Donnerstag, August 07, 2025

070825

 Hui.

Standardmorgen, ich sass um kurz nach sieben auf dem Rad Richtung Büro. Angeblich waren es nur 13 Grad, keine Ahnung. Ich hatte T-Shirt und Sweatjacke und eine knielange Hose zum Radeln an, kalt war mir nicht. (Auf dem Heimweg 11 Stunden später war es sonnig und warm, aber nicht heiss. Es hatte licht- und temperaturtechnisch ein Septembergefühl, von der Optik, alles supergrün und feucht, fühlt es sich aber maximal nach frühem Juni an. Naja.)

Im Büro habe ich mir erstmal, ich weiss nicht nach wievielen Jahren intensivster Nutzung, vielleicht drei? vier? ein neues Bluetooth-Headset geholt. Das alte war auf einmal an den Ohren durchgeschraddelt, damit hätte ich noch lang leben können, aber gestern war der Sound auf einmal nicht mehr akzeptierbar. Naja. Dann also. Bei uns kann man so Sachen (und noch andere teils abstruse Dinge) aus einer Riesen-IT-Vendingmachine ziehen und mit Badge auf Kostenstelle bezahlen, das finde ich jedesmal immer noch sehr lustig. Anders als ich dachte, ist es die gleiche Marke wie vorher, aber ein, wer hätte das nach 3, 4 Jahren gedacht, ein neues Modell. Installation war erfreulich unspektakulär, grösste Neuerung: ein USB-C statt USB-dings Nupsi. (Und in der Google-Sound-Einstellung wieder die wunderbare Defaulteinstellung "mute" ganz tief drin. Aber das habe ich mittlerweile gut raus, das zu finden)

Dann ein unglaublich voller Tag, mir schwirrt tatsächlich der Kopf. Zwischendrin Kaffee mit einer meiner neuen Kolleginnen, wir haben uns superschnell und effizient ausgetauscht, und kamen beide zum Schluss, dass es super so ist, wie es ist, aber halt auch grenzwertig viel aufs Mal. Mit einem anderen Ex-und jetzt wieder Kollegen habe ich letztens auch drüber geredet und er hat von einer echt intensiven Zeit vor kurzem erzählt mit dem Fazit: "Vor 10 Jahren hätte ich das noch ganz anders an mich rangelassen, heute weiss ich besser, was ich wie lange durchhalten kann und was ich brauche, um solche Zeiten durchzustehen". Und das ist ein sehr wertvoller Gedanke. Weil: ich denke irgendwie immer, es wird immer alles mehr und anstrengender und stressiger und mehr Verantwortung und dementsprechend auch Fallhöhe und kann ich das überhaupt? Aber: Dann denke ich an solche Zeiten zurück und sowas würde mir heute nicht mehr passieren. Golden Rules forever (heute erst um zwanzig vor eins mittagessen gewesen und nur für 10 Minuten, aber eben: Essen. Heute allein und mit Buch, das zählt doppelt. Mindestens.)

Ich schaffe es mittlerweile auch fast, nicht nervös zu werden, ob das alles vllt zu viel ist, ob ich mich mit dem Job übernommen habe, weil: nein, es IST viel, ich wurde mit sehr viel Absicht ausgewählt, ich kann das alles UND diese Wochen hier sind eh nicht normal, weil wir eben aufstarten UND ich jede Menge extra mache mit dem Hübschen und seinem Arm, mit L.s Japanvorbereitung, das sind ja alles Sachen, die ein Expiry Date haben. Also.

Ich muss trotzdem einen besseren Rhythmus für mich finden (Routine halt), wie ich mehr Zeit vor Ort mit Sport und allem Zeug daheim unterbringe. Ich habe mich in der Homeofficewelt halt an eledinglich lange Arbeitstage gewöhnt, aber da bin ich halt einfach eine Treppe runtergegangen und war im Life-Teil von Work-Life, heute sind da 30min Radeln dazwischen. (Die in meinem Kopf nicht als Sport gelten). Es wird alles. Nur nicht sofort.

Dann also: Heimradeln, Gemüsekorb holen (der ist RICHTIG voll zur Zeit), daheim eine Runde mit dem Hübschen zum Coop, es fehlten ein paar Sachen HEUTE noch, morgen wird normal eingekauft, dann Donnerstagsabendessen aka: frischestes Gemüse als Salat, heute noch Caprese dazu, Brot, Spiegeleier.

Das tat gut zum Runterkommen. Dann noch ein paar Schritte an der frischen Luft, ein paar Armübungen, Dusche, fertig.

Koriander, Berner Rose-Tomaten, noch andere, so rippige mit wenig Suppe drin, Gurken, DIE EIER, Stangensellerie, Kopfsalat, Eisbergsalat, zwei Lauche, SIEBEN ZUCCHINI, Karotten, Fenchel, Auberginen, Basilikum, Cocktailtomaten, grüne Bohnen

Ach ja. Und Q. bekommt jetzt die Einladung zu den coolsten Veranstaltungen (in dem Umschlag mit allen Unistartsachen)



Mittwoch, August 06, 2025

060825

 Ffffffffrt, what a day.

Aufgestanden, fertiggemacht, Jonnyründchen, Frühstück, dem Hübschen Tschüss gesagt, aufs Rad. Wie immer.

Heute (mit aufgekrempelter Leinenhose und Sweatjacke über der dünnen Bluse) nicht direkt kalt, mit den nackten Beinen eher so, wie wenn man im Sommer in der Nordsee baden geht (und das sehr gern mag) und für die Hände tatsächlich so, dass es nicht schlimm war, aber Handschuhe nicht ganz daneben gewesen wären. (beim Heimfahren dann wieder scheissheiss, also: ich brauche noch keine Handschuhe).

Morgens habe ich noch schnell eine Präsentation fertiggemacht, die ich mit einem Kollegen um neun besprechen wollte für das Teammeeting heute nachmittag. Hintergrund: das Team, das er leitet, wird im Zuge der Umorganisation gesplittet in ein supplylastiges und ein techniklastiges Team, das Supplyteam bleibt bei ihm, das technische leite ich (beide Teams werden noch aufgebohrt und wir sind dann "eye to eye"-peers per definitionem.) Wir sind das erste Team, die das in diesem Stadium implementieren, es gibt viele Fragen, viele Bedenken, zum Teil sehr berechtigt, viele Befindlichkeiten (alle mit einem Hintergrund), ich wollte das also absprechen.

Viertel vor neun war ich fertig, da wollte er auf später verschieben. Auch gut, so war es wenigstens erledigt und ich hatte spontan eine Stunde praktisch gewonnen.

Es ist alles viel, alles schnell und ich merke, ich muss meinen Kopf sortieren, der am liebsten alles gleichzeitig machen würde.

Frühes Mittagessen mit einem Ex- und wieder Kollegen, der mir viel über seine Familienthemen erzählt hat. Es tut gut, wie sich ganz ungeplant und irgendwie einfach so manchmal so Vertrauensverhältnisse bilden, wo man über alles offen reden kann.

Dann: schnell heimradeln, L. und ich hatten ja ENDLICH einen Visumstermin in der japanischen Botschaft.

Wir sind also anderthalb Stunden vor Termin losgefahren, die Fahrt war überraschend anstrengend:

1. Ich bin nach dauernd radfahren und dann 3 Wochen in Kanada unterwegs tatsächlich auch keine 120 mehr gewohnt, das schien mir doch sehr schnell zum Teil.

2. Baustellen ohne Ende, andauerns abenteuerliche Spurführung, der Tesla, der dauernd austickt, wenn man die durchgezogene rechte Seitenlinie überfährt, obwohl halt die orange Markierung das vorschreibt.

3. Viel Verkehr, halt da wo immer (Härkingen)

4. Viel Urlaubsverkehr, erkennbar an den niederländischen (ich hab extra nicht "holländischen" geschrieben!), belgischen und englischen Kennzeichen.

5. Ein deutscher Depp (tatsächlich auch in einem Tesla, aber das heisst ja heutzutage eh nix mehr oder nix gutes), der nicht wusste, dass man sich in der Schweiz an Geschwindigkeitsbegrenzungen hält und dass links blinken und auffahren und aufblenden nix hilft (rechts überholen und durchschlängeln auch nicht, ich habe ihn später dann wieder gesehen). In dem Baustellengedrängel hatte ich echt lang was von den beiden Spacken. (Hier hatten sie mich frisch rechts überholt und belichthupten den nächsten)



6. Google Maps wollte mich wo abbiegen lassen, wo es nicht erlaubt war, schlug dann eine Art U-Turn vor, der mich in ein Parkhaus in, unter, um den Berner Hauptbahnhof führte, das eine sich verzweigende "Transitspur" hat, es war alles sehr verwirrend und ich froh um die 20 Minuten Puffer, die ich eingebaut hatte.

Danach alles easy und ein bisschen antiklimatisch. Unser Termin war um drei und trotz Parken ein bisschen weg und nicht auf einem der freien Botschaftsparkplätze, die wir erst danach gesehen hatten, trotz Sicherheitskontrolle mit Taschenröntgen und Metalldetektor waren wir um 14:58h fertig. Wie in einem Witz: "Gehen zwei Deutsche in der Schweiz in die japanische Botschaft...". Wir können das Visum nächste Woche abholen (yay, nochmal die abstruse Strassenführung!), dann ist das fertig.

Rückweg auch nochmal anstrengend, aber nur wegen Stau und weil ich ja zu dem ersten Produktteammeeting daheim sein wollte. Hat auch grad so geklappt und war erfolgreich, das wird alles gut werden.

Dann: erstmal auf dem Bett liegen und an die Decke starren (respektive den Hübschen als Besucher anmelden und einen Parkplatz reservieren für unseren Bankmenschbesuch nächste Woche, es gibt wie alle paar Monate Jahre einen neuen ungefähr 20jährigen Kundenberater, der uns und unsere Vermögensbedürfnisse kennenlernen möchte, naja, dann halt. Ausserdem für L. und mich einen Abholtermin in der Botschaft abmachen.), dann Abendessen (verschiedene Salate aus den letzten Resten des Gemüsekorbs, morgen kommt Nachschub. Nicht gut geplant hatten wir zu viele Karotten und ich habe (zusätzlich zum Karottensalat heute abend) eine grosse Box Karottensticks ins Büro mitgenommen. Für Genuss waren es zu viele (und nicht richtig gute, eben auch welche aus dem Supermarkt...die ich schon lang nicht mehr gekauft habe), ausserdem sitze ich aktuell meist in der Silent Area. *knurpsknurps*


Letzte Beobachtung, bevor ich endlich unter die Dusche springe: ich habe anscheinend ein neues Level für Headhunterbullshit freigeschaltet. Neben den "Angeboten" auf Linkedin (ich habe aktualisiert, dass ich zum 1. Juni eine neue Rolle habe. Mit Profilangaben, was das so ungefähr ist und alles. Und trotzdem werden mir entweder befristete Teilzeitstellen bei der Konkurrenz, das sind noch die besten fits, oder irgendwelche junior-Stellen irgendwo am Arsch der Heide, Bitterfeld oder Leuna oder so, als der heisse Scheiss verkauft und angeboten.) habe ich heute eine Email an meine Arbeitsadresse gekriegt von einem Personaldienstleister aus London, der "mit einem Superkandidaten arbeitet, der ein toller fit für mein Team wäre, hier das Profil, zB kennt er sich richtig gut aus mit RNA Vaccine Development in einem Startup-Setting". Ja, gut für ihn (schad für ihn dass Moderna ja ihren Headcount um 10% reduziert, weil keiner mehr Covid-Impfungen braucht, it was fun while it lasted), aber das passt halt so gar nicht in mein Team, in dem ich kein Hiring Manager bin und wir auch keine Stelle freihaben. Und wir sind viel, aber Impfungen und Startup halt nicht. Ausserdem nicht in Bitterfeld, was ja der heisse Scheiss bei Headhuntern ist. Ach ja, bester Punkt ist: morgen oder übermorgen wird er mich deshalb anrufen. Das wird super. Meine Güte. Kam bei irgendeinem via Headhunter/Personaldienstleister in irgendeiner Hinsicht mal was gutes raus?


Ah, allerletztes: kaum ist das mit dem Visum fast erledigt, gibt es Neuigkeiten von der Schule. L. weiss jetzt wann er wo sein muss, hat sehr mixed messages über die Kleiderordnung respektive, was er anziehen muss und was er mitbringen kann / vor Ort besorgen muss. Klar ist: Uniform, er kann eigene dunkle Hose und weisses Hemd mitbringen (sehr süss: "Wir müssen nix kaufen, ich hab eine schwarze Hose und ein weisses Hemd vom Maturabschiedsding!" "Ja, das stimmt, aber du musst das jeden Tag anhaben, da reicht eins nicht." "..."), Blazer und Krawatte ist unklar, ob und woher. Es wird sich regeln. Was aber klar ist: er muss sich erst im Lehrerkollegium vorstellen "Please prepare a little greeting" und dann im Rahmen der opening ceremony der gesamten Schülerschaft "Please be aware: it will be broadcasted, so speak into the microphone and prepare accordingly" Nach einem ersten Schlucken ist er aber guter Dinge, das scheinen Sachen zu sein, die auf Duolingo und im Japanischunterricht in der Schule sehr gut abgedeckt wurden :-) (Es wird so real.....)

Dienstag, August 05, 2025

050825 #WMDEDGT

You know the drill, right? Es ist der 5., d.h. es heisst wieder "WMDEDGT?" (kurz und knackig für "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"). 

Heute trifft sich der Freundeskreis Tagebuchbloggen sozusagen hier und verlinkt sich in der Liste unten.

Das ganze hat im April 2013 seinen Anfang genommen in einer Tagebuchblogwoche und hat sich irgendwie verselbständigt.

Die Regeln zum Mitmachen sind einfach:
  • über den heutigen Tag tagebuchbloggen (ohne Werbung, ohne Geschwurbel)
  • verlinken, mehr dazu findet sich am Ende dieses Posts.
Hier heute so:
Wecker um sechs, ich hätte noch länger schlafen gekonnt, das sage ich ja auch selten.
Morgenroutine ganz für mich allein, der Hübsche muss ja nicht aufstehen aktuell, respektive musste erst nach neun zu einem Arzttermin. Jonny habe ich in einem Garten in der Nähe getroffen, es liegt mittlerweile ein Handtuch auf seinem Lieblingsstuhl.
Radeln ins Büro, nur in hochgekrempelter Leinenhose und dünner Bluse, es ist zwar immer noch viel Wasser im Rhein (sehr viel), aber so scheissheiss, als wäre August.




Im Büro erstmal losgelegt, dann, am späten Vormittag, sobald der Hübsche Bescheid sagte, in die Stadt geradelt, um ihn zu treffen. Task: wir besorgen die Mitbringsel für L.s Gastfamilie in Japan. Ich hatte ja ursprünglich den Plan: Bildband Basel oder Schweiz, Schokolade, Ovicrunch, kleine Victorinoxmesser für die Kinder, so was in der Art. Als ich auf Mastodon nach weiteren Inspirationen fragte, bekam ich viele Tipps, die nicht alle konsistent waren, mich aber doch auf gute Ideen brachten (und von der Messeridee abbrachten. Offensichtlich verschenkt "man" nicht nur keine Messer, ganz besonders nicht in Asien, wenn dann nur mit einer Münze, die man dann zurückkriegt, dann ist es gekauft und das ist mir ja schon viel zu albern, sondern, wie in Korea, sind die Waffengesetze in Japan so streng, dass durchaus auch die winzigste Victorinox-Klinge drunterfallen kann. Erst habe ich die Augen gerollt, dann dachte ich mir: weder will ich, dass L. schon bei der Einreise gegen Vorschriften verstösst, noch wäre es cool, was zu verschenken, was sie nicht nutzen können, und ausserdem will ich nicht das schweizer Äquivalent zu einem deutschen "Freie Fahrt für freie Bürger"-Depp oder einem amerikanischen "Nicht mal einen KLEINEN Revolver darf man verschenken, so albern"-NRA-Spack. Also. Keine Messer.) Sehr irritiert war ich von der Begeisterung des Internets für die allerhässlichste Swatch, die ich in meinem ganzen Leben je gesehen habe. Was ist los mit Ihnen? Das ist das Äquivalent zu einer weissblau gerauteten Uhr mit Brezenverschluss, funktionierender Kuckucksuhr, Gamsbart und Bollenhutanhänger.
Anyway, ich hatte einige Läden im Kopf, in denen ich traditionelles Kunsthandwerk und okay hübsche Mitbringsel und Schweizer Klassiker und lokale Spezialitäten gesehen hatte, zB die Basler Filiale von Heimatwerk (meine Güte, es gibt ein "Heidi"-Bilderbuch in allen Sprachen...)
Sehr schnell stellte sich heraus: die sind alle für immer zu und das nicht erst seit gestern. Dafür gibt es (auf einmal?) gefühlt an jeder Ecke einen Tourimitbringselladen mit billigem (und scheusslichem) "Made in China"-Souvenirs in rot weiss. Man muss aufpassen wie ein Haftlmacher, an fast allem ist irgendwo eine Taschenmesserklinge versteckt.
Ausserdem gibt es in jedem Laden irgendwas in Schweiz- oder Basel-Optik und Geschenkverpackung, wir waren etwas überfordert.

Als ob in Basel irgendwo eine Kuh wäre....










Wir haben jetzt einen okayen Mix aus "In your Face"-Swissness und immerhin einer hübschen "Basel"-Tasche als Gesamtverpackung. Die Messerfrage habe ich mit Schokomessern geregelt, die Leckerli-Packung kann L. als "Da gehe ich übrigens zur Schule" nutzen, die Buchstaben sind die lateinischen Anfangsbuchstaben der Kindernamen und zu den Stiften gibt es noch diese Notizbücher. Dazu kommt noch eine Packung Lindt-Schokotäfelchen mit Schweizer Sehenswürdigkeiten drauf, das muss dann passen.
Puh. Jonny findet es immerhin gut.





Frühes Mittagessen gemeinsam, dann trennten sich unsere Wege: ich radelte ins Büro zurück, der Hübsche nahm die Bahn nach Hause.


Der Nachmittag ging in wilder Geschäftigkeit zu Ende (habe ich erwähnt, wie toll mein neuer Job ist? Ups, ich wollte ja auch noch erzählen, was ich denn jetzt eigentlich mache. Kommt noch.), dann zurück aufs Rad, zurück nach Hause.
Schlechte Nachricht für Sansa, die ja im Garten unserer Nachbarn mit dem Hund eingezogen ist: ein Kind ist schon aus den Ferien zurück und macht mit Rasenmähen und so eine unangenehme Unruhe im Garten. Ich bin gespannt, wo sie ihren neuen Lieblingsplatz findet.
Jetzt: Abendessen (Kartoffeln aus dem Backofen, Blumenkohl mit Parmesankräuterkruste, Spiegeleier, Gurken- und grünen Salat), dann Feierabend. Puh.


Post-DSGVO-Reminder: wenn Sie sich auf die Liste eintragen, geben Sie Daten von sich frei. Was Mr. Linky damit macht, steht hier. Wenn Sie das nicht wollen, sollten Sie sich nicht eintragen.

Montag, August 04, 2025

040825

 Heute war ein guter Tag, zumindest für mich und meine Kernfamilie. Wenn Sie hingegen ein paar leistungsfähige Daumen für den kleinsten Babyneffen hätten, wäre das ein guter Zeitpunkt, sie richtig fest zu drücken....

Hier bei uns habe ich den Tag früh gestartet, nämlich um viertel vor sechs. Das gildet nicht als Verletzung der 3 goldenen Regeln, weil ich mir den Wecker NICHT vor sechs gestellt habe, sondern von der kleinen Katze geweckt wurde und dann (richtig) dachte, für die 14 Minuten lege ich mich auch nicht mehr hin, sondern stehe auf, ich habe ja einiges vor (Frühstück, Jonnyründchen, Sportründchen war damit um halb acht erledigt.).

Noch vor acht erfuhr ich, dass der Hübsche wie geplant / erhofft heute entlassen würde. Ich hatte noch den Job, die für neun terminierte BLutabnahme für andere Dinge in der HAusarztpraxis zu verschieben. Ich hätte das schon am Freitag auf einem Anrufbeantworter hinterlassen, wenn man mich gelassen hätte. So habe ich heute ab Öffnung der Telefonleitung bis 20 Minuten vor Termin 20mal angerufen, beim 21. Mal war dann nicht belegt und ich konnte verschieben. (Bei all den Problemchen, die mir denn rübergeschoben wurden, war ich versucht, wie Frau Novemberregen zu antworten "Ich habe keinerlei Interesse an Ihren internen Prozessen", ich habe es in "Ich bin mir sicher, das finden Sie dann schon raus." umformuliert.)

Das war also die erste gute Nachricht.

Die zweite war: L.s Certificate of Eligibility ist da. Das war das Dokument, das für seinen Visumsantrag gefehlt hat. 20 Minuten nachdem wir die Email hatten, hatte ich telefonisch einen Notfalltermin bei der Botschaft am Mittwoch ergattert (Ich würde mir wünschen, die Austauschorganisation nimmt das als Learning, was "sense of urgency" bedeutet und noch besser, um ihren Prozess zu verbessern und in Zukunft solche Stunts und den legal fragwürdigen Workaround, auf den wir uns als Fallback geeinigt hatten, zu verhindern. Ich bin mir aber sicher, dass unser Fall als "Manchmal regelt es sich erst kurz vorher, aber es klappt immer"-Beispiel verkauft werden wird. Nichts regelt sich (von allein), das machen Leute, in dem Fall ich. Für mich schon mal ein Hauptlearning, bevor das Kind überhaupt weg ist: nicht nur der finanzielle Teil ist ein Riesenbrocken, auch das adminisitrative / exekutive bei dem Ganzen ist ein nicht zu unterschätzender Aufwand. Wir sind eine vermutlich überdurchschnittlich gut organisierte Familie, aber das war grenzwertig viel Aufwand und Koordination unsererseits, auch ohne die Tuberkulosestory zwischendrind.). Ich bin so erleichtert! Damit sind all meine Fragezeichen (Tuberkuloseunterlagen, selbst übersetzte Geburtsurkunde, Evtl no fly to Japan ever again-list für L) bereinigt und er hat keinen Adminaufwand mehr vor Ort. (Wie gut, dass ich die Austauschfrau am Donnerstag davon abgehalten habe, "noch schnell vor dem Feiertag" den Rückflug auf 90 Tage nach Abreise umzubuchen... Bin sehr gespannt auf die Botschaft (kenne da ja nur die Deutsche Botschaft bisher und das schraddelige Konsulate) und freue mich auf den Ausflug mit L.

Ich hab dann den Hübschen abgeholt, der nun seinem Chef mitteilen musste, dass er für mindestens 3 Wochen total ausfällt, danach mal gucken. Das ist natürlich eine Hausnummer, aber eben: damit ist nun wirklich nicht zu spassen. Ich habe den OP Bericht gelesen und möchte jetzt irgendwo den Ausdruck "imponiert wie gekochtes Fleisch" unterbringen. Oder "entleerten sich grosse Mengen putride Flüssigkeit". (Waren keine Bilder dabei, die hat der Hübsche nur auf den Handy der Ärztin gezeigt bekommen, ist ok so, muss ich nicht sehen)

Ich bin so, so, so, so froh, ihn wieder zu haben. Neben allem war ich die letzten Tage hier echt arg allein. Ich kann mich ja nun an sich sehr gut selber beschäftigen und langweilig ist mir eigentlich nie, aber .... das war schon doof und ich konnte die Alleinzeit null geniessen (wollte aber auch zB L. seine letzten Tage hier nicht im Haus festsetzen, nur damit ich Gesellschaft habe). War eine gute Erinnerung, was wir zwei aneinander haben.

Dann: Arbeit. Ich hatte heute (nicht geplant, aber mei) dann daheim Zeit und ungestörte Musse, mich in die verschiedensten Rabbitholes zu stürzen und über meine neuen Produkte zu lernen und die Fokuspunkte meiner zukünftigen Teams rauszuarbeiten. Das ist so cool und toll!

Mittagessen: viel Salat (grüner Salat mit Gurke, Rest Stangensellerie und Karotten) mit Bratkäse, ich glaube, wir schaffen den Gemüsekorb bis Mittwoch abend!

Zwei lustige Begegnungen, wobei, die erste eher nervig:

Mein Handyanbieter (die Verträge der Kinder laufen über mich, meiner natürlich auch): "Hallo, Frau, oh, das ist ein komplizierter Nachname, ich sag den jetzt nicht, sind Sie sicher, dass das richtig ist? Ich rufe an wegen Ihrer drei Verträge, die laufen bald ab." "Nein." "Was, nein?" "Die laufen nicht BALD ab, sondern nächsten Juli, ich melde mich rechtzeitig bei Ihnen." 

Zwei Leute vor der Tür, ich war bereit für "Orrrrrr, ich mach nix an der Haustür", aber dann waren die beiden sehr nett und das wäre wirklich etwas gewesen, wo ich das verstehe, wenn man das vor Ort macht, aber auf unserem Dach hat halt nur eine Solaranlage Platz, das habe ich ihnen auch so gesagt und ihnen den Tipp gegeben, dass bei uns im Weg etwa 30% der Häuser eben schon versorgt sind und es sich lohnen würde, mal nach oben zu gucken.


Jetzt: Wäsche und Pizza, yay.

Sonntag, August 03, 2025

030825

 Naja, not really das Wochenende, das ich mir so vorgestellt hatte, aber gut.

Ich war um viertel nach 8 wach, habe, während die Kaffeemaschine vorheizte, noch einen ganz kurzen Jonnywalk im Pyjama gemacht (ich dachte, das wäre gar nicht soooo auffällig, ich hatte halt Jerseyshorts und eine Kapuzenjacke über dem Oberteil an, ausserdem plante ich eh niemand zu treffen. Prompt kam die Nachbarin, die immer die Katzen hütet raus und fragte als erstes "Hast du geschlafen?" Naja, schon.), dann Kaffee und Internet im Bett, Sportründchen (anstrengend im Moment), mit L. frühstücken und dann ging es auf ins Krankenhaus.

Dem Hübschen geht es soweit besser, ich hoffe sehr, sie halten sich an den Plan, nach dem er morgen heim darf. Er hatte Besuch von einem alten Freund, das war ganrz praktisch, mit dem wollten wir uns den Sommer eh noch treffen, gerne nicht in einem Krankenzimmer, aber naja. Konnten wir auch so alles zurück- und abgeben.

Wir haben es uns dann gemütlich gemacht (wegen seines angewinkelt eingeschienten Arms kann ich mich nicht ins Bett dazusetzen, also sass ich auf einem so mittelbequemen Stuhl.), haben die letzten drei Folgen "Untamed" angeschaut (das ist wirklich eine richtig gute Serie. Ich mag biased sein, Eric Bana könnte mir das Telefonbuch vorlesen und ich würde dahinschmelzen, ausserdem wäre ich ja eigentlich dieses Jahr so gern nach Yosemite backcountry hiking gegangen, und dann Eric Bana hoch zu Pferd, das hat wirklich was.), sind bisschen rumgelaufen (ist bissl limitiert da alles) und gegen fünf bin ich wieder heim. Nachdem der "Chillerteil" des Wochenendes so schon vorgezogen war, war daheim noch einiges zu tun an Wäsche, Bügel, Essen machen und essen (ungeplanterweise sehe ich mich diese Woche dem Gemüsekorb für 4 Erwachsene alleine gegenüber, weil der Hübsche nicht da ist, Q. im Sola und L unterwegs. Naja. Ich habe heute alle Cocktailtomaten, die Hälfte des Stangenselleries und den ganzen Radicchio gegessen. Ausserdem die Aubergine für Baba Ghanoush gebacken.), für morgen und die Woche planen und naja, jetzt bin ich müde. Ich höre ja aktuell bei so Sachen Hörbuch (endlich kann man bei Spotify auch in schneller hören), aktuell "The Knowing" und unabhängig vom Inhalt, der auch schwere Kost ist, ist das nach 3 Serienfolgen dann heute ein Tag mit sehr viel Audio-Input (oder einfach nur Input zum Konsumieren? Ich bin müde.... und werde, glaube ich, nicht wie geplant vor dem Schlafengehen noch "And just like that" schauen (ist eh doof), sondern erst morgen zum Sport wieder.

Ich hoffe, der Hübsche kommt heim morgen, echt jetzt

Samstag, August 02, 2025

020825

 Dann holen wir mal nach, was wir für den August so planen. Ich meine: wäre eh spannend genug gewesen, auch ohne den Ellbogenstunt des Hübschen....

Also:

Wir werden den Hübschen mit gesundem Arm in normaler Grösse wieder aus dem Krankenhaus holen.

Bei der Arbeit werden sie noch länger auf ihn verzichten müssen, dafür wird es Sachen wie Narbenpflege und Ergotherapie geben.

Q. wird dreckig und nass aus dem Sola nach Hause kommen (es ist so viel passiert, ich kann kaum glauben, dass er erst eine Woche weg ist.)

Es werden Geburtstagsgeschenke für ihn eintreffen, wobei ich glaube, dass das coolste Geschenk für ihn ist, dass an dem Tag dann auch Feuerwehrhauptübung ist. (History repeating)

Und dann ist der Bua 20 Jahre alt. Meine Güte.

Nur ein paar Tage später werden wir L. zum Flughafen bringen, bis zur Security begleiten, dann steigt er in den Flieger nach München und dann geht es nach Tokyo. Ich freue mich sehr für L., dass er dieses grossartige Abenteuer erleben wird, ich bin natürlich auch nervös, ich hoffe, dass es nicht zu schwer für ihn zwischendrin wird, dass das Zurückkommen gut wird, ich werde ihn sehr vermissen, naja. Also. Vor allem freue ich mich für ihn und bin erstmal nur wegen Umsteigen in München nervös, das ist wenigstens manageable.

Dann: Q. hat noch frei bis September. Er wird Feuerwehrdinge machen, auf ein Pfadifestival gehen, vllt einen Fernwanderweg machen, diese unglaublich coole Zeit zwischen Matur und Uni geniessen.

Ich werde mich weiter voll in meinen neuen Job werfen, es gibt im August erste Meilensteine zu erreichen, das wird aufregend und anstrengend. Ich werde wohl die ersten Businesstrips klarmachen (zum Start muss ich noch vor Ende September nach Mannheim, wir fangen mal klein an, wa?)

Mal sehen, ob es noch lang genug zu regnen aufhört und wieder richtig warm wird, dass man erstens Lust auf Rheinschwimmen bekommt und zweitens der Pegel zurückgeht und man sicher wieder schwimmen kann. Ich bin sehr froh, dass wir vor dem Urlaub so viel schwimmen waren, der Hübsche kann ja erstmal eh nicht.

Ich hoffe, es klappt, meine zwei kleinen Schwestern zu treffen im August, ich habe hier noch einen RIESENSTAPEL Geburtstagsgeschenke und bei uns allen ist es im Moment nicht leicht, ich glaube, es würde uns gut tun, uns mal wieder richtig in person drücken zu können.

Puh.

Freitag, August 01, 2025

010825

 Mein lieber Hübscher,

es ist fast zehn Uhr abends, ich sitze allein am Küchentisch mit einer halben Flasche ampagner und ... trinke auf deinen Geburtstag, während du frisch operiert in einem Krankenhausbett liegst.

Wie es dazu kam? (Du weisst es eh, aber das wird eins der abstrusen "Wie wir Geburtstage oder Hochzeitstage begehen"-Kapitel für die Zukunft).

Der Teil mit dem Krankenhaus:

letzten Samstag war auf einmal dein einer Ellenbogen dick und heiss und schmerzhaft, auf den du vor 11 Jahren beim Sport gefallen bist, wo dann der Schleimbeutel gerissen war, eine OP geplant war, aber nach 3 Wochen Urlaub alles tutti und halt nicht operiert wurde. Diesmal gab es genau gar keinen Anlass, sehr mysteriös. Am Sonntag war der Ellboggen noch dicker und schmerzhafter auch ohne Berührung, wir sind also in die Notaufnahme der gleichen Klinik gefahren, in der wir damals waren. Es wurde Schleimbeutelentzündung diagnostiziert, mit einem Octenisept Verband und einer Schiene und Schmerzmitteln behandelt und einem Aufgebot für die Handsprechstunde am Dienstag.

Am Montag war nicht nur der Ellenbogen dick, sondern der Arm wie ein Ballon angeschwollen von der Schulter bis zu den Fingerspitzen. Anruf in der Klinik: bitte morgen kommen, heute ist die Ärztin den ganzen Tag im OP (das ist das einzige, das wir hätten anders machen können im Nachhinein: da nochmal auf den Notfall gehen. Hätte es was geändert? Vermutlich nicht, nur im zeitlichen Ablauf). Abends: Fieber

Am Dienstag dann Handsprechstunde, die Diagnose wurde bestätigt, es wurde punktiert und 50mL (?) Grusel abgezogen, ins Labor geschickt und schon mal Antibiotika gestartet, ein Folgetermin für Donnerstag vereinbart. Abends: Fieber

Am Mittwoch wurde es teilweise ein bisschen weniger angeschwollen, aber halt nicht "yay, 24h Antibiotika, das ist der Hammer, was das Zeug kann!", abends Fieber.

Am Donnerstag nochmal Handsprechstunde, Verwunderung über den schleppenden Fortschritt, nochmal punktiert, Verwunderung, wie das überhaupt so krass werden konnte, nochmal Entzündungswerte bestimmt, hm, so weitermachen, Freitag nochmal kommen zum Anschauen vor dem Wochenende (Freitag ist heute und hier Nationalfeiertag, aber ok, auch da werden Termine gemacht).

Abends nur ganz bisschen Fieber, Stimmung im Keller, weil: WIEVIEL SCHEISSE denn noch?

Zwischeneinschub: 

Der Teil mit dem Champagner.

Wie gesagt, heute ist Nationalfeiertag und wie es sich für ein arbeitsames Volk gehört, sind die Bundesfeiern am Vorabend des freien Nationalfeiertages, dann kann man sich an dem freien Tag erholen und am 2. August wieder frisch arbeiten gehen. In Basel gibt es da (noch) ein grandioses Feerwerk, das von zwei Schiffen auf dem Rhein neben der Mittleren Brücke abgefeuert wird. Wir haben uns das schon ein paarmal angeschaut, von einem Rheinschiff, vom Ufer, von der nächsten Brücke. Seitdem mein Arbeitgeber zweimal das höchste Gebäude der Schweiz in Basel gebaut hat, jeweils mit einer Lounge oben drin, gibt es dort oben Bundesfeiern aka Partyabend mit Feuerwerk von oben gucken. Die Tickets sind sehr begehrt, ich schätze, pro Turm dürfen ... 50 Leute rein? Früher durfte man maximal eine Person pro Mitarbeiter mitbringen, mittlerweile bis zu 5,( Eintritt zahlt natürlich jede Person), und die Möglichkeit, solche Tickets zu kaufen, wird verlost. Ich habe schon mehrfach teilgenommen, nie gewonnen, dieses Jahr auch nicht, aber dann ist jemand abgesprungen und wir wurden nachgezogen. Dementsprechend hatten wir gestern abend, in vollem Frust und Verzweiflung noch Tickets für den besten Spot in ganz Basel (incl Käse und FLeischbuffet, das gab einen mittleren, berechtigten Aufschrei bei unseren Ecologicals, weil es keine veganen Optionen gab, und einer Flasche Champagner). Ich war bereit, die Tickets verfallen zu lassen, weil: ist dann halt so, wenn man  es umrechnet, ist das der Gegenwert von einer oder zwei der unzähligen Überstunden, die mir ausgezahlt wurde, aber dr Hübsche machte den coolen Call: komm, wir gehen, dann haben wir eine Ablenkung. Er bot dann auch noch an, mit dem Auto zu fahren, weil er wegen AB und Schmerzmitteln eh nix trinken konnte, damit war der Hin- und Rückweg von jeweils 80 Minuten auf 15 Minuten verkürzt. Der Abend war dann erstaunlich nett, echt schick alles, der Champagner und der Käse sehr lecker, der Blick bombastisch, das Feuerwerk dramatisch und grossartig. Getrübt (neben dem Hulk-Arm) wurde das Ganze dadurch, dass 5 Minuten vor Feuerwerk eine Frau auf der Terrasse einfach umkippte und grosse Sorge und Hektik ausbrach. Aber: neben direkt in der Notaufnahme gibt es wohl keinen besseren Platz zum Umkippen als on top of einem Big Pharma-Unternehmen, wo erstens ein Grossteil der Feiernden einen medizinischen Background hat und alle Mitarbeiter in Notfallprozeduren geschult sind und binnen weniger Minuten zwei Sanitäter der Berufsfeuerwehr vor Ort waren und während Raketen glitzerten udn funkelten, die Frau versorgten. (Es war dann gsd nur "kreislauf" und sie liessen sie sogar bleiben.). Ich bin halt auch eine halbwegs vernünftige Person und habe nicht den gesamten Champagner ausgetrunken, sondern wir sind mit einer halbwegs wieder verkorkten mehr als halbvollen Flasche nach Hause gegangen. Da gab es dann Geburtstagsbescherung, einen Minischluck zum Anstossen, Schwätzchen mit L., und dann waren wir erst um halb zwei im Bett.

So kam also die offene halbe Flasche Champagner in den Kühlschrank.


Heute morgen dann nach Geburtstagstiramisu zum Frühstück Aufbruch in die Klinik. Heute war eine andere Ärztin da, die die ganze Situation trotz weiterer Verbesserung (es ist soweit, dass Markierungen mit Edding aufgemalt wurden, um zu sehen, in welche Richtung sich die Rötung entwickelt) eher skeptisch betrachtete. Es wurde punktiert, markiert, neu und superst verbunden, eine passende Schiene rausgesucht, ein Termin für Montag superfrüh und nüchtern ("Und wenn da keine Wunderheilung eingetreten ist, dann operieren wir das. Und wenn Sie am Wochenende Fieber bekommen, dann heisst das Sepsis und Sie müssen SOFORT kommen") abgemacht. Während noch Blut für Entzündungswerte abgenommen wurde, besprach sie sich mit einer Kollegin und es gab einen Entscheid, das nicht mehr rauszuzögern, sondern direkt zu operieren (also: sobald das Frühstückstiramisu verdaut wäre, also nachmittags). Das war erst ein Bummer, aber dann passierten zwei Sachen: der Hübsche und ich kippten in den "Soldiering Through"-Modus. Da ist glasklar, was passieren muss, es gibt keine Alternative, die Prioritäten sind glasklar, man macht einfach. In dem Fall: Liste für Krankenhausköfferchen, Termine für die nächste Woche absagen (oder einen Reminder schreiben für "das am Montag morgen machen", weil es ist ja am Feiertag keiner da), den Kindern Bescheid sagen, dann ist das halt so. Und zweitens die Erkenntnis: das ist zwar richtig scheisse, den Geburtstag im Krankenhaus zu verbringen. Aber: das Wochenende mit Schmerzen, der Furcht vor Fieber (sind wir ehrlich: das Fieber war die ganze Zeit da.) und der Aussicht auf eine OP am Montag zu verbringen, das wäre noch beschissener.

Also: ich bin, sobald der Hübsche in sein Zimmer gezogen war, wieder heim, habe das Köfferchen gepackt, L. und Q. Bescheid gesagt und dann den Hübschen mit seinem Zeug versorgt und ihm Gesellschaft geleistet, bis er abgeholt wurde.

Die OP lief gut, Feedback der Ärztin: eigentlich wollte sie nur spülen, etwaiges nekrotisches Gewebe entfernen, Drainage rein, fertig. Tatsächlich aber war "der Schleimbeutel total zerfetzt und alles nekrotisch", also kam der ganze Grusel raus, gespült, Drainage, AB IV, sicher bis Montag bleiben, 3 Wochen AU. Puh. (Für mich als Laiin klingt das .... wie wenn der 2014 gerissene Schleimbeutel da gemütlich 11 Jahre vor sich hin gefault hätte, bis er am Samstag beschlossen hat: so, fertig, mir langts.)

Krasser Shit, ehrlich.

Nun ja. (Damit nicht genug, ist Deine Mutter heute das erste Mal richtig verloren gegangen und vom Pflegeheim als missing gemeldet worden. Wie gut, dass du schon wach warst und deinen Bruder zum Tracker Standort mitten in München lotsen konntest und sie am Telefon an Ort und Stelle halten.)

All das hat zum Teil länger gärenden Gedanken und Entscheidungen in die vorderen Regionen des Gehirns gespült und es wird sich wohl in den nächsten Wochen und Monaten einiges ändern (müssen). Das ist nicht immer schön, aber es ist ok. Und wie immer: wir machen all das zusammen und zusammen schaffen wir das.

So. Der Champagner ist leer, das Geburtstagsbild wurde ja heute morgen noch geschossen, kommt aber erst, wenn du wieder zurück bist, ich bin müde und erschöpft und trotz allem froh und dankbar für alles. Wäre jetzt bereit für ein bisschen subtilere Hinweise und altersangemessene Schlagzahl. (Das kam ja noch dazu: erste Woche nach dem Urlaub, erste volle Woche Vollgas im neuen Job, das war alles ein bisschen arg viel Extreme)

Ich hoffe, du hast eine halbwegs okaye Nacht, morgen bringe ich Frühstückstiramisu!