgeführt. Dort schreibt man sich auf die Fahnen, das Gemüse in den Mittelpunkt zu stellen und Fleisch und Fisch zur krönenden Beilage zu machen (oder halt auch direkt vegetarisch oder vegan zu sein oder als Alternative anzubieten). Dementsprechend war die Bearbeitung dieses Plakats in der Bahnhofsunterführung schon irgendwie eine passende Einleitung :-)

Als wir los sind, war es noch irre heiss, es war zwar potentiell Regen und Gewitter angesagt, aber wir konnten uns nicht vorstellen, mehr mitzunehmen als wir am Leib hatten. Und das sah halt auch schon sehr gut aus :-)
Das Roots wirkt ein bisschen wie der Gegenentwurf zum Stucki: das eine auf dem Bruderholz im Villenviertel mit grünem Park etc, das andere zwischen Novartis und Ciba BASF-Areal, zwischen öffentlichem Park und Autobahnbrücke, direkt am Rhein in einem schmucklosen Konferenzraumgebäude. Aber: es ist unglaublich stimmig, das Essen und die Aussicht (die zweistöckige Autobahnbrücke bei Nacht ist zB sehr hübsch) ist einfach wunderbar.
Als wir ankamen, war es schon ein wenig zugezogen und windig, so dass das draussen sitzen perfekt war. Über den Hügeln zuckten schon die Blitze. Wir wurden mit einer handgeschriebenen Karte begrüsst und mussten uns zwischen 5-10 Gängen entscheiden. Wir nahmen den Mittelweg, nämlich 7, (in echt waren es mindestens 10), der Hübschen nahm Käse und 1x Dessert, ich 2x Dessert (am Ende gab es dann NOCH ein Dessert).

Los ging es mit einer kalten Tomatenessenz mit Kräuteröl (vergessen, welches. Verbene?) und "Burrata" (als Schaum auf getrockneten Tomaten in einem knusprigen Körbchen.

Danach gab es frisches Sauerteigbrot (ein ganzer kleiner Laib in der Grösse einer Männerfaust. Sehr niedlich) mit Kräuterfrischkäse. Das haben wir mindestens dreimal nachbekommen :-)
Irgendwann hier stiegen wir vom Aperitiv-Cava auf den ersten Wein um:"Elisa", ein Pouilly Fume von Jonathan Didier Pabiot. Ich schmecke und rieche ja nun selten besonders viel heraus, aber der hier roch so sehr nach frischen grünen Kräutern (Dill/Kerbel) und das passte einfach hervorragend!


Der nächste Gang unterschied sich erstmals für den Hübschen und mich (vegi): Es gab "Gurke" (in feinen Streifen aufgerolt, mit eingelegten Zwiebeln und Blüten), vergessen, welche Kräutersosse und einmal angebratenes Felchenfilet oder eben geräucherten Kräuterseitling in Erdnuss-Yuzu-Kruste. Hammer! Ich wäre nie auf die Idee gekommen, einen Pilz zu räuchern!
Wir hatten das schon am Nebentisch gehört und waren sehr neugierig auf den Klassiker "Roots garden", bestehend aus 25 Gemüsepositionen in allen möglichen Aggregatszuständen (roh, frittiert, fermentiert, püriert, getrocknet etc) mit einem See aus Erbsenschalensosse. Wir haben nicht gezählt, nicht alles identifizieren können, aber es war nicht nur optisch ein Genuss, sondern auch bei jedem der winzigen Bissen, wo wir nachspürten "Was ist das, was war das, was haben sie damit gemacht?" (ich bewundere die Geduld und das Fingerspitzengefühl beim Anrichten, mengenmässig war das nämlich insgesamt nicht mehr als ein recht grosser Esslöffel voll)
Mit dem nächsten Wein wechselten wir in die sehr nahe Nachbarschaft, es gab einen Magdener Kerner, eine autochthone Traubensorte und sicher etwas, was ich nicht nur aus Lokalpatriotismus (AOC Aargau :-)) nachkaufen muss.
Nächste Runde war wieder unterschiedlich: wir hatten beide Kohlrabistreifen an Estragonveloute, ich allerdings mit einer Eigelbpraline, der Hübsche auf leicht angeräuchertem Saibling und Erbsen. 
Dazu einen "Nounat" aus Mallorca (vielleicht war auch der das mit der autochtonen Rebsorte), der uns als "viele Gäste finden den schwierig, ich aber gar nicht, deshalb probieren Sie einfach und wenn er ihnen nicht taugt, dann holen wir was anderes. Aber allein das Etikett macht ihn besonders, finde ich" vorgestellt wurde. Und naja, erstens hat er grossartig geschmeckt und zweitens sind Weinetiketten ja genau meins. Also: keeine Ahnung, was daran "schwierig" sein soll.


Wieder unterschiedlich: für mich Artischocke mit geräuchertem Ziegenricotta in Safranessenz, für den Hübschen Lamm mit Kräutersalat und Zwiebelsosse.
Dafür wechselte er zum Rotwein (Emilio Primo aus Bolgheri, praktisch um die Ecke von unserem diesjährigen Urlaubsdomizil), ich bekam einen sehr, sehr faszinirenden Chablis Premier Cru von Alain Geoffroy, der (in einem, zumindest sah das für mich so aus) Rotweinglas serviert) tatsächlich Whisky-Anklänge hatte.


Wirsing gefüllt mit "Pilzli" und Räuchertofuwürfelchen in vegetarischem Jus (die Räuchertofuwürfelchen waren das einzige, was ich persönlich nicht gebraucht hätte in der ganzen Menüfolge)

Für den Nichtvegetarier: Duroc-Schwein mit gefüllter Zucchini, Zucchiniblütentempura, Peperonicreme und Ratatouillesosse (von den begeisterten Kommentaren besonders, was das Fleisch angehe, nehme ich an, dass war der Lieblingsgang)
Dazu bekamen wir beiden einen Rotwein aus der Toskana, den ich aber offensichtlich nicht fotografiert habe.


Mein erstes Dessert: "Aubergine und Miso". Ich mag beides, hätte es niemals in der Dessertecke verortet, aber es war grossartig. Dazu eine karamellige Creme und ein Meringue, ein wahres Feuerwerk an Geschmäckern und Konsistenzen

Des Hübschen Käsegang sah erst recht puristisch aus, aber die Kombination aus frisch geröstetem Früchtebrot, Ingwerhutney und ich habe überhört, welcher Käse es war, war einfach sensationell! (nachdem er vorher bei jede meinere Extrawürschte probiert hatte, ich aber nicht bei seinen, konnte ich hier endlich mal aufholen)
Das zweite Dessert hatten wir wieder beide: Nashi, Salbei und ganz viel anderes, was ich mir nicht mehr merken konnte (hallo, Overload, hallo, Wein)

Und als wir schon gar nicht mehr mit NOCH MEHR rechneten, bekamen wir zum Kaffee noch Romanow (also Erdbeeren mit Vanilleeis), Sauerkirschfruchtgummi und Pistazien-Zitronenküchlein.

Was ein Fest das war! Ich bin sehr froh, dass wir uns das gegönnt haben. (und jetzt muss ich meine Weinbestellung erledigen :-))


Freitag, August 05, 2022

050822 #WMDEDGT im August

You know the drill, right? Es ist der 5., d.h. es heisst wieder "WMDEDGT?" (kurz und knackig für "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"). 

Heute trifft sich der Freundeskreis Tagebuchbloggen sozusagen hier und verlinkt sich in der Liste unten.

Das ganze hat im April 2013 seinen Anfang genommen in einer Tagebuchblogwoche und hat sich irgendwie verselbständigt.

Die Regeln zum Mitmachen sind einfach:
  • über den heutigen Tag tagebuchbloggen (ohne Werbung, ohne Geschwurbel)
  • verlinken, mehr dazu findet sich am Ende dieses Posts.


Hier so:

mit müden Beinen (obwohl 8h Zugfahren dabei waren, war auch viel Laufen dabei) eigentlich gut geschlafen, nur zickt das kaputte Knie wieder und macht "Elektrogefühl". Mit kein Sportprogramm am Mi und Do, dafür viel Laufen bin ich mir jetzt halt nicht sicher, ob das von zuwenig oder zuviel Bewegung kommt. Man hat es nicht leicht.

Ab fünf war ich praktisch wach wegen Katzengepiepse und weil ich meine Gedanken nicht von dem Meeting um 9 fernhalten konnte und mir deshalb im  Kopf Listen machte, wen ich bis dahin wegen einer unschönen Entwicklung gestern wie schnell noch vor dem Meeting erreichen können müsste. (Antwort: alle, hat auch geklappt, ein Hoch auf Frühaufsteher!)

Frühstück dann Milchkaffee, Honigtoast, draussen bei schon 25Grad gegossen, die leergefressenen Igelschälchen eingesammelt, mit mehr Kaffee und Wasser an den Schreibtisch gezogen.

Oben lief die erste Waschmaschine mit Bula-Wäsche (ausnahmsweise mit Extrawasser und Extrafleckenvorbehandlung), beim Aufhängen mussten dann doch einige entweder zerlöcherte oder olfaktorisch nicht mehr tragbare Kleider gehen.

Das mühsame Meeting war mühsam, die vorab eingeholten Abklärungen führten in verschiedene miteinander verbundene globale corssfunktionale Rabbit Holes, spannend, wie man nach einer gewissen Zeit in einem Unternehmen sich von ganz allein ein Netzwerk bildet.

Mittagessen: Spaghetti mit Artischocken, letztem Stück Salzzitrone, erster Tomate von den aus Samen gezogenen Ochenherzä-Tomaten, Knoblauch, RUcola und Parmesan. 

Nachmittags mit mühsamen Meetingnachwirkungen weiter bis ein letztes Nachmittagsmeeting anstand.

Zwischendrin grosse Aufregung, weil kurz nach der Hagel- und Gewitterwarnung von der Notfallzentrale draussen alles schwarz wurde, dramatisch acht dicke Tropfen fielen, dann die Sonne wieder vorkam und fertig.

Ich beende die Arbeitswoche um halb fünf, lege mir schicke Kleider für ein sehr, sehr feines Essen heute raus, wir machen eine KAtzensuchrunde und abhängig vom Outcome werden wir entweder (früher) mit dem ÖV oder (später) mit dem Auto zum Essen fahren und dementsprechend gibt es für mich Weinbegleitung oder keine zum Essen. Ich würde die Katzen gern finden, weil ja noch Gewitter und überhaupt entspannter, aber bei der Hitze muss ich ganz ehrlich sagen, muss ich eine volle Weinbegleitung tatsächlich auch nicht unbedingt haben.

So. Wochenende. Morgen kommen die Kinder!

Jetzt aber zur Liste:. Post-DSGVO-Reminder: wenn Sie sich auf die Liste eintragen, geben Sie Daten von sich frei. Was Mr. Linky damit macht, steht hier. Wenn Sie das nicht wollen, sollten Sie sich nicht eintragen

Donnerstag, August 04, 2022

040822 #mova

Heute morgen klingelte der Wecker schon um viertel vor fünf, Treffpunkt zur Abfahrt ins Mova war nämlich um viertel nach sechs am Bahnhof.

Wie nach der Pfadianreise erwartet, war natürlich alles perfekt organisiert,  es gab Gruppenreservierungen (im Zug von Bern nach Brig sogar in der ersten Klasse. Uns ggü sass ein typisches Instagram-Urlaubspärchen aus, keine Ahnung, Thailand, Indien, Singapur, Bali, oä, und ich nehme an, sie waren sehr irritiert, als der gesamte restliche Zug sich mit mittelalter Menschen, alle outdoorgekleidet mit Rucksäcken und teils Pfadikrawatten füllte.
Wir trafen neben den anderen Abteilungseltern noch einen ganz alten Freund des Hübschen, der mit seiner Frau eine ihrer Töchter in einer anderen Pfadiabteilung besuchte. 
Alles in allem war es dann doch eine halbe Weltreise (auf nicht direktem Weg nach Bern, von dort nach Brig, dann umsteigen auf die Schmalspur-Matterhorn-Gotthard-Bahn und dann eben rauf ins Goms. Das war dann schon eine sehr malerische Strecke und mir leuchtet direkt ein, warum dort keine Container mit Material mehr per Bahn geliefert werden konnten, sondern halt per Armeelaster.
Die letzten km fährt man dann am Lagerplatz entlang und, alter Verwalter, ist das RIESIG!
Wir wurden mit Abteilungsflagge abgeholt und zum Lagerplatz der Kinder gebracht.Was habe ich diese beiden vermisst (und ja, Geruch war schwierig, ihr letzter Duschslot mit insgesamt 3min kaltem Wasser ist schon eine Zeitlang her)!

Wir bekamen Mittagessen (vegi-Stroganoff mit Spätzle, das war richtig gut), danach zeigten uns die Jungs das Lager. Holla die Waldfee! Es ist riesig, es ist bunt, es sind unendlich viele Kinder, es ist fröhlich, aber... es ist unendlich gut organisiert, es ist friedlich und leise (naja, ich nehme an, die Anwohner würden dem nicht ganz zustimmen, weil so leise wie Gras und ein ehemaliger Flugplatz ist es natürlich nicht), auf jeden Fall, wenn sie nicht gerade ein Konzert haben.

Die Kinder kennen unendlich viele Menschen (von Kurs xyz, von Trupp fürs Jamboree, von was weiss ich), sie sind beide unglaublich glücklich dort und das hätte ich mir besser nicht wünschen können. Was für ein Geschenk, dass sie in dieser verrückten Zeit so etwas wunderbares erleben dürfen!

Wir sitzen nun verschwitzt in einem klimatisierten Zug nach unten in die Hitze  jeder mit Rucksack und einem 35L Müllsack voll stinkender Dreckwäsche. Mal sehen, ob wir das Instapärchen nochmal treffen!

Mittwoch, August 03, 2022

030822 Reisereise

 Nachdem seit gestern mein Bein wieder dieses komische Gefühl (Mischung aus Krampf im Oberschenkel und "Elektrogefühl") hat, habe ich es heute mal ruhiger angehen lassen, also die eigentlich geplante Sporteinheit ausfallen lassen (ok, den Ausdauerteil.), stattdessen am Vormittag mit dem Rad ein Paket im Nachbarort auf der anderen Seite der Grenze abgeholt. Warum auch immer das in meinem Kof viel weiter weg ist als alles auf dieser Seite der Grenze, wo ich ohne Nachzudenken mit dem Rad hinfahre. Naja. Auf jeden Fall: es war lustig, mit dem Rad über die Autobahnbrücke zu fahren und dann halt einfach ... ohne jedes Schild oder Häuschen oder was auch immer auf der anderen Seite der Grenze anzukommen.

Das Paket mit Sale-Sommerkleidern passt perfekt (natürlich nicht das Paket, sondern alles drin), es ist ein wilder Mix aus RingelkleidchenBoho-Kleidchen (der Hübsche meinte, noch zwei rote Streifen drauf und es wäre das Covid-Test-Kleid) über Edel-Onesie bis zu (ich habe jetzt zu lang "For all mankind" geschaut, um bei einem "Utility"-Jumpsuit nicht an Kosmonauten zu denken und sofort zuzuschlagen) dem hier.

Skurrilerweise habe ich im Paketshop auch noch extradicke 6fach Sockenwolle besorgt, winter will come eventually :-)

Mittagspause, überschaubar anstrengender Nachmittag, draussen zeigt unser Thermometer auf dem Balkon mittlerweile 40 Grad, für den Bula-Besuchstag morgen wird uns "warme Kleidung, auf jeden Fall winddichte Jacke und feste Schuhe" ans Herz gelegt. Packe ich also meine Island-Zwiebellagen.

Ausserdem muss alles aus dem Rucksack raus, was wir nicht brauchen werden, wir müssen nämlich unser eigenes Essgeschirr mitbringen (es gibt Vegi-Stroganoff, habe ich erfahren), und vor allem auf dem Heimweg all die Dreckwäsche, die die Kinder in den letzten beiden Tagen nicht mehr brauchen, damit sie all ihr Zeug wieder in die Rucksäcke bekommen. Ich bin ein bisschen sehr aufgeregt, Abfahrt ist um 6:15h.

Im Moment drücke ich mich noch drum, dass ich nochmal in den Coop muss, wir brauchen Baguette für das Abendessen und die Sandwiches morgen, ausserdem ist mein Obstvorrat aus...

Nun ja, hilft nix. (Hier soll es morgen noch heisser werden, ich hoffe, die Katzen suchen sich ein schattiges Plätzchen für den Tag, nachdem drinnenbleiben ganz offensichtlich keine Option ist). 

On y va! (dass der Movasong sogar MIR als Ohrwurm durch den Kopf geht und mittlerweile Gänsehaut verursacht, hätte ich nicht gedacht, ich nehme an, bei den Kindern, die das rund um die Uhr hören / tanzen / singen, ist das noch eine Rumde mehr.)

Dienstag, August 02, 2022

020822 August

 Traditionell im August einen Tag zu spät, die "Hallo, August, was machen wir denn so?" Liste


Hach. 

Wir werden...

am 1. Geburtstag gefeiert haben (und damit den letzten Feiertag bis Weihnachten hinter uns gebracht haben)

noch eine Woche ohne die Kinder verbringen (bis Samstag)

am Donnerstag die Kinder und ihre 35 000 besten Freunde im Wallis besuchen (dabei frische Wäsche liefern und Dreckwäsche mit heimnehmen)

(hoffentlich) richtig gut und besonders essen gehen

am Samstag abend dann endlich, endlich meine liebsten zwei Pfadis der Schweiz wieder in Empfang nehmen.

beide Kinder im Abstand einer Woche in ihre neuen Schuljahre schicken (meine Güte, einmal 2. BEZ (8.Klasse), einmal 2. Gym (11. Klasse), wann ist das passiert?) Neben allem bin ich sehr gespannt, wie L.s Wahlfach "Theater" so wird (ich habe ja einen lange Geschichte mit dem Wahlfach "dramatisches Gestalten", wie das bei uns etwas prätentiös hiess) und ob Q. im Wahlfachsport nun im Bouldern oder beim Klettern landet (was für ein Outdoorhoschi er wird! Erst ein Jahr Kayak, jetzt Berg, was kommt als nächstes?)

Wir werden Besuch von der Familie meiner jüngsten Schwester mit den allerjüngsten Neffen bekommen.

Wir werden mit meiner zweitjüngsten Schwester ihren Sommergeburtstagsbrunch nachholen (ich freue mich sehr auf beides! Wir haben uns so viel zu wenig gesehen!)

Ich werde auf meinen ersten Businesstrip seit 2019 gehen, zum Aufwärmen einen Offsiteworkshop im Firmenretreat am Vierwaldstätter See (wenn mich meine Geographiekenntnisse nicht trügen) Zuger See (upsi). Aber mit Übernachten und internationalen Kollegen.

Nach dem Mova ist vor dem Jamboree: Zusätzlich zu den normalen Pfadi-Aktivitäten werden die Kinder (und auch wir Eltern) zum ersten Mal ihren Trupp für das Jamboree nächstes Jahr in Südkorea treffen.,


uiuiuiui, das klingt alles sehr aufregend!


(Und halleluja, Feedly nimmt meine Beiträge wieder, yay!


Montag, August 01, 2022

Happy Birthday!

 Es ist wieder soweit: der Hübsche, meine Schwester, die Schweiz und, wie ich heute gelernt habe, die Pfadibewegung feiern Geburtstag.

Ich habe mit zweien davon gestern noch stilecht reingefeiert. Das Feuerwerk auf dem Rhein war unglaublich toll und der Champagner auf dem Balkon danach bei Solarlaternenlicht und Igelgegrunze war sehr fein :-)

Heute dann Ausschlafen, mit dem besten aller Gefährten für immer Kaffeetrinken, auf der Terrasse frühstücken: er sein heissgeliebtes Geburtstagstiramisu, ich Früchte, Granola und "Jocos", also veganen kokosbasierten Joghurtersatz (örks. Ich hatte da schon mal welchen, der war richtig gut, wie Naturjoghurt mit einer minimalen Kokosnote. Das hier war null säuerlich und schmeckte wie ... das feste aus einer Kokosmilchdose aufgeschlagen. Urgs)

Dann haben wir heute ganz verrückt statt abends vormittags eine Rheinschwimmrunde eingelegt. Es ist soweit: der Rhein steht nun bei uns (ich nehme an, das Kraftwerk hat alle Wehre geschlossen, weil so wenig Wasser da ist), um vom Bootsanleger zum Schwimmbad zu kommen, muss man nur die ganze Strecke ordentlich schwimmen.

Das und die letzten Tage und das gestrige Gelaufe sorgten dafür, dass mein kaputtes Bein mir heute ordentlich weh tut. Aber: zurück vom Schwimmen muss ich ja nicht mehr viel laufen heute (ausser Jonny macht es heute abend nochmal spannend)

Der Tagesrhythmus heute war sehr gemütlich, ich kam u.a. endlich dazu, in der Hängematte auf der Terrasse (die Kinder hatten keinen Platz und Bedarf fürs Bula) zu lesen, mit einem Aperol Spritz, wie dekadent ist das? Mittagessen (naja, Tortilla chips mit einer Unmenge an Limetten-Mais-Bohnen-Jalapeno-Zwiebel-Tomaten-Salsa) gab es um halb vier, irgendwann später am Tag werden wir schauen, wie gut sich der beste Hähnchensalat aller Zeiten veganisieren lässt. Wir haben mit L gechattet (der Fuss tut fast nicht mehr weh, er geht doch nicht Schmieden, weil man das Messer danach nicht behalten darf, er geht lieber Berliner kaufen in seiner Freizeit), mit Q videotelefoniert (wann ist der so erwachsen geworden?!), es ist alles sehr entspannt und ich mag nicht daran denken, dass das der letzte Feiertag bis Weihnachten ist. 

In diesem Sinne: alles, alles Liebe zum Geburtstag, Hübscher!

 study_of_decay.exe pt.48


Du bist mein Partner für alles, mein allerbester Freund, meine Schulter zum Ausheulen, mein Prellbock zum Frustablassen, mein Unterstützer für egal was, ich bin unendlich froh, dass ich dich, dass wir uns haben! (nur bitte die Haare nicht mehr blond färben, danke)


Love, K