Dienstag, November 03, 2015

Geduldsspiel

Heute habe ich, als ich grad beim wilden Abarbeiten meiner To-Do-Liste zwischen zwei ähnlich dringenden grossen Brocken abwägen musste, kurzerhand ein diesen Monat fälliges Corporate Training zum Thema Record Management gemacht, um währenddessen mein Hirn im Hintergrund an der Entscheidung in Sachen Brocken arbeiten zu lassen.
Diesmal ist das Training eines mit Video- und Audioanteil, das ist (manchmal) ein Garant für sehr viel Unterhaltung (manchmal lesen aber auch Ingenieure mit stoischer Miene über Stunden Bedienungsanweisungen vor, da ist die Unterhaltung eher auf der Metaebene). Ich erinnere mich an ein Training, wo mit Liebe die Geschichte voller Missverständnisse zwischen Anna und Dave nachgespielt wurde, die … ich weiss es nicht mehr. Einen Deviation Report gemeinsam ausfüllen sollten? Spoiler: Anna hatte recht. Nun gut, diesmal war es nicht ganz sooooo spannend, die Telefonate zwischen Lily und Susan (und einem Mann, der krank wurde und zu Hause im Bett liegen musste, in gebügeltem weissen Hemd auf einem weissen Ledersofa und ohne Decke übrigens, und dessen Rolle ein wenig unklar war) hätten noch eine Menge Method Acting vertragen können, oder irgendeine andere Art Acting, aber so habe ich halt schnell das Transskript gelesen, das ging eh schneller.
Es ist ja nun so, dass so ein Training erst dann abgehakt ist, wenn die Erfolgskontrolle bestanden ist, und das kann manchmal (ich erinnere an die Ingenieure) schwieriger sein, als man so denkt.
Heute wäre der Test einfach gewesen, aber, aber…. entweder fehlt meinem Computer ein Flash-Player-Update oder es war echt schlecht programmiert (oder ich war zu doof dazu, aber das lassen wir mal aussen vor, immerhin habe ich den Test dreimal gemacht, bis ich nur noch eine Frage aus Gründen nicht beantworten konnte, für die ich nix konnte).
Es gibt da ja so eine Art Multiple Choice Fragen, wo es zB vier Fälle gibt und man hat vier Lösungen und jeder Fall hat ein Lösungskästchen, da zieht man das Anwortkästchen rein, am Schluss stimmts, fertig.
In diesem Fall musste man aber nicht ziehen, sondern erst das Antwortfeld durch Klick aktivieren, dann durch einen Klick auf die Antwort sie in dieses Kästchen stupsen. (Ok, das wäre in der Anleitung gestanden, ich habe es erst gelesen, als ich den Test zum ersten Mal versemmelt hatte).
Normalerweise sind die Antwortfelder auch direkt neben den Fragefeldern, so dass eine Zuordnung eindeutig ist. In diesem Fall waren die Felder vom Layout her verschoben, so dass man nur raten konnte, welches Feld jetzt zu welcher Frage gehört. Die Antworten rasteten dann auch nicht passgenau in das Feld ein, sondern man konnte das Feld drunter immer noch sehen. Wenn man dann aus Versehen (ich schwör!) ein zweites Mal das Antwortfeld aktivierte und eine andere Antwort answählte, sprang die zuerst gegebene Antwort nicht wieder in den Pool der noch zu verteilenden Lösungen zurück, sondern man klebte die neue Antwort sozusagen über die alte drüber und die war auf Nimmerwiedersehen verschwunden.
Nach drei Versuchen hatte ich das so im Griff, dass ich alle Zuordnungen auf Anhieb richtig hinbekam (also: nicht dass Sie denken, ich wäre irgendwie doof, gewusst hätte ich die Antworten schon auf Anhieb, aber das Geklicke war ungeplant kompliziert), nur eben eine Frage blieb übrig, die auf dem (nicht vergrösserbaren) Fenster drei verrutschte Felder für vier Antworten hatte. Das unterste hing wohl irgendwie unzugänglich unter dem Fensterrand und so wird das eins der wenigen Trainings sein, die ich mit weniger als 100% abgeschlossen habe. Seis drum.
Dafür hatte ich im Hinterkopf nicht nur die Priorisierung der zwei Brocken erledigt, sondern sogar die Präsentation für den einen schon fertig im Kopf.