Mittwoch, November 28, 2012

Ausgezwitschert

So. Ich habs wirklich versucht, aber ich werde hiermit mein Twitter-Experiment beenden.
Ich hatte ja von Anfang an Bedenken, dass ich mich nicht in 140 Zeichen ausdrücken kann und so ist es auch. Beziehungsweise: ich könnte schon, aber ich will nicht. Ich habe es echt satt, dass mir was twitternswertes einfällt, ich dann lostippe, dann ungefähr 328 Zeichen zu viel habe, dann anfangen muss, zusammenzustreichen und zu kürzen, bis es kurz genug, aber überhaupt nicht mehr witzig ist. Ich schreibe lieber ausufernd, in verschachtelten Sätzen und so lang und ausführlich, wie meine Gehirnwindungen nun mal sind.
So, dass war mein Problem mit MEINEN Tweets.
Dann ist aber Twitter natürlich sozial und interaktiv, d.h. ich habe mir eine (gar nicht soooooo) umfangreiche Timeline zusammengebaut. Und die schreibt. Und schreibt. Und ich lese ja nun wirklich schnell und gern und viel, aber eben halt: nicht 24/7 auf Twitter. Und dann ist es natürlich so, wenn ich morgens und abends (und manchmal in der Mittagspause in meine TL schaue, dann läuft die über. Mit unendlich ausfühlichen Diskussionen über die kleinen und grösseren Problemchen des Alltags, mit Linktipps, mit Retweets und alles, aber auch alles ist schon mehr oder weniger vorbei, weil es ja vor 3,4,6, 8 10 Stunden geschrieben wurde. Und ich hample hinterher und lese alles, weil: ich kann ja immer nur entweder ganz oder gar nicht und vielleicht, vielleicht ist ja wirklich mal was interessantes dabei oder ein wunderbarer Spruch oder so, und ausserdem will ich ja mitreden können und nichts verpassen, und so lese ich und lese und ganz ehrlich, auch wenn ich jetzt Gefahr laufe, meine gesamte Timeline zu beleidigen, 90% der Tweets interessieren mich einfach nicht. Ich war noch nie ein grosser Chatnutzer, meine Forenzeit ist eigentlich auch vorbei, ich habe, glaube ich, einfach kein Interesse (mehr?) an diesem direkten Austausch. Dauerbeschallung habe ich hier zu Hause mehr oder weniger die ganze Zeit, von mindestens zwei Seiten, da muss ich das nicht auch noch virtuell haben.
Ich werde also weiterhin all Ihre Blogeinträge lesen, ich bleibe auch auf Instagram erhalten, ich freue mich, dass ich dank Twitter "Homeland" entdeckt habe, ich habe alle Leute in meiner Timeline nach wie vor gern, ich interessiere mich nach wie vor für sie, ich muss nur nicht andauernd direkt in ihrem Wohnzimmer sitzen. Und weil ich eben nur ganz oder gar nicht kann, und niemanden beleidigen möchte, indem ich ihn "entfolge", beleidige ich eben alle aufs Mal mache ich hiermit also einfach Schluss mit Twittern.

Service. Oder so.

Ach ja, Elektrogeräte haben es bei uns einfach nicht so leicht, dieses Jahr. Allerdings haben wir den Trockner ja noch nicht mal ein Jahr und so habe ich relativ entspannt reagiert, als sich das Flusensieb in seine Einzelteile zerlegt hat. Ich habe also bei der Servicehotline angerufen, mich dreimal aus der Leitung werfen lassen, dann mein Anliegen geschildert, beim Weiterleiten an das Ersatzteillager bin ich wieder aus der Leitung geflogen, beim folgenden Anruf aber, da hat der Servicemitarbeitder högschtpersönlich das Ersatzflusensieb für mich organisiert "In spätestens 5 Werktagen ist es da."
Zwei Wochen später hielt das alte Flusensieb nicht mal mehr mit Geduld und Spucke zusammen, das neue war imer noch nicht in Sicht. Also wieder: Hotline. Dreimal rausfliegen, dann wieder alle Nummern runterbeten, nein, da ist überhaupt kein Auftrag erfasst. Wieder genau erklärt, WELCHES Flusensieb kaputt ist ("Das in der Tür, oder?" "Nein, dieser Trockner hat keines IN der Tür, es ist unter der Tür." "Eben, sag ich ja, in der Tür" "Nein, ach, egal, schicken Sie mir das, das zu dem Trockner gehört"), "In spätestens 10 Tagen ist es da" (Warum dauert es auf einmal länger? Keine Ahnung). Egal, heute, nach nur vier Tagen ist es da, allerdings ist eine Rechnung über 43.80CHF dabei, die ich natürlich nicht bezahlen werde, weil: Garantie!  Zum anderen ist es aber kaputt, so dass ich es nicht mal bezahlen würde, wenn es keine Garantie mehr wäre und so werde ich morgen mal wieder bei der Hotline anrufen (vielleicht sollte ich heute abend schon mal anfangen, dann könnte ich das dreimal rausfliegen morgen dann vielleicht überspringen und gleich mit den Nummern anfangen.....)
tbc...

Sonntag, November 25, 2012

Schnippdedischnapp

Mind the Gap by Prozac74
Mind the Gap, a photo by Prozac74 on Flickr.

 Wie man auf dem Foto oben unschwer erkennen kann, ist endlich, endlich, endlich Little Q.s Doppelschneidezahn ausgefallen. Endlich nicht deswegen, weil ich unbedingt ein Normkind mit nur zwei grossen Schneidezähnen haben muss, nein, endlich deswegen, weil der Zahn seit fast einenm Jahr gewackelt hat und Little Q.s Essverhalten schon sehr beeinflusst hat. Jetzt ist er also raus, Q. ist stolz wie Bolle und lispelt herzallerliebst. Jetzt hoffe ich, dass der nächste Zahn bald einsatzbereit ist, weil mit so einer Riesenlücke ist Essen natürlich auch nix.

Ansonsten sind alle Männer im Haus hier erkältet, d.h. haben v.a. allem einen fiesen Husten. Little L. hat angefangen und nachdem er diese Woche ganz durchgehustet hat, waren wir am Freitag nochmal kurz beim Kinderarztcheck. Fazit: Herz gut, Lunge gut, Lymphknoten gut, Ohren gut, Hals gut, alles super, Husten halt und hören Sie auf Ihr Bauchgefühl, das merkt man schon, wenn da was schlimm wäre. (ich hab dann zugegeben, dass bei Little L. mein Bauchgefühl dank Lungenentzündung und Herzflattern ziemlich unzuverlässig wäre, und deswegen habe ich nochmal messbare Fakten bekommen, an denen man feststellt, dass ein Kind nicht nur "Husten halt", sondern was schlimmeres hat.)
Gibt es also Hustensirup für alle (wenn man in der Pharmaindustrie arbeitet, sind Wirkstoffe ein bisschen wie alte Bekannte: "Ach, Dextromethorphan, dich kenn ich auch, Hab ich selber zwar noch nicht gemacht, aber ich kenne die Löcher im Boden bei uns im Bau, wo die Kessel standen, in denen du lange,  lange produziert wurdest."), gestern haben wir nicht nur den Schwimmkurs geschwänzt, sondern Little Q. auch von der Pfadi-Nachtübung abgemeldet und uns einen gemütlichen Tag daheim gemacht.
zB haben wir mit der Plätzchenbäckerei angefangen (und ja, das ist hier natürlich das Logikloch, weil: Plätzchenbacken mit Kindern und gemütlich, das sind zwei Sachen, die immer noch nicht zusammen gehen).
Aber was soll ich sagen: es ging viel besser als auch schon und heute werden wir dann mal wieder tief in den Farb- und Glitzertopf greifen und die langweiligen Mailänderli pimpen. Ausserdem gibt es Schokokekse mit Toffeecreme aus der "Lecker Christmas", die mich allerdings ein wenig enttäuschen: die Toffeecreme hat sich bei mir in Karamellglibber und Fett (viel Fett) getrennt, liess sich aber durch exzessives Aufschlagen halbwegs homogenisieren. Allerdings ist sie so süss (und fett), dass man sie fast nicht probieren kann. Ich habe also ordentlich gehackte Salzerdnüsse drunter gerührt, noch ein bisschen Fleur de Sel auf  auf die Schokoglausr drauf, und schon gehts. Ausserdem gibt es noch Minzblättchen aus einer alten Brigittebeilage, die sind sogar ohne Glasur schon sehr lecker.

Wo wir grad bei lecker sind: am Freitag abend war unsere ganze Gruppe von unserem ChefChef zum Abendessen in die Burgschenke Rötteln eingeladen und abgesehen davon, dass das Essen dort echt richtigrichtig lecker ist, habe ich wieder mal festgestellt, dass ich genau da bin, wo ich hinmöchte. Ich fühle mich nicht nur in der Firmal an sich extrem wohl, die Arbeit gefällt mir echt richtig gut, und eben auch im direkten Umfeld fühle ich mich gut aufgehoben. Hach.

Little L. ist im Moment ein bisschen...naja, drei halt. Auf der einen Seite ist er schon so gross und vernünftig (bei der Vorlesenacht in der Schule sass er ganz brav unter den Schülern und hat zugehört), auf der anderen Seite ist er halt immer noch ein kleines Trotzbinkerl und so habe ich auf dem Heimweg von eben dieser Vorlesenacht 17kg wütendes und tretendes Kind unter dem Arm nach Hause geschleppt, weil ich von ihm verlangt habe, dass er eine Jacke trägt. Aber eben, was solls. Das schlimmste Schimpfwort, was ihm einfällt, ist "Mami, du bist ein Blödmann und ich binnicht mehr dein Freund", aber das ist alles nicht von Dauer. ;-).
Morgens wacht er zuverlässig um sechs (plus minus eine halbe Stunde) auf und will dann, dass ich sofort mit ihm auch aufwache und aufstehe und "Mami, können wir jetzt bitte sofort runtergehen und Kaffee machen und vorlesen und aufstehen?" 

So, genug geschwatzt, der Hefezopf ist fertig (der Hübsche hat eigenmächtig "Vollwertzopfmehl" gekauft, mal sehen, ob das Experiment geglückt ist, und ausserdem warten noch ungefähr 350 Plätzchen darauf, bemalt zu werden. (und ein Fotobuch darauf, gestaltet zu werden)

Mittwoch, November 21, 2012

Morsche Knochen

Ich werd alt, langsam aber sicher.
Nachdem ich letztens erst noch milde lächelnd einem Mitarbeiter gelauscht habe, der mir erzählt hat, dass er mit seinem künstlichen Schultergelenk das Wetter vorhersagen kann, kann ich seit gestern mal wieder links fast nicht auftreten. Da habe ich mir nämlich in grauer Vorzeit beim Trampolinspringen sämtliche Bänder so angerissen, dass eine OP nicht angezeigt war, sondern langsame schmerzhaftes Ausheilen mit stinkigem Tape-Verband. War damals eh witzig: meine kleinen Schwestern waren leichtathletisch und handballerisch unterwegs und haben sich da alle Naselang beim Laufen die Beine gebrochen die tollsten Sportverletzungen zugezogen: Kreuzbandriss, sonstige Risse, Ermüdungsbrüche, Finger-, Nasenbein- und Wangenknochenbruch, Schulter verrenkt, naja, alles sehr schmerzhafte und langwierige Sachen. Aber: Leichtathletik, das ist ja nicht gefährlich.

Als ich aber verkündete, dass ich Laufenspringenwerfen doof fände und zum Trampolinspringen gehen wolle (damals hatte ja nicht HinzundKunz ein Riesending im Vorgarten stehen), da wurde mit „ne, das ist viel zu gefährlich“ sofort abgewiegelt und erst nach ausführlicher Rücksprache mit dem Trainer durfte ich dann doch.

Dass ich mir dann mehreren unfallfreien Jahren bei einer missglückten Landung (Salto a, also gestreckt rückwärts, ging soweit eigentlich gut, nur bin ich links eben nicht auf der Fussfläche, sondern auf der Aussenkante gelandet) eben die Sprunggelenksbänder angerissen habe, das war ja „so klar, und jetzt hast Du auch eingesehen, dass das eine Schnapsidee war, oder?“.

Hatte ich nicht und so habe ich weitertrainiert und mir dann wieder erst Jahre später bei einer etwas spektakuläreren Bruchlandung nach einem missglückten 1 ¾ Salto vorwärts zwei Wirbelfortsätze angebrochen. Klingt dramatischer, als es war: ich dachte zwar kurzfristig, ich wäre tot, war ich aber nicht, alles war noch dran, ich habe dann die letzten anderthalb Stunden noch weiter trainiert, bin dann noch auf eine Geburtstagsparty und erst am nächsten Morgen konnte ich kaum aufstehen. Am Montag danach habe ich dem Orthopäden an einem Wirbelsäulenmodell demonstriert, was passiert ist, und das dabei zerstört. Am realen Objekt war es dann eben nicht so wild, für angebrochene Wirbelfortsätze gibt es „Wärme und Strom“, sowie zwei Wochen Sportverbot. Und ja, danach hatte ich dann beim Trampolinspringen nicht nur gerne mal Rückenweh, nein, ich hatte auch Angst und das ist so ziemlich das Hinderlichste (neben keiner Beckenbodenmuskulatur) dabei.... schade, eigentlich.

Seitdem bin ich bei Dehnübungen, wo man sich so nach vorne zusammenfalten muss, nicht mehr ganz so gut dabei, mein linkes Fussgelenk knackst schön, wenn ich den Fuss gegen den Uhrzeigersinn drehe und vielleicht kann ich jetzt auch Wetter damit vorhersagen.

Also, wenn es morgen oder so Wetter gibt, ich habs Ihnen gesagt!

Dienstag, November 20, 2012

Urlaubspläne 2013

Tja, beziehungsweise: keine. Und das macht mich als alten Kontrollfreak natürlich högscht nervös.

Während wir noch während unseres Elbaurlaubs 2010 beim Füsseverbrennen auf der heissen Terrasse ganz spontan beschlossen haben, im nächsten Jahr an die Nordsee zu fahren und wenige Monate danach, als „Sunrise Avenue“ „Hollywood Hills“ rausbrachte, den Urlaub nach Dänemark bei unseren Freunden in San Diego zu verbringen, sind wir dieses Jahr..... also für nächstes Jahr erstaunlich planlos.

Ich habe schon den neuen Vamos-Katalog bestellt, aber nachdem wir ja keine Kinderbetreuung wollen und eigentlich auch keine Hotels, ist der auch nicht so richtig ergiebig.

Deswegen dachte ich, ich stelle mal eine Liste (Listen. Immer gut) unser Vorlieben und Abneigungen zusammen und dann findet sich unter meinen grossartigen Lesern schon jemand, der die ultimative Idee hat.

Also:

  • Wir sind vier, zwei Eltern, zwei Kinder (nächsten Sommer 4 und knapp noch nicht 8).
  • Wir suchen ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung, kein Hotel und definitiv kein Camping.
  • Wir hätten wenn möglich einen familienfreundlichen Strand (also keine Felsklippen ;-)) in Laufreichweite.
  • Little L. ist noch ein Warmbader, d.h. Wassertemperaturen >20°C und Wellen unterhalb von 2-3 m ;-) wären gut.
  • Und klar, wir hätten gerne zwei Wochen Sonne, leichten Wind, nicht zu heiss und drückend, aber schon bittedanke T-Shirt-Wetter ;-)
  • Wenn es neben dem perfekten Strand noch ein bischen was drumrum gäbe, wäre super. Wir sind da felxibel: Burgen, Ruinen, Römersachen, Altstadt, Berge, Staudamm, irgendwas. (Stranddisco muss zB nicht).
  • Wir hätten gerne was in Autoreichweite von uns aus (aus deutscher Warte ganz links unten, aus schweizer Warte rechts oben), d.h. im Umkreis von maximal 800-1000km (auf italienischen Autobahnen dementsprechen weniger ;-))
  • Elba muss nicht nochmal sein (also: war toll, sogar zweimal, aber eben: so gross ist die Insel dann auch nicht ;-))
  • Als Ideen hatten wir bisher: Korsika, Sardinien (wo?), Ostsee (wo?), Südfrankreich (wo?), nördlicheres Italien (Cinque Terre?), oder was ganz anderes, dann doch mit Flugzeug (Griechenland, wo? Sind die nicht pleite?)
  • Reisezeit: dank Schul- und Krippenferien sind wir an die Schweizer Schulferienzeit Ende Juli/Anfang August gebunden
Ideen, anyone? Irgendwas, was das oben zusammenbringt oder eben was ganz anderes (nur: Camping nicht. Nie.)? Ich vertraue da jetzt mal ganz auf Sie und freue mich auf Tipps für Regionen oder auch ganz konkrete Unterkunftstipps! Dickes Danke schon mal.

Freitag, November 16, 2012

Advent, Advent

Meine Lieben, ich bin überwältigt von der Kommentarflut zu meinem letzten Post. Schon während des Schreibens bzw. während des schon vorher drüber Nachdenkens dachte ich mir: sowas loswerden können, sowas so schreiben, wie ich das gerne mache, deswegen bin ich so froh, mein Blog zu haben. Und ja, Ihre Kommentare bestätigen mich da dann sehr darin. Danke (Auch fürs Verlinken etc., gestern wurde mit fast 9000 Zugriffen ein neuer Besucherrekord aufgestellt!)

Also, jetzt aber: ich wollte das schon eher losgeworden sein, aber ich war auf einem dreitägigen Seminar und dann abends immer so platt, dass es für nicht mehr viel gereicht hat. Heute (mein ja eigentlich FREIER Freitag ging dafür drauf, danke an den Hübschen fürs Einspringen bei allem, was ich so an enem Freitag mache) war aber letzter Tag, ich wüsste jetzt dann eigentlich auch über sicherheitsrelevante EMSR-Sachen Bescheid, wenn ich nicht kurz vor Schluss wieder einen Hautfitzel-Incident gehabt hätte (ich hatte vorher netterweise noch ein Aspirin genommen, weil ich solche Kopfschmerzen hatte, also: praktisch keine Gerinnung = Blutbad galore ;-)) und aufs Klo geflüchtet wäre, und habe jetzt wieder Zeit für anderes.

zB dafür, Ihnen den schon lange fertigen und bestückten Adventskalender für Little Q. zu zeigen. Wie gesagt boykottieren wir ja dieses Jahr den Lego-Starwars-Kalender, es gibt aber konsequenterweise trotzdem einen Kalender mit Lego Starwars.
Passenderweise gibt es seit gestern abend bei Kunterbuntdesign einen Inthehoop-Adventskalender von Maki, den ich mit Star-Wars-Farben nicht ganz so weihnachtlich interpretiert habe ;-). Ich hatte also 24 unterschiedlich grosse nummerierte Filzstiefelchen.
Der Hübsche und ich haben dann die 4500 Teile des entsprechende Raumschiff nach der Ansleitung in 78 Häufchen sortiert und die dann der Reihenfolgen entsprechend auf die Socken verteilt. Ich hoffe schwer, dass wir uns nicht vertan haben!


Eigentlich wollte ich die Säckchen dann an einen Styroportodesstern hängen, aber dazu kams jetzt halt irgendwie doch nicht und so hängen sie an einem mit schwarzem Satin überzogenen Styroporbrett und warten auf ihren Einsatz!

Wer nicht ganz so themengebunden ist, kann natürlich die Zahlen mit Stoffschätzchen ein wenig abwechslungsreicher gestalten. (ich habe übrigens die Stiefel oben mit der Zackenschere abgeschnitten, so dass das umgekrempelte Teil eben zackig ist, sieht sehr nett aus, erkennt man auf dem Foto aber nicht.)

So, und jetzt geh ich in die Badewanne, mein vom drei Tage langen auf unbequemen Stühlen mehr oder weniger bewegungslos Rumlümmeln verspanntes Kreuz einweichen.

Mittwoch, November 14, 2012

Ein Prosit auf die Populärwissenschaft

Seit gestern oder vorgestern geistert eine Art Artikel durch "meine Ecke vom Internet", der so ziemlich alles widerspiegelt, was mir als Naturwissenschaftlerin die Fussnägel hochbiegt und den Schlaf raubt (gestern. ohne Witz), dass ich das hier loswerden muss. Für meine Seelenfrieden, für meine Chemikerehre, für meinen Nachtschlaf.

Es geht um dieses Machwerk zum Thema "Alkohol im Essen", in dem Jana Zeh (Google spuckt zu ihrem Namen ganz weit vorne einen anderen Artikel zu einer ähnlich weltbewegenden Thematik aus) sich von "Hobbykoch und Lebensmittelexperte" Ludger Fischer ("arbeitet hauptberuflich als Politikberater in Brüssel") erklären lässt, warum Alkohol im Essen nicht verkocht.
Ich weiss ehrlich gesagt gar nicht, wo ich anfangen soll. Am besten vorne. Allein der Satz "Tatsächlich beginnt reiner Alkohol schon bei einer Temperatur ab 78 Grad Celsius zu verdunsten." bringt den Chemiker und Physiker zum Weinen. Abgesehen, dass "beginnt zu verdunsten" kein definierter Begriff ist, ist es auch nicht wahr. 100%iges Ethanol, also eben reiner Alkohol hat bei Normaldruck einen Siedepunkt von 78.3°C, "zu verdunsten" beginnt er schon bei viel niedrigeren Temperaturen, wie zB auch Wasser, das bei 100°C siedet, aber eben auch schon vorher "verdunstet".

Weiter geht es aber mit der Aussage " Die alkoholischen Getränke, die beim Kochen verwendet werden, haben aber oftmals einen hohen Anteil an Wasser. Dieses verhindert, dass sich der Großteil des Alkohols bereits bei dieser Temperatur verflüchtigt" Äh.........nein. Wasser und Ethanol bilden ein Azeotrop,das sich grob aus 96% Ethanol und 4% Wasser zusammensetzt und diese Mischung hat einen gemeinsamen Siedepunkt von 78.15°C, d.h.wenn meine Suppe/Sosse, was auch immer, die Temperatur von 78.15°C erreicht hat,besteht der Dampf nicht aus reinem Alkohol, sondern aus eben der 96/4-Mischung Alkohol/Wasser. Das ist blöd für Leute, die gerne 100% Alkohol gewinnen möchten, das ist nämlich nicht so leicht, beim Verkochen von Alkohol stört das aber überhaupt nicht. Geht halt noch ein bisschen Wasser mit aus der Sosse, wen stört das schon....
Weiter im Text:
"Dazu kommen die verschiedenen Inhaltsstoffe im Essen. Das Fett beispielsweise in Soßen oder Suppen hält zusätzlich die Alkoholmoleküle vom Verdunsten ab." Äääähm, nein. Ich könnte jetzt mit dem Nernstschen Verteilungskoeffizienten oder dem Grundsatz "Similia similibus solvuntur" (=Gleiches löst sich in gleichem) kommen, aber lassen Sie es mich kurz fassen: nein. Auch wenn ich Fett auf der Suppe habe, auch wenn ich eine deckende Fettschicht auf der Sosse habe, sobald die Sosse blubbert (=siedet), ist die physikalische Barriere, die die Fettschicht vielleicht auf der Sosse bildet (vielleicht haben sie das gemeint?), durchbrochen und der Alkohol (oder, wenn das Herrn Fischer glücklich macht, das Azeotrop) raus.

Und kurz vor Schluss kommt mein Lieblingsabsatz in dem Artikel: "Eine mit einem alkoholischen Getränk versetzte Flüssigkeit, die eine halbe Stunde gesiedet hat, enthält immer noch 35 Prozent des ursprünglichen Alkoholgehalts, nach zweieinhalbstündigem Sieden sind immer noch fünf Prozent des Alkohols nachweisbar. Das haben Forscher der Universität von Idaho (USA) in Studien nachweisen können. Alkohol in Getränken verträgt eben doch viel mehr Hitze als gedacht."
Also: ich hoffe schwer, dass die "Forscher der Universität von Idaho" das alles ein bisschen genauer unterusucht haben, weil so ist das ja nicht haltbar: wieviel Alkohol, wieviel Flüssigkeit, wie gross die Heizfläche/Verdunstungsfläche? Es ist ja wohl ein Unterschied, ob ich ein Glas Rotwein in einen 1000L Kessel giesse und dann zweieinhalb Stunden koche oder ob ich das in einem 1L Kochtopf mache. Da wäre mir nämlich nach zweieinhalb Stunden Sieden höchstwahrscheinlich nicht nur der gesamte Alkohol, sondern dazu auch noch alles Wasser verdunstet und der Topf würde in sanfter Rotglut vor sich hinleuchten.

Nun denn, damit das hier aber nicht ganz so trocken naturwissenschaftlich bleibt, würde ich jetzt einfach gerne mal die Annahme "zweieinhalb Stunden Sieden lässt 5% des ursprünglich zugegebenen Alkohols drin" am Beispiel meiner Bolognesesauce vorrechnen:

Also, für uns vier mache ich Bolognesesauce aus 500g Hackfleisch (und da bleibt dann auch noch was für den nächsten Tag über, aber jetzt machen wir mal eine grobe Abschätzung , da tuts das) und da kommt ein kleines Glas Rotwein rein (auch nochmehr, aber das ist ja jetzt wurscht). Sagen wir der Einfachheit halber: 100mL, die haben (wieder der Einfachheit halber) 10% Alkohol, das sind dann in dem ganzen Topf Sauce 10mL reiner Alkohol. Jetzt lasse ich das 2.5 Stunden vor sich hin schmurgeln und glaube mal den Forschern aus Idaho und sage: danach sind noch 5% vom Alkohol drin. Das sind dann 0.5 mL reiner Alkohol in meinem Topf Spaghettisauce. Jetzt machen wir wieder eine grobe Näherung und sagen, wir vier haben alle einen Riesenhunger und essen jeder ein Viertel der Sosse. Das sind dann 0.125 mL reiner Alkohol pro Nase. In einem 0.2L Glas handelsüblichem Apfelsaft darf ungefähr fünfmal so drin sein......

Und noch ganz kurz zum Thema "rausschmecken": wenn ich nicht wollte, dass die Sosse anders schmeckt als ohne den Wein, ja, dann würde ich ihn gar nicht erst reinschütten ;-).

In diesem Sinne: cheers (und ich hab jetzt einen Riesenjieper auf Spaghetti Bolo....)!