Donnerstag, Juli 16, 2026

160726

 Gestern abend / heute morgen war für mich ein sehr schönes Beispiel, wie sehr ich Routine ... brauche? Routine mir hilft? wie unflexibel ich bin? ich mich kenne und mir meinen Alltag passend eingerichtet habe? Anyway. 

Heute morgen gab der Kalender keine Schwimmrunde her, weil ich ein Meeting schon um acht hatte (Auch lustig: eine Kollegin und ich mussten ein Projekt, das ich gestartet habe und sie übernimmt, im global MSAT LT vorstellen und die treffen sich um acht, damit auch der Kollege aus San Francisco teilnehmen kann, der von Mittwoch auf Donnerstag nie schläft und deshalb ist 8 Uhr morgens ein guter Zeitpunkt. Ok. Heute konnte er übrigens nicht, aber nicht wegen schlafen). Normalerweise wäre ich ein bisschen früher schwimmen gegangen oder ein bisschen kürzer geschwommen, aber mit der Öffnungszeit des Bades erst um sieben und der mittelguten Anzieh-/Schminkinfrastruktur und dem Radeln dann halt nochmal hätte ich vielleicht 10 Minuten schwimmen können, damit ich ganz sicher um 8 parat im Meetingraum gewesen wäre. 

Das wusste ich an sich, habe aber trotzdem automatisch meine Schwimmtasche mit frischem Shampoo und Haarstyling bestückt, weil leer, Badeanzug zum Anziehen bereitgelegt und Unterwäsche in die Wechselkleidertasche gepackt, naja, und erst als ich den Wecker für halb sechs ausgestellt habe, weil sechs ja auch reichen würde, habe ich gemerkt, dass ich falsch vorbereitet hatte. Naja. NOCHMAL GUT GEGANGEN!

Radeln dann superangenehm, weil endlich mal kühler geworden. Es hatte die Nacht über sanft vor sich hingeregnet (bisschen antiklimatisch nach all dem dramatischen Himmel den ganzen Nachmittag gestern), war aber schon wieder trocken.

Irgendwie hatte ich dann gar nicht mehr sooooooo viel Zeit bis zum Meeting, meine Kollegin war ziemlich nervös, aber eh total gut vorbereitet. Die Diskussion war dann total smooth und straight forward, eigentlich auch nicht anders zu erwarten. Das Thema ist an sich total klar, und bis zu einem gewissen Level des Involvements wird das auch easy peasy verstanden und unterstützt, aber ab dann wird es richtig zäh und harzig. Deshalb war es wichtig, das LT heute an Bord zu kriegen, damit die Kollegin nicht allen Frust / Widerstand abbekommt. Ich nehme den Erfolg von heute als solchen, bin aber nicht (mehr) so naiv zu glauben, dass es ab jetzt flutscht :-). Spannend auch meinen Chef beim "höflich hart nein sagen" zu sehen, wie er es uns nachher erklärt hat. Ich lerne eh sehr viel über Politik und influencing von ihm.

Dann: ein Tag, der dem Kalender hinterherrennt und von einem Produkt zum anderen Thema springt, aber in einer guten Art und Weise. Am Abend noch ein zweistündiges Meeting zu einem ... Projekt, in dem ich unfreiwillig gelandet bin und jetzt da sitze und festhänge. Immerhin überlappt es mit dem Groupmeeting, so dass ich nach 1h einen Grund zum Rausschlüpfen habe.

Noch während des Groupmeetings kommt die Unwetterwarnung der Einsatzzentrale und wenn man in die Richtung schaut, in die ich fahre, sieht man schwarzen Himmel und Laternen schon an. In der Richtung, aus der das Wetter kommt, sieht man eine schwarze Wand aufziehen. Joah. Allgemeine Unsicherheit, wer heimfährt und wer nicht. Ich bin in der Crew "ist eh wurscht, daheim haben wir trockene Kleier". Im Umkleideraum ist arge Galgenhumorstimmung. Beim Rausgehen dann der Schock: es ist unendlich heiss, viel wärmer als zB mittags beim Parkründchen.... dazu nieselt es. Und so bleibt es auch die ganze Strecke. Es blitzt und donnert (Immer so ungefähr 3-4 km entfernt), es regnet leicht und windet von hinten, aber ich fahre anscheinend gemütlich zwischen zwei wandernden Gewitterzellen und komme nur leicht feucht daheim an. Nichtmal die Unterwäsche muss ich wechseln!

Auf dem Weg noch den Gemüsekorb abgeholt, daheim dann auf einem Katzenründchen sehr überrascht gesehen, wie ein Autofahrer den für Autos ausser mit Genehmigung der Gemeinde durch eine Schranke gesperrten Weg befahren hat, indem er mit seinem Auto einfach durch ein Stück des angrenzenden Gartens gefahren ist. Dann ist er in unseren Weg reingefahren und vorne, wo auch eine Schranke ist, über das Bankett um die Schranke rum. Was für ein Sack?!

Naja. Jetzt bin ich mal gespannt, ob noch Regen kommt, ansonsten wird morgen Kuchen gebacken und konzentriert Zeug abgearbeitet. Und dann Geburtstagsgeschenke eingepackt! Jemand (nicht ich) wird 40 am Wochenende!

Kartoffeln, Bohnen, 3x verschiedener Salat, Unmengen Tomaten, zwei Auberginen, Basilikum, Zucchetti, Gurken, Knoblauch, DIE EIER, Cocktailtomaten


Mittwoch, Juli 15, 2026

150726

 Das Festchen gestern abend war wirklich sehr schön und ich hatte tatsächlich noch gedacht, dass es sich doch leise durchgesetzt hat, dass man auch an fancy Feierabenden alkoholfrei und trotzdem stylish anstösst. Heute morgen aber habe ich einen Kollegen getroffen um halb neun, der meinte, erstmal ein Wasser zu brauchen zum Alkohol von gestern zu verdünnen, also habe ich von mir und den anderen einigen Kollegen, die das (mittlerweile halt auch sehr leckere) alkoholfreie Craft-IPA in der Hand hatten, auf alle geschlossen. Aber: es ist definitiv nicht so, dass man für alkoholfrei komisch angeschaut wird oder gefragt wird, ob man schwanger ist, oder überhaupt irgendwie angesprochen oder geschaut wird.


Dann heute: kurz vor Weckerläuten aufgewacht, deutlich besser vorwärtsgekommen als gestern (keine Jonnyrunde, der kam mit einer Wühlmaus nach Hause, mit der er nach dem Frühstück noch ein bisschen rumspielte. Anscheinend schmecken Wühlmäuse nicht.

Echt interessant: es ist morgens beim Aufstehen noch so "dunkel", dass es nach gerade Sonnenaufgang aus dem Dachfenster aussieht, draussen sind auch noch die Strassenlaternen an.

Schwimmen: war erst super, dann kam jemand, der halt einfach rumgegrobiant hat, ich meine: in jemand reinkraulen? Und nicht nur einmal antatschen, sondern bei jedem Überholen drei, viermal richtig zuhauen? Wieder mal geärgert, dass ich nicht besser reagiert habe und halt einfach zurückgetreten oder gekickt...

Naaaaaja.

Sonst heute: ein bisschen daneben war ich, ich wurde nämlich bis jetzt 3x auf Versäumnisse meinerseits hingewiesen, jeweils total nett UND gerechtfertigt, und ich habe mich jedesmal natürlich höflich bedankt und alle waren happy.

a) habe mein Schwimmzeug zusammengepackt und in meinem Sidequest beim Draussenschwimmen "Anfreunden mit der Rentnercrew" der bisschen grummelig guckende Frau, die sich im gleichen Gang umgezogen hat und gar nix gesagt hat, viel Spass beim Schwimmen gewünscht. Sie hat erst nix gesagt, aber dann mir hinterhergerufen, ob ich nicht evtl was vergessen hätte --> mein Täschchen mit dem nassen Badeanzug und dem Duschzeug drin. Besser hätte ich das Anfreunden gar nicht planen können!

b) Ich bin heute statt Mittagspause zu einer deutschen Postfiliale gefahren, um das Paket mit der gekidnappten Regenjacke und der EntschuldigungsOvi-Riegelpackung per Express an die Besitzerin zurückzuschicken. Vor dem Kiosk war ich total verplant, wo man jetzt sein Rad wie abstellen kann / soll und habe es irgendwie abgestellt. Dabei habe ich einen anderen Radler eingeparkt, der rauskam, als ich noch am Zeug sortieren war. Er schaute mich mit hochgezogenen Augenbrauen an und meinte: "Das ist jetzt aber wirklich suboptimal geparkt". Ich schaute mir die Situation an und konnte nur antworten: "Ja, ok, das kann ich jetzt halt nur uneingeschränkt bestätigen. Sorry." und dann hat er gelacht und gemeint: "Ich komm schon raus".

c) Nach dem Abliefern habe ich mir einen Falafelyufka gegönnt statt Kantinenessen, weil schon spät, sehr hungrig und halt auch seltene Gelegenheit. Für Sie Grossstadtleute (oder auch Leute, die nicht ine einem vollversorgten Campus mit drölfzig fancy Essensmöglichkeiten arbeiten, den man eigentelich NIE verlassen müsste, ausser man möchte ein Expresspäckchen nach D schicken) ist eine Dönerbude natürlich nix besonderes, aber für mich ist das eine seltene Gelegenheit. Das badische Dorf ist in der Hinsicht tatsächlich ok ausgestattet (hatte kurz Sorge, weil eine der zwei Dönerbuden, von denen ich dachte zu wissen, heisst jetzt "Die Wurstbude" und abgesehen davon, dass ich keine Lust auf Wurst hatte, habe ich irgendwie den Verdacht, dass etwas, das "Die Wurstbude" heisst, keine vegetarischen Optionen anbietet. Aber "Star Express Imbiss" hat geliefert. Jetzt aber: ich sah beim Anradeln, dass die vor Ort Essensmöglichkeit nicht einladend aussah, nämlich: Tische direkt an der Strasse und 3 der 5 von reinen Männergruppen besetzt und ich hatte keine Lust auf die erwartete Interaktion oder Blicke oder whatever. Ich sah keinen Radparkplatz, eine Einfahrt für einen Autoparkplatz hinter dem Haus, hatte aber keine Lust, da jetzt ewig reinzufahren, also stellte ich mein Rad für nur kurz Döner holen auf dem Gehweg ab. Als ich abgesperrt und mein Zeug verstaut hatte, meinte einer der Männer nach kurzer Beratung mit seinen Kollegen "Tschulligung, ich glaube, Sie sollten das Velo ein bisschen weiter hinterschieben, da fahren dauernd Autos rein und raus und es wäre wirklich schade, wenn das schöne, teure Rad umgefahren wird." Ich sah, wie doof ich stand, bedankte mich für den Hinweis und das nicht zuschauen, wie mein Rad überfahren wird, ruckelte es zurück und holte mir dann meinen Yufka und radelte bis zu einer Bank im Schatten am Rhein, ich hatte immer noch keine Lust auf mehr Interaktion mit all den schwitzenden Männern.

Für den Nachmittag hatte ich (bisschen schade, aber halt realistisch) die Produktionsbesichtigung abgesagt, weil ich so viel Zeug zu tun habe UND noch dringende Meetings für mein dringendes neues Produkt hatte (und für eins der "alten"). Bin dafür aber gut vorangekommen, das ist auch was.

Sehr skurril: es türmten sich überall andauernd dunkle Wolken auf, geregnet hat es aber nie, dafür hat es aber erstaunlich abgekühlt draussen. (Auf 30 Grad oder so, lol).


Gestern übrigens noch einen sehr skurrilen Moment erlebt: Wir arbeiten ja in einem Open Office, d.h. es gibt keine zugeteilten Büros und die normalen Arbeitsplätze sind alle auf einem grossen Floor, ohne Wände. Für Meetings gibt es ... Meetingräume, für konzentriertes Arbeiten oder kleine Kollaborationen an einem grossen Screen gibt es kleine Räume. Alle haben Glaswände, für Privacy kann man halbtransparente Vorhänge zuziehen. Aktuell haben wir all die Sommerferienaushilfen und Unmengen Praktikanten da, ich habe keine Ahnung, was die alle machen und wer die sind, es sind sehr viele "Kinder" da, die sehr viele Arbeitsplätze besetzen. Anyway. Gestern kam ein Kollege an und meinte: "Komm, ich muss dir was zeigen, ich brauch deinen Rat." und zog mich zu einem der Glaskabäuschen. Dort drin sass ein Mädchen, keine Ahnung, vermutlich PRaktikantin oder Sommerferienaushilfe, ich kenne sie auf jeden Fall nicht. Sie sass an einem Schreibtisch, lag mit dem Oberkörper über dem Tisch, Kopf weg von der Tür gedreht und bewegte sich nicht. Wir standen also da und guckten rein. Der Kollege meinte "Ich hab schon geschaut, sie atmet noch". Wir waren uns dann sehr einig: wir können nicht die Leute sein, die stundenlang neben jemandem gearbeitet haben, der wegen irgendwas kollabiert ist und in einem Glaskasten gestorben. Wir haben also vorsichtig die Tür geöffnet, sie angetippt, sie ist hochgeschossen, wir haben gefragt, ob alles ok ist, ob ihr schlecht ist, ob wir ihr Wasser oder einen Snack bringen sollen, sie meinte "nein, nein, alles ok" und wir gingen bedröppelt wieder. Tja. Habe mich bisschen geärgert, dass ich ihr nicht gesagt habe, dass es zum Ausruhen und Schlafen (ausgestempelt) andere und bessere Möglichkeiten gibt, als einen der raren Schreibtische zu besetzen... Oder sich halt einfach mal zusammenzureissen und einen KAffee zu trinken oder einmal im Kreis zu laufen, wenn man es nicht schafft, die Augen 8h offen zu halten...

So. Jetzt Feierabend!

Dienstag, Juli 14, 2026

140726

 Uff, uff, uff.

Gut geschlafen, bisschen später von daheim weggekommen als sonst (letztendlich waren es nur 5 Minuten, von denen ich drei wieder auf der Radstrecke reingeholt habe, aber gestresst hat es mich dann doch sehr).  Auf dem Rad bin ich dann angeregnet worden und habe an der ersten Kurve tatsächlich gehalten und meine Regenjacke angezogen. Kalt war es nicht, es donnerte aber zweimal und ich war schon ein wenig skeptisch, ob das mit dem Schwimmen klappen würde. Aber: vor Ort schaute schon wieder die Sonne raus, bis ich meinen Kilometer durch hatte, war alles schon wieder trocken.

Der Tag war... lang. Jetzt, um halb zehn, ich bin vor 20 Minuten heimgekommen, kommt es mir vor, als ob das Techtransfermeeting um neun schon gestern gewesen wäre... und danach kam noch sehr, sehr viel. Mittagessen war ich mit einem Kollegen von ganz früher, war echt schön, aber bei unserem Kaffeeründchen draussen so stickig, dass ich in meinem ärmellosen Wickeloberteil echt Beklemmungen bekam.

Nachmittags dann wilder Wechsel durch alle Produkte zum Teammeeting und dann zurück zu einem Kennenlernmeeting meines Business-Counterparts fürs neue Produkt, dann noch das vorletzte grosse Governancemeeting für mein eines Pre-Launch-Programm. Wer nicht weiss, wie solche Meetings sonst auch laufen können und wieviel Arbeit in der Vorbereitung, Stakeholdermanagement, Briefings und natürlich den Daten selber steckt, hätte sich sehr gewundert, dass man wegen so was nervös sein könnte. So habe ich das noch nie erlebt! Das kritischste LT in der gesamten Organisation hat uns zu unserer Arbeit beglückwünscht, wollte noch zwei Fragen diskutieren, die mit vorbereiteten Vorträgen beantwortet wurden, die freundlich zur Kenntnis genommen wurden und dann....waren wir fertig. Next Stop: Filing Go.

Das haben wir dann im Science Club, der firmeneigenen Sportsbar, gefeiert, das war echt auch schön. So sehr, wie wir im Team uns schon gerieben und gestritten und herausgefordert haben, so sehr haben wir uns heute alle zusammen gefreut.

Was mich auch gefreut hat: ich habe mit Hilfe des Hüttenteams die Besitzerin der Regenjacke, die in unseren Besitz gelangt ist, herausgefunden, habe sie kontaktiert, sie ist nicht sauer, sondern freut sich, dass die Jacke da ist. Sie ist Kanadierin, aber noch bis zum WE in Deutschland, d.h. morgen geht ein DH ExpressPäckchen von der deutschen Seite in ihre Richtung, dann ist das erledigt. L.s Jacke (für die ich Ersatz bestellt habe) wurde in der Hütte gefunden und wird uns gegen Aufwandsentschädigung und Versandkosten zugeschickt. Je nachdem, wann sie kommt, retourniere ich die Ersatzjacke oder wir haben zwei gute Regenjacken in sehr gross.

Freut mich wirklich, dass da alle zusammenspannen, um das zu reparieren.

Jetzt bin ich ganz schön durch und verschwitzt und muss noch meinen Knochenkopfhörer mit neuem Podcast aufladen, duschen, Klamotten für morgen packen und dann mit dem Hübschen Widows Bay fertigschauen. Uff.

(Morgen wäre eigtl Produktionsbesichtigung geplant, aber das neue Produkt verlangt dringende Aufmerksamkeit....schade)

Montag, Juli 13, 2026

130726

Gut geschlafen im eigenen Bett, trotzdem ein paar Mal aufgewacht. Der Hübsche war beim Weckerläuten verwirrt und fragte "Ist das DEIN Wecker?" und dann, glaube ich, froh, dass er weiterschlafen konnte.

Ich habe die Küche fertiggemacht (aka den fertig ausgetrockneten Reiskocher zusammengebaut und in den Schrank geräumt), beide Katzen gefüttert (wie schön, Sansa schläft eh immer auf dem Türvorleger draussen, aber auch Jonny kam heute direkt zum Frühstück vorbei), Honigbagel gefrühstückt und dann losgeradelt zum Schwimmen. Man merkt deutlich, dass die Sonne jetzt schon wieder deutlich später aufgeht, wir sind bei dem nervigen Zeitpunkt, der mir die gesamte Strecke voll in den Rückspiegel reinscheint (und dementsprechend entgegenkommende Autos mich überhaupt nicht sehen).

Schwimmen (und auch Radeln) war ein Vorgeschmack für meine müden, müden Beine heute, der Muskelkater von Samstag, also bergauflaufen, kickte richtig rein... Tat aber sehr gut!

Im Büro trotz spät dran noch einen der "premium"-Plätze bekommen, dann den Morgen damit verbracht, erst mit einem Kollegen eine Art Debrief für ein Teilprojekt zu erledigen (er hat mir sehr schönes Feedback gegeben, das fand ich gut), dann schnell den neuen Hypothekenvertrag zur Bankfiliale gebracht, dann in der Rooftop Bar mit einer Kollegin seit immer und auch im neuen Produkt bei einem zweiten Frühstück nochmal sinniert, ob wir alles bedenken. Das wird gut!

Mittagessen ganz spontan mit meinem Chef, das war gut und ein sehr gut passendes Arbeitsmeeting.

Nachmittags dann Planung von Sampleshipment nach Japan, noch eine neue Gruppe für das neue Produkt kennengelernt (und mich vorgestellt), ein Governancemeeting für mein verbleibendes Prelaunchprojekt (das nächste ist morgen), und dann, ich hatte es ganz vergessen, war es soweit:

Es gibt eine Fortsetzung der Smartbottle-Geschichte! Wir schulden ja Kollege 4 noch eine Antwort, ob wir jetzt "eine Zusammenarbeit haben oder nicht" und haben uns heute nochmal ohne ihn getroffen. Es hat sich gezeigt, dass seine "weekly meetings" mit Produktteam B einmal vor 18 Monaten stattgefunden haben ohne Follow up. Wir haben uns drauf geeinigt, dass wir für keines der schon kommerziellen Produkte und keines der Produkte, die gerade den Launch vorbereiten, das für den Launch mit einführen und die Prio, das post approval zu machen, auch sehr weit hinten sein wird. Wir werden auch sagen, dass das nichts ist, was EIN Produkt tragen kann, das muss ein enterpriseweiter Entscheid sein, diese Technologie zu implementieren mit allen Konsequenzen. Es gibt schon jemanden, der denkt, dass das super wäre (jemand ohne technischen Background) und es dem gesamten TechOps Leadership-Team pitchen will. Auf diese Person werden wir jetzt Kollege 4 verweisen, wir werden sicherstellen, dass die Bedenken und Auswirkungen, die wir von technischer Seite sehen, in dem Slidedeck stehen, die dem LT gepitcht werden, werden "unsere" LT-Member vorher briefen, was das für ein Quatsch ist bedeuten würde und dann werden wir schon sehen. 


Heieiei.

Später als gedacht Aufbruch nach Hause, Montagspizza für die Jungs und Montagssalat für mich, dann Serienabend. Mal sehen, ob es heute noch ein Gewitter gibt, bewölkt und schwül ist es schon mal.

Sonntag, Juli 12, 2026

120726

Eigentlich ist einer der australischen Austauschschüler an L.s Austauschschule in Kyoto schuld oder wir haben ihm zu danken. Die zwei sind nämlich nach wie vor via Insta in Kontakt und der Australier hat ihm das eine oder andere Mal Instareels aus Lauterbrunnen oder Wengen oder Interlaken oder so geschickt, L. hat gemeint: "No clue, never been there" (wie 99.5% aller Schweizer, die nicht in Lauterbrunnen oder Wengen leben oder arbeiten, weil: dort sind sonst nur Touristen, das ist nicht auszuhalten), woraufhin der Australier meinte "How can you live in Switzerland and not know this?", was natürlich Quatsch ist, aber L. meinte: "Warum gehen wir nicht in die Berge?" und ich meinte "Weil ich euch in meiner freien Zeit nicht mehr irgendwo raufbettle" "OK, cool, ich kümmere mich drum".
Und so habe ich vor ein paar Monaten recherchiert, welche Hütten noch an den Wochenenden Übernachtungsplätze frei haben, weil: von uns aus in die Berge ist es halt ein Stück und superfrüh aufstehen, dann wandern, dann ewigs heimfahren, das macht keinen Spass, und ausserdem sind Hüttenübernachtungen grossartige Abenteuer. Stellte sich raus: nicht so viele. Dementsprechend habe ich für zwei Wochenenden am Saisonrand rund um den Oeschinensee reserviert (das erste Mal fiel wegen Schnee aus, mal sehen, wie es im September aussieht), einmal dieses Wochenende auf der Geltenhütte im Saanerland. Der Weg wurde als 4-5h Rundweg, familientauglich, angepriesen, das schien mir für zwei Tage arg wenig. Deswegen habe ich uns noch den Weg ab Lauenen und um den Lauenensee mit dazu rausgesucht.
Los ging es bei uns um sieben, ich war sehr nervös, wie die Parksituation in Lauenen sein würde. Ab der Autobahn waren es noch über eine Stunde, wir haben eine Zeitlang gebraucht, bis wir aus all den handgesprayten (noch kein AI Slop im Saanerland) Plakaten und Transparenten schlau wurden: wir befanden uns tief im Franjo van Allmen-Land, Abfahrtsski still a thing there. Ich dachte mir noch: "Ja, also viel los ist da vermutlich nicht, in Lauenen, da kommt man ja praktisch nicht hin." und dann war die Strasse gesperrt wegen Radrennen, auf einmal waren wir in Gstaad, da ist gerade "Menuhin-Festival" und "Swiss Open" und ich dachte mir: "Oder aber: voll viel los mit lauter posh-Touristen". Und dann waren wir in Lauenen und ..... parkten am menschenleeren Dorfplatz und die einzigen zwei, die uns begegneten, als wir uns auf den Weg zum See machten, waren ein Vater und ein winziges Kind auf einem Rad mit ohne Gangschaltung in einem mintfarbenen Mbappe-Trikot, das sehr süss sehr viel klingelte.


Ziel: kurz unterhalb von den Schnee

L. schwadronierte noch viel über wetted perimeter und flow velocity, das Geography-IA sitzt noch tief.
 

Überraschend steiler 200Höhenmeter-Anstieg zum See, versüsst durch Tierfiguren aus Holt


Der See. Sehr moorig (trotzdem haben Leute drin gebadet), wir haben ihn umrundet und bevor es richtig rauf ging, eine Mittagspause eingelegt. Aufgrund unserer "grossen Rucksäcke" wurden wir von einem alten Ranger auf dem Ebike gefragt, ob wir planen würden zu biwakieren. Unsere Antwort "nein, es ist noch hellichter Tag" "Nein, wir gehen zur Geltenhütte rauf" wurde nickend goutiert

Grosse Begeisterung über einen zweiameisengrossen winzigen Frosch (der dunkle Punkt neben L.s Händen), bis wir realisierten, dass der ganze Weg über etwa 100m vor lauter Minifröschen wimmelte.

Dann: rauf. Am Geltenbach entlamg. der mit malerischen Wasserfällen alles gab. Wir wussten: der "Geltenschuss" würde ungefähr die Hälfte des Weges markieren, mussten immer wieder schauen, ob er das schon ist.




Als wir ihn dann aber weit, weit hinten im Tal sahen, war es klar.

Es war zwar verglichen zum Unterland echt frisch (die Wetterapp sagte 23 Grad), wir schwitzten aber dank der insgesamt 900 Höhenmeter gottlos und auch die Kühe vor Ort hatten keine Lust mehr.

Q. mit schneller Feuerwehrausstatterbrille und Schmetterling vorne drauf



Hier dachten wir, wir hätten unser Ziel (die Hütte zwischen dem zweiten und dem dritten Gipfel) gesehen. War es aber nicht.


 

Meine Wetterapp zeigte Regen ab 20:00h und ein Gewitter ab 16h an, des Hübschen App sagte "Starke Gewitter ab 14h", die Sonne knallte und als wir noch einmal Rast machten und ich gerade die Kaffeemaschine auspackte, meinte L. "Wir haben zwei Tropfen auf den Kopf gekriegt und sind uns nicht sicher, ob es Schweiss ist". Also: Kaffeemaschine eingepackt, weiter gings, ich hielt mich an der von mir ausgegebenen Maxime "Nass werden wir zu 100% nicht" fest.


Stilsicher mit der Rennkappe von meinem Arbeitgeber

Wir machten dann im Schatten nochmal eine Pause, diesmal gab es Kaffee und kurz nachdem wir diesen Helikopter fotografiert hatten, machten die Wolken das, nach das sie aussehen. Es begann, richtig zu schütten! Wir sassen unter dem ersten Überhang der ganzen Wanderung und schauten uns das mal so ein bisschen an. Irgendwann zogen wir die Regenjacken (ich bin ja bergsozialisiert und habe IMMER Kleider für einen Wetterumschwung dabei) an und machten uns, nachdem der Donner ein bisschen abgeflaut war, auf den restlichen Weg nach oben.



ich meine: Regen. Kennt man ja kaum noch.

Die Islandcrew natürlich sehr, sehr happy

Das hier ist der Geltenschuss von oben.












EINHUNDERT PROZENT, ICH SCHWÖR!!!

Statt den Ameisenfröschen kamen jetzt Unmengen Alpensalamander raus und liessen sich beregnen, wir mussten wirklich aufpassen, nicht auf einen draufzutreten.



Und dann waren wir auch schon am Ziel: der Geltenhütte



Wir hatten Glück und ein Fünferzimmer für uns, das war super. Wir hatten Platz für unsere Rucksäcke, mussten nur aufeinander Rücksicht nehmen und nicht Fremde beschnarchen.

 Bis zum Abendessen haben wir in etwa fünf Runden Uno Flip gespielt (die GenZ rechnet bei Uno die Punkte nicht mehr zusammen?!), Radler getrunken, GEDUSCHT!!!. 

Zum Abendessen gab es Nudelsuppe, Salat, Randenrisotte und Himbeerkuchen und man darf es gar nicht sagen: wir lagen um 9 im Bett (draussen hat es die ganze Zeit gewittert, geschüttet und gehagelt.)
Heute morgen dann: Kein Regen, nahezu wolkenloser Himmel (keine Sonne, die Sonne kommt irgendwann mittags über die Berge)


Aussicht ins Tal

Die Wasserfälle, die gestern abend noch braun und dreimal so gross waren



Nach dem Frühstück ging es los (erst daheim stellte sich raus: wir haben eine Regenjacke von uns auf der Hütte gelassen und eine falsche mitgenommen. Alles getan, um das zu sortieren, mal sehen, ob es klappt. Sorry)

Perfekte Wanderbedingungen: ungefähr 15 Grad, keine direkte Sonne. Und laut bimmelnde Kühe






Von denen eine dann irgendwann unsere Gruppe trennte :-)





Nocmal einen Blick zurück auf den Geltenschuss



und auf dem deutlich ausgesetzteren, aber deutlich angenehmeren, weil fast graden Weg Richtung See zurück

Es wurde noch gescherzt: so lang wie das grad geht, geht es irgendwann senkrecht eine Leiter runter. Well.



Nicht ganz senkrecht





Richtig schön war das. Bevor wir uns die wirklich steilen Serpentinen nach unten antaten, gab es noch eine Brotzeitpause mit Kaffee (Power aus der Powerbank, das vorgekochte Wasser vom Vortag war nur noch laurwarm)

Ich hatte für die Zuckerfraktion keinen Löffel dabei, Karottensticks waren auch aus, deshalb: Stöckchen




Man sieht nicht ganz, wie steil es links runtergeht. Aber das Seil rechts zeigt es schon ein bisschen.

Am Ende der Brücke haben wir die Runde zum Start geschlossen

Bisschen andere Route zurück nach Lauenen



Zum Abschluss der schweizerischste Wegweiser, den es gibt, aber dafür war es selbst uns zu heiss.

Das war ein tolles Wochenende, die Waschmaschine rotiert, mein eines kaputtes Knie jammert ein bisschen, aber TOLL WARS! (Grosser Vorteil grosser Kinder: jeder trägt, was er braucht, selber. Keiner heult. Und nur die, die wollen, kommen mit. Diesmal: alle.)