Besuchsmorgen, der zweite
Gestern war es wieder soweit: Besuchsmorgen bei Little Q. im Kindergarten.
Diesen Termin habe ich mir seit dem Bekanntgeben des Semsterplans fix im Kalender eingetragen, dieses Jahr brav Urlaub dafür eingetragen und für meinen halben freien Tag auch zT extrem wichtige Meetings verschoben oder delegiert.
Little Q. ist es so wichtig, dass er da auch Besuch bekommt, er war schon Wochen im Voraus aufgeregt, hat begeistert von den Vorbereitungen berichtet, mehr oder weniger alle Geheimnisse bewahrt, einfach wunderschön. Dadurch, dass Dienstag ja einer meiner Arbeitstage ist, war Little L. in der Krippe, ich konnte mich also voll und ganz auf Little Q. konzentrieren. Hach. (Und ja, mir hat das Herz geblutet bei den anderthalb Kindern, die eben keinen Besuch bekommen haben. Sicher (Hoffentlich) gab es dafür wichtige Gründe, wobei ich wirklich finde, dass man sich normalerweise diese lang vorab angekündigten zwei Stunden einmal im Jahr doch wirklich freischaufeln könnte, oder?)
Wie auch immer. Diesmal ist mein Plan übrigens aufgegangen, ich konnte die Zeit bis zum Aufbruch tatsächlich wie geplant zum Nähen nutzen (Merke: wenn schon zugeschnitten, brauche ich für zwei Imkes, mit gedoppelter Kapuze knapp zwei Stunden, da darf aber nix schiefgehen, dafür ist eine Spülmaschinenladung ausräumen und Kaffeemaschine entkalken aber mit drin).
Pünktlich um 10:00h war ich also im Kindergarten, wurde von einem begeisterten Little Q. begrüsst (der übrigens gestern zwei Geburtstagseinladungen abgestaubt hat ;-)), der mir unbedingt all das zeigen musste, was er jetzt, wo er ja einer von den Grossen ist, neu machen kanndarfmuss:
Wir sind den Ordner durchgegangen, er hat mir begeistert seine "Noten" gezeigt (Smileys in grinsig, neutral und traurig), wir haben Bücher vorgelesen, eine halbe Stunde lang sein Laserschwert gesucht, und schon gab es das am Vortag gebackene Znüni für alle. Die Kinder hatten Rosinen-, Schokolade- und Speckbrötchen gebacken, dazu gab es Sirup bzw. Kaffee für die Eltern.
In der letzten Stunde wurde dann mit vielen Liedern ein "Freunde"-Bilderbuch im Kreis vorgestellt und Little Q. war so aufgeregt, dass er das einfach mal die Klappe halten Aufstrecken ein bisschen vergass ;-)
Nach dem Verabschieden begleitete ich ihn noch in die Kinderkrippe, wo schon das leckere Mittagessen wartete.
Am Abend erzählte mir Little Q. folgendes: "Ich hatte dann heute beim Mittagessen ein bisschen Heimweh nach dir. Das ist dann halt so, gell, wenn man soviel Zeit mit jemandem verbringt, den man lieb hat, dann hätte man gerne, dass das noch länger geht. Da war ich schon ein bisschen traurig. Aber als ich dann am Nachmittag im Kindergarten bei der Frau H. abtrocknen und die Sachen in die richtigen Kisten versorgen musste, da war das Heimweh dann vorbei."
Hachhachhach.
(Beobachtungen diesmal: wow. Die jetzt grossen Kinder haben einen enormen Schub gemacht..... auch die, die letztes Jahr noch extrems schüchtern waren, sind jetzt selbstbewusst und in die Gruppe integriert....Ausserdem: kariös weggefaulte Milchzähne gibt es immer noch. Ich habe das das letzte Mal zu meiner eigenen Kindergartenzeit gesehen..... Und wie immer: ich würde als Kindergartenlehrperson durchdrehen. Am allerersten Tag. Um so bewundernswerter finde ich, wie ruhig und gelassen Little Q.s Kindergärtnerinnen sind ;-))