Dienstag, September 18, 2018

War was?

Ich Fuchs habe übrigens gestern beim Zwetschgenmuseinkochen den Ofen auf 125°C Umluft gestellt und da war das Mus dann auch schon nach knapp 5h fertig. Ich habe also um halb eins Gläser sterilisiert, heisses, klebriges Zwetschgenmus püriert (L. und ich mögen keine Stückchen), nochmal aufgekocht und abgefüllt.
Erster Test-Hefezopf damit heute morgen war verdammt lecker!
Ich dafür war den ganzen Tag ein wenig müde, aber dafür gibt's ja Kaffee. Trotzdem merkte ich leichte Ausfallerscheinungen, gerade unterzuckert vor dem Mittagessen, aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich eigentlich nur noch auf englisch schreibe, aber ich musste den Satz "Diese Zersetzung ist besonders bei niedlichem pH-Wert zu beobachten" ein paar Mal anschauen, um rauszufinden, was nicht passst.


Sonst so:
Mein direkter Büronachbar heisst in echt so, wie eine der Hauptpersonen in meine aktuellen Buch  (Amazon Affiliatelink) mit Tarnnamen. Das habe ich ihm heute gesagt und seitdem zwinkern wir viel, machen bei "ich geh mal schnell "Wasser holen"" und "Ich hab gleich "TPT-Meeting"" Luftanführungszeichen, was alle anderen Menschen sehr verwirrt, aber ich finds lustig. Sehr.
Dann habe ich anscheinend gnadenlos unterschätzt, wieviel Fingerspitzengefühl zwischenmenschlicher Art für eigentlich, dachte ich, total undramatische und transparente Aktionen gebraucht wird, aber nun gut. Immerhin kennen mich alle gut genug, um mir mangels Pokerface-Muskeln eine hidden agenda zuzutrauen.
Wieder mal: global hour meeting mit San Francisco, diesmal mehr zum Zuhören und Lernen. Es war fachlich sehr spannend, aber fast noch mehr, die Stimmungen und unausgesprochenen Differenzen und Menscheleien in einer anderen Abteilung rauszuspüren.


Daheim dann nach Nudelessen und Vorlesen und Englisch- und Mathetest abzeichnen (nach dem erste Testdurchlauf in fast allen Fächern traue ich mich fast aufzuatmen und beim nächsten "ALLE KINDER FALLEN ERSTMAL UM EINE bis ZWEI NOTENSTUFEN NACH UNTEN AUF DER WEITERFÜHRENDEN SCHULE" ein "not all children" wenigstens in meinen nicht vorhandenen Bart zu murmeln. Leise.) noch einen Runde Strampeln auf dem Crosstrainer zu Gewitterregen.


Jetzt noch die letzte Folge von "Jack Ryan", einer, wenn man "Homeland", "House of Cards", "24" o.ä. gewohnt ist, unerwartet einfach gestrickten und platen Serie. Ich mag das übrigens sehr, dass der Hübsche immer in Grossbuchstaben sagt "Dann schauen wir also heute DIE VORLETZTE FOLGE und morgen DAS FINALE", seitdem ich mich bei einer "Lost"-Staffel irgendwann gnadenlos verzählt hatte und am Ende der Folge meinte "Wow. Wasserstoffbombe explodiert. Ich bin ja mal gespannt, wie sie das im Finale noch toppen wollen" und dann leicht enttäuscht war, weil: war schon Finale.


Stressleveldurchschnitt gestern: 45
Selbstbeweihräucherung: Komische Situation weggelacht.

Montag, September 17, 2018

Nach den Zwetschgen ist vor den Zwetschgen

Heute habe ich bei der Arbeit mal wieder eine leere Tasche mit Kartonkisterl gegen eine volle mit Zwetschgen beim Obstkollegen eingetauscht. Aus den kleineren, herberen wird heute Abend Powidl und mal sehen, wie viele dann noch übrig bleiben (ein paar Handvoll habe ich natürlich so schon weggefuttert, und ja, Zwetschgen sind auch Steinobst, und ja, irgendwann kriegt man Bauchweh, und tja, ich kann auch nichts für das Kantinengesetz "Wenn es Linsensuppe gibt, wird Linsensuppe gegessen", und, hm. "Grummel" sagt der Bauch).


Um kulinarisch zu bleiben: der Kollege ist von einem Businesstrip in China wieder da und ja, spannend wäre das sicher mal (und ich weiss ganz sicher: wenn ich nicht beruflich da mal hingehe, komme ich da nie hin), aber so von den Essensbildern her sind die I-Länder vielleicht doch besser für mich (Habe ich erwähnt, dass nächste Woche Projektabschlussparty in Italien ist?). Aber ich weiss jetzt, wie Seegurkengraupensuppe aussieht, verschieden alte Eier und ein Snackstand mit "Alles, was von der Ente übrig blieb (Kopf, Füsse, Zunge) frittiert". Und es gibt am Bahnhof statt wie bei uns als Abendessenmitbringsel lebendige Krebse "to go" verschnürt, damit sie sich nicht durch die Aktentasche zwicken. (Also: Gegessen werden sie schon gekocht. Irgendwieirgendwoirgendwann). Und es gibt flüssig gefüllte Dumplings zum mit dem Strohhalm Aussaugen. Und, wie das unter Produktionsmenschen so ist: der Kollege hatte sich auch erkundigt, wie man die macht, da wird nämlich so geliertes Suppenmaterial eingepackt, das dann beim Erhitzen flüssig wird.


Sonst so: Montag halt. Der ist immer lang. Heute habe ich aber, ich muss nochmal drüber schlafen und Details mit meinem Chef festmachen, in ungefähr 30 Minuten vielleicht ein "Rotational Assignment" fix gemacht, etwas, was ich mit "müsste ich mal in Angriff nehmen wenn ich endlich mal weniger um die Ohren habe" für mich untypisch lang vor mir her schiebe. Und ich wurde sogar gefragt, ob ich sicher nur ein Assignment machen wollen würde, weil im Prinzip könnte man ja auch drüber reden, ob ich nicht vielleicht doch ganz...? Das war ... einigermassen überraschend, aber andererseits. joah. Networking ist dann halt doch nicht ganz ohne.


Auf dem Heimweg habe ich dann nochmal alle Malta-Kommentartipps hier zusammengesammelt und in einem Google Sheet konsolidiert (auch wenn hier die Kommentare nicht mehr zu sehen sind, sie sind nicht weg! Da bin ich auch sehr froh drum). Das wird eine grossartige Woche, ich freue mich schon sehr darauf! (Frühstückscafe schon mit Google Streetview besucht, Weg zum Fährterminal auch abgelaufen, ich war also praktisch eh schon da :-))


Little L. hat montags echt auch einen echt strengen Tag: Schule von 8:30 - 16:05, jede zweite Woche ohne Mittagspause, dann direkt mit Schulsack und Sportsachen einen guten Kilometer ins Dorf runterlaufen und dann zwei Stunden Geräteturntraining und, wenn er beim Umziehen nicht schnell genug ist, dass wir den Bus für die halbe Strecke nehmen können, den ganzen Weg wieder zu Fuss nach oben.
Normalerweise bin ich ja recht strikt mit "Schultasche wird selber getragen" und "Kein Mensch braucht den Bus nach oben" und "Hausaufgaben werden an dem Tag gemacht, an dem sie aufgegeben werde" und ganz besonders: "JEDER RÄUMT SEINE ZNÜNIBOXEN UND TURNSÄCKE SELBER AUS UND PACKT DAS ZEUG FÜR DEN NÄCHSTEN TAG NEU". Das müde Montagskind muss sich nur merken, dass es die Englischhausaufgabe am Dienstag macht und mir sagen, welche Badehose es gern zum Schwimmen am nächsten Tag mitnehmen möchte.


Nach dem Essen habe ich mir dann gedacht: "Ich Fuchs habe heute viel mehr Zeit als sonst am Montag, weil ich ja das Sporteln gestern schon erledigt habe und ausserdem kommt ja morgen die Putzhilfe: MARMELADENZEIT!" Und dieses Rezept hier sieht sehr lecker und einfach aus und tja, wenn man bis zu, Ende gelesen hätte, hätte man gesehen, dass es 6 Stunden schmurgeln muss und das kann man sich ja auch an einem müden Montag ausrechnen, dass das ganz schön spat wird, wenn man es um 19:38h in den Ofen schiebt. Tja nun. Dienstag ist ja ein Späteraufstehtag, da klingelt der Wecker erst um sechs. (Aber es riecht sehr gut!)


Johnny muss übrigens nicht nur Morgenmanieren lernen, sondern auch noch Kuscheln ohne Verletzungen.
Er hat mir während des Tippens dieses Beitrages erstens durch wiederholtes Überdietastaturlaufen die Adresszeile  im Internetexplorer abgeschaltet, dafür eine grosse Fusszeile eingefügt, mir beide Hände zerkratzt und die Finger angekaut  und mein Zugticket für nächste Woche angegriffen. Aber alles lieb gemeint. Und sehr hübsch.





Love hurts. DESWEGEN!




Stressleveldurchschnitt gestern: 27
Selbstbeweihräucherung: Genetworkt

Sonntag, September 16, 2018

Alter Verwalter.

Eine Meldung in eigener Sache vorneweg: Falls Sie hier aufgeschlagen sind, weil eine Dame (naja, und ich empfehle für Ihren Seelenfrieden, dem Link NICHT zu folgen) auf Twitter mit eindeutiger AFD-Vorliebe (und das ist noch harmlos ausgedrückt) gestern nach einem angedeuteten Austausch über die Wirksamkeit von Homöopathie (fragen Sie nicht. Es war sehr skurril) dazu aufrief, sich diesen "Datenmüll mit 0 Aussagekraft. Aneinanderreihung von Banalitäten mit einem Mitteilungsbedürfnis wie von einer Hausfrau in einer manischen Episode?" anzuschauen: Bitte gehen Sie und kommen Sie nie wieder. Ich habe gestern unfreiwillig in Ecken des Internets hineingeschnuppert, die mich mein Hirn mit Seife auswaschen lassen wollen. Falls Sie glauben, die AFD habe auch nur einen Funken recht, falls Sie die Migration für die Mutter aller Probleme halten, falls Sie finden, in Chemnitz etc wären besorgte Bürger, deren Sorgen man ernst nehmen müsste, friedlich demonstrieren gegangen, bitte, gehen Sie und komme Sie nicht wieder. Nie.


So. Jetzt aber zurück zu den normalen Geschichten aus dem Alltag einer "Hausfrau in einer manischen Episode":


Die Kinder schliefen brav, als wir heimkamen. Bei voller Festbeleuchtung, weil sie "Ihr könnt lesen, so lang ihr wollt," als "bis euch der Kindle aufs Gesicht fällt" interpretiert hatten. Der Film war gut, das Popcorn lecker, die Katzen etwas verwirrt, weil keiner das Licht ausgeschaltet hat.


Heute dann: Vorbereitung der Schulwoche, d.h Trommeln üben bei L., Geschichtsportfolio fertigmachen bei Q., Terrasseaufräumen, und  ein vielleicht letztes Mal diesen Sommer grillen. Dank des strikten Feuerverbots bei uns im Dorf vom 26. Juli bis 4. September haben wir noch gar keinen Grilloverkill wie die letzten Jahre (und einiges an Grillgut eingefroren, das sozusagen vom Feuerverbot gegroundet wurde). Grillen mit Hoodie hat was!


Stressleveldurchschnitt gestern: 51 (ich hatte das Band beim Schlafen nicht dran. Bei jedem anderen würde ich sagen, daran liegts, dass der Schnitt so hoch ist. Aber man weiss ja mittlerweile: relaxen stresst mich. Also wars vermutlich doch das DIE KINDER ALLEIN LASSEN! und auf hochen Hacken zur Bahn rennen)
Selbstbeweihräucherung: wie ein Fuchs heute meine Rennrunde eingelegt, damit der 7-7-Montag morgen nicht noch stressiger wird.

Samstag, September 15, 2018

Hoch die Hände

Am Elternabend in L.s Klasse am Dienstag haben die Lehrer (ich kriege ein klitzekleines Gefühl, wie das mit 4 Kindern an derselben Schule gewesen sein muss) gefragt, ob Q. den erschlagen von den Anforderungen an der neuen Schule ist. Ist er nicht, aber er findet, dass das Gefühl von ins Bett gehen das allerbeste der Welt sei. Und so haben wir uns alle vier rechtschaffen auf Ausschlafen heute morgen gefreut.
Im Detail heisst das mittlerweile:
5:30h: #jonundsansa (durch Frühstück ruhigstellbar bis
6:30h: #jonundsansa werden aus allen Schlafzimmern verbannt
08:00h - 08:45h: Ich bin halbwach und freu mich wie ein Schnitzel, dass ich noch nicht ganz wach sein muss und niemanden zum Aufstehen stressen muss, weil der erste Termin heute erst um 13:00h ist
08:45h: ich kriege Kaffee ans Bett gebracht und L. kommt kuscheln
09:30h: ich bin auf.
10:30h: ich kurble bei Q. den Rollo hoch und überprüfe seine Atmung
11:20: wir sitzen draussen am Früshtückstisch.


Insofern, liebe Eltern schlafloser Kleinkinder: ich habe (nicht gefühlt) über 10 Jahre nicht durchgeschlafen und das richtig lange Ausschlafen auch verlernt, aber auch diese Kinder schlafen irgendwann gerne und lang.


Sonst: Pfadiübung, die einen Bezirksübung im Nachbarkanton (mit den Fahrrädern), die anderen sind mti "Captain Trash" im Wald und sammeln Müll.
Ich habe mehr Zwetschgen verarbeitet (ein Datschi und den Rest, der für nix richtig reicht, erstmal eingefroren, bis Nachschub kommt), die waren so perfekt! Vielleicht bestelle ich doch noch ein paar mehr als nur noch 3 kg, einen Hefezopf für morgen gebacken, Zehnnägel neu lackiert, meinen ersten shiny Karpador gefangen (direkt vor der Haustür), Q.s Unihockey-Hoodie beim Heimturnier der E-Junioren abgeholt, und mich auf das heute nachzuholende Hochzeitstagsessen vorgefreut.


Das war heute auch so was wie eine Premiere: Erwachsenen-Ausgang ganz ohne Babysitter und (fast) ganz ohne Bedenken! Die immer nur so anderthalb Stunden Elternabend, die wir auch zu zweit und ohne Aufsicht besucht haben, zähle ich da jetzt mal nicht, weil: voll kurz und nicht so richtig Qualitytime.




Für die Kinder gabs zu Hause (nach der wohlverdienten Dusche) Hähnchenschnitzel, Reis und Gurkensalat, danach einen Film mit Chips und Popcorn und die eine oder andere Kontrollnachricht.



Das ausführliche hat er von mir.
Für uns: ein Menü mit ohne Auswahlmöglichkeiten, dafür aber Weinbegleitung:

Ich zücke die Kamera und der Hübsche setzt im letzten Moment sein bedächtiges Katalogfotogesicht auf

Der Hübsche macht ein Bild und ich schaue aus, als hätte ich gerade erzählt, dass ich in meiner Freizeit Babyrobben häute. Lebendig.


Kürbissuppe als Gruss aus der Küche










Stressleveldurchschnitt gestern: 25
Selbstbeweihräucherung: gechillt.


Freitag, September 14, 2018

Ey, Alter, was geht?

Es ist fast schon ein bisschen unheimlich, was das Coaching ausgemacht hat (ich schieb das jetzt mal auf das Coaching, weil es ist jedesmal VOR dem Coaching so, dass ich mir denke: "Boah, eigentlich habe ich da jetzt gar keine Zeit dafür, und was hat das Coaching den für mich getan? Hm? Immer nur offene Fragen und "Was müsste sich denn ändern, damit..." Wenn ich das wüsste, würde ich ja nicht fragen, meine Güte", und nach dem halben Tag denke ich mir "Boah, war das super, das hätte ich echt nicht gedacht, grad mit der Nullbockhaltung, mit der ich da rein bin". Ich versuche diese gute Stimmung jetzt mal aufrechtzuerhalten, indem ich das aufschreibe.): ich bin unglaublich friedlich und fast schon ekelhaft guter Dinge.

Weil ich jetzt ja weiss, dass eine persönliche Pace absolut in Ordnung ist, hatte ich auch überhaupt keine Hemmungen mehr, heute morgen um 6:14h die ersten Meeting Minutes zum Review zu schicken. Weil mal ein ehemaliger Kollege, der immer noch bei einem meiner früheren Arbeitgeber arbeitet, erzählt hat, dass er total eine aufs Dach gekriegt hat von der Zentrale in Deutschland (haben Sie gemerkt? Ich habe nicht "Headquarter" geschrieben, wie das in jeder anderen globalen Firma ausser dieser heisst), dass es die Kollegen unter Druck setzen würde und er offensichtlich seinen Job nicht im Griff hätte, wenn er vor acht Uhr morgens Mails verschicken würde, habe ich mir das eine Zeitlang verkniffen und die Mails gesammelt und gestapelt um 8:01h rausgeschickt, aber das ist ja total albern und ich arbeite da ja mit Absicht nicht mehr. Meine Kollegen rund um den Globus wissen sowieso nicht, welche Zeit hier in tiny Switzerland ist.

Ich habe mittags ein Kind mit Tränen in den Augen in Empfang genommen, das noch beim Reinkommen angefangen an zu schimpfen, wie blöd das im Englisch war. Ich hatte erst ein bisschen Bedenken, ob der heutige Test irgendwie ... zu schwer .. unfair .... das Falsche gelernt .... zu nervös, was weiss ich gewesen war, aber nein: Sie hatten in einer der vorherigen Stunde Tiermasken gebastelt und eigentlich war der Plan, heute nach dem Test in Eigenregie ein englischsprachiges Theaterstück damit einzustudieren. "Und, Mami, da ist es doch logisch, dass man im Test Gas gibt , weil der eh babyleicht war, und nicht 1000 blöde Fragen stellt, die Mr Englishteacher total ausführlich erklärt, und hinterher ist keine Zeit mehr furs Theater und das war meine Idee, dass wir das machen und vielleicht können wir das jetzt gar nicht mehr, und das ist so unfair von denen, die hätten doch einfach mal lesen können, was gefragt ist, das stand da alles."
Sehr verständlich, der Unmut (ich war trotzdem froh, dass der Test nur in einer Nebenrolle Auslöser der Tränen war), wir haben das aber dann ausdiskutiert, auch, warum er nicht 100% glücklich in seiner Klasse ist, abgesehen davon, dass er eben nicht mit seinem allerbesten Freund ("Brother from another mother", sozusagen) in einer Klasse ist. Und auch wenn mir das in der Seele weh tut und ein bisschen Vorgeschmack auf potentielle Bauchschmerzen: Wenn mein Kind sagt, er mag es nicht, dass einige durch absichtliches Stören die Lehrer ärgern und, da ist er richtig hässig geworden, sich über andere (also, nicht ihn) lustig machen, weil sie zB kein *sch* sagen können, sondern halt nur "s", und meinen Vorschlag, das doch im Klassenrat anzusprechen, mit blitzenden Augen annimmt, dann macht mich das trotzdem sehr stolz und glücklich. Ich hoffe, dass er mit dem geradlinigen Gerechtigkeitssinn, den er von uns beiden Elternteilen geerbt hat, ein bisschen smoother durch die Schulzeit rutscht als wir zwei (nicht notenmässig, da habe ich keine Bedenken, das haben wir ja auch hingekriegt, eher vom Gefühl... in der Klasse Rückhalt zu haben).


Wir haben dann irgendwann gemeinsam auf der Terrasse (könnte es bittedanke endlich mal Herbst werden? Wir müssen hier immer noch giessen wie beknackt und es hat über 25 Grad und ICH WILL ENDLICH MEINE WOLLKLEIDER UND STIEFEL TRAGEN!) Sagaland gespielt und irgendwann einvernehmlich beschlossen, dass es ein total langweiliges Spiel ist, wir aber trotzdem nicht abbrechen können, bevor wir wissen, wer gewonnen hat.

Ausserdem habe ich noch die 3kg Zwetschgen angefangen zu verarbeiten und ich habe langsam das Gefühl, die zusätzlichen 3kg nächste Woche könnten doch nicht reichen, ich habe jetzt doch Einmachgläser gekauft und mehr Marmeladengläser und Kompott aus 1kg ist ja NIX (ich habe mal nur einmal das Rezept gemacht, um die Einkochfunktion des relativ neuen Backofen zu testen), und Powidl will ich auch noch machen, und das Rezept mit Zucker, Zimt, Rotwein und Essig klingt auch grossartig und Datschi soll es geben und eigentlich auch noch einen mit Streuseln (das ist dann KEIN Datschi), und vielleicht noch eine Wähe, und ach... mal sehen. (Ich habe nur langsam keinen Platz mehr für die Gläser)

Uuuuund ich habe festgestellt: ein Kind auf der weiterführenden Schule mit zwei wochenendaktiven Hobbies (und zwei Vollzeit arbeitende Eltern)  und es ist praktisch nur noch Onlineshopping für Kleider etc möglich (also: furs Kind jetzt). Q. braucht neue Sneaker und Wanderschuhe und morgen ist Bezirksübung bei den Pfadis, er kommt jeden Tag erst frühestens um 17:00h aus der Schule, ausser Mittwoch, und dann schaffen wir es nicht mehr entspannt in die Stadt, bis die Geschäfte (welcome to Switzerland) um spätestens 18:30h zumachen, nächste Woche beginnt am Samstag die Unihockeysaison, und damit das Kind jetzt nicht wegen Verwahrlosung, erkannt an löchrigen Sneakern, ins Heim kommt und weil ich ja meine Überstunden bis Ende Monat auf unter 120 bringen muss, habe ich mir nächsten Mittwoch nachmittag freigenommen und wir gehen shoppen. Ich freu mich tatsächlich drauf.

Jetzt aber: Freitagspizza.

Stressleveldurchschnitt gestern: 35
Selbstbeweihräucherung: Ich bin so friedlich!

Donnerstag, September 13, 2018

Dönerstag

Wir müssen über Johnnys Morgenmanieren sprechen. Er ist jeden Tag um halb sechs hellwach und hungrig. Soweit, so gut, das verstehe ich ja sogar. Allerdings ist er auch ein bisschen stur und geht nicht allein die 5 Schritte ins Bad, wo EINE VOLLE SCHÜSSEL Trockenfutter auf ihn wartet. Er schnurrt und quietscht und maunzt und schleckt an meinen Augen und zerrt an meinen Fingern, bis ihn entweder jemand rauswirft oder ins Bad begleitet, den Wasserhahn leicht für eine frisches Getränk anstellt und ihm sein Bubenfell einmal mit dem pinken TangleTeezer gestriegelt hat. Dann, und genau dann ist er bereit für Frühstück, am liebsten frisch nachgefüllt.
Erziehung: können wir voll gut.




Beim Frühstück habe ich mich köstlich über Q.s Texting-Gewohnheiten amüsiert: Donnerstag ist für ihn kulinarisch toller Tag: es hat sich eingebürgert, dass sie da nicht in der Mensa, sondern an der Dönerbude essen, danach geht es in den Hauswirtschaftsunterricht, mehr kochen und noch mehr essen. Für die Dönersache verabreden sie sich halt immer schon früh und zwar natürlich in Mundart. Und Teenie-Sprech, das heisst dann: "Chunsch hyt Dönerbude?" und ich verkneife mir "KIND, MACH SATZ!", weil: wenn's im Grammatiktest um die Wurscht geht, ist er dann doch gut.
Heute haben sie übrigens Kartoffelgratin gemacht. Auf meine Frage: "Und mit was?" kam "Äh, Kartoffeln?!" Jo.




Arbeit: heute eigentlich den ganzen Tag nicht im Turm. Nach dem Klick gestern flutscht es wieder richtig gut.


Als ich heute vor der Mittagsyogastunde noch kurz was trinken war, blinkten mich aus dem Augenwinkel meine eigenen Augenlider an und es kööööööönnte sein, dass es heute morgen ein wenig arg finster war beim Schminken und ich, hui, das 10000Volt-Glitzern aufgelegt habe. In rot-gold, aber immerhin gut getroffen und schön verblendet, nur halt.... hui!


Aber: beim Yoga selber dann bin ich nahezu total cool geblieben, auch wenn ich die neue Ausrichtung mit ganz viel Singsangstimme und Energie ins Herz füllen und überhaupt, alles ins Herz, besonders Atmen (ich denke da an so einen grossen Herzballon), naja, nicht so ganz meins ist. Aber es tut allemal gut und diesmal habe ich beim Eincremen auch keinen Herzkasperl bekommen und trage meine Patchouli-Fahne für den Nachmittag mit Fassung.




Das erste Mirabellen-Konfi-Glas ist noch gar nicht leer, da sticht mich schon wieder der Hafer, vielmehr Zwetschgen, die der Obstkollege neu im Angebot hat. Im Turm warten 3kg auf mich, so dass ich auf dem Heimweg einen Umweg machen muss, bis Montag sind die sonst nix mehr. Das wird ein tolles Wochenende, ich sehe vor meinem inneren Auge ganz viel Powidl, Datschi, Wähe, Knödel, ach, mjamm!




Abends SCHON WIEDER TC mit San Francisco, das Überstundenkonto jault ein bisschen.




Ausserdem hat Q. noch seinen Infozettel furs Klassenlager mitgebracht und hat sich Gedanken gemacht, ob das wohl klappt mit dem Treffpunkt ausser der Reihe am Bahnhofskiosk, ich wurde kurz nervös, weil der Abreisetag auch mein Abreisetag nach Italien ist, aber das ist überhaupt kein Problem, sondern die Lösung, weil ich tatsächlich vom selben Bahnhof aus zu nahezu zur selben Zeit Richtung Flughafen fahren muss. Ich bin mal gespannt auf das Gesicht des Klassenlehrers, wenn Q: UND ich mit Reisegepäck aufschlagen :-)




Stressleveldurchschnitt gestern: 33
Selbstbeweihräucherung: Bei der Meditation und all dem Energiefangen nicht gelacht, nicht die Augen gerollt, nur geatmet.

Mittwoch, September 12, 2018

0 von 12

Heute ist ja eigentlich der 12. und da gehört in Bloggersdorf zum guten Ton, 12 Bilder über den Tag zu machen und als #12von12 zu posten.
Da ich heute aber einen von 7bis7-Arbeitstag habe (Willkommen bei den Globis, wie die globalen Rollen bei uns heissen), der mit TC mit Indien frühmorgens anfängt und mit einer mit San Francisco spat aufhört, wären das nur Bilder von Kaffeetassen und vielleicht Meetinggekrickel geworden und dann noch eins vom Kopfkissen. Nur so mittelspannend.


Ansonsten war der Tag aber gar nicht mal langweilig, ich wurde FÜNFMAL auf meine Hose angesprochen (die sieht aus wie ein Rock, ist superluftig, so dass man sich praktisch wie ohne Hose fühlt, sehr weit, fast schon gefährlich weit, ich habe sie mehr als einmal in die Rollen meines Schreibtischstuhls gewickelt, ziemlich gemustert), wobei ich mir nicht sicher bin, ob "Oh, das Sünneli heut im Paradiesvogeloutfit" jetzt NUR nett gemeint war. Aber mei.


Ich hatte ja gestern wieder meinen Coaching-Circle, das tut mir wirklich gut. Gestern hatte ich die Erkenntnis, dass ich, so sehr ich über die Endphase des Italienprojekts geschimpft habe und über meinen Oberchef gelacht habe, der mich gefragt hat, ob ich jetzt in ein tiefes Loch fallen würde, so sehr fehlt mir das .... Feuerlöschen? und unser Coach meinte so schön "Es ist so, dass jeder seine Pace beim Arbeiten hat und dieses "Entschleunigen ist das Allheilmittel" ist halt Quatsch, weil jedem dann am besten geht, wenn er in seiner Pace arbeiten kann. Sieht aus, als ware das bei Dir Highspeed".
Das (und noch so einiges aus dem Vormittag) im Hinterkopf habe ich mich dann dran gemacht, Sachen, die natürlich nicht so ultraultradringend sind, wie das ganze Italienzeugs halt auch mal mit Highspeed in Angriff zu nehmen. Und was soll ich sagen? Auf einmal geht es dann zackizacki weiter und könnte sein, dass ich demnächst ein paar Entscheidungen treffen musskanndarf, die meinen Job die nächsten Monate zumindest ganz schön verändern werden.
Abends dann zwei Stunden Vertragsgefiesel mit Kollegen aus Kalifornien. Das war einerseits schon sehr spannend, andererseits war ich so durch von einem ganzen Tag schon gearbeitet haben, dass ich vermutlich mehr ich selber war als sonst in ersten Meetings mit ganz fremden Menschen, ich musste irgendwann über mich selber lachen, weil ich trotz auser Webcam so gestikulierte und fuchtelte und gesichtskasperte, als würde ich vor Publikum (oder den Italienern) etwas demonstrieren. Nun ja.


Was trotz allem noch in den Tag gepasst hat, war: Schwatzen mit den Jungs. Q. muss für den Geschichtsunterricht das historische Porträt eines Gebäudes der Gegend erstellen und hat sich dafür nicht, wie man meinen könnte, die römischen Bäder oder das Ampitheater hier im Dorf ausgesucht, nein, den Riesenhochhauskomplex aus den 70ern, der ungefähr ein Drittel der Dorfbewohner beherbergt. Er hat sich schon einiges rausgesucht und heute per Telefon einen Interviewtermin mit dem Gemeindeschreiber vereinbart. Mir kam heute dann noch die Idee, im Firmenarchiv bei uns nachzufragen, weil das Ganze ja im weiteren Sinne im Auftrag meines Arbeitgebers gebaut wurde. Was soll ich sagen? Binnen zwei Minuten (kein Witz) hatte ich erstens einen Stapel gescannte Originaldokumente und Fotos, und zweitens, falls gewünscht, einen Recherchetermin für Q. vor Ort.
Das fand ich wirklich super! Daheim haben Q. und ich uns dann köstlich amüsiert, wie die heute ein bisschen angestaubt wirkende Betonwüste mit Farbakzenten damals als ein Highlight modernen Lebens gefeiert wurde.


So, jetzt noch zum Ausgleich ein bisschen Körper anstrengen statt den ganzen Tag nur das Hirn und die Fuchtelmuskeln!

Stressleveldurchschnitt gestern: 38
Selbstbeweihräucherung: Hintern hochgekriegt und einfach gemacht.