Freitag, September 21, 2018

Heimatfront

Freitag = Homeoffice hat sich heute gleich vierfach gelohnt:
wie jeden Freitag Pendelzeit gespart
das Päckchen aus Belgien persönlich annehmen können, anstatt es irgendwann nächste Woche bei der Post abzuholen
die Nachttischchenlieferung in Empfang nehmen (zum ersten Mal in meinem Leben, und das ist nicht erst seit gestern, besitze ich ein Nachttischchen. Sogar passend zum Bett. Meine Güte, das ist so schön ordentlich!)
den Fensterausmesstyp reinlassen (und auch wieder raus, keine Sorge): nach dem Herbsturlaub ist die neue Scheibe fertig und, um mit "oh" zu sprechen: die Katzen dürfen dann ins Raus!


Johnny ist dafür mehr als bereit. Er lauert im Moment nur darauf, dass jemand die Schlüssel in die Hand nimmt oder Schuhe anzieht und sprintet dann los mit eienem Affenzahn nach draussen. Da rennt er dann noch ein Stück und muss sich dann nach so viel Mut erstmal flach hinlegen. Da sammen wir ihn dann immer wieder ein und tragen ihn ins Haus. Heute auf einmal ist er unter die Bank der Nachbarn gerannt und gerade, als er sich flach hinlegen wollte, merkte er: "Hui, ich bin gar nicht allein"; weil dort der grosse Nachbarskater sass und das Ende des Regens abwartete. Johnny kann reflexhaften Buckel, aber der im Vergleich zu, Johnny rieisige Kater schnupperte freundschalftlich an ihm, sonst nix, und dann wusste Johnny auch nicht so wirklich weiter.
Für Statistikzwecke sei nochmal festgehalten: Johnny wiegt mit einem halben Jahr jetzt gute 3kg, je nachdem, wer mit ihm auf der Waage steht, ergibt sich als Differenz 3.0 bis 3.4 kg, Sansa hat immer noch viel Flausch um nichts und wiegt 2.4 - 2.6 kg.


Sonst so: es ist schon gut, dass ich keine Lehrerin bin. Heute bei Review eines indischen Dokuments habe ich es beim besten Willen nicht geschafft, einen postiven Grundton beizubehalten. Ich habe allerdings als "Sticky-note-Farbe" fröhliches hellgrün statt aggressivem Rot gewählt. Man tut, was man kann.


Sonst: Pizzafreitag und morgen beginnt um 8:45 die Unihockeysaison. In diesem Sinne: gute Nacht!


Stressleveldurchschnitt gesstern: 28
Selbstbeweihräucherung:echt viele Fehler gefunden. Das ist halt auch mein Job.

Donnerstag, September 20, 2018

Passivaggressivistan

Ich habe heute in einer Mail geschrieben: "Yes, of course we will provide you the relevant documents confirming that purified water is clear and liquid although not being explicitly specified as such" und als dann irgendwann in anderem Zusammenhang der Satz auftauchte "As much as I love to facilitate and help out: accepting goods upon delivery looks like a standard activity for a warehouse to me, so I don't see any added value by  joining physically" und ich war ganz dieser Meinung und dann dachte ich: Hui, alle ganz schön geladen heute, ich glaube, ich gehe heim.
Das ist jetzt natürlich die eingedampfte Kurzform des heutigen Tages, aber immer nur Arbeitszeug ist ja auch langweilig, oder?
Ich habe mir heute zB total verrückt einen Rucksack gekauft, für Wanderungen, Städtetrips, Skifahren, also die Gelegenheiten, bei denen ich Regenklamotten, Proivant, Reiseführer und so für mehr oder weniger alle schleppe, weil der Hübsche die ganze Fotoausrüstung auf dem Rücken hat und die Kinder ... ja, auch manchmal was tragen. Bisher hatte ich da immer RiesenOaklay-Rucksäcke, die der Hübsche, sehr grosser Oakley-Fan, sich mal angeschafft hat und in die zwar viel, sehr, sehr viel reingeht, aber ich bin damit eher so ein Rucksack auf Beinen. Allerdings muss ich auch gestehen, dass sie für Kontaktaufnahme von Leuten ausserhalb meines normalen Kommunikationsspektrums sorgen. Oakley wirbt ja immer mit Desert Storm approved here, Special Ops there, und so hatte ich zB interessante Diskussionen mit Security-Typen am Europaparkeinlass, während wir drauf warteten, dass der Hübsche sein 2cm langes Taschenmesserchen ins Auto zurückbrachte, über was man da wo an welchem Karabiner befestigen kann (und ich muss sagen: irgendwann ist meine Kreativität im Spontanausdenken von Funktionalitäten im militärischen Bereich halt auch begrenzt) oder Biker denken, ich ware eine von ihnen.
Jetzt also habe ich einen FRAUEN-Rucksack in meiner Lieblingsfarbe dunkeltürkis, in dessen Trägern ich nicht ersaufe und dessen Hüftgurte nicht für eine drunter getragene DesertStorm-Uniform gemacht sind. Mein Assaultrifle muss ich jetzt halt woanders verstauen. Aber ich habe eine Pfeife am Brustgurt und sehe grossartige Zeiten für Städtetrips auf uns zukommen, wenn ich dran denke, wie schnell die Kinder auf die Pfeifen der Pfadileiter reagieren.


Sonst so: es könnte sein, dass ich nicht mehr zum Yoga gehen kann, zumindest nicht, bevor die andere Trainerin wieder da ist. Und das kam so:
Wie erwähnt, verbinde ich ja so eine Hassliebe mit dem aktuellen Stundenablauf, all das "Gschpürschmi" und "Spüre nach, wie sich deinen Beckenknochen beim Atmen bewegen." (Gar nicht) ist gar nicht meins, das eigentliche Yoga (mag sein, dass das ganze Spüren auch dazugehört, dann sage ich halt: das athletisch anstrengende. Oder das, wo sich überhaupt was bewegt oder dehnt, und ich nicht nur dran denke) ist allerdings super und ganz ehrlich ware auch die Schlussentspannung für einmal in der Woche super, wenn man dabei nicht angefasst würde (und eingecremt).
Also. Ich hatte nur heute über Mittag Zeit, allerdings ein Meeting Punkt eins, das schaffe ich nicht, wenn ich Punkt eins in Yogaklamotten im Luftschutzkeller voller Patchoulicreme bin. Allerdings sind da alle so nett und überhaupt zueinander, dass ich nicht einfach gehen wollte, sondern vorher kurz Bescheid sagen (incl innerer Beckerfaust, dass ich dadurch dem Eingecremtwerden entgehen würde). Tja. So einfach ist das natürlich nicht, weil einfach gehen? "Wann willst Du genau gehen?" "Naja, so ... 7 Minuten vor eins? Aber mach wegen mir keine Extrawurscht, ich schleich einfach leise raus, sobald ihr mit dem Shavasana anfangt" "Nein, auf gar keinen Fall. Ich will nicht, dass Du auf die Uhr schaust!" (Hm. Ich weiss IMMER wie spät es ist!) "Und du kannst erst nach Shavasanna gehen, du fängst einfach schon eher an, ich weck dich dann."
Ooookay, also. Nach ganz viel Körpergefühlübungen (Es gibt bestimmt Leute, für die das toll ist. Für mich: nicht.) und recht kurz eigentlichem Yoga wurde ich dann, während die anderen noch munter dehnten und sich falteten, zu "Lockerer Vorwärtsbeuge, dann gehst Du ins Shavasanna, ich wecke dich rechtzeitig" geschickt. Also. Ich lag also in Totenstellung mitten im Luftschutzkeller auf dem Boden, mit Augen zu, total entspannt, während um mich rum noch ge"turnt" wurde. Man muss vielleicht dazu sagen, dass ich zB egal wie müde ich bin, in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht schlafen kann oder auch nur die Augen zu machen, weil ich das Gefühl nicht ertrage, dass mich andere Leute sehen, am besten noch mit offenem Mund, ich sie aber nicht. Schlafen im Krankenhaus zB.: Auch sehr schwierig. Also. Ich lag leicht verkrampft mittendrin, blinzelte zwischen den Augenlidern vor, um zu merken, falls jemand auf mich draufsteigen würde, und mein Mantra (höhö) war: Immerhin kein Anfassen und Eincremen.
Ersteres war schnell erledigt, weil offensichtlich kann man ganz falsch liegen, mir wurden also meine Schultern korrigiert und auf die Stirn gedrückt.
Zweiteres: Ich war natürlich überhaupt nicht entspannt (und dafür kann keiner was ausser mir selber), so bekam ich genau mit, als der Rest sich hinlegen sollte und war praktisch schon am Aufspringen und "Tschüss"-Schreiflüstern, da wurde mir ins Ohr geraunt: "So, locker bewegen" und während ich noch zackizacki die Finger schüttelte, hatte ich schon wieder Patchouli-Crème auf den Schultern. Tja nun, soweit, so bekannt, aber diesmal sollte ich mich direkt aufsetzen und mir wurde der ganze Rücken massiert. Und ja, ich weiss, dass für vermutlich 99.9% der Menschen eine Rückenmassage mitten am Tag eine unglaubliche Wohltat wäre, egal, ob sie nach Patchouli riecht oder nicht. Für mich ist es die Hölle. Wirklich. Ich merkte ganz ohne in mich hineinzuspüren, ALLE Muskeln, die ich nur irgendwie habe, sofort verkrampften, weil ich es einfach nicht haben kann, wenn jemand mich anfasst. Es half übrigens gar nicht, dass die Lange des Rückens nach unten, sagen wir, mal extreme grosszügig ausgelegt wurde. (Meine Güte, bei allem Zusammenreissen: auf Hosenbundhöhe ist meine Komfortzone für alle, die keine Ärzte, meine Kinder oder mein Mann sind oder stolpern oder sowas, beendet und noch ein gutes Stück unterhalb des Bauarbeiterdecolletes, also... Sie verstehen, warum ich da nicht mehr hinkann, oder? (Jajaja, richtig erwachsen wäre, das anzusprechen und zu sagen, dass ich weder angelangt noch eingecremt werden möchte, aber hm.). Ich schau mir mal die Yogastunden am anderen Standort an. Die sind "eher klassisch und nicht so athletisch" ausgelegt. Was auch immer das bedeutet, ich kann mir kaum noch weniger athletisches als an Knochenbewegungen beim Atmen Denken, vorstellen.
Mein Fazit: ich hab das jetzt probiert mit ausserhalb der Komfortzone, aber das war nix.


Stressleveldurchschnitt gestern: 41
Selbstbeweihräucherung: schon wieder genetworked. Und jetzt muss ich mich entscheiden.

Mittwoch, September 19, 2018

Kinder, heute habe ich etwas gelernt.

Erstens: Eine Katzentür in eine Glasscheibe einzubauen, ist gar nicht so einfach, wie ich dachte. Ich muss dazusagen, dass ich dachte, es wäre sehr, sehr einfach, nämlich mit dem am besten schon der Packung mit der Katzentür beiliegenden Glasschneider mit Schablone einen Kreis aufs Fenster kratzen, von mir aus auch beidseitig, man hat ja Doppelverglasung, dann gibt man dem ganzen einen beherzten Rempler mit dem Ellenbogen, zack, fällt das Teil raus, Katzentür reindrücken, fertig.
In Wirklichkeit ist es aber so, dass man bei Doppelverglasung die Scheibe neu mit dem richtigen Loch drin anferitgen lassen muss und dann wird die in den Rahmen eingepasst, fertig. Kostenpunkt, weil NATÜRLICH die grösste Scheibe im ganzen Haus: 700CHF oder so, unser Nachbar war sich nicht mehr sicher.
Nun ja, dann halt. (Sie können mir glauben, dass, auch wenn meine Vorstellung etwas naiv klingt, ich immer noch nicht auf der Brennsuppn dahergschwommen bin und gute Gründe habe, warum wir für die Katzen eine Tür in der Terrassentür einbauen wollen:
  • Sie sollen selbständig rein- und rauskönnen.
  • Der Ausgang soll auf der Gartenseite sein, nicht vorne direkt auf den Weg, das ist immerhin noch ein kleiner Puffer heile Welt vor der Wildnis der Wohnsiedlung hinter dem Zaun. (Auf der anderen Seite könnte man ein Loch in die Haustür machen, aber das wäre vermutlich auch viel komplizierter als ich es mir vorstelle)
  • Wenn man diese zwei Voraussetzungen akzeptiert, dann bleibt entweder: Loch in Terrassenfensterscheibe oder Kernbohrung durch die Aussenwand. Da ist die Wahl dann nicht mehr schwer.
 
Immerhin wurde uns von den Fensterleuten mitgeteilt, dass unsere ausgewählte Tür (Amazon Affiliatelink) mit Zugangskontrolle (wir kommen aus München, der Heimat vom "Stüberl", der Mutter von "Heute nur Stammgäste") wäre praktisch der Goldstandard unter den Katzentüren. Immerhin. Mit 700CHF Folgekosten.
 
Zweitens: Ein freigenommener Nachmittag ist ja auch mal was richtig Feines! Q. hat in einem Affenzahn neue Schuhe ausgesucht (wir hatten ungefähr 2 Wochen lang die gleiche Schuhgrösse, jetzt ist er bei 41.), L. hat uns auch begleitet, um Stiftenachschub zu besorgen, wir haben Eis gegessen und eine gute Zeit gehabt.
 
Drittens: Kinder mit eigenen Handys sind beim Autofahren sehr praktisch. Wenn ein Drängler einem gefühlt im Kofferraum hängt und man ihn rein technisch natürlich jederzeit abhängen könnte, aber aus guten Gründen (es war 80 wegen Baustelle und im Kofferraum stand ein Stapel Sushiboxen, deren Inhalt bei von 85 auf 230 in 0.3 Sekunden oder so sicher einen Grossteil strukturelle Integrität eingebüsst hätte) darauf verzichten möchte, lässt man das Kind einfach mal das Handy demonstrativ zum Heckfenster halten und wenn der Drängler darauf hin ausflippt und den Stinkefinger zeigt, kann das Kind auch grad ein Beweisvideo aufnehmen. Falls sich der Fahrer des französischen Lieferwagens bei uns entschuldigen möchte, bitte gern, sonst kriegt er bald Post von der deutschen Autobahnpolizei.
 
Viertens: Man darf einen Pass nicht NUR mit einem Smiley unterschreiben, aber wenn man zB ein Herz als I-Punkt oder einen Smiley oder einen hintendran malen würde, wäre das okay. Sagte der Zollbeamte am Autobahnzoll. Ich weiss nicht, wie valide diese Aussage im Zweifelsfall ist, besonders, wenn man kein kleiner niedlicher Achtjähriger ist, der das fragt.
 
Stressleveldurchschnitt gestern: 34
Selbstbeweihräucherung: Einen echt schönen Nachmittag mit den Kindern verlebt und nur kurz drüber nachgedacht, ob der Chef mit "Du bist in der einen Woche NUR Dienstag da?" etwas andeuten wollte, und dann einfach mit "Ja, eigentlich nicht mal das, aber da ist Audit, also halt notgedrungen doch." antworten.

Dienstag, September 18, 2018

War was?

Ich Fuchs habe übrigens gestern beim Zwetschgenmuseinkochen den Ofen auf 125°C Umluft gestellt und da war das Mus dann auch schon nach knapp 5h fertig. Ich habe also um halb eins Gläser sterilisiert, heisses, klebriges Zwetschgenmus püriert (L. und ich mögen keine Stückchen), nochmal aufgekocht und abgefüllt.
Erster Test-Hefezopf damit heute morgen war verdammt lecker!
Ich dafür war den ganzen Tag ein wenig müde, aber dafür gibt's ja Kaffee. Trotzdem merkte ich leichte Ausfallerscheinungen, gerade unterzuckert vor dem Mittagessen, aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich eigentlich nur noch auf englisch schreibe, aber ich musste den Satz "Diese Zersetzung ist besonders bei niedlichem pH-Wert zu beobachten" ein paar Mal anschauen, um rauszufinden, was nicht passst.


Sonst so:
Mein direkter Büronachbar heisst in echt so, wie eine der Hauptpersonen in meine aktuellen Buch  (Amazon Affiliatelink) mit Tarnnamen. Das habe ich ihm heute gesagt und seitdem zwinkern wir viel, machen bei "ich geh mal schnell "Wasser holen"" und "Ich hab gleich "TPT-Meeting"" Luftanführungszeichen, was alle anderen Menschen sehr verwirrt, aber ich finds lustig. Sehr.
Dann habe ich anscheinend gnadenlos unterschätzt, wieviel Fingerspitzengefühl zwischenmenschlicher Art für eigentlich, dachte ich, total undramatische und transparente Aktionen gebraucht wird, aber nun gut. Immerhin kennen mich alle gut genug, um mir mangels Pokerface-Muskeln eine hidden agenda zuzutrauen.
Wieder mal: global hour meeting mit San Francisco, diesmal mehr zum Zuhören und Lernen. Es war fachlich sehr spannend, aber fast noch mehr, die Stimmungen und unausgesprochenen Differenzen und Menscheleien in einer anderen Abteilung rauszuspüren.


Daheim dann nach Nudelessen und Vorlesen und Englisch- und Mathetest abzeichnen (nach dem erste Testdurchlauf in fast allen Fächern traue ich mich fast aufzuatmen und beim nächsten "ALLE KINDER FALLEN ERSTMAL UM EINE bis ZWEI NOTENSTUFEN NACH UNTEN AUF DER WEITERFÜHRENDEN SCHULE" ein "not all children" wenigstens in meinen nicht vorhandenen Bart zu murmeln. Leise.) noch einen Runde Strampeln auf dem Crosstrainer zu Gewitterregen.


Jetzt noch die letzte Folge von "Jack Ryan", einer, wenn man "Homeland", "House of Cards", "24" o.ä. gewohnt ist, unerwartet einfach gestrickten und platen Serie. Ich mag das übrigens sehr, dass der Hübsche immer in Grossbuchstaben sagt "Dann schauen wir also heute DIE VORLETZTE FOLGE und morgen DAS FINALE", seitdem ich mich bei einer "Lost"-Staffel irgendwann gnadenlos verzählt hatte und am Ende der Folge meinte "Wow. Wasserstoffbombe explodiert. Ich bin ja mal gespannt, wie sie das im Finale noch toppen wollen" und dann leicht enttäuscht war, weil: war schon Finale.


Stressleveldurchschnitt gestern: 45
Selbstbeweihräucherung: Komische Situation weggelacht.

Montag, September 17, 2018

Nach den Zwetschgen ist vor den Zwetschgen

Heute habe ich bei der Arbeit mal wieder eine leere Tasche mit Kartonkisterl gegen eine volle mit Zwetschgen beim Obstkollegen eingetauscht. Aus den kleineren, herberen wird heute Abend Powidl und mal sehen, wie viele dann noch übrig bleiben (ein paar Handvoll habe ich natürlich so schon weggefuttert, und ja, Zwetschgen sind auch Steinobst, und ja, irgendwann kriegt man Bauchweh, und tja, ich kann auch nichts für das Kantinengesetz "Wenn es Linsensuppe gibt, wird Linsensuppe gegessen", und, hm. "Grummel" sagt der Bauch).


Um kulinarisch zu bleiben: der Kollege ist von einem Businesstrip in China wieder da und ja, spannend wäre das sicher mal (und ich weiss ganz sicher: wenn ich nicht beruflich da mal hingehe, komme ich da nie hin), aber so von den Essensbildern her sind die I-Länder vielleicht doch besser für mich (Habe ich erwähnt, dass nächste Woche Projektabschlussparty in Italien ist?). Aber ich weiss jetzt, wie Seegurkengraupensuppe aussieht, verschieden alte Eier und ein Snackstand mit "Alles, was von der Ente übrig blieb (Kopf, Füsse, Zunge) frittiert". Und es gibt am Bahnhof statt wie bei uns als Abendessenmitbringsel lebendige Krebse "to go" verschnürt, damit sie sich nicht durch die Aktentasche zwicken. (Also: Gegessen werden sie schon gekocht. Irgendwieirgendwoirgendwann). Und es gibt flüssig gefüllte Dumplings zum mit dem Strohhalm Aussaugen. Und, wie das unter Produktionsmenschen so ist: der Kollege hatte sich auch erkundigt, wie man die macht, da wird nämlich so geliertes Suppenmaterial eingepackt, das dann beim Erhitzen flüssig wird.


Sonst so: Montag halt. Der ist immer lang. Heute habe ich aber, ich muss nochmal drüber schlafen und Details mit meinem Chef festmachen, in ungefähr 30 Minuten vielleicht ein "Rotational Assignment" fix gemacht, etwas, was ich mit "müsste ich mal in Angriff nehmen wenn ich endlich mal weniger um die Ohren habe" für mich untypisch lang vor mir her schiebe. Und ich wurde sogar gefragt, ob ich sicher nur ein Assignment machen wollen würde, weil im Prinzip könnte man ja auch drüber reden, ob ich nicht vielleicht doch ganz...? Das war ... einigermassen überraschend, aber andererseits. joah. Networking ist dann halt doch nicht ganz ohne.


Auf dem Heimweg habe ich dann nochmal alle Malta-Kommentartipps hier zusammengesammelt und in einem Google Sheet konsolidiert (auch wenn hier die Kommentare nicht mehr zu sehen sind, sie sind nicht weg! Da bin ich auch sehr froh drum). Das wird eine grossartige Woche, ich freue mich schon sehr darauf! (Frühstückscafe schon mit Google Streetview besucht, Weg zum Fährterminal auch abgelaufen, ich war also praktisch eh schon da :-))


Little L. hat montags echt auch einen echt strengen Tag: Schule von 8:30 - 16:05, jede zweite Woche ohne Mittagspause, dann direkt mit Schulsack und Sportsachen einen guten Kilometer ins Dorf runterlaufen und dann zwei Stunden Geräteturntraining und, wenn er beim Umziehen nicht schnell genug ist, dass wir den Bus für die halbe Strecke nehmen können, den ganzen Weg wieder zu Fuss nach oben.
Normalerweise bin ich ja recht strikt mit "Schultasche wird selber getragen" und "Kein Mensch braucht den Bus nach oben" und "Hausaufgaben werden an dem Tag gemacht, an dem sie aufgegeben werde" und ganz besonders: "JEDER RÄUMT SEINE ZNÜNIBOXEN UND TURNSÄCKE SELBER AUS UND PACKT DAS ZEUG FÜR DEN NÄCHSTEN TAG NEU". Das müde Montagskind muss sich nur merken, dass es die Englischhausaufgabe am Dienstag macht und mir sagen, welche Badehose es gern zum Schwimmen am nächsten Tag mitnehmen möchte.


Nach dem Essen habe ich mir dann gedacht: "Ich Fuchs habe heute viel mehr Zeit als sonst am Montag, weil ich ja das Sporteln gestern schon erledigt habe und ausserdem kommt ja morgen die Putzhilfe: MARMELADENZEIT!" Und dieses Rezept hier sieht sehr lecker und einfach aus und tja, wenn man bis zu, Ende gelesen hätte, hätte man gesehen, dass es 6 Stunden schmurgeln muss und das kann man sich ja auch an einem müden Montag ausrechnen, dass das ganz schön spat wird, wenn man es um 19:38h in den Ofen schiebt. Tja nun. Dienstag ist ja ein Späteraufstehtag, da klingelt der Wecker erst um sechs. (Aber es riecht sehr gut!)


Johnny muss übrigens nicht nur Morgenmanieren lernen, sondern auch noch Kuscheln ohne Verletzungen.
Er hat mir während des Tippens dieses Beitrages erstens durch wiederholtes Überdietastaturlaufen die Adresszeile  im Internetexplorer abgeschaltet, dafür eine grosse Fusszeile eingefügt, mir beide Hände zerkratzt und die Finger angekaut  und mein Zugticket für nächste Woche angegriffen. Aber alles lieb gemeint. Und sehr hübsch.





Love hurts. DESWEGEN!




Stressleveldurchschnitt gestern: 27
Selbstbeweihräucherung: Genetworkt

Sonntag, September 16, 2018

Alter Verwalter.

Eine Meldung in eigener Sache vorneweg: Falls Sie hier aufgeschlagen sind, weil eine Dame (naja, und ich empfehle für Ihren Seelenfrieden, dem Link NICHT zu folgen) auf Twitter mit eindeutiger AFD-Vorliebe (und das ist noch harmlos ausgedrückt) gestern nach einem angedeuteten Austausch über die Wirksamkeit von Homöopathie (fragen Sie nicht. Es war sehr skurril) dazu aufrief, sich diesen "Datenmüll mit 0 Aussagekraft. Aneinanderreihung von Banalitäten mit einem Mitteilungsbedürfnis wie von einer Hausfrau in einer manischen Episode?" anzuschauen: Bitte gehen Sie und kommen Sie nie wieder. Ich habe gestern unfreiwillig in Ecken des Internets hineingeschnuppert, die mich mein Hirn mit Seife auswaschen lassen wollen. Falls Sie glauben, die AFD habe auch nur einen Funken recht, falls Sie die Migration für die Mutter aller Probleme halten, falls Sie finden, in Chemnitz etc wären besorgte Bürger, deren Sorgen man ernst nehmen müsste, friedlich demonstrieren gegangen, bitte, gehen Sie und komme Sie nicht wieder. Nie.


So. Jetzt aber zurück zu den normalen Geschichten aus dem Alltag einer "Hausfrau in einer manischen Episode":


Die Kinder schliefen brav, als wir heimkamen. Bei voller Festbeleuchtung, weil sie "Ihr könnt lesen, so lang ihr wollt," als "bis euch der Kindle aufs Gesicht fällt" interpretiert hatten. Der Film war gut, das Popcorn lecker, die Katzen etwas verwirrt, weil keiner das Licht ausgeschaltet hat.


Heute dann: Vorbereitung der Schulwoche, d.h Trommeln üben bei L., Geschichtsportfolio fertigmachen bei Q., Terrasseaufräumen, und  ein vielleicht letztes Mal diesen Sommer grillen. Dank des strikten Feuerverbots bei uns im Dorf vom 26. Juli bis 4. September haben wir noch gar keinen Grilloverkill wie die letzten Jahre (und einiges an Grillgut eingefroren, das sozusagen vom Feuerverbot gegroundet wurde). Grillen mit Hoodie hat was!


Stressleveldurchschnitt gestern: 51 (ich hatte das Band beim Schlafen nicht dran. Bei jedem anderen würde ich sagen, daran liegts, dass der Schnitt so hoch ist. Aber man weiss ja mittlerweile: relaxen stresst mich. Also wars vermutlich doch das DIE KINDER ALLEIN LASSEN! und auf hochen Hacken zur Bahn rennen)
Selbstbeweihräucherung: wie ein Fuchs heute meine Rennrunde eingelegt, damit der 7-7-Montag morgen nicht noch stressiger wird.

Samstag, September 15, 2018

Hoch die Hände

Am Elternabend in L.s Klasse am Dienstag haben die Lehrer (ich kriege ein klitzekleines Gefühl, wie das mit 4 Kindern an derselben Schule gewesen sein muss) gefragt, ob Q. den erschlagen von den Anforderungen an der neuen Schule ist. Ist er nicht, aber er findet, dass das Gefühl von ins Bett gehen das allerbeste der Welt sei. Und so haben wir uns alle vier rechtschaffen auf Ausschlafen heute morgen gefreut.
Im Detail heisst das mittlerweile:
5:30h: #jonundsansa (durch Frühstück ruhigstellbar bis
6:30h: #jonundsansa werden aus allen Schlafzimmern verbannt
08:00h - 08:45h: Ich bin halbwach und freu mich wie ein Schnitzel, dass ich noch nicht ganz wach sein muss und niemanden zum Aufstehen stressen muss, weil der erste Termin heute erst um 13:00h ist
08:45h: ich kriege Kaffee ans Bett gebracht und L. kommt kuscheln
09:30h: ich bin auf.
10:30h: ich kurble bei Q. den Rollo hoch und überprüfe seine Atmung
11:20: wir sitzen draussen am Früshtückstisch.


Insofern, liebe Eltern schlafloser Kleinkinder: ich habe (nicht gefühlt) über 10 Jahre nicht durchgeschlafen und das richtig lange Ausschlafen auch verlernt, aber auch diese Kinder schlafen irgendwann gerne und lang.


Sonst: Pfadiübung, die einen Bezirksübung im Nachbarkanton (mit den Fahrrädern), die anderen sind mti "Captain Trash" im Wald und sammeln Müll.
Ich habe mehr Zwetschgen verarbeitet (ein Datschi und den Rest, der für nix richtig reicht, erstmal eingefroren, bis Nachschub kommt), die waren so perfekt! Vielleicht bestelle ich doch noch ein paar mehr als nur noch 3 kg, einen Hefezopf für morgen gebacken, Zehnnägel neu lackiert, meinen ersten shiny Karpador gefangen (direkt vor der Haustür), Q.s Unihockey-Hoodie beim Heimturnier der E-Junioren abgeholt, und mich auf das heute nachzuholende Hochzeitstagsessen vorgefreut.


Das war heute auch so was wie eine Premiere: Erwachsenen-Ausgang ganz ohne Babysitter und (fast) ganz ohne Bedenken! Die immer nur so anderthalb Stunden Elternabend, die wir auch zu zweit und ohne Aufsicht besucht haben, zähle ich da jetzt mal nicht, weil: voll kurz und nicht so richtig Qualitytime.




Für die Kinder gabs zu Hause (nach der wohlverdienten Dusche) Hähnchenschnitzel, Reis und Gurkensalat, danach einen Film mit Chips und Popcorn und die eine oder andere Kontrollnachricht.



Das ausführliche hat er von mir.
Für uns: ein Menü mit ohne Auswahlmöglichkeiten, dafür aber Weinbegleitung:

Ich zücke die Kamera und der Hübsche setzt im letzten Moment sein bedächtiges Katalogfotogesicht auf

Der Hübsche macht ein Bild und ich schaue aus, als hätte ich gerade erzählt, dass ich in meiner Freizeit Babyrobben häute. Lebendig.


Kürbissuppe als Gruss aus der Küche










Stressleveldurchschnitt gestern: 25
Selbstbeweihräucherung: gechillt.