200726
Gestern beim Männerfussballfinale habe ich "Yesteryear" fertiggelesen, das war definitiv spannender (ok, diese Latte liegt sehr niedrig. Ich wollte eigtl nur schauen, um zu sehen, wie sich Trump einen abbricht, den Spaniern de Pokal zu übergeben, aber so lange habe ich dann doch nicht durchgehalten.).
Sie wollten meine Meinung dazu wissen, also, here we go. Es ist definitiv ein Buch, das sich unterhaltsam schnell wegliest, besonders, wenn man 120 langeweilige Minuten zu killen hat. Auch sonst, denke ich. Es ist ein Buch, das vermutlich letztes Jahr bis in 3 Jahren funktioniert, davor und danach wird man dieses Tradwife-Influencergetue hoffentlich nicht verstehen. Man darf keine seriöse Abhandlung des gesamten Influencer-Kasperletheaters erwarten, auch eine tiefergehende Beschäftigung mit der Thematik Tradwifes / Fundamentalchristen (Mormonen) / Rechtsradikalismus ist es nicht. Es ist eine plakative, unterhaltsame Geschichte, wie verschriftliches Voyeurtum, wenn man sich halt solche Influenceraccounts zur Unterhaltung anschaut und ausmalt, wie gefaked das alles ist und klickoptimiert. Vielleicht ist das aber auch nur meine Sicht, die dieses ganze "Mamainfluencer", sei es nun Tradwive oder Bedürfnisorientiert oder Homeschooling oder Holzkettenursula oder Vielkinderfamilien oder welche abstrusen Schienen es da noch gibt, noch nie ernstnehmen konnte respektive die Idee einer Community und Vorbildern in dieser Szene total irre fand. Warum sollte jemand, deren Qualifikation halt ein bis zig Kinder bekommen zu haben ist, nix sonst, auf einmal zur Expertin für Erziehung oder irgendwas mit Kindern, die nicht ihre eigenen sind, sein? Anektodische Evidenz und Youtube Universität sind für mich ein Witz. Dazu kommt meine allergische Reaktion auf alle Art der Monetarisierung. Werbung (überall der gleiche Scheiss, egal, welches Thema oder welche Nische man vertritt, alle Muttis machen Werbung für den gleichen Quatsch, sei es Snocks, Maniko, diese BH-Firma, Supplements von weiss nicht wem, überteuerten Billigschmuck, Sofatutor, diese scheusslichen Plastiklatschen UND Giesswein, weil nur Wollschuhe für gutes Fussklima sorgen, Koro, Inkster, hab ich was vergessen? Und alle haben das genau für sich entdeckt, es passt einfach wie perfekt für sie gemacht, blablabla) und dann in der nächsten Story geht es wieder darum, dass sie aus eigener Erfahrung über Kindesmissbrauch reden und awareness kreiieren wollen, hier noch der Reminder für die limited edition von Asam Beauty magic finish, wie würdet ihr reagieren, wenn ein Mann euer Kind am Strand fotografiert? Anders schlimm finde ich dann Content hinter der Bezahlschranke, sei es Steady oder Insta (gibt es das noch? Diese Spezialbezahlkonten auf Insta?), wo man dann entweder Minimalismuscontent oder Anlagetipps von jemand bekommt, der sich seit 3 Wochen mit dem Thema befasst, oder halt auch nichts, weil man jetzt eine andere Hyperfixation hat als Steadyvideos zu machen. Oder aber man wird angeteasert und bekommt den besonders juicy oder dramatischen content nur hinter der Bezahlschranke. Das hat schon was von ... das eigene Leben oder das der Kinder verkaufen an geifernde Gaffer....
Wie man vielleicht rauslesen kann: die Influencerzauberwelt ist für mich keine, deshalb ist das Buch eher eine Bestätigung sämtlicher Vorurteile, die ich eh habe.
Als nächstes auf meinem Stapel ist übrigens "Im Haus meiner Mutter", die Autobiografie von Shari Franke, der Tochter von Ruby Franke, einer Elterninfluencerin, die zu dröflzig Jahren Knast wegen Kindesmisshandlung verurteilt wurde. Sozusagen die harte Wahrheit hinter der "Yesteryear"-Geschichte.
So. Dementsprechend müde war ich heute morgen beim Weckerläuten um halb sechs. Beim radeln dann super schön kühl, morgen nehme ich eine Kapuzenjacke zum Fahren. Beim Schwimmbad angekommen war ich richtig ausgekühlt und das Wasser war angenehm warm zum Aufwärmen. Danach eine heisse Dusche und ich war perfekt temperiert für den Rest des Tages.
Der war voll mit Arbeit und ZWEI Mittagsründchen. Ich hatte ein spontanes Mittagessen mit einem Kollegen abgemacht und hatte einen frühen Kaffeetermin mit einer Kollegin danach. Deshalb skippte ich das Kaffeetrinken in der ersten Verabredung und lief mit ihm um Park und Block. Die Kollegin meinte dann: "Du läufst doch so gern rum, wollen wir das machen?" und so drehten wir für unser Gespräch eine zweite Runde, die aber mit Kaffee.
Daheim noch ein letztes Meeting bis kurz nach sieben, dann Tomatensosse aus den drölfzig Tomaten aus dem Erntekorb, eine Portion davon mit Nudeln und mariniertem Mozzarella zum Abendessen, dann Feierabend. Halleluja
