Montag, Oktober 22, 2018

Neue Woche

Vielen Dank für Ihre Nachrichten auf Twitter und per Mail zu dem Blogpost von gestern*. Ich war etwas überwältigt, vermutlich weil ich mich damit ja mittlerweile seit Jahren befasse und deshalb nicht mehr wirklich schockiert, der Besuch bei der Polizei gestern war sozusagen nur ein neues Highlight. Sie müssen sich keine Sorgen um mich machen, mich trifft so etwas nicht persönlich, jedenfalls nicht mehr als allgemeines Befremden, was in den Köpfen mancher Menschen vorgeht und was um alles in der Welt sie zu solchen Aktionen treibt. Von so etwas lasse ich mir den Spass am Schreiben und Leben sicher nicht vermiesen.




Was heute zB richtig toll war: es ist Herbst und endlich kalt genug, dass ich meine neuen Herbstkleider anziehen kann! Heute erstmal in der blauen Version (stilecht mit blauer Strumpfhose und blauen Stiefeletten) und während ich mich auf dem Weg zu Bus dank der Kälte kurz ärgerte, dass ich nur den nicht so warmen Mantel und nicht die hohen Stiefel angezogen hatte, waren die Kinder noch ohne Jacke und nur im Hoodie unterwegs, weil "Mami, nachmittags ist es wieder warm und ich habe keine Lust, so viel zu schleppen". Auch wieder wahr.


Spontanes Mittagessendate mit meiner kleinen Schwester, so spontan, dass ich nichts von meinen Quittenvorräten zum Abgeben dabei hatte. Apropos: ich habe gestern Abend Birchermüeslimischung mit Joghurt und den eingelegten Quittenschnitzen und Sirup gemischt und das heute mit ein paar Weintrauben gegessen, das war sehr, sehr lecker! (Fand auch Jon, besonders in der Kombination mit Milchkaffee. Dieser Kater ist soooo verfressen, das ist unglaublich).


Bei der Arbeit habe ich übrigens noch vor acht den Frosch gekillt, der Freitagnachmittag noch in meine Mailbox gehüpft war und mich unterschwellig das ganze Wochenende verfolgt hat, Formulierungen wälzen liess, und für latentes Unzufriedensein sorgte. Aber: wie so oft hat eine höfliche und ehrliche Antwort alles bereinigt und nach meiner Einschätzung sogar ohne zerbrochenes Porzellan.


Sonst: Arbeit, Arbeit, Arbeit, das Jahresende rückt näher und damit auch das ganze Zielgedöns, ich habe nicht nur einmal unser neues HR-Tool kräftig verflucht. Der Tag heute war dafür ganz ohne Standortwechsel, für die Schrittzählerchallenge aber immerhin mit L. vom Turnen nach der Arbeit abholen.


Deshalb gibt es auch nur ein verrupfeltes Bild, wo man die so schön passenden blaugrauen Schuhe nicht sieht, weil: der Lift im Elfenbeinturm hat keinen Spiegel, deshalb gibt es ein Foto aus dem Waschraum (Boden mit Rheinkieseln, Wissense Bescheid)




Ach ja: ich habe seit ein paar Tagen mal wieder angefangen, meine Augen mit etwas anderem als Colourpop zu schminken. Ich habe so viele schöne (und gute und teure) Paletten und Pinsel, da ist das die Extraminute  morgens gegenüber den (nach wie vor grandiosen) Super Shock Shadows mit den Fingern tatsächlich auch mal wieder wert. Und irgendwie muss ich ja vor mir rechtfertigen, dass die "Urban Decay: Naked Cherry" nicht nur aus reiner Sammlerwut auf meiner Geburtstags/Weihnachtswunschliste steht. Heute also mal wieder was Hübsches mit der "Modern Renaissance" von Anastasia Beverly Hills.


In der Zwischenzeit daheim: Neue Level an ... Abenteuer.












Stressleveldurchschnitt gestern: 35
Selbstbeweihräucherung: ich sag nur Frosch!




* Und ja, ich habe auch die Nonmentions registriert, die finden, dass ich sowas ja schon längstens verdient habe, weil ich ja auch nicht besser bin. Tja nun. Wer sich an mir abarbeiten möchte, soll das machen,Sie sind ja alle erwachsen und Herren Ihrer Zeit und Nerven. Wenn Ihnen das irgendwas gibt, sich über mich aufzuregen, bitte sehr.

Sonntag, Oktober 21, 2018

Liebe Hater, wir müssen reden

Ich weiss, ich weiss, es gibt da draussen (neben vielen Leuten, die das Blog mögen, noch viel mehr Leuten, denen es egal ist, und vermutlich noch viel, viel mehr Leuten, die sich denken: "Blog? Hä?") ein paar Menschen, die mein Blog nicht mögen, die die Person, die sie meinen, anhand des Blogs zu kennen, nicht mögen, schlimm finden, dumm finden und, warum auch immer, das Blog trotzdem lesen. Es gab einige, die das immer wieder in hasserfüllten Kommentaren zum Ausdruck gebracht haben, es gibt auch welche, die das in eigenen Blogs zum Thema machen und den gesamten Hass, den sie auf ... ich weiss gar nicht, die Welt? scheinbare Ungerechtigkeit? Angela Merkel? "die Flüchtlinge", die heutige Generation? empfinden, auf mich projizieren und das nimmt mitunter skurrile Züge an.


In letzter Zeit sogar so skurril, dass ich nach Besprechung mit einer Rechtsanwälting heute einen Termin bei der Kantonspolizei hatte, der recht aufschlussreich war.


Um uns allen das Leben in Zukunft ein bisschen leichter zu machen, habe ich deshalb ein paar Tipps für Sie, falls Sie sich von meiner Existenz und der meines Blogs angegriffen fühlen und das online zum Ausdruck bringen möchten:


Eine Möglichkeit wäre, Sie tun das in einem privaten Blog mit eingschränkter Leserschaft. Dabei sollten Sie allerdings wirklich 100% sicher sein, dass niemand dieser Leser sich irgendwann denkt: "Puh, das geht jetzt aber über meine persönliche Schmerzgrenze hinaus, ich sage das der Person, die hier zur Zielscheibe gemacht wird." Solange niemand etwas weitergibt, sind Sie auf der sicheren Seite und ich auch, weil ich das gar nicht mitbekomme und die Stravverfolgungsbehörden auch, weil dito.


Falls Sie das jedoch nicht 100% garantieren können, würde es mein Leben sehr erleichtern, wenn Sie wirklich 100% strafrechtlich relevante Formulierungen nutzen könnten, das macht die Entscheidung leichter, ob es sich lohnt, eine Anzeige aufzunehmen, die internationale Einvernehmungen und Vorladungen beinhaltet*. Wenn Sie also finden, mir solle etwas mit einer Eisenstange eingeprügelt werden, bis nur noch Brei übrig ist, wäre es besser, wenn Sie das nicht im Konjunktiv schreiben würden und auch nicht grad noch alle anderen Gutmenschen mit reinnehmen würden. Es wäre einfacher, wenn Sie klare Ehrverletzungen, Beleidigungen und üble Nachrede absondern würden, als Dinge, die man mit etwas Phantasie auch noch als persönliche Meinung interpretieren könnte. wie dass ich schon lange einen Schaden habe und (wie alle anderen Gutmenschen) einfach undankbares Gesocks bin.
Im allgemeinen hülfe einfach ein bisschen mehr persönlicher Touch, als nur die Möglichkeit, dass ich (und wieder mal alle anderen Gutmenschen) einer Messerattacke zum Opfer falle, bevor ich überhaupt alt werde, bei der Entscheidung pro Anzeige zusätzlich noch.


Ich sage es nur ungern, weil sicher wissen Sie das alle schon lange und haben sich bewusst und im Vollbesitz Ihrer geistigen Kräfte entschieden, einen anderen Weg einzuschlagen: es gäbe natürlich eine dritte Möglichkeit. Niemand zwingt Sie, dieses dilettantische Klimakteriumscheisssblog von jemandem, der nicht schreiben kann, zu lesen. Es geht ja (ausser heute) auch gar nicht um Sie. Sie könnten sich stattdessen, aber ich gebe zu, das wäre vermutlich ein bisschen viel verlangt, ja mal überlegen, warum Sie soviel Hass und Wut in sich tragen und ob die Gutmenschen, der illegal eingewanderte integrationsunwillige Bodensatz und ich wirklich Ihr Hauptproblem sind oder auch nur ansatzweise für alles, was in Ihrem Leben und der Welt und im deutschen Pflegesystem falschläuft, verantwortlich. Aber das haben Sie natürlich schon, Sie sind ja sehr intelligent, deshalb wäre ich Ihnen sehr verbunden, wenn Sie in Zukunft einen der ersten beiden Punkte beachten könnten.


Mit Gutmenschengrüssen
Frau Brüllen.








*Mein Anzeige wäre übrigens auch mit den aktuellen Formulierungen jederzeit aufgenommen worden mit allem, was dann folgen würde. Allerdings war mir der Aufwand für die nicht glasklaren Erfolgsaussichten dann einfach zu gross.


Stressleveldurchschnitt gestern: 48
Selbstbeweihräucherung: ich sags mal so: die Klingelanlage der Kantonspolizei setzt ein gewisse Technikaffinität voraus. Und, was noch schwerer war, ich habe trotz unzähliger Gelegenheiten keinen einzigen blöden Witz gemacht.

Samstag, Oktober 20, 2018

Samstag

Heute morgen hatte ich uns früh (am Wochenende ist halb acht mittlerweile früh) den Wecker gestellt, weil Putzmorgen in der Siedlung angesagt war. Als wir zu dritt (der Hübsche ist rekonvaleszent und damit befreit) um 9:01 zum Putzen antraten und mit "Uh, ihr seid zu spät" begrüsst wurden, war ich erst ein wenig bedupft, weil: eine Minute, meine Güte!, aber je länger wir dann Löwenzahn, Laub, Zigarettenstummel und Wasserbombenüberreste zusammensammelten, desto unsicherer wurde ich, ob der Treffpunkt wirklich um neun oder vielleicht schon um acht gewesen ware.... könnte sein, dass ich das falsch in den Kalender eingetragen habe. Aber: ich hatte das auch falsch eingetragen, dass nur im Frühjahr Putzen mit Kindern ist und so waren unsere die einzigen, die mit angetreten sind, und somit war das dann schon wieder ok.


Daheim habe ich dann das Quittenbrot fertig gemacht (anders als für die Zimtsterne ist der Zug da noch nicht abgefahren, es war schon klebrig, aber machbar. Allerdings ist es auch sehr süss, sehr viel und ich bin die einzige, die das isst, also der aktuelle Vorrat reicht eh noch ungefähr 100 Jahre.), dann Haushaltszeug wie Bettenabziehen, Wäscheabhängen, -aufhängen, Staubsaugroboter durchs Haus schicken, Sachen für Abendessen einkaufen (es gibt Spaghetti mit sozusagen dekonstruierter Guacamole, wenn es gut wird, teile ich das morgen), Schwätzchen mit den Nachbarn halten und deren niegelnagelneues Katzenbaby besichtigen (hui, sind Jon und Sansa mittlerweile gross!), und dabei ist mir EIN grosser Nachteil von praktiziertem #equalcare auf: wenn einer ausfällt, ist das für den anderen auf einmal schon sehr viel mehr zu tun! (Das ist natürlich kein echter Nachteil, es ist eigentlich der perfekte Beweis dafür, wie gut wir sonst alles teilen.). Viel blöder ist, dass der Hübsche echt noch ganz schön malade ist und das tut mir sehr leid...


Little L. ist am Nachmittag auf eine Geburtstagsfeier eingeladen, wir Grossen lassen es recht ruhig angehen: Nachmittagskaffee mit Lebkuchen (nach eine Glas Essiggurken, ich brauchte einen Ausgleich nach dem ganzen Quittenzeug) auf der Terrasse , Badewanne, Nägellackieren, mit den Katzen Quatsch machen (die haben so viel Spass draussen, das ist echt schön zu sehen. Sie erobern das Viertel und kommen so alle Stunde mal nach Hause, um zu schauen, was so passiert. Wenn wir sie rufen, an die Terrassentür klackern und mit dem Dreamie-Beutel rascheln, kommen sie angerast, so schnell es geht).





Trotz krankem Hübschen: ein schöner Tag!
Stressleveldurchschnitt gestern:
Selbstbeweihräucherung: allein den Erwachsenenteil des Tages gerockt. Und nichts gebrochen, als ich mit den neuen Flauschesocken auf der drittletzten Stufe ausgerutscht bin, sondern nur Knöchel und Ellbogen am Rauhputz beim Bremsen aufgeschürft.

Freitag, Oktober 19, 2018

Quitt' pro quo

Ich erinnere mich, dass meine Vater, der bei uns früher für Marmelademachen (und -essen) zuständig war, immer von Quittenbrot geschwärmt hat, aber es ware sooooo ein grosser Aufwand, und irgendwann hat er sich dan doch dazu durchgerungen, es zu machen und so sehr geflucht und "So einen klebrigen Scheiss mach ich nie wieder", dass ich mich gar nicht traute, eine Meinung dazu zu entwickeln, wie ich Quittenbrot denn nun so finde.


Heute abend (oder morgen früh) werden wir dann sehen, ob das sowas wird wie die Zimtsterne, von denen meine Mutter immer sagte: "Ja, sehr, sehr lecker, aber so eine klebrige Sauerei zu machen, das lohnt sich einfach nicht" und ... nach Testen verschiedener (auch angeblich dummysicherer Rezepte) kann ich ihr da nur zustimmen und Zimtsterne gibt es hier nur in Form formloser Zimtbatzen oder halt gekauft.


In Sachen Quitten war heute Grosskampftag: als erstes habe ich die Quitten im Earl Grey-Ingwersirup eingekocht. Weil ich ja nicht nur 2 grosse Quitten, sondern FÜNF KILO (minus die zwei Ofenquitten, die wir gestern aben verspeist haben, mit Ahronsirup statt Honig, weil halt; mhmmmmm!) habe, habe ich direkt mal die doppelte Menge angesetzt. Und weil die Einkochautomatik vom Backofen bei den Zweitschgen schon so super lief, habe ich auch dismal den Sirup gemacht und abkühlen lassen, die Quittenschnitze in die Einmachgläser gepackt, mit dem Sirup begossen und eben automatisch eingekocht. Ich musste dann nach Abkühlen direkt ein Glas aufmachen und probieren, erstens um rauszufinden, wie es schmeckt und zweitens, weil ich mir nicht sicher war, ob 35min bei 90Grad/Dampf 15 Minuten im Sirup köcheln entsprechen, so vom Weichwerden her. Aber: tun sie und es schmeckt grossartig! Grad die Sache mit dem Tee ist perfekt!


Mit dem Rest der Quitten (minus 4 für noch mehr Ofenquitten) habe ich also das Doppelrezept Gelee/Brot gestartet.
Gelee war soweit unspektakulär, nachdem ich heute die erste Mirabellenmarmelade mit einem Schuss Aperol probiert habe, habe ich verschiedene kleinere Gläser mit Aperol, Calvados und Amaretto versetzt, das kann ich mir gut vorstellen.


Die Masse furs Quittenbrot (immerhin noch 1.6 kg Quittenmatsch plus die gleiche Menge Zucker) habe ich dann also erstmal eingekocht (ich habe so Teflon-Töpfe von Kitchenaid aus einer coop-Trophy, da legt sich nix am Boden an, aber sobald eine gewisse Dicke erreicht ist, spritzt das grausam (und klebt natürlich), wenn man nicht kontinuierlich rührt. Es muss ein bisschen lustig ausgesehen haben (und ich habe mit Absicht die Webcam zugelassen), wie ich mit Headset und Kochöffel vor dem Herd stand, das Laptop stand auf dem Schneidbrett und gleichzeitig über einen Validierungsmasterreport diskutierte und währenddessen Achten im Quittenpüree zog.


Nach einer Stunde kam das Ganze aufs Blech und in den Backofen, bei 100°C Umluft mit eingeklemmtem Kochlöffel. Es braucht länger als die angegebenen 4h, aktuell bin ich bei 5.5, aber es wird gut! Ich glaube, man darf nicht zu früh aufhören, sonst bleibt das innen drin noch zu schmierig und dann bappt das überall.  Nach 2h habe ich die Wabbelplatte übrigens umgedreht, das geht gut, wenn man es eben auf ein Backpapier streicht, dann kann man ein zweites Backpapier oben drauflegen, dann ein zweites Backblech oben drüber und dann beherzt wenden und das erste Backpapier abziehen.


Nun denn, ich hoffe, es wird so gut, wie ich mir das denke!


Auf jeden Fall habe ich jetzt 4 Einmachgläser Quittenschnitze, 6 Gläser Gelee, eine undefinierte Menge Brot, 8 Gläser Mirabellenkonfi, 3 Einmachgläser Zwetschgenkompott, und 4 Gläser Powidl. Der Winter kann kommen, take this, Frederik!


Stressleveldurchschnitt gestern; 34
Selbstbeweihräucherung: ich habe es geschafft, mich networkenderweise in eine etwas doofe Situation zu manövrieren, die auf den ersten Blick wie ein Luxusproblemchen aussieht, auf den zweiten echt doof zu lösen ist und auf den dritten vermutlich ein Riesenkompliment. Naja, mach ich dann Montag.

Donnerstag, Oktober 18, 2018

Goldener Oktober

Ist noch Oktober? Ja, oder? Irgendwie bin ich ein wenig desorientiert mit all den Terminen und Deadlines für November und der Planung für nächstes Jahr.



Heute mit blau statt rot. Und Lieblingsringelshirt


Anyway. Ich habe gestern abend noch eine relative emotionale Email geschrieben und kurz entsschlossen abgeschickt, dann ging es mir besser, weil: ich habe es immerhin aus meinem Kopf rausgeschrieben. Noch besser ging es mir, als ich spät abends noch eine Antwortmail darauf bekam, die eigetnlich viel bessere Aussichten enthielt, als ich eigentlich erwartet hatte.
Damit gebe ich mich jetzt mal bis Ende Jahr zufrieden. Ich habe einfach keine Nerven und Ressourcen, um in Panik zu verfallen und den grossen Ausstieg zu planen. Trotzdem natürlich ordentlichens hmpf.


Der Hübsche hat sich dann heute morgen ins Spital verabschiedet und mir von dort aus den Zeitplan mitgeteilt und dass ich mir keine Sorgen machen müsste, ich würde vom Team angerufen werden, sobald er aus dem OP sei. Und ... ich hatte heute vormittag echt viel zu tun,, ein Meeting jagte das nächste, zum Mittagessen war ich auch noch für was Wichtiges verabredet, so dass ich mir nicht die ganze Zeit NUR Sorgen machen konnte. Aber ich hatte natürlich immer ein Auge auf dem Handy und rechnete die ganze Zeit mit und beruhigte mich selber, dass so ein OP-Plan für Notfälle vermutlich jederzeit umgeworfen wird und es überhaupt nix bedeuten muss, dass die Mini-Routine-OP jetzt schon vielleicht fünfeinhalb Stunden dauert. Das hat ... überhaupt nicht gut geklappt.
Aber: Ende gut, alles gut, sie haben es einfach verpennt, mich anzurufen und es dauerte nur eine halbe Stunde und soweit ist alles ok und wir düfen ihn sogar heute abend schon abholen.
Phew. Das war dringend nötig und es ist gut, dass diese Anspannung jetzt mal weg ist (Hallo, Kopfschmerzen aus der Hölle.)


Mein Obst-Kollege hat jetzt nach Zwetschgen und Mirabellen Quitten und Äpfel im Angebot und nachdem jeweils das erste (von sehr vielen) Glas Mirabellenkonfi, Powidl und Zwetschgenkompott und die letzten eingefrorenen Zwetschgen schon aufgegessen sind, schrie mein Prepperhirn ganz laut "Hier". Nich tbei den Äpfeln, ich finde Äpfel das langweiligste Obst der Welt, aber für Quitten tue ich alles.
Also (Think big) fahre ich jetzt mit 5 kg Quitten und einem Stapel Rezepte (Gelee, Quittenbrot, Ofenquitten, Quitten in Earl Grey Sirup) nach Hause und habe Beschäftigung furs Wochenende.


Q. hatte heute übrigens Hauswirtschaftstest und ich bin sehr gespannt, er lernt das Kochen ja richtig seriös, nicht so wie ich by doing .-). Wussten Sie, dass es Rohkostregeln gibt? Und Abwaschnoten, in die "Kombination ist streifenfrei geputzt" eingeht?

Ansonsten bin ich nicht ganz geplant, aber es war so schön, mal wieder die ganze Strecke zwischen den Standorten zu Fuss gelaufen, ich brauchte nämlich einerseits noch ein Gebrutstagsgeschenk für L.s Freund ("Er sagt, er freut sich über alles, aber auf gar keinen Fall ein Buch." Ooooooookay, ich habe jetzt ein Spiel gekauft, allerdings im Buchladen). Am Rhein entlang war es echt traumhaft, es schwimmen sogar noch Leute.





Alles in allem war der Tag viel besser als ich gestern erwartet hätte. Darauf ein bis zwei Ofenquitten.


Stressleveldurchschnitt gestern: 35
Selbstbeweihräucherung: mich nicht vom Jammertalmodus anstecken lassen und weitergemacht, weil ilft ja nix. Und einem Kollegen mit meine alten Zugangsberechtigungen für das Archiv geholfen.



Mittwoch, Oktober 17, 2018

Möp

Heute ist eher so ein mittelguter Tag und zwar passend zu dem gestrigen "Alle sind irgendwie angespannt, aber ich finde es eigentlich voll toll bei der Arbeit", weil: offensichtlich bin ich sehr schlecht im zwischen den Zeilen lesen und "alles voll toll" stimmt beim besten Willen nicht. Anyway: es ist noch nix fix und wenndann wird es vielleicht auch kein unendlich grosses Drama, aber ich bin tatsächlich echt ehrlich enttäuscht.
Ich hatte mich ja seit der Übernahme meines ersten Arbeitgebers für relativ abgebrüht und nicht sehr naiv gehalten, aber tja, da habe ich mich vielleicht getäuscht. Ich musste mich selber an meine dritte goldene Regel erinnern, nachdem ich mir die Wuttränen aus den Augen gewischt habe. (erst daheim, weil ich weine bei der Arbeit nicht. Da habe ich blöde Witze gemacht und jetzt meint der Oberchef vermutlich, ich habe den Ernst der Lage nicht erfasst)


(jajaja, Kryptik, weil halt. Bleibt auch erst mal so, hilft nix, nachzubohren :-))


Abends war dann Pfadielternrathock, keine Zeit zum weiter Grübeln.


Morgen heisst es dem Hübschen Daumen drücken für eine OP, da ist auch keine Zeit für fruchtlose Gedanken.


Was mich wirklich ärgert, ist, dass ich meinen (naja, einen meiner) Lieblingslippenstifte verloren habe heute, glaube ich (MugShot von Colourpop), dabei habe ich heute extra noch Lob für mein Outfit bekommen ("Ui, so schick, hast Du ein spezielles Meeting?"), wo doch nur Lippenstift, Schuhe, Shirt und Nagellack zusammenpassen.




Katzennews: ich wurde etwas nervös, als am Nachmittag eine Nachricht der Nachbarn kam, aber es war dann nur ein Foto der Katzen, die sich bei ihnen auf derr Terrasse eingerichtet hatten. Nachdem sie erst schon ins Haus sind und dann rausgeworfen wurden. Highlight allerdings: Sansa sass auf dem Gartenhäuschen der Nachbarn und ist für den Heimweg von dort direkt auf das grosse Trampolin gesprungen. UND ICH HABE ES LEIDER NICHT GESEHEN!


Anyway, ich mach jetzt noch einen kleinen Workout zum Abreagieren und leg mich dann in die Badewanne.


Stressleveldurchschnitt gestern: 38
Selbstbeweihräucherung: erst geheult, als ich es dem Hübschen erzählt habe.

Dienstag, Oktober 16, 2018

Dumdidum.

Hm. Schreibhemmung. Hatte ich jetzt auch schon eine Zeitlang nicht mehr.
Aber das selbst auferlegte "Heute mal nix über Katzen".*


Dann halt was anderes:


Arbeit:
läuft. Irgendwie ist mir immer noch ein bisschen unheimlich, dass das Italienprojekt mehr oder weniger durch ist, deshalb erledige ich zackizacki immer alles, was spontan reinkommt und pflege meine Inbox Zero, weil man weiss ja nicht, wann in Italien wieder die Hütte brennt. Im übertragenen Sinne. Meistens.
Es ist aktuell irgendwie eine .... allgemeine Umbruchstimmung, man weiss nicht so recht, wie lang sich alles noch zurechtrüttelt, wer wie wo landet, man hat den Eindruck, viele überdenken ihre Ambitionen und Ziele und ich fühle mich ein bisschen komisch, weil ich einerseits sehr genau weiss, wo ich hinwill (und auch einen recht klaren Plan habe, wie dahin kommen), andererseits sehr, sehr glücklich bin, da wo ich bin, also in das allgemeine Schimpfen und Murren gar nicht einstimmen mag.


Abends mal wieder ein globales Townhallmeeting, bei dem sich ein neuer Oberchef vorstellte. Und: ich finde es grossartig, wenn jemand als erstes seine Kinder mit Namen und Alter vorstellt. Und seine Frau (ohne Alter, aber mit Liebeserklärung).  Nicht, dass ihn das für seinen Job qualifiziert, aber: es ist mal was anderes. Auch der Rest klingt sehr spannend und sehr sympathisch. Und begeistert. Damit kriegt man mich ja immer. Let's see.
Ganz unerwartet wurden dann noch zwei meiner Produkte und spezifisch das Italienprojekt in der grossen  "Was wir alles erreicht haben dieses Jahr" Schulterklopfrunde erwähnt, und da wurde mir dann schon ein bisschen warm ums Herz.


Sonst so:
Endlich Winterstiefel für Q. gefunden. Von 4 auf Zalando bestellten Paaren paste genau eines (immerhin haben sie ihm alle gefallen, so dass diese Hürte schon mal genommen war.).
Es ist hier nachmittags immer noch T-Shirt-Wetter, morgens allerdings recht frisch und weil ich Schwitzen schlimmer als Frieren finde, komme ich immer mit kalten Füssen zur Arbeit, aber nachmittags ist es dann genau richtig.
Ich freue mich schon sehr auf kühlere Temperaturen, weil ich ja endlich meine Herbstkleider und Stiefel austragen will!
L. hats gut, der geht morgen mit seiner Klasse Papiersammeln, da sind sie den ganzen Morgen draussen und können schon mal Handschuhe mitnehme (auch gegen fiese Papierschnitte).




Nach dem Yogadebakel hatte ich ja eigentlich geplant, das Yoga am anderen Standort mal auszuprobieren, aber das ist sich bisher noch nicht ausgegangen (Ferien, ausgefallen, über Mittag woanders gewesen, man kennt das.). Ausserdem bin ich ja eher auf der Suche nach was eher sportlicherem als dem klassischen Yoga, deswegen war ich ja erst bei dem Yogalatesding, aber tja nu, wir wissen ja, wohin das geführt hat.
Ich habe also mein tägliches Bauchtraining/Planking/Sidelifttraining und die Crosstrainierstrampelei dreimal die Woche weitergemacht wie bisher, aber irgendwie... fehlt mir da noch ein bisschen Kraftdings (oder Abwechslung?), also habe ich mir mal eine App runtergeladen und probiere da mal ein paar Workouts aus, let's see, ob das was wird. Immerhin cremt mich da keiner ein. Hoffe ich.
Erstes Fazit: meine Güte, "Angelbody-Workout?" Wachsen mir da Flügel? Aber sonst wars gut und ich hoffe auf ein bisschen Muskelkater morgen.


Stressleveldurchschnitt gestern: 20 (ich wollte das Band schon einschicken, aber jetzt haben wir so einen Abteilungsschrittecontest und hey: Wettbewerb, da bin ich dabei!)
Selbstbeweihräucherung: aus einem "Issue" kein Riesendrama gemacht, sondern eine schnelle und (und das ist die eigentliche Kunst :-)) pragmatische Lösung organisiert.




*Jonny hat durchgeschlafen. Sansa hatte einen sehr spannenden Tag gestern, ich habe ihr abends um neun noch Rosendornen aus dem langen Bauchfell geprokelt. Auch heute waren sie den ganzen Nachmittag draussen, als ich heimkam sass Sansa auf unserer Terrasse (mit Halsband), Jon bei den Nachbarn (ohne, aber der Hübsche  hat es mittlerweile gefunden. Er hat es sich offensichtlich selber runtergezogen mit den Zähnen. Oder es ging ab und er hat danach wütend drauf rumgebissen). Durch Sansas unpraktische Langhaarfrisur bringt sie jede Menge Gedöns im Fell mit heim, so dass neben dem Lieblingsfutter immer noch eine Runde Bürsten auf sie wartet. Das mag sie eigentlich ganz gern: sie kriegt die eine Bürste zum Beissen oder Sauberlecken, je nach Laune, mit der anderen wird sie gestrählt. Danach sieht sie aus wie Paddington im Film, als er frisch geföhnt war.

Montag, Oktober 15, 2018

Helikopterkatzenbesitzer

Sorry, einmal noch.
Als das Rauslassen der Katzen näher rückte, wurden bei uns in der Familie alle nervös und unabhängig voneinander recherchierten der Hübsche und ich zum Thema "GPS tracker".
Aus verschiedenen Gründen haben wir uns dann doch gegen das Verfolgen der Katzen via App entschieden, eigentlich vor allem, weil wir dachten, dass wir total nervös würden, wenn wir ohne Zugriffsmöglichkeit sehen würden, dass die Katzen sich weiter entfernen als uns lieb ist. Nach dem ersten Wochenende mit halbwegs kontrollierten Ausflügen und dem ersten ganzen Nachmittag mit Katzen draussen und keinem daheim zeigt sich, dass das tatsächlich eine gute Idee war, aber aus einem ganz anderen Grund: die Katzen (nicht nur Jon, wie erst gedacht) verlieren die Halsbänder andauernd. Nach drei Tagen sind wir bei 3 verlorenen Halsbändern. Das ist nicht so dramatisch, weil erstens kosten die nicht die Welt, zweitens sind sie beschriftet, d.h. wenn irgendwer sie mal findet, bringt er sie uns vielleicht zurück, drittens (und das ist das allerwichtigste) ist es ein Zeichen dafür, dass die Halsbänder so leicht aufgehen, dass die Katzen sich auf gar keinen Fall damit irgendwie strangulieren. Aber: die sauteuren GPS-Halsbänder wären wohl eher verschwendet gewesen. Immerhin hätten wir die verlorenen Halsbänder via App schnell wieder gefunden, aber Sinn macht das ja auch nicht, wenn die Katzen die wie so rebellische Teenager mit den Fahrradhelmen hinter der ersten Ecke abziehen. (Bitte: nicht erklären, warum Katzen keine oder unbedingt Halsbänder tragen sollen. Oder welche. Und dass sie doch eh gechippt sind. Wir wollen die Halsbänder, damit auch Leute, die keinen Chipleser daheim haben, im Notfall wissen, wo die Katzen hingehören. Und auch ohne Notfall wissen, dass sie wo hingehören. Und haben uns durchaus was dabei gedacht.)
Immerhin: es kamen beide wieder an einem Stück zurück. Und irgendwann gewöhnen wir uns da auch dran. Hoffe ich.
Erster positive Nebeneffekt: sie sind echt, echt müde. Jonny wurde heute morgen um 4 von Q. aus dem Zimmer geworfen, weil er ihn freundlich in die Nase und Finger biss, dann kam er zu mir, proberte das kurz, legte sich dann aber auf meine Füsse und schlief weiter bis zum Weckerklingeln um viertel vor sechs. Das hatten wir so auch noch nie.


Sonst so:
erster richtiger Alltag nach den Herbstferien. Voller Meetings bei mir, die sogar das Mittagessen mit den Kollegen unmöglich machten (Mein Hauptlearning aus dem Italienprojekt: niemals annehmen, dass das Gegenüber "schon das richtige meint". Und nachfragen, wenn einem was spanisch (höhö) vorkommt. Gerade dann, wenn man das Gefühl hat, das Gegenüber möchte eigentlich nicht antworten.), dafür gab es dann schnelles PadThai in der Markthalle. (ich war kurz fast wagemutig und wollte nach Jahren mal wieder grünes Curry probieren, das mich ja die letzten Male immer direkt auf die Bretter geschickt hat. Es sah aber echt nicht lecker aus und vermutlich war es ganz gut so, mir grummelt nämlich schon nur nach dem fast ernsthaft drüber Nachdenken der Bauch.)


Das Ende des Jahres wird nochmal ungeplant ganz schön voll (also zusätzlich zu all dem antizipierten Jahresendterminen incl Offsiteworkshops für den Hübschen und mich), und wir es wird jetzt schon eng mit der Wochenendplanung für 2019. Das finde ich nur so mittel.


Stressleveldurchschnitt gestern: 17
Selbstbeweihräucherung:endlich die Ziege bestellt.

Sonntag, Oktober 14, 2018

Etwas monothematisch

geht es hier zu, sorry, aber erstens dürfen wir ja in Bayern eh nicht wählen, zweitens geht morgen die Schule wieder los und dann ist eh wieder Alltag und drittens habe ich das Gefühl, Sie sind auch ein bisschen dran interessiert, was Jon und Sansa so treiben.
Heute also erstmals: Sie dürfen raus und wir wissen nicht genau, wo sie sind. Das war ... mittelschön. Also für uns. Erst konnten wir sie noch akustisch verfolgen, sie wurdne nämlich von oben von einer Elster wild beschimpft, aber so ca eine Stunde wussten wir nicht, wo sie sind. Und jajajaja, hier hats keine Autos, die Strasse ist ein Stückchen weit weg, die Autobahn echt weit und soweit laufen sie sicher nicht, aber wer weiss: vielleicht bleibn sie irgendwo stecken, gehen in eine Garage, lassen sich in einem Schuppen einsperren, finden nicht mehr heim?


Heute auf jeden Fall war das nicht der Fall, sie kamen brav immer wieder nach Hause. Jon einmal ohne Halsband (morgen kaufe ich einen Stapel neue, bis dahin trägt er sein Babyhalsband, das immer noch passt, aber halt noch leichter aufgeht), Sansa war besonders weit unterwegs, sie folgte dem Vogelgezwitscher und ist schwer auf der Jagd. Leider raschelt ihr riesiger Puschelschwanz im trockenen Laub, so dass die Vogel rechtzeitig vorgewarnt sind.


Jonny ist auch wieder mutiger geworden, er lief heute auf der Mauer um den Schäferhundgarten rum, ausserdem war er auch auf dem Trampolin der Nachbarn. Und auch wenn er das Klettern bisher ungern dynamisch macht, im Notfall kommt er im gestreckten Galopp über die Zäune.





Sansa hat den Highground mehr oder weniger durchgespielt, nächster Level wäre: Dach.


Abends sind sie dann rechtschaffen müde, Jonny hat heute sogar bis fast 6:00h geschlafen.



Stressleveldurchschnitt gestern: 17
Selbstbeweihräucherung: die Katzen freigelassen, sehr leckere Zwetschgenwähe und Sesamlauchhähnchen gemacht. Mit Q. Französisch geübt

Samstag, Oktober 13, 2018

Oder halt anders

Heute durften die Katzen wieder raus und morgens (wir haben kurzärmlig und barfuss auf der Terrasse gefrühstückt) war das Gras noch taufeucht. Das hat dafür gereicht, dass Sansa nach dem Hoppeln durchs Gras aussah, wie durch den Schlamm gezogen. (naja. Langhaar und weisse Pfoten. Wer hätte das ahnen können?). Das machte ihr aber nix, sie galoppierte munter herum und jagte Mücken und auch grösseres. Sie hat schmerzhaft erfahren, dass Bienen vielleicht keine guten Jadgobjekte sind und sich einen Stich in die Vorderpfote eingefangen*. War aber nicht schlimm, sondern alles sehr aufregend.
Jon hat seit der Hundebegegnung gestern (was besseres hätte vermutlich gar nicht passieren können am ersten Tag) einen rechten Respekt vor "dem Draussen", d.h. er hat sich vor allem auf der Terrasse aufgehalten, mit vertrockneten Blättern geraschelt, sich auf den warmen Steinen geräkelt und später dann mit Sansa in unserem Gebüsch gespielt.
Sansa ist übrigens an Tag zwei draussen schon weiter gekommen als Dax jemals, nämlich über den Zaun in den Nachbarsgarten rechts. Aufs Trampolin. Ja, Sie stellen sich das ganz richtig vor.





Wir anderen haben heute einen spontanen Ausflug in die Nachbarsstadt gemacht, einmal wollte ich Pakete holen und retournieren (unter anderem mit 2 Paar Winterschuhen für Q., der mit Grösse 41 und sehr breiten Füssen und einem sehr ausgeprägten Sinn für "Mag ich" und "Mag ich nicht" es nicht mehr ganz leicht in der Kinderschuhabteilun hat), zum anderen eben vor Ort nach Winterschuhe für ihn schauen und nach einer Fussmatte für die Dreckhudelkatzen direkt vor der Katzenklappe.
Gabs btw beides nicht (hab ich jetzt bei LImango und Zalando bestellt), aber dafür waren wir dann noch im Highend-Spirituosenladen und der Hübsche hat sich seinen Lieblingswhiskey aus dem vorletzten Adventskalender gekauft und ich noch einen Rum für meinen Dad zum Geburtstag. Das war ein bisschen lustig, weil ich kenne mich nullkommanull aus mit Rum, ich mag Rum auch nicht, das hängt vermutlich zusammen. Ich hatte aber auch nicht unbedingt Lust, mit Spirituosenafficionados darüber zu diskutieren, weil ich denke, dass die sich dann über mich lustig machen, wenn ich sage: "Ich brauch einen Rum für meinen Dad, der mag Rum, aber ich hab keine Ahnung welchen, ich find Rum voll ätzend, was können Sie da empfehlen?".
Ich habe also nach Flaschenschönheit (und ein bisschen nach Preis, weil holla die Waldfee, 3stellig muss es dann vielleicht doch nicht sein für einen halben Liter) geschaut und einen sehr schönen "Navy Strength" irgendwas (was DAS heist, weiss ich seit unserem Gin-Tasting) ausgewählt und auf dei Theke gestellt, an der der Hübsche sich durch Whiskeys probiert hat. Ich wurde gefragt, ob ich auch einen probieren will und meinte so: "Ach, ne, danke, ich muss ja noch fahren und ausserdem bin ich nicht der Whiskeytyp, ich brauch ja nur einen Rum für meinen Dad und hab schon einen."
Da sah die Frau, was ich ausgewählt hatte und kriegte grosse Augen und meinte: "Oh, wenn Ihnen der gefällt, dann hab ich was für Sie" und holte eine funklig glitzernde Flasche mit irgendwas, das wie "non plus ultra" oder so hiess, und naja, halt ein unglaublich süsser Rum war. Schon irgendwie gut, vermutlich super, wenn man Rum mag, wenn nicht: nicht so. Ich probierte also, meinte: hmmm, mhmmm, und machte anscheinend ein Rumkennergesicht, weil die Frau meinte: "Also, ich hol Ihnen mal was von dem, den Sie ausgesucht haben und noch einen, der ist echt auch toll" und zack, hatte ich drei Rumprobiergläser vor mir und hui, das war eine gute Idee, weil der in der schönen Flasche war anscheinend irgendeine abgefahrene Spezialität und schmeckte ... naja, eher schaurig! Ich beichtete also, dass ich überhaupt gar keine Ahnung von Rum, sondern nur nach dem Flaschendesign gegangen wäre, und so wurde mir ein anderer rausgesucht, der "Gentleman" unter den Rums (Rumen?), in einer auch schönen Flasche. (ich habe ihn probiert. Schmeckt nach Rum.) Ich kann Ihnen nicht mal sagen, welcher es ist, weil die Flasche schon als Geschenk verpackt wurde.


Sonst so: Garten aufgeräumt, Nudeln gemacht, spontan einen Berlintrip gebucht, weil der Schwager im November auch spontan heiratet.


Stressleveldurchschnitt gestern: 35
Selbstbeweihräucherung: es war lustig, aber ich fand gut, dass ich ehrlich war, was meine Rumkenntnisse angeht.






*bitte keine Tipps, wie mit Bienenstichen bei Katzen umgehen. Wir haben Google und eine Tierarztschwester. Überhaupt: bitte keine Sorgen um die Katzen machen. Es geht ihnen gut, wir kümmern uns gut um sie, wir machen das nicht erst seit gestern, und auch wenn Sie vielleicht das Gefühl haben, uns alle schon ewig zu kennen: wir kennen Sie gar nicht (ausser wir kennen Sie, dann gilt das natürlich nicht) und deshalb können besorgte Mails durchaus befremdlich wirken, auch wenn sie bestimmt nicht so gemeint sind.

Freitag, Oktober 12, 2018

Ihr seid jetzt frei!

Nachdem auch Sansa mittlerweile schon zur Tür gesaust kommt, sobald jemand nur die Schuhe anzieht oder einen Schlüssel bewegt, und unbedingt raus will, haben wir alle her auf den heutigen Tag hingefiebert: die Katzentür wurde eingebaut.
Es war übrigens überhaupt nicht so eine kleine Sache, wie der Glaser, der zum Ausmessen gekommen war, meinte, weil erstens das neu vorgeschriebene Sicherheitsglas dicker als das bisherige ist und nur knapp in den Rahmen paste und sich zweitens beim Einbau der Tür in das Loch rausstellte, dass das Glas vermutlich beim Schneiden gesprungen war und tja, halt nochmal ausgetauscht werden muss. Aber der Sprung ist nur klein, birgt kein Sicherheitsrisiko und es ist ja noch sehr warm draussen, also ist die Scheibe mit Türchen (Amazonaffiliatelink) jetzt mal drin.
Wir haben problemlos die Katzen "einprogrammiert", dann war etwas Verwirrung angesagt, wie genau man denn da jetzt rauskommen soll, aber sie hatten es sehr schnell raus.


Wir waren durchaus erstaunt, wie schnell (also: praktisch sofort) sie aus unserem Garten raus und unter der Hecke durch in den Nachbarsgarten marschiert sind. (also: Marschiert: Sansa springt wie ein Geissbock, Jonny schleicht) Es stimmt sogar, dass das Gras dort grüner ist.







Nachdem Trampolin, Fusballtor und Kinderspielzeug beschnuppert waren, waren sie bereit für den nächsten Garten. Sie waren schon ein wenig verwundert, dass dort nach der Hecke ein kleiner Zaun kam, der aber auch einen Grund hat: dort lebt nämlich neben zwei Katzen ein Schäferhund (ich habe die Besitzer heute morgen in der Garage getroffen und erzählt, dass sie bald Besuch bekommen werden und scho gehört, dass der Hund mit Katzen gern spielt und sie scheucht.). Der Hund lag also auf der Terrasse und unsere beiden standen wie die neugierigen Nachbarskinder am Zaun.
Es ging natürlich nicht lang, da bemerkte der Hund sie, sprang auf und sauste bellend auf sie zu. Beide rasten davon, Sansa auf dem direkten Weg nach Hause, Jonny vor lauter Panik einmal ums Nachbarshaus rum und das Halsband hat er dabei auch verloren. (Dass der Hund sich beim Losstürmen auf den Steinen irgendwas entweder eingetreten oder den Fuss verstaucht hat, dafür kann keiner von uns was, oder?

Wie erwartet (man kennt sie ja nach einem halben Jahr doch ein bisschen) war Jonnys Mut ab dann ein wenig weg, d.h. er beschränkte sich erstmal darauf, auf unserer Terrasse auf und ab zu stolzieren, das Türchen zigmal zu testen, während Sansa sich auf den Weg durch unser Gestrüpp machte, ein paar Mücken fing, das Schilf in unserem Garten jagte und dann...... kam der Nachbarskater. Der hatte ja bisher jahrelang unbehelligt unseren Garten als erweitertes Revier angesehen, aber das scheint jetzt vorbei. Sansa hat ihn mit Riesenpuschelschwanz aus dem Garten gejagt, beim folgenden Mexican Standoff mit wild schauen, fauchen, aufplustern irgendwann kurzen Prozess gemacht und ihm eine auf die Nase gehauen. Als er sich trollte, setzte sie zum Sprung an und wollte ihm auf den Rücken springen, aber da hat der Hübsche sie erstmal eingefangen und ein bisschen was für den felinen Nachbarschafsfrieden ge
tan.

Auch der Balkon ist spannend, das Dach des Wintergartens der Nachbarn ist auch schon annektiert, das ist alles sehr spannend.





Stresseleveldurchschnitt gestern: 41 (bald ist damit erstmal Pause, weil das Band sich total auflöst und auf Garantie eingeschickt werden muss)
Selbstbeweihräucherung: viel geschafft und relative cool geblieben, als die kleinen Katzen flügge wurden.

Donnerstag, Oktober 11, 2018

My favourite glue factory

Erst wollte ich heute ja drüber schreiben, wie grossartig ich Urlaub machen finde und wie wenig ich das mir manchmal als allgemeiner Konsens erscheinende "Urlaub mit Kindern ist alles ausser Erholung, alles voll schrecklich" nachvollziehen kann, aber erstens habe ich das ja schon mal (schlimmes Island-Vermissen gerade), und könnte es nur noch durch "Auch mit frischen Teenagern und deren manchmal hormonell herausfordernder Stimmungslage ist Urlaub grossartig." ergänzen, und zweitens hat uns volle Kanne (naja, halbvoll, die Kinder haben immer noch Ferien) der Alltag wieder und das ist auch grossartig.


Heute morgen um acht waren erst nochmal Reparaturtermine angesagt, der Hübsche fuhr das Auto in die Werkstatt, weil es doch bittedanke meinen Schlüssel wieder erkennen soll und ausserdem eine neue SIM-Karte bekommt, weil der Vertrag beim bisherigen Mobilfunkanbieter ausgelaufen ist. Wir wollen doch auf gar keinen Fall, dass Elon Musk uns das Auto auf einmal nicht mehr aus Jux und Tollerei stilllegen kann (meine Güte, wie sehr mich das nervt. Die vernünftigsten Menschen glauben und verbreiten Verschwörungstheorien und Katastrophenszenarien aufgrund einer unbestägtigen Anekdote eines "Konkurrenten"?), weil die Swisscom gemerkt hat, dass Tesla ihnen nix mehr zahlt!
Wir fahren jetzt ein weisses Model S mit Zürcher Kennzeichen und passendem Namen, durchaus schwierig in der hiesigen Gegend, auch was Zollkontrollen und so angeht.




Ich hatte dafür ein Date mit dem Backofen-Mensch, weil unser niegelnagelneuer SuperduperKombisteamer bei allem mit Umluft ganz laut klirrt, weil das Ventilationsrad irgendwo anschlägt. Wurde wegen Garantie und überhaupt högscht professionell repariert und ist ein Fehler, der vielleciht bei 2 Promille der Geräte auftritt, sich aber trotz eingehender Prüfungen (jeder Ofen heist zwei Tage lang durch zB, bevor er rausdarf) nicht ganz vermeiden lässt. Das Rad klackerte nämlich an die Heizschlange, die sich minimal verformt beim Erhitzen. Also wurden ca 2mm vom Rad abgesschliffen, jetzt ist alles wieder muckmäuschenstill.


Ich musste dabei direkt an zwei Fälle denken, wo wir was ähnliches bei der Arbeit hatten, das ist schon cool, so Transferwissen, das glaubt man ja auch erstmal nicht, dass es einem was bringt, wenn man zB weiss, wie Kessel emailliert werden*.


und dass dieser archaische Prozess für Hightechequipment natürlich nicht millimeter genau passt, sondern, das fand ich damals erstaunlich, als dann alles krumm und schief aussah, recht grosse Toleranzen hat, die man dann beim Einbau ausgleichen muss, damit doch alles in der Waage und die Verrohrung nicht unter Spannung ist.
Der andere Fall war ein Schneckenkonustrockner, das sieht so aus (war aber von einem anderen Hersteller).


Wie man sieht, hat die Schnecke den Job, das zu trocknende Pulver einerseits durch die Schraubenbewegung von unten nach oben zu durchmischen, andererseits durch die Rotation des gesamten Arms wie ein Kochlöffel. Damit sich keine Schicht am Rand bildet, sollte der Abstand der Schnecke von der Behälterwand natürlich so klein wie möglich sein. Und auch wenn das alles gar nicht so kompliziert aussieht, ist es nicht leicht, das so auszurichten, dass es einerseits so nah wie möglich dran ist, andererseits aber auch nicht an der Wand kratzt, kein Mensch möchte Metallspäne in den Tabletten haben oder aber allein schon einen Motor, der heissläuft, weil die Schnecke an der Wand kratzt. Man muss wissen, dass solche Trockner gerne mal 4000L fassen und das ganze Gewicht an der Rührwerksdichtung hängt. Dann werden auch noch über 2 Tonnen anfangs feuchtes Produkt bewegt, das sind enorme Kräfte und dann soll alles so passen, dass nur 2mm zwischen Schnecke und Wand sind? Auch da muss man dann schon mal in den Trockner einsteigen und die Schnecke abschleifen. So wie unser Lüfterrad im Backofen. Jon wollte übrigens in den Backofen einsteigen, durfte aber nicht.


Dann haben wir heute bei der Arbeit tatsächlich mal viel über Wissenschaft diskutiert, nämlich einmal über Tribolumineszenz


(da war ich ein bisschen traurig, dass keiner meiner Kollegen meine Rambo-Referenz verstand)


und einmal über den Mode of action eines unsere neuen Medikamente, da wurde nämlich ein schöner Erklärbär-Film produziert. Das hast mal wieder richtig Spass gemacht!


Sonst so: den ersten Adventskalender von der Post abgeholt (meinen. Von Lookfantastic), mit den Katzensittern geschwatzt, Wäsche, Einkaufsliste.


Stressleveldurchschnitt gestern: 35
Selbsteweihräucherung: spontan ein Angebot für Twitterhilfe gemacht und auch noch nicht bereut. Ich glaube, das wird lustig.


*Es gibt hauptsächlich zwei Sorten Reaktoren in der Chemieproduktion**, nämlich Stahl rostfrei und Stahl emailliert. Die Küchenäquivalente wären eine Edelstahlschüssel und eine Glasschüssel. Aber weil zB ein 25-Kubikmeter Reaktor nur aus Glas nicht wirklich stabil ist, werden diese grossen Reaktoren aus Stahl gefertigt und dann innen mit einer Glasschicht überzogen, also emailliert. Auf englisch heist das "glass lined", der Chemiker/Ingenieur unterscheidet zwischen Stem und Stnr.


** es gibt natürlich noch mehr, Schwarzstahl (ganz selten), Hastelloy, Kautschuk etc

Mittwoch, Oktober 10, 2018

und wieder daheim

so, das Appartment wurde regelkonform um 10:50h geräumt, nach fertig packen (trotz aufgetrunkener notfallmilch und Kaffee, aufgegessenem Notfallsmacks, die ich ja in jeden Urlaub für zumindest das erste Frühstück mitnehme, weil: ortsunkundig Frühstück suchen ohne Kaffee ist Stoff für Alpträume für mich, und praktisch keinen Einkäufen gingen die Koffer gar nicht mal so locker zu), frühstücken und dem Besitzer das zerdepperte Glas beichten.
Falls Sie ein zentrales, bezahlbares Appartment in Sliema suchen: voila (es hat halt nur noch 3 grosse Gläser).
Mein ursprünglich letzter Stresspunkt auf meiner Liste war ja schon lang keiner mehr, auf Malta ist das Taxisystem nämlich zentralisiert, dh es gibt zentrale Taxistände, dort kauft man einen Coupon zum je nach Ziel festgelegten Preis (gilt für max 4 Personen incl Gepäck), das Taxi ist auch grad festgelegt, fertig. man kann natürlich immer noch telefonisch oder per App eins bestellen, aber mit ohne Auslandsdaten und überhaupt Mobilfunknetz  (Hallo, Salt, Malta ist in unserem Vertrag mit drin, wäre toll, wenn das geklappt hätte) und der Wohnung direkt in der Nähe von allem war das gar nicht nötig/möglich.
Wir waren natürlich viel zu früh am Flughafen, aber W-Lan und Kaffee reichen uns ja zum friedlich sein.
ich habe dann zur Eingewöhnung für morgen grade noch mit einer Kollegin telefoniert, die gerade auf einer Messe in Madrid ist und eine Einschätzung für eine Lieferantenidee brauchte (falls Sie meinen, ein Logikloch aufgedeckt zu haben: das geschäftshandy mit dem Swisscomvertrag hat nicht seinen Dienst verweigert).
Heimflug mit Swiss erfreulich unspektakulär, der Blick von oben auf Malta war spektakulär. wir sahen nochmal die blaue grotte und lagune, die Kuppeln über hagar qim und mnajdra und eindrücklich, wie winzig und wie dicht besiedelt Malta ist.
in Zürich am Flughafen war es etwas ungewohnt, das ankommen mit den Jungs anstatt einer wechselnden kollegenschar zu teilen.
die Tradition, den Blogpost im Zug zu beginnen, behalte ich jedoch mal bei.
So, viel länger wirds auch nicht mehr: den Katzen geht es gut, nicht nur Jon, auch Sansa will jetzt ins Freie. Gottseidank kommt die Katzentür am Freitag. Sie wurden sehr, sehr gut versorgt, haben ganz schön randaliert (neben zwei grossen Legosets, die sie vom Schrank geworfen haben, habe sie Kuscheltiere aus L.s Bett und seine Puzzlematte im ganzen Haus verteilt. Ich dachte zuerst, Sansa ware auf einmal sehr dick geworden, aber nein: es ist nur Winterfell. Richtig viel davon. 
Jetzt sind alle Koffer ausgepackt, die erste Waschmaschine programmiert, die Arbeitssachen für morgen parat gelegt, alle geduscht, phew.

Stressleveldurchschnitt gestern: 34
Selbstbeweihräucherung: habe ich alles ganz gut organisiert, finde ich.

Dienstag, Oktober 09, 2018

Letzte Runde

Nach dem Tag gestern (meine Kollegin, die mich ja auch mit einer liebevoll handkuratierten Maltakarte versorgt hatte, wies mich darauf hin, dass es ein "Cat Village" in Spinola Bay gibt, vielleicht waren das gestern Bewohner der Bungalowanlage oder so :-)) waren wir alle wieder bereit für eine letzte Runde Sightseeing, heute der Süden der Insel.
Wir starteten wieder mit dem ersten Bus und fuhren durch bis Marsaxlokk. Das ist ein Fischerdörfchen mit Hafen (ach.) und Markt und so, man hätte mit dem Taxi noch zu dem berühmten St. Peter's Pool fahren können, aber uns Grossen war nicht soooo nach Baden (und dann salzig weiterfahren), die Kinder hatten Bauchweh.

Exkurs:
Kinderbeschwerden: Als Neumutter wird man ja von erfahrenen Müttern im Internet immer darauf eingeschworen, dass man als Mutter sein Kind am allerbesten einschätzen kann, Kinderärzte zB haben ja nie Ahnung, wer immer behauptet, "das Kind wäre defizitär", ist halt nicht seine Mutter. 
Ich ... nun ja. 
Ich habe mit all meinem Mutterinstinkt bei L. (also: zweites Kind. Das ist ja praktisch schwarzer Gürtel in Muttersein) mit 6 Monaten auf "der Arme kriegt Zähne" getippt. Zwei Stunden später waren wir in der Notaufnahme mit Lungenentzündung
Als L. mit 18 Monaten dann wieder mal leicht fiebrig und matschig war, sagte mir mein Mutterherz wieder: "Zähne. Maximal grippaler Infekt". Drei Stunden später wurden wir mit den Krankenwagen von der Notaufnahme des Kinderspitals auf die Kinderintensivstation gefahren: Vorhofflattern und Elektrokonversion, Betablocker und Kinderkardiologiepatient für die nächsten Jahre.
Ein paar Jahre später hatten beide Kinder Fieber gehabt, dann einen Tag fieberfrei und es lag traumhafter Schnee, deswegen sind wir Schlittenfahren gegangen und als die Kinder jammerten, ihnen wäre so schrecklich kalt und überhaupt könnten sie keinen Schritt mehr machen, haben wir sie mit unserem ganzen Elterngefühl angemotzt, dass es überhaupt nicht sein könne, es wäre nur mittelkalt, sie wären warm angezogen und meine Güte, wenn es hier EINMAL Schnee hat. Am nächsten Tag lagen nicht nur die Kinder wieder mit 40 Fieber flach, nein auch wir beide, der "vorbeie grippale Infekt" war nämlich nur die erste Runde echte Grippe.

Langer Rede, kurzer Sinn: gehen Sie mir weg mit Mutterinstinkt.

Mittlerweile sind die Kinder ja nicht mehr sechs Monate oder anderthalb, sondern 9 und 13 JAHRE und ich bin manchmal skeptisch, wenn genau dann unklare Bauchschmerzen auftreten, wenn man etwas tun soll, worauf man nicht so wirklich Lust hat. Und 2 Sekunden vorher noch munter rumgesprungen ist, auch wenn "ich schwör" der Bauch da anscheinend auch schon schrecklich weh tat. Ich fände es halt viel einfacher (und ehrlicher und überhaupt), wenn man sagen würde, ich habe NULLKOMMANULL Bock auf Training heute oder überhaupt oder Besichtigungstour, aber ich kenne auch meine Antwort darauf (nämlich: "Du hast dich für die Saison verpflichtet, also gehst Du" oder "Wir sind 1419km gereist und zwar nicht dafür, dass Du Youtube von hirnerweichendem Mist in einer kleinen Ferienwohnung bingst") und verstehe das "Uh, krass, Bauchweh, gar nicht gut" als "Begründung" ganz gut.
Womit ich aus Gründen überhaupt gar nicht umgehen kann, ist das total hypochondrische überdramatische Zusammenbrechen wegen eines Kratzers oder eines verklemmten Pups, da fehlt mir einfach die Empathie, wenn jemand da nur noch wimmert und nahezu zusammenbricht, dann einmal rülpst und gut isses.
Dann möchte ich aber natürlich auf gar keinen Fall die Mutter sein, die ihr Kind mit nahe zu rupturiertem Appendix auf eine rumpelige Sightseeingtour gezwungen hat (man erinnere sich an Grippelungenentzündungherzflattern), es ist also kompliziert. (ich sage mir dann immer: man hat nur einen Appendix, so oft wie hier schon fast jemand spontan wegen Bauchschmerzen gestorben wäre, geht das nicht zusammen)

So, Exkurs Ende (mal wieder sehr froh um keine Kommentarfunktion).

Ich habe dann (Mutterinstinkt :-) respektive Lebenserfahrung) differentialdiagnostiziert, dass das grosse Kind unterzuckert ist und das kleine ... naja, sagen wir so, es hat sich von allein gelöst, und ausnahmsweise gab es schon vor 11 ein Mittagssandwich und eine Cola dazu und zack, alles wieder gut (phew.)






Weiter ging es dann nach Ghar Dalam, zur "Höhle der Finsternis", besonders für L. interessant, der gerade Steinzeit als Realienthema in der Schule hat.

Ich musste erstmal an Frau Mutti und die Bienen denken

Die Jungs haben Johannisbrotbaumkerne mitgenommen und wollen die daheim anzüchten. Schaumamal









Nach der blauen Lagune war ich ein wenig skeptisch, was die Blaue Grotte angeht, und nicht ganz so heiss auf einen Bootstrip dorthin. Aber: es war schön! Zwar nullkommanull individuell oder liebevoll, eher so fliessbandmässig abgespult, aber immerhin nur ein kleines Boot und es war schon schön!

Das kleine Boot fuhr ungefähr 5m vom Ufer entfernt dahin. Schwimmwestern waren für alle obligatorisch. Das liess mich schon schlucken.










Das ist ein bisschen lustig: das berühmte "Azure Window" ist ja letztes Jahr eingestürzt. Jetzt heisst dieses kleine Fensterchen in der Höhle (0.5x1m) "Blue Window". Kaum ein Unterschied :-)


Letzter Stop auf unserem Trip waren die megalithischen Tempelanlagen von Hagar Qim und Mnajdra. Sie gehören zum UNESCO Weltkulturerbe und stehen dort seit ca 5000 Jahren. Es ist wirklich beeindruckend, wenn man sich vorstellt, wie diese Riesensteine damals bewegt und aufgerichtet wurden.
L. möchte jetzt übrigens Archäologe werden und ich kann ihn sehr gut verstehen.








Ein Abschlussessen in Valletta incl Verpassen der letzten Fähre vor der Fährpause bis 22:00 und Fahrt mit einem leicht shady Minibus rundeten das Ganze noch ab und morgen geht es zurück nun hoffentlich wirklich in den Herbst!





L. und Essen ist im Moment kompliziert. Wir konnten uns auf einen Teller Butterspaghetti und Probieren von allen anderen Tellern einigen. Fand er übrigens alles super. Nur entscheiden kann er sich für nix.


Stressleveldurchschnitt gestern 22
Selbstbeweihräucherung: unabgesprochen mit dem Hübschen drölzig unauffällige Sicherheitschecks in Sachen Minibus erledigt und niemanden verrückt gemacht.