Samstag, September 26, 2026

260926

 So. Was ein Glas Rotwein, 1 Migränetablette und 8 Stunden Schlaf doch ausmachen können (jaja, vermutlich wäre es ohne den Rotwein noch besser gewesen und die Migränetablette hätte ich gestern nachmittag und nicht heute morgen nehmen sollen, aber mei).

Ich bin so viel leichter und entspannt (naja, nein, urlaubsaufgeregt und sehr anstrengend für meine Mitreisenden)! Ausgeschlafen bis acht, Kaffee im Bett, dann mit dem Hübschen auf der Terrasse gefrühstückt und mit Begleitung dann L. vom Flughafen abgeholt (als ich eingeschlafen bin, ist er in NYC ins Flugzeug gestiegen und hat ALLES verschlafen bis London, kein Essen, kein nix. Als ich aufgewacht bin, war er gerade gelandet). Bisschen lustig: wir hatten ihm aus Gründen angedroht, das Japanabholungsplakat mitrzubringen (haben wir auch), das war ihm ein bisschen unangenehm und so ist er "sobald ich den Koffer hatte, so schnell wie möglich allein ohne Kollegen raus" und dann fragte er per WA: "Wo seid ihr, hier ist keiner?!", weil er es geschafft hatte, auf der EU-Seite (Frankreich/Deutschland) rauszugehen anstatt der Schweizer Seite. Es mag für Leute, die Basel nicht kennen und das Konzept "Euroairport" auch nicht, sehr verwirrend sein, dass es halt zwei Seiten des Flughafens gibt, Schweiz und EU, aber naja, so ist das halt im Dreiländereck. Es geht aber erstaunlich einfach über die Abflugebene wieder zurück auf die helle Seite der Macht.

Jetzt sind alle wieder daheim und auch das erleichtert mich mehr, als ich dachte. Es gab ein ausgelassenes, fröhliches Brotzeitmittagessen mit Geschichten von zwei Klassenreisen (Amsterdam und New York), mit vielen Rätseln, wie zB: warum um alles in der Welt sind 4 SchülerInnen und eine Lehrperson in Amsterdam zurückgeblieben? oder "Gibt es irgendetwas auf der Welt, was langweiliger als Baseball ist?", mit vielen Eindrücken, sie hatten an beiden Orten ein grossarties Programm, dazu Geschichten von der gestrigen Feuerwehrübung der lokalen Feuerwehr mit der Werksfeuerwehr. Wie schön, dass sie alle da sind!

Dann gab es Reiseadminkram, ich habe alle bei "Visit Japan" für Einreise und Zoll registriert, habe Zugtickets für zum Flughafen gekauft, und unsere Daten bei Finnair hinterlegt. Remaining Abenteuer: Bei Finnair darf man maximal 20 Buchstabenvornamen haben. Der Hübsche hat 20 Buchstaben, verteilt auf drei Namen, d.h ich habe sie jetzt mal ohne Leerzeichen angegeben, werden wir sehen, was passiert. Und heute abend kann ich uns einchecken und bin gespannt, wo wir landen. Ich war nicht bereit, 1000CHF extra für aussuchbare (günstigste Variante) Plätze zu zahlen, wir werden sehen, an wen wir uns ankuscheln werden beim Flug dann. eSIMs sind aktiviert, ich weiss jetzt, dass wir Androidnutzer keine mobile Suica Card nutzen können, weil der nötige Chip dafür zwar in allen iPhones ist, aber nur in in Japan produzierten Androidhandies. Werden der Hübsche und ich uns eine ICOCA Card in Osaka kaufen, L. hat seine PASMO (?) Karte noch.

Die Waschmaschine arbeitet hart, alle Jungs haben nochmal Haare geschnitten und Bärte getrimmt, ich habe beschlossen, diesmal nicht zu blondieren, sondern das jetzt so zu lassen. Mal sehen.

Und jetzt werde ich das erste Kürbisrisotto der Saison anrühren, ich freu mich.

(URLAUB!!!!)

Freitag, September 25, 2026

250926

 Uff, uff, uff. Es ist soweit, spoiler ich mal selber vorneweg: ich habe wirklich und wahrhaftig Urlaub. 

Der Tag startete um 5:30h ohne Schwimmen, mit Dusche und Arbeiten zur Skincaremorgenroutine am Frühstückstisch. Um kurz nach acht machte ich mich ausnahmsweise mit dem Auto zum Friseur, weil ich wenig Zeit hatte UND noch Katzenfutter besorgen musste. Das wären insg 50k mit dem Rad gewesen, normalerweise ein Traum bei diesem Wetter, heute zeitlich aber nicht drin, mein Tag war pickepacke voll gepackt. Ich hatte auch gestern (wir waren nach der Arbeit noch Ph3-Resultate im firmeninternen Club feiern, aka ein alkoholfreies Bier und zwei Oliven, bis ich um halb acht heimgeradelt bin, aber andere haben lang gemacht) keine Zeit / Nerven mehr gehabt, 2-3 Stunden mit nassen Haaren und ruhiger Hand zu investieren, um die Haare zu blondieren und zu tonen, also bin ich einfach mit Ansatz zum Schneiden. Mit der Aussicht, dass es doof aussehen würde und ich dann halt heute abend oder am Wochenende färben würde. Jetzt.... sieht es aber gar nicht mal doof aus und ich überlege, ob ich es so lasse. (Style ist nicht mehr der Friseurinnenstyle, sondern verraufte Haare und müdes Gesicht nach einem langen Tag und noch längeren Wochen und Monaten.)




Frisch daheim: Stragegieteammeeting mit dem Team mit dem Readout. Wir geben mehr Geld aus!

Dann: schnelles Mittagessen (im Gemüsekorb waren keine Tomaten und ich war noch nicht einkaufen, es gibt also Nudeln mit gebratenen Zucchini, Zwiebel, Knoblauch, getrockneten Tomaten und separat gebratener Aubergine und Parmesan. Schmeckt super.

Dann: Das gleiche Training zum IT Projekt wie gestern nochmal halten, heute voll virtuell. Wir kommen mit der ZEit besser hin.

Im Anschluss: eine Stunde mit meinem Chef, in dem ich ihm für Notfälle meinen Projektstatus für ALLE Projekte feede (incl cheat sheet und grad noch Feedback. zB "Bei dir ist aber echt richtig viel los grad, hm?") Dann nochmal (von seiner Seite) ein Check, wie ich das gestern verdaut habe. Er denkt, er müsste mich aufbauen und trösten, damit ich mir das nicht zu Herzen nehme, ist dann etwas erstaunt über mein im Gegenteil "Das hat mir total viel geholfen, weil ich jetzt nach 11 Jahren geschnallt habe, dass der Fehler nicht bei mir liegt". Für ihn ist die Sache nicht erledigt und ach, er ist ein richtig guter.

Dann noch ein letztes weekly Krisenupate abschicken (das sollte überhaupt nicht die Norm sein, ich habe aktuell 3-4 solche wöchentlichen Leadershipkommunikationen. Was hatte ich am Anfang Schiss und wie wenig schlimm ist das jetzt. Ich muss jetzt schauen, dass das auch wieder aufhört der Reihe nach, allein die letzte war jetzt eher eine Erfolgsmeldung. Eine Teamkollegin übernimmt das für die nächsten beiden Wochen und dann mache ich noch eine letzte und dann ist das hoffentlich schon mal gut.

Und dann.... aktiviere ich den OOO responder und melde mich im Chat auf "away" und dann würde ich mich am liebsten auf den Boden legen und ein bisschen weinen, so erschöpft bin ich. Stattdessen gehe ich Wocheneinkauf machen (ein bisschen was brauchen wir noch bis Mo, checke mit Q., wie sehr sein Pfadikurs mit unserem Urlaub überlappt (ein Tag), organisiere Katzencoverage und dann kommt der Hübsche nach Hause und wir laufen eine Runde um die Felder, um auszulüften. 

Flammkuchen, weil nur wir zwei zum Abendessen da sind, dann Feierabend

URLAUB!

Donnerstag, September 24, 2026

240926

 Der Arbeitstag war verrückt, zwei Sachen möchte ich teilen:

ich bin jetzt so gut im Kraulen (wahrscheinlich habe ich mir wieder irgendeinen Quatsch angewöhnt, aber ich fand mich heute richtig elegant: immer schön mit Schaufel eingetaucht, sehr kontrolliert, auch mit links Zug gespürt.), dass ich 6 Bahnen durchgehend gekrault bin und Muskelkater davon habe, so zwischen den Schulterblätern. Mal sehen, was nach 2 Wochen Pause noch da ist.

Und: ich habe heute ungefragt, ungebeten, unerwartet Schutz und Rückhalt von meinen KollegInnen und meinem Chef bekommen. In einem Meeting. Und das war so: Wie ein paarmal (lol) schon erwähnt, bin ich Lead für ein grosses Digitalprojekt, das eigentlich für ungeführ 150 Leute am 15. ausgerollt hätte werden sollen, jetzt wird es der 30. und der 6. 10., aber wir haben heute das erste Training dazu gehalten und davor noch eine Session mit ungefähr 30 Leuten, in denen es um v.a. den Output dieses Tools ging. Ich habe in dieser Session das Tool, die Änderungen im Prozess und so weiter  vorgestellt und war schon bereit für viele Fragen, nicht alle angenehm, es sind nicht alle begeistert, das ist ja auch ok. Und dann kam der eine Kollege, den ich seit über 10 Jahren kenne, der immer alles in Frage stellt, eine "unpopular opinion" hat oder "opinion that you are ot allowed to have" oder "comment you do not want to hear". Er ist bisher immer als "nicht ganz einfach, aber er hat so viel fachlich drauf und ganz unrecht hat er nicht immer" geframed und niemand hat ihn je in die Schranken gewiesen. Ich habe (dachte ich) gelernt, damit zu leben, antworte so lang sachlich, wie ich es hinkriege, irgendwann tiltet es und ich schnappe zurück und dann ärgere ich mich, er lehnt sich zurück und grinst und nach dem Meeting sagt er dann "I hope you did not feel offended" und ich rolle die Augen und sage nichts. Also. Es ging wieder los, es wurde sehr schnell sehr ätzend ("top down, niemand hat uns --> mich gefragt (warum auch? es gab uservertreter), blablabla immer weiter und weiter), bis ich irgendwann auf die Frage "So you are saying, we now believe AI more than our brains?" gesagt habe: "If you really desperately want to frame it that way: yes, we do." (was Quatsch ist und der Kollege, der beim LLM Training dabei war, hat es dann sehr sachlich und fachlich gut erklärt) und ich habe mich geärgert, dass ich mich habe provozieren haben lassen.

Als wir mit der Intro dann durch waren, habe ich gesagt "So, before we move to the brainstorming session, are there any more questions that should be covered here and not in the training later on?" und er kam nochmal: "I actually have another comment, that you will not want to hear" und ich dachte, ich höre nicht recht, als meine Kollegin neben mir meinte: "Actually she asked for questions, not for comments.... ....... ...... just kidding, go ahead". Das nahm ihm erstmal dne Wind aus den Segeln, er haute den Kommentar dann aber trotzdem nochmal raus und dann passierte nochwas: mein Chef schaltete sich ein und .... stellte ihn sehr sachlich, aber unglaublich bestimmt vor der gesamten Truppe in die Socken. Später meinte ein anderer Kollege aus unserem Team, er hätte nochmal mit unserem Chef geredet, weil es einfach nicht geht, wie dieser eine Typ Meetings kapert und Leute einfach bullied (ich bin ja nicht die einzige "er ist halt so"). Und all das zeigte mir: der Fehler liegt nicht bei mir, dass ich irgendwann tilte und schnappe, sondern beim Bully. Und das ist nichts, was man aktzeptieren muss, geschweige denn als "unbequemes, aber so wertvolles out of the box-denken" hochjubeln muss. Meine Güte. Jetzt ärgere ich mich schon wieder über mich, dass ich da 10 Jahre drauf reingefallen bin und das mit mir habe machen lassen.


Gemüsekorb heute mit Weitwinkel, weil so viel, weil Apfeltag: Radieschen, Friseesalat, Felsalat, Petersilie, Rosmarin, Karotten, 5l Apfelsaft, 5kg Äpfel, Kartoffeln, Zucchini, Aubergine, Kürbis, Mais, DIE EIER

Heute übrigens nur ein Übungsei und fünf Fortgeschritteneneiner

Mittwoch, September 23, 2026

230926

 So, mein Tag heute war so verrückt und wild bei der Arbeit, dass ich gar keine Bandwidth (und Zeit, meine verbleibenden zwei Arbeitstage sind getimeboxed mit noch, ich glaube, zwei freien Halbstundenslots und in der Planung der Tasks ist keine Luft drin) habe, das nochmal zu erzählen. Deshalb schreibe ich heute was, was mir tatsächlich schon am Herzen lag, seit mein eines Projekt im Juli nach Readout der klinischen Daten gestorben ist. Wie ich hier nicht erzählt habe, war für mein anderes (chemisch / von der Modalität her, sonst gar nicht) verwandtes Projekt am Freitag Readout und heute wurden die positiven Resultate kommuniziert (auch mit Pressemitteilung um 8:11h (dass ich das so genau weiss, mag Ihnen vermitteln, wie eng die Kommunikation heute getaktet war), d.h. ich kann darüber auch schreiben und wenn Sie wollen, können Sie natürlich rausfinden, für welches Molekül ich für die Industrialisierung verantwortlich bin und an wen Sie denken können, wenn Sie zu den gottseidank nicht so vielen Menschen gehören, die in Zukunft dieses Medikament verschrieben bekommen und dann in ihrem Kühlschrank lagern und Sie zB die Schachtel doof finden oder den Autoinjektor oder das Leaflet doof gefaltet ist. Sorry schon mal.)

Was ich eigentlich schreiben wollte: wie krass das ist, wenn bei einem negativen Readout von einer Minute auf die andere (nahezu) sämtliche Arbeit von zig Leuten gestoppt wird, wenn die Arbeit von Hunderten Leuten über Jahre hinweg einfach entsorgt wird (schon nicht weggeschmissen und man kann immer noch was draus lernen, zumindest aus manchem, aber vieles ist halt einfach ... für die Tonne).

Und dann ist mir eingefallen: ich glaube, viele wissen gar nicht, wie so eine Neuzulassung / ein Launch eigentlich funktioniert und wieviel da vorab passiert.

Deshalb: hier eine (vereinfachte) Erklärbärsession:

Wie Sie wissen, arbeite ich ja in dem Bereich Technical Operations, also in dem Bereich der sich mit der tatsächlichen Produktion von Medikamenten (alles, von der Herstellung von Starting Materials, dem Weikstoff, der galenischen Formulierung, dem Device, falls zutreffend, und der Primär-, Sekundär-, Tertiärverpackung) befasst. Wir haben also nichts mit der Klinik zu tun, nichts mit der Forschung, wir sorgen dafür, dass egal welcher Wirkstoff in der richtigen Formulierung in den richtigen Mengen in der richtigen Qualität zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist.

Man denkt ja gern (und die Sendung mit der Maus oder so suggeriert das), Medikamentenentwicklung geht so: Forscher entdecken ein Molekül, von dem sie denken, dass es auf irgendeinen speziellem Weg gegen irgendeine Krankheit wirkt. Das testen sie erstmal an einem Modell, dann an Tieren, dann an gesunden Patienten, dann an kranken, in klinischen Studien, gegen Placebo, doppelblind, oder gegen den standard of care etc etc. Dann werden diese Daten ausgelesen und wenn sich zeigt, dass die (vorher definierten!) Endpunkte erreicht sind, wird das bei den Gesundheitsbehörden eingereicht, die schauen sich an, ob das wirklich alles mit rechten Dingen zugegangen sind, ob die Daten wirklich so gut sind (zB wirklich richtig viel besser, als der standard of care), wenn ja, bekommt man eine Zulassung und das man kann das Medikament dann vom Arzt verschrieben bekommen und die Pharmafirmen verdienen sich eine goldene Nase.

Was aber (vielleicht) nicht so bekannt ist: man möchte so ein Medikament nach der Zulassung natürlich so schnell wie möglich auf den Markt bringen, nicht nur, weil man nur eine begrenzte Zeit Patentschutz und damit Exklusivität hat, bevor Generikahersteller auf den Markt kommen dürfen und die Preise sinken werden, sondern halt primär auch schon, um den Patienten dieses neue Medikament so schnell wie möglich zur Verfügung stellen zu können. Was hilft einer zB Brustkrebspatientin mit einer Variante, für die es bisher keine Behandlung gibt, die Aussicht darauf, das es zwar ein neues Molekül gibt, das in der Klinik grossartige Resultate gezeigt hat, Gesundheitsbehörde ist total begeistert, Zulassung erteilt, aber upsi, sorry, wir brauchen noch ein paar Jahre, um die Mengen, die wir jetzt brauchen, erstmal herzustellen. Bis das dann fertig ist, ist sie im schlimmsten Fall tot, auf jeden Fall leidet sie unnötig.

Also: parallel zu all den klinischen Studien läuft die technische Entwicklung, man arbeitet an kommerziell machbaren Produktionsprozessen im grossen Massstab für alle Zwischenstufen, den Wirkstoff, die Formulierung, evtl das Device und auch der Verpackung. Um ein Medikament zuzulassen, muss ich nicht nur klinische Daten einreichen, sondern auch zeigen, dass ich in der Lage bin, das verlässlich und nach international definierten, überprüften und sehr, sehr strengen Standards zu produzieren. Das ist keine Absichtserklärung, sondern da werden harte Beweise gefordert. Man zeigt also, dass man die Produktion im Griff hat, dafür hat man.... produziert. Ordentlich viel, weil wenn ich zB zum Launch weiss, dass ich pro Batch zB 200kg Tabletten aufs Mal produzieren muss, um genug zu haben, reicht es nicht, gezeigt zu haben, dass man mal mit einer Handpresse 50 Stück gemacht hat, sondern man zeigt, dass man mehrere Batches in vollem Massstab produziert hat und in gleichbleibender Qualität. Wenn ich behaupte, dass meine Tabletten 4 Jahre haltbar sind, dann muss ich die entsprechenden Stabilitätsstudien vorlegen. Wenn ich behaupte, meinen Autoinjektor muss ich im Kühlschrank lagern, kann ihn aber insgesamt 24h bei RT aufbewahren, muss ich das beweisen. You get the point? 

All das dauert. Lang. Dann muss ich ungefähr eine Ahnung haben, mit welchen Volumen ich rechne. Die Anlagen und Produktionsstätten, die ich dafür brauche, sind auch Teil einer Einreichung, ich muss.... genau, bewiesen haben, dass ich dort genau richtig produzieren kann. Sie müssen die entprechende Behördenzulassung haben und werden vor der Erteilung einer Zulassung noch mal von den Behörden inspiziert (d.h. über Tage auf links und durch die Mangel gedreht). 

Für einen Launch will ich natürlich bereit sein (es gibt ambitionierte Ziele, die sich manche Pharmafirmen setzen, zB einen Lauch binnen 24h nach Approval, das ist ein bisschen crazy, es bedeutet, dass ich ALLES auf Risiko produziert, länderspezifisch verpackt und auch schon verschickt habe. Das macht man nicht oft, aber ein Launch binnen weniger Tage bis Wochen ist für die major markets schon ein realistisches Ziel.

Was das bedeutet: all das passiert, ohne zu wissen, ob das Produkt tatsächlich jemals gelauncht werden wird. Man arbeitet und macht und tut und produziert und studiert und schreibt und schreibt und schreibt (und gibt Unmengen Geld aus), um für den Bestfall gerüstet zu sein und im blödsten Fall alles einfach sang- und klanglos zu entsorgen.

(All das passiert natürlich nicht blind und es gibt jeweils Gating Points, an denen der nächste Level an Entwicklung freigeschaltet wird, aber sehr, sehr viel, gerade gegen Ende der Entwicklung, passiert auf Risiko.)

Ich habe jetzt im Abstand von zwei Monaten beide Fälle erlebt und fand die ganze Aufregung heute fast ein bisschen skurril und befremdlich: unser ganzes Team arbeitet seit JAHREN unter der Annahme, dass der Readout heute so gut sein würde, wie er war. Deshalb ändert sich an den Arbeitspaketen, die in den nächsten Wochen und Monaten auf uns zukommen, genau gar nichts. Nur schaut auf einmal die gesamte Firma (und mehr) auf uns und wird (hoffentlich nur ganz kurz) nervös, ob wir auch wirklich alles im Griff haben.

Ich denke aber schon. Grösstenteils.

Erklärbärzeit zu Ende.

Dienstag, September 22, 2026

220926

 Gut geschlafen (oder: wie die wohl verrutschte Uhr sagt: "Kein Schlaf erkannt"), die letzten Minuten vor dem Wecker warm eingekuschelt mit kaltem Gesicht (bald ist Wärmflaschenzeit!) die Ruhe vor dem stürmischen Tag (dem Rest der stürmischen Woche, bevor es nach Taifun-Japan geht) genossen.

Der logische Schluss, dass es vllt zu kalt für knapp überknielange Sporthose zum Radeln wäre oder auch dieselbe data driven decision bei 6 Grad Aussentemperatur, ist aber nicht passiert. So war ich dann sehr froh, dass ich eine heisse Vorschwummdusche für meine Waden und Füsse hatte (und den Rest des Körpers, wir wollen nicht so sein).

Fallout Slow Up übrigens: heute nix mehr, gestern war die Strecke gesäumt von Müll, man konnte genau sagen, wo es welche Gimmicks und Werbeartikel und Snacks auf der Strecke gab. SO SCHÖN!

Schwimmen dann: ging heute erstaunlich gut, ich versuche jetzt, auch mit dem linken Arm eben Power hinzukriegen, hat dazu geführt, dass ich in meiner Zeit (35min) heute ordentlich mehr geschwommen bin als die 40 Bahnen.  Ich habe es ausserdem geschafft, irgendwie mit meinem linken Zeigefinger einmal am Beckenrand hängenzubleiben und ihn umzubiegen (fragen Sie nicht, ich weiss es doch auch nicht...), so dass ich den Rest des Tages an wehem Finger links litt. Dann war ich aber so hungrig, dass ich trotz Honigbrot vorher noch ein Birchermüesli aus der Cafeteria geholt habe (die machen das vegan mit Kokosmilch und es ist das beste, das ich je gegessen habe). Neu ist das nicht mehr in Pappboxen mit Plastikdeckel, sondern so Weckgläsern. Als der Barrista merkte, dass ich es mitnehmen will, wollte er es mir in eine Box umfüllen, aber ich schwor, ich könne das (offene) Glas über die Strasse und 16 Stockwerke nach oben balancieren (den Umweg über den Keller verschwieg ich). Er buchte mir also Depot auf die Karte und versprach mir, ich könne das problemlos auch in der Cafeteria im Turm zurückgeben. Das fanden die dann nicht und konnten mit "Depot" nix anfangen. Ich hatte aber auf der Kasse vorher gesehen, dass er mir einen "Kooky" (Mehrwegkaffeebecher) draufgebucht hatte, das ging dann. Nächstes Mal esse ich es vllt einfach grad dort.

Dann: voller Tag (ach, echt?), coole und ein leicht verstörendes Bild von L. aus New York (er ist sehr erfolgreich in Secondhandläden unterwegs, zT mit eben richtig coolen und dann aber auch echt verstörenden Schnäppchen), Mittagessen mit einer Kollegin, die mir die zweite Charge an Urlaubsfotos zeigte (Note to self: doch, so eine Selektion der besten macht schon Sinn. Wirklich. Aber eben: wir sehen uns so selten, ich mag die gemeinsame Zeit sehr, dann halt mit vielen "Und da sind wir dann halt weitergefahren"-Bildern)

In einer 5min Luftpause habe ich dann noch das Corporate Sexual Harassment Training sehr schlecht bewertet. Ich erinnere mich, dass ich genau das die letzten beiden Male schon doof fand (und allein dasselbe Training jedes Jahr wieder machen zu müssen, ist halt doof.) Das ganze Training ist gut gemeint (Sexual Harrassment hat nicht damit zu tun, wie irgendwas gemeint ist, sondern wie es ankommt.), aber ist dann einen Tacken ZU scheinbar inclusive und Stereotypen vermeidend, in dem es das ganze Training um einen Fall aufbaut, in dem eine KollegIN einen KollegEN belästigt. Und ja, das mag vorkommen, aber die überragende Mehrheit der Fälle geht halt von Männern aus (es war zB auch ein Fall von Mann belästigt Mann dabei, Frau/Frau nicht), warum muss ich dann die Ausnahme als Hauptbeispiel auswählen? Mal sehen was passiert, anders als jemand, der das Training als "Folter" empfand und "die sollen sich alle nicht so anstellen", habe ich mit meinem Klarnamen kommentiert. Let's see.

Der Tag "endet" mit 3h Workshop followed by a team dinner und meine Güte, das ist alles ja schon sehr wichtig und gut, aber halt auch VIEL!

Gemütliches Heimradeln durch die Nacht und ab ins Bett... (Der Hübsche hat in der Sandoase einen Riesenerfolg --> Erstes Approval eines "neuen" (für die USA) Lichtschutzfaktors von der FDA seit .... ich weiss gar nicht wann, irgendwann in den 70ern oder so <-- zu feiern. Ich glaube, auch dafür, aber auch für die Regalmeter an Mixtapes zu Hause, zB "Triphop zum PC-Lernen", hat er sich einen Walkman gekauft, also etwas, das aussieht wie ein Walkman, incl der klassischen orangen Schaumstoffkopfhörer, einem Bleistift zum Band wieder aufwickeln. Aber auch: mit USB-C Anschluss zum Laden, einem Lautsprecher, Bluetooth zum Koppeln mit Boomboxen oder so, was aber nicht gescheit funktioniert und den Fernseher zB lahmlegt, egal, ob man ihn zum Koppeln ausgewählt hat oder nicht. Ah ja, Link zum Feierevent: dafür haben sie noch Kassetten mit Radio-Werbung für die letzten SPFs gefunden, die kann er jetzt anhören)



Montag, September 21, 2026

210926

Es ist verwirrend, es fühlt sich immer herbstlicher an, so ... gefühlt, aber morgens ist es immer noch total warm. In der Reflektorjacke war es mehr als warm genug. Skurrilerweise beim Mittagsradeln in die Stadt nur im T-Shirt war es.... fast ein bisschen frisch?

Nächste Verwirrung: In der Umkleidekabine beim Schwimmen waren einige Frauen, vermutlich am Gehen, aber als ich in die Halle kam, war das Becken einfach leer. Ganz leer. Es lag so glatt da, als ob noch niemand seit letzter Woche auch nur einen Zehen reingesteckt hätte.... Ich hatte freie Bahnenwahl, es füllte sich aber zügig (nicht wild). Beim Schwimmen habe ich jetzt gemerkt: das blöde Fuchteln habe mir v.a. links angewöhnt, da muss ich gut aufpassen, dass ich wirklich richtig eintauche. Es fühlt sich auch nicht ... so kräftig an, wenn ich durchziehe, irgendwie, wenn mein linker Arm dünner/windschnittiger wäre.... Seltsam.

Arbeitsmorgen dann intensiv, die Woche ist einfach unglaublich voll, aber ich mache halt, was geht und nächste Woche bin ich weg.

Mittagspause war heute ein bisschen speziell, weil ich mir eine Zeit geblockt hatte, um in die Stadt zu fahren, um Gastgeschenke für L.s Gastfamilie in Kyoto zu besorgen, die wir ja nächste Woche besuchen. Ich war diesmal ganz einfach bei der Touristeninfo, da gab es echt schöne Sachen, und bei einer der lokalen Confiserien für eben Pralinen. Rest hole ich im Coop, das wird ein nettes Körbchen.

Beim eine Runde durch Gerbergasse --> Marktplatz --> Freie Strasse merkte ich: meine Güte, Basel ist bumsvoll mit Touristen (unter anderem mehrere Kreuzfahrergruppen...), wenn unsereins arbeitet! Mein Schwur an mich selber "Ich weiche nicht mehr aus" wurde auf eine harte Probe gestellt, ältere weisse US-Amerikaner auf Touristenmission sind ... eine Hausnummer (natürlich geht es hier nicht um irgendwie motorisch engeschränkte Menschen. Ich laufe niemanden im Rollstuhl oder Krücken oder am Humpeln um. Diese Menschen sind mental eingechränkt durch Jahrzehnte white male privilege....Aber ich habe jetzt ja krass starke Schultern vom Kraulen)

Ich war dann viel schneller wieder zurück als gedacht und hatte schon vorher schlimm Hunger gehabt und deshalb ein Sandwich (sehr schön bunt und erstaunlich geschmacksneutral belegt, muss man auch schaffen) und ein Cookie verdrückt, deshalb hatte ich dann noch Zeit für eine schnelle Walk-Runde um den Block, das Wetter ist dafür einfach perfekt!

Der Nachmittag war back to back vollgepackt mit Meetings, ich lief meinem Kalender hinterher, bisschen spannend war es, sicherzustellen, dass immer noch Strom genug im Laptop war, ging sich grad so aus.

Heimradeln erstaunlich früh, aber der Rest der Woche wird sooooo lang werden, da ist das ok.

In Tokyo bereitet man sich auf den Taifun Dujuan vor, bis wir da sind, ist der längstens durch und mit der japanischen Art, damit umzugehen, sind die aktuellen Evakuierungsaufrufe anders zu werten als wenn hier evakuiert werden würde. In Japan macht man das, bevor Leute ertrinken.... Wetter für unsere Ferienwochen ist trotzdem so, wie man es für die Taifun-Saison erwartet, wir werden unsere Regensachen brauchen.


Sonntag, September 20, 2026

200926

 Uff, das war ein wunderbares Wochenende für alle (hoffe, auch für L., der ist gestern nach New York geflogen und so wie ich Klassenreisen und Pfadilager und was auch immer kenne, wird die Kommunikation sehr spärlich sein, das ist ja auch gut so. Immerhin war die Immigration für alle Kinder problemlos, darauf hätte ich nicht gewettet. Das mit der eSIM hat geklappt, sie hatten im Hostelzimmer "Nur 2 Kakerlaken, sonst ist alles super". Na .... dann).

Ich hatte eine richtige Auszeit mit sooooo viel Reden (wir haben uns mit dem Willkommensrose um drei oder so in eine Schaukel gesetzt und dann nicht aufgehört zu reden, bis wir nachts um eins heiser (und auch relativ tipsy, um mal nett zu bleiben, waren). Wir haben im "Sahnehäuble" Torten geschlemmt, in der ein bisschen angeschraddelten Therme gebadet (und geredet, geredet, geredet), gemeinsam gegessen, kurz überprüft, ob die Hochzeit, wegen der die Rooftop Bar gesperrt war, das wert war (war relativ lame, sorry!), auf dem Balkon den Prosecco aufgemacht und aus Wassergläsern getrunken. Heute morgen dann eine lange Runde durch den Kurpark, mehr Reden und die feste Versicherung, dass das eine regelmässige Aktion werden muss.

Wie gut das tat!

Auf dem Heimweg dann bisschen nervös geworden, weil gar so viel Stau war, aber das war wegen irgendeiner abstrusen Baustelle auf der Autobahn, die man halt am Sonntag fertig machen wollte. Bei uns war ja der beknackte Slow-Up wieder vor der Haustür, aber ich kam immerhin unproblematisch nach Hause. Sonst halt wieder Unmengen Radler, die nicht nur auf der Strecke unterwegs waren, sondern überall und sich für Gottes Gabe an die Menschheit hielten. Auf der Strecke selber wurde sich kurz fast geprügelt, alles wie immer. Ein Event für gross und klein und Gottseidank ist es wieder vorbei.

Koffer ausgepackt, mit dem Hübschen eine Spazierrunde gedreht, dann die letzten Sachen für Japan gebucht (ich habtte eine Shinkansen-Buchungs-Hemmung, dabei ist das pipieinfach.). Ich habe dummerweise unseren Trip nach Kamakura auf einen Mittwoch gelegt, den einzigen Tag, wo der Hanko-Stempelworkshop zu hat. Es wurde abgestimmt und wir werden statt Essstäbchen schnitzen einen Kintsugi-Workshop machen. Damit und mit dem Slot im Capybara-Cafe in Tokyo ist ALLES vorgebucht, was Gemini meinte, ich solle vorbuchen.

Let's go!

Morgen dann also letzte Arbeitswoche, mit Hybrid-Workshop, Adjudication Meetings für eine Einreichung (mal sehen, am Fr war Interimsanalyse meines zweiten Prelaunchprodukts, diese Woche werde ich erfahren, ob wir mit Highspeed weitermachen wie bisher, alles fallen lassen und alles anzünden, was wir bisher gemacht haben, oder aber was ganz anderes.), und dann halt noch das Digitalprojekt fixen....

Samstag, September 19, 2026

190926

Ein Kind auf Pfadi-AL-Weekend, ein Kind auf dem Weg nach NYC mit der Schule, der Mann mit einem Gaming-Netflixing-Wäschewaschweekend vor sich und ich gleich am Zielort für Ladies Weekend. 

Freitag, September 18, 2026

109026

 Wunderbar geschlafen, aufgewacht von Weckerläuten um sechs (gestern war ich vernünftig genug, den Schwimmwecker um halb sechs gleich auszustellen).

Frühstück mit Q., der sich auf dem Weg in die Uni machte, L. kam auch kurz vorbei (ist kein Frühstücker). Dann: Arbeit losgelegt. Eigentlich ist Freitag ja Erledigungstag für Liegengebliebenes / Sachen, wo man mal länger dransitzt. Heute stand allerdings alles im Zeichen von Digitalprojekt retten und anderen Meetings, die wegen "keine Zeit unter der Woche" halt Freitags geplant waren. Aus irgendeinem Grund hatte ich gedacht, das letzte davon wäre um zwei, aber ich glaube, ich hatte einfach zu weit reingezoomt in den Kalender. Es ging alles bis fünf. Zwischendrin war kurz Pause für Einkaufsrunde und Mittagsspaziergang. 

Beim ersten Meeting mit den Digitalkollegen schaffte ich es gerade so, die erste flammende Rede mit dem Tenor "Brennt ihr eigentlich?!" kurz vor "mir bricht die Stimme vor Wut" abzubrechen mit den ehrlichen Worten "I think I will pause here, as I am realizing I am reaching a very dark place". Nachdem die Truppe angefangen hat mit "User story" und "ne, also hyperlinks einfügen, das ist jetzt wirklich nicht mehr drin" und "das hättet ihr halt vorher sagen müssen", habe ich sie bei ihrer Ehre oder dem Geltungsbedürfnis gepackt (sie feiern sich so gerne vor grosser Audience, wie grossartig sie das alles regeln), indem ich was erwähnte von "I will be very German now and this might feel blunt and rude to you, but I used up all my diplomacy for the week around Tuesday: If we release like this after the huge promises you made, we will lose the credibility for the whole project within the first 5 minutes, as this is, sorry, a joke. And I am not ready to put my name anywhere near it." Von da an wurde es nicht mehr schlimmer, sagen wir es mal so.

Dann: ein paar Stunden andere Arbeit, kurze Runde mit dem Hübschen am Waldrand entlang, dann das Wrapup Meeting vor dem Wochenende (ich habe das Gefühl, in der Digitaltruppe wird das Wochenende durchgearbeitet werden, aber naja) zum Thema. Es war ok, aber gegen Ende sah ich auf einmal den frisch geduschten Hübschen durchs Wohnzimmer wandern, den Weingläserschrank öffnen, den Barschrank öffnen, den Aperol rausnehmen (zu dem Zeitpunkt habe ich mich auf Mute gestellt, weil ich das Poppen des Prosecco nicht mit allen teilen wollte), die Eiswürfel holen, und mir einen perfekten AperolSpritz mischen und gerade ausserhalb der Kamerareichweite auf den Tisch zu stellen. Der Mann kennt mich nicht erst seit gestern!

Dann: Kofferpacken für ein entspanntes Wochenende (ich), Sachen auf den Haufen legen für eine Woche New York (der Hübsche und ich für L), Rucksack packen für ein Pfadi-AL-Weekend (Q) und sich mental vorbereiten auf ein ganz entspanntes Wochenende mit den Katzend daheim (der Hübsche).

Letztes  Mal (?) Grillen auf der Terrasse, jetzt noch eine  Folge "Slow Horses" und dann ist Wochenende.

Donnerstag, September 17, 2026

170926

 Uff.

Eigentlich sehr gut geschlafen, sogar mit kleiner Katze im Arm zwischendrin (naja, an den Bauch gekuschelt und ich durfte kraulen). Oder, wie das Band sagt, sleepscore 20 und zwischendrin einen hochroten Stresslevel über Stunden, den ich nur von viel zu viel getrunken (gestern zB: gar nix) oder Migräne (auch keine ) kenne, Naaaaaja.

Zum Radeln war es mit wadenlanger Sporthose und Reflektorjacke und Handschuhen ok, aber schon schön, dass es eine warme Dusche vorab gab.

Schwimmen war dann: anstrengend. Ich merke die körperliche Anstrengung vom Wochenende und halt die insgesamt 4.5km, die ich die Woche geschwommen bin. Laut Datenerfassung habe ich übrigens für die letzten 12 Monate jetzt die 3000m Wochendurchschnitt geknackt. Schon cool!

Arbeitstag dann: einfach irre. Wir arbeiten ja seit über eine Jahr an einem riesengrossen Prozess für unser gesamtes Portfolio (da müssen dann da150 Leute Daten erfassen und auswerten, alles binnen 1 Woche 2x im Jahr). Das ist Anfang Oktober wieder fällig und wir haben ein bestehendes Digitalprojekt aufgebohrt und den gesamten Prozess von einem Google Sheet in ein automatisiertes Tool gezogen. Respektive mit den Digitalprojektleuten besprochen, was wir da gern hätten, die haben das mit den Softwaredeveloppern aufgenommen und eigentlich hätte vorgestern Release sein sollen, es war aber vergessen worden, zu sagen, dass es zum Testen fertig ist, dann waren die extrem limitierten Sandbox accounts schon wieder weggenommen, dann dauerte es 2 Tage, bis die Accounts wieder genehmigt waren und heute konnten wir testen. GESTERN hat das Digitalprojekt einen Workshop abgehalten, in dem sie sich feiern, wie toll das alles ist und was sie alles geschafft haben. Heute morgen um acht hatte ich Zugang, um neun haben der erste Kollege und ich geschrieben, dass das nicht releaseable ist und eine Katastrophe. Also: richtig.

Ich habe zusätzlich halt noch meinen eigentlichen Job mit drei Produkten, wo ich heute auch von Termin zu Termin gehampelt bin, habe noch zweimal gestestet, fast vor Wurt geheult, noch mehr, als die Kommentare kamen "das wäre aber zu spät" und "die Userstory ist aber fix" (Was für eine Userstory?!) und "Wir machen das im Märzrelease, ich nehme an, das passt für euch?". Als ob ich mich vor unser gesamtes Leadership hinstellen würde und sagen "Ja, eure precious digital boys and girls fixen das dann im März, passt, oder?" oder vor 150 Kollegen und sagen "Ja, schad, wir haben euch versprochen, dass alles automatisiert wird, aber jetzt ist es halt das gleiche Sheet wie letztes Mal, macht ja nix, gell?" 

Wir haben jetzt morgen vormittag eine halbe Stunde Krisenmeeting. Bin gespannt, wie lange das geht, schätze 2h. Wtf....

Uff.

Naja. 

Andersrum: mir mit der Lieblingskollegin eine Stunde in der Rooftoplounge geklaut und dort unsere zwei Sessions für den Workshop nächste Woche vorbereitet. Das tat sehr gut, mal ausserhalb der Bubble zu sein, in der wir sonst die ganze Zeit kochen...

Mittagsründchen dann mit einem unserer Trainees, die heissen mittlerweile anders fancy, aber es scheint das gleiche Konzept zu sein. War lustig, er ist so jung! "Und, was hast du bisher so gemacht vor deiner Rolle jetzt?" Aber eben: finde ich cool, dass er das halbe Jahr bei uns nutzt und sich richtig engagiert (er findet das Digitaldrama, glaube ich, total spannend).

Irgendwann heimradeln, Gemüsekorb holen, Abendsalat mit einem der letzten Bratkäse der Saison (im Coop wird das Grillkäsesortiment aus- und das Raclettesortiment eingeräumt).

Dann: mit L. Kofferpacken für New York, er kommt morgen erst sehr spät heim und Samstag morgen geht es los. Ist aber ja nun mit eenem 23kg Koffer für knapp eine Woche in der Stadt mit ohne Kayakgear oder Winterklamotten auch keine so grosse Herausforderung.

(Zum Beruhigen und Einstimmen auf den Urlaub gucke ich ja sonst immer Webcam von dem entsprechenden windigen, einsamen, verregneten Hafen eines winzigen Fischerdorfs. Diesmal buche ich uns Zugtickets in fancy japanischen Zügen. Heute in einem "Spacia X 012" von Tobu-Railway von Tokyo nach Nikko und zurück.

Spezialausgabe DIE EIER heute. es wurde ja vor ein paar Wochen angeregt, wenn man Eier hat, auch ein Suppenhuhn zu nehmen, weil die Hühner, wie man anscheinend sagt, "ausgestallt" wurden. Jetzt sind neue Hühner eingestallt (das Wort war meine persönliche Transferleistung) und die ...lernen noch.

Viel, viel, viel Petersilie, Salanova rot, Eisbergsalat, Zuckermais, Spinat, Basilikum, eine runde Aubergine, ein minifuzziklaaner Brokkoli, eine minifuzziklaane Aubergine Napoli rosso (mit grossem Zeittel, was das ist), Fenchel, Radieschen, Cocktailtomaten, Karotten und DIE EIER


Mittwoch, September 16, 2026

160926

 Heute morgen wäre ich für kältere Temperaturen mental bereit gewesen, es wurde ein Temperatursturz auf maximal 20 Grad angekündigt. Davon hatte es morgens um sechs schon 18, war also wärmer als die letzten Tage beim Radeln...

Schwimmen: sehr gut, leicht verkrampfte Daumen von der forcierten Schäufelchenhand, damit ich auf keinen Fall mehr mit meinen Fuchtelhänden eintauche.

Grosse Freude: mein frisch angebrochenes, sauteures, so gut riechendes Duschgel aus Island wiedergefunden, das gestern auf einmal weg und nicht in der Schwimmbadumkleide oder Fundkiste war: es lag in der Umkleide im Turm unter der Bank (dort war mir gestern morgen meine Schwimmtasche runtergefallen und ausgeleert, ich habe nun Fragen zum Wischrhythmus dort.... naja.). Das hatte mich gestern sehr genervt und freute mich den ganzen Tag.

Dazu passend wurden heute mehrere Frösche gekillt, respektive zum Teil seit Monaten schwärende und gärende Themen geklärt (ich hatte u.a. zu einem "We have to talk" Meeting eingeladen und das wurde dann sogar vorgezogen und zwar nicht zu meiner vollsten Zufriedenheit richtig gelöst, aber acknowledged, dass das weit sub-Par Performance war UND Besserung gelobt. Hilft jetzt direkt mal nix, aber naja.). Ich habe jetzt drei analytische Transferverantwortungen und -scope geklärt, eine Revalidierungsstrategie festgenagelt, den Scope eines Transfers bestätigt, obwohl sich die Voraussetzungen massive geändert haben, meiner Oberchefin keinen Elevator-, sondern einen Kaffeemaschinenpitch zu zwei grossen Baustellen meiner Launchprojekte gehalten (nach dem ich erst sehr seriös quiekend erschrocken bin, als sie hinter mir stand und mich angesprochen hat. Aber sie war lang im Urlaub und ist sehr klein, ich hatte sie echt nicht gesehen und erwartet) UND sehr gutes Feedback bekommen.

Dann: 4 von 8 Sourcing Proposals durchgearbeitet (meine Güte, ich habe das in einem früheren Leben auch mal geschrieben, bitte, bitte, bitte, nutzt doch entweder das Template, das vorgegeben wird, oder aber schaut, dass alles, was da abgefragt wird, in eurem Template drinsteht und lasst es nicht von AI schreiben oder zumindest nicht auf fcking 38 Seiten aufblasen! Wer soll das denn lesen? Gemini vermutlich.... Manchen hätte AI aber gar nicht schlecht getan, die hätte nicht auf dem allerersten Slide 15 Rechtschreibfehler reingehauen. "Schreiben nach Gehör" scheint auch in Frankreich a thing zu sein....

Was ich nicht gemacht habe: das Betatesting für den Release, der heute stattfinden sollte, fertiggemacht, weil nie kommuniziert wurde, dass jetzt alles parat ist, dann wurde mein Sandbox-Access gekillt, dann wieder hergestellt, angeblich, aber seit 2 Tagen komme ich nicht mehr rein. Ticket ist gelöst, naja. (Bisschen nervös. weil alles, was bugged, hinterher von empörten, genervten KollegInnen auf meinen Teller gekippt werden wird)

Dann habe ich heute mal die Gelegenheit genutzt, um "schon" (wie sich das alles verschoben hat) um halb sechs Richtung Umkleide zu gehen und mich auf den Heimweg zu machen. Die letzten Tage waren sehr, sehr lang!

(Sidenote: so stressig dieses Jahr auch ist und so sehr ich das Gefühl habe, nur zu arbeiten: heute habe ich meine mir selbst auferlegte Readingchallenge erfüllt und mein 80. Buch dieses Jahr fertiggelesen. Weiss auch nicht, wie das passiert ist oder wann.)

Dienstag, September 15, 2026

150926

 Heute morgen mit immerhin ein bisschen weniger Muskelkater, aber halt doch noch ordentlich, aufgewacht, mit beiden Katzen gefrühstückt (naja, die Katzen bekamen ihr Frühstück, ich meines), dann machte ich mich auf den Weg zum Schwimmen, Jonny wieder nach draussen (warten auf das zweite Frühstück bei den Nachbarn), Sansa auf den Weg nach oben zum Schlafen.

Es ist mittlerweile richtig dunkel draussen beim Radeln, ich fahre wieder gern mit Fernlicht (nachdem ich das letztes Jahr entdeckt habe) und arbeite dran, es nicht zu vergessen abzuschalten, wenn mir jemand entgegenkommt. Ich weiss, dass es NOCH dunkler werden wird im Winter, so dass man ausserhalb des Lichtkegels auf der Landstrasse gar nichts mehr sehen wird. Temperatur ist aber sowohl morgens als auch abends superst zum Radeln: ich habe eine knielange Sporthose an und meine Reflektorjacke über einem T-Shirt, abends dann halt ohne Jacke.

Im Schwimmbad war es wieder total leer, ich hatte Wahl zwischen zwei total freien Bahnen. Kraulen geht immer noch gut, ich geniesse die allererste Bahn tatsächlich am allermeisten. Ich muss mich dann immer noch bremsen, weil ich, je schneller ich werde, natürlich mehr Sauerstoff verbrauche, und dann denke, ich muss noch schneller schwimmen, damit ich meine drei Schläge dazwischen schnell unterbringe, zack, Wasser geschluckt. Deshalb, unter uns Lateinern "Festina lente" oder auch "Langsam, langsam, weils pressiert" oder so, gell, Boomer? Peinlicherweise bin ich dann auf der letzten Bahn mit jemandem frontal zusammengestossen und habe es erst gemerkt, als ich ihr ins Gesicht (?) gegrapscht habe. Wir haben offensichtlich das mit dem "nach unten, nicht nach vorne schauen" sehr ernst genommen. Ich war davon ausgegangen, dass man immer gegen den Uhrzeigersinn schwimmt, aber naja, sie wohl nicht. Aber: alles gut, niemand hat sich weh getan, niemand ist ertrunken, niemand war sauer.

Arbeitstag war dicht gepackt, aber irgendwie fühlte es sich kontrollierter an als gestern (vielleicht auch, weil ich mir 13min Kaffeechat mit meiner Lieblingskollegin gegönnt habe und wir uns gegenseitig Mut zugesprochen und uns unserer spezifischen Skills bestätigt haben. Das tat sehr gut, war nicht geplant, aber ein richtiger Motivationsbooster).

Mittagessen habe ich allein mit Kindle (ich brauchte ein bisschen Zeit nur für mich, in der keiner was von mir will), ich hatte richtig Hunger und wegen Kraulkurs heute abend brauche ich Energie, also habe ich mich gegen die gestern probierte und für sehr, sehr gut befundene "Umami Bowl", die es dank der Wellness-Week gibt, entschieden, weil die nicht lang und viel genug vorhält. Sojabällchen in richtig guter Tomatensosse, Risoni mit Auberginen, dazu sehr, sehr viel Karottensalat, das ist eine gute Grundlage. Schnelle Runde um den Block mit Hörbuch und nach einer Dreiviertelstunde insgesamt wieder zurück ins Rotieren.

Zwischendrin getrollt worden von den Google Nachrichten


Nachmittag war dann voll mit lauter Meetings, die alle Aufmerksamkeit erforderten und mehrheitlich sehr produktiv und/oder informativ. Oder halt totaler Quatsch, aber auch da kann man neue Freunde machen mit Chatnachrichten im Hintergrund.
Dann: Schwimmkurs, leider hatte der Hübsche das vergessen und machte sich Sorgen, als sich mein Standort nicht bewegte, obwohl ich doch nicht mehr soooo lang arbeiten wollte, und ich auch nicht antwortete. Tat mir dann schon leid! Ich lernte währenddessen, dass ich mir einen sehr elegant aussehenden, aber ineffizienten und falschen Armschlag, respektive Handhaltung beim Eintauchen angewöhnt habe. Sehr nervig, weil ich der Meinung war, extra auf meine starre Schäufelchenhaltung zu achten und stattdessen habe ich elegante Latein-Tanzhände gemacht. Aber: habe ich wieder was zum Üben. Sonst skurrilste Übung heute: Partnersynchronkraulen, wo man beim Einatmen sich gegenseitig Highfive gibt.

Heimradeln, spätes Abendessen in den Ofen schieben (uns fehlt mit dem Wandern ein Gemüsekochtag am Wochenende, deswegen gibt es heute Pasta mit Catalogna, Tomaten und Feta aus dem Ofen.

Krasser Scamversuch heute: Ich habe fürs Wochenende eine Wellnesshotelübernachtung gebucht. Heute kam per Whatsapp eine Nachricht, mit meinem Namen, dem Reisedatum, dem Hotelnamen und jemand gab sich als "Check-in Managerin" aus, die für eine verpflichtende Datenverifizierung meine persönlichen Daten in einen angegeben Link eingetragen bräuchte. Binnen 12 Stunden. Sonst würde meine bezahlte Reservierung verfallen, schade, aber so ist die Regel. Von einem Whatsapp Geschäftskonto mit brasilianischer Telefonnummer.
Ja. Genau. Aber wenn die doch so einen abstrusen Service beauftragt haben und dann ist meine Reservierung weg? Also habe ich auf der Hotelwebsite ins Kontaktformular geschrieben, ob sie so einen shady Service beauftragt haben und was das soll. Dann habe ich auf dem offiziellen Link (in der Reservierungsbestätigung des Hotels) meinen Onlinecheckin durchgeführt und dann nochmal eine Mail an das Hotel geschrieben mit der Bitte um Bestätigung, dass die Reservierung steht. In der Zwischenzeit kamen noch zwei Whatsappnachrichten, die immer dringender meine Daten forderten.
Es kam postwendend eine Email vom Hotel, dass dieser Phishingangriff bekannt wäre, auf ein Datenleck bei HNS zurückzuführen wäre, aber keine Kreditkartendaten betroffen wären. Polizei ist informiert etc. Hm. Schon krass, dass ich ja eigentlich nicht soooo leicht aufs Glatteis zu führen bin, aber die Kombi mit all den korrekten Infos mich schon verwirrt hat. VOm Hotel hätte ich mir gewünscht, dass sie ihre Kunden proaktiv warnen, wenn sie schon Bescheid wissen....
Nun ja.
Jetzt: Essen.


Montag, September 14, 2026

140926

 Autsch, autsch, autsch, ich habe Muskelkasten, um L.s Worte als Vierjähriger zu nutzen. Heute den vom Samstag, also Oberschenkel vorne vom Allerfeinsten. Radfahren ging erstaunlich gut, Beinschlag beim Brustschwimmen gar nicht gut, Rücken und Kraul schon. Armmuskeln scheinen noch ein paar letzte vorhanden und leistungsfähig zu sein, das ging ganz gut. Sonst: wenn die Aquagymnastikladies um halb acht nicht gekommen wären, hätte ich dran gezweifelt, dass unter der Woche ist. Als ich kam, waren nur zwei andere da. Der Kollege, der noch eher schwimmt, meinte, er wäre heute der allererste gewesen und recht lang der einzige. Sogar der Bademeister war verwundert. Was ist los, es sind doch überhaupt keine Ferien? (Schulanfang in Bawü?!)

Q. hatte vor der ersten Vorlesung des Semesters noch einen Feuerwehreinsatz in einer schwelenden Lagerhalle des Schrottplatzes, bin gespannt, was er heute abend erzählt.

L. hat nicht nur Muskelkater wie wir alle, sondern  Halschmerzen, Kopfschmerzen, negativen Covid- und Grippetest, und liegt deshalb heute im Bett, der Arme.

Ich hatte, und da ist der Plan aufgegangen, kein bisschen an die Arbeit gedacht am Wochenende und war etwas überrascht ob all der neu aufgepoppten UND letzte Woche noch nicht beendeten Dramen und deshalb erst etwas überwältigt. Habe erstmal sehr erwachsen alle Sachen, die nicht lichterloh brennen oder die ich als "Reminder: irgendwann vor Ende Jahr noch" auf diese und nächste Woche terminiert hatte, verschoben auf nach dem Urlaub, damit habe ich genug Platz, um durchzuschnaufen und den Rest unter Kontrolle zu behalten. Wtf.

Mittagessen mit Kollegen, der sich auch beim Wandern übernommen hat (wir waren beide etwas steifbeinig unterwegs) und dessen jüngerer Sohn aktuell gerade für ein Jahr in Japan ist. Auch dort grosses Visumschaos...Im Lift mit unserer Teamassistentin gesprochen, deren Sohn unbedingt nach Japan möchte, was ist mit den Kids?!

Lustiger Zwischenfall: der Hübsche hatte in einem ihrer Marketinsightsmeetings das "iUNIK - Centella Calming Daily Sun Water"  vorgestellt bekommen, als Beispiel für den neuen heissen Scheiss in Asien: Sonnenschutz in wässriger Tonerkonsistenz. Und er hat dann wahrheitsgemäss gesagt "Steht seit einem halben Jahr bei meiner Frau im Badschrank und ist in Benutzung, habe ich heute morgen auch aufgetragen, ist wirklich gut" (Danach wollten sie das gern mal sehen und haben, aber ganz ehrlich: hier, können sie alle mal schon selber bestellen, gern über meinen Referrallink, danke). Das Zeug ist wirklich super, man muss nur schauen, dass man genug aufs Gesicht bekommt, um die entsprechende Schutzwirkung zu erzielen.

Am Nachmittag habe ich mir so viel Luft verschafft, dass ich sogar noch ein paar Schritte gutmachen kann, nämlich zur nächsten Apotheke. Unsere Ibuprofenvorräte sind nahezu aufgebraucht und mir ist ausserdem eingefallen, wie mein allererster Chef uns beim Skifahren fitgehalten hat. Ich bin ja nun längstens nicht mehr auf "Rückstellmuster unter der Spüle"-Level, aber dieser Muskelkater ist Diclofenac-würdig. Ich nehme natürlich das Generikum, das ist sogar "Ecofenac" oder, wie ich finde, "whatefac?". 



Draussen würgt es mich kurz, warum sind immer diese Öko-Alternativ-Homöopathenbuden die am nächsten zum Büro gelegenen? Wie krass ist es, einen Schulanfang als was hinzustellen, zu dessen Bewältigung man jede Menge an medikamentöser Unterstützung braucht? (Auch wenn nur Zucker und heisse Luft enthalten ist) Eigentlich sollte Werbung für diesen Bullshit genauso verboten sein wie für verschreibungspflichtige Medikamente.


Sonst: meine Güte, es ist einfach alles ein bisschen irre, aber gut, ich mache halt,oder?

Heimradeln erst um viertel nach sieben, bei perfektem Wetter, es riecht nach Frühherbst, man könnte immer noch baden im Rhein, die Sonne hat dieses wunderbar goldene Licht, aber gut, ich wäre halt schon gern nicht erst um kurz vor acht daheim gewesen. naja

Jetzt noch schnell Pläne mit den Japanern teilen, L. macht mit seinen Schulbuddies ab, dann noch eine FOlge gucken und ab ins Bett. Mal sehen, ob mir morgen noch andere Muskeln wehtun..



Sonntag, September 13, 2026

130926

 Uiuiui, das war ein Abenteuer!

Ich hatte uns eine Übernachtung auf der Blüemlisalphütte gebucht und die letzten beiden Wochen den Wetterbericht genau verfolgt. Für gestern und heute zeigte es einfach Traumsonne und kühlen Temperaturen an. 

Vorbereitungen: Oeschinenseebahnslot buchen (der Oeschinensee ist einer DER Instaspots in der Schweiz, neben Lauterbrunnen, Interlaken, Wengen und dem Caumasee zertreten sich dort die Touristen und Reiseinfluencer.

Kurz überlegt  ob wir hochlaufen, sind ja nur 500hm mehr... war eine weise Entscheidung,  dass nicht  ich hatte mich nämlich bei  Rest schon verrechnet.

Dann: rausgefunden, wo man in Kandersteg das Auto länger als 24h stehen lassen kann, an der Gondel nämlich nicht. Aber am P+R hinter dem Bahnhof geht das für 6chgf/tag, das kosten in Basel 2 oder 3h...

Dann das übliche,  Rucksäcke packen,  Birchermüesli für die Fahrt anrühren, früh ins Bett und dann sind wir tatsächlich um sechs losgefahren und waren kurz nach halb neun in der langen Schlange an der Gondel.

Oben angekommen, gab es für uns erst mal Kaffee und Muffins und Influencerhorden gucken: L. Hatte nämlich noch eine online Japanischstunde, diesmal mit Gegend.



Neben Horden an Touristen und ein paar Wanderern sahen wir wirklich alle Klischees: die Adventurecat an der Leine, die auf einem Rucksack reitet, für Schwächemomente gibt es noch einen Torniester mit full size Plastikbullauge, aus dem die Katze raus und die Fans reinschauen können. Sie war aber noch kein richtiger Profi,  ihr fehlte die Gopro am Halsband, mit der sie ihren POV live streamen kann.

Dann einen grossen lockigen Hund (Grösse Golden Retriever), der in einer Art Baby Björn  alle vier Pfoten nach vorn gestreckt vor den Bauch geschnallt getragen wurde. Es gab alle Arten von "hot hiking outfits" mit bikiniwinzigen Oberteilen und winzigen  Hotpants, die Männer dazu gern in militärisch anmutenden Gear. Andere hatten ganze Kleidersäcke mit alternativen Outfits dabei.


Naja.

Zum See führen breite  kinderwagengängige Kieswege, wir liessen uns mittreiben und stellten uns ein bisschen doof an, den besten Weg zum Einstieg "Unteres Bärgli", "Oberbärgli", "Hohtürli", "Blüemlisalp" zu finden.






Aber dann:


Der Pfad schraubte sich vom See immer höher, die Aussicht wurde immer spektakulärer, die Leute wurden etwas weniger.






Zwischen den beiden Bärglis wurde es kurz recht steil, am Oberbärgli zweite dann der Weg zur Hütte vom Rundweg, der gut in einem Rutsch zu schaffen ist  ab und es wurde leer. (Letztes Highlight: das Pärchen, dass sich bei spektakulären YOgaposen --> Gucken Sie mal nach Natarayasana direkt am Abgrund fotografierte. Sie konnte das richtig gut (das Yoga), er schwankte ziemlich und naja, das letzte mal, als ich ihn sah, stand er grad noch so, dann konnte ich nicht mehr hinschauen. Was auch immer passiert ist, sie hat es auf Video.

Kurz hinter dem Oberbärgli machten wir eine ausgiebige Mittagspause incl Kaffee.






Der Weg wurde schmaler, felsiger, irgendwann auch steiler. Meine Wanderstöcke erfreuten sich grosser Beliebtheit auch beim Rest der Truppe. Wir hatten uns ein bisschen getäuscht mit den beiden Gketscherarmen, die auf der Karte verzeichnet waren und wähnten uns viel, viel näher an der Hütte, als wir tatsächlich waren. Zwischendrin teilten wir uns zu viert 2 solche Marathonenergiepäckcken (jetzt verstehe ich, warum die Leute bei Marathons immer kotzen: das ist nicht die Anstrengung, das sind diese widerlichen Gelpakete. Ich hatte echt Mühe, das Zeug unten zu behalten...






Energie gab es aber, leider zeigte sich beim Erreichen des nächsten Kamms, dass wir eben noch viel, viel weiter weg und unterhalb von der Hütte waren. Also: weiter.

Was haben wir noch gegrinst, als wir diesen Stein sahen.... erst.






Richtig krass wurde es, als wir die Vegetationsgrenze erreichten und es einfach unfassbar steil durch ein Schieferschuttfeld nach oben ging. Zwei von uns (ich eine davon) waren so weit über unserer Grenze, dass wir zwischendrin kurz vor Erschöpfung weinen mussten. Aber: langsam, langsam kamen wir nach oben und das Erreichen des Hohtürli, wo man ins Kiental bis zum Thuner See runtersieht, war schon krass. Dann die letzten irre steilen Serpentinen hoch zur Hütte und fertig.... (davon gibt es keine Bilder mehr, weil ich das HAndy in den Rucksack packen musste, weil es mich in der Hosentasche so gestresst hat) 



Der Blüemlisalpgletscher direkt vor der Terrasse


Stellte sich heraus: ich hatte mich beim Berechnen der Höhendifferenz bei den verschiedenen Optionen mehrfach vertan und war von 800hm ausgegangen (mein bisheriges Maximum waren 1000, mit null Ehrgeiz, das zu schlagen). Diese Route waren mal locker flockig 1300 und die echt steil.

Uff.




Betreten der Hütte war erstmal ein bisschen funky, im EG sind nämlich die seit 2 Jahren erneuerten Wurmkomposttoileten ("Dein Kot ist mein Brot"), die halt einfach gottserbärmlich stinken.

Egal  Schuhe abgezogen, Hütten Crocs an und an der Theke angemeldet. Stellt sich heraus: wie angekündigt gibt es dort nur Massenschlag, d.h 20 Leute in einem Raum, 10 unten,  10 oben ind einer langen Reihe an Matratzen mit Bettzeug nebeneinander. Wir waren immerhin an einem Ende, so konnte eine von uns an der Wand, die andere zwischen 2 vertrauten männlichen Personen liegen. Ordnung und Ruhe war übrigens tiptop, jeder hatte einen Haken für den Rucksack, niemand verstreute sein Zeug

Aussicht vor dem Essen natürlich spektakulär (nur der Name der Hütte ist irreführend, da ist weit und breit kein Blüemli zu sehen!), wir sassen warm eingepackt in frischen Kleidern auf der Terrasse bei Panache oder warmer Schokolade.



Essen gab es dann drinnen, eine grossartige Rotelinsencurrysuppe, für die Vegis Gemüsecurry mit Linsen und Reis, für die Fleischfresser Rinderschmorbraten und Spätzli, zum Dessert Apfel- und Marmorkuchen.

Zum Sonnenuntergang sammelten sich alle draussen, wie toll! Einer hatte sogar ein kleines Alphorn (?) dabei und spielte.







Wir waren dann so müde, dass wir um viertel vor neun in unsere Betten gekrochen sind. Der Hübsche schlief schnell ein, ich nicht so. Irgendwann  kamen andere Leute und waren zwar nicht unendlich laut, aber haben sich halt unterhalten, was schon nervig war. Ich hatte Ohrstöpsel dabei (bin normal kein Fan, weil ich ds Gefühl habe, nicht mitzubekommen, wenn Gefahr ist oder was auch immer). Die halfen, das Gelaber auf ein Hintergrundgeräusch zu dimmen, so dass ich einschlafen konnte.

Keine Ahnung wann, vllt gg Mitternacht bin ich in totaler Panik und Orientierungslosigkeit hochgeschreckt, rupfte mir als erstes die Ohrstöpsel raus, dann war ich im Hüttenschlafsck gefangen und bekam so einen klaustrophobischen Anfall, dass ich nicht nur aus dem rausmusste, sondern auch mein dünnes Langarmshirt und das eigtl total weiche BH-Bustier, das ich angelassen hatte, ausziehen musste, weil ich das Gefühl hatte, zu ersticken. Blieb also nur das Trägerunterhemd und Slip und am liebsten gar keine Decke (ich versuchte, auf dem Hüttenschlafsack zu liegen, weil ja, hygienisch klappt das nur, wenn alle ihre Hüttenschlafsäcke verwenden, aber ich war wirklich kurz vor einer Panikattacke, weil alles zu eng war. Ich schaffte es, mich mit Blick auf das grone Licht der Smartwatch halbwegs runterzuregulieren, stellte dann ein  paar praktische Überlegungen an, wie ich den Hüttenschlafsack modifizieren könnte, so dass er immer noch seinen Zweck erfüllt, und bin darüber eingeschlafen. Mein Plan ist: eine Seite auftrennen und in grossem Abstand lose Druckknöpfe anbringen.

Ab dann ging es, geschlafen habe ich nicht toll, aber wenigstens keine Panik mehr gehabt. Am nächsten Morgen (Klingel um viertel nach sechs für den Frühstücksbeginn um halb sieben) lernte ich, dass noch wer in unserer Gruppe Schlafsackpanik hatte, da lohnt sich mein Plan noch mehr!






Frühstück, Marschtee abfüllen (es gibt keine Trinkwasserversorgung auf der Hütte, deswegen gibt es strikt einen Liter pro Person, man kann Tee oder Wasser wählen), und dann geht es los.

Und es war halt schon nicht nur gestern so anstrengend, weil wir schon vorher so lang gelaufen waren und vielleicht unsere Kraft nicht gut eingeteilt haben, es war halt einfach unglaublich steil!

Wir haben es aber hinbekommen und den steilen Schuttteil in einer halben Stunde hinter uns gebracht. Die Sonne kam dann über die Berge, das war schon toll!












Wir kamen am "Oberbärgli" an, als noch fast keine Leute von unten aufgestiegen kamen. Wir hatten mittlerweile ordentlich Mittagessenhunger, suchten uns einen Platz mit Aussicht auf den See (und erstaunlich vielen erstaunlich stacheligen Babysilberdisteln, die erstaunlich weh tun, wenn man sich mit der ganzen Hand reinstützt. Unsere Reste von gestern (Brot, Salametti, Sbrinzwürfel, verschiedene Tapenaden, Kaffee, den Marschtee und natürlich unsere Vorräte an Riegeln und Süsskram) waren nochmal richtig lecker! Als wir dann wieder losssind, kamen uns Unmengen Leute entgegen, die einerseits sich und die wirklich spektakuläre Aussicht fotografieren wollten, ist ja auch legitim, haben wir auch gemacht. 

Aber. Meine Güte. Ein bisschen Hirn und Verstand und Höflichkeit gegenüber anderen Leuten am Berg und in die andere Richtung wäre halt auch schon cool.

Der Weg und die Ausblicke waren schon nochmal spektakulärer als beim Aufstiegsweg. Trotzdem bin ich froh, dass wir es andersrum gemacht haben, weil: die Hütte sah man tatsächlich die ganze Zeit in unendlich weiter Ferne, ich bin froh, dass wir das gestern nicht hatten, sonst hätten wir vermutlich nicht durchgehalten.










Das Unterschreiten der Influencergrenze (oder, wie L., der selber Flachländer ist, aber naja, halt mit Eltern grossgeworden, die selber grossgeworden sind mit festen Regeln, was man in die Berge anzieht und was man mitnimmt, und darüber wird nicht diskutiert, sagt "Lauter Touristen" :-)) wurde deutlich: man erkennt sie an 

  • weissen Sneakern
  • überhaupt: den sockenartigen Sneakern mit dünner Styroporsohle
  • den bauchfreien oder halt grad noch bikinigrossen Oberteilen und den extreme Hotpants
  • generell weisser Kleidung
  • Oder Flatterkleidchen
  • Oder Jeans
  • oder Umhängetaschen und jeder Art von Handtaschen, nur keine Rucksäcke
  • einer Wasserflasche in der Hand als einziges Gepäck, das Handy in den Bund der Hotpants gesteckt
  • Der Gopro egal wo
  • dem Stativ
  • den Crocs

und dann, wir waren wirklich fast am Kiesweg unten und es war nochmal richtig, richtig steil runtergegangen, mit Kies, durch Bächlein, man musste ein bisschen kraxeln, mit goldenen Birkenstocks Madrids, als Gepäck eine flimsy-Coop-Tüte, die man für 20 Rappen an der Kasse bekommt. Diese Frau habe ich dann wirklich angesprochen "Sorry, are you really sure, you want to do this hike with this footwear? This is a really bad idea, you will probably hurt yourself really bad". Sie nuschelte irgendwas von "other pair of shoes" und naja, dann halt, I guess? Als ich mich nochmal umdrehte, hatte sie gerade einen der goldenen Schuhe verloren und stand strumpfsockig da. Naja. (Verstehen Sie mich nicht falsch: jeder, der will, soll diese grossartige Gegend geniessen. Man könnte sagen: naja, sie werden schon merken, dass das vielleicht doof war, da mit Crocs hochzulaufen, wenn sie sich das Bein verstauchen. Aber: jemand muss sie halt auch wieder runterholen, wenn sie da in Tänzerpose abgestürzt sind.... All diese Schilder stehen halt aus gutem Grund da und helfen zu einem Grossteil leider genau gar nix.

Wir kamen dann nach insgesamt 4 Stunden (incl Stunde Mittagspause und viel Warten wegen Gegenverkehr) an der Gondel an, stellten fest, dass man auch von dort die Hütte gesehen hätte, wenn man dieses Pünktchen als solches identifiziert hätte, naja, und dann ging es nach unten, noch ein bisschen durch den Ort zum Bahnhof und dann nach Hause.


Hier das Bild von oben in 30fach reingezoomt

Jetzt sind alle geduscht, wir haben bei Nieselregen ein vielleicht letztes Mal auf der Terrasse gegrillt und freuen uns heute abend alle auf ein Bett ohne 19 andere Leute.

Was für ein Abenteuer und ich habe nicht an die Arbeit gedacht, yay!