Freitag, September 17, 2021

170921 Schlaflos, Kopfschmerzen, Bauchweh. Läuft

 Alles bisschen unrund hier.

Ich habe seit drei Tagen mittlerweile mörderische Kopfschmerzen über dem linken Auge, die ziemlich sicher von einer Nacken/Schulterverspannung kommen. Ibuprofen hilft genau gar nichts, deswegen nehme ich es auch nicht mehr. Kein Ibuprofen hilft auch nix, habe ich also Kopfschmerzen.

Jonny hat mich um fünf geweckt, mir fiel sofort das potentielle Riesenproblem ein, das sich gestern im Lauf des Tages gezeigt hatte (Ich hatte erst auf Systemfehler gehofft, dann aber eine Antwort bekommen, die den Fehler total auf die Bedienerseite schob, also meine Kollegin und mich.). Ich überlegte und malte mir Horrorszenarien aus, wie doof das werden würde, das allein nur aufzuklären geschweige denn zu beseitigen. Ich lag also wach. Bis der Wecker läutete.

Direkt noch zum Frühstückskaffee machte ich mich an das Problem (parallel mit meiner Kollegin) und wir kamen zu dem vielversprechenden Schluss, dass es sowohl ein Systemfehler als auch ein Bedienfehler als auch eine sehr widersrpüchliche Kommunikation und Anleitung war. Und einige Kollegen sich abstruseste Extrawürschte rausgesucht haben. LOLOMAT!

Um 8 war ich dann einkaufen, mal wieder im grossen Hieber in Lörrach, weil ich ja um neun einen Friseurtermin hatte. Also wurde mal wieder bevorratet mit Sachen, die es hier nicht (Eszetschnitten) oder schwierig (Oatly Barista)  oder zu inakzeptablen Preisen (Frittierfett) gibt. Wegen Kopfschmerzen war ich unkonzentriert und habe lauter Zeug auf dem Einkaufszettel vergessen und fast meine Schweizer EC-Karte durch konsequentes Eingeben des PINs der deutschen EC-Karte gesperrt

Beim Friseur war es dann sehr erholsam, ich habe jetzt wieder Babyhundehaare wie Frau Novemberregen oder "Seiten auf Kontostand", wie L. das nennt. Mit 3G gibt es jetzt wieder Zeitschriften beim Friseur und ich bin wieder up to date, was die Promis angeht. Skurriles: es gibt Friseurkunden, die sich beschweren, dass sie nicht vorab über die Wiederverfügbarkeit von Zeitschriften informiert wurden und deshalb mit selbst angeschafften Zeitschriften aufliefen. Und: es gibt eine Infokampagne von Philipp Morris, die darüber "informiert", dass nicht das Nikotin, sondern der Rauch das Gefährliche an Zigaretten wäre. (Disclaimer ganz klein: Nikotin ist auch schlimm, aber nicht ganz so.). Was soll das Learning daraus sein? Zigaretten lieber essen als rauchen, dann stirbt man ein bisschen später? Vielleicht?

Wieder daheim dann mit der Kollegin die Fehlerbehebung diskutiert (gnaaaaaaaaaaaah!), mit dem Hübschen, der auch einen doofen Morgen hatte, das Mittagessen auf später verschoben. Dann von L. gehört, dass der "Bauch- und Halsweh" hat, also mit KOPFSCHMERZEN und Hunger L. von der Schule abgeholt (immerhin hatte der schon gegessen), dann endlich was gegessen, Arbeitszeug beendet und mit L (der nach Pfefferminztee, Banane und Schläfchen schon wieder fitter war) einen detaillierten Plan ausgearbeitet, wie er Hausaufgaben, die 5 (oder 6?) Tests nächste Woche und das Nacharbeiten des verpassten Schulstoffs von heute nachmittag unter einen Hut bekommt. Es ist echt eine Herausforderung, das in eine Schulwoche, wo er jeden Tag ausser Mittwoch Nachmittagsunterricht bis 17:15 hat, zu integrieren, wenn man nicht das GANZE Wochenende darauf verwendet, einmal weil es ja noch Hobbies (wie zB einen ganzen Pfaditechniktag morgen) gibt und auch irgendwann mal Pause sein muss.

Dann beim Coop die vergessenen Sachen eingekauft, mit Q. besprochen, wie er am Montag zu seiner Abschlusskontrolle vom fast abben Fuss kommt, die Schulbohne umgepflanzt, Pizzateig gerürht, überlegt, welchen typisch Schweizer Kuchen ich für die Internetfreunde, die morgen vorbeikommen, machen könnte (sorry, ich stand wegen Kopfweh echt neben mir, es ist ja so einfach!), L. parallel bei den Hausaufgaben und dem ganzen anderen Rest unterstützt bzw halt motiviert

Es klingt jetzt alles nicht ganz so dramatisch viel und zu viel, wie es sich angefühlt hat, das ist ja auch was, was eine durchs Aufschreiben mal klar wird.

Jetzt: Freitagspizza und Wochenende. Ich kann beides sehr gut gebrauchen!


Donnerstag, September 16, 2021

160921 Ruhe vor dem Sturm (oder auch: inside Gerüchteküche)

 Heute war mal wieder Bürobürotag und ich hatte mich auf zwei Eventualitäten vorbereitet: 

1. es regnet, wenn ich mit dem Rad losfahren würde

2. nicht.

Es regnete ziemlich konstant die ganze Nacht, Regenradar (ich trau dem nur so mittel) prophezeite noch mehr Regen bis nach 8, also stieg ich nach dem Frühstück mal wieder ins Auto und wagte mich in den Berufsverkehr Richtung Basel. Joah, das mochte ich noch nie besonders, heute noch dazu im Regen und auserdem bin ich tatsächlich ein bisschen aus der Übung, was Autofahren angeht, ich fahre ja nicht mal mehr regelmässig 1x die Woche ins Dytsche zum Einkaufen.

Dann war so viel los, dass es ewig ging und es tröpfelte dann orgendwann nur noch und ich habe relativ lang damit gehadert, nicht doch einfach aufs Rad gestiegen zu sein. Naja, war aber Übung und ausserdem hae ich einen wunderschönen Parkplatz in der Tiefgarage bekommen..

Heute war tatsächlich ein Grossteil meienr direkten Kollgen da, wir hatten unser Teammeeting sogar fast im Prä-Covid-Setup: 5 von uns in einem Meetingraum, der Kollege aus Bayern und die Kollegin aus Brasilien per Video zugeschaltet. Nur der Meetingraum ist eigentlich für 25 Leute ausgelegt, wr haben uns halt drin verteilt.

Bei Mittagessen und Kaffee viel Spekulationen über die Bedeutung des Townhalls gestern aben für unsere Abteilung. Lustigerweise fuhren alle am Nachmittag nach Hause, um sich das dann von Zuhause anzuhören. Keiner möchte mehr lang im Büro sein (ich auch nicht, vor allem mit der Aussicht auf das um halb sieben dann direkt folgende näcshte Meeting mit den Kollegen aus Kalifornien.)

Vormittags bin ich noch eine Runde durch die Stadt getrappelt, für L. Lateinlernkarten in der Buchhandlung abzuholen. Es ist ja ein bisschen lustig: ich selber habe nie mit Karteikarten gelernt, weil ... ging ja auch einfach mit der Vokabelliste. Ich merke aber, dass sich L. mit Karten oder Quizlets oder was auch immer viel leichter tut. Weder er noch ich haben aber Lust, 400097834986 Karten selber zu beschriften, da hat man dann schon überhaupt keine Lust mehr drauf. Praktischerweise gibt es zu Lateinbuch (und vermutlich auch für Franz und Englisch) die enstprechend sortierten Karten fertig zu kaufen. Ich habe also bei der lokalen Buchhandlung in die Filiale bestellt, weil das mit allem am schnellsten war, nur um von L. zu hören: "Ach ja, die hätten wir auch vom Herrn L. bekommen können, er hat eine ganzen Klassensatz. Ich hab mal keine genommen." Naja, egal, jetzt haben wir sie und ich hatte einen schönen Spaziergang durch die erwachende Stadt. WIE ICH DAS VERMISST HABE! (und so unter uns: der Orell Füssli ist umgezogen, oder? Der war doch vorher neben der Parfümerie über zwei Häuser verteilt und sehr kompliziert und man konnte von der Freien Strasse und der anderen mit den Tramgleisen rein? Ich frage für eine sehr perplexe Frau, die drei Mal um den Block gelaufen ist und sich dann von Google Maps lotsen liess. Die ganzen 20 Meter.)


Heim am Nachmittag, nach Spaziergängchen in Schlunzklamotten geschlüpft und mit frischer Haarfarbe auf dem Kopf vor da Townhall gesetzt. Für einen Webcast ohne Kamera meinerseits brauche ich nicht seriös auszuschauen. (Für das Meeting mit den US Kollegen direkt danach wäre es schon praktisch gewesen, fiel mir dann mit Handtuchturban und meinem alten Uni-T-Shirt mit Wasserflecken auf.


Nun ja. Egal.

Gegessen:

Hefezopf mit Honig

Eblypfanne mit Karottensalat

Gyozas und Salat


Gesehen: "What if"

Gelesen "Stadt der grossen Träume"

Mittwoch, September 15, 2021

150921 Müde

 Aufgewacht zu Regen.

L. fuhr in einer Regenpause mit dem Rad zur Schule, er hatte sich überzeugen lassen, wenn schon keine Regenhose, dann doch eine trockene Austauschhose mitzunehmen. Hat er nicht gebraucht, Wasser auf die "Boah, Mamiiiiiii"-Mühlen. Oder eben kein Wasser.

Frühsport, schminken mit unter anderem den Sachen aus dem lange unterwegsen Paket von gestern. Das Powderblush hat mehr Wumms als gedacht und ich deshalb den ganzen Tag ein fröhliches, aufgeregtes Leuchten im Gesicht.

Dann: Townhall der Ober-Ober-Oberchefin, Es gab vorab viele Gerüchte, jetzt ist die Katze aus dem Sack, was die Änderungen von oben angeht (ich habe den Ausdruck "lift & shift" neu gelernt), wir haben morgen das Townhall der Ebene eins weiter unten, mal sehen, ob es für uns Änderungen gibt, die heute noch nicht erwähnt wurden.

Sonstige Neuigkeiten: ab Montag Zertifikatspflicht im Büro für die, die ihren Job auch von daheim machen könnten. Alles andere bleibt gleich (Masken, Abstand, Tralala), es ist also eine Zusatzmassnahme. Finde ich gut.

Mittagessen mit L. dann mit ihm schnell schauen, was noch ansteht (er hat morgen zwei, vielleicht drei Tests) an Hausaufgaben und Lernen. 

Während ich unser Teammeeting leite, duscht er und macht Mathehausaufgaben.

Im Anschluss habe ich eine Stunde Meetingpause und unterstütze mit ein paar Tipps in Geometrie und frage Länder, Haupstädte und Sprachen auf Englisch ab. Manche hätte ich auf Deutsch nicht gewusst (Hauptstadt/Landessprache von Grönland? Wales? KANADA?).

Dann noch anderthalb Stunden Meetings (grad mal dem brasilianischen Kollegen, der in Kanada lebt, von meinen Erkenntnissen berichten, bisschen über den Erdkundestoff im Bayern der 80er fachsimpeln --> Die Gründung von Brasilia!), dann Feierabend.

Wäschezusammenlegen, mit den Kindern schwatzen, mit dem Hübschen abklatschen, der nur kurz heimkommt, bevor er zum Gymnasiumselternabend verschwindet.



Katzenründchen durch den leichten Nieselregen, Essen machen, Sachen packen für vielleicht morgen mit dem Rad zur Arbeit fahren. Oder nicht. (und die Impfpässe der Kinder zum Kopieren für die nächsten PFadilager ---> Zertifikatspflicht mitnehmen).

Duschen, Kleider rauslegen, auf den Hübschen warten. Rapüh.

Gegessen:

letztes Stück Apfelkuchen

Salat mit Bratkäse

Tortellini mit Käsesosse überbacken und Salat


Gelesen: "Stadt der grossen Träume"

Gesehen: "Greys Anatomy"


Dienstag, September 14, 2021

140921: 17 Jahre "Gut gebrüllt"

Aufgestanden wie immer, Kinder aus dem Haus geschickt, fast vergessen, Q. (KAYAKTAG! Heute im Rhein.und ja, vermutlich sagt man "auf", aber es war auch schon "im" anstatt im Kanal, das ist so grossartig!) Lunch parat zu machen, deshalb hat err dann ein richtig heiss aufgebackenes Minipagnol mitbekommen.

Dann auf den Crosstrainer gesprungen, ich musste heute rechtzeitig fertig und geduscht und geschminkt sein, weil noch vor Eintreffen der Putzhilfe  ich schon geschniegelt und gestriegelt in einem Meeting auftauchen musste. (An sich habe ich ja keine Mühe mit Morgenmeetings, gern auch schon vor halb acht), aber wenn ich abends bis ewig in Meetings hänge, kommt der Sport halt vornedran und ich bin noch nicht so weit, dass ich ungeschminkt in Meetings gehe :-).

Mittlerweile ist Dienstag ja (sobald die Putzhilfe weg ist), mein einziger ganz alleine Homeofficetag (Mittwoch kommt L. mittags heim, Donnerstag plane ich jetzt ja regelmässig ins Büro zu gehen), das zelebriere ich fast so ein bisschen mit total schlechtem Benehmen wie Seriegucken beim Mittagessen und so :-). Hat natürlich dazu geführt, dass ich mich an der ersten Kürbissuppe des Jahresso überfressen, dass mir ein bisschen schlecht war und ich entweder eine Runde hätte schlafen müssen (untertags überhaupt keine gute Idee, weil ich dann total schlecht gelaunt bin) oder halt todmüde einmal um den Block latschen. Bei Traumwetter natürlich keine Frage, das hat richtig gut getan und der back-to-back-Meetingnachmittag und ABEND war viel besser durchzuhalten.

Alles in allem ein sehr interessanter und toller Arbeitstag,nur halt echt lang. (Und die Pommesdüfte, die ab halb sieben durchs Haus ziehen, weil sich die Kinder selber was geholt haben, bevor Hausaufgaben gemacht werden (L) oder zu Pfadihock verschwunden wird (Q), machen es nicht leichter, sich mit hohlem Bauch auf das letzte Meeting des Tages zu konzentrieren.

Zwischendrin habe ich noch ein sehr lang erwartetes Paket aus USA in Empfang genommen, ich war da zwischendrin mittelnervös, weil in der/dem/das Shipment Tracking, wie sagt man (Mann,meine Leertaste klemmt), Sendungsverfolgung hiess, das Zielland wäre Australien. War es dann doch nicht und ich freue mich sehr, dass alles heil angekommen ist.

Gegessen:

Apfelkuchen

Kürbissuppe

noch mehr Kürbissuppe


Gesehen: Greys Anatomy

Gelesen: "Stadt der grossen Träume"

Sonst:

Das Blog hat Geburtstag. Ich glaube, heute oder gestern. Seit 17 Jahren schreibe ich hier, 6895 Posts, seit Jahren einigen Jahren mit ohne Kommentaren für den Seelenfrieden, ich habe grossartige Menschen kennen gelernt und getroffen, ich habe in menschliche Abgründe geblickt und sehr hässliche Seiten von Menschen gesehen. 

Alles in allem ist es aber so, dass ich es unglaublich gern mag und die Erfahrung nicht missen möchte und naja, deshalb auch einfach nicht aufhören werde.

Die Kaltmamsell bloggt ein Jahr länger und hat das passenderweise heute aufgeschrieben und die abschliessenden Worte treffen es halt schon perfekt:

Ich genieße seine Irrelevanz immer noch als Freiheit und tippe hartnäckig in diese völlig egale Ecke des Internets, damit es wenigstens einen kleinen Garten in den unendlichen Weiten des Webs gibt, in dem die Utopie des „Everybody has a voice“ weiterlebt. Auch wenn die tägliche Bloggerei leicht zwanghafte Züge hat. Dank allen, die hier mitlesen, die sich beteiligen. 


 

Montag, September 13, 2021

130921 Fertig ausgeruht

 Ich muss gestehen, ich fand es gar nicht sooooo unangenehm, dass letzte Woche der Grossteil der US- und kanadischen Kollegen freigenommen hatte, das hat meinen Workload schon ziemlich reduziert. Jetzt sind sie alle wieder da (und ich bin prompt in ein Fettnäpfchen getappt, weil "I had to evacuate my parents due to the wildfire at Tahoe" ist natürlich nicht die Antwort, mit der man, also ich, auf "Und, schöne Ferien gehabt?!" erwartet.) und voller Tatendrang und haben alle volle Inboxen. Und ich muss wieder lernen, damit umzugehen, dass anstatt weniger zu werden, die Aufgabe gegen Abend hin immer mehr werden und es illusorisch ist, mit leerer ToDo-Liste in den Feierabend zu gehen.

Aber:läuft, alles gut.

Mit Q. habe ich vor dem letzten Abendmeeting noch ein Katzenründchen aka Spaziergang ums QUartier gemacht, das war schon schön, auch wenn Jonny uns halt bisfast daheim rufen und rascheln liess und dann auf einmal aus dem Gebüsch sprang.

Sansa hat heute Viktor, die Schulbohne vom Fensterbrett geworfen, ich denke, das hat einen grösseren Einfluss auf Viktors Gedeihen als das Giessen mit Sprudelwasser.

L. ist ziemlich geknickt, er hat einen Test versemmelt (vor allem, weil er die Ankündigung nicht als solche verstand und das ein Test war, der nicht Verständnis, sondern Auswendiggelerntes abfragte), ausserdem hat er diese Woche insgesamt 5 Tests und das ist schon mal eine Hausnummer.

Das ist wirklich was, was ich dem Schweizer Schulsystem bei aller Durchlässigkeit und Tralala ankreide: diese Larifari-Primarschulzeit über 6 Jahre alle Leistungsstufen zusammen, was dazu führt, dass mit dem hier gelebten Verständnis von Inklusion (die endet übrigens auch nach der Primarschulzeit) sich der Anspruch an den Schwächsten orientiert und naja, wer mehr machen will, kann ja mehr machen. Oder Malen. Oder Lesen. Oder Nix. Und dann wird nach der 6. Klasse nach Potential aufgeteilt und von null auf nix müssen die Kinder auf volle Leistung hochdrehen, ohne dass sie das Lernen überhaupt gelernt haben. OK, unsere Vergleichsgrösse ist EINE Primarschule in EINEM Kanton, eine ssehr limitierte Anzahl an Lehrpersonen, zwei Kinder, denen die Primarschulzeit sehr, sehr leicht gefallen ist. Also: statistisch natürlich null relevant, das weiss ich auch. Ich habe aber noch die Aussage einer Lehrperson im Kopf, die meinte: "Das Ziel ist, dass die Kinder nach der sechsten Klasse eine DIN-A4-Seite Text schreiben können, den man halbwegs lesen und verstehen kann. Und das schaffen nicht alle." Und ab Tag eins in der 7. Klasse sollen sie auf einmal in kurzer Zeit Unmengen Stoff verarbeiten können, nachdem das Hirn einen signifikanten Teil der letzten Jahre halt gemalt hat. Oder gelesen, oder nix gemacht.

Naja, es hat bei Q. geklappt (da ist es wunderbar zu sehen, wie wissbegierig Teenager sein können und wie enthusiastisch für neue Themen und neue Bereiche und DAS LERNEN! Der Wechsel aufs Gymnasium war mehr oder weniger reibungslos), es wird auch bei L. klappen, aber dieses harte Auftreffen auf dem Boden der Realität müsste halt echt nicht sein, wenn man die Hirne der Kinder, die mehr können und wollen, als einen halbwegs verständlichen Text hinzukriegen, nicht brachliegen lassen würde.

Naja. Rant zu Ende, wir sind ja jetzt fertig mit Primarschule. Und ich vermute, in einem halben Jahr allerspätestens flutscht das.

Gegessen:

Apfelkuchen

Salat mit Bratkäse und gebratenen Steinpilzen

Montagspizza


Gesehen: "Greys Anatomy"

Gelesen: "Stadt der grossen Träume" 

Sonntag, September 12, 2021

120921 Ausschlafem Apfelkuche, a-Deklination

 Heute morgen, als Jonny um 5:20 hungrig war, war ich sehr, sehr sauer auf michselber, dass ich am Vorabend erst gegen eins ins Bett bin, wo doch der Wecker um sechs läutet. Was war das für eine Freude, als mir klar wurde, dass es ja NOCH einen Tag Wochenende gibt!

Der Hübsche hatte sich zum Frühstück heute nach langer Abstinenz mal wieder Bacon besorgt (also nicht nur für sich, aber ich mag das tatsächlich nicht), L. hatte sich gestern abend für heute Pancakes gewünscht und ich hatte wie immer frischen Hefezopf gebacken, wir waren also mehr als üppig versorgt.

War aber auch eine gute Grundlage, es gab nämlich noch einiges zu erledigen: Q. hat Franz-Voki-Test nächste Woche, L. hat insgesamt 4 Tests (Geschichte, Deutsch, Mathe und Medien und Informatik) und die Woche drauf Lateintest, also: jede Menge zum angucken, Lernen und abfragen.

Ich habe zwischendrin noch einen Apfelkuchen für die Nachmittagsverabredung mit einer Freundin und Kollegin fertiggebacken, und mich dann mit L. mit Latein befasst. Ich finde das sehr spannend: ich habe Latein ja als erste Fremdsprache gelernt und alle Fremdsprachen danach so wie Latein. Sehr rational, grammattikbasiert. Die Kinder haben nun seit der dritten Klasse Englisch, seit der 5. (oder 6.?) Französisch und L. jetzt eben Latein neu dazu. Englisch und Französisch haben sie ganz anders als wir gelernt. Der Englischlehrer meinte mal, sein Ziel wäre, dass die Kinder am Ende des ersten Jahres "Airport-English" könnten, also, falls sie auf einem internationalen Flughafen verloren gehen, nicht nur heulen, sondern sich verständlich machen. Das (und Youtube und alle Filme seit Jahren nur im Original) hat dazu geführt, dass die beiden zumindest Englisch sehr locker und frei sprechen, viel angstfreier als ich nach der Schule. Latein hingegen .... ok, es gibt keinen BEdarf für Airpor-Latein und auch heute lernt man Latein noch sehr systematisch. Mein humanistisch gebildetes Herz juchzt bei der Erklärung der verschiedenen Konjugationen, beim Konstruieren von Wörtern, L. .... denkt sich (hoffentlich noch): "Hä?!"

Dann: Apfelkuchen, Vanilleeis, Ratschen auf der Terrasse, etwas, was die letzten 18 Monate viel zu kurz kam.

Zwischendrin kam eine Reservierungsbestätigung für ein Restaurant in Island, das wird alles sehr toll.

Jetzt: schnell Abendessen machen, morgen ist nun wirklich MONTAG!

Samstag, September 11, 2021

110921 20 Jahre

 Ich glaube, ich habe das noch nie aufgeschrieben, aber natürlich weiss ich, wo ich am 11. September vor 20 Jahren war.

Der Hübsche und ich haben Doktorarbeit gemacht und waren dementsprechend in der Uni im Chemiebau. Ich erinnere mich, dass ich auf dem Weg von der Bibliothek über den Snackautomaten zurück ins Labor war (damals habe war ein Tütchen Erdnuss-M&Ms  und eine Cola light mein Snack für immer).

Ich durchquerte also die Halle und hörte zwei andere argumentieren: "Wenn ich der Pilot wäre und jemand würde sowas von mir verlangen, dann würde ich das Flugzeug direkt abstürzen lassen." und "Ich glaube nicht, dass man das so einfach macht." und dachte: "Aha, mhm, irgendein Film oder Computerspiel". Auf dem Weg zurück ins Labor habe ich irgendwie mitbekommen, dass etwas ganz krasses passiert und wir sind zu unseren Freunden vom Nachbarlehrstuhl, die IM Labor einen Computer hatten, nicht wie wir, wo es hiess, die würden da kaputt gehen und deshalb im Computerraum versammelt waren, ins Labor gelaufen und haben (man muss bedenken: 2001, da war nix mit Smartphone, Youtube, Fernsehen online etc). Irgendwer rief: "n-TV.de" und dann drängten wir uns vor dem kleinen Bildschirm und sahen sprachlos zu, wie das zweite Flugzeug in den Turm flog, wie die Türme einstürzten. Irgendwann fuhren wir nach Hause, schalteten dort den Fernseher ein und schauten Stunden und Stunden im Wechsel Peter Klöppel undSteffen Seibert zu, wie sie versuchten, die Fassung zu bewahren. Enya kann ich seitdem nicht mehr ertragen.

Heute haben wir mit den Kindern die Tagesschaubilder dazu angeschaut und L. hatte das tatsächlich noch nie bewusst gesehen und hat fast geweint.