Freitag, Mai 29, 2020

290520: So was von bereit.

Eigentlich würden wir gerade im ersten Stock sitzen inmitten von Rucksäcken, Isomatten und Essgeschirr und Unterhosen, Socken und Taschenlampen auf Packlisten abhaken, später dann zwei Rollköfferchen packen mit Badesachen, schicken Klamotten, mehr Badesachen und ein paar Sportsachen. 

Morgen früh würden wir eigentlich zwei Kinder in Pfadiuniform mit frisch aufgepumpten Rädern zum Antreten bringen, einmal fest drücken und nochmal an ihnen schnuppern, bevor sie am Montag stinkend und glücklich zurück kommen. Ich würde vermutlich dreimal nachschauen, ob ich die Schwindeltabletten wirklich eingepackt habe, wir würden den Nachbarn mit ein wenig Herzschmerz den Hausschlüssel in die Hand drücken und uns gegenseitig beruhigen, dass die Katzen ok sein werden und halt ein wenig länger unterwegs, als wenn wir daheim sind.
Stattdessen liegt L. schon im Bett und liest, der Hübsce und Q. schauen "Breaking Bad", vor mir steht ein Glas Rotwein, das ich über das sehr leckere Pizzaessen auf der Terrasse gerettet habe, das Haus ist von oben bis unten durchgeputzt, damit wir am verlängerten Wochenende richtig frei haben.
Morgen werden wir noch einmal die Terrasse saubermachen, es kommen nämlich die neuen Möbel, wir werden den Postenlauf der Pfadis absolvieren und dann ein Feuer in der Feuerschale machen, das Zelt im Garten aufstellen, zwei Matratzen auf den Balkon schleppen, draussen grillen, dann die Kinder ins Zelt schicken und der Hübsche und ich werden auch "ausser Haus" schlafen, halt nicht im "Elements"-Zimmer, sondern auf einer Aushilfsmatratze unter freiem Himmel (und unserem Kirschbäumchen.
Es ist, wie es ist.
(Ich musste sehr lachen beim Einkaufen heute, weil in der Pfadianleitung heute empfohlen wurde, doch ein Pfadiessen zu machen, zum Beispiel "Hörnli mit Ghacktem", und prompt waren Hörnli im Angebot, das  heisst, sie waren in Viererpacks am Eingang direkt bis zur Decke gestapelt. Wir sind bereit.)

Sonst so:
  • Mein neuer Job ist wirklich viel breiter gefasst als der alte, nach Jahren nur Ländern mit I am Anfang habe ich mich nach Ecuador gestern allein heute intensiv mit Oman, Ukraine, Taiwan, Australien, Neuseeland, Moldawien und Korea befasst.
  • Die Kollegen haben heute beim Virtual Znüni L. vermisst, der immer so lustig giggeln musste zu meist sehr unerwarteten Themen. Vielleicht kann ich ihm für die Zukunft eine Entschuldigung für Freitag morgen schreiben, für Berufspraktikum.
  • Grosse, mit ganz viel Albernheit kaschierte Unsicherheit über die Rückkehr ins Büro. Angeblich wurden Waschbecken und Pissoirs zum Teil abgeklebt, man weiss nix genaues über Aufzüge und Treppenhäuser. Ich habe mich immer noch nicht getraut, nach meiner vor 10 Wochen nicht ausgespülten Kaffeetasse zu fragen.
  • Q. hat heute im Biopraktikum das Thema "Zecken" behandelt incl. des (fehlgeschlagenen) Versuchs, mit verschwitzten Sport-T-Shirts im Unterholz welche zu fangen. Er teilt so genüsslich Details, dass mir, die ich zu Recht und mit Stolz und Ehre den Asterixnamen "Graustvornix" verdient hätte, beim Kücheputzen fast in die Spüle gekübelt hätte. Zecken sind schreckliche Wesen. Im Klo runterspülen hilft nix, sie können drei Tage unter Wasser überleben, am besten anzünden oder mit eine Stein platthauen. Vorher aber vom Wirt entfernen. (Auch vor dem im Klo runterspülen)
  • Mit dem AirBnB-Host über den Urlaub und Freizeitmöglichkeiten gechattet, von Internetbekannten Wandertipps mit sagenhaften Bildern bekommen, Lademöglichkeiten in der Mitte von Nirgendwo recherchiert. Dort gab es bisher btw keinen einzigen Corona-Fall. Vielleicht wird das sehr toll. 
Gegessen:
Hefezopf mit Erdbeermarmelade
Dar Vida
Salat, Brot, Bratkäse
Himbeertörtchen
Freitagspizza

Gelesen: "Laufen"

Gesehen: "Dark" und "White Lines"

Stressleveldurchschnitt gestern: 16
Selbstbeweihräucherung: halbe halbe, ein Teamprojekt ganz allein übernommen, weil mir der Stress, alle anderen zu ihren Teilen zu schubsen, zu gross ist, ein anderes, das mit enger Timeline, aber total ungenauem (irrsinnigem) Scope kam, so lang NICHT bearbeitet, bis ich durch Nachfragen rausbekam, um was es eigentlich geht (um viel weniger, das sich dann trotzdem noch rechtzeitig klären liess. Ganz schmerzlos btw.)