Freitag, November 26, 2010

Zimmetstern, habt's mich gern...

Zuallererst sei gesagt: ich liebe Zimtsterne. Selbergemachte, die gekauften sind bäh. Gemacht habe ich sie bisher noch nie. Warum? Tja, was ich von meiner Mutter gelernt habe, ist folgendes " Oh mei, Zimtsterne. Ja, weisst, da ist der Teig nur aus Eischnee und Mandeln und das klebt, und man muss das auf Zucker ausrollen anstatt Mehl und das ist so eine Sauerei, es gibt doch auch so viel andere leckere Plätzchen, oder, Kind?"
Jetzt ist es aber so, dass ich Zimtsterne echt wirklich gern habe, meine Mutter auch gemeint hat "Oh mei, Kind, Kastanientiere, das mit dem Bohrer, das geht überhaupt superschwer, es gibt doch auch noch so viele andere schöne Basteleien." und als ich dieses Jahr mit Little Q. Kastanientiere gebastelt habe, da war das wirklich bubieinfach. Ausserdem grölt Little Q. seit Tagen dieses Lied und mein "Neues Guetsli-Buch" ist ja von der Frau mit der Gelinggarantie, warum also nicht?

Also: Zuallererst wäre es hilfreich, das Rezept zu lesen, nicht nur zu überfliegen. Wenn da steht, erst Eiweiss steif schlagen, dann Puderzucker rein, dann ist das wahrscheinlich so. (Jetzt haben wir halt sechs Eigelb übrig, machen wir morgen halt eine ganz grosse Portion Tiramisu). Und wenn man dann die Mandeln und den Zimt reingekippt hat und alles verquirlt hat, ist es ein bisschen spät für "Man nimmt 1dl von der Eischneemasse ab und bewahrt sie zum Glasieren auf."
Ich habe versucht, mit ein wenig mehr Mandeln wieder zum Originalmischungsverhältnis zu kommen. Das Ausrollen auf "wenig Zucker" war... unmöglich. "oder zwischen zwei aufgeschnittenen Gefrierbeuteln" ging mit Hilfe meiner Schwester einigermassen. Das Abfrickeln der Sterne von den Gefrierbeuteln dann wieder nicht mehr. Wir haben die Masse also zum dritten Mal zusammengeknetet und in formschöne Fetzen Rauten geschnitten, mit dem von vorher noch übrigen Puderzuckereiweissschlunz bestrichen und wie angegeben trocknen lassen.
Währenddessen brauchte ich unbedingt ein Erfolgserlebnis, auserdem hatte ich noch gefühlte 5L Zuckereiweissschlunz, die wurden mit Nüssen, Lebensmittelfarbe und grünem Glitzer aufgehübscht und beim Backen zeigte sich dann, dass Eischnee schon fester würde, wenn man ohne Zucker zu schlagen begänne.
Egal: in Grün sind die hier auch lecker.

Kaum waren die Kinder dann heute abend im Bett, waren auch schon die "5-6 Stunden oder über Nacht" um und die Zimtsterne durften in den Ofen. Bei "250 °C", was unser Ofen natürlich nicht kann. 230°C gingen auch und so sehen einmal "gewollt und nicht gekonnt"
und einmal "gar nicht mehr probiert"
aus.


Sie schmecken erstaunlich lecker, wobei meine Schwester und ich uns uneins sind, ob die wahren Zimtsterne nach dem Backen steinhart sind und erst nach ewigen Zeiten weich werden (ich sage, das sind Lebkuchen) oder aber nach dem Backen weich sind und erst, wenn sie alt und ungeniessbar sind, hart werden.
Wie auch immer, in Zukunft werde ich zu Little Q. sagen: " Oh mei, Zimtsterne. Ja, weisst, da ist der Teig nur aus Eischnee und Mandeln und das klebt, und man muss das auf Zucker ausrollen anstatt Mehl und das ist so eine Sauerei, es gibt doch auch so viel andere leckere Plätzchen, oder, Kind?" (der war übrigens mit "Stibiiiiiizen" glücklich und dafür braucht man gar nicht auszurollen)