Donnerstag, Januar 23, 2020

230120: Zeugnistag 1/2

Donnerstag ist Schwätzchentag mit der Nachbarinfreundin im Bus ins Nachbardorf, wo sie arbeitet. Wir haben ca 7 Minuten, um die Neuigkeiten auszutauschen, das bedeutet: schnell, schnell, schnell, aber ich mag das sehr!
Mein Tag war heute irre vollgestopft, bis auf anderthalb (sie haben sich überschnitten und für das zweite hätte es mich nicht gebraucht) Meetings hat sich alles um ein Produkt gedreht, ich war mir heute abend auf einmal gar nicht mehr sicher, ob all das wirklich heute war.
(Ich habe erstmals jemand aus strategischen Gründen aus einem Meeting ausgeladen, soweit ist es schon.)
Ich habe ja letztens am Rande verfolgt, wie MAL WIEDER die Fronten hochgekocht sind, als es um den .... Oxfam-Bericht (?) oder den irgendeines Bundesministeriums, wo vorgerechnet wurde, wieviel mehr Steuern der Staat einnehmen würde, wenn mehr Frauen Vollzeitarbeiten würden. Ich betrachte so was ja eher von der Seitenlinie (ich habe keine Zeit und Energie für diese Diskussionen übrig, weil ich .... Arbeit zu erledigen habe und die restliche Zeit gern mit meinen Kindern und angenehmen Dingen verbringen möchte), und war deshalb milde irritiert über die Aussagen mit dem Tenor (überspitzt): "Wenn alle mal arbeiten würden, anstatt in Meetings zu sitzen, bräuchte keiner Vollzeit arbeiten"
Ich frage mich ja schon, aus welchem Jahrhundert/-zehnt oder Branchen diese Idee kommt, dass man allein für sich am besten arbeitet und alle Meetings Zeitverschwendung sind. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage: kaum eine Firma kann oder will sich heute solche reinen Zeitkiller leisten. Und die Meetings, die stattfinden, sparen im besten Fall (der immer mehr zum Normalfall wird) unendliche lange Emailketten mit Riesenverteilerlisten, die entweder dazu führen, dass sich keiner mehr zuständig fühlt oder alle sauer sind, weil keiner was macht. Oder beides.
Ich hatt heute im dritten Meeting fast schon eine Erleuchtung, weil ich das Gefühl hatte, mit dem mir übertragenen Projekt festzustecken und beim Versuch, es allen Stakeholdern rechtzumachen, von einer Gummiwand gegen die nächste zu laufen. Der Blick von zwei Kollegen mit anderem Background, denen ausserdem diese frustrierende Erfahrung mit den Gummiwänden fehlte, und die demenstprechend von der Thematik noch nicht per se genervt waren, hat das alles wieder ins Lot gerichtet und wir gehen das jetzt mit neuer Struktur an. Das hätte ohne Meeting zB nicht geklappt.

Nun denn. In der Mittagspause hatte ich mich mit dem Mann der Kollegin des Hübschen verabredet, um bei ihm im Laden einen Crosstrainernachfolger zu kaufen (Es ist wahrscheinlich auch ein Zeichen dafür dass wir mittlerweile hier daheim sind: wir haben mittlerweile ein Netzwerk und Empfehlungen aus eigener oder Freundes-Erfahrung für die meisten Dinge: Zahnarzt, Kinderarzt, Hautarzt, Solaranlagenfirma, Installateur, Elektriker, Gartenbauer, Maler, Rechtsanwalt, Architekt, Storentyp, Fliegengittertyp, Obst-Typ, Friseur etc.). Ich hatte ein bisschen gewartet, auch wenn der alte mittlerweile auf beiden Seiten schlägt und rattert und beim Benutzen rückwärts durchs Zimmer wandert, weil der Sportladen sein Sortiment umstellt und neu Tunturi vertreibt. Nachdem Kettler mehr oder weniger konstant an der Insolvenz zu kratzen scheint und das für mich nicht die besten Vorraussetzungen für eine langjährige Freude und ggf technische Unterstützung für ein ja nicht ganz billiges Gerät sind, habe ich also gewartet, bis die Neuzugänge verfügbar sind. Es gab Beratung vom Chef, der heute morgen nochmal den Vertreter interviewt hat, so wird also demnächst diese schwarze Monstrum hier einziehen (für Leute, die in der Schweiz wohnen und noch gute Vorsätze haben für 2020: bis Ende Januar gibt es noch 20% mit der Cumuluskarte auf alle Heimfitnessgeräte). Nette Spinnerei: man kann via Google Maps eine Strecke aussuchen und die wird dann auf dem Minibildschirm abgespielt. Der Hübsche hat schon gemeint: wir können dann sozusagen um die Wette rennen, er draussen, ich drinnen. Ich freu mich schon sehr da drauf!

Sonst: langer Tag, weil abends dann noch eiin Townhall-Meeting mit der neuen Oberchefin (und den sites in Kanada und San Francisco). Wie schön, wenn jemand in der Vorstellung mit ehrlicher Begeisterung Mann, Hund und Kinder vorstellt incl. ihrer Berufswünsche und warum.

Beim Einkaufen (Brot und Cracker) dann noch in eine Kollegin mit Mann gelaufen, die ich doch gerade noch im Büro gesehen hatte und der Tag fühlte sich noch ein bisschen länger an.

Daheim habe ich mich mit L. über sein unglaublich gutes Zeugnis gefreut, mit Q. einen Deutschaufsatz angeguckt und mittelgut mixed feedback ("Du schreibts super toll und lustig und klug, aber sorry, Kommasetzung ist nichts, was "man" halt nicht kann *zwinkizwonki*, das lernt man, das macht man, und dann hat man das wenigstens 80/20 richtig.) gegeben, aber das wird schon.

Abendgegessen mit zwei aufgeregten Kinder (MORGEN IST SCHULFREI!), weil wir drei ja morgen mittelspontan einen Tag auf der Skipiste verbringen werden. Mir wird mein Aufarbeitungsfreitag schmerzlich fehlen, aber nun ja, das ist jetzt hat so. Ich werde mich irgendwie damit abfinden müssen, dass ich nicht jede Woche mit ToDoZero ins Wochenende gehen kann und nicht alles sofortestens erledigt werden muss (schön wärs halt trotzdem).

Ich bin ja eh ein Fan von Ordnung und Standardisierung, besonders augenfällig ware die Vorteile beim Packen für den Skitag heute: in 20 Minuten hatten die Jungs und ich alles für direkt zum Anziehen parat gelegt, den Rucksack gepackt und die Ausrüstung fürs Ins Auto packen parat gestellt. Helme, Schuhe, Brillen, Hosen, Rückenpanzer, Skiunterwäsche und socken, Mützen, Handschuhe, alles war genau da, wo es hingehört. Übrigens auch die Fahrradhandschuhe, die ich als Paddelhandschuhe für Kanada im Juli stundenlang intensiv genau an diesem Ort gesucht hatte. Nun ja.)

Ich freu mich sehr auf den Pistentag morgen (ein bisschen habe ich Respekt für erstmals allein mit beiden Kindern, aber sie sind ja schon gross und sichere Fahrer, erstmals allein mit dem Auto ins Skigebiet hin und zurückfahren, aber ich bin ja stunden- und aberstundenlang allein durch die italienischen Berge gegurkt mit verschiedenen Mietautos, da wird Schweizer Autobahn und -landstrasse mit einem tippitoppi-Auto trotz Winter easy.), das wird uns gut tun!

Gegessen:
Buttertoast mit Honig, das weckt Kindheitserinnerungen
Vollkornpenne mit Zucchinibolognese und viel Gemüse
Brot und Salat

Gelesen:
Wisting 2

Gesehen:
"Treadstone" fertig. Joah.

Stressleveldurchschnitt gestern: das Band war leer. Sagt auch was.
Selbstbeweihräucherung: Ich. geh. morgen. skifahren.

Mittwoch, Januar 22, 2020

220120: Suits

Heute haben der Hübsche und ich, wie so erwachsene Menschen, einen Termin bei einem befreundeten Anwalt (überhaupt: "befreundeter Anwalt" klingt so nach Buch oder Serie) gehabt und Testament, Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung in die Wege geleitet. Der Tod seines Freundes hat den Hübschen da doch ordentlich aufgerüttelt. Bei uns wäre zwar dank Ehe und relativ langweiliger Vermögensverhältnisse (nix royales, nix mit krassem Familienvermögen einer Unternehmerdynastie, das auf gar keinen Fall an einen gierigen Hinterbliebenen ohne Blutsverwandtschaft fallen darf, weil isso) das allermeiste eh geregelt, aber es ist für den Fall der Fälle doch gut, das alles mal schwarz auf weiss und rechtlich korrekt abzubilden. Und so haben wir Szenarien durchdiskutiert, was wäre, wenn eine(r) von uns nach dem Tod des anderen einem Sektenguru verfällt (und andere Stereotypen), und das Erbe, das eigentlich für die Kinder gedacht ist, verjubelt oder für einen Fensterplatz im Quantenreisebus ausgibt. Wir haben drüber gesprochen, wer für den anderen im Falle von "Nicht mehr entscheidungsfähig" was entscheiden sollen darf (muss), wer entscheiden soll, wenn wir beide zeitgleich ausfallen, und was wir als Patientenverfügung wollen (man kann im langen Template noch so eine Art Besinnungsaufsatz schreiben, was einem das Leben bedeutet etc., was dann in fraglichen Situationen als Entscheidungshilfe herangezogen werden kann. Mir ist vermutlich der Gedanke, dass da mal jemand drüber lacht oder die Augen rollt (zB ich!), zu unangenehm, und ich werde nur das Template mit den Kreuzchen ausfüllen, ist ja auch einfacher: Ja / Nein.

Jetzt bin ich mal gespannt auf den Draft, dann müssen wir ganz viel mit er Hand schreiben und alles korrekt ablegen, damit es im Fall eines Falles auch gefunden wird (und uns merken, wem wir weche Kopien gegeben haben, für den Fall, dass wir das ändern wollen)

Danach dann direkt Nahtoderfahrung, wobei, diesmal war es nicht ansatzweise so schlimm wie am Montag: Triggerpunktbehandlung. Heute war ich zwischendrin sogar in der Lage, an Smalltalk teilzunehmen, habe Druckpunkte am hinteren Schädelrand gelernt, die ich selber drücken kann, und den Link, wo ich für die Zukunft medizinische MAssagen (zum Selberzahlen, aber direkt am Arbeitsort im Keller) buchen kann. Und ich bekam attestiert, dass es durchaus Menschen gibt, die hyperton sind und sich das bei mir wohl auch nicht ändern wird, aber ich soll halt aufpassen und ENDLICH MAL ENTSPANNEN!

Erstaunlicherweise war ich dann heute recht früh einfach erschöpft. So, als wäre ich den ganzen Tag rumgelaufen oder hätte einen Aerobic-Marathon hinter mir. Vielleicht war die Kombi aus "sich mit der eigenen Sterblichkeit befassen" und "OMG, die unglaublich starte Frau zieht an meinem Kopf, ich hoffe, sie reisst ihn nicht ab!" doch ... anstrengend. (Die Strampelrunde daheim hat nicht wirklich geholfen, aber jetzt habe ich wenigstens eine für mich nachvollziehbare Begründung für müde Beine.

Arbeit: es sind im Moment etwas arg viele Bälle in der Luft, es kommen immer mehr dazu und dieses Woche wird mir mein Erledigungsfreitag fehlen. Aber: ein Tag mit den Jungs auf einer (ich hoffe) fast leeren Piste bei Traumwetter, das lasse ich mir nicht entgehen!

Abendessen ungewohnterweise mit L. und dem Hübschen zusammen, weil heute die Nachbarn Q. vom Sport mitheimnehmen und der Hübsche trotzdem nicht selber Sporteln geht. Das ist eine Kombi, die wir selten haben!

Die Katzen haben wegen eisiger Temperaturen draussen recht früh Feierabend gemacht (Sunny ist am Nachmittag immer wieder rausgeflitzt, um zu schauen, ob es wirklich immer noch so kalt ist und kam binnen Minuten wieder zurück, um sich die Füsse auf dem Sofakissen aufzuwärmen.

Gegessen:
Marmeladenbrot
Kaffee und Zitronenkuchen
Tagine, Nudeln, Pak Choi, Fenchelsalat
aufgewärmtes Kürbis/Randen-Gulasch

Gelesen:
Wisting 2

Gesehen:
Treadstone und beim Rennen aus beruflichem Interesse: "Pandemie" (kann bisher noch wenig sagen, bisher wird ja nur erklärt, wie schlimm Grippe ist, das weiss ich ja alles, weil hallo? Mein Job seit über fünf Jahren)

Stressleveldurchschnitt gestern: weiss nicht, Band war leer
Selbstbeweihräucherung: sehr erwachsene Dinge getan (und Spässle dabei gemacht. Eine Menge)

Dienstag, Januar 21, 2020

210120 Panzerknacker

Update von der Schulter: gestern abend tat es dann wie Muskelkater weh runter bis zur rechten Hüfte. Ich hatte schon Halbstundentermine mit weniger Effekt... Heute tat es auch immer noch weh, aber anders, lockerer. Ich versuche jetzt aktiv, mal die Schultern hängen zu lassen. Es fällt mir jetzt erst auf, wie ich IMMER in Habachtposition bin, immer in Alarmstellung, immer die Schultern oben und bereit, ja .... was eigentlich?
Ich erwarte morgen mittag natürlich nichts weniger als erstaunliche Besserungsbekundungen, danke, noch einmal quetschen, super, danke, fertig.

Jonny ist mittlerweile ein echter Ausbrecherkönig, er schafft es, das abgeschlossene Katzentörchen, wenn er denn will, binnen zwei, drei Minuten aufzupokeln. Nun denn, dann ist das so, aktuell will er ja nur morgens dringend, und es wird ja bald wieder heller und wir werden die Schliesszeit eh verkürzen. Trotzdem waren wir beide etwas unentspannt, auch weil der Hübsche ihn auf dem Weg zur Arbeit nicht traf, aber bei eine Mittagsspaziergang war er dann, wie es sich gehört, auf dem Feld bei der Arbeit (= in Mauselöcher starren und springen).
Sunny hat sich halbwegs wieder berappelt, warum auch immer sie auf einmal Aversionen gegen das Törchen hatte.

Sonst:
viel gearbeitet, viele erledigt, ein okayer Mix aus strategischen (und spannenden) Themen, die ich als Kernteil meines Jobs sehe und kleinteiligem Kram hinterherrennen wie ein Flohzirkusdirektor, was ich eigentlich nicht als meinen Job (oder irgendjemandes Job) sehe, aber anscheinend geht es ohne nicht, und dann ist es doch wieder mein Job.
Von meinem Chef mit einem Extraauftrag überrascht worden, den ich auf gar keinen Fall möchte, weil ich mit 5 Jahren Erfahrung in dem Bereich nicht glaube, unvoreingenommen an die Situation herangehen zu können oder auch nur ansatzweise konstruktiv.

Daheim:
Französischtest besprochen, mir endlich gemerkt, dass Q. am Dienstag nach dem Essen nochmal aus dem Haus geht, Wäsche getrocknet  und sortiert, gestrampelt (Donnerstag wird das Nachfolgegerät gekauft), passende Kleider (Anwaltstermin für sehr erwachsene Dinge UND Physiotermin, wo ich mich unkompliziert ausziehen können muss, ohne nackig rumzustehen) rausgelegt, mich über Pickel mitten auf der Stirn geärgert.

Gegessen
Marmeladenbrot
Nasigoreng mit irritierend viel Kokosflocken obendrüber (und Chinakohl, Karotten, Salat)
Brotzeit und Salat

Getragen:
das erstaunlich kurze Flamingokleid und Stiefel

Gelesen:
"Wisting 1" aus (sehr solide), Wisting 2 angefangen

Gesehen:
"Treadstone"

Stressleveldurchschnitt gestern: 37
Selbtbeweihräucherung: sehr seriös Alignmentmeetings ausgemacht, Strategiepaper und -präsentationen erstellt. Und fast sowas wie "Nein, danke" zu meinem Chef gesagt

Montag, Januar 20, 2020

200120: Auuuuuuuaaauuuuuuuuu

Nun ja, es könnte sein, dass ich heute nicht ganz ich selbst bin (oder erst recht, nur etwas ungefilterter als sonst), mein Tag begann nämlich unglaublich schmerzhaft. Sie erinnern sich an meine Superschulter? Heute war der Tag der triggerpunktbehandlung und holla, die Waldfee. Wenn ich nicht vor Schmerzen nur noch gejapst hätte (und, ja, sehr uncool, ein bisschen mit den Füssen gestrampelt. Immerhin bin ich nicht weggelaufen!), hätte ich durchaus das eine oder andere Mal gern gefragt, ob die Physiotherapeutin sich sicher ist, dass das wirklich eine Muskelverhärtung ist und nicht vielleicht ein Knochen, den sie da zwerquetscht. Besonders fies war dann eine Übung für, keine Ahnung, Bewegung von Schulterblatt und Arm, das bei mir irgendwie auch falsch ist, da hat sie mir in die Achsel gepackt und gedrückt und geschoben und das hat gleichzeitig unglaublich weh getan und unglaulich krass gekitzelt. GAR NICHT SCHÖN!!!
Ich muss auf jeden Fall am Mittwoch nochmal hin, weil "Allein mit richtig sitzen und dehnen kriegen Sie das auf gar keinen Fall weg", ausserdem könnte ich vielleicht ein Nackenkissen gebrauchen.
Jetzt ist übrigens überhaupt gar nichts besser, es gut einfach nur anders weh und zwar immer, nicht nur, wenn man auf die falsche (richtige?) Stelle drückt. Und ich habe, fürchte ich, blaue Flecken bekommen. Noch bin ich nicht so ganz überzeugt, aber das werde ich natürlich auf gar keinen Fall laut sagen, diese Frau kennt Griffe, da würde auch Chuck Norris wimmern.


Sonst: komischer Tag, viel mehr zu Mittag gegessen als sonst, deswegen am Nachmittag sehr müde. Die Katzen finden auf einmal das Törchen zum Rausgehen kompliziert, dabei macht es das gleiche wie immer. Hm.
Die Fliegengitter, die bisher noch nicht auf katzenklettersicheres Gewebe umgerüstet wurden, geben jetzt (nach ...18 Jahren im Dienst, das ist schon ok) langsam den Geist auf, nachdem besonders Jonny immer noch gern dran hochklettert, wenn man den Rollo hochkurbelt oder das Fenster nicht schnell genug aufmacht), also müssen wir die neu bespannen lassen. Da wir uns das Lüften ohne Angst, Katzen zu verlieren, mittlerweile angewöhnt haben, hat der Hübsche an alle Fenster, die jetzt gitterlos sind, mit Kreidemarker "Achtung, kein Fliegengitter" drangeschrieben. Mittendrauf. Bine Brändle kann da noch was lernen.

Gegessen:
Rest vom Zimtstern
Birnen (heute war Obstkistenmontag)
Teamlunch beim Italiener, also Suppe, Pasta mit Tomatensosse und Kichererbsen und Panna cotta. Ungefähr 3x so viel wie sonst mittags.
deshalb keine Montagspizza, sondern einen grossen Pott Salat mit Röstbrot und dem restlichen Rosenkohl in Gochujang-Paste von gestern.

Gelesen:
Wisting 1

Gesehen:
Treadstone

Getragen:
Weite Bluse (damit ich mich bei der Physio gut ausziehen kann, aber nicht nackig machen muss), Cordhose, Stiefeletten

Stressleveldurchschnitt gestern: 27 (bei der Triggersache heute morgen war er bei ... tadaaaaaa, 93)
Selbstbeweihräucherung: nicht gekniffen, nicht geweint (und rechtzeitig #Dorfkinder und sämtliche Abwandlungen davon stummgeschaltet. Ich habe es so satt, wie auf Twitter über jedes Stöckchen gesprungen wird, wie Gräben gezogen und Mauern gebaut werden, wie selbsternannte Deutungshoheit über allem steht und nicht hinterfragt werden darf von jemand, der ja per se keine Ahnung hat, weil er nicht mitwütet, wie immer nur ausgeteilt, auf gar keinen Fall aber eingesteckt wird, wie Solidarität eingefordert wird, weil man aufgrund irgendwelcher abstruser Merkmale doch "im selben Boot sitzt", wie "Du darfst nicht mitdiskutieren, deine Meinung oder Erfahrung zählt nicht" von Leuten hochgehalten wird, die genau das anderen vorwerfen, wenn sie davon betroffen sind, ich hab es wirklich satt. Die Dorfkindersache ist nur das aktuellste Beispiel, es gibt unzählige allein in de letzten paar Wochen. Sehr hässlich.)

Sonntag, Januar 19, 2020

190120: Heute machen wir mal nix

Das war der Plan.
Nachdem Jonny es ja letzte Woche wieder mal geschafft hatte, aus dem "Ausgangssperre aktiviert"-Katzentörchen rauszukommen, hatten wir die glorreiche Idee, über Nacht das Törchen beidseitig zu verriegeln. In dem Moment, als der Hübsche heute morgen dann im Halbschlaf auf "Verriegelung aufheben" klickte, brummte die Push-Nachricht: "Jon hat das Haus durch Terrasse betreten".
Wie wir beim Runterkommen bemerkten: nicht nur Jon, sondern Jon und ein Spatz, der das leider nicht überlebte, sondern in Einzelteile und viele Federn zerlegt im Erdgeschoss lag. Neben dieser traurigen Nachricht wissen wir also jetzt: wenn die Katzen wirklich rauswollen, kommen sie raus. Immer. (Wie er mit Beute durch das verschlossene Tor wieder reinkam, man weiss es nicht). Die Verriegelung via App verhindert nämlich nur, dass bei Auslesen des RFID-Chips in der Katze die Verriegelung abgesenkt wird, sie wird nicht mechanisch blockiert. Die Katzen können also nach wie vor mit einer Pfote die Sperrstifte runterdrücken und mit der anderen das Törchen zu sich her aufziehen und sich dann untendrunter durchwurschteln. Well, so be it, Kreativität muss belohnt werden.

Neben "nix" haben wir also erstmal das Massaker beseitigt und das Erdgeschoss gesaugt.

Dann aber nix mehr, also

  • Zimtstern backen
  • Spaziergang am Rhein entlang (irgendwann sind wir dann im Kieswerk gelandet, da war gerade Marschprobe eine Gugge, das war etwas skurril)
  • mit den Katzenhütenachbarn geklärt, ob sie für die Skiferien die Katzen hüten (machen sie), und dann gehört, wie Jonny sich dort Eintritt verschafft: wenn offen ist, springt er durchs Fenster, wenn nicht, haut er an die Katzentür, springt auf das Küchenfensterbrett, stellt sich auf, haut dran, dann läuft er ums Haus und stellt sich an jedem Fenster auf, bis er endlich rein darf. Ein ... Stalker vor dem Herrn :-).
  • Q.s Referat über "Wie werde ich Anwalt und warum sollte ich das werden wollen?" probegehört, bis auf ein Komma und ein fehlendes e  nichts zu verbessern gehabt
  • immer noch Skiwäsche gewaschen und getrocknet
  • meine Colourpop-Lidschatten endlich mal katalogisiert (incl Füllgrad und Status, mit Ampelsystem), dabei drei Dubletten entdeckt und insgesamt 12 wegen "es ist nur noch ein ausgetrocknetes Restchen drin, ich habe, um ehrlich zu sein, genug, die nahezu identisch sind, auch wenn es eine LE ist" weggeworfen, alle angebrochenen Deckel gegen ganze ausgetauscht und .... ich habe "nur" eine zweistellige Anzahl (gerade noch so)
  • Sauna
  • Elterntelefonate
  • Und dann endlich Abendessen gemacht, in drei Variationen, deswegen ging es eine Zeitlang, aber war lecker, fanden alle.
  • Klamotten für morgen rausgelegt (Triggerpunktbehandlung. Arghhhh)
  • Nägel lackiert


Gegessen:
Gipfeli und Sonntagszopf mit Hummus
Silberzwiebeln
Zimtstern
"Seoul Soulfood Bowl"

Gelesen:
"Wisting"

Gesehen:
"Treadstone"

Getragen:
Jeans, zum Spazierengehen Thermostrumpfhose drunter, Longsleeve, Zimtstern-Hoodie, Wollsocken

Stressleveldurchschnitt gestern: 24
Selbstbeweihräucherung: Echt kalt geduscht zwischen den Saunagängen

Samstag, Januar 18, 2020

180120: Noch mal davongekommen

Heute morgen hat mir der Hübsche noch im Bett beim Morgenkaffee einen Videolink, den er von einem Kommilitonen von uns bekommen hat, zu einer Porträtsendung anlässlich der Pensionierung unseres Doktorvaters gezeigt. Über den Tag hinweg (da braucht es ja das richtige Setting für sowas,  Bügeln, Bauchtraining und Waschmaschine mit Skilagerwäsche einräumen zB) haben wir uns das also zu Gemüte geführt. Neben abenteuerlichen amourösen Verwicklungen, denen ich natürlich sofort hinterhergegoogelt habe, ich war mir nicht ganz sicher, ob ich mir das evtl nicht nur im Kopf zusammengesponnen hatte, bleibt: halleluja, bin ich froh, dass ich da raus bin. Wenn man mich in Zukunft fragt, was die beste Entscheidung meines Lebens war, dann: die zwei Tage vor der Abreise nach Basel angebotene Juniorprofessur abzulehnen. Wobei das gar keine Entscheidung war, sondern eher fassungsloser Unglaube, dass irgendjemand ernsthaft glauben könne, ich würde gerne in Academia bleiben. Und dann: in die Schweiz zu gehen und alle Verbindungen an die Alma Mater zu kappen (vielen Dank übrigens immer noch für die Weitergabe meiner Privatadresse und Telefonnummer an google-unfähige Doktoranden von irgendwo, liebes Lehrstuhlsekretariat!) Nun denn.

Viel wichtigeres Ereignis: L. ist wieder da! Mit einer Stimme, als hätte er eine Woche durchgesoffen, mit einer Blase am Fuss und sehr müde kam er zurück. Sie hatten eine Superwoche, Skiunfälle gab es keine, dafür den einen oder anderen Zwischenfall (in den er gsd weder aktiv noch passiv verwickelt war), die Krankenhausbesuche erforderten. Wie bei Q. damals auch, würde ich mir wünschen, die Primarschule würde hier auch nur vier Jahre dauern und nicht erst nach der sechsten Klasse aufgeteilt werden.... Das Nachtschlitteln war viel spannender als bei Q., weil er zweimal eine Kurve nicht gekriegt hat und der Schlitten in den Wald den Abhang runter gedonnert ist. Er ist jeweils vorher abgesprungen, hinterhergekraxelt und eine Serpentine tiefer wieder auf die offizielle Schlittelstrecke eingeschert. (So ungefähr, wie ich Mario Kart fahre). Anyway: alles dran, nach einer Stunde ind er Badewanne riecht er auch wieder gut, die Wäsche ist in der Maschine, es ist schön, wieder komplett zu sein.

Sonst: Komisches Gefühl den ganzen Tag, es sind schon sehr gemischte Gefühle, mit denen wir beide an diese Zeit zurückdenken, auch wenn alles, was danach passiert ist super war und so nicht passiert wäre, wenn wir es damals anders gemacht hätten.
Nun ja.

Gegessen:
Fastenwähe mit Hummus (erstmal recherchiert, woher "Fastenwähe" kommt)
Semmel mit Hummus
Burger mit Süsskartoffelpommes (zwei verschiedene vegane/vegetarische Patties im Test, let's see, bisher it "Beyond Meat" bei den "Ich tu so, als wäre ich Fleisch"-Patties mit "Garden Gourmet" fast gleichauf, der Hübsche findet sie besser als ich, heute also Valess und Vegini)

Gelesen:
Wisting

Gesehen:
"Treadstone", nach 2 Staffeln Vikings brauche ich mal wieder in bisschen Pause von verfilzten langen Haaren und einem zwischenmenschlichen Miteinander, in dem "Du hast bestimmt was blödes über mich gedacht, ich bringe deine ganze Familie um, mit der Axt" als normal angesehen wird.

Stressleveldurchschnitt gestern 26
Selbstbeweihräucherung: dem kleinen Kind heisses Wasser unlimited gegönnt, auch wenn ich heute vermutlich laukalt duschen muss 

Freitag, Januar 17, 2020

170120: Neues vom Lottomann

Ich sollte aufhören, über mein Nichtschlafen zu schreiben. Heute hat mich erstens der Hübsche beim Heimkommen (Afterworkirgendwas mit Kollegen und ich habe ab 11 geschlafen!!) nicht mal aus Versehen, sondern mit direktem Gesprächsversuch zweimal geweckt ("Beim ersten Mal Aufwecken sahst du noch voll süss aus!"), wir müssen mal wieder über Benehmen reden. Naja, von ganz allein wurde ich dann um halb drei, halb fünf und halb sechs wach und blieb es dann bis Weckerläuten. Vielleicht sollte ich das Schlafen überhaupt sein lassen.

Heute war ja Homeofficefreitag, wobei ich schon kurz überlegt habe, ob ich ins Büro fahre, weil ja ausser mir (und den Katzen) tatsächlich keiner daheim war bis halb sechs (L. ist ja sonst mein Homeofficegefährte zum Mittagessen und am Nachmittag, und der ist im Skilager), aber habe mich dagegen entschieden, weil ich so unkompliziert in der Mittagszeite eine Runde Besorgungen erledigen konnte und zum anderen ohne jede Ablenkung Zeug erledigen, zB ein Strategie-Paper schreiben, das ich gestern proaktiv vorgeschlagen habe und das heute dann direkt von anderer Stelle eingefordert wurde.

Ich weiss gar nicht mehr, ob ich es hier thematisiert habe, aber der Lottomann 2.0, die ja auf einmal so Sperenzchen gemacht haben, die Hermes auch noch (via Twitter, naja, vielleicht war das auch nur der Praktikant) als korrekt bestätigt hat, hat sein Dasein als Hermespaketshop für das neue Jahr eingestellt. Also habe ich mir (ich gebe ja nicht auf) einen neuen gesucht, der Paketshop des Grauens kommt natürlich nicht mehr in Frage. Es gibt also einen in Fussreichweite des Supermarkts, wo ich immer hingehe, das ist ein Laden für Wolle und Selbstgemachtes und zwar nicht der, in dem ich schon ein paar Mal Stoff gekauft habe in derselben Fussgängerzone, sondern ungefähr 30m weiter mit einem nahezu identischen Angebot (mehr Wolle als Stoff), was mir zwar zu denken gibt, wie lang die beiden wohl nebeneinander existieren können in einer Kleinstadt mit ... doch 32 000 Einwohnern, hätte ich gar nicht gedacht. Aber: so lange er da ist, nutze ich das.
Ich weiss mittlerweile schon, dass samstags der Hermesmann gar nicht kommt, aber heute habe ich mein Paket mit Toner und Pyjamahosen (und, ja, ich gebs zu, einem Pyjamaoberteil mit Wendepaillettenkatzengesicht. Für mich. Ich dachte, es wäre Print!) anstandslos dort bekommen. OHNE drei Euro Ausländerstrafe! Die gesparten 3 Euro (und ein bisschen mehr) habe ich dann in handgefärbte Sockenwolle investiert. Bisher gibt es also nix zu meckern und noch keinen Content, aber ich habe schon mal ein bisschen Bonding betrieben, das wird schon ;-)

Pünktlich zum Ende der Skiwoche von L. wurde es richtig kalt und hat hier unten im Flachland angefangen zu schütten und zu graupeln, ich hoffe, dass sich das bei den Skifahrern in Grenzen hält und sie morgen problemlos wieder nach Hause kommen!

Die Katzen wissen jetzt, wo im Vorratskammerl die Leckerlibeutel sind und Sunny hat mir durchs ganze Haus einen weggetragen, den sie schon aufgebissen hat. Ich habe dafür rausgefunden, wo sie ist, wenn wir denken, sie ist einfach weg: sie kann in eine der Stoffkisten in L.s Expeditregal klettern, auch wenn nur ein ca 1cm breiter Spalt zu sehen ist. Ich habe es an raushängenden Haaren erkannt.

Weil von verschiedenen Seiten auf einmal "LaBrassBanda" erwähnt wurde, habe ich da heute auf dem Weg zum Q. abholen mal reingehört und, naja, ich habe Bayern zur Zeit der BiermöslBlosn verlassen, das hier war mir neu. Q. war etwas schockiert, er möchte sich seinen bayerischen Wurzeln nicht stellen und in Zukunft lieber wieder das hören statt das.


Gegessen:
Marmeladenbrot
Vegi-Chili mit Brot
Freitagspizza

Gelesen:
"Wisting und der Tag der Vermissten" (Affiliatelink), mal sehen, ob diese kurze Reihe eine solide Überbrückung bis zum Eintreffen meiner Neubestellungen bietet

Gesehen: Vikings endlich mal wieder

Getragen: Jeans, Ringelshirt, Strickjacke, Wollsocken

Stressleveldurchschnitt gestern: 17
Selbstbeweihräucherung: ich mag mein Strategiepaper