Freitag, November 24, 2017

Lilalaune am Abend

Ich bin wieder daheim! Und sogar mein elaborierter Plan "Der Flieger landet um 11:55, das grosse Kind hat um 12 Schule aus, das geht sich aus!" ging super auf, erstens, weil das Kind ja gross ist und einen Hausschlüssel bedienen kann, und zweitens, weil der Flieger ("Welcome back to Switzerland!") 25 Minuten vor Plan landete und ich noch eine Bahn eher als die SBB-App vermutete bekam und so nur 15 Minuten nach K1 zu Hause war.
Das Telefonat dafür war grosses Kino:
*ringring*
K1: "Hallo?"
Ich: "Hey, hallo, K1, schon daheim? Dann hat ja alles mit dem Schlüssel geklappt! Ich bin schon in der S-Bahn, eine Station vor daheim, ich bin spätestens in 15 Minuten zu Hause. Ich freu mich auf dich! Alles klar?"
K1: "Ja, tschüss."

Ich frage mich, wann bei mir die Telefoneritis eingesetzt hat.... (es war eine vorübergehende Sache.)



Ah, nochwas: ich habe heute das erste Mal beim Anflug auf den Euroairport zwar nicht Basel und den Elfenbeinturm gesehen, sondern unser Dorf. Unser Haus, des Hübschen Arbeitsplatz, die Schule und so weiter. Cool, irgendwie!








Ach ja: und neben der obligatorischen Schüttelkugel für L (wegen: ich war schon 1000mal in Rom am Flughafen heute eine Caffetera mit Schnee und Glitzersternen) gab es für die Kinder "Mittagessen" und ich bin offiziell die beste Mami der Welt. Heute. Hier.

Sushi für Little Q.


Für Little L.





Sonst so:
 Der Jawl hat seinen Kommentar zu meinem SEO-/Kommerzialisierungsrant nochmal ausformuliert und ach, sehr, sehr schön! (Schachtelsätze: my love, Tippfehler: das ist alles die Schuld der US-Autokorrektur, die ich auf dem Laptop nicht ausschalten kann).


Little Q. hat mit "Ein Lied von Eis und Feuer" angefangen und ist nach  7 Kapitel überzeugt, dass er jetzt alle Hauptdarsteller kennt. Hihi. Ausserdem:
(Er wusste es schon immer)


Donnerstag, November 23, 2017

Heimwärts

So, ich habe meine irischen Kollegen mit jeweils drei Küsschen (mental bin ich schon wieder in der Schweiz) verabschiedet, habe das Auto (ich alle hätte schwören können, wir hätten ein schwarzes gemietet, aber zack am zweiten Tag war es silbern, die anderen behaupten, es ware von Anfang an so gewesen) zurückgegeben, für Ostia Antica hat es nicht gereicht, weil es schon stockdunkel ist, jetzt werde ich gleich ganz allein im Hotelrestaurant was essen gehen und mit einem Aperol Spritz an der Hotelbar (das klingt jetzt verruchter als es ist :-)) mit mir ganz allein auf die fast schon erfolgreich zu nennende Reise anzustossen.
Auch wenn ich das Produkt nämlich nicht aus dem Trockner habe rieseln sehen, habe ich es live kristallisieren sehen und das ist auch etwas sehr schönes.
(Netter Nebeneffekt: als wir uns dann da vor dem Kessel alle ganz fest auf die Schultern geklopft haben und ich einen kleinen Freudentanz gemacht habe, da sagt der italienische Plant Manager: "Ah, one thing, I forgot to mention: our operators, engineers and all of us are not used to women in the plant, so I hope you forgive them stopping by all the time and starring at you." Und ich dachte mir die ganze Zeit noch "Aaaaaalter, laufen da viele Leute rum. Und ja , das Projekt ist für mich ein riesiggigantischunglaublich wichtiges, für unsere Firma auch nicht zu vernachässigen, aber soooooo spannend, dass die alle Ingenieure, Fremdhandwerker, sämtliche Operator und Schichtleiter in den Kessel  gucken müssen und mir alle mal ihre Taschenlampe leihen, hätte ich es jetzt für unsere Partner nicht eingeschätzt. Tja.
Wir haben dann also irgendwann dem Batch Arrividerci gesagt, uns versichern lassen, dass mir Analsenresultate sofort getextet werden und uns diesmal bei der Routenplanung gleich nur auf Google Maps und, ganz verrückt, Strassenschilder verlassen. So schwer ist das nämlich nicht: Gradeaus bis Pescara, dann links, wenn da "Roma" steht und dann irgendwann, wenn man glaubt, man ist fast da, weil man schon 3456 Schilder zum Flughafen gesehen hat, sind es nur noch 50km.

 
Ich habe versucht, auf die Bedürfnisse meiner introvertierten irischen Kollegen Rücksicht zu nehmen (das und dass sie gefühlt tagelang ohne Essen aushalten können, macht Reisen mit meiner anderen Kollegin ein bisschen angenehmer :-), ich musste irgendwann sagen: "Sorry guys, but I have to get something to eat RIGHT NOW or I will pass out.") und auch mal nix zu sagen und habe irre viele Geschichten nicht erzählt, obwohl sie thematisch, landschaftlich oder sonst irgendwie echt gut gepasst hätten
  • Dass es durchaus möglich ist, mit ein bisschen Vorarbeit (zB Merkblätter lessen) binnen 30 Minuten zwei Pässe beim Konsulat zu beantragen (danke, Hübscher!).
  • Dass uns irgendein Arschkrampen einen Nagel in den Tesla-Reifen gedrückt hat.
  • Wie wir damals in Island auf einmal gemerkt haben, dass es einspurige Tunnel mit Gegenverkehr gibt.
  • Wie oft es Erdbeben in Basel hat.
  • Dass es einen Vogelknopf am Elfenbeinturm gibt (das habe ich dann doch irgendwann erzählt)
  • Welches Buch (Affiliatelink) ich gerade lese und dass es der Hammer ist und ich mir die ganzen Netflixsachen umsonst runtergeladen habe, weil ich NUR LESEN WILL!
  • Wie ich mir mit zwei den Kopf aufgeschlagen habe.
  • Wie mal ein abber Finger im Dormicum gelandet ist (das habe ich vor allem nicht erzählt, weil ich glaube, dass ich es auf der Hinfahrt schon erzählt habe).
  • Wie mein erster Chef das Wildschwein mit dem Hornbachlaster überfahren hat (oh, das habe ich hier auch noch nicht erzählt, merke ich bei der Suche)
  • Wie L. dachte, dass wir Menschenfleisch essen würden (das habe ich gestern und vorgestern beim Abendessen schon nicht erzählt).
 
Das war nicht leicht, ich sags Euch....

Mittwoch, November 22, 2017

Oder doch

Ach ja. Ich hadere einerseits, weil wir, um das zu sehen, warum wir eigentlich gekommen sind, nicht lang genug hier sein werden (Ich wollt ja die jubelnde Mail nach Hause schreiben: "Ich habe das Produkt aus dem Trockner in die Fässer rauschen sehen, es ist alles gut"), weil es eben schon hakt. Dann aber war es natürlich gut, dass wir für die unvorhergesehenen Probleme hier vor Ort waren. Tja nun. Nachdem wir eigentlich einen "Heute gehen wir aber nicht, bevor wir nicht da und da sind und wenn es bis 22:00h dauert"-Tag einlegen, aber dann ging wieder was nicht und es zog sich, bis das gefixt war und so wird es eh morgen, bis das passiert, was wir heute durchdrücken wollten. Da haben wir dann irgendwann gesagt: "Wisst ihr was, Essigester beim Destillieren zuschauen, das müssen wir nicht, das kennen wir. Wir kommen morgen wieder." und zack, hatten wir die Anlage verlassen und es war noch hell!
Und weil ich ja meine Sportklamotten schon mitgeschleppt hatte und es echt so wunderschön draussen ist und ich nach der ganzen Rumsteherei in der Anlage (hier haben sie keine "Nicht draufklettern"-Schilder an den Reaktoren und auch kein dünnes Aluminiumblech als Abdeckung, das gleich eindellt, sondern ... nix und so kann man sich, wenn man wie ich total friert, weil alles offen ist und man so schlau war, nur dünne Shirts mitzunehmen, weil es in der Anlage doch immer warm ist und man hat ja noch den Kittel an (Pustekuchen! So ein dünnes Gazemäntelchen!) gemütlich draufsetzen und den Rücken und Hintern wärmen, während unter einem 6000L Essigester aufgekocht werden. Sie haben allerdings auch keine "Achtung, heiss"-Schilder und wenn stattdessen Toluol kocht, sind das 130Grad Manteltemperatur statt ca 80 und da kann man sich ganz schön die Pfoten verbrennen)) ein bisschen Bewegung brauchte, habe ich mich mit massager Begeisterung an den Strand zum Rennen begeben. Es war schon schöner als bei uns daheim, aber halt immer noch Rennen und deshalb nicht toll. Obwohl es so aussieht.

Morgens der Blick aus dem Fenster




Immer am Wasser lanng

Bis es nicht mehr weitergeht


War so .... mittel. Aber draussen. Und frische Luft, wenn man an der Kläranlage vorbei ist.

Dienstag, November 21, 2017

Lessons Learned

Ich glaube nie wieder einem Navigationssystem ausser Google Maps. Das auf "Fastest Way" eingestellte Navi des Mietautos wollte, glaube ich, unten rum um den ganzen Stiefel fahren und auch, als sich unsere (well, Google Maps und seine) Route kurz vor dem Ziel wieder trafen, wollte es uns immer noch über kleine serpetinenlastige Feldwege führen. Aber immerhin haben wir unserem Arbeitgeber ca 23.80€ an Mautgebühren gespart, viel Adrenalin produziert und gelernt, dass doppelte durchgezogenen Linien in Süditalien nur als Anhaltspunkt und keineswegs als verpflichtend angesehen werden.


Der Unterschied zwischen dem Besuch mit Businessmenschen dabei und allein zwischen Produktionsleuten ist: es gibt in letzteren Falle eine Begrüssungsumarmung mit Bussibussi, dann geht es direkt aus dem Auto nicht in ein Restaurant oder zu einer Vorstellungsrunde, sondern direkt in den Betrieb zum steckengebliebenen Rührer. Mein Lateinlehrer ware stolz auf mich, wie ich den nur italienisch sprechenden Schichtleiter 15 Grad extra für die Mantelheizung rausgeschwatzt habe... Ansonsten waren wir ohne unseren normalen Kontaktmann (desse neues, deutsches Dieselauto kaput war und er deshalb indisponiert) dann doch etwas lost in translation.


"So, the agitator is stuck. How far below the first set of blades is the second set?"
"Second set? No second set"
"Hm, as we are able to see the first set of blades above the surface, the stirrer can't be stuck, if there is no second one. But... it is stuck, you said?"
"Yes."
"..."
"..."
"..."
"Look, here, this reactor looks the same, here you can see the stirrer"
"But it has a second set of blades."
"Yes, of course."
"..."


Nun ja. Um acht und damit 10.5 Stunden nach der letzten Mahlzeit war alles gerettet :-), ich kutschierte uns zurück in die Hotelgarage und um neun sassen wir ganz für uns in einem Restaurant mit einer Playlist direkt aus den frühen 90ern. Wegen Fischallergie eines Kollegen übrigens ganz ohne rohen, gekochten gebratenen, lebendigen Fisch :-).


Für italienische Verhältnisse waren wir unglaublich schnell fertig mit Essen und so lag ich um halb 12 im Bett. Und wenn ich schon in Hotelbetten nicht gut schlafen kann, ist es doch ziemlich schön, zu Meeresrauschen nicht zu schlafen.


Heute dann: 12 Stunden im Betrieb, viel Warten, Toluol durch strenge Blicke zum Kochen bringen, mich innerlich ganz ruhig drüber freuen, dass ich das kann, dass ich das mag und dass meine ursprüngliche Angst, als blonde Frau vielleicht von den süditalienischen Herren des zum Teil durchaus rustikaleren Schlags nicht ernst genommen zu werden, sich im Lauf des Projekts als total unbegründet herausgestellt hat und dass das nienienie auch nur unterschwellig ein Thema war.


Es gab einiges an "Mamma mia" und sogar "Dio mio", aber letzten  Endes sind wir da, wo wir hinwollten. Es wird und über der allerersten Pizza (ich bin seit über einem Jahr in diesem Italienprojekt und es gab NIE Pizza) mit den irischen Kollegen haben wir beschlossen, dass wir morgen darauf drücken werden, dass jetzt noch ein Zahn zugelegt wird.
Soviel zu meinem Plan, zwischen Arbeit und Essen doch vielleicht mal im Städtchen bummeln zu gehen..... das werde ich wohl auf den Flughafen in Rom verschieben müssen.

Montag, November 20, 2017

Deep Dive

Heute um 3:43h bin ich aus einem sehr intensiven Traum aufgewacht.
Ich war auf einer Art .... Workshop, wo man verschiedene Aktivitäten erlernen konnte oder einfach auch nur machen konnte, wie in so einer Art Abenteuercamp.
Ich hatte mir etwas herausgesucht, wovor ich ziemlich Angst hatte, von dem ich aber wusste, dass es, wenn ich es den könnte, mir unglaubliche Freude bereiten würde. Und zwar war das eine Art Sprungbrett mit Trampolin am Ende am Rand einer Schlucht, von dem man mit Schwung runterspringen würde und dann in perfekt gestreckter Flughaltung in den Abgrund gleiten würde (nix Wingsuit oder Fallschirm oder so, einfach nur so). 17m.
Ich hatte deswegen Schiss, weil ich bei Sprunbrettern immer Angst habe, schon seitlich runter zu plumpsen, bevor ich vorne angekommen bin, und weil ich mich daran erinner(t)e, wie ich mir beim Trampolinspringen seinerzeit bei einer ähnlichen Aktion zwei Wirbefortsätze angebrochen habe.
Ich wollte es aber unbedingt lernen (bzw. können, das sind ja genaugenommen zwei unterschiedliche Dinge), weil ich mich daran erinner(t)e, dass das Gefühl beim Anflug beim 3/4-Salto vorwärts beim Trampolinspringen zu den schönsten Erfahrungen gehört, die ich in meinem Leben so gemacht habe. (und die Wirbel habe ich mir beim 1 3/4-Salto angebrochen und nur, weil ich die Augen zugemacht habe).
Also liess ich mir von dem Sprung-Guide (der noch dazu aussah wie Jon Snow) alles erklären (ja, ich fand es schon seltsam, dass es keine Sicherung gab, und niemand sagte "Keine Sorge, es kann nicht passieren", sondern: "Wenn Du zu früh einknickst, dann rauschst Du mit 80km/h Kopf voraus nach unten, das ist dann nicht gut".


Ich bin, untypisch für so einen Traum, nicht in der Zehntelsekunde nach dem Absprung aufgewacht, sondern (danke, Katze) während ich noch ein letztes Mal alle Instruktionen durchging.
Erst war ich ein wenig enttäuscht, dass ich das Fluggefühl nun nicht mit in den heutigen Tag nehmen können würde, dann aber fiel mir ein, dass Jon Snow nie explizit erklärt hatte, ob unten nun Wasser oder eine Matte oder ein Trampolin war und das ist ja für die Art des Auftreffens essentiell. Niemand will (mit 80km/h) Kopf voraus auf den Boden oder ein Trampolin knallen, aber eingeklappt auf dem Rücken möchte man nicht auf dem Wasser landen.
Insofern: nicht das Schlechteste, dass ich aufgewacht bin.


Und nein, Sie brauchen sich nicht als Hobbtraumdeuter anbieten, das ist ja nicht sonderlich schwer in dem Fall (nachdem ich gestern im Traum schon Zug und Flugzeug verpasst habe und das Mietauto ... verloren habe).

Sonntag, November 19, 2017

Ein fauler Sonntag in der Familie-Brüllen-Version

Faule Sonntag sind ja so ein bisschen unsere Endgegner hier. Jeder freut sich drauf, jeder hat in seinem Kopf Pläne, was man alles (nicht) machen möchte, dann fängt man unendlich gemütlich an und sandelt hier, sandelt da und zack ist Abend und die Enttäuschung gross, weil man doch noch Mario spielen, Mittagsschläfchen machen, ein, zwei Bücher lesen wollte und es ist noch nicht mal der Kinderzimmerboden aufgeräumt.
Das ist ja nun das denkbar schlechteste Ende für ein eigentlich entspanntes Wochenende und ein sehr blöder Start in eine wie immer vollgepackte Woche.

Und so haben wir letzte Woche (oder vorletzte Woche?) damit angefangen, beim Sonntagsfrühstück eine Liste zu machen, wer was machen möchte, wie viel Zeit das braucht, was man gleichzeitig machen kann, wann man was spätestens anfangen muss, damit um (hard stop aus Gründen) 19:00h das Abendessen auf dem Tisch steht und um 20:00h die U20 Mannschaft im Bett ist (gerne noch wach mit Buch, aber eben.).

Das klingt jetzt nach einem MS-Project-Masterplan, aber noch (und, liebe Familie, wenn das irgendwann nicht mehr reicht, dann können wir das beliebig formalisieren!) reichen zwei Zettel mit Notizen und jeder weiss, was gemeint ist.



Ich weiss nicht, ob alle so viel Befriedigung draus ziehen, erledigte Punkte abzuhaken und die "To Dos", so angenehm sie grösstenteils auch sein mögen, schwinden zu sehen, wie ich, aber was solls... 
Ich sitze im Onesie frisch geduscht mit immerhin schon ablackierten Nägeln nach einem ausgiebigen Saunanachmittag vor dem Computer, die Koffer und Schultaschen für morgen sind gepackt, die Wäschekörbe leer, das Fotobuch so weit, wie es halt sein kann (Januar bis Oktober ganz fertig, November halb), die Essensliste für die Party und die Backliste für die Plätzchen steht, die Kinder kuscheln auf dem Sofa vor den letzten 30 Minuten "Harry Potter und der Halbblutprinz" (es gilt immer noch die Regel: Wer das Buch gelesen hat, darf den Film schauen. Als nächstes plant Q. übrigens "Ein Lied von Eis und Feuer" zu lesen und es könnte sein, dass ich qua Elternveto diese Regel dann einfach kippe.), der Hübsche ist seine tausend Kilometer gerannt und gleich werden wir gemeinsam Moules frites produzieren.

Das war ein ganz, ganz tolles Wochenende. (Habe ich erwähnt, dass es gar nicht soooo doof war, das daheim und nicht bei Regen in Süditalien pendelnd zwischen Hotel und Produktionsbetrieb zu verbringen? Morgen hört da nämlich der Regen auf.)

Samstag, November 18, 2017

This time of the year

Morgens von Kaffee ans Bett geweckt worden. Ein bisschen früh, ich hätte tatsächlich noch länger als bis halb neun schlafen können --ich habe einiges aufzuholen und schlafe meist so schlecht, dass ... nun ja--, aber das Fitdingsi vom Hübschen befand, er hätte lang genug geschlafen und mal ehrlich? zu Kaffee sage ich nie nein.


Little L. war (wie immer) schon lange wach. Er sass unten auf dem Sofa mit seinem Kindle und las und las und las (gestern abend war kurz vor "Kind, jetzt ist Schlafenszeit und zwar wirklich und in echt!" Dumbledore getötet worden, deshalb musste er schnellstens wieder aufstehen und Band 6 fertig- und Band 7 (beides Affiliatelinks) anlesen).



Nach dem obligatorischen ausgiebigen Samstagsfrühstück packten Little L. und ich das Geburtstagsgeschenk für den Kindergeburtstag ein, er suchte sich aus unserem Fundus eine Karte aus (er hat eine mit ganz niedlichen Hunden und Katzen gewählt von der Schweizer MS Gesellschaft, ich musste direkt an Katarina denken) und schrieb sie ganz pragmatisch mit Bleistift, weil der grade da war.


Danach packten wir uns warm ein, incl Gummi- oder Winterstiefel und Arbeitshandschuhe und erledigten zusammen die herbstlichen zwei Stunden Gartenarbeit, die unser handtuchgrosser Reihenhausgarten pro Jahr erfordert. Wir haben also mit mehr Elan als Sachkenntnis die Rosenbüsche zusammengeschnitten, die vertrockneten Stauden und Kräuter aus den Beeten entfernt und insgesamt drei Ladungen Grünschnitt zur Mulde gebracht (wie so Vorstadthipster btw auf dem Longboard). Im Frühjahr braucht der Garten nochmal zwei Stunden Pflege, das ist alles und das ist auch gerade so viel, dass es Spass macht und nie mühsam wird.
Die noch schönen Salbei- und Rosmarinabschnitte habe ich total lifestylemässig in der Küche aufgehängt. Mit grauweisser Wurstkordel. Als nächstes wächst mir vermutlich ein Mediakit :-).




Zerkratzt und ausgekühlt teilten wir uns auf: der Hübsche ging mit Q. in den Baumarkt, er möchte nämlich einen Gehörschutz für die Schule (je nachdem gibt es die zur freien Bedienung, in seiner aktuellen Klasse aber halt nicht.), ich bracht Little L. zu der Kindergeburtstagsfeier.


Wieder daheim gab es für die verbliebenen drei erstmal die Reste vom Freitagskuchen, dann machte ich mich (es ist absolut die Jahreszeit dafür) daran, einen grossen Top Skifahrsuppe zu kochen (incl ein bisschen Abweichung vom Rezept, weil keine Dose Bohnen im Haus, nur getrocknete, und ausserdem musste noch ein Rest Mais und Kürbis weg), dazu parallel noch einen Zopfteig angesetzt (ein bisschen mehr als sonst, weil ich einen Teil mit Speckwürfeln verknetet Little Q. als zukünftiges Stockbrot zur Nachtübung der Pfadfinder mitgebe.
Erkennen Sie das Farbkonzept Pulli/Kochlöffel/Suppe? Ich Designfuchs.


Dann geht es (das ist für mich der pure Luxus) in die Badewanne, total dekadent mit einem Glas Sekt Orange (was für mich lange den Muff von Doktorfeiern im Institutskaffeeraum mit Neonlicht und es ist noch morgens und danach ist der Tag gelaufen hatte, schmeckt eigentlich sehr lecker, besonders seit ich es in einem unserer USA-Trips in Pacifica Breeze zu "Mimosa" um-gebrandet habe.).


In einer letzten Runde ausser Haus für heute geht es für mich das innerlich mit Nudelsuppe, äusserlich mit Skiklamotten warmgehaltene grosse Kind zu den Pfadfindern bringen, im gleichen Rutsch das kleine Kind vom Geburtstag abholen. Heim, Suppe essen, Zopf in den Ofen, kleines Kind ins Bett, grosses Kind abholen (um 22:00h, eine schöne Vorschau auf Teenie-Party-Abholdienst), schlafen. Ausschlafen.