Sonntag, Juli 15, 2018

Platt

Heute haben wir zwei Kinderzimmer final auseinandersortiert, 3m Pax mit neuem Innenleben versehen und einsortiert, Wände gestrichen, UNMENGEN LEGO (ich weiss, das sagen alle, aber das Ausrichten einer Brick Live würde mich jetzt steinetechnisch nicht nervös machen) gezügelt, und alles so aufgeräumt, dass nicht nur alle heute einen ordentlichen Schlafplatz haben, sondern auch unsere Putzfrau überall hin kann und probemlos die Böden wischen kann.
Fototauglich ist das alles noch nicht, die Bilder hängen noch nicht wieder und Q.s sehnlichst erwartetes Boxspringbett steht noch in Einzelteilen in der Garage, aber ALTER VERWALTER, ist das toll geworden! Aus einem vollgekruschten Doppelkinderzimmer und einem Erwachsenenschlafzimmer ist ein wunderbar lichtes riesiges Kinderzimmer und ein Teeniezimmer geworden (L. war so süss: "Jetzt hat jeder ein eigens Zimmer, nur ihr zwei müsst euch immer noch eins teilen. Das ist schon ein bisschen unfair")
Ich habe heute über 15 000 Schritte gemacht und dabei nur dreimal das Haus verlassen: zweimal je 10 Schritte zum Nachbarskatzen, -fische, -garnelen und -schnecken füttern, einmal vielleicht 200 Schritte zum Müllwegbringen (incl Einstieg in den Altpapiercontainer, weil ich dachte, wir hätten aus Versehen unsere Koonstauszüge weggeschmissen. Waren dann aber die von jemand anderem. Sehr interessant.)
Die Katzen sind sehr lustig, Jon frisst alles: heute früh Milchchaum von unserer beider Kaffee, dann ein Stück Zopf, Honigmelone, beim Klauen eines ganze Frühstückseis wurde man erwischt und verbannt. Abends ist man leider auf Diebestour unglücklich mit einem Bein in die Schüssel Tomatensosse gestiegen und wurde sehr unwürdig gewaschen. Wegen lautem Knurren beim Schinkenstehlen wurde man vom Tisch verbannt, allerdings erst, nachdem man die Gurken im Salat angeleckt hatte. Beim Kücheaufräumen hat dann keiner damit gerechnet, wie lecker er puren, trockenen Hartweizengriess finden würde. Jetzt gerade beisst er in die Ecke meines Laptops, aber das ist eher nur Show, glaube ich,


Ich bin müdemüdemüde, aber sehr zufrieden und freue mich wie ein Schnitzel auf unsere Familienauszeit (naja, richtige Entspannung ist anders, aber ich kann eh nur langsam runterfahren, da past das) morgen/übermorgen im Europapark! (Auch deshalb wollte ich heute unbedingt fertig werden)


Stressleveldurchschnitt gestern: 28
Selbstbeweihräucherung: got shit done big time.

Samstag, Juli 14, 2018

Exhale

Zu dem vom Arbeiten müden Kopf kommt nach heute noch ein müder Körper, das passt ganz gut.


Ich war noch so im Arbeitsmodus, dass ich um sechs hellwach war, aber mit Kaffee im Bett und Katzenköfpchen zum Kraulen geht das auch in den Ferien gut (die Katzen sind superzutraulich, aber das mit dem gemütlichen Kuscheln können sie noch nicht. Sie bohren fest ihren Kopf in die Hand, werfen sich mit Schwung der Länge nach über einen und wehe, man lässt in der Kraulgeschwindigkeit nach....).
Um neun fuhren wir dann ins Nachbarstädtchen, ein Limango-Paket abholen, Little Ls Schulranzen bei einer Kollegin abholen, Gedöns einkaufen und Wochengrosseinkauf erledigen.
Ach ja: und frühstücken.
Daheim wurde schnell ausgeräumt, Little L. räumte begeistert seinen neuen Schulranzen (Affiliatelink und total voll und ganz selber gekauft) ein, spitzte Stifte, sortierte nach Regenbogenfarben ein, und sein strahlendes: "Ich freu mich so auf den ersten Schultag" erinnert mich sehr an meine eigene Schulzeit. Der neue Schulrucksack ist unglaublich gut durchdacht, problemlos auf die Körpergrösse anpassbar und seit Q. seinen Pack bekommen hat, hat sich in der Entwicklung noch einiges getan. L. hat sich für einen "Match" entschieden, weil man d den Turnsack besser dran machen kann. Ausserdem kann man da jetzt (oder schon immer?) durch einen Reissverschluss noch 5L extra freischalten :-) bzw. den Rucksack ein bisschen kompakter machen.
Ich habe seinen bisherigen Ergobag in die Waschmaschine gesteckt, jetzt trocknet er auf dem Balkon. Er sieht nach drei Jahren intensive Nutzung zwar nicht wie neu aus, aber immer noch so, als würde er noch eine Grundschulzeit locker überstehen. Wenn er trocken ist, mache ich mal Bilder und hoffe, ich finde jemanden, der sich darüber freut.


Ansonsten hat der Hübsche die gelben Wände im zukünftigen Teeniezmmer wieder weiss gestrichen, die Jungs und ich haben im neuen Kinderzimmer die alten Pax-Schränke neu eingerichtet und konsolidiert. Unter anderem haben sie die Verkleidungskiste aussortiert und neben den Dingen, die wir behalten (Ninja, Elbenumhänge, Quidditchumhänge, Römerschwerter und -schilde) haben wir einen Riesensack Kostüme, die ihnen zu klein sind. Je nachdem, ob der Superburschi da Bedarf anmeldet, suche ich vllt nächste Woche noch nach einem Abnehmerkind (so 3-4 Jahre alt) für unter anderem ein Tierarzt-, Zirkusdirektor-, Zauberer-, Indianer*-, Petterson-und-Findus- und einen Wilde-Kerle-Wolfspelz.
Das war alles nicht ultraanstrengend, aber in der Summe und mit den letzten Wochen in den Knochen halt doch .


Morgen gehts weiter, jetzt erst mal grillen


Stressleveldurchschnitt gestern: 23
Selbstbeweihräucherung: Ikea-Bau-Profi, Einräum-, Ausmist-, Ordnungsprofi. Und: nicht umgekippt oder gekotzt, als ich in meiner Nupsinarbe Dinge entdeckt habe, die da nicht hingehören und neben viel Grusel auch 2cm Faden da rausgezogen habe. Aber fast.


*jajaja, ich Weiss.

Freitag, Juli 13, 2018

Jetzt aber endlich

FERIEN!!!!


War noch ein ganzes Stück Arbeit (und ich werde am Mittwoch mal kurz einen Validierungsreport unterschreiben und am 25. wegen Peer Coaching Circle und wenn ich dann eh schon mal da bin, Review von zwei Executed Batch Records für einen Tag den Urlaub unterbrechen, aber für alles andere bin ich jetzt für DREI WOCHEN nicht zuständig.), weil:


Wir haben die Tage in Italien wie die Irren geschuftet (und ich möchte den Kollegen mit dem "Frau Brüllen und ihre Lustreisen" gerne die Ohren langziehen!), wirklich. Erklärt, geholfen, geschimpft,  mit Nachdruck und noch mehr Nachdruck betont, gemeinsam Szenarien entworfen und im Detail überprüft, geschrieben, recherchiert, kontrolliert, diskutiert, nicht nachgegeben, aber trotzdem Lösungen gefunden, und das alles in einem wilden Dreisprachenmix bei 38Grad. Mein Hirn ist müde.

Alles immer blau (bis auf den Koffer, aber der ist vom Hübschen)


Wir haben heute morgen um halb acht gefrühstückt, dann gab es einen Ginseng-Kaffe (pfuäch!)


 und noch zwei Espressi hinterher, viel Wasser, ein, zwei Luxemburgerli und dann um vier ein Sandwich am Flughafen. Ich persönlich rechne mir sehr hoch an, dass ich niemanden richtig unfair zusammengefaltet (oder gefressen) habe vor Hangryness. Gut, der Autovermietungstyp, der natürlich nur seinen Job gemacht hat, als er festgestellt hat, dass die eine Felge verkratzt ist, hat zwar eine Unterschrift auf der Rechnung bekommen, aber ich war nicht wirklich nett und auch nicht einsichtig (klar, jeder sagt, er wars nicht, aber wir waren es wirklich nicht, wir haben die Reifen bei der Übernahme nicht kontrolliert und entweder wars schon so oder die Hotelleute, die in der Garage Autotetris gespielt haben, haben auf Kontakt geparkt.) Ich habe beschlossen, mich nicht drüber zu ärgern, das klappt so mittel.


Ansonsten ist meine Kollegin, mit der ich unterwegs war, nicht nur eine grossartige Kollegin, sondern auch eine grossartige Reisegefährtin. Wir wissen jetzt, dass und wie man die italienische Maut mit Karte bezahlt, immer noch nicht, wie der Alfa-Tankdeckel aufgeht, weil der italienische Tankstellentyp den Spruch mit dem Mann und dem Fischen nicht kannte, wir wissen jetzt, dass die Europcar-Rückgabe in Brindisi nicht da ist, wo das grosse Schild "Return Rental Car" steht, sondern woanders. Und dass eine Runde über den Parkplatz fahren 2.30Euro kostet und eben NICHT 15 MInuten Karenz auf dem Ticket sind.


Hinter der Security gibt es nur noch Sandwiches und Delikatessen, keine Schneekugeln. Schade.
Ich bin in müde und fertig sehr ungnädig gegenüber aufgekratzten, gechillten und Familienstreitigkeiten im Flugzeug austragenden Ferienheimkehrern.
Und als ich dann schon raus war aus dem Flugzeug fand ich die Aussicht auf diese Schlange vor der Passkontrolle (Schengen my ass! 4x Passkontrolle in Brindisi und dann noch in Basel) auch nur so mittel. Aber immerhin bekam ich so noch die Fortsetzung des Familienstreits mit.




Am Ende warteten diese drei Herzchen:




Jetzt: daheim, ausgepackt und, habe ich es erwähnt, FERIEN!!!!!!


Stressleveldurchschnitt gestern: 17 (Garmin, wir müssen reden)
Selbstbeweihräucherung: niemand gefressen.

Donnerstag, Juli 12, 2018

#12von12 im Juli

Jajaja, ich weiss, die eigentlich letzte Italienreise vor der grossen Party war eigentlich schon im Juni, aber jetzt ist halt die allerletzte. (und wir planen unter anderem die Abschlussparty und die wird den Nerven, die wir alle gelassen haben, nur angemessen sein). Ausserdem habe ich meinen ersten Kaffee (und auch den zweiten, dritten und vierten) nicht fotografiert und deshalb gildet das hier eigentlich gar nicht. Dafür kann ich aber mitteilen, dass in Italien "Ginseng Kaffee" der neueste heisse Scheiss zu sein scheint. ÜBERALL wollen sie einem das andrehen.

"Bereit" für einen pickepackevollen Arbeitstag bei 38°C, nach 6 Stunden (immerhin) sehr unruhigem Schlaf, wegen Vorbereiten des Meetings bis Mitternacht und dann einem Zimmer im Treppenhaus neben dem Lift. Man kann sich ja vorstellen, wie leise das ist. Aber ich beschwere mich nicht, ich schlafe woanders immer schlecht. Aber: eins meiner neuen Lieblingsshirts macht mir trotzdem gute Laune

Symbolbild für den Vormittag

Mittagessen in der "Cantina", die aussieht wie eine verlassene Tankstelle

Das war die kleine Auswahl an Antipasti für uns drei Ich bin grosser Burrata-Fan

Stilvoll unterwegs


19:40: Ankunft im Hotel, 20 Minuten zum...

...halbwegs restaurieren, weil: Essengehen mit den Partnern vor Ort

Obligatorische Sonnununtergangsfotos,

die die Kollegen daheim dann immer von "Lustreisen" und "Ah, wieder mal Beachparty" redden lassen.

Tartare di Tonno con Guacamole e irgendeiner Art Cracker

Filetto di Pescatrice con Kruste die patate, caperi, pomodori e Oliven e komischem Schattenspiel vom Handydrüberhalten

Obligtorisches Castello die Svevia bei Nacht (heute gelernt: das ganze Svevia hier, Svevia dort geht auf die Wikinger zurück, die 1100 in Puglia unterwegs waren)




Stressleveldurchschnitt gestern 29
Selbstbeweihräucherung: ich verstehe Italienisch. So richtig und ich habe es nicht mal gmerkt, wann das passiert ist. Heute bei einer der fieseligen Detaildiskussionen sind die Jungs vor Ort dann auf einmal von Englisch auf Italienisch umgeschwenkt, weil ebe: fieselige Detaidiskussionen, ich habe aber alles verstanden und einfach mitdiskutiert und geantwortet (auf englisch, aber tja nun). Ansonsten: AAAAAAAAlter,das wird jetzt auf den letzten Drücker genauso eng wie bfürchtet und wir klotzen alle echt ran, um das gebongt zu kriegen. Parallel war da heute auch noch AIFA-Inspektion, wir waren beim Abendessen alle so müde, dass uns fast die Köpfe auf den Tisch gefallen wären.


Die restliche #12von12 finden sich übrigens bei Caro Dachte ich. Ist aber gar nicht so. Hm.

Mittwoch, Juli 11, 2018

Ferienvorgeschmack



Weil wir heute wegen Ankunft erst nach 18:00 sicher nicht mehr auf die Site gehen würden, habe ich mich mal passend zur Easyjet-Feriendestination-Reisegruppe gekleidet

Schon im Zug und noch mehr im Flughafenbus wurde deutlich: Schulferien.

Ich habe allerdings keine Ahnung, wo die alle hin verschwunden sind, weil Check-in und Sicherheutskontrolle war im Nullkommanix erledigt.

Bei der Autovermietung mussten wir beide grinsen: wir sind jetzt als zwei Blondinen in einem Alfa Giulietta unterwegs. Wenn das Autschgerl noch rot und ein Cabrio ware, wäre das DAS Italienstereotyp in meinem Kopf. Aber auch in blitzeblau metallic geht das ganz gut.

Altbekannte Aussicht. Diesmal Zimmer im Treppenhaus neben dem Lift. Well.

Stressleveldurchschnitt gestern: 29
Selbstbeweihräucherung: nicht durchgedreht, als ich am Flughafen mein heiliges Excelfile öffnen wollte und es erst hiess: "File may be corrupt, please check" und dann "File has been deleted by another user". War nämlich beides nicht wahr.

Dienstag, Juli 10, 2018

Running on Reservekanister

Mein Tagesablauf heute:
5:45h Wecker, dann Aufstehen, Anziehen, Schminken, Katzenfüttern, Katzenklo saubermachen, Nachbarskatzen füttern, Nachbarsfische und -garnelen füttern, Kaffee runterstürzen, Banane gegen Unterzucker essen, losssausen, um um
6:55h den Bus zur Arbeit zu erwischen.
7:10h - 8:33h Arbeit an dem gestern abend kurz vor Mitternacht geschickten Dokument aus Italien, dann lossausen, um um
8:43h die Tram zum anderen Standort zu erwischen. Dort schnell aufs WC und gegen ganz krassen Unterzucker ein Laugengipfli in der Cafeteria kaufen, noch kauend um
9:00h ins Groupmeeting sausen, leider ohne Kaffee, weil da war Schlange. Bis 10:00h Groupmeeting, dabei unter dem Tisch auf den Smartphone Nachrichten mit dem Italienteam austauschen über den Stand des Reviews verschiedener Dokumente
10:02h bei einem schnellen Check mit der mitvortragenden Kollegin feststellen, dass das Townhall-Team die falsche Version unserer Präsentation hochgeladen hat (Automatische Conversion to Google slides gehört verboten!), schnelle Änderung, abschicken, und lossausen, um um
10:20h im Auditorium zu sein, für den Fall, dass wir für den Vortrag verkabelt werden müssen. Müssen wir nicht, weil "Wir sind eh nur wenig, ihr braucht auch nicht auf der Bühne stehen und die hören euch auch so." Die 3. Kollegin merkt 3 Minuten vor Start, dass Google auch ihre mit Liebe, Geduld und Spucke kreiierten Animationen zerschossen hat. Bis zum Schluss ist unklar, wieviel Zeit jede von uns und auch wir alle zusammen für den Vortrag haben und alle sind ein bisschen genervt.
10:30 - 12:00 Townhall-Meeting mit unserem Vortrag, soweit so gut, ich hatte damit gerechnet, dass ich auf dem Monitor vor mir die Slides sehen würde, nicht nur hinter mir auf der grossen Bühne, deshalb wandere ich rückwärts immer weiter Richtung Wand. Immerhin keine Bühnenkante zum Runterfallen.
12:00 - 12:20: Networking Lunch, ich erkläre zwischen zwei Bissen Laugenzopf und einer Cola Zero nochmal genau das, was ich im Vortrag schon erzählt habe, weil manche Kollegen gar nicht glauben können, dass wir wirklich so grosse Mengen produzieren. Tja. Eigentlich ware der Lunch bis halb zwei, aber in der Zwischenzeit kam noch ein Italiendokument, ich sause also zurück an einen Schreibtisch.
12:23h Mein Oberchef kommt und fragt, ob alles ok wäre, und warum ich so schnell gegangen wäre  und ich solle es nicht persönlich nehmen, dass er gesagt hätte, ich hätte das vielleicht zu detailliert für das Publikum erklärt. Ich versichere ihm, dass ich das nicht persönlich nehme und weiss, dass ich einen Hang zu zu viel Detail habe und gedacht hatte, das auf dem Level "Ich erkläre es meiner Oma" gehalten zu haben, aber vielleicht war das nicht so, und gegangen wäre ich nur, weil ich unbedingt das Italienzeug fertig bekommen muss. Dann sagt er, dass man wirklich merkt, dass mir das Projekt am Herzen liegt und dass ich die Kollegen von der irischen Site, die geschlossen wird sehr mag und dass ich sie wohl ganz schön vermissen werde. Gottseidank steht er da auch schon wieder auf und merkt nicht, dass mir da spontan ein bisschen Tränen in die Augen schiessen, weil das sehr, sehr wahr ist, ich da aber grad gar nicht drüber nachdenken kann, weil ich das Zeug fertigmachen muss, weil ich dafür ganz, ganz sicher nicht meine Ferien unterbrechen oder verschieben möchte, weil ich klapp sonst zusammen. Und mittlerweile bin ich mir sicher, dass wir aus irgendwelchen Gründen beide bei unseren sozialen Interaktionen schwimmen und beim hilflos strampeln dem andern aus Versehen immer wieder mal eine mitgeben.
13:05h Mein direkter Chef kommt und strahlt "Das war super, da hast Du echt deutlich gemacht, dass ein Prozess bei uns halt was ganz anderes als ein Bioprozess ist, die haben ganz grosse Augen gekriegt!" Ich denke mir: ja, hm, vielleicht hätten mir Chef und Oberchef vorher sagen sollen, was den genau der Zweck des Vortrag ist. Klotzen, erklären, storytelling? Ist jetzt ja wurscht, ich weiss für mich, dass es nicht grossartig war und zwar nicht wegen zuviel oder zuwenig Detail, zu aufgeregt oder was auch immer, ich war einfach nicht so gut vorbereitet wie sonst, hatte dringendere Dinge im Kopf und was rauskam, war ein Vortrag, der einfach nicht ... witzig oder unterhaltsam war. Und ich war das auch nicht und das ist schade. Aber tja nun.
13:30h Kick-off für ein ganz neues Produkt, mit teils altbekannten, teils neuen Gesichtern. Das wird sehr spannend!
15:20h: wir sind ein bisschen eher fertig, ich merke, dass ich erst einen Kaffee heute hatte und es vielleicht daran liegt, dass mein Kopf pocht und mir auf die Tischplatte zu sinken droht. Bis
16:00h beende ich alle Italienreviews mit zwei Bechern Kaffee, dann treffen wir uns intern, um unsere Kommentare vorzubesprechen. Läuft soweit, ich muss eine Sache noch recherchieren. Eigentlich möchte ich den neu eingeführten letzten Shuttle um 17:00 heim nehmen, aber der ist laut App 34 Minuten verspätet, also laufe ich (mit den schönen, aber unbequemen und schon eine Blase gescheuert habenden Pumps) zum Bahnhof und fahre mit der vollen, lauten S-Bahn heim.


Ich erwarte, daheim von "Mami, schau, Mami, guck, Mami dürfen wir...?" total gestresst auszuticken, aber .... irgendwie ist es ganz anders. Ich freue mich, die Jungs und die Katzen zu sehen, wir erzählen uns von unseren mit ganz verschiedenen Dingen ganz vollen Tagen, füttern gemeinsam die Nachbarskatzen, bereiten gemeinsam eine schnelle Brotzeit vor, haben gemeinsam viel Spass dabei, den Katzen zu erklären, dass Fleischkäse, Salami, Melone, trocken Brot, Mozzarella, Mozzarellalake, verdünne Mozzarellalake im Waschbecken und auch leere Mozzarellaverpackung NICHT für sie gedacht ist, mein Kopf hört auf zu pochen, die DEADLINE-Uhr tickt nicht mehr so laut. Nach dem Abendessen ist der Koffer binnen 10 Minuten gepackt (ich habe es oft genug gemacht und nachdem die Kollegin und ich beschlossen haben, unsere Olivenölvorräte aufzufüllen und deswegen eh mit aufgegebenem Gepäck reisen, muss ich nicht mal knapp kalkulieren und die ganzen Reisegrössen an Kosmetika raussuchen), ich lese L. vor, die Jungs fangen an, das Fussballspiel zu gucken, ich dusche entspannt und schreibe nur noch eine einzige, ganz kurze Email, weil die das  komplizierte Telefonat von gestern zusammenfasst, ich mir das kaum merken kann und es zeitlich so dringend ist, dass es ganz sicher nicht bis nach meinen Ferien warten kann.


Und so stressig und irre das alles klingt (und sich einen Grossteil des Tages auch angefühlt hat), finde ich es wunderschön und auch sehr beruhigend, wieviel Kraft und Ruhe ich aus dem (objektiv gesehen überhaupt nicht) ruhigen Hafen meiner Familie ziehen kann. Und ich plane, dort die nächsten drei Wochen ganz fest zu ankern, ich habe einiges aufzuladen.




Und zum versöhnlichen Abschluss noch ein paar Katzenfotos von heute morgen:


Heute morgen wurde das Bad im Waschbecken wiederholt

Hm. Hm. Hm
Ich finde, das sieht so niedlich aus, als ob er ihr eine Blume reichen würde (und nicht so, dass sie beide wie irre nach den Blüten hakeln und man jederzeit damit rechnet, dass was fliegt)




Stressleveldurchschnitt gestern: 26
Selbstbeweihräucherung: soooo schlecht war mein Vortrag heute nicht, halt nicht so gut, wie er hätte sein können. Was ich aber echt gut fand, war meine tatsächlich spontane Antwort auf die Frage (vor dem Vortrag) meines Oberchefs: "So, what are you going to do with all your free time, once this transfer is over?", nämlich "Well, I will most probably feel like falling into a very deep hole, but I am very confident, that on the bottom of this hole I will find my life, my family and maybe even some not work related social interaction, so bottomline: I will manage it."



Montag, Juli 09, 2018

Ferien. Kinda

Unsere Nanny hat zwei Tage frei, die Kinder auch, der Hübsche und nicht. Was früher nahezu undenkbar gewesen ware, ist heute kein walk in the park, aber machbar. Heute mache ich Homeoffice (nicht frei, weil ich echt noch viel zu tun habe vor meinen Ferien), und das geht echt recht gut, weil ich dank der Katzen, die morgens um 5:10h lautstark drauf aufmerksam machten, dass es schon hell, das restliche Futter im Napf unakzeptabel und man selber unterstreichelt wären, sehr früh wach war, die Kinder gestern sehr lang wach und ich somit bis ca 10 ganz allein (mit Kaffee und Katzen) im Wohnzimmer einen Validierungsreport reviewen konnte, Minutes fertig stellen, meiner Excelliebe frönen und sowas. Effizienter als manches Mal im Büro. Und weniger chic angezogen

Man muss aufpassen wie ein Haftlmacher!


Langsam trudelten die Kinder nach unten (sie hatten im "neuen" Zimmer gut geschlafen), ich brauchte eh eine Pause und holte uns frische Gipfeli (und einen neuen Klodeckel), die wir auf der schattigen Terrasse verdrückten.


TC mit Italien für anderthalb Stunden im klimatisierten Dachbüro, während die Kinder sich anziehen, zähneputzen, eincremen (in sinnvollerer Reihenfolge) sollten, bevor sie, wie sie es nennen, "freie Medienzeit" hatten, bis ich fertig war mit gemeinsamem Düpflischisse mit meiner Kollegin.


Mittagessen, die Kinder verdauen, baden im Planschbecken, überlegen, spielen mit den Katzen, ich telefonkonferenze noch ein paar Mal, das geht erstaunlich gut. (und hey: auch noch erfolgreich, weil jemand in San Francisco genau die Leute kennt, die (oder besser: deren Expertise) ich seit einem halben Jahr suche.)




Am Abend übernimmt der Hübsche und ich gehe mit meine zwei Italienprojektkolleginnen den hart verdienten Zwischensieg feiern.




Sonst so: Sansa ist heute morgen, als ich mir das Gesicht wusch, ins Waschbecken gesprungen und hat begeistert unter dem warmen Wasserstrahl gebadet. Also: ganz. Mit Kopf drunter und hinterher aussehen wie ein nasser Lappen. Jon war sehr interessiert, dann schockiert und beobachtete aus sicherer Entfernung.
Als ich das heute der Tierärztin beim Impftermin erzählte, meinte sie: "Ach, auch vom Fell her könnte da ein Schlag Maine Coone drin sein, die mögen Wasser noch ganz gern." Das war auch ganz praktisch, direkt danach, weil... tja. Ich dachte mir noch: "Langsam wird es in der einen Transportbox zu eng für die beiden", da hat auch schon einer der zwei in den drei Minuten Autofahrt vom Tierarzt bis heim einen weichen Stresshaufen abgesetzt und.... tja. Mit einem langhaarigen teils-Maine-Coone-Schwanz lässt sich das auch viel gleichmässiger und grossflächiger in Kiste und auf Katzenfell verteilen. Und auf dem Fell des Bruders (wobei: ich weiss natürlich nicht, wer den Haufen produziert hat).
Daheim zeigte sich dann das Ausmass des Desaster. Freunde gehobenen Autorenkinos erinnern sich sicher noch an den Golgothan? So in etwa. Ein bisschen kleiner, aber dafür zwei davon. Und sehr schnell. Und mit Krallen. Ein Grossteil des morgendlichen Badespasses kam übrigens von der Freiwilligkeit und Jon mag es wirklich absolut überhaupt gar nicht.




Grössstenteils gebadet und nur noch leicht müffelnd.








Stressleveldurchschnitt gestern: 18


Selbstbeweihräucherung: das ambitionierte Programm und mehr geschafft, dabei nicht mal beim Kackorama ausgeflippt. Und die Kinder wirkten auch nicht vernachlässigt oder auch nur unzufrieden