Mittwoch, Mai 27, 2020

270520: Silberstreif

Normaler Arbeitstag, endlich mal wieder das Gefühl gehabt, viel geschafft zu haben.

Mittagessen mit allen, weil Mittwochnachmittag ist hier ja heilig schulfrei, also kam auch Q nach Hause.
L. hatte Xylophon- und Mathetest, morgen ist noch Deutsch dran, dann ist die erste Runde auch mal wieder durch.

Nach der geplanten Geburtstagsnachfeier für L. nächstes Wochenende zeichnet sich auch langsam ab, dass unsere Sommerferien doch wenigstens ansatzweise so werden könnten wie geplant: der Bundesrat hat heute den weiteren Fahrplan gekannt gegeben und das heisst:
  • am 19. Juni wird die "ausserordentliche Lage" beendet (das war ja die Grundlage für den temporär nicht vorhandenen Föderalismus in der Schweiz, der ein so abenteuerliches Flickenteppichding mit lauter Machtkämpfen wie in Deutschland verhindert hat)
  • Ferienlager sind erlaubt bei Präsenzkontrolle und maximal 300 Kindern
  • Die Grenzen zum gesamten Schengenraum sollen zum Anfang Juni auch wieder aufgemacht werden (habe ich irgendwo gelesen, finde ich jetzt nicht mehr).
Die Pfadiabteilung hat sich ja bis Ende Mai ausbedungen, um über eine Durchführung des Solas zu entscheiden, ganz offiziell dürften sie jetzt aber.
Die Grenzsache sagt mir, dass es absolut richtig war, die erste Woche Urlaub zu stornieren, ich hätte auch nicht besonders viel Lust, mit Mundschutz am Strand zu sein. Allerdings sehe ich unsere zweite Woche in den Bergen in Italien dann doch recht optimistisch. (beim Googlen nach Superchargern in der Mitte von nirgendwo zu meiner Schande festgestellt, dass es im Dreiländereck Italien/Schweiz/Frankreich auf italienischem Boden eine Menge Orte mit französischen Namen gibt, von denen ich gar nicht wusste. Keine Ahnung, ob man da französisch spricht? Oder die Ortsnamen italienisch ausspricht? Wir werden es beim Laden sehen :-))

Ich finde es übrigens sehr spannend zu beobachten, sowohl bei mir selber als auch bei anderen, wie schnell der Ausnahmezustand zum Normalzustand geworden ist und wie jede Änderung, aktuell ja in die andere, eigentlich schönere Richtung mit extremer Skepsis beäugt wird. (Ich würde mir wünschen, es würde "beäugt". Vielleicht ist es nur meine Wahrnehmung oder ich bin empfindlicher geworden, oder es ist einfach alles lauter geworden und es wird nicht mehr beäugt und gewundert oder hinterfragt, es wird direkt angeprangert, mit Ausrufezeichen und ad hominem Herabwürdigung und Verachtung und Runtermachen, das finde ich alles ziemlich hässlich). Ich glaube, wir müssen alle wieder lernen, dass nicht die ganze Welt da draussen lebensgefährlich ist, dass man durchaus wieder Dinge tun kann, die man vor einem Monat für undenkbar gehalten hat (und die vor drei, vier Monaten das normalste der Welt waren, das haben einige, glaube ich, vergessen). Es wäre auch schön, wenn wir uns wieder abgewöhnen könnten, jeden, der eine andere Meinung hat oder etwas anderes tut, als wir gut und richtig finden, direkt als unverantwortlich, doof, oberflächlich und selbstsüchtig abzuwerten. Vielleicht (Hoffentlich) sind sie aufgrund der selben Informationen und Daten einfach zu einem anderen Schluss gekommen, weil sie andere Prioritäten und Hintergründe und Erfahrungen gemacht haben? Die müssen deshalb nicht schlechter sein und nicht direkt in die zweite Welle führen. (Damit meine ich ausdrücklich keine Menschen, die gegen Corona demonstrieren, Bill Gates und die Reptiloiden und die neue Weltordnung bekämpfen, Zwangsimpfung und anderen Quatsch blubbern.)

Ich zum Beispiel habe heute ganz schön geschluckt, als es hiess, es wären ab 6. Juni auch wieder Kontaktsportarten erlaubt, und der Hübsche nach einiger Überlegung kundtat, dann auch wieder zum BJJ-Training zu gehen. Weil: ich kann mir keine Sportart mit mehr Kontakt vorstellen. Ich glaube, die lecken sich sogar ab. Aber: bisher waren die Massnahmen in der Schweiz immer durchdacht, das Konzept ging voll und ganz auf, also: Zeit, Vertrauen zu zeigen.

Gegessen:
Toast mit Erdbeermarmelade
Ein Schüsselchen Aprikosen (der Hübsche meint, 12 grosse Aprikosen wären kein "Schüsselchen", sondern ich ein Fresssack)
Brot, Salat, Backkäse
Tofu Tikka Masala

Gelesen: "Laufen"

Gesehen: "White lines"

Stressleveldurchschnitt gestern: 13
Selbstbeweihräucherung: jemanden in Ecuador und in Italien happy gemacht.