060626
Richtig gut ausgeschlafen (wäre eigentlich um halb sieben wach gewesen, habe dann aber doch bis viertel vor acht weitergeschlafen, auch wegen "Morgen läutet der Wecker früh wegen Berge"), Kaffee im Bett, dann Frühstück auf der Terrasse.
Danach schauen Q., der Hübsche und ich eine Morgenfolge "Star City" (sehr irritierend, dass die Russen anders als in "For All Mankind" auf einmal nicht russisch sprechen, sondern englisch mit britischem Akzent, also wie in "Chernobyl". Aber eben: alle Schauspieler, die in internationalen Produktionen Russen spielen, waren ja schon in "For All Mankind"), ich habe wieder einmal sehr viel Lust, in Svalbard Ferien zu machen und dort die alte Sovjet-Minensiedlung zu besichtigen. Stösst auf NULL Gegenliebe bei den potentiellen Reisegefährten. Ich bleibe dran.
Dann: Vogelrettung. Schon während des Frühstücks hatten wir gesehen, wie einer der Babykater der Nachbarn weiter runter im Weg einen Amselästling schubste, während die Eltern um ihn rum eskalierten. Der Hübsche hatte den sehr zutraulichen Babykater angelockt und nach Hause gebracht ("Was hat er jetzt schon wieder angestellt?"). Leider haben die Eltern und der Ästling die Zeit, bis der kleine wieder da war, nicht genutzt, um sich vom Acker zu machen, also ging das Geschubse weiter. Ich habe kurz recherchiert, was tun, und der Hübsche ist über den Zaun der Nachbarn gestiegen und hat mit Handschuhen (wären unnötig gewesen, Vögel riechen nicht besonders gut) den Vogel unter Gezeter der Eltern in eine kleine Pappschachtel bugsiert. Ich habe ihn dann auf unserem Balkon (Luftlinie sehr nah, aber der Babykater kommt da noch nicht rauf und unsere waren grad nicht da) an einen schattigen Platz gesetzt, mit Wasser und einer Handvoll Futter. Hat er ignoriert, nach einer Viertelstunde war nur noch ein grosser Kackklecks da, aber kein Blutfleck, deshalb gehe ich davon aus, dass alles gut ausgegangen ist. For once.
Dann: Backen, ich habe mich ja dieses Jahr für einen Spendenlauf (man kann auch spazieren) angemeldet und dafür machen wir eine Art Bakesale auf unserem Stock. Ich fand "Cookies mit Rhabarber und weisser Schokolade" klingen sehr gut, aber who knows, also habe ich probegebacken. War wirklich sehr gut, die mache ich nochmal für den guten Zweck.
Dann: Sehr viel häusliches (Bettenwechseltag, damit verbundene Wäschemengen, die ja bei den aktuellen Temperaturen und Wind supergut trocknen, Kaffeemaschine entkalken, Küchenräumen nach/während des Backens, dann ein bisschen Balkonarbeit aka mehr Erde in Kästen packen) und RUcksack packen für morgen. Ich erzähl erst morgen, wo wir waren, weil ich durch ZUfall ein sehr, sehr knappes Fenster erwischt habe, in dem das Wetter passt, aber aus technischen Gründen (hoffentlich) noch nicht die Unmengen Menschen da sind, die sonst dort am Wochenende sind. Mal sehen, ob der Plan aufgeht.
Ah ja: und die Kreditkartenrechnung für Mai kam endlich, also ist wieder das ganze Limit für Juni verfügbar und ich konnte die letzte Unterkunft für Japan buchen. (ja, ich könnte das LImit natürlich hochsetzen lassen, da ist immer noch mein Arbeitgeber und Gehalt von 2010 hinterlegt. Anscheinend schaut zumindest den Arbeitgeber niemand an, weil sonst würde ich gar kein LImit haben, die wurden buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht). Ich hatte also lang genug Zeit hin und her zu überlegen, wie viel Geld ich bereit bin, für einen Ryokan in Hakone auszugeben. Und kam zu dem Schluss: doch einiges. Wir werden den Rest der Reise in relativ kleinen, einfachen Unterkünften zusammenkleben, rundum uns rum riesige Grossstädte, da machen wir zwischendrin 2 Tage Pause in einem luxuriösen, eleganten (adults only! Aber das ist man da ab 12) Resort mit Privat-Onsen im Bambuswald und fahren mit Piratenschiffen und wandern eine Samurai/Schmugglerstrasse entlang.
Dann noch schnell vergessenes (einen zusätzlichen Brokkoli, braunen Zucker und Müllsäcke) beim Coop holen, in Flipflops, Frottee-Shorts und Chucks-T-Shirt. Dabei in eine Kollegin reingelaufen, die im Nachbardorf wohnt und offensichtlich nicht nur bei der Arbeit immer tiptop elegant gekleidet ist, sondern auch in gebügelter weisser Bluse und Chinos zum Wocheneinkauf geht. Unter anderem aus diesem Grund gehe ich nie nur im Notfall im PJ einkaufen :-)
Jetzt wird hier gleich mit Pasta / Brokkoli / Walnussbutter ein Bödeli für eine "Es ist Notenschluss"-Party gelegt, aber vorher habe ich noch was für den kritischen Freundeskreis Altphilologie: Ihnen allen wurde ja wie mir vermutlich Ovid als DER Dichter schlechthin, und die Metamorphosen!!!! und die LIEBESGEDICHTE! SO ROMANTISCH!!! verkauft. Oder ist er eher Andrew Tate von vor 2000 Jahren? (Sowas würde ich zu gerne mal als Facharbeit / Hausarbeit, was weiss ich, in Latein lesen und dann zuschauen, wie die Lateinfachschaft implodiert. Ich habe ja damals nur dank LK Altgriechisch / Physik ein Referat über "Atommodell bei Demokrit / Leukipp vs Niels Bohr et al" gehalten und das war schon verwegen.)

