Dienstag, Mai 26, 2020

260520 Hamsterrad

Ein ganz normaler Arbeitstag war das heute:

6:30h mit Kaffee am Esstischschreibtisch, der Reihe nach die Kinder in die Schule und den Mann ins Untermdachoffice verabschieden, die Anfragen und Themen seit gestern abend bearbeiten, Zusammenarbeite zwische drei Kontinenten organisieren, dazu viel Kräutertee trinken und in Wollsocken, leichter Strickjacke und mit Schal tippen, weil es im Erdgeschoss sehr kühl ist, extra frösteln, wenn der Hübsche aus dem dann doch eher warmen Dachgeschoss in T-Shirt und Shorts auf einen Eiskaffee runterkommt (ich leiste ihm mit Espresso Gesellschaft).
Gemeinsames Mittagessenvorbereiten, das pünktlich zum Heimkommen von L. auf dem Tisch steht.
Diesmal lasse ich den Hübschen und L. allein abräumen und klar Schiff machen, ich habe nämlich eigentlich seit 12:30 ein Meeting, dem ich aus ein bisschen Erziehungsgründen nicht pünktlich beigetreten bin, nachdem meine Bitte um Verschiebung wegen "Familienmittagessen, nicht verschiebbar" nicht nachgekommen wurde, sondern halt 10 Minuten später. Naja. Dafür das dann auch früher verlassen, weil ein anderes parallel angesetzt war, danach wieder zurück. Im Homeoffice kostet mich das zwei Klicks, im echten Office hätte ich das eine oder andere Stockwerk auf und ab rennen müssen.
Nachmittags: L. hat Sportunterricht am Nachmittag, ich hoppe von Meeting zu Meeting, zwischendrin lege ich mit dem Hübschen eine kleine Workoutrunde ein (Butt und Thigh, war nix, also nicht anstrengend), er macht danach noch weiter, während ich noch zwei Meetings habe, eins als Teilnehmer, eins als Facilitator. Sansa passt letzteres ab, genau den Moment, in dem sich alle 30 Kollegen eingeloggt haben, um interessiert die Webcam abzuschnuppern. Genau der richtige Moment, um schnell an die Vortragende zu übergeben.

Vor dem Abendessen strample ich noch ein knappes Stündchen auf dem Crosstrainer, ich komm ja sonst irgendwie ohne physisches Meetinghopping nicht auf meine 12k Schritte pro Tag.

Abendessenkochen machen alle gemeinsam, L. und Q. erzählen von der Schule und fachsimpeln dann irgendwann über Zelda, L. freut sich sehr (und wir auch), dass alle Eltern seiner Geburtstagsgäste mit einer Nachholfeier übernächstes Wochenende einverstanden sind. Das hat doch mehr an ihm genagt, als ich dachte (wobei: mich hätte das als Kind auch verfolgt...) und das ist jetzt echt gut, dass wir das nachholen können.

Ich bin ... müde und erschöpft und habe das Gefühl, bei der Arbeit nicht voran zu kommen, wobei es vermutlich einfach daran liegt, dass es unglaublich viel ist und alle anderen auch unglaublich viel arbeiten, weil wir alle die Kurve nicht bekommen, einen klaren Cut zwischen Arbeit und Freizeit oder auch Urlaub zu ziehen, weil wir sind ja eh immer alle da, da kann ich doch auch schnell .... ans Telefon gehen, das Memo schreiben, das Dokument reviewen, die Präsentation korrigieren, den Vortrag halten, wir sitzen doch alle im gleichen Boot, warum sollte ich mich von einem Kollegen vertreten lassen, ich BIN DOCH DA. Und das ist genau die Falle, in der zumindest ich mich (und auch viele andere Kollegen) grad reinlaufen sehe. Durch die fehlenden Alternativen zu "DA SEIN" machen wir einfach keine Pausen und das ist langfristig halt schon nix. Ich kenne mich: da kann man noch so sehr sagen, man könne doch auch Urlaub daheim machen und "schau halt einfach nicht rein", es ist einfach nicht dasselbe. Schon MIT Wegfahren dauert es mindestens eine Woche, bis mir die Arbeitsvorgänge tatsächlich wurscht sind und ich nicht das Gefühl habe, intervenieren zu müssen (okay, oder man macht es so wie letztes Jahr und fährt um die halbe Welt auf eine Insel ohne Empfang und lebt im Wald und kayakt und sieht Wale und danach war es sogar mir wurscht, ob meine Vertretungen das alles hinkriegen).
Und interessanterweise mache ich am liebsten Ferienhausurlaub, d.h. mit nahezu all den Alltagspflichten, die es daheim auch gibt, aber da stresst mich das gar nicht, weil aussenrum alles anders ist. Die gleiche Zeit zu Hause mit "einfach nur nix" und chillen und Ferien daheim und "lass uns doch mal die Gegend erkunden" hat nur einen Bruchteil des Erholungseffekts. Getestet zB 2018, das war urlaubs- und erholungstechnisch echt nicht gut und das Jahresende dann echt hart (weswegen wir dann ja noch mal flugs eine Woche Malta im Herbst eingelegt haben).

Langer Rede, kurzer Sinn: ich bin immer noch überzeugt davon, dass es richtig war, Ligurien zu stornieren, aber die Hütte in den Bergen in Italien.... ich würde sagen, ich sehe die Chancen, dass wir dahin fahren, tatsächlich bei etwa 50:50.

Morgen kommt der Bundesratentscheid zum Thema "Veranstaltungen" etc, wo es auch um Aktivitäten wie eben das Sommerlager der Pfadis gehen wird. Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und sage: optimistischer als beim Elternrathock vor ein paar Wochen: 50:50, dass es stattfindet. (Für die Jungs würde ich mich wirklich freuen!)

Jetzt höre ich von oben noch Q. im Pfadi-Hock plappern und lachen, der Hübsche liest L. mit ruhiger Stimme vor, ganz oben läuft der Staubsauger, neben mir plätschert die Spülmaschine, die Geräusche, die den Zieleinlauf eines langen Tages markieren.
Nun denn, jetzt müde Beine (und Butt :-)) auf die Couch gehievt und geheimes Strickprojekt vor Netflix weitertreiben, morgen dreht sich das Rad weiter.

Gegessen:
Schwarzwälder Kirschtorte
aus Versehen eine ganze Wassermelone (relativ klein)
Salat mit gebackenem Camenbert und frischem Brot
Marillenknödel

Getragen:
Jeans, Wollsocken, T-Shirt, Strickjacke, später Sportsachen

Gelesen:
"Laufen"

Stressleveldurchschnitt gestern: 11
Selbstbeweihräucherung: nicht zickig auf Mails reagiert, die (jetzt habe ich es dreimal umformuliert, aber ich bin müde, deshalb schreibe ich jetzt, was ich eigentlich meine) echt rotzfrech sind, sondern stoisch sachlich geantwortet.

Montag, Mai 25, 2020

250520: Full Service

Ich habe gestern abend offensichtlich irgendeinen Schritt beim Reaktivieren des Wochentagsweckers vergessen, aber ich muss mir keine Gedanken machen, hier wird sich gekümmert!
L. kam um viertel vor vier wegen Alptraum und obwohl ich mir noch dachte, dass es vernünftiger wäre, mit ihm zusammen in sein grosses Bett zu ziehen, als ihn in unser nur marginal breiteres Bett dazuzunehmen, wo dann halt drei Leute drinliegen, war ich zu müde, um mehr als "Komm, aber bring dein eigenes Kissen mit" zu nuscheln.
Ab dann habe ich kaum noch geschlafen, aber Jonny machte den Service perfekt und übernahm das vollständige Aufwecken ab viertel vor sechs durch vehementes Nasenbeissen, Schnurren und am Fliegengitter rütteln. L. hat alles übrigens verschlafen. Bis sieben. Unter meiner Decke, seine lag als Knäuel auf dem Boden.
Skurrilerweise ist meine Fitnessuhr der Meinung, dass ich meine "Body Batterie" bis vier praktisch überhaupt nicht aufgeladen hätte, aber ab dann: steil nach oben. Joah. Ne.

Nichts, was ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte von den Nachbarn und ordentlich Kaffee zum Frühstück nicht richten würden. Holla, da ist/sind viel(e) Kirsch(en) drin!

Der Arbeitstag verlief dann angemessen beschwingt und gut gefüllt (das Überstundenabbauen der letzten Woche hat dazu geführt, dass ich auf jeden Fall genug zu tun habe :-)).

Mit L. haben wir dann in der Mittagspause und vor dem Volleyball nochmal die unregelmässigen Verben geübt, das sollte jetzt sitzen für den Test morgen.

Am Nachmittag ging es grad so weiter, ich habe den kurzen Moment verpasst, wo man nach Abarbeiten aller Überseeanfragen am Morgen und der europäischen untertags mit einer abgearbeiteten ToDo-Liste Feierabend machen könnte, bevor die Kollegen aus Kalifornien aufwachen und loslegen. Da ist es dann viel schwerer, den Absprung zu schaffen, weil... naja, die haben ja noch den ganzen Tag vor sich.

Als der Hübsche L. dann zum Volleyball brachte, schaffte ich es endlich auf den Crosstrainer, eine stramme Stunde strampeln, um das Hirn zu lüften. Sehr nötig, sehr schön!

Nach zwei Wochen Schule ohne Abstand zwischen den Kindern und munteren Kinderverabredungen am Nachmittag habe ich heute übrigens die Geburtstagsgesellschaft von L. angeschrieben, respektive deren Eltern, wie sie zu einer zeitnahen Nachholfeier stünden. Ich bin sehr gespannt, ich hätte aus dem Bauch raus gesagt, dass wir hier zu den vorsichtigen Pessimisten gehören, aber wer weiss, vielleicht hat das ja in den letzten 10 Wochen oder so, wo wir niemand getroffen haben, ja auch gekehrt und alle sind jetzt so und halten uns für irre und verantwortungslos, das auch nur in Erwägung zu ziehen.

Gegessen:
Schwarzwälter Kirschtorte
Salat, Brot (kein "no Knead", weil gestern vergessen, sondern die Anleitung auf der Mehlpackung, das war ja schon mal eher scheusslich.)
Montagspizza

Gelesen: "Laufen"

Gesehen: "Derry Girls" fertig (Ich glaube, Kiki hat die Serie wärmstens empfohlen, und skurrilerweise hatte ich genau deshalb irgendwie lang Hemmungen, sie anzuschauen, weil ich glaube, ohne Witz alle Serien, die ich richtig toll fand, fand Kiki aus dem tiefsten Grund ihres Herzens echt scheisse. (Andersrum übrigens auch, fällt mir gerade ein. Ich sage nur "The Wire") Das ist natürlich an sich überhaupt kein Problem, ich nehm das fast nicht persönlich, ich dachte nur, die Schnittmenge unseres Seriengeschmacks ginge ungefähr gegen Null, und deshalb wären die "Derry Girls" nichts für mich. Aber: Meine Güte, war das schön! Die Kombination aus Irland, Teenagermädchen in den 90ern und einem unglaublich grossartigen, warmherzigen Humor ist echt grossartig. (mein Lieblingscharakter übrigens: Sister Michael)
Und "White Lines"

Stressleveldurchschnitt gestern: 22
Selbstbeweihräucherung: ich habe nachgezählt: wir haben 23 Kirschen, die fast rot sind, an unserem Kirschbäumchen. Das ist ein Riesenerfolg!

Sonntag, Mai 24, 2020

240520: "Ein Plan ist eine Liste ....

... von Dingen, die nicht passieren". Das ist das Zitat (aus "The Way of the Gun"), das der Hübsche sehr weise seiner Doktorarbeit vorangestellt hat.
Ganz so dramatisch würde ich jetzt nicht formulieren, aber ich hatte mir das heute anders vorgestellt.
Angefangen damit, dass ich all das gestern machen wollte, weil dann hätten wir den Sonntag gehabt, um uns auf Schule und Arbeit einzugrooven, aber gestern hat es geschüttet und naja, da sind Kletterpark und Wasserfall nun keine gute Idee (Die Kinder hätten letzteres das nicht wirklich schlimm gefunden, weil "Im Urlaub haben wir Wasserfälle bei jedem Wetter angeschaut!"

Also. Wir haben uns also vorgestern abend für den Kletterpark vorangemeldet, haben gestern Klamotten und Handschuhe bereit gelegt, Kühlakkus für die Kühlboxen eingefroren, Snacks geschnitten, Reisesemmelteig angesetzt, Wecker gestellt und sind heute morgen dann pünktlich um neun aus dem Haus gekommen.

Die Fahrt war ... super, der Hübsche hat das selbstfahrenden Auto genossen, die Kinder haben geswitcht/netflixt, ich habe gelesen, der Parkplatz war noch total leer, das Wetter toll, der Wasserfall.... joah, schon ok. (ja, sorry, wir sind verwöhnt, wir haben Hawaii, Island, Norwegen, Kanada wasserfalltechnisch  durchgespielt, und vielleicht verspiele ich damit meine potentielle Einbürgerung irgendwann, aber der Rheinfall ... joah, ist maximal nett. Und dafür kann er gar nix, er hat den unglaublichen Standortnachteil, dass er praktisch in unserem backyard ist, dass aussendrumm deutsch/schweizer pittoreske Städtchen sind und halt ausser Corona nix richtig spezielles. Aber: wir haben ihn jetzt abgehakt auf unserer Wasserfallliste.)

Der Kletterpark war: grosses Kino! L. war erst ein wenig sparsam, weil er vom Hübschen die Höhenangst geerbt hat (oder halt von ganz allein hat, aber halt hat), aber wir haben das super gemeinsam gemeistert. Der Hübsche (trotz Höhenangst) hat mit Q. die megakrassen Parcours gemacht, ich habe mich (ohne Höhenangst) mit L. an die gemütlicheren gehalten (tot wäre man bei allen, wenn etwas schiefgehen würde), es hat echt Spass gemacht! (Ich hoffe sehr, dass der erste Seilpark, den ich je besucht habe, mittlerweile sein Konzept auch so umgestellt hat, dass man sich rein technisch nicht mehr mit beiden Karabinern gleichzeitig aushängen kann, das haben die Kinder damals nämlich reihenweise gemacht und es ist ein Wunder, dass da noch keiner geflogen ist.). Was mir übrigens auf der Stirn zu stehen scheint, wie damals auch schon: "Ich kümmere mich gern um ihre Kinder, laufen Sie einfach los, machen Sie was anderes, trinken Sie Kaffee, lassen Sie Ihr heulendes Kind einfach am Baum hängen, ich regel das!" Das ist zwar falsch, also der Teil mit "gern", aber ich kann halt schon nicht an einem heulenden, panischen, baumelnden Kind vorbeiklettern.....
Natürlich kamen der Hübsche und Q. gerade dann von ihren dramatischen, spektakulären Touren zurück, als ich wie der Aff am Stangerl an selbigem hing und das mit dme Balancieren total verkackt habe und mehr oder weniger am Hintern zur nächsten Station rutschen musste.... egal.
Es hat allen Spass gemacht, Q. war sehr traurig, dass wir nach drei Stunden gehen mussten (er ist noch ganz allein die 15 (?) m zum BananaJump raufgeklettert und ... hat dann doch die Muffen bekommen und ist wieder zurückgeklettert. Ich bin stolz auf uns alle: erstens auf ihn, dass er sich das zutraut und problemlos hochkam, dann dass er merkt, dass es von unten viel weniger dramatisch (und immer moch mehr als überdramatisch für meine Verhältnisse) aussah als von oben, und dann eben, obwohl von unten die ganze Family und alle anderen Kletterer zuschauen, lieber den viel komplizierteren Rückweg antritt, als eben zu springen, obwohl er sich nicht wohl fühlt. Und schon auch auf uns Eltern, dass wir ihm das zutrauen. Beides.)













Mit leichten Blessuren und wackligen Knien haben wir die Picknickkühlbox aus dem Auto geholt, ans Rheinufer geschleppt und das war dann ganz schön: erstens lecker, zweitens schön, drittens hatte man zumindest das Gefühl, dass sich die meisten Leute bemühen, Abstand zu halten (wenn das perfekte Selfiemotiv lockt, ist das natürlich schnell vergessen).







Was mir leider den Tag versaut hat, ist der Abschluss: ich war mit dem Parkticket unterwegs zum Kassenautomaten und davor stand eine 5köpfige Familie (alte Eltern, erwachsene Kinder mit eigenen Babies) so verteilt, wartend auf weissnichtwas, dass ich auf dem Hinweg schon Schlangen laufen musste in ca 50cm Abstand, um zum Automat zu kommen. Ich habe nichts gesagt, die Augenbrauen hochgezogen und mein Ticket bezahlt. Als ich mich umdrehte, standen sie noch verteilter, so dass ich sie wirklich nahezu berührt hätte beim Zurückweg. Man muss vielleicht dazu sagen: das war ein riesengrosser Parkplatz, es standen zwar jede Menge Autos da, aber praktisch keine Leute.  Es gab einfach keinen Grund, auch ohne Corona, den einzigen Weg vom Parkautomat an den Toilettentüren vorbei im Abstand von <1m zu besetzen (ganz abgesehen davon, dass ich mir Milliarden bessere Warteplätze als die offene Tür eines öffentlichen WCs vorstellen könnte....). Ich drehte mich also mit meinem bezahlten Ticket um, schaute sie an, hob betont hilflos die Achseln und Augenbrauen und bog nach einer kurzen Wartepause kopfschüttelnd zum Händewaschen in den Waschraum ab. Draussen ging das Geläster los "Warum so dumm rumstehen?" "Einfach laufen, nicht so anstellen" und als ich rauskam, wurde direkt auf mich losgekeift. Ich versuchte, leider nicht besonders redegewandt, sondern vor allem wütend, meinen Standpunkt klarzumachen, dass es doch nicht so schwer wäre, sich, verdammte Axt, so hinzustellen, dass man mit Abstand vorbeikäme, aber die alte Frau keifte in einer Tour: "Einfach weitergehen, einfach weitergehen, einfach weitergehen, gehen Sie weiter, gehen Sie weiter, gehen Sie weiter!", ihre Tochter giftete "Wenn Sie so Angst haben, sperren Sie sich doch daheim ein!", der dicke alte Mann mit seiner Zigarette hob auch an, und ich war so wütend, weil mir nichts schlagfertiges einfiel, und alles, einfach nur alles so extrem hilflos wirkte. Und so sagte ich: "Ich habe keine Lust, mich daheim einzusperren, bloss weil Sie so ignorant und egoistisch sind und jetzt unbedingt vor dieser Scheissklotür stehen müssen, als ob das irgendwie der beste Platz der Welt wäre", was aber keiner gehört hat, weil sie ja "GEHEN SIE WEITER! GEHEN SIE WEITER!" keiften, ohne sich von dem stinkigen Platz wegzubewegen, es war eine sehr skurrile Situation. In einer anderen Welt hätte ich irgendeinen coolen Spruch gehabt, einen krassen Hustenanfall simuliert, oder ach ich weiss doch auch nicht, so hatte ich das Gefühl, verloren zu haben, UND ZU NAH AN DIESEN DEPPEN vorbei gelaufen zu sein, und musste die ersten halbe Stunde Heimfahrt erst mal heisse Wuttränen heulen. So viel zu, Thema Nervenstärke. Und Abstraktionsvermögen, weil natürlich rechne ich das alles den blöden Rheinfällen an, in keinem Urlaub ist mir sowas bisher passiert!

Bis daheim hatte ich mich dann halbwegs beruhigt, leider war es dann schon fünf, Jonny war den ganzen Tag unterwegs gewesen ohne einen Checkin zu Hause, liess sich auch nicht direkt finden, L. hat am Dienstag Englisch-Test und die unregelmässigen Verben sitzen ..... arg locker, naja, es war alles ein wenig doof, vor allem, dass das extrem verlängerte Wochenende praktisch schon wieder rum war.

Jetzt, nach dem Essen, Jonny heil daheim (Sansa auch), ein, zwei Extrarunden Verben und grosser Rührung, weil uns die Nachbarn, für die wir die letzte Zeit eingekauft haben, einen Kuchen und ein Riesendankeschön vorbeigebracht habe, und überhaupt, sieht alles anders aus und die Welt ist wieder ein bisschen in Ordnung, aber das Wochenende is noch mehr fast vorbei. Und die Rheinfälle bleiben so mittel. Das haben sie jetzt davon!

Gegessen:
Semmel mit Erdbeermarmelade
Picknick (Semmeln, Gemüse, Hummus, Milchschnitte, Aprikosen)
Pasta mit scharfer Mangososse (joah, okay, aber einmal reicht)

Gelesen:
Das neueste Buch von Camilla Läckberg aus, das war aber so belanglos, dass ich mir nicht mal den Titel gemerkt habe.
"Laufen" von Isabel Bogdan. Das ist mal ..... eine ganz andere Hausnummer als "Der Pfau" und vermutlich hat auch das Buch zu meiner mittleren Grosswetterlage beigetragen, und zwar nicht, weil es schlecht ist, sondern im Gegenteil: es erwischt mit an eine ganz schwachen Punkt, alles was mit Depressionen und Suizid zu tun hat, ist .... schwierig für mich, besonders, wenn es so grossartig geschrieben ist.

Stressleveldurchschnitt gestern: 17
Selbstbweihräucherung: erst im Auto geheult. Und auch nicht "Ich hoffe, Ihr steckt Euch an, ihr Blödis" gesagt.

Samstag, Mai 23, 2020

230520: Pritschelpratschel

Sansa wusste schon, warum sie heute morgen schon ab fünf rauswollte: relativ bald später schüttete es nämlich aus Kübeln runter und hörte fast den ganzen Tag nicht mehr auf.... (den Hübschen erwischte es am Umdrehpunkt seiner Rennrunde, Q. huschte gerade noch so nach Hause rein, ich wurde nur von innen nass, vom Abstrampeln auf dem Crosstrainer.
Die Stimmung war etwas komisch heute, der Hübsche hatte nämlich so einen Alternativrealitätstraum, der ihm nachhing. Ich kenne das nur so, dass ich von einer Realität träume, die schlechter ist als die tatsächliche, entweder ist der Hübsche kein so netter Mensch wie in echt oder ich habe irgendwie den Hübschen und die Kinder "verloren" (im Sinne von: sie sind nicht Teil meines Lebens und fehlen sehr, aber ich weiss nicht, was oder wer genau und bin einfach total verloren.). Allein da ist das Aufwachen und Zurechtfinden in der echten Realität nicht ganz easy (vor alle für den Hübschen, der dann gerne mal ausbaden muss, was sein Traum-Ego verbockt hat), aber der Hübsche hat von einer besseren als der aktuellen Realität geträumt, nämlich von einer, in der sein Freund im November nicht gestorben ist und in dem grad keine Pandemie war. Da ist das Aufwachen dann doch arg ernüchternd.....

Die Jungs und ich haben einen Teil der Erdbeeren in eine Erdbeerroulade aus Tiptopf verwandelt (L. die Erdbeeren, Q. die Roulade und den Rahm, ich hatte Eiertrenndienst und habe eigenmächtig die Abkühlphase des Biskuit dahingehend abgewandelt, wie ich es von meiner Mutter gelernt habe: die Biskuitplatte auf ein mit Puderzucker bestäubtes Geschirrtuch stürzen, das Backpapier mit Wasser bepinseln und abziehen, Biskuit mit dem Geschirrtuch sofort aufrollen und gerollt abkühlen lassen. Hat Q. angemessen beeindruckt und gut funktioniert.


(Q. isst natürlich keine Erdbeeren, deshalb war sein Teil mit Nutella bestrichen).

Sonst: viel Sport, für unseren Ausflug morgen packen, lesen, Badewanne,  und mich über den (allergischen? weiss der Geier) Ausschlag ärgern, den ich vom Erdbeernpflücken gestern bekommen habe. Das ganze rechte Handgelenk ist voller juckender Bläschen, die sich vereinzelt bis zum Ellbogen hochziehen. Dank extrem mückenstichempfindlicher Kinder haben wir genug Fenistil oä da, um meinen Arm so ruhigzustellen, dass ich mir nicht die Haut abziehe. (Ich erinnere mich an meine kleine Schwester, die damals daheim nach dem Erdbeerpfükcen einen Ganzkörperausschlag bekam und seitdem habe ich da ein bisschen Angst davor. Ich bilde mir ein, das hatte damals mit irgendeinem Spritzmittel zu tun, das vermutlich mittlerweile verboten ist).
Die verbrannten Finger haben übrigens keine Blasen entwickelt und ich kann die Hände schon wieder lauwarm waschen, dem Kletterpark morgen steht also nichts im Weg.

Beim Suchen der Mückenstichcreme habe ich übrigens die Vorräte gefunden, die ich für diesen Winter/Erkältungssaison/Corona besorgt habe: 4 Fläschchen Nasenspray, Paracetamol, Ibuprofen, alles unangebrochen. Und soweit man an dieser Pandemie überhaupt etwas Gutes finden möchte: das ganze extreme Händewaschen hat zwar dazu geführt, dass meine Hände total rissig sind, dass unser Verbrauch an Handcreme und Seife durch die Decke gegangen ist, aber: wir haben zum ersten Mal seit Kindern und vermutlich überhaupt einen Winter OHNE EINEN EINZIGEN SCHNUPFEN hinter uns gebracht. Immerhin. Nächstes Jahr probieren wir das ohne Shutdown und Pandemieerklärung, einfach nur mit Wasser und Seife.

Vor dem Abendessen haben wir noch eine der letzten Flaschen Niersteiner Riesling geöffnet und auf die verschobene Gartyparty und, wie die Kaltmamsell das gestern so schön ausgedrückt hat, "eine grosse Liebe" angestossen. Immerhin in einem Gärtchen.




Gegessen:
Semmel mit Erdbeermarmelade
Erdbeerroulade
Wraps mit Erdnuss-geröstete-Karotten-Hummus, Halloumi, Gurken und SPinat
Sehr lecker war das! (für die Skeptiker auch Avocadocreme, Süsskartoffelspalten, Tomaten, Feta etc)

Gelesen:
"Die blaudingsige Spur" aus

Gesehen:
"Derry Girls" und "Dark" und "Dead to me"

Stressleveldurchschnitt gestern:
Selbstbeweihräucherung: lecker gekocht und FAST NICHT GEKRATZT!

Freitag, Mai 22, 2020

220520: Abkürzung

Der Tag begann mit Wundern. Wobei, das ist nicht ganz korrekt: der Tag gestern endete mit Wundern, das sich heute morgen fortsetzte. Und zwar wunderte ich mich gestern abend über zwei Dinge:

  • dass die weisse Wäsche so schnell den Weg durch die Waschmaschine in den trockenen Zustand zurückgelegt hatte
  • und dass meine weissen Oberteile, die die Kinder zusammen- und mir aufs Bett gelegt hatten, so arg krumpelig und weich waren. (Ich vermutete, dass jemand, der nicht ich war, beschlossen hatte, dass alles, was weiss ist, in den Trockner darf, und war naja, eine Mischung aus genervt, weil meineT-Shirts NICHT, und angetan von der Tatsache, dass alles erledigt war)

Heute morgen wunderte ich mich dann weiter, ich hatte nämlich eins der krumpeligen Dinger direkt angezogen und war echt enttäuscht von der Waschperformance, die die Tomatensossenflecken nicht wirklich besiegt hatte. Ich befürchtete, dass durch die Runde durch den Trockner die Flecken da jetzt für immer wären und überlegte schon, ob ich es wohl hinkriegen würde, selektiv mit Javelwasser zu bleichen oder ob dann auch der Druck in Mitleidenschaft gezogen würde.
Beim Frühstück machen merkte ich dann an: "Ist ja super, dass das so schnell ging, aber bitte in Zukunft meine weissen T-Shirts nicht mehr in den Trockner!"
Antwort: 3 ahnungslose Gesichter.
Erläuterung: "Die weisse Wäsche, die ihr gestern anscheinend gesamthaft in den Trockner gestopft habt?"
und hmmmmmm, dann war es ein bisschen gruselig, weil es kam raus, dass die Wäsche nicht nur nicht im Trockner, sondern niemals in der Waschmaschine gewesen war. Ich hatte die Jungs gebeten, gestern abend die Wäsche vom Wäscheständer abzuhängen und zusammenzulegen und der Hübsche sah oben den Wäschekorb voller weisser Wäsche, die ich beim Badputzen dort zwischengeparkt hatte, weil die Waschmaschine mit Bettdecken belegt war. Und liess die Kinder die auch grad zusammenlegen.
Es wurde dann noch ein bisschen gruseliger, weil Q. sich erinnerte: "Ja, und manches war noch ganz schön nass, da habe ich mir gedacht, das hätte man ja schon noch gescheiter trocknen können!"
Nun ja. Wir haben den Tag also damit begonnen, einen gesamten Wäschekorb voller verschwitzter, dreckiger, aber liebevoll zusammengelegter weisser Wäsche (ich sage nur: Sportsocken! Laufshirts!) aus den verschiedenen Kleiderschränken wieder rauszuklauben und es doch mal mit erst Waschen zu probieren. (Die Pizzaflecken gingen astrein raus!)


Ansonsten: voller Tag.


Unterwegs mit 3 Jungs, die alle coole Mountainbikes mit ohne Schutzblechen oder Gepäckträger haben. Habe ich mir halt den Wäschekorb aufgeklemmt....


  • 6kg Erdbeeren gepflückt, davon 3kg in 12 Gläser Marmelade verwandelt (und mir nur zwei Finger verbrüht!)
  • L. konnte beim Anstehen in der Kassenschlange der Mutter vor uns helfen, die leicht verzweifelt war, weil ihr Kleinkind eine scheints heissgeliebte Minion-Figur nicht mehr fand, indem er auf den Veloanhänger verwies. Kommentar: "Ja, ich erinnere mich noch, als ich jung war, habe ich sowas auch gern an solchen Orten verräumt"
  • Wocheneinkauf (sehr hungrig, sehr viel)
  • neue Terrassenmöbel (einen grossen Tisch und 6 Stühle, irgendwann werden wir wieder Gäste auf die Terrasse einladen können. Mit 210cm Länge könnten wir immerhin schon mal einen Gast einladen und uns dann einzeln mit ihm unterhalten) gekauft
  • alle zusammen "Dark" geschaut. In der fünften Folge der ersten Staffel hatte L., der das ja zum ersten Mal sieht, seinen ersten "Whhhuuuuuuuut?!"-Moment, das war sehr lustig zu sehen. Es kommen ja noch einige.
  • Beim Jonny-Holen mit Nachbarn ein Distanz-Schwätzchen gehalten. Das tut schon gut!
  • Tacos gegessen
  • Nach dem Marmelademachen die Küche geputzt
  • Semmelteig für morgen angesetzt.


Gegessen:
Semmel mit Himbeermarmelade
viel Kaffee
Nachos mit Guacamole
Tacos mit Vegihack

Gesehen:
"Dark" und "Dead to me"

Gelesen: "Die eisblaue Spur"
Die Vorgeschichte zum "Rosenfest", das letztes Jahr sooooooo grossartig war. Danke fürs Teilen und Nochmalauflebenlassen!
Ich hätte mich so gefreut, dieses Jahr in teils ähnlicher Runde ganz anders ein ähnliches Jubiläum zu feiern, aber, liebe Frau Mutti, wie wir bei der Kaltmamsell lesen konnten, hat es da zum eigentlichen Termin auch nicht geklappt und wurde dann sooooo schön, das sind die besten Voraussetzungen für nächstes Jahr!

Stressleveldurchschnitt gestern:
Selbstbeweihräucherung: mit dem Hübschen sehr einig schnell ganz schön viel Geld ausgegeben (der Kunstbaum mit den Lichterblüten war schon sehr schön!)

Donnerstag, Mai 21, 2020

210520: Gedankenspiele

Um fünf von sehr wachen Katzen geweckt worden.
Um sechs sehr wache Katzen ins Freie gescheucht.
Um halb acht von immer noch sehr wachen, aber taufeuchten Katzen (einer) geweckt worden, die, Zeichen, Wunder, sich auf meinem Bauch eingerollt und geschlafen hat. Solange ich in angemessener Frequenz mit rechts das Köpfchen gekrault und mit links den Rücken gestreichelt habe.
Um halb neun aufgestanden, Semmeln geformt und in den Ofen geschoben, Kaffee im Bett, Frühstück auf der Terrasse
Tagesplan, der jede Menge Sport, Aufräumen, Bettenbeziehen, Bäderputzen, Rekognoszier-Trip zum Erdbeerfeld und, ganz wichtiger Termin, von L. eingetragen: "Wasserschlacht" beinhaltete, erstellt.
Tagesplan erledigt
Erdbeerfeld ist parat incl Anstehen im Social Distancing Modus und NICHT am Feiertag. Der Zaun ist übrigens wirklich elektrisch, wie ich beim Drüberlehnen zum Fotomachen feststellte (Auf die Einkaufsliste für morgen kam: Gelierzucker, Zucker, Sahne, weil morgen ist da wieder offen, Samstag soll das Wetter schlecht werden und deshalb ist morgen der allerweltbeste Tag zum Erdbeerpflücken)


Betten sind bezogen
Bäder geputzt (ich habe mein zwanghaftes Inneres mit einigem Aufwand unter Kontrolle gehalten und NICHT die Küche auch grad durchgewischt (nur so ein bisschen), wenn schon mal das "Fliesenglanz"-Putzmittel angerührt ist, weil: morgen wird Erdbeermarmelade gekocht und das kriege ich validiert nicht unklebrig hinö)
Gesportelt ist (ich warte immer noch, dass sich meine Killerarme endlich mal zeigen. Mit viel Fantasie sieht man im voll angespannten Zustand ein paar Dellen, aber wie die Kinder so charmant sagten: "Vielleicht sind das auch einfach Dellen. So wie in den Oberschenkeln.")
L. hat ausgiebig wassergeschlachtet (und die Kinder sind in dem angenehmen Alter, in dem nicht andauernd das Wasser zu kalt oder zu nass ist und die Wasserballons zugeknotet werden müssen, nein, sie haben sogar alle Fitzel ohne Aufforderung selbst eingesammelnt!)

Zwischendrin habe ich die Gedanken schweifen lassen, bin der einen oder anderen Instagram-Werbung gefolgt und habe überlegt, ob wir nicht doch noch Sommerurlaub in der Schweiz buchen sollten, dann ist mir eingefallen, dass wir ja eine Hütte in den italienischen Alpen keine 100km südlich der Grenze gebucht haben, und wer weiss, vielleicht fahren wir da ja wirklich hin? Im Notfall sind wir ein einer Stunde zurück in der Schweiz (mit dem Rega-Helikopter noch schneller), und anders als in der stornierten Strandwoche werden dort auch eher überhaupt gar keine Leute sein.
Während ich schon so beim mentalen Geldausgeben war, hat Q. beim Frühstück durch Gerankel "seinen" Terrassenstuhl ruiniert und mir ist eingefallen, dass ich beim teuren Gartenmöbelhersteller im Nachbardorf, wo wir unsere Balkonloungemöbel gekauft haben, Arbeitsrabatt bekomme und wir doch auch so einen Katalog .... nun ja. Wir fahren da vermutlich morgen mal hin.
Und die Idee mit den Ferien in der Schweiz hat skurrile Bögen geschlagen und mir ist eingefallen, wer alles, den ich kenne, eine Ferienwohnung in den Bergen hat, und wieso haben wir eigentlich keine?
Nun ja. Also. Die Pandemie bringt uns mich auf durchaus interessante Gedanken.
Let's see.

Gegessen:
Semmel mit Mangolinsenaufstrich und Ziegenkäse
Kekse, Vanilleeis
Spargelrisotto (unglaublich gut, wie ich mich hier mal loben möchte)

Gelesen:
"Die eisblaue Spur"

Gesehen:
"Dark", "Dead to me"

Stressleveldurchschnitt gestern 26
Selbstbeweihräucherung: noch keinen Termin bei der Bank für die Finanzierung einer Ferienwohnung gemacht.

Mittwoch, Mai 20, 2020

200520: Aufatmen

Ich mag ja diese Zeit im Jahr eigentlich sehr gern: es hat sommerliche Temperaturen, es ist draussen alles grün und blüht und wächst,

Diese Pfingstrosen haben wir aus meinem Elterngarten zu Hause mitgenommen und hierher verpflanzt. Ich freue mich jedes Jahr, wenn sie wiederkommen. (Unser Garten endet am Zaun direkt dahinter. Nur für etwaige Stilfragen)

Unser dieses Jahr eher guerillaartig begrünter Balkon ist .... grün!



Und ein bisschen bunt (die Nektarine sieht so gerupft aus, weil sie "Kräuselkrankheit" hat und wir alle gekräuselten Blätter abzupfen. Bitte keine Tipps, entweder wirds oder nicht.)
es reiht sich ein langes Wochenende ans nächste, man befindet sich mental im Endspurt auf die Sommerferien.....ok, halt, das ist dieses Jahr definitiv noch nicht der Fall. Gefühlt haben wir das zweite Halbjahr gerade erst gestartet, die Lehrer geben richtig, richtig Gas. Ich kann das verstehen, irgendwie fehlen ja doch 8 (?) Wochen oder so. L. seufzt ein bisschen, weil er sich an eine neue Lehrerkonstellation gewöhnen muss.
Andererseits finden beide Jungs es super, dass wir beiden Eltern im Moment immer daheim sind, d.h. auch direkt da sind, wenn sie aus der Schule kommen und nicht erst abends mit leergearbeitetem Kopf nach Hause kommen. Wir nehmen das als ehrliches Kompliment und versuchen es nicht als Kritik an unserem "normalen" Familienleben zu sehen. 
Ich hatte heute ja wieder einen absoluten Luxustag, weil ich nicht erst ab Mittag, wie meine Kollegen und der Hübsche, frei hatte, sondern halt schon morgens. Incl ausschlafen und Kaffee im Bett. (und dann 45min Steigungsprogramm auf dem Crosstrainer, damit der Tag richtig in Schwung kommt).
Ich habe nur ein, zwei, drei Hangout-Nachrichten aus der Arbeit beantwortet, unter anderem eine, die nachfragte, ob es für mich ok wäre, erst in der dritten Welle (also bisher ohne Startdatum, sicher aber nicht mehr im Juni) ins Büro zurückzukommen, weil die Plätze für die erste Welle (ab Mitte Juni)sehr limitiert wären. Es mag mein Ferienhirn gewesen sein, das die Regie bei der Antwort übernahm "Welle 3 ist super, ich hab eh erst am 17. Juni Friseurtermin, vorher gehe ich eh nicht unter Leute." Darauf kam keine Antwort, ich interpretiere da jetzt nicht zuviel rein.

Apropos Friseur: Der Hübsche brachte mich ins Schwitzen, er bat mich nämlich NACH dem (zusätzlich zum Strampeln und leider mit fiesen Kopfschmerzen absolvierten) "Killer Upper Body Workout" zum Haare- und Barttrimmen. Ich war .... sehr nervös, bin aber im Nachhinein angemessen stolz drauf, dass ich ihn weder verschandelt noch schwer verletzt habe. In return wurde mir der Nacken nachrasiert und die Ohren freigeschnitten, für den Rest ist es jetzt auch schon wurscht und eh zu spät: normalerweise ist die Massgabe beim Haareschneiden, dass ordentlich Platz zwischen den längsten Deckhaaren und der Oberkante Ohr ist, aktuell kann ich sie "schön" dahinter festklemmen, die Schwerkraft überwindet den Undercut, und  es ist alles nur mittelschön. Lustigerweise habe ich das letzte Mal beim Haareschneiden mit der Hairstylistin drüber gescherzt, dass so ein Undercut ja praktisch unmöglich zum vernünftig Rauswachsenlassen ist, weil die Übergangsphase ewig dauert und unglaublich doof aussieht. Sie hatte zwar ganz gute Ideen, wie man das machen könnte, aber keine davon war: bleib einfach 5 Monate daheim und mach NIX dran. Eigentlich wäre jetzt der perfekte Zeitpunkt, sich von der Frisur zu verabschieden und etwas weniger radikales draus zu machen, aber gerade jetzt kann ich es kaum erwarten, dass die Seiten wieder auf wenige Millimeter runtergeschnitten werden.... (noch 4 Wochen).

Nu ja.
Das war VOR dem Nachschneiden des Hübschen, es ist rechts marginal weniger flauschig jetzt.


Diese langen Haare von oben runter gehören erstens viel kürzer und zweitens auf die andere Seite. Immerhin ist der Nackenflausch jetzt (ohne Foto) weg.
Ansonsten: der Hübsche hatte die beste Idee des Tages und zwar: wir machen heute Pizzaabend. Damit fühlt sich der Tag angemessen nach Freitag und als Einleitung des laaaaaaaangen Wochenendes an.
In diesem Sinne, machen Sie das Beste draus!






Dienstag, Mai 19, 2020

190520: Back on track

So, der Tag gestern war dann eher für die Tonne, ich hatte Restschädelbrummen, Rest-Kopf-innen-wund-Gefühl vom Schwindel, Restübelkeit auch davon, bleierne Müdigkeit wegen der Medikamente, und habe dann also neben dem pflichtbewusst absolvierten Sportprogramm (ich hab nicht gespuckt dabei, immerhin) zwei Stunden auf dem Balkon geschlafen (der Sonnenschirm kam immer weiter runter und als ich aufgewacht bin, hatte ich direkt grad Panik, weil ich unter einem dunkelroten Deckel eingesperrt war. Laune war so mittel, aber naja, so ist das manchmal. Danke für Ihre Worte auf den verschiedenen Kanälen.

Ich bin dann recht früh ins Bett (ohne Kopf anschlagen) und war dann einfach ab vier oder so einfach wach. Spannend, das mit der neuen Uhr, die die Body-Battery misst, die war nämlich um vier auf 100% (was auch immer das bedeutet), viellleicht sollte ich dann in Zukunft einfach aufstehen und nicht noch zwei Stunden rumrollen?

Heute morgen bin ich dann voll aufgeladen in den einzigen Arbeitstag der Woche gestartet (also: nicht dass Sie neidisch werden auf die Schweizer Feiertagsfrequenz: Feiertag ist NUR der Donnerstag, Freitag ist, wie die Kaltmamsell es so schön nennt: "St Brück" und ebenso Mittwoch nachmittag. Montag (bis auf zwei Stunden) und Mittwoch morgen habe ich mir höchst selbst freigenommen, um damit den Überstundenberg ein wenig anzukratzen. (hahaha)
Und ja, es macht mich sehr traurig, dass wir nicht morgen mittag in ein mit stinkendem Käse und viel Vorfreude voll gepacktes Auto steigen und eine Silberhochzeit in wunderbarer Gesellschaft feiern werden. Liebe Frau Mutti, lieber bester Vater von Frau Muttis Kindern, wir holen das nach und wir werden in Gedanken bei Euch sein und in unserem Gärtchen ein Mini-Gärtchenpärtchen feiern. Oder so.

Nun denn. Der Arbeitstag heute war dann extrem vollgestopft, wie auch anders, ich habe aber mit niemand die Geduld verloren, und einfach immer so lang nachgefragt, bis ich die Antwort hatte, die ich wollte, das war nicht immer leicht.
"Liebe Kollegen, wie ihr seht, sind neu A, B und C geplant. Könnt ihr bitte bestätigen, dass in diesem Fall D zu tun ist (wie ich annehme), oder doch E, wie die Kommunikation hier vermuten lässt?" *Schweigen*
"Liebe Kollegen, hattet Ihr schon Gelegenheit, Euch mit der Frage D oder E zu befassen?"
*Schweigen*
"Liebe Kollegen, A, B und C werden zu Termin x implementiert. Aktuell wird Szenario E vorbereitet. Ich bin immer noch der Meinung, es müsste D sein, könntet Ihr mir bitte bis heute Mittag bestätigen, was korrekt ist?"
"Hallo, wenn A, dann E."
"Vielen Dank für die Antwort. Bleibt es bei E, wenn, wie eingangs erwähnt, nicht nur A, sondern zeitgleich B und C gelten?"
"Ja, E.", "Ausser es ist für immer.", "Aber A, B und C gab es noch nie zusammen.", "Ist das eine Ausnahme?", "Ich frag meine Chefin.", "Meine Chefin fragt, ob es eine Ausnahme ist."
"Hallo, hier ist die Chefin, wenn A, B und C und es keine Ausnahme ist, dann D."
"Vielen Dank und schönes langes Wochenende!"

In der Schule wird richtig Gas gegeben, Q. hatte schon einen Test vorgestern, einen Überraschungstest heute, L. hat Musiktest morgen und drei andere nächste Woche. Irgendwie müssen die Noten für das Corona-Zeugnis ja noch zusammenkommen. (Meine kleine Schwester schrieb: "Aber immerhin sind ja bald wieder Ferien" und während ich noch automatisch abwiegelte und auf die keinen Schweizer Pfingstferien verweisen wollte, rechnete ich nach und: ja, sechseinhalb Wochen. Da ist wirklich bald.)

Nun denn, üben wir am verlängerten Wochenende halt ein bisschen Mathe, Englisch und Deutsch. Dank "Homeschooling" bin ich jetzt ja sehr fit in der Doppelkonsonantenregel und Quadernetzen und so, wir wollen ja nicht aus der Übung kommen. (kurzes O, zwei gleiche Konsonanten, kein Platz mehr auf dem Dreiertreppchen oder so)

Gegessen:
Apfelkuchen
Salat mit gebratenen Pilzen
MangoEis
Tagliatelle (L. war mit Einkaufen am Freitag und durfte Nudeln auswählen. "Mami, da waren ganz komische Spaghetti, wie so Bänder.") mit gebratenem Barba di Frate und Knoblauch

Sport:
Crosstrainergestrampel während virtual townhall,
Killer upper body workout statt Kaffeepause, weswegen ich nur noch sehr reduziert gestikuliere

Gelesen:
"Die eisblaue Spur" (Affiliatelink, Grönland ist eine schöne Abkühlung bei den sommerlichen Temperaturen)

Gesehen:
"Dead to me"

Stressleveldurchschnitt gestern: 17 (would disagree)
Selbstbeweihräucherung: Wenn schon nicht Inbox Zero, dann wenigstens "Unread Zero" 

Montag, Mai 18, 2020

180520: Kleine Schläge auf den Hinterkopf

Gestern ist der Tag richtig doof geendet:
beim ins Bett gehen habe ich mir den Hinterkopf mit Schmackes an der Kante der Dachschräge angeschlagen (Unser Schlafzimmer ist unter dem Dach und das Bett steht in einer Gaube, d.h. neben der Dachschräge ist da halt so eine Kante (da, wo auf dem Bild von 2018 die Pflanze steht.).
Diese Kante ist da schon immer, das Bett steht da seit zwei Jahren, ich habe mir schon mehrfach den Kopf da angeschlagen und es macht jeweils ein sehr hässliches Geräusch mit Knacken, vom dem man einerseits beeindruckt ist, aber doch inständig hofft, dass es im Holz und nicht im Schädel war.
Anyway: gestern hat es also wieder gekracht und auch wenn es soooooo schlimm eigentlich nicht war, habe ich fast ein bisschen bewusst die Variante "Vor Schreck losheulen" gewählt (normalerweise wähle ich, wenn ich allein bin, "Ignorieren", wenn jemand dabei ist "Lachen") und hahaha, das war eine blöde Idee.
Neben dem Kopfbrummen (UND DER ERINNERUNG AN DAS KNACKEN!) sprudelte in mir nämlich all das hoch, was im Moment halt nicht so toll ist:

  • die allgemeine Unsicherheit
  • die Schulsituation der Kinder
  • die Sorge, wann wir unsere Eltern wieder sehen können
  • die Frage, ob ich meinen Job gut mache oder nicht und es nicht merke, bis es zu spät ist, weil ich kein Feedback bekomme oder auf den richtigen Weg gestupst werde
  • der teils abgesagte, teils in den Sternen stehende Sommerurlaub
  • die ungeklärte Situation mit unserer Nanny (aktuell bezahlen wir sie, aber sie kommt nicht, weil verschiedene Gründe, was ist, wenn sie sich was anderes sucht schon im nächsten Schuljahr, wo wir sie für L. sicher noch bräuchten?)
  • meine Kackfrisur
  • kommen die Kinder genug raus an die Luft?
  • Werden sie zu seelenlosen Medienjunkies?
  • Müssten wir mehr Ausflüge machen?
  • Sollten wir nicht doch direkt die neue Küche planen und bestellen?
  • wir sollten noch mehr gemeinsam machen und unsere Zeit als Familie geniessen,
  • dass wir in einer unglaublich wunderbaren Ausgangssituation für diese Lage sind und ich trotzdem die Gesamtsituation so anstrengend finde, wie soll das erst werden, wenn der Hübsche und ich wieder in die Büros müssen und dann ist alles so wie jetzt nur noch viel anstrengender, weil wir dann noch pendeln müssen, und ich habe jetzt schon das Gefühl, dass es alles so anstrengend ist, wie soll da noch mehr gehen?
  • und so weiter und so fort, man kenn das.

Und währenddessen war mir natürlich die ganze Zeit bewusst, dass alles viel schlimmer scheint, wenn es draussen dunkel ist und überhaupt. Der Hübsche war ganz bedröppelt, weil, meine Güte, was geht denn jetzt? ind versuchte sein Bestes mit "Komm, lass raus, drüber reden hilft", aber naja, das ist halt schon auch nicht immer wahr, und so habe ich zwar meine innere 4jährie ma kurz von der Leine gelassen ("Ich will, dass alles wieder ist wie immer, ich will, dass der Scheiss vorbei ist, das soll alles weggehen!") und rechne dem Hübschen hoch an, dass er sich das aus Kindergartenzeiten übernommene geflügelte Wort "Der Willi ist gestorben!" verkniffen hat, obwohl das genau der richtige Einsatzmoment gewesen wäre.

Ich hab dann noch ein wenig drüber sinniert (ohne Heulen), ob ich jetzt gerne wissen wollen würde, wie das alles ausgeht, und dachte erst: na klar, weil wenn gut, dann kann ich entspannen, und wenn nicht gut, dann kann ich die Zeit, die uns noch bleibt, aktiver geniessen, aber naja, so richtig natürlich auch nicht, und würde ich den Kindern sagen wollen, was ich wüsste, wenn ich es wüsste? Ich denke schon, aber wäre das gut?

Naja. Irgendwann habe ich dann (richtig mies, welch Überraschung) gesschlafen, bin trotz Ausschlafens wie gerädert aufgewacht, der Schädel brummt, mein Drehschwindel ist wieder da, d.h. mir ist latent dauerübel und ich habe das Gefühl, ohne Vorwarnung ins Bodenlose zu stürzen, aber sonst alles wieder super und mein Ausbruch ist mir angemessen unangenehm.

Lessons learned:
Rauslassen hilft nicht immer, manches sollte man einfach drinlassen, drüber reden ist manchmal halt auch echt eine doofe Idee.
Niemals die Nachtstimmung als Mass aller Dinge nehmen (Duh)
Nicht mehr den Kopf anhauen. (Duh)

Meine Güte, so ein Mist (heute: lasse ich es ruhig angehen, weil mich die Schwindelmedikamente eh ein bsischen dizzy machen. Sportprogramm, 2h arbeiten, dann Pause. Und L. zum ersten Mal nach langem wieder zum Volleyballtraining bringen. Und Twitter aus. Das Geschrei ist nicht mehr zu ertragen. Und meine Impulskontrolle nicht stark genug, die Accounts, die ich deswegen eh schon entfolgt und gemutet habe, nicht doch zu lesen und das ist ja extrem kontraproduktiv.)

Sonntag, Mai 17, 2020

170520: Fast schlafwandeln

Mir ist übrigens wieder eingefallen, was gestern die Zeit gefressen hat, die eigentlich für Sport drin sein hätte sollen: ich habe den Teil des Bücherregals ausgemistet und sortiert, der die letzten Male bisher immer unangetastet  blieb:  die Bilderbücher, Kinderzeitschriften und Bastel- und Malkisten. Es führte dazu, dass jetzt zweieinhalb "Wie ist das Vorgängerregal von Kallax, das ausgelistet wurde?"-Fächer ganz frei sind, dass ich eine Tasche voller Rätselblöcke und Malbücher zum Verschenken habe (Q. und L. fanden die mal sehr toll, haben aber vergessen, schenkenden Verwandten und Gästen und Eltern den Zeitpunkt, als diese Begeisterung abflaute, mitzuteilen) und eine Tasche Bilderbücher, die meine kleine Schwester durchschauen darf, ob sie was davon behalten möchte, sonst gehen die alle and en Kindergarten oder die Kinderkrippe. Und dreieinhalb Fächer voll mit Bücher, die wir für unsere Enkel behalten (wie die Rotraud Berner-Wimmelbücher, "Wo ist die Torte?", alle "Tatu und Patu"-Bände etc. Und erstaunlicherweise, sämtliche Aufkleber- oder Kartensammelbücher, die jemals von einem Lebensmittelladen in den letzten 10 Jahren gelauncht wurden, da sieht sich L. ausserstande, die dem Recycling zuzuführen. Wer weiss schon, ob man nicht vielleicht doch in den nächsten Jahren nochmal fest über eine Karte rubbeln und künstliches Mist-Aroma riechen möchte....)

Gestern bin ich irgendwie bei voller Festbeleuchtung eingeschlafen und als ich um viertel vor zwei wach wurde wegen weiss nicht, war ich total neben der Spur, überzeugt davon, dass wir alle einfach eingeschlafen waren und keiner geschaut hat, ob die Katzen im Haus sind, und ich sags mal so: es war für ALLE besser, dass der Hübsche aufwachte, als ich panisch aus dem Bett sprang, bereit, mich im Pyjama auf die Suche nach den Katzen zu machen. Draussen natürlich. (Die währenddessen selig in ihren Körbchen schliefen).

Dafür wurde der Tag dann erstaunlich gut: Frühstück im Bett, damit die folgende Crosstrainereinheit nicht in Übelkeit und Unterzucker endet, danach dann richtiges Frühstück auf der Terrasse, Apfelkuchen backen (irgendwie hatten sich ein  Haufen ungeliebter Äpfel angesammelt, die zu dem Klassiker von Cynthia Barcomi  (Affiliatelink) verwurstet wurden, aus dem restlichen Teil wurden Kuchenpommes für die Kinder).
Der Hübsche hatte uns ein neues "Killer Upper Body"-Workout rausgesucht, bei dem ich zwischendrin tatsächlich eine nicht ganz unbegründete Angst hatte, einfach aufs Gesicht zu plumpsen, die Jungs sind alle verschieden lang draussen rennen gegangen, dann haben wir gemeinsam "Dark" geschaut (mit Kuchen), L. hatte Besuch von seinem besten Freund, ich habe auf dme Balkon in der Sonne gelesen und unseren explodierenden Guerilla-Garten zu bewundert, Q. in "afrikanische Staaten" und "Regenwald" und "fair trade" und "Schokoladenherstellung" abgefragt (morgen Geographietest. Und ohne Witz: das Äquivalent zu bayerischen Lokalheiligen und Bierherstellung ist in der Schweiz Schokoladenherstellung. Das hatten beide jetzt schon je dreimal oder so...), dann gab es Burger für alle ("Beyond Meat" Patties sind mit der Zeit doch auch für mich ok und für die Kinder und den Hübschen eh) und als Wochenabschluss "Toy Story 4" für L und mich und immer noch mehr "Breaking Bad" für Q. und den Hübschen.

Morgen: nochmal frei (bis auf 10-11, das darf ich nicht vergessen).

Gegessen:
Hefezopf mit Himbeermarmelade
Hefezopf mit Papaya-Linsenaufstrich
Apple Pie
Burger und Süsskartoffelpommes

Gelesen: "Schneebraut" (joah, geht so. Es spielt in dem Ort mit dem Heringsmuseum. Und dem Tunnel).

Stressleveldurchschnitt gestern: 17
Selbstbeweihräucherung: ein rundum guter Tag

Samstag, Mai 16, 2020

160520: #scoutingathome

Ausgeschlafen, frische Semmeln gebacken, im Bett Kaffee getrunken.
Beim Frühstück Tagespläne geschmiedet:
bisschen aufräumen,
die Pfadichallenge erledigen
Sporteln
Dark-Rewatch starten (im Juni startet die nächste Staffel und diesmal darf L. mitschauen. Damit er weiss, worum es geht und auch wir wieder wissen, wer wer und wann ist, schauen wir nochmal gemeinsam alles von vorne an.

Die Pfadichallenge ist echt süss gemacht, wir haben Fleckchen bei uns im Wald entdeckt, an denen zumindest wir Erwachsenen noch nie waren. Die Kinder natürlich schon, die kennen jede Feuerstelle. (ich wusste gar nicht, dass es im Wald einen echten Teich (mitsamt zwei Goldfischen und jeder Menge Kaulquappen) gibt.
Wir haben Walter gefunden (leider war der Arm etwas .... locker), haben dort noch den Stein, den wir auf der letzten Wanderung gefunden haben, hinterlassen, und dann am Ziel auf der Jubiläums-40 unterschrieben.





Einen Monat halte ich jetzt auch noch aus, aber die Frisur ist halt echt kacke. (also: meine)





Als wir wieder daheim waren, war es dann später als gedacht und so haben wir (ich sags ja, Verlotterung deluxe) das Sportprogramm für heute grad sein lassen, das Abendessen fertig gemacht und Dark angefangen.

Nach dem Essen auf der Terrasse dann noch kurze Katzenrunde und geteilter Kinoabend (Toy Story 3 und Breaking Bad). (Gestern abend habe ich übrigens kurz vor Schlafengehen einen nicht so schlauen Move gemacht: ich habe einen Katzenminze-Vorrat gefunden und dachte mir: günnt euch! Ich habe total unterschätzt, wie die beiden darauf abgehen :-))

Gegessen:
Semmel mit Linsenpapayaaufstrich und Ziegenkäse
Pizzareste
Börekschnecken aus "Türkei Vegetarisch", nur mit Barba di Frate, weil es keinen Mangold gab und ich das abgefahrene Gemüse, das ich noch nie gesehen hatte, unbedingt ausprobieren wollte. (es war eine recht grosse Portion, den Rest demnächst mit Pasta und Knoblauch

Gelesen:
"Die Schneebraut"

Gesehen:
"Toystory 3", "Upload"

Stressleveldurchschnitt gestern: 14
Selbstbeweihräucherung: fast nicht damit gehadert, dass das Sportporgramm ausfiel.

Freitag, Mai 15, 2020

150520: Das war ja einfach

Ich war tatsächlich etwas schockiert, als der Hübsche heute den Kindern beim Abendessen den Unterschied zwischen "mir morgens am Arbeiten" und "mir morgens an einem freien Tag" geschildert hat. Man muss zu meiner Ehrenrettung sagen, dass ich bei der Arbeit vor allem deswegen nicht sofort begeistert "GutenMorgenWiegehtsgutgeschlafenwasfüreinwunderbarerTagwasliegtan?!" schmettere, weil ich, wenn die Herren ins Erdschoss schlappen, schon seit anderthalb Stunden oder so die Welt rette konzentriert pointierte, nicht zu fiese, aber schon ein bisschen stichelige Emails schreibe. Oder halt lese. Oder schon 1886mal aus dem VPN-Client geflogen bin (gestern abend habe ich ungefähr 1987mal verzweifelt auf "sky.ch" geklickt und wollte das Laptop wegen "In Ihrem Land nicht verfügbar" an die Wand werfen, weil ich die zwei Monate Sky-Kids-umsonst-wegen-Corona rechtzeitig kündigen wollte, weil es vor allem keinen hier im Haus interessiert, bis ich gemerkt habe, dass ich just zu dieser Zeit eben sehr stabil über den VPN-Client in South San Francisco eingeloggt war), nicht (nur) weil ich halt überarbeitet und todmüde bin.
Heute hat der Hübsche die Katzen rausgelassen, dem grossen Kind beim Frühstück Gesellschaft geleistet, das kleine Kind geweckt, und mir Kaffee ans Bett gebracht. Ich war (das fand sogar die Bodybatterie) TOTAL AUSGESCHLAFEN, habe mit noch mehr Kaffee gefrühstückt, und dann vor lauter überschäumender Energie und damit ich (und alle anderen) dann am Wochenende richtig frei haben, das ganze Haus geputzt. So richtig. Mit allem. Wirklich allem. Dann kam L. aus der Schule, wir haben zu Mittag gegessen, L. und ich waren diesmal einkaufen (L. konnte so mal Masketragen üben, incl "nein, man kann die nicht mal kurz zwischendrin abnehmen, damit man frische Luft atmen kann" und Einkäufe für 4 +2 für eine Woche zusammenpacken und heimkarren, aber auch incl Lob und Dank von den Nachbarn ein paar Häuser weiter, denen er die abgearbeitete Einkaufsliste vorbeibrachte), incl Schwätzchen auf Distanz mit der Mutter eines Freundes von L. (also ich, L. hat mit seinem Kollegen geschwatzt.), wir sind ... sehr einig in unserer leicht skeptischen Haltung der Schulöffnung nahezu ohne Auflagen respektive Abstand zwischen den Kindern.... (ich hoffe so sehr, dass das alles gut geht...)
Dann war irgendwie auch schon später Nachmittag, es gab Himbeerroulade, wir sind ein paar Runden Mario Cart gefahren, Q. kam aus der Schule (Freitag von 7:40 bis 17:00, das finde ich immer noch Hardcore, aber immerhin wird mit dem heissgeliebten Biopraktikum abgeschlossen), bekam das von L. extra für ihn ohne Frucht ausgesuchte Zvieri, dann Freitagspizza, Kinoabend ("Toy Story 2" vs Breaking Bad), der Hübsche und ich haben spontan unsere neue Küche geplant (ich mag das ja. Es brauchte ungefähr 10 Minuten Ideenpingpong und jeder war mit den Punkten des anderen einverstanden und ich bin mir nicht sicher, ob wir wirklich bis nächstes Jahr zu Ostern warten. Ausgangspunkt war mein Vorschlag, im Sommerurlaub das Erdgeschoss zu streichen. Ich habe so eine Idee....)
Ausserdem kam noch eine Email der Pfadfinder (das Sommerlager, das traurigerweise das Jubiläumslager der Abteilung ist, steht immer noch in den Sternen) mit einer Anleitung zum #pfilaathome, mit Radtour, Postenlauf, Abendessen am/über dem Lagerfeuer, Singalong via Zoom, draussen schlafen im Zelt oder auf dem Balkon. Das machen wir, nachdem unser Wellness-Wochenende respektive eben das eigentliche Pfila halt einfach nicht stattfinden können!


Jonny hatte btw einen richtig spannenden Tag: L. kam nach dem Postholen aufgeregt angesaust, weil Jonny aus ... Angst (?, eigentlich hat er vor nichts und niemandem Angst, er ist einfach immer lieb und freundlich und bisher fuhr er damit sehr gut) vor einem grossen Nachbarskater ungefähr 5m auf einen Baum raufgeklettert ist und dann nicht mehr richtig gut runter kam. Ging dann aber doch, und er kam mit einer lustigen Rückenbürste mit nach Hause getrottet. Am Nachmittag schickten die Nachbarn aka Jonnys Zweitwohnung eine Fotoserie, in der Jonny erst einen Nistkasten beobachtete, dann draufsprang und dann festsass, weil nur dünne Äste. Der Nachbar hat dann die Leiter geholt, um ihn aus dem Busch zu pflücken. Sie haben es schon gut, die Katzen hier.....

Gegessen:
Nussbrot mit Honig
Nudeln mit Tomatensosse
Himbeerroulade
Freitagspizza

Gelesen:
"Die Schneebraut"
Arbeitsemails quer (kein Drama, nix, das nicht bis Dienstag warten kann)

Gesehen:
"Toy Story 2" (ich habe alle Filme bis auf den 4. mindestens einmal gesehen und erinnere mich ..... an nix.)

Stressleveldurchschnitt gestern: 36
Selbstbeweihräucherung: AUSGESCHLAFEN! (mit Maske im Laden nicht durchgedreht, aber meine Güte, bin ich froh, dass es hier keine allgemeine MaskenPFLICHT gibt, das ist schon ... fies, auch mit den recht leichten Einmalmasken)

Bisschen enttäuscht von der Machtübernahme der Reptiloiden und der Zwangsimpfung und em Chip und so bisher btw.

Donnerstag, Mai 14, 2020

140520: Eure Kreaturen sind müde

Erkennt irgendwer noch das "Dungeonkeeper"-Zitat? (Bis auf den Hübschen schauen immer alle so komisch, wenn man "Achtung! Der Ritter kommt!" ins Gespräch wirft).

Ich bin müde. Sehr. Körperlich (ich hatte mir gestern mit den Muskelkaterschmerzen aus der Hölle geschworen, heute eine Sportpause zu machen, aber dann hat der Hübsche heute morgen mit so einem Seitenblick: "Echt? Also, gar nix? Soll ich dann allein Workout machen?" gesagt, und zack, ich habe nochmal das HIT-Workout for people who get bored easily mit ihm gemacht und bin danach noch eine Stunde lang auf dem Crosstrainer gestrampelt (ich sags mal so: ein Webcast zum Thema "New China Regulations" über Stunden erfordert drastische Massnahmen)), aber auch so. Es läuft hier alles sehr gut, nach wie vor, es gibt nix zu klagen, die Kinder sind in der Schule, machen am Nachmittag mit Freunden ab (L. ist so glücklich!), der Hübsche und ich teilen uns den Haushalt, es gibt unlimitiert Kaffee, leckeres Essen, wir müssen uns keien Sorgen um unsere Jobs machen, aber ich arbeite halt wie irre. Ich glaube, mir fehlt im Moment das Benchmarking mit den Kollegen, ich habe immer nur das Gefühl, die anderen sind schneller, arbeiten abends länger, können noch Parallelprojekte annehmen und ich .... komme grad so durch. Und ja, in lichten Momenten weiss ich, dass nicht alle anderen auch schon morgens um halb sieben anfangen und halt dafür abends länger machen, und naja, wenn ich vor dem Schlafengehen noch ein paar dringende Anfragen sehe, beantworte ich die auch noch schnell, das heisst aber nicht, dass ich bis Mitternacht gearbeitet habe.
Ich weiss schon, dass ich in die HomeofficeFalle deluxe tappe und halt einfach nie einfach Feierabend mache. Naja. Das "Vor einer Woche-Ich" hat da ja vorgesorgt und ein paar freie Tage in den Kalender eingetragen (die übrigens erstaunlich viele Kollegen ignorieren, ich hab extra nochmal nachgeschaut: ich habe "busy" abgehakt für den Eintrag.....) und werde nächste Woche nur Dienstag arbeiten, da sind ein Stapel wichtige Meetings mit vielen, da will ich dabei sein (und sollte auch) und, weiss ich seit einer Stunde, auch am Montag, aber nur eine Stunde, da ist ein virtuelles "Warroom"-Meeting, das sind die Termine, die mit "Thanks for making yourself available" geschickt werden. Ja, ich könnte einen Kollegen bitten, einzuspringen, aber erstens machen fast alle nächste Woche frei und ich will dem, der die Stellung hält, das nicht auch noch aufdrücken, und naja, es ist ja nur eine Stunde mit, soweit ich das bisher beurteilen kann, kaum Vor- oder Nacharbeit für mich. (jaja, ich weiss).

Telefonat mit einem Kollegen, Chat mit einer Kollegin, Schwatz mit drei entfernten Kollegen (nicht nur entfernt, weil wir 2m auseinander standen) an der Strassenecke bei uns, weil wir alle auf einem Haufen wohnen (Kollegengespräch ungeschminkt, frisch geduscht, mit nassen Haaren, Trainerhose und Hoodie, nach dem Katzeneinsammeln. Peak-Verlotterung), all das tat dann doch sehr gut! Und der Mittagsspaziergang mit dem Hübschen. Und die Aussicht auf FREI!

Gegessen:
Honigtoast
Omelette mit Kräutern und Tomaten und selbstgemachtem Nussbrot
"einmal die Gemüseschublade ausgeleert" aka Ofengemüse mit allem, was noch da war. War sehr lecker, aber wir haben letzte Woche echt ein bisschen knapp eingekauft.

Gelesen:
"Die Schneebraut"

Gesehen:
Irre viel über China Regulations
Vielleicht noch ein bisschen "Upload", aber dafür müsste ich bis 2200 wach bleiben und das ist noch nicht gesichert

Stressleveldurchschnitt gestern: 36
Selbstbeweihräucherung: Durchgehalten, obwohl sich energiemässig die Woche schon am Dienstag morgen wie Freitag anfühlte.


Mittwoch, Mai 13, 2020

130520 Nägel mit Köpfen (1/2)

Q. hat Wort gehalten und ist trotz ordentlichen Regens mit dem Rad zur Schule gefahren (dort hatte er auch nochmal Sport), der Workout gestern hat ihn wohl ordentlich eingeschüchtert. Mich eigentlich nicht so sehr, aber im Lauf des Tages habe ich im Hintern und vorderen oberen Oberschenkelbereich einen Muskelkater aus der Hölle entwickelt. Da (vorne) hatte ich das noch nie und sooooo anstrengend fand ich das jetzt alles gar nicht. Nun denn, sowas muss aufgewärmt werden, deshalb habe ich den Arbeitstag mit einer Stunde auf dem Crosstrainer und einer Wiederholung dieses Workouts beschlossen. Jetzt bin ich wirklich nicht nur im Kopf, sondern auch so richtig, richtig müde.

Arbeit: war heute irgendwie zäh, ich musste einerseits viele zum Teil riesige Dokumente und Records aus Repositories holen, die eben nur via VPN-Login erreichbar sind, andererseits war die Verbindung egal über welches Gateway mehr als wackelig und naja, sowas macht eh schon nur so mittel viel Spass, aber wenn man sich alle 3 Minuten von vorne neu ins VPN einwählen muss, dann neu ins Repository einloggen, dann beten, dass die Verbindung für die Suche hält, dann beten, dass die Verbindung für die Öffnung des Dokuments hält, dann für den Download, naja, das war schon ermüdend.
Naja, erledigt. Erstmals einen Meetingstart verpasst,weil ... keine Ahnung, war aber nicht die einzige, ich seh schon, das ist der Anfang vom Sittenverfall: erst der VPN-Client, dann die Disziplin.

Draussen hat es heute den ganzen Tag aus Kübeln geschüttet, die Katzen fanden das nicht toll. Sansa ist immer wieder rausgesaust und dann war es so eklig, dass sie nicht mal mehr ums Haus auf die Terrasse und noch weniger durch die enge Katzenklappe wollte, wo einem das nasse Fell auf die Haut gedrückt wird. Ich bin einmal hochgeschreckt, da hing sie aussen am FLiegengitter des Küchenfensters und schwang hin und her, um auf sich aufmerksam zu machen und dann empört maunzend ins Haus zu kommen und sich erstmal zu schütteln wie so ein Hund. (Immerhin riechen nasse Katzen nicht nach nassem Hund)
Jonny kommt auf dumme Ideen und springt vom oberen Stockbett aufs eine, dann aufs andere Legoregal und upsi, leider stürzt dabei die Malevolence (affiliatelink) ab. Q "kriegt das wieder hin", meint er. Jonny findet, so einen Lärm hätte es dabei aber nicht unbedingt geben müssen.

Der Bundesrat kündigt an, ab dem 15. Juni die Grenzen nach Deutschland, Österreich und Frankreich wieder zu öffnen, das bedeutet für mich zwei Sachen: zum letztmöglichen kostenfreien Stornierungstermin für unsere erste Ferienwoche in Italien ist diese Grenze sicher nicht offen, also kann ich auch jetzt grad stornieren, bevor die zweite Hälfte fällig ist. Unser AirBnB-Host ist sehr verständnisvoll (und/oder sehr professionell, aber was will man machen....). (Die zweite Woche in den italienischen Alpen können wir bis 24h vor Anreise kostenlos stornieren, das will ich zwar nicht ausreizen, aber wer weiss, vielleicht  klappt es ja doch?). Die zweite Sache ist: der Friseur meines Vertrauens von der anderen Seite der Grenze ruft an und bietet mir an, einen Termin für direkt nach Grenzöffnung auszumachen, weil sich die Auftragsbücher dank der Öffnung in Deutschland sehr schnell füllen (was ja grossartig ist, noch grossartiger ist, dass er an mich denkt.). Also: ab dem 17. Juni bin ich wieder seriös unterwegs!

L. hat in der Schule heute seinen Corona-Führerschein gemacht, in beiden Schulen werden Plexiglaswände für Lehrer-Schüler-Gespräche installiert "Mit so Durchreichen für die Aufgaben, wie bei einem Bankschalter!".
Am Nachmittag kommt L.s bester Freund zu Besuch, die beiden verschwinden in seinem Zimmer und sind den ganzen Nachmittag ... weg. Sie haben sich so sehr vermisst und geniessen das Zusammensein so sehr, das tut mir dann rückblickend doch weh, wieviel wir da von den Kindern verlangt haben in den letzten Wochen, und wie gut sie das gemeistert haben.

Jo. Jetzt müsste ich eigentlich die Treppe rauf Richtung eine Runde "Upload", aber die zwei Stockwerke scheinen unüberwindbar für meinen Muskelkater, vielleicht schlafe ich auch einfach hier unten.....


Gegessen:
Honigtoast
Tomatensuppe mit Bohnen
Joghurtbowl mit gerösteten Kichererbsen und Süsskartoffeln und Gurken-Radieschen-Salat

Gelesen:
"Schneebraut"
Unmengen an Shipping Validations

Gesehen:
Working Mums und Upload

Stressleveldurchschnitt gestern: 24
Selbstbeweihräucherung: Sporty Spice!

Dienstag, Mai 12, 2020

120520: Macht ihr mal

Boah, die kleine Flauschkatze hat eine eigentlich sehr leise Piepsstimme, aber eine unglaubliche Ausdauer und unglaublich Hummeln im Hintern. Heute wollte sie einfach ab halb fünf, dass jemand mit ihr aufsteht. Es reicht nicht, dass es frisches Futter und Wasser gibt, dass das ganze Haus zur Verfügung steht, nein, jemand (ICH) muss mit ihr aufstehen, beim Fressen stehen, Zähneputzen, selber frühstücken und halt einfach mal ein bisschen menschliche Unterhaltung. Ich habe das heute verweigert und mich anderthalb Stunden anpiepsen und -tatschen lassen und um 05:59:48h hat sie resigniert und sich in meinen Arm gekuschelt. Raten Sie mal, wann der Wecker läutet.

Naja.

  • Sonst: Elterntaxi gemacht, weil Q. heute morgen meinte, dass der Rucksack mit all dem Zeug, dass er wieder in die Schule zurückbringen muss, zu schwer fürs Rad wäre (und ich nicht möchte, dass er in den zu Schulbeginn vollen Bus steigt), mit dem Hübschen über meine mangelnden Verhandlungsskills ein wenig gestritten, so dass wir bockig ins Morgenhomeoffice starteten. 
  • Grosse Bewunderung für einen Kollegen, der einen .... nennen wir es mal major fuckup eines Support-Kollegen, der die Datengrundlage für eine monatlich für alle Produkte zu erstellende Bewertung, die eigentlich super automatisiert ist und ziemlich gut funktioniert hat, ohne Vorwarnung zerschossen hat, einen Tag, bevor die Bewertung von ungefähr 30 Leuten und keine Ahnung wie vielen Produkten fertig sein muss, in wenigen Stunden ausgebügelt hat und so dafür gesorgt hat, dass (ausser ihm) keiner Extraaufwand hatte. (Ich hab ihm das btw auch gesagt, so via Hangout geht das viel leichter als in persona, respektive gibt es dann nicht diese awkward Situation, wo keiner so recht weiss, wie man auf sowas reagiert.)
  • Mittagessen dann wieder mit L., der am Nachmittag (aktuell mit der Klasse seines besten Freundes zusammen) noch zwei Stunen Sport hat, bei einer anscheinend sehr fitten und sehr fordernden Sportlehrerin, L. war danach ganz schön kaputt, aber auch total euphorisch. Vielleicht will er jetzt nach Volleyball auch noch Basketball spielen.
  • Der Hübsche holte dann Q. ab, der musste dann wegen kein Radfahren ihn und mich beim heutigen Fitnessblenderworkout begleiten und ... hm, morgen fährt er Rad, da ist er sich sicher :-)



Ansonsten habe ich mich erst gewundert und dann aufgeregt über DEN neuen Hashtag, den die woke Elternbloggerschaft gestartet hat (wie gut, dass es den Muttertag gibt, wie sonst sollte man sich so schnell auf einen Termin für so eine Aktion einigen?), aber dann irgendwann dachte ich mir zwei Sachen:
1. Mir wurscht, betrifft mich nicht. Ich seh das alles ganz anders, ich hab mit niemandem, der sich da engagiert in irgendeiner Art und Weise Kontakt, ich muss mich damit gar nicht auseinandersetzen. Wie angenehm!
2. Ich möchte mich auch gar nicht damit auseinandersetzen,weil ich mittlerweile glaube, dass es den Initiatorinnen solcher Wellen gar nicht primär um die Sache (seien es nun Adventskalendergate, Bundesjugendspiele, Muttertagswünsche oder was auch immer mir seit dem Stummschalten der entsprechenden Kanäle seitdem sonst noch so entgangen sein mag) geht, sondern eher um die Welle an sich. Auf dieser Welle kann man sich dann positionieren, man ist Aktivistin, vermeintlich solidarisch, man macht Werbung für sich selber als "Texterin" und "Speakerin", ach ja stimmt, hier ist übrigens noch das neueste Buch und hier mein Podcast, hier die Lesung und hier könnt ihr euch early bird packages für eine Konferenz, auf der ich sprechen werde, reservieren. Sorry, vor so einen Karren lasse ich mich nicht mehr spannen. Da lasse ich mich nicht mehr zu Solidarität oder Gegenrede hinreissen, das ignorier ich nicht mal.

Gegessen:
Den letzten Rest Rhabarberkäsekuchen
Tomatensuppe und frisches Brot
Tortellini mit Spargel und Tomaten und vielleicht Rucola aus dem Balkonkasten. Vielleicht waren es aber auch Mohnblätter, ich bin mir nicht mehr sicher, was genau ich in welchen Kasten gesät habe. (Es hat nicht nach Rucola geschmeckt und auch nicht wirklcih danach ausgesehen, ich habe keine Ahnung, wie Mohnblätter schmecken, es war halt eher so wie .... Gras)

Gesehen:
Die Aufzeichnung des Virtual Townhall Meetings zum Site Ramp-up. Das geht alles noch ein bisschen.
"Upload"

Gelesen:
"Die Schneebraut"

Stressleveldurchschnitt gestern: 30
Selbstbeweihräucherung: nicht gekniffen vor einem Hangout-Termin, vor dem ich etwas nervös war, weil wir uns schon so oft fast verabredet hatten und dann hat es immer irgendwie nicht geklappt, und hey, das war toll, das machen wir mal wieder, hm? Gerne auch in echt mit Kaffee, wenn das irgendwann wieder geht. (So schön, wenn sich rausstellt, dass man sich mit Menschen, die man seit Jahren gerne liest, auch in echt super unterhalten kann. Und ein bisschen magisch, diese ersten "Treffen", wo man sich ja eigentlich nicht, aber uneigentlich zumindest zum Teil sehr gut kennt.)

Montag, Mai 11, 2020

110520: Ramping up

So. Erster Tag mit Schule vor Ort für Q. und L..
Q. machte sich trotz mittlerem Wetter mit dem Rad auf den Weg (hin gings, zurück mit Gegenwind, 10000 Grad kälter als morgens und Regen war nur so mittel), L. zu Fuss.
Der Arbeitstag war .... sehr, sehr still vor Ort, aber von morgens bis abends vollgepackt mit Meetings, von denen jedes einzelne überzogen wurde (ich bin da mittlerweile knallhart und habe einen vorbereiteten Satz für den Hangout-Chat und nach dem Reinkopieren logge ich mich einfach aus). Ich freue mich sehr, dass ich am Freitag freigenommen habe und die nächste Woche auch bis auf einen einzigen Tag frei habe, weil so wird das aktuell nix mit Stunden reduzieren oder auch mal Hirnlüften...

L. kam zum Mittagessen nach Hause und verschwand dann wieder zum NAchmittagsunterricht, Q. blieb zum Mittagessen in der Mensa und kam erst um fünf.

Nun denn. Ich bin ambivalent, ich würde so gern glauben, dass das alles gut geht auf diese Art.
Beiden Kindern tut es gut, aus unserer (heilen, tollen, aber halt sehr limitierten und im eigenen Saft kochenden) Blase herauszukommen, sich mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen, anderen Input zu bekommen, ihre Freunde zu treffen, sich mal an anderen Personen zu reiben (im übertragenen Sinn) als den Eltern, die wollen, dass man seine Aufgaben macht, Wäsche aufhängt oder die Spülmaschine ausräumt, oder dem Bruder (egal welcher), der alles besser weiss.

Auf der anderen Seite: holla, da haben wir acht Wochen lang jeden Kontakt vermieden und auf einmal sitzen die Kinder zwar im Klassenzimmer nicht mehr in Vierergruppentischen, sondern einzeln, es gibt einen abgeklebten "Strafraum" um das Lehrerpult, erklärt wird, was geht, via Beamer anstatt am Platz, und in der Mensa gibt es auch nur noch 4er Tische und es gibt Essensslots für die verschiedenen angeschlossenen Schulen, nach jeder Pause werden die Hände gewaschen, aber sonst: lustiges Mingling, halt bitte ohne Znüni-Teilen, aber sonst: wie immer. Hm. Hm. Hm.

(Ja, ich weiss, das ist der Aargauer Sonderweg, der aber letztendlich halt auch nur eine Interpretation der Schweizer Auffassung ist, dass Kinder keine /kaum Krankheitssymptome entwickeln und für das Ansteckungsgeschehen irrelevant sind. Von der rein wissenschaftlichen Seite her betrachtet finde ich dieses aktuell stattfindende Öffnungsexperiment sehr spannend, und mit den aktuell extrem niedrigen Ansteckungszahlen in der Schweiz gibt es auch kein grosses Rauschen, in dem die resultierenden Effekte verschwinden könnten oder als "Mal sehen, ob das wirklich signifikant ist" kleingeredet werden können. Von der potentiell direkt betroffenen Seite her finde ich es nur so mittel, dass meine Kinder und meine Familie da jetzt per Dekret mal ausloten, was geht.
Nun denn. L. freut sich auf jeden Fall sehr, seine Freunde in der Schule und seinen allerbesten Freund auch privat wieder zu treffen. Ich sehe da aktuell nun echt keinen Grund, das einzuschränken, sie hängen in der Schule eh zusammen, die Regeln erlauben private Treffen zwischen Kindern explizit, egal was kommt, ändert es nichts, wenn wir da jetzt strenger sind als der vorgegebene Rahmen.).

Bester Kommentar von Q.: "Alles wie immer, es haben nur alle voll viel Haar und voll wenig Frisur."

Nun denn.
Sonst:
Temperatursturz. Regen, Sturm, Sansa does not approve
Keine Zeit für Sport vor dem Abendessen heute, aber wenn ich mich heute gar nicht mehr bewegen würde, würde ich vermutlich platzen vor Kribbeligkeit (ausserdem ist das Feature "Body Battery" an der Smartwatch ein neues Steckenpferd von mir. Ich habe den Tag gestern mit dem legendären Wert von 5/100 beendet und heute mit nur 16/100 gestartet. Als Tipp  kommt dann immer "Schlafen Sie lang und erholsam". Ach. Anyway, aufgeregt in Meetings rumsitzen hat mich immerhin auf 27/100 gebracht, und mir wird immer noch nahegelegt, doch einfach schlafen zu gehen. Stattdessen wüsste ich irgendwie gerne, ob man es irgendwie schafft, auf 0 oder sogar darunter zu kommen und was dann passiert. Also: ordentliche Crosstrainerrunde noch heute abend!

Gegessen:
Rhabarberkuchen
Salat mit gebackenem Käse
Montagspizza

Gelesen:
"Die Eisbraut" (ich frag mich ja, ob Isländer oder überhaupt alle Skandinavier die dort spielenden Krimis so peinlich finden wie ich die deutschen Lokalkrimis. Alle bis auf die von Felicitas Mayall.)

Gesehen:
"Working Mums", "Upload" (nur Nerven für banales)

Stressleveldurchschnitt gestern: 39
Selbstbeweihräucherung: in zwei Meetings meine (durchaus relevanten) Einwürfe untergebracht, ohne andere Leute zu unterbrechen oder zu überschreien. Damit war ich aber die einzige und es war sehr mühsam (ganz ehrlich, ich mag doch nicht auf eine Atempause warten und dann losschiessen: "Wir hätten uns die letzten 20 Minuten sparen können, wenn ihr mich einfach mal hättet zu Wort kommen lassen, und euch nicht darin überboten hättet zu spekulieren, weil wie bestellt habe ich die Daten hier, zack, zack, zack" und das stört mich sehr. Wirklich. Gesprächskultur scheint irgendwie aus heute.