Dienstag, September 25, 2018

Stormy Weather

Wie Sie vermutlich erahnen können, sind wir dann gestern doch noch irgendwann geflogen (btw kurz vor den entschädigungsrelevanten 3h Verspätung.) Trotz durchoptimierten Autoabholprozederes (meine Kollegin wartete auf unser eingechecktes Gepäck, ich sauste mit den Handgepäcksstücke sozusagen vor der gesamten Meute her zum Europcarschalter) dauerte es noch über eine Stunde, bis wir endlich loskamen, das Auto, das "yes, it is ready to leave, full of gas and clean" auf dem Parkplatz stehen sollte, musste doch noch gewaschen und betankt werden, aber was solls. Wir konnten unsere italienischen Partner davon abbringen, noch auf der Site vorbeizukommen, um verschiedene Fiberdrums zu besichtigen, sondern fuhren direkt zur Partylocation. Und direkt in den Sturm und peitschenden Regen.


Binnen 25 Minuten schaffte ich es von verschwitzt und verstrubbelt in wohlriechend und partytauglich:
vorher (in case you were wondering)











Statt lauschig auf den Klippen oberhalb vom Strand neben dem Pool unter Palmen draussen zu sitzen, wurden wir auf dem Weg von unseren Zimmern patschnass geregnet, durchgepustet und sassen an einer langen Tafel in einem riesigen Saal, der sonst für Hochzeiten mit >200 Gästen genutzt wird.
Aber egal, wir haben sehr lecker gegessen, das Projekt gefeiert (so oft, wie sie "And thanks for your incredible passion for this project" gesagt haben, denke ich, wir haben es vielleicht übertrieben. Aber tja nun.


Heute morgen sieht es schon viel hübscher aus, es ist aber immer noch extrem windig.










Es pfiff hier so durch alle Ritzen, ich träumte die ganze Nacht von umstürzenden Bäumen und Kindern, die ich retten musste, das war nur so mittel.
Ich hoffe schwer, dass der Sturm in Brindisi, von wo wir heute starten, noch nicht angekommen ist, dramatische Flugzeugszenen sind nicht so meins...


Die Fahrt nach Brindisi war wie immer ... lang. Immerhin weiss ich jetzt und schreibe es auf, um es mir auch für zukünftige Male zu merken, dass die letzte Tankstelle vor dem Flughafen NACH der Abfahrt von der Autobahn kommt. Und Europcar-Rückgabe ist zusammen mit "Sicily by Car" die erste Ausfahrt am Kreisel, nicht die zweite, wo gross "Rental car return" steht. Die Sandwiches bei "irgendwas Sapori" sind viel besser als die an der grossen Theke, dafür gibt es dort keinen Kaffee. Mal sehen, ob ich mir das hiermit über den Winter merken kann, weil für etwaige Winterflüge geht das ganze ja über Rom und da ist es ja wieder ganz anders.


Sonst so: den bestgelauntesten* Flugkapitän aller Zeiten, der sich ja eigentlich sehr süss über die klare Sicht freute und seine Kenntnis der italienischen und schweizer Alpen und "OOOOh, da unten sieht man sogar den Markusplatz!" mit allen Fluggästen teilen musste. Und jeden hinterher persönlich verabschiedete. Fast schon ein bisschen anstrengend. Aber: trotz ordentlich Wind und Geschaukel hat er das Flugzeug in Brindisi sicher hoch- und in Zürich sicher wieder runterbekommen, das ist ja durchaus auch was wert.


Nach ein bisschen Vorbereitungsarbeit für morgen im Zug noch freue ich mich jetzt sehr, wenn ich hier gleich zuklappe und die beiden** Jungs, die zuhause ausharren, am Bahnsteig in die Arme schliesse.




Stresslevel gestern: 37
Selbstbeweihräucherung: irgendwie wieder heimgekommen


*doppelter Superlativ: it's a thing!
** grosses Kino: es wurde ja am Elternabend von Q. darüber abgestimmt, ob die Kinder ihre Handys mit ins Lager nehmen dürfen. Sales Pitch des Lehrers: "Ich könnte mir vorstellen, dass Sie sich ja über Bilder und Berichte freuen würden. Hier sieht das so aus:


3 Buchstaben vom Kind. der Rest der wertvollen Medienzeit muss für wichtigeres genutzt werden

Montag, September 24, 2018

A Weda hoid!

Heute war ja Reisereisetag im Hause Brüllen.
Q. und ich haben das Haus immerhin etwas später verlassen als sonst am Montag und waren nur 20 Minuten vor Treffpunkt am Bahnhof. Immerhin konnte Q. sich so noch von seinen Freunden aus den Parallelklassen verabschieden, die ins Jura und nach Glarus ins Lager fahren. Als die beiden Lehrer dann auftauchten und kurz skeptisch auf mein Reisegepäck guckten, habe ich mich dann verabschiedet und 45 Minuten (jajajaja, selber schuld) am saukalten Bahnsteig auf den Zug zum Flughafen gewartet. Bis Zürich war ich dann auch wieder aufgetaut :-).
Meine Kollegin und ich, die beide sehr gerne sehr rechtzeitig losfahren, checkten also unsere halbleeren Koffer ein, rollerten unsere nahezu vollständig leeren Handgepäckstücke durch die Security, es wurde kurz spannend, weil ein herrenloser Koffer dort auftauchte. Ohne über den Duty Free shop zu gehen, marschierten wir direkt zu Sprüngli, weil wir ja als Dankeschöngeschenke für unsere Projektpartner noch Schweizer Schokolade mitbringen wollen.
Es ist schon ein bisschen lustig, dort, wo man sonst in 100g-Portiönchen nur zu seltenen Gelegenheiten einkauft, es mal krachen zu lassen und mit 20 Schachteln Pralinen wieder rauszumarschieren. Ohne Coolpacks übrigens, die gibt es hinter der Security nicht, aber mit Isoliertaschen und dem Tipp, dass die Wassserflaschen im Mövenpick besonders kalt wären und sich am ehesten als Kühlmittel eignen würden.
Wir verteilen also die Schokolade möglichst schonend auf zwei Trolleys und wandern zum Gate. Nach soviel Warten habe ich erstmal Hunger und brauche Kaffee, ausserdem müssen wir ja in Bari sofort los und noch in gutes Stück fahren, also hole ich mir einen grossen Kaffee, eine Zimtschnecke und einen Wrap für später.
Mittlerweile ist es 40 Minuten vor Boarding, wir sitzen am Gate und checken unsere Emails und arbeiten beide so vor uns hin, da fangen auf einmal unendliche Durchsagen an, die mehr oder weniger alle gleich lauten "Flug egal wo hin ist verspätet, weil das Flugzeug verspätet ankommt."
Unserer auch, erst nur 20, dann 40, dann 90 Minuten, da gewinnen wir aber zusätzlich noch "technische Gründe". Wir haben also nicht nur kein Flugzeug, sondern auch noch (k)ein kaputtes.
Hmpf. Ich war heute morgen an sich sehr froh, dass der Sturm heute durch ist, die Bilder, wie die Flugzeuge hier in Zürich gestern gestartet und gelandet sind (Das Fortnite-Spielen der Kinder versaut mich. Früher hatte ich andauernd Furbykommentare auf der Zunge, jetzt fällt mir hier direkt "sexy Schräglage" ein), waren sehr beeindruckend und auch wenn ich nicht wie meine Kollegen prinzpiell gewisse Flugangst habe, so hätte ich da nicht unbedingt drin sein mögen.
Anscheinend ist aber ungefähr überall anders noch Sturm oder Nachwehen, und so sitzen wir hier halt.
Das Blöde (neben überhaupt) ist, dass wir eigentlich eine dritte Kollegin in Bari am Flughafen treffen wollen/sollen, und von dort gemeinsam noch ein gutes Stück zur Site fahren müssen. Erstens ist das Auto auf meinen Namen reserviert, zweitens müsste ich wenigstens als zusätzlicher Fahrer eingetragen werden, weil wir ja an sich morgen nach Brindisi zurück müssen und sie in Bari rauswerfen, und wenn im blödsten Fall unser Flug ganz gecancelled wird, Weiss ich gar nicht, ob sie ihr das Auto überhaupt geben. Ganz abgesehen davon, dass ich dann die Riesenparty heute abend verpasse (immerhin haben wir Schokolade. Und es ist ehrlich gesagt der perfekte Abschluss für diese Pleitenpechundpannenprojekt.).


Eine Stunde nach dem eigentlichen Abflug müssen wir das Gate räumen (ich bin kurz versucht, die Destination zu wechseln, Island liegt mir eh viel mehr als Italien).




Irgendwas scheint echt im Argen zu liegen.


Die App ist auf jeden Fall noch recht optimistisch, dass wir annähernd pünktlich ankommen :-)




Stresslevel gestern: 29
Selbstbeweihräucherung: Cool geblieben. (Lieber gestrandet in Zürich als in Bari).

Sonntag, September 23, 2018

Keine Zeit, keine Zeit

Heute den ganzen Tag mit dem Turnverein gewandert, abends erstens lecker gekocht (Lachs in Sesamkruste mit Pastinakenpüree, ich kann die Captain Cook App echt empfehlen, bisher war nix, was lecker klang, nicht auch in echt lecker. Und das nette Add-on für den Einkaufszettel im nächstgelegenen Supermarkt meiner Wahl ist auch sehr hübsch), ausserdem mit Q. furs einwöchige Klassenlager und mit mir für die rauschende Projektabschlussparty am Strand oder wenigstens in einer romatischen Villa mit Meerblick morgen abend gepackt. Ich habe mir die Bildergalerie angeschaut und dort wird vor allem geheiratet. Ich habe mal sehr, mittel und normal schick eingepackt, dazu für "27°C, gefühlt 18°C" verschiedene Lagen an Wärme. Dazu kommt eine komplizierte Koffersituation, weil wir hinter der Security am Zürcher Flughafe morgen noch 19 Pralinenschachteln kaufen müssen, dazu auf jeden Fall zurück Koffer aufgeben, hier ist angeblich am morgen jetzt aber wirklich mal kalt (heute beim Wandern: 25°C und Sonnenschein statt des angekündigten Temperatursturzes mit Orkanböen), es ist also alles nicht so einfach. Aber schön war das Wandern!



Mein neuer Rucksack und ich. Es ist Liebe. (Und ich muss zum Friseur)


Vong Gefühl her eher Krokusse als Herbstzeitlosen


Schon ziemlich cool, sowas nur 30min von daheim zu haben





Die weithin berühmten Schweizer Berglamas


Stresselveldurchschnitt gestern: 29
Selbstbeweihräucherung: mich von der schlechten Teenielaune heute morgen ("IHR HABT NICHT GESAGT, DASS DAS EINE ECHTE WANDERUNG IST!") nicht runterziehen lassen und am Ende war wie immer alles voll super.

Samstag, September 22, 2018

Splatter

Das erste Buch, das mir der Vater des Hübschen empfahl, war "Die geheime Geschichte". (Amazon Affiliate link). Ich habe dieses Buch verschlungen und woran ich mich heute, über 20 Jahre später, noch wie damals erinnere, war einerseits der leichte Neid auf dei Gruppe im Buch, die Altgriechischunterricht cool hinbekam und nicht nur eine Gruppe Geeks, so wie bei uns, und andererseits an die Beschreibung, wie die Hauptperson in einem See volle Möhre auf einen grosse Scherbe tritt und sich den Fuss aufschlitzt. Ich weiss noch, wie mir damals beim Lesen schwummrig wurde, weil das so eindrücklich beschrieben war, und seit heute weiss ich auch, wie sich das anfühlt. Also: minus See und minus all der dramatischen Verwicklungen (und minus coole Algriechisch-Studenten).
Dafür plus Kind, das mit mir Spümaschine ausräumt und wegen Dauerfuchteln beim Erzählen beim Verräumen der grossen Messer genau im Auge behalten werden muss, und plus schwarzem Kater, der immer mittendrin sein muss und zwischen leerem Marmeladenglas (immerhin sauber gespült) und Milchtank der Kaffeemaschine seinen eigenen Schwanz entdeckt, das Marmeladenglas mit ebendem runterfegt, das zerschellt zu unser aller Füssen, das Kind dreht sich vor Schreck mit dem Japanmesser fest in der Hand zu mir um, der Kater setzt zu Sprung mitten ins Scherbenmeer an, was bleibt mir anderes übrig, als den Kater im Flugansatz zu packen und dabei einen stabilisierenden Ausfallschritt nach hinten zu machen? Barfuss. Inmitten der Scherben und dummerweise genau auf eine sehr grosse und stabile.
Erstaunlicherweise tat und tut des überhaupt nicht weh, es hat sich nur sehr, sehr strange angefühlt, wie diese Riesenscherbe wie durch Butter sehr tief in meinen rechten Fuss hineninschnitt.
Ich habe dem Hübschen den Kater aus dem Inferno rausgereicht, Q. ist auf Socken durch das glitzernde Scherbenmeer in Sicherheit gestakst, und als der Kater verräumt war, hat der Hübsche um mich rum erst mal alle Scherben zusammengefegt. Ich habe währenddessen beeindruckend viel geblutet (auch deshalb gut, dass Q. weg war. Der ... kann nicht gut mit Blut.), und erwartete das Schlimmste bei, Blick auf die Fussohle. So schlimm ist es aber nicht, der Schnitt ist vielleicht 5mm lang, wenn überhaupt, es tut nicht weh, ich habe also rumgedrückt, um sicherzugehen, dass keine Scherbe mehr drin ist, dann hat der Hübsche ein Pflaster fest drauf geklebt und hm, das wars. Morgen geht es wandern mit dem Geräteturnverein :-)


Sonst so: den ganzen Vormittag in eineer Turnhalle verbracht. Die Unihockeymeisterschaftssaison hat wieder begonnen und heute war das erste Spiel von Q.s Mannschaft. Wir waren alle mit anfeuern und .... absolut gesehen haben sie viel mehr Tore geschossen als auch schon. Im Vergleich.... nun ja. Die Saison geht ja noch ein bisschen.
Zwischen den Spielen beim Endivie-Community-Day genug gefangen, um ein Shiny Meganie zu entwickeln. Ganz unaufgeregt. Fast schon fad.


Stressleveldurchschnitt gestern: 27
Selbstbeweihräucherung: total cool geblieben bei der ganzen Blutgeschichte. Und vorher sehr, sehr lecker gekocht! (Chicken Kung Pao mit dem Slowcooker; ungefähr so, aber mit viel mehr Gemüse)

Freitag, September 21, 2018

Heimatfront

Freitag = Homeoffice hat sich heute gleich vierfach gelohnt:
wie jeden Freitag Pendelzeit gespart
das Päckchen aus Belgien persönlich annehmen können, anstatt es irgendwann nächste Woche bei der Post abzuholen
die Nachttischchenlieferung in Empfang nehmen (zum ersten Mal in meinem Leben, und das ist nicht erst seit gestern, besitze ich ein Nachttischchen. Sogar passend zum Bett. Meine Güte, das ist so schön ordentlich!)
den Fensterausmesstyp reinlassen (und auch wieder raus, keine Sorge): nach dem Herbsturlaub ist die neue Scheibe fertig und, um mit "oh" zu sprechen: die Katzen dürfen dann ins Raus!


Johnny ist dafür mehr als bereit. Er lauert im Moment nur darauf, dass jemand die Schlüssel in die Hand nimmt oder Schuhe anzieht und sprintet dann los mit eienem Affenzahn nach draussen. Da rennt er dann noch ein Stück und muss sich dann nach so viel Mut erstmal flach hinlegen. Da sammen wir ihn dann immer wieder ein und tragen ihn ins Haus. Heute auf einmal ist er unter die Bank der Nachbarn gerannt und gerade, als er sich flach hinlegen wollte, merkte er: "Hui, ich bin gar nicht allein"; weil dort der grosse Nachbarskater sass und das Ende des Regens abwartete. Johnny kann reflexhaften Buckel, aber der im Vergleich zu, Johnny rieisige Kater schnupperte freundschalftlich an ihm, sonst nix, und dann wusste Johnny auch nicht so wirklich weiter.
Für Statistikzwecke sei nochmal festgehalten: Johnny wiegt mit einem halben Jahr jetzt gute 3kg, je nachdem, wer mit ihm auf der Waage steht, ergibt sich als Differenz 3.0 bis 3.4 kg, Sansa hat immer noch viel Flausch um nichts und wiegt 2.4 - 2.6 kg.


Sonst so: es ist schon gut, dass ich keine Lehrerin bin. Heute bei Review eines indischen Dokuments habe ich es beim besten Willen nicht geschafft, einen postiven Grundton beizubehalten. Ich habe allerdings als "Sticky-note-Farbe" fröhliches hellgrün statt aggressivem Rot gewählt. Man tut, was man kann.


Sonst: Pizzafreitag und morgen beginnt um 8:45 die Unihockeysaison. In diesem Sinne: gute Nacht!


Stressleveldurchschnitt gesstern: 28
Selbstbeweihräucherung:echt viele Fehler gefunden. Das ist halt auch mein Job.

Donnerstag, September 20, 2018

Passivaggressivistan

Ich habe heute in einer Mail geschrieben: "Yes, of course we will provide you the relevant documents confirming that purified water is clear and liquid although not being explicitly specified as such" und als dann irgendwann in anderem Zusammenhang der Satz auftauchte "As much as I love to facilitate and help out: accepting goods upon delivery looks like a standard activity for a warehouse to me, so I don't see any added value by  joining physically" und ich war ganz dieser Meinung und dann dachte ich: Hui, alle ganz schön geladen heute, ich glaube, ich gehe heim.
Das ist jetzt natürlich die eingedampfte Kurzform des heutigen Tages, aber immer nur Arbeitszeug ist ja auch langweilig, oder?
Ich habe mir heute zB total verrückt einen Rucksack gekauft, für Wanderungen, Städtetrips, Skifahren, also die Gelegenheiten, bei denen ich Regenklamotten, Proivant, Reiseführer und so für mehr oder weniger alle schleppe, weil der Hübsche die ganze Fotoausrüstung auf dem Rücken hat und die Kinder ... ja, auch manchmal was tragen. Bisher hatte ich da immer RiesenOaklay-Rucksäcke, die der Hübsche, sehr grosser Oakley-Fan, sich mal angeschafft hat und in die zwar viel, sehr, sehr viel reingeht, aber ich bin damit eher so ein Rucksack auf Beinen. Allerdings muss ich auch gestehen, dass sie für Kontaktaufnahme von Leuten ausserhalb meines normalen Kommunikationsspektrums sorgen. Oakley wirbt ja immer mit Desert Storm approved here, Special Ops there, und so hatte ich zB interessante Diskussionen mit Security-Typen am Europaparkeinlass, während wir drauf warteten, dass der Hübsche sein 2cm langes Taschenmesserchen ins Auto zurückbrachte, über was man da wo an welchem Karabiner befestigen kann (und ich muss sagen: irgendwann ist meine Kreativität im Spontanausdenken von Funktionalitäten im militärischen Bereich halt auch begrenzt) oder Biker denken, ich ware eine von ihnen.
Jetzt also habe ich einen FRAUEN-Rucksack in meiner Lieblingsfarbe dunkeltürkis, in dessen Trägern ich nicht ersaufe und dessen Hüftgurte nicht für eine drunter getragene DesertStorm-Uniform gemacht sind. Mein Assaultrifle muss ich jetzt halt woanders verstauen. Aber ich habe eine Pfeife am Brustgurt und sehe grossartige Zeiten für Städtetrips auf uns zukommen, wenn ich dran denke, wie schnell die Kinder auf die Pfeifen der Pfadileiter reagieren.


Sonst so: es könnte sein, dass ich nicht mehr zum Yoga gehen kann, zumindest nicht, bevor die andere Trainerin wieder da ist. Und das kam so:
Wie erwähnt, verbinde ich ja so eine Hassliebe mit dem aktuellen Stundenablauf, all das "Gschpürschmi" und "Spüre nach, wie sich deinen Beckenknochen beim Atmen bewegen." (Gar nicht) ist gar nicht meins, das eigentliche Yoga (mag sein, dass das ganze Spüren auch dazugehört, dann sage ich halt: das athletisch anstrengende. Oder das, wo sich überhaupt was bewegt oder dehnt, und ich nicht nur dran denke) ist allerdings super und ganz ehrlich ware auch die Schlussentspannung für einmal in der Woche super, wenn man dabei nicht angefasst würde (und eingecremt).
Also. Ich hatte nur heute über Mittag Zeit, allerdings ein Meeting Punkt eins, das schaffe ich nicht, wenn ich Punkt eins in Yogaklamotten im Luftschutzkeller voller Patchoulicreme bin. Allerdings sind da alle so nett und überhaupt zueinander, dass ich nicht einfach gehen wollte, sondern vorher kurz Bescheid sagen (incl innerer Beckerfaust, dass ich dadurch dem Eingecremtwerden entgehen würde). Tja. So einfach ist das natürlich nicht, weil einfach gehen? "Wann willst Du genau gehen?" "Naja, so ... 7 Minuten vor eins? Aber mach wegen mir keine Extrawurscht, ich schleich einfach leise raus, sobald ihr mit dem Shavasana anfangt" "Nein, auf gar keinen Fall. Ich will nicht, dass Du auf die Uhr schaust!" (Hm. Ich weiss IMMER wie spät es ist!) "Und du kannst erst nach Shavasanna gehen, du fängst einfach schon eher an, ich weck dich dann."
Ooookay, also. Nach ganz viel Körpergefühlübungen (Es gibt bestimmt Leute, für die das toll ist. Für mich: nicht.) und recht kurz eigentlichem Yoga wurde ich dann, während die anderen noch munter dehnten und sich falteten, zu "Lockerer Vorwärtsbeuge, dann gehst Du ins Shavasanna, ich wecke dich rechtzeitig" geschickt. Also. Ich lag also in Totenstellung mitten im Luftschutzkeller auf dem Boden, mit Augen zu, total entspannt, während um mich rum noch ge"turnt" wurde. Man muss vielleicht dazu sagen, dass ich zB egal wie müde ich bin, in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht schlafen kann oder auch nur die Augen zu machen, weil ich das Gefühl nicht ertrage, dass mich andere Leute sehen, am besten noch mit offenem Mund, ich sie aber nicht. Schlafen im Krankenhaus zB.: Auch sehr schwierig. Also. Ich lag leicht verkrampft mittendrin, blinzelte zwischen den Augenlidern vor, um zu merken, falls jemand auf mich draufsteigen würde, und mein Mantra (höhö) war: Immerhin kein Anfassen und Eincremen.
Ersteres war schnell erledigt, weil offensichtlich kann man ganz falsch liegen, mir wurden also meine Schultern korrigiert und auf die Stirn gedrückt.
Zweiteres: Ich war natürlich überhaupt nicht entspannt (und dafür kann keiner was ausser mir selber), so bekam ich genau mit, als der Rest sich hinlegen sollte und war praktisch schon am Aufspringen und "Tschüss"-Schreiflüstern, da wurde mir ins Ohr geraunt: "So, locker bewegen" und während ich noch zackizacki die Finger schüttelte, hatte ich schon wieder Patchouli-Crème auf den Schultern. Tja nun, soweit, so bekannt, aber diesmal sollte ich mich direkt aufsetzen und mir wurde der ganze Rücken massiert. Und ja, ich weiss, dass für vermutlich 99.9% der Menschen eine Rückenmassage mitten am Tag eine unglaubliche Wohltat wäre, egal, ob sie nach Patchouli riecht oder nicht. Für mich ist es die Hölle. Wirklich. Ich merkte ganz ohne in mich hineinzuspüren, ALLE Muskeln, die ich nur irgendwie habe, sofort verkrampften, weil ich es einfach nicht haben kann, wenn jemand mich anfasst. Es half übrigens gar nicht, dass die Lange des Rückens nach unten, sagen wir, mal extreme grosszügig ausgelegt wurde. (Meine Güte, bei allem Zusammenreissen: auf Hosenbundhöhe ist meine Komfortzone für alle, die keine Ärzte, meine Kinder oder mein Mann sind oder stolpern oder sowas, beendet und noch ein gutes Stück unterhalb des Bauarbeiterdecolletes, also... Sie verstehen, warum ich da nicht mehr hinkann, oder? (Jajaja, richtig erwachsen wäre, das anzusprechen und zu sagen, dass ich weder angelangt noch eingecremt werden möchte, aber hm.). Ich schau mir mal die Yogastunden am anderen Standort an. Die sind "eher klassisch und nicht so athletisch" ausgelegt. Was auch immer das bedeutet, ich kann mir kaum noch weniger athletisches als an Knochenbewegungen beim Atmen Denken, vorstellen.
Mein Fazit: ich hab das jetzt probiert mit ausserhalb der Komfortzone, aber das war nix.


Stressleveldurchschnitt gestern: 41
Selbstbeweihräucherung: schon wieder genetworked. Und jetzt muss ich mich entscheiden.

Mittwoch, September 19, 2018

Kinder, heute habe ich etwas gelernt.

Erstens: Eine Katzentür in eine Glasscheibe einzubauen, ist gar nicht so einfach, wie ich dachte. Ich muss dazusagen, dass ich dachte, es wäre sehr, sehr einfach, nämlich mit dem am besten schon der Packung mit der Katzentür beiliegenden Glasschneider mit Schablone einen Kreis aufs Fenster kratzen, von mir aus auch beidseitig, man hat ja Doppelverglasung, dann gibt man dem ganzen einen beherzten Rempler mit dem Ellenbogen, zack, fällt das Teil raus, Katzentür reindrücken, fertig.
In Wirklichkeit ist es aber so, dass man bei Doppelverglasung die Scheibe neu mit dem richtigen Loch drin anferitgen lassen muss und dann wird die in den Rahmen eingepasst, fertig. Kostenpunkt, weil NATÜRLICH die grösste Scheibe im ganzen Haus: 700CHF oder so, unser Nachbar war sich nicht mehr sicher.
Nun ja, dann halt. (Sie können mir glauben, dass, auch wenn meine Vorstellung etwas naiv klingt, ich immer noch nicht auf der Brennsuppn dahergschwommen bin und gute Gründe habe, warum wir für die Katzen eine Tür in der Terrassentür einbauen wollen:
  • Sie sollen selbständig rein- und rauskönnen.
  • Der Ausgang soll auf der Gartenseite sein, nicht vorne direkt auf den Weg, das ist immerhin noch ein kleiner Puffer heile Welt vor der Wildnis der Wohnsiedlung hinter dem Zaun. (Auf der anderen Seite könnte man ein Loch in die Haustür machen, aber das wäre vermutlich auch viel komplizierter als ich es mir vorstelle)
  • Wenn man diese zwei Voraussetzungen akzeptiert, dann bleibt entweder: Loch in Terrassenfensterscheibe oder Kernbohrung durch die Aussenwand. Da ist die Wahl dann nicht mehr schwer.
 
Immerhin wurde uns von den Fensterleuten mitgeteilt, dass unsere ausgewählte Tür (Amazon Affiliatelink) mit Zugangskontrolle (wir kommen aus München, der Heimat vom "Stüberl", der Mutter von "Heute nur Stammgäste") wäre praktisch der Goldstandard unter den Katzentüren. Immerhin. Mit 700CHF Folgekosten.
 
Zweitens: Ein freigenommener Nachmittag ist ja auch mal was richtig Feines! Q. hat in einem Affenzahn neue Schuhe ausgesucht (wir hatten ungefähr 2 Wochen lang die gleiche Schuhgrösse, jetzt ist er bei 41.), L. hat uns auch begleitet, um Stiftenachschub zu besorgen, wir haben Eis gegessen und eine gute Zeit gehabt.
 
Drittens: Kinder mit eigenen Handys sind beim Autofahren sehr praktisch. Wenn ein Drängler einem gefühlt im Kofferraum hängt und man ihn rein technisch natürlich jederzeit abhängen könnte, aber aus guten Gründen (es war 80 wegen Baustelle und im Kofferraum stand ein Stapel Sushiboxen, deren Inhalt bei von 85 auf 230 in 0.3 Sekunden oder so sicher einen Grossteil strukturelle Integrität eingebüsst hätte) darauf verzichten möchte, lässt man das Kind einfach mal das Handy demonstrativ zum Heckfenster halten und wenn der Drängler darauf hin ausflippt und den Stinkefinger zeigt, kann das Kind auch grad ein Beweisvideo aufnehmen. Falls sich der Fahrer des französischen Lieferwagens bei uns entschuldigen möchte, bitte gern, sonst kriegt er bald Post von der deutschen Autobahnpolizei.
 
Viertens: Man darf einen Pass nicht NUR mit einem Smiley unterschreiben, aber wenn man zB ein Herz als I-Punkt oder einen Smiley oder einen hintendran malen würde, wäre das okay. Sagte der Zollbeamte am Autobahnzoll. Ich weiss nicht, wie valide diese Aussage im Zweifelsfall ist, besonders, wenn man kein kleiner niedlicher Achtjähriger ist, der das fragt.
 
Stressleveldurchschnitt gestern: 34
Selbstbeweihräucherung: Einen echt schönen Nachmittag mit den Kindern verlebt und nur kurz drüber nachgedacht, ob der Chef mit "Du bist in der einen Woche NUR Dienstag da?" etwas andeuten wollte, und dann einfach mit "Ja, eigentlich nicht mal das, aber da ist Audit, also halt notgedrungen doch." antworten.