Dienstag, Oktober 27, 2020

271020 Dienstag (Dienstag? Dienstag)

 Der Tag heute kommt mir im Rückblick endlos vor, das fing schon in der Nacht an, als ich zum ersten Mal um viertel vor fünf aufwachte, im Kopf ausrechnete, dass das ja eigentlich viertel vor sechs bedeutet, d.h. der Wecker würde gleich läuten, richtig tief einschlafen würde sich ja gar nicht mehr lohnen. Um 5:13h stieg mir Sansa aufs linke Auge, ich wachte nochmal auf, überdachte meine Rechnung von vorher nochmal, naja, alles in allem war ich halt schon ordentlich viel eher wach.

Es war einfach .. .naja, viel halt. Gut, aber viel. 

Kleiner Grinser zwischendurch: für unseren Suppenmittag war ich heute kurz vor dem Mittagessen schnell frisches Brot einkaufen (ich bin noch nicht wieder bereit, wie zu Lockdown-Zeiten jeden Tag selber zu backen, weil ich auf gar keinen Fall in den Laden gehen möchte nur für Brot), der Hübsche (ich fühle ein gewisses Schwächeln nach nur EINEM SUPPENTAG! Wobei die Erbsensuppe tatsächlich ordentlich ... nennen wir es, WUMMS hatte. Noch 3 Liter.) hatte sich bei der Gelegenheit ein Vitello Tonnato bestellt (für mich das perverseste Essen der Welt: gekochtes Kalbfleisch, das ja per se nach praktisch nix schmeckt mit der Konsistenz von ... Babybrei, in einer Sosse aus Mayo und Dosenthunfisch, ist wie Katzenfutter mit Fett angerührt. Das einzige was lecker wäre, wären die Kapern, und die pult der Hübsche raus. Aber ich sag ja nix, jeder, wie er mag, am liebsten wäre mir, er würde das nur draussen essen und danach die Zähne putzen, aber das zu fordern, wirkt anscheinend unhöflich, ich habe es probiert), also habe ich das auch noch eingepackt, dann hat mich eine Schachtel Macrons angelacht, die wie ein adäquater Supermarkt-Dupe der heissgeliebten Luxemburgerli aussahen (und auch ok waren, das allermeiste, was als Macrons firmiert, mag ich tatsächlich eher gar nicht), dann habe ich in der "Bestseller"-Weinkiste noch eine sehr schöne Flasche "Sparkling Wine from Spain" in smaragdgrün gefunden, und alles in allem sah mein Einkauf aus, als ob ich ein Schäferstündchen ausrichten würde: Vitello Tonnato, Brot, Macrons, Sekt (daheim dann noch: Kürbissuppe, Salat und Schinkennudeln dazu, ausserdem kam der Sekt in den Kühlschrank und wartet da aufs Wochenende).

Gegen Abend war ich dann ein wenig gestresst, weil ich eigentlich gemütlich das Katzentürchen für den Tag schliessen wollte, auf dem Crosstrainer eine Runde strampeln, dabei "Mrs America" gucken und dann Abendessen machen, aber Jonny hatte sich allen Katzensuchrunden des Nachmittags entzogen, es wurde langsam kalt und dunkel und ich machte mir nicht so sehr Sorgen, dass ihm irgendwas passiert sein könnte, sondern dass er halt entweder bei irgendwelchen Nachbarn abhängen oder noch auf wichtiger Mausejagd wäre, aber wir uns den ganzen Abend Sorgen machen würden und ihn im Finsteren suchen "müssten" und am Ende wäre doch was passiert? Ich habe mal dezent bei den Ferienfütternachbarn angefragt und die hatten ihn immerhin am Nachmittag mal gesehen und versprachen, Bescheid zu geben, wenn er auftauchen würde. Ich schwang mich auf den Crosstrainer und zur Halbzeit wieder runter, weil er aufgetaucht, aber direkt wieder abgeflitzt war. Ich ging nochmal die ganze Runde ab (in nassgeschwitzten Sportklamotten), nix. Auf dem Rückweg begegnete ich der Nachbarin, die hatte Jonny dann doch noch erwischt und bei L. daheim abgegeben. Ihre Katze war ein wenig traurig, weil ihr Gspänli dann doch schon heim musste (wie so Teenies, bei denen der eine länger weg bleiben darf :-)).

Fertigrennen, schnell Essen machen, Q. hat ja (noch) Auswärtstermin mit den Pfadfindern, Bloggen, dabei fast mit dem Kopf auf den Tisch fallen vor müde. (Schnell noch eine Arbeitsmail beantworten, sonst geht wieder ein Tag verloren. So ist das mit dem globalen Zusammenarbeiten über die Zeitzonen hinweg....)

Sonst ist so bisschen .... Warteposition. Auf Dinge, die man nicht beeinflussen kann. Auf

die neuen Bundesratsentscheide morgen

den Arzttermin am Donnerstag, der keine Überraschung bieten wird, sondern ganz unüberraschend unangenehm werden wird. Nicht schlimm, aber unangenehm

die US-Wahl am Dienstag.

auf den ersten Coronafall im direkten Umfeld (ich denke da in erster Linie an die Kinder und die Schule, wir grossen treffen ja niemanden mehr. Mittlerweile ist "Hallo, Spätzeli, wie war der Tag? Alle da? Irgendwer krank?" die Standardbegrüssung beim Heimkommen. Es kommen, sagen wir mal, nicht immer 100% zufriedenstellende Aussagen, ich habe aber beschlossen, nicht das Elternteil zu sein, das aufgrund von vielleicht (hoffentlich!) vom Kind missverstandenen Sachverhalten und Handhabung dieser direkt die Riesenwelle zu machen, sondern darauf zu vertrauen, dass die Schulen (und darauf zu hoffen, dass die anderen Eltern) sich ihrer Verantwortung bewusst sind und das alles schon richtig machen.


Gegessen:

Special K

Kürbissuppe, Brot, Salat

4 Macrons

Gyozas mit noch mehr Salat


Getragen:

das schöne blaue Karostrickkleid. festgestellt: im Büro ist es wohl wärmer als bei uns, ich habe ordentlich gefroren an den Beinen.

Gelesen "Die Optimisten"

Gesehen: "Devs" (das war ja mal eine Enttäuschung gestern! Ich habe das Staffelfinale der zweiten Staffel "Mayans" aus vollen Zügen genossen und war überzeugt davon, dass wir direkt die 3. Staffel weiterschauen können und jetzt gibt es die noch gar nicht! Wenn ich das mal gewusst hätte, hätte ich mich nicht so gefreut. Naja. Kann man jetzt so oder so sehen.) (und "Mrs America" beim Rennen)

Stressleveldurchschnitt gestern: 18 (ich sag ja: mir geht es eigentlich ganz gut zur Zeit)

Selbstbeweihräucherung: Vielleicht ein ... man könnte Schlupfloch aus einem mühsamen Task gefunden, man könnte auch sagen: endlich das Argument, das nicht mit "Och büdde..." ausgehebelt werden kann. (Ach: und den Spagat geschafft, so auf eine echt unverschämte Mail zu antworten, dass es höflich klingt, wenn man mich nicht kennt, und ich mir trotzdem noch in die Augen schauen kann.)

Montag, Oktober 26, 2020

261020 Das Ding aus dem Sumpf

 Heute nacht mehrfach davon ausgewacht, dass mir der Regen ins Gesicht spritzelte, weil der Wind das Fenster immer wieder aufdrückte. Schön! (Ernsthaft schön.)

Sehr, sehr, sehr ausgeschlafen um 6 aufgestanden (trotz des "Ach komm, über die Woche lassen wir die Flasche jetzt auch nicht offen rumstehen" leergetrunkenen Rotweins am Abend), die Kinder mit Masken (Q. für Bus und Mensa, L. für den Unterricht, wo seine Klasse jetzt mehr oder weniger selbstorganisiert beschlossen hat, sie zu tragen.) versorgt und in den strömenden Regen in die Schule geschickt.

Sehr entspannt gearbeitet. Ich muss mir das Gefühl für wann anders mal wieder konservieren: es ist definitiv nicht langweilig (das ist schlimmer als jeder Stress für mich), es gibt genug zu tun, genug Spannendes, aber nichts so Dramatisches, dass es direkt morgen Stock-out on patient level bedeutet, wenn ich nicht SOFORT 3 verkrachte Parteien zur Zusammenarbeit bringe, ausserdem alles was, wo ich zumindest einen Hebel zum Ansetzen habe. Das fühlt sich super an. (Und damit es auf gar keinen Fall langweilig wird, habe ich gerade noch eine dieser berüchtigten Einladungen mit dem standardisierten Einladungstitel bekommen, bei dem alle wissen, dass man ALLES stehen und liegenlässt und teilnimmt. In meinem Fall das Mittagessen am Mittwoch. Im echten Leben würde es im Warroom Schokolade und Süssgetränke geben, aber naja, hier habe ich Obst und Gummibärchen und guten Kaffee.). Themen, die mich seit längerem schon nerven, weil *führt zu weit*, die ich aber wegen dringenderer Dinge in den Hinterkopf schieben musste, wo sie nervend zu meiner gestressten Grundhaltung beigetragen haben, wurden von ich weiss nicht genau welchem Teil meines Hirns in der Zwischenzeit dort bearbeitet, so dass sich die vom Rest des Hirns als unglaublich komplizierte, umfangreiche mühsame Aktivität vorgestellte Erledigung heute im Nullkommanix runterschreiben und von meinen US-Kollegen für passend erachtet wurde. Braves Hirnhinterzimmer!

Mit dem Hübschen und L. zu Mittag gegessen, immer wieder eine högscht empörte Sansa aus dem Garten in Empfang genommen. Im Gras steht mittlerweile mehrere Zentimeter hoch das Wasser und so gern sie als Baby gebadet hat, so sehr hasst sie es mittlerweile nass zu werden. Sie stiefelt mir ihren triefenden Schlammpfoten durchs ganze Haus und stellt sich anklagend vor einem auf dem Schreibtisch, weil man das bitte alles wegmachen soll und die kalte Dusche draussen abschalten.

Jonny kam einmal mit mir nach Hause (ich hatte Auswärtstermin, respektive on site Termin, ich brauchte nämlich einen von drei Leuten und mir unterschriebenen Brief und weil die alle ausser mir auf dem Areal bei uns im Dorf arbeiten, bin ich zum Unterschreiben und ordentlich scannen eine Runde spazieren gegangen), einmal mit L. von der Nachmittagsschule und dann war der Tag auch schon vorbei, ich habe mit dem Hübschen noch einen Killerupperbody-Workout gemacht (der Impfarm tut ja nicht mehr weh) und dann noch ein Stündchen auf dem Crosstrainer abgestrampelt.

L. kam irgendwann etwas verwirrt in Sportklamotten an und fragte, wann es denn zum Volleyballtraining ginge..... gar nicht. Das hatte er schon wieder vergessen, war aber ok, vor allem weil er alle Pflichten vorher in einem Affenzahn erledigt hatte und damit richtig, richtig frei hatte.

Alles in allem ein ziemlich guter Tag. 

Gegessen:

Special K mit Milch

zwei Kakis

Erbsensuppe mit Brot (war schon lecker, schaut halt echt scheisse aus. Aber naja, muss halt so)

Montagspizza


Getragen:

Kapuzenkleid und gute Laune-Lippenstift




Gesehen: "Babylon Berlin" zum Strampeln, "Mayans MC" 

Gelesen: "Die Optimisten" (ich habe im Moment nicht die Ruhe, um lang am Stück zu lesen, deshalb komme ich nur langsam vorwärts, in em Fall ist das aber nicht schlimm oder ein Indikator dafür, dass mir das Buch nicht gefällt, es passt ganz gut zu der Gefühlsdichte in dem Buch, das so häppchenweise zu goutieren)

Stressleveldurchschnitt gestern: 18

Selbstbeweihräucherung: ich bin schon ein bisschen stolz drauf, dass mein Hirnhinterstübchen sinnvolle Dinge macht, auch wenn ich nicht nach ihm schaue. (Und ich habe mich auf dem Areal nicht verlaufen)


Sonntag, Oktober 25, 2020

251020 Preppermodus

Zeitumstellung ist ja, seit die Kinder nicht mehr jeden Tag um halb sechs wach sind und/oder Betreuung brauchen, kein Ding mehr, der Tag ist halt einfach eine Stunde länger und das ist ja an einem Sonntag mit perfektem Herbstwetter das Beste, was es gibt.
Ich war schon um neun mit einer Stunde Crosstrainergestrampel, Duschen, Tralalala fertig, bis der Rest zum gemütlichen Pyjama-Frühstück auftauchte, ging es aber noch ein bisschen.
L. war am Nachmittag zu einer coronakonformen Geburtstagsfeier eingeladen, nämlich einem Bauwettbewerb auf Minecraft. Das fand ich an sich eine sehr tolle Idee, war dann doch alles andere als toll, weil ... das Geburtstagskind um zwei (angekündigter Beginn) ausrichten liess, dass er doch erst nach fünf könnte (eine Stunde nach geplantem Ende). Nachdem wir unseren Tag um eben diese zwei Stunden rumgeplant hatten (nämlich zB keinen Ausflug bei dem traumhaften Wetter), war ich dann ein spiessiger Spielverderber, der L. ausrichten liess, dass er ihm einen tollen Geburtstag halt ohne ihn wünschen würde. L. hat dann mit den anderen Gästen eben ohne Geburtstagskind gespielt (mal ernsthaft: ich sehe ja ein, dass nicht jeder so ein Buhei um Geburtstagspartys macht wie wir und nicht alle Pünktlichkeit als einen grundlegenden Pfeiler des menschlichen Zusammenlebens sehen, aber so was habe ich bisher tatsächlich auch noch nicht erlebt.)
Ich habe meine innere Unruhe wegenderaktuellenSituation in Prepperaktivitäten gesteckt, mit den gestern vorbereiteten Portionen haben der Hübsche und ich nun aktuell für die nächsten Homeoffice-Tage Wochen mittags die Wahl zwischen 3L Kürbis(apfelkarotteningwer)suppe, 4L Erbseneintopf und 4L Minestrone, eingekocht in Portionen für einen oder zwei. Mit Brot und einem schnellen Salat gibt das mit 5 Minuten Vorbereitungszeit ein leckeres und gesundes Mittagessen. Ich hätte uns gern noch ein Chili als 4. Option gemacht, aber leider sind alle meine Gläser jetzt voll.
Ausserdem habe ich Fladenbrot für das Abendessen und Chocolate-Chip-Cookies für den Nachmttag gebacken.
Zur Abwechslung habe ich mit L. für den Mathetest gelernt, mit Q. in der Sonne Kaffee getrunken und Cookies gegessen und gelesen, Wäsche erledigt, mit dem Hübschen wenigstens eine Runde durchs Quartier gedreht, um Herbstbäume anzuschauen (Fotocredits: der Hübsche, wie er so schön sagte: fototechnisch wird das eh ein dürres Jahr, fürs Fotobuch sollen wir wenigstens schöne Hintergrundbilder haben):


Jonnys Feld, wo er seine Mäuse anbaut. (aktuell recht kurz geschnitten)

Nochmal Jonnys Feld

Der Teich auf dem Werksareal, das ist aktuell in einer Richtung die weiteste Ausdehnung des Katzenreviers. Die Pappeln stehen übrigens links und rechts der Römerstrasse nach Xanten, die mitten durch den Verpackungsbetrieb im Hintergrund geht. (ich weiss nicht, ob dort in der weissen Zone auch noch Bäume stehen)



Nachmittags gab es dann Familienkino, Q. möchte nämlich aus der Schulbibliothek "Skyfall" ausleihen und das geht natürlich nicht, ohne die beiden ersten Craig-Bondfilme gesehen zu haben. Dementsprechend wurden die beiden gestern mit "Casino Royale" und heute mit "Quantum of Solace" in das Bond-Universum eingeführt (jajaja, Sie sind natürlich alle Bond-Puristen, die nur Sean Connery ernstnehmen können, aber Sie müssen jetzt ganz stark sein: ich habe NIE einen Bond mit ihm gesehen, die ersten waren mit Pierce Brosnan, den ich ziemlich gut fand, aber Daniel Craig ist einer der wenigen blonden Männer, die ich .... naja, also, auf jeden Fall: Daniel Craig, bester Bond.)

Schön war das, auch wenn es sich .... irgendwie wie gestohlenes Glück oder "So tun als ob" anfühlt, aber naja, ich kann mir nicht 24/7 Sorgen machen und nicht durchdrehen, deshalb haben wir heute mal normal gespielt.

Gegessen:
Hefezopf mit Himbeermarmelade und Chilihummus (also: getrennt)
Cookies mit schwarzer und weisser Schokolade und Rahmtäfeli
Vegidöner zum Selberzusammenstellen

Gelesen: "Die Optimisten"
Gesehen: "Babylon Berlin" beim Rennen, "Quantum of Solace"
Stressleveldurchschnitt gestern 17
Selbstbeweihräucherung: durch Einkochen ein Fitzel Kontrolle über die Situation gespürt (Q.s Kommentar: "Du weisst schon, dass es auch im Lockdown IMMER was zu Essen geben wird?" Aber der kriegt eh nix von der Erbsensuppe.)
 

Samstag, Oktober 24, 2020

241020: SHE-saster

 So, nachdem man ja nicht die ganze Zeit die aktuelle Misere beklagen kann und Q. gestern (Sie erinnern sich? Freitag ist jetzt "Chemiefreitag"? so viel Spass an der Story hatte die Story auch nicht ganz doof fand, heute mal wieder ein Schwank aus meiner und des Hübschen Jugend. (Kurze Vorbemerkung: kleine Lektion in Jugendsprache (wer dieses Wort benutzt, ist ja per definitionem alt). Ich war erst ernsthaft sehr stolz auf mich, dass ich noch alle Lanthanoide und Actinoide konnte, wenn auch nicht auswendig und in der richtigen Reihenfolge, Q. kommentierte das mit "Alles klar, Streber kickt ein". Und, nicht ganz in dem Zusammenhang: wenn man in einem Streit direkt die grössten Geschütze auffährt, heisst das "voll auf Mutter gehen." Weiss ich also wieder was Neues, um meine Kollegen in deutschsprachigen Meetings vor den Kopf zu stossen).

Jetzt aber zur eigentlichen Story (SHE bedeutet "Safety, Health, Environment" und im Rahmen meiner SHE-Beauftragten-Rolle, die durch Indien und Italien damals zementiert wurde, habe ich unzählige Wortspiele mit "SHE" auf Lager. Apres-SHE, SHE-Kurs, SHE-Rennen, SHE-Ferien, SHE-Hulk...). 

Bitte machen Sie nichts von all dem geschilderten hier nach, wir waren jung und hatten sehr viel Glück (und das Gefühl, relativ viel Ahnung zu haben, nach dem einen oder anderen Jahrzehnt Berufserfahrung möchte ich uns im Nachhinein die Ohren langziehen).

Also. Wir reisen zurück ins Jahr ... 2000, vielleicht auch 1999, vielleicht auch 2001, dann aber vor September. Sie werden gleich verstehen, warum.

Der Hübsche und ich waren beide Doktoranden an einer bayerischen Universität, wir hatten selber das Studium mit allen Laborpraktika hinter uns, betreuten das Anfängerpraktikum Anorganik, waren mittendrin im Hardcore-Laboralltag mit metallorganischen Verbindungen, die sich an Luft oder in Kontakt mit Wasser selbstentzünden, wir waren ausserdem Anfang zwanzig, eine Kombination, die dazu führt, dass man sich unverwundbar fühlt.

Eine unserer Mitdoktorandinnen lud uns und und zwei unserer besten Freunde zu ihrer Hochzeit ein (und shame on us, uns fällt der Name nicht mehr ein, ich weiss nur noch, dass wir alle sehr verwundert waren, dass erstens jemand, den wir kennen, HEIRATET, das passte überhaupt nicht in das Selbstverständnis unserer Lebensrealität zu dieser Zeit, und zweitens wir dazu eingeladen wurden, weil soooooo gut kannten wir uns dann doch nicht.) Wir fühlten uns ob dieser Gedanken ein wenig schlecht, wir hatten ausserdem überhaupt keine Erfahrung mit Hochzeiten, nur dass man als Gast "da was macht" und was können Chemiker? Genau: Explosionen, Feuerwerk, krach, bumm. Wir sagten also zu, fanden heraus, wo die Feier stattfand (im "Aumeister", klärten ohne das Brautpaar oder die Trauzeugen oder überhaupt irgendjemand zu fragen (wie gesagt: wir kannten uns mit Hochzeiten nicht so aus), mit den Leuten vom Aumeister ab, ob es eine Terrasse gäbe und ob wir da "ein kleines Feuerwerk" machen könnten. Konnten wir und so bereiteten wir uns vor.

Ich war und bin stolze Besitzerin dieses Klassikers (Affiliatelink, ich habe eigentlich zwei Ausgaben, eine davon im Büro, man weiss nie, wann man das braucht, eine davon auf dem Speicher, allerdings jetzt grad keine zur Hand, deshalb muss ich aus dem Gedächtnis zitieren), wir hatten als Praktikumsassistenten Zugang zum Chemikalienlager der Fakultät und so ging es los. 

Ursprünglich hatte ich aus Compliance-Gründen überlegt, ob wir das ganze Zeug am besten auf eigene Rechnung zu uns nach Hause bestellen sollten, uns war doch bei dem ungeliebten Kurs "Toxikologie und Gefahrstoffrecht" eingebläut worden, dass wir nur durch Bestehen der Prüfung den Sachkundenachweis für Chemikalienbestellungen auf unseren Namen kriegen würden. So habe ich Abkürzungen gepaukt (GgvBinsch weiss ich heute noch) und Gefahrensymbole malen geübt. Fisch und Totenkopf haben sich auch längerfristig gelohnt, nicht nur kam "Abwassergefährdend" in der Klausur dran, nein, später wurde irgendwie erwartet, dass man die Taufkerze für das eigene Kind selber bemalt und wenn man den Fisch andersrum malt, ist es nicht mehr "abwassergefährdend", sondern voll der christlichen Symbolik. Der Totenkopf natürlich für Halloween und die langjährige Piratenphase beider Kinder, NICHT für die Taufkerzen). Alles in alle war das (onlineshopping war noch "Neuland", Darknet nicht erfunden, Amazon hat tatsächlich mehr oder weniger nur Bücher gerkauft) aber ein bisschen arg kompliziert, vor allem, weil wir die Schatzkammer ja zur freien Verfügung hatten (wir haben uns freiwillig für "Ausmisten und Entsorgen" gemeldet, aber das ist eine andere Geschichte)..

Ich habe also Post-its über Post-its in das Buch geklebt und die benötigten Chemikalien mit dem Bestand abgeglichen, ich war damals schon Perfektionist und von Theatergruppe/Orchester gewohnt, dass man ALLES probt, bevor man es vor Publikum aufführt und so haben wir auf der Wiese hinter dem Institut alle ausprobiert und nur die Sachen ins Programm genommen, die wirklich gut funktionierten. Ich erinnere mich noch gut, dass der Versuch, der mit "beeindruckenden tiefblauen Rauchwolken" einhergehen sollte, extrem unspektakulär war. Das war besonders enttäuschend, weil wir ja ein Anorganik-Institut waren und ich mich so gefreut hatte, ganz hinten im Regal noch ein Gläschen Indige (noch in Fraktur beschriftet) zu finden, aber das war wohl tatsächlich über seinen Zenith und so gab es einen dünnen, blauschwarzen Rauchfaden, nichts, was man nicht mit nassem Holz nicht viel beeindruckender hinbekommen würde. Also: nix mit blauem Rauch. Im Nachhinein vielleicht nicht das allerblödeste.

Wir haben uns an alle Anweisungen gehalten, Schwarzpulver "auf grossen Papierbögen" und "mit einer Hühnerfeder" gemischt, gerechnet, Zeiten geplant (wann wird es dunkel?), Ablauf geplant, und irgendwann stand das Programm.

Ich erinnere mich nicht mehr an alles, wir haben auf jeden Fall 

  • das "Tanzende Gummibärchen" (natürlich nicht ein kleines im Reagenzglas, sondern ein grosses, extra vom Hussel gekauft in einem grossen Glaskolben. Bitte denken Sie immer dran: wir waren jung und vermeintlich unverwundbar, uns war noch nie was schief gegangen.)
  • "Bierherstellung" (das zieht in Bayern immer, incl des Austausches gegen echtes Bier und Verkostung)
  • Feuerwerk in rot, grün und weiss 
  • und Borsäuremethylesterfeuer in leuchtend grün 

vorbereitet. Wir haben den Masstab aus dem Buch von Vorlesungsmassstab auf Showgrösse erhöht und alle Komponenten vorgemischt, schon so, dass die reaktiven Sachen erst vor Ort zusammenkamen, aber letzten Endes..... hatten wir den gesamten Twingo-Kofferraum voll mit diesen Plastikklappkisten mit Schraubflaschen voller explosiver Chemikalien in genau der richtigen Stöchiometrie für ein wunderschönes Feuerwerk. Damit sind wir dann für die eigentliche Trauung in die Tiefgarage des Kreisverwaltungsreferats in München gefahren (und jetzt verstehen Sie, warum ich mir sicher bin, dass diese Hochzeit vor September 2001 stattgefunden hat. Man könnte jetzt total meta werden, und sagen: "Schaut, wie grosse Ereignisse und Tragödien unser Verständnis von "normal" verändern, aber ganz ehrlich war das auch vor 9/11 hoffentlich nicht total normal.)

Wir haben das Auto geparkt, der offiziellen Trauung beigewohnt, sind mit dem kleinen Bombenauto durch die Münchner Innenstadt zum Aumeister gefahren, haben dort auf dem offenen Parkplatz geparkt und angefangen zu feiern. Irgendwann meinte der Kollege, der versprochen hatte, eine Heizplatte mit Verlängerungskabel für den Borsäuremethylester mitzuringen: "Oh Scheisse, ich hab die Platte vergessen." und anstatt zu sagen: "Naja, doof, machen wir es halt ohne den Teil", beratschlagten wir hektisch und die beste Idee, die wir hatten, war, seine Freundin loszuschicken und wo auch immer einen Campinggaskocher zu kaufen.

Gerade noch so rechtzeitig kam sie zurück, wir hatten schon alles auf der Terrasse des "Aumeisters" aufgebaut und baten also die Hochzeitsgesellschaft (von denen wir bis auf die Braut, und die auch nicht so richtig, niemanden kannten) nach draussen.

Es lief alles tatsächlich grossartig, die Gummibärchen tanzen, knallten und leuchteten, das eigentlich sehr langweilige Bierexperiment war der totale Knaller, es wurde langsam dunkel, wir baten um einen Moment Geduld, während wir die Feuerwerksmischungen zusammenschütteten (Papierbögen, Hühnerfedern), in die vorbereiteten Zylinder füllten, farblich abwechselnd an den Rand der Terrasse stellten, dahinter den Gasbrenner mit dem Gemisch für den Borsäuremethylester und dann, darauf war ich besonders stolz, statt Zündschnüren mit der Acetonspritzflasche "Lunten" auf den Boden spritzen, sobald der Kolben mit der Borsäuremethylestermischung kurz vor dem Sieden stand.

Hier ein kurzer Einschub: So sieht das aus, wenn man es im Labor macht. Wir haben das in unsere Studium unzählige Male gemacht, auch nochmal geübt, und hatten den Plan, einen wabernden Hexenkessel mit grüner Flamme auf der Heizplatte stehen zu haben.

Nun denn, leider stand die geplante Heizplatte noch beim Kollegen im Keller, wir hatten stattdessen einen Gasbrenner unbekannter Heizleistung und ein sehr gespanntes Publikum. Wir haben also die Lunten = Acetonspuren gespritzt, den Gasbrenner angezündet, das Publikum stand im Dunkeln und ..... der Gasbrenner macht, was Gasbrenner halt so machen, er heizte wie irre und das Zeug simmerte nicht nur wie beim Üben, sondern kochte, was das Zeug hielt. SOFORT. Aber naja, Sie erinnern sich, jung, unverwundbar, Bierexperiment, Publikum, was soll man anderes machen, als das Feuerzeug dranzuhalten

Es war schon beeindruckend, wir vier waren schlagartig nüchtern: Unser Kolben, der eigentlich ein wabernder Hexenkessel sein sollte, kochte über, die Brühe verteilte sich (knallgrün brenndend) über die ganze Terrasse, setzte die Acetonlunten in Brand, die auf die Feuerwerkszylinder zuliefen und wir vier standen in Hochzeitsklamotten mit Kitteln und Schutzbrillen drüber in einem grünen Flammenmeer in dem knallend und spritzend rot, weiss und blaue Feuerfontänen in den Himmel schossen, das Publikum jubelte und wir haben, glaube ich, gebetet.....

Naja. Ende gut, alles gut, der Gasbrenner brennt heute noch grün, den Aumeister gibt es noch, auch wenn wir seitdem nicht mehr da waren und ich gerne wüsste, ob es zB beim Unkrautabflämmen auf der Terrasse immer noch grün leuchtet, wie es um die Ehe der Kommilitonin steht, kann ich leider nicht vermelden, weil ich ja nicht mehr weiss, wie sie heisst, aber .... bitte, bitte, macht das nicht nach!

Freitag, Oktober 23, 2020

231020 Ruhe vor dem Sturm

 Heute morgen dachte ich noch, mit mir und Istvan vom IT-Servicedesk würde es doch was längerfristiges werden, nachdem ich wieder FÜNF Push-Nachrichten pro Email bekam. Allerdings ist das zwischen uns scheints nichts Exklusives und es gibt noch "Many, many more colleagues with the same issue" und jetzt wurde mein Ticket dem Masterticket angehängt und der Ball ist im Siliconvalley-Feld (höhö, Wortspielsoll erfüllt). Naja, dann halt so.

Sonst: vor mich hin gearbeitet, ich merke immer wieder, dass ich, obwohl es sich immer noch ein bisschen neu anfühlt, doch mehr als nur Fuss gefasst habe im garnichtmehrsoneuen Job: Eins der Themen, die mich vor und während meiner Ferien echt an meine Grenzen gebracht hat, ist jetzt fast in trockenen Tüchern (das andere übrigens schon ganz. China ist nach wie vor mit einem Medikament, von dem Sie vermutlich noch nie gehört haben und das ist gut so, versorgt und keiner hat gemerkt, was wir dafür für Extraschichten geschoben haben. Ich bin viel schlechter im solche Erfolge Feiern, als im mir Sorgen um solche Sachen zu machen.), jetzt geht es um die vorvorletzte Unterschrift auf dem Weg zu den ganz trockenen Tüchern, die eine recht schwierige ist. Der Kollege, der sie einholen muss, macht das zum ersten Mal, ich habe ihm also (ungefragt) unter die Arme gegriffen bei der Formulierung des Dokuments und er hat dann heute gefragt, ob er mich als Referenz angeben darf, wenn es immer noch Fragen zum Thema an sich gibt. Ich hatte nicht mal kurz Adrenalin, als ich ihm das zusagte, ich kann das Thema mit allen Seitenästen und Verwicklungen (wenn man drinsteckt, ist ungefähr so spannend wie eine sehr verwickelte Telenovela, wenn nicht, eher so "Häh? Und DAS ist dein Job?! Oida......") auch dann (mittlerweile sogar mit Spannungsbogen und Spässle zwischendrin) aufdröseln und erklären, wenn man mich nachts um drei aus dem Tiefschlaf weckt (hahaha. Tiefschlaf.). Das ist ein sehr beruhigendes Gefühl. Auch, dass der Anruf mit den Fragen NICHT nachts um drei, sondern sogar noch vor dem Mittagessen kam. Die Wahrscheinlichkeit, dass der/die eine oder andere von Ihnen in den nächsten Monaten mit dem Medikament, um das es hier geht, in Berührung kommt, ist höher als für all die anderen, für die ich zuständig bin. Vielleicht denken Sie ja an mich, aber vermutlich nicht, wenn man es braucht, geht es einem ziemlich dreckig.

Sonst:

in L.s Klasse hat sich in den letzten Tagen etabliert, dass viele Kinder freiwillig, ohne Aufforderung, Bitte oder sonst was von Lehrern, Eltern etc. Maske tragen. Ich finde das eine starke Leistung von 11/12-jährigen und bin stolz auf L., der das jetzt auch macht.

Mit Q. habe ich heute auf dem Heimweg (Freitag hole ich ihn ja von der Schule ab) lange, weil ja Stau war, weil ALLE nochmal nach D zum Einkaufen wollten, bevor man morgen nur noch für 24h nach D darf, über die Situation an der Schule gesprochen (Sie haben jetzt auch einen positiven Fall im Kollegium, allerdings nicht an ihrer Schulform, also keine weiteren direkten Auswirkungen auf ihn). Er meinte: es fühlt sich an wie im März, als es am Freitag hiess: "Hier schon mal das und das und das und macht das fertig so schnell wie möglich, wer weiss, wie lang wir uns noch so sehen" und am Wochenende wurde die Schulschliessung verkündet. Ich war beeindruckt, wie reflektiert er die Zeit und die Auswirkungen des Lockdowns auf ihn, seine Klasse, seine Freunde, uns als Familie betrachtet. Fazit: wir tun ALLES, damit die Schulen offen bleiben können, aber wenn nicht, dann nicht. Wir haben es einmal nahezu unvorbereitet geschafft, wir schaffen es ein zweites Mal mit Ansage erst recht.

Es fühlt sich auch für mich an wie Ende Februar/Anfang März, wo man alles hinterfragt. Ich kam zu dem Schluss, dass L.s Volleyballtraining die im Moment .... risikoreichste, verzichtbarste Aktivität ist und musste etwas irritiert schmunzeln, als eine WA-Nachricht der Gruppe kam, allerdings nicht mit der Trainingsabsage, sondern der Einladung, ein Erwachsenenspiel zu besuchen. Ich habe aus dem gestrigen Kindergarten gelernt und NICHTS dazu gesagt, und als ich mich gerade mit dem Hübschen und L. darauf einigte, dass wir ihn da jetzt halt mal abmelden, plingte es wieder und das Training ist jetzt eh erstmal abgesagt. 

Dementsprechend bleiben an Aussenkontakten:

  • Einkaufen (einmal die Woche Wocheneinkauf, Samstag frische Semmeln und was wir vergessen haben. Jeweils einer von uns.)
  • Schule für Q. und L.
  • Pfadfinder für beide (Samstagsübungen draussen und Piohock drinnen, beides mit Maskenpflicht und mit Kindern, die sie jeden Tag in der Schule treffen.)
  • Ls. regelmässige Treffen mit seinen zwei besten Freunden, die er auch jeden Tag in der Schule sieht.
  • Unsere Putzhilfe, die einmal die Woche kommt, und der wir aus dem Weg gehen.
Es ist, was es ist. Und wenn noch mehr kommt, dann ist das so. (Shit, immer noch keinen Bürostuhl aus dem Lager geholt, mein Rücken wird jaulen, wenn Q. in den Fernunterricht wechselt)




Donnerstag, Oktober 22, 2020

221020 Kindergarten

Heute war also der Tag, an dem ich die Faxen dicke hatte: mittlerweile bekomme ich auf meinem Arbeitslaptop für jede Email, jeden Chatkommentar, jede Kalendererinnerung FÜNF Pop-up Nachrichten, die immer im Vordergrund sind und erst weggeklickt werden müssen. Normal ist eine, irgendwann wurden es zwei und sukzessive immer, immer mehr.

Ich habe also gestern ein Ticket bei der IT eröffnet (5 Pop-up-Nachrichten für die Bestätigungsmail), heute kam dann mitten in einem Meeting die Chatanfrage, ob ich kurz Zeit hätte (5 Pop-up Nachrichten), und ein paar Minuten später hatte ich einem Kollegen volle Remote-Kontrolle über meinen Computer gegeben, er klickte in einem Affenzahn durch sämtliche Tiefen der Einstellung von Chrome und sonst wo und war dann schnell fertig. Ging in knapp 5 Minuten, für die von ihm geschickte Testmail kam genau eine Pop-Up-Nachricht, ich war sehr glücklich. 

50 Sekunden später kam die Email mit der "Kundenzufriedenheitsumfrage", gefolgt von 5 Pop-Up-Nachrichten. Ich war schon im nächsten Hangoutmeeting, meldete mich aber direkt bei meinem neuen Freund und bat um weitergehende Reparatur. Er antwortete direkt, dass es seit gestern wie irre wäre, und der probierte Fix tatsächlich nicht bei allen wirklich gut geholfen hätte. Nach dem Mittagessen verabredeten wir uns auf neue "just a few minutes, I have the next call really soon" und es wurde was anderes umgestellt (ich glaube, ein neues Chrome-Profil erstellt), es ging natürlich ein bisschen länger, bei der Testmail kam wieder nur eine Pop-up-Nachricht, dafür war dann aber alles in Chrome krisselig. Mir war prophezeit worden, dass die nächste Stufe der Eskalation ein wenig länger gehen würde, weil Chrome ganz deinstalliert, dann neu und dann nochmal oder was weiss ich werden müsste, aber Gottseidank kamen bei der nächsten Mail schon wieder 5 Pop-up Nachrichten, ich meldete mich also für die längere Session ("Normally it takes about 20 mins"), weil ich gerade 60 meetingfreie Minuten hatte. 

Es ging alles sehr, sehr lang, ich hatte lustige Chats mit dem Kollegen, der durch den vollen Zugriff ja schon immer während des Tippens sehen konnte, was ich schrieb, was mich total irre machte, weil er ja JEDEN TYPO sah, aber naja. Zwischendrin musste ich den Raum wechseln für besseres W-LAN, dann den VPN-Zugang wegen keine Ahnung (krasser Snwoden-Move: über den US-VPN UND mit vollem Fremdzugang auf meinen Computer NICHT den Klassiker gerissen "Ging wohl ein bisschen, bis die NSA alles gelesen hatte"

Alles in allem ging es über eine Stunde, ich beantwortete währenddessen Mails am Handy, wählte mich am Handy ins nächste Meeting ein, irgendwann war alles gut (nur noch krisselig), ich bekam Anleitungen zum Entkrisseln, wir verabschiedeten und ausführlich.

Das Entkrisseln ging mittel, aber ich bekam für 4 Mails jeweils nur eine Push-Nachricht. Dann gab mir mein neuer Freund zu Entkrisseln den ultimativen IT-Support-Tipp "Mal Neustarten?", danach war alles wieder kristallklar (kein Wunder, ich hatte ja vorher das Clear-Irgendwas-Dingsi optimiert), dann kam die erste Email und .... zwei Pushnachrichten. Ich bin soweit, dass ich sage: zwei ist besser als fünf, ich lass das jetzt so. Hmpf.

Sonst so:

Videokonferenz mit externen Partnern gehabt, dabei vergessen, dass wir uns noch nicht sooo lang kennen, naja, da waren die ersten 5 Spässle auch schon gerissen. Wir sind jetzt ein bisschen befreundet, so auf persönlicher Team-Ebene, rein sachlich und thematisch wird nach wie vor hart verhandelt, das ist schon ein ganz schöner gedanklicher Spagat.

Die Impfnachwirkungen sind btw vorbei, ich bin gestern echt früh bei voller Festbeleuchtung eingeschlafen und heute morgen wie neu aufgewacht. Der Arm tut nur noch weh, wenn man volle Möhre draufboxt (an alle, die sagen wollen: "Aber das macht man ja auch nicht?!": Sie haben keine Teenie-Kinder, die einen Tag vor Ihnen geimpft wurden, oder?).

Die ganze Schweiz ist jetzt (also ab Samstag) für Deutschland Risikogebiet, d.h. man braucht einen negativen Test oder 14 Tage Quarantäne, wenn man für länger als 24h einreisen will. Das mit den 24h kann man jetzt als inkonsequent ansehen oder als pragmatisch für die Grenzregion, die man nicht lahmlegen möchte, was sonst faktisch passieren würde. Wie man das kontrollieren will? Keine Ahnung, ich werde es nächste Woche rausfinden.

Die positiven Testresultate kommen immer näher, gsd dank persönlicher Einschränkung unsererseits schon vor Monaten ohne Einfluss auf uns, aber hm.

Gegessen:

Special K

Letzte eingekochte Linsensuppe

Lauch-Mangold-Wähe mit Käse und Feldsalat


Gelesen: "Die Optimisten"

Gesehen: "Babylon Berlin" beim Strampeln, "Mayans MC" vor dem Schlafengehen

Stressleveldurchschnitt gestern: 25

Selbstbeweihräucherung: eine extrem unangenehme (auf so vielen Ebenen) WA-Kommunikation nur EINEN Austausch zu spät für immer beendet (Liebe Miteltern, wenn Sie höflich gebeten werden, einen Vorfall mit ihrem Kind zu besprechen, senden Sie keine Sprachnachrichten, in denen Ihr Kind sich rechtfertigt zurück. (Wenn Sie von mir gebeten werden oder überhaupt mit mir kommunizieren, senden Sie NIE irgendwelche Sprachnachrichten). Senden Sie noch weniger Sprachnachrichten, in denen Ihr Kind Rotz und Wasser heult und Sie es trösten gegen die ungerechte Welt. Das ist ein kostenloser Rat in Sachen Medienkompetenz. Heulenachrichten genausowenig verschicken wie Nacktbilder. Danke. (Nächster Rat: wir sind erwachsen, nur weil ich keine Antworten schicke, auf denen MEIN Kind heult, heisst das nicht, dass man den Lehrer in der Mittagspause nötigen muss, das jetzt aber mal zackig zu klären.). 

Mittwoch, Oktober 21, 2020

211020 Abenteuerland


 5596 Neuinfektionen schweizweit wurden heute gemeldet, Hospitalisierungen und Todesfälle steigen auch. Bald haben wir Deutschland von den absoluten Zahlen her überholt, mit ungefähr 10% der Einwohnerzahl. (Dazu passend die erste Corona-Meldung aus der Schule, bisher aber ohne direkten Einfluss, wir werden sehen) Mittlerweile fahren nun doch einige Kantone die Massnahmen jenseits der nationalen Massnahmen hoch, ich bin gespannt, ob das den Anstieg doch irgendwann stoppt (und schon auch, wann der Aargau nachzieht).

Ich hatte ja heute einen Abenteuertag, also, das, was these days halt als Abenteuer gilt:

früh morgens Friseurbesuch, dabei gelernt, dass im Nachbarstädtchen auch draussen nun Maskenpflicht gilt. Ich bin also sowohl farbtechnisch als auch schnitttechnisch wieder auf dem Optimallevel.

Danach ging es direkt weiter ins Büro. Ich hatte ja Dinge zu erledigen, die nun tatsächlich nicht von zu Hause gehen, nämlich

erstens gegen Grippe geimpft werden, 

zweitens hochoffiziell und mit Tinte und Füller den Brief für die "Embassy Legalization" unterschreiben und auf den Weg bringen 

(zwei-atens: Impfeinverständniserklärung und Brief für Ägypten nicht verwechseln und am Ende die Einverständniserklärung beglaubigen lassen), 

drittens wenn ich eh schon mal da bin, die neue Wasserflasche abholen (ich finde es ja fast ein bisschen rührend, wie die verschiedenen Teams weitermachen wie geplant, als wäre nix. In diesem Fall: die PET Flaschen endgültig aus allen Sitzungszimmern zu verbannen und durch persönliche Glasflaschen zu ersetzen. Ich bin mal gespannt, wie viele die noch finden, wenn (falls?) wir irgendwann zu Meetings vor Ort zurückkehren.

viertens: auf dem Rückweg nochmal im Asialaden im Erdgeschoss einkaufen

Dieses Jahr scheint mich die Grippeimpfung ganz schön zu schlauchen, der Arm tat mehr oder weniger nach einer halben Stunde schon richtig weh, ab Mittag fühlte ich mich krank und matschig, abwechselnd heiss und kalt, aber naja, so ist das halt. Wenn ich mir die Reaktion der Kinder anschaue, ist der Spuk morgen vorbei.

Unpraktischerweise habe ich heute einen ECHT langen Tag bis 19:30h mit natürlich dem wichtigsten Meeting ganz am Schluss.

Ich habe immerhin irgendwann akzeptiert, dass ich vielleicht heute nicht die Produktivste/Fitteste bin und alles in allem lief es dann schon. Heute aus Gründen übrigens mal aus L.s Zimmer, erst als ich die Webcam einschaltete, merkte ich, dass ich diesmal einen ganz ungewohnten Hintergrund zeigte :-)





Sonst so:

Katzenupdate: Jonny haben wir heute irgendwann mal vom Werksareal abgeholt, aber er ist erst gegangen, als er sich von ALLEN Rauchern/Kaffeepausendraussenmacher verabschiedet hatte und sich dann nochmal im Staub gerollt hat. Auf dem Heimweg ist er noch zu dem alten Paar auf die Bank gehüpft, die da Päuschen machten. Ihn kennen echt ALLE hier.


Gegessen:

Special K

Vegi-Chili

Obst

Flammkuchen (mit Pilzen, Kapern und Tomaten)


Gesehen: "Mayans MC"

Gelesen: "Die Optimisten"

Stressleveldurchschnitt gestern: 22

Selbstbeweihräucherung: Den Grippezettel NICHT an die Botschaft geschickt, und auch dran gedacht, ein kurzärmeliges Top anzuziehen statt des geplanten Strickkleids, so dass ich mich NICHT ganz nackig machen musste zum Impfen.