Montag, Mai 15, 2017

Die heutige Jugend...

Ich weiss ja nicht, wie das bei Ihnen so ist, aber ich habe früher sehr gerne die klassischen Klingel- und Telefonstreiche gemacht.
Klingelstreiche haben wir gerne bei Nachbarn, die wir creepy fanden oder deren Kinder wir doof fanden oder von denen unsere Eltern gesagt haben, dass die keine Kinder mögen würden,  gemacht.
Wir (meine Schwestern und unsere Freunde aus der Siedlung. Wir sind alle zusammen in den Kindergarten und später in die Grundschule gegangen, danach dann auf verschiedene Schulen, aber draussen auf der Strasse haben wir uns immer noch zu stundenlangen Völkerballspielen, Räuber und Gendarm oder "Luppard", das Spiel haben wir uns selber ausgedacht, getroffen) sind meist auf Rollschuhen geduckt unter den Küchenfenstern vorbei zur Klingel gerollt, haben gedrückt und sind schnell abgehauen, meist hinter die nächste Garagenecke, um zu schauen, ob jemand kommt. Manchmal haben wir auch einen kleinen Zweig in den Klingelknopf geklemmt, damit es dauerklingelt. Manchmal (also: fast immer) sind wir erwischt worden und entweder direkt ausgeschimpft oder aber via Anruf bei den Eltern dann von denen ausgeschimpft worden. Wir wussten natürlich, dass das verboten ist, aber das Adrenalin und das aufgeregte Kichern hinter der Ecke, das war es absolut wert.

Die Telefonstreiche haben wir ein bisschen professioneller aufgezogen: wir hatten in der Schule ein Münzetelefon im Keller bei der Turnhalle und wenn wir Nachmittagsunterricht hatten, haben wir dort oft die ganze Mittagspause verbracht. Wir haben unser Mittagessengeld sogar so ausgegeben, dass wir die maximale Menge an Zehnerl rausgekriegt haben für maximalen Telefonspass. Wir haben uns aus dem Telefonbuch die lustigsten Namen rausgesucht (Eierbein, Wurzelmann, sowas), dann dort angerufen und mit total seriöser Stimme (wir waren so zwischen 11 und 14, also ... naja, bestimmt glaubhaft) unser Anliegen vorgebracht. Wir hatten zwei Standardtexte:
- einmal "Metzgerei Löchle" ("Grüss Gott, Frau Eierbein, hier ist Maria Obermeier von der Metzgerei Löchle. Ich soll ausrichten, dass wir die Fleischpflanzerlplatte und das Spanferkel jetzt doch erst um halb zwei anstatt um eins vorbeibringen können.") 
und einmal den "Versuchstierversand Speedy Gonzalez" ("Grüss Gott, Herr Wurzelmann, da ist Miriam Schulz von der Versuchstierhandlung Speedy Gonzalez. Ich soll nachfragen, ob es sehr schlimm ist, wenn es nur 532 weisse Mäuse sind anstatt der bestellten 535. Wenn ja, könnten wir stattdessen noch ein paar Ratten nachschicken, aber die Mauselieferung ist schon unterwegs.")

Manchmal haben wir es ohne Kichern bis zum Ende des Sermons geschafft, manchmal haben wir sogar mit verwirrten Menschen (wir haben uns gewünscht, sie wären verwirrt und durcheinander, in Wirklichkeit haben sie vermutlich nur mitgespielt) diskutiert und fiktive Bestellnummern zitiert und irgendwann konnte dann einer der 5, 6 Leute in der kleinen Telefonzelle nicht mehr und wir haben uns ausgeschüttet vor Lachen.

Jajajaja, alles mittelwitzig, aber wir haben es immerhin versucht! Als ich am Sonntag bei offenem Küchenfenster (ich bin ja immer noch auf Blumenwache, die erste Schwertlilie blüht!) mit bester Aussicht auf den Weg mit Little L. zusammen Sachen für Tacos schnippelte kam auf einmal eine lautstark diskutierende Dreiergruppe von Kindern angestiefelt. Ich ging innerlich auf Habachtstellung, aber anstatt wie erwartet eine Arschbombe ins Blumenbeet zu machen, gingen sie zr Haustür, diskutierten (vor dem offenen Küchenfenster, aus dem Little L. und ich interessiert zuschauten) lautstark: "Mach Du!" "Nein, Du!", "Okay, dann aber schnell rennen!" und während Little L. und ich schon amüsiert lächelnd zur Tür gingen, traute sich dann doch eine. Just in dem Moment des Klingelns öffnete ich die Tür, drei panische Gesichter starrten mich an, zwei Knirpse nahmen Reissaus und die dritte stand wie angewurzelt vor mir. Ich meinte ganz freundlich: "Du, bei einem Klingelstreich würde ich das nächste Mal schauen, ob das Fenster offen ist und jemand dahinter steht. Oder von der anderen Seite anschleichen. Und überhaupt: nicht so lang und so laut diskutieren." Diese kleine Rede reichte, damit sich in dem Kopf des Mädchens so etwas wie eine nahezu schlagfertige Anwort formte: "Ja, also, Little L., das Mädchen da vorne, die so schnell weggelaufen ist, die hat gesagt, Du wärst ihre Cousine." Diese Antwort war so nah an absurdem Theater (habe ich erwähnt, dass wir in der Schultheatergruppe mal "Die kahle Sängerin" aufgeführt haben? Ganz grosses Kino!), dass Little L. und ich in haltloses Gelächter ausbrachen und ich fürchte, so schnell gibt es bei uns keinen Klingelstreich mehr.

Samstag, Mai 13, 2017

Integration

Heute morgen haben wir (bei strahlendem Sonnenschein und ungefähr 1000Grad) unseren Gemeinschaftssinn unter Beweis gestellt und uns wie immer am halbjährlichen Putzmorgen bei uns in der Überbauung beteiligt. Die Kinder haben mit so Müllgrabschern Fitzel ("Fötzeli", wie man hier sagt) und Zigarettenkippen und anderen Abfall eingesammelt, ich war bei Unkrautbeseitigen auf den Gemeinschaftsparkplätzen und der Hübsche hat den Containerraum geputzt. Wir haben da zwar nie so richtig unendlich viel Lust drauf, aber an sich ist es in anderthalb, zwei Stunden erledigt, man schwatzt dabei mit den Nachbarn und die Kinder machen auch was gemeinsam.


Am Nachmittag sind wir dann auf die muba gefahren,






 das ist die "Mustermesse Basel", ein jährliches Event, das mich so unglaublich begeistert, dass wir in den 15 Jahren, die wir hier sind, heute zum dritten Mal dort waren. Und auch nur, weil ich gestern rausgefunden habe, dass wir bei der Arbeit Freikarten bekommen :-). Und weil das Motto dieses Jahr "Energie und Mobilität" ist und das ist ja sozusagen unser Steckenpferd.


Der Sonder-Ausstellungsbereich war auch ziemlich gut, es gab einen Teslastand mit einem roten Model X und einem Kinderparcour für das Kinderauto (Little Q. war schon zu gross dafür),




es gab einen grossen Energiechallengebereich, viel Solarfirmen, Energieunternehmen und Elektroautos.
Was ich schon sehr seltsam fand, war neben den verschiedenen Leihgaben an Oldtimern aus dem Verkehrshaus Luzern ein riesiges gepanzertes KFORAmbulanzfahrzeug der Schweizer Blauhelme. Mit einem Wettbewerb, bei dem man einen Ausildungsworkshop bei den UN-Militärbeobachtern gewinnen konnte.




 Das war aber nur der Anfang von seltsam......die Schweizer Armee war nämlich viel stärker auf der Messe vertreten, als man (ich) das bei einer Messe erwartet hätte, die sonst durch BettenWhirlpoolsDamfbügeleisenInsektenschutzgitter, LederwarenZauberschuhcremeErdmagnetfelddetektoren und SchweizerWeinSchweizerEierSchweizerFleischSchweizerGewürzfertigmischungen geprägt ist.
So gab es einen Stand, der für die Küchenchef Unteroffiziersschule Werbung machte (mit Bistrotischdecken in Tarnfleck" (ich habe kurz überlegt, ob ich dort fragen soll, ob man mal "insert unaussprechlich menschenverachtenden Ausdruck" probieren könnte, wie laut meinem allerersten Chef so Dosenfleisch bei der Armee heissen würde, aber das bringe ich nicht über die Lippen).






Aber das Allerallerallerseltsamste war das hier:


Man konnte sich und seinen Kindern eine blaue kugelsichere Weste überziehen, einen Blauhelm aufsetzen und sich dann auf den Parcour durch ein nachgebautes Landminenfeld machen. Wenn man auf eine Mine trat, gab es ein Explosionsgeräusch. Ich bin echt fassungslos ob dieser Geschmacklosigkeit. Aufgebaut (vielleicht war es als "Mahnen und Erinnern gedacht. Genutzt wurde sie von johlenden Familien und Teenies als Funpark) neben einem künstlichen Curlingfeld (Schweizer Curlingverband), einem Billard-Fussballfeld (Krankenkasse) und einer kleinen Schwing-Arena (Schweizer Schwingverband) in der "Sport"-Abteilung der Muba.


(Ich werde einfach nicht warm mit der MuBa. Ich habe zwar das etwas junkige ---ausser im Preis.... Salatsossenpulver gekauft, das es sonst immer nur bei so Gewürzparties gibt und sowas mach ich ja nicht, habe ein reduziertes Probeabo bei "Hello Fresh" abgeschlossen und endlich mal den besten Schweizer Rotwein probiert. Aber alles in allem, auch ohne Blauhelme, ist das für mich eine riesengrosse Ansammlung von so "Börner V-Hobel"-Ständen in der Fussgängerzone.... immerhin gab es an dem Stand mit "Das müssen Sie probieren, auch Kunstleder braucht Nahrung"-Bienenwachsschlotz, der mir ungefragt auf meine Tasche geschmiert wurde, die sonst kaum noch zu kriegenden Fidget Spinner, die Kinder sind also glücklich).



Freitag, Mai 12, 2017

Verhagelt

Unser Trockner ist ja wie gesagt kaputt und deshalb ist Wäschetrocknen im Moment wegen wetterahängig ein bisschen planungsbedürftiger als sonst.
Ich kam heute mittag heim und die gestern aufgehängte Wäsche war fast ganz trocken, während eine weitere Maschine lief und noch ca 1 Stunde brauchen würde. Draussen schien die Sonne, es war richtig heiss und der Balkon liegt in voller Sonne. Ich Fuchs stellte also den Wäscheständer mit der grösstenteils trockenen Wäsche (ich habe wegen keine Zeit nicht überprüft, ob vielleicht einige Stücke schon ganz trocken waren, vermutlich wären es die meisten gewesen) in die Sonne, und packet die Kinder für eine schnelle Einkaufsrunde ins Auto.
Was soll ich sagen.... als wir nach dem Einkaufen ins Parkhaus zurückkamen, donnerte draussen ein Hagelsturm mit Blitz und Donner runter. Die schwache Hoffnung, dass der Wäscheständer unter dem Dachvorsprung bestimmt vor dem grössten Teil geschützt war, war bald zerstört: auf dem Balkon türmten sich Berge aus kichererbsengrossen Hagelkörnern, die Wäsche war tropfnass und zum Teil unter den Hügeln begraben.
Ich seufzte also, schüttelte die Hagelkörner ab, sammelte die runtergefallene Wäsche ein, warf sie in den Wäschekorb und stellte den tropfenden Wäscheständer zurück in die Sicherheit des Schlafzimmers und hängte die nächste Waschmaschinenladung über verschiedene Hängemöglichkeiten im ganzen Haus.
Nach zwei Stunden schien draussen wieder die Sonne, alles schmolz dahin und ich dachte mir, es ware doch eine tolle Idee, statt das Laminat im Schlafzimmer unter Wasser zu setzen, könnte ich doch die Sonne auf dem Balkon nutzen. Ich wuchtete den schweren Wäscheständer also wieder auf den Balkon und traf mich mit dem Hübschen im lokalen Elektromarkt, um einen neuen Trockner zu kaufen. Das ging erfreulich schnell, aber nicht schnell genug, als wir rauskamen, war der Himmel nämlich wieder kohlrabenschwarz und es goss wie aus Kübeln. Wenigstens ohne Hagel. Aber die Wäsche ist .... nicht wirklich trocken...

Donnerstag, Mai 11, 2017

Weisheiten aus dem Elfenbeinturm

Unser Elfenbeinturm hat ja ein ganz ausgeklügeltes Liftsystem (es gibt insgesamt 10, verteilt auf zwei Schächte, einer ist der Expess-Schacht, der hält zwischen 4. und 17. nicht, der andere  geht nur von -3 bis 17 und wenn man von zB Stock 35 in  den 5. will, muss man erst in den 17 Stock fahren und dann umsteigen. Das alles wird von einem Kontrollsystem gesteuert, man drückt nur auf einem Panel auf die Stockwerknummer, in die man möchte (oder hat das schon stockwerksensitiv auf seinem Badge einprogramiert, dann muss man den nur vorhalten), dann kriegt man einen Ansage, welchen Lift man nehmen muss.), was aber eigentlich jedem klar sein sollte, der entweder im EG oder in dem meistbesuchten Stockwerken 3 (Kantine), 4 (Cafeteria) und 38 (Bar) einen Lift ruft, ist ...... dass der Lift ziemlich sicher nicht leer ankommen wird und dass ziemlich sicher auch ein paar Leute aussteigen wollen (poro Liftkabine passen 23 Leute rein, im Turm arbeiten ungefähr 2500, also: es sind viele Leute und davon sind immer ein paar unterwegs. Ganz vielen Leuten scheint das aber nicht klar zu sein und sie stehen praktisch mit der Nasenspitze an die Lifttür gedrückt hektisch wartend im Erdgeschoss, nehmen schon, Ellbogen ausgefahren, Sprintposition ein, in dem Moment, wo das "sssssssst" aus dem Liftschacht erklingt und die Türen sind noch nicht ganz offen, da drängen sie sich schon in die Liftkabine und sind dann bass erstaunt, dass sie von der Woge an Aussteigenden, die sich aus der Liftkabine ergiesst, grad rückwärts wieder rausgespült warden.


Ähnliches ist mir heute abend mit dem Shuttlebus passiert: ich sass mit zwei Kolleginnen drin, die mit dem Busfahrer schwatzen. Der meinte noch: "Zur Zeit ist die Rückfahrt immer total voll, das glaubt man gar nicht." Anscheinend so voll, dass nicht alle einen Sitzplatz bekommen und so drängte sich schon eine Traube Menschen auf dem Halteplatz, als der Shuttle vorfuhr. Ich war heute aus Gründen nicht besonders milde gestimmt und wollte nur heim, also stand ich praktisch in dem Moment, als der Busfahrer den Türöffner betätigte, schon auf der Ausstiegstreppe (geht ja schnell, vom besten Platz aus),. Das war eine sehr grosse Überraschung für die Wartenden, die offensichtlich nicht damit gerechnet hatten, dass der Pendelshuttle heute (wie an jedem anderen Tag bei jeder anderen Fahrt) nicht extra um sie abzuholen leer angefahren kam, sondern dass da tatsächlich Leute drin waren. Die raus wollten. Und so stand ich da, leicht erhöht, blickte auf eine drängelnde Menge und .... nachdem ich gestern, als ich mich mich zwischen zwei Leuten, die den Gehweg schwatzenderweise blockierten und mir keinen Platz machten, obwohl sie mich gesehen und ich sie darum gebeten hatte, durchdrängelte, mit einer Zigarette ein Loch in meinen Lieblingsmantel gebrannt bekam, hatte ich heute keine Lust mehr auf Drängeln. Ich stand also einfach da. blickte huldvoll in und über die tuschelnde ("Da will wer aussteigen!") Menge, war versucht, das Winken, das ich bei "The Crown" so bewundere, selber mal zu versuchen, und .... stand da so. Eine ganze Weile, bis sich die raunende Menge irgendwann ehrfürchtig widerwillig teilte und ich endlich heimkonnte.

Mittwoch, Mai 10, 2017

Hungerleider

Gestern, als ich gerade eine Nudelpfanne zum Abendessen vorbereitete, kam ein ganz blasser Little L. zu mir und meinte: "Mami, kann ich grad jetzt schon was zu Essen haben, mir ist total schwummrig und komisch, ich bin so zittrig, ich kann nicht mal hangry sein und ganz sicher nicht warten, bis die Nudeln fertig sind."


Ich öffnete ihm also eine Banane*, setzte ihn auf die Arbeitsplatte und fragte ihn, wie es dann dazu gekommen sei, dass er so unglaublich schwach wäre. Und das war so:


"Also. Mami, mein Znüni habe ich heute dem L. gegeben, der hatte nämlich nix dabei, und der wird noch viel schneller hungrig als ich. Er fand es übrigens auch total lecker. Eigentlich wollte mir dann der J. was von seinem Essen abgeben, aber der hat doch Diabetes und muss immer alles essen, was in seiner Box ist, also ging das dann doch nicht. Ich habe also nix gegessen. Und dann hat mir das Mittagessen nur so mittel geschmeckt und ich habe nur ein bisschen gegessen, und am Nachmittag gabs dann nur Äpfel, die mag ich ja schon, aber das hat nicht gereicht, und ein paar Kekse, und ausserdem wollte ich unbedingt raus, weil wir hatten ja den Nerf-Kampf am Laufen, und deshalb hatte ich keine Zeit zum Essen, und so war das dann."


In der Zwischenzeit war Little Q. in die Küche gekommen und meinte: "Ich hatte im Fall heute auch kein Znüni in der Schule, weil Little L. meine Box auch eingepackt hat."


Und so stellate sich heraus, dass ein Kind zwei und ein Kind keine Brotzeit dabei gehabt hatte. Das mit keiner kam aber nicht auf die Idee, das mit zwei zu fragen, ob es was abhaben könnte (gut, der hatte sein Essen eh schon verschenkt), weil er ja dachte, er hätte es einfach daheim stehen lassen.


Eine Frage brannte mir dann aber noch auf der Seele: "Aber, mein lieber L., wenn Du doch zwei Boxen dabei hattest, da hättest Du doch auch nach dem Verschenken noch eine ganze Mahlzeit dabei gehabt. Warum hast Du denn die nicht gegessen?"


"Weisst Du, Mami, ich war mir auf einmal nicht mehr sicher, ob ich am Tag vorher meine leergegessene Box überhaupt aus der Schultasche geräumt hatte und dachte, das wäre vielleicht die. Und da wollte ich sicher nicht reinschauen, wer weiss, was da für grusige Reste dringewesen wären."


"Okay, man kann also als Fazit sagen: ihr hattet insgesamt euer ganzes Essen dabei, satt geworden ist aber niemand davon. Das muss man auch erstmal schaffen, Jungs."


"Mami, das stimmt nicht ganz: einer ist satt geworden: der L.. Und zwar richtig gut."


Joah.


*Banane aufmachen ohne das obere Drittel zu Brei zu zerquetschen. Skier tragen ohne vor Wut wegen Unhandlichkeit weinen und wüten zu müssen, und Bettdecke so ans Kinn hochziehen, dass man nicht nur den Bezug erwischt und am Ende so einen Klumpen am Fussende und ein dünnes Laken zum Zudecken hat, das sind die Skills, die ich erst im Erwachsenenalter erworben habe, und über die ich mich immer noch freue wie ein kleiens Kind.

Dienstag, Mai 09, 2017

Fump

Sie erinnern sich? Ich habe vor kurzem erwähnt, dass der Ofen (und der Kühlschrank) die letzten Originalgeräte im Haus sind und wir deswegen täglich zitternd mit ihrem Abnippeln rechnen?
Unser Trockner fand heute, dass es doch sehr langweilig ware, wenn alles so vorhersehbar wäre, und machte nach dem Einschalten laut "FUMP", roch sehr verbrannt und  bewegte sich nicht mehr. Also: innen. Der ganze Trockner hat sich auch vorher nicht viel bewegt.
Tja. Natürlich haben wir damals, als wir die beiden Geräte relative kurz hintereinander ersetzen mussten, bei der Waschmaschine vergessen, die Garantieverlängerung NICHT zu nehmen und nicht beim Trockner, und ein Anruf beim Kundendienst ergab, dass eine Reparatur vermutlich keinen Sinn macht. Allein Anreise und erste Diagnostik schlügen mit knapp 200 CHF zu Buche, da ist dann noch nix repariert und Trockner wären in den letzten Jahren viel günstiger geworden. Wir warden also irgendwann die Woche bei der Filiale des nächsten Elektrogrosshandels vor der Haustür vorbeigehen und uns einen aussuchen. (Ich suche jetzt absichtlich nicht bei Amazon oder sonst wo irgendwelche Schnäppchen, weil wir wegen der abenteuerlichen Anschlusspolitik das eh von einem blablabla eidgenössisch irgendwas Elektriker anschliessen lassen müssen und dann hätte ich das bittedanke gern auf einmal erledigt, alles andere ist mir zu anstrengend).


Bei allem Drumrum bin ich im Moment bei sowas recht tiefenentspannt und nur froh, dass es das am ehesten verzichtbare Elektrogerät ist und uns diese Extraausgabe nicht ansatzweise in irgendwelche Nöte stürzt, sondern das grösste Problem ist, eine Stunde zu finden, in der der Hübsche und ich da zu Ladenöffnungszeiten gemeinsam hingehen können.


(Ansonsten: ich bin müdemüdemüde. Die Aussicht darauf, was vor dem grossen Urlaub im Sommer noch alles zu erledigen ist, macht extramüde. Und die, dass es danach mit Vollgas weitergehen wird  bis Weihnachten und hoffentlich nicht drüber hinaus. Nun ja. Ich mach jetzt mal eins nach dem anderen.)

Montag, Mai 08, 2017

Tauchen

Es gibt so Tage, da fragt man sich schon morgens, was noch alles kommt. Und dann kommt immer noch mehr und laut es wird immer verrückter und irgendwann hat man dann die Wahl, den nächsten Anrufer, Mailschreiber, Messenger-Nutzer laut anzuschreien, ob den heute alle bekloppt wären, aber dann muss man sich am nächsten Tag entschudigen, obwohl er es doch mindestens zum Teil verdient hat, oder aber .... man lächelt innerlich (am besten auch äusserlich), sagt "Oh, wertvoller Hinweis, interessanter Aspekt, das schau ich mir gern mal an" und macht dann eine Recherche in der Datenbank, wann genau das erste Mal erwähnt wurde, dass ... man zB bei Regen häufig nass wird, noch häufiger, wenn man keinen Schirm dabei hat, und eine Regenjacke ware auch eine Alternative. Und verkneift sich die Begründung: "Gesunder Menschenverstand und Lebenserfahrung."
Ich habe es fast geschafft, mich in diese Stimmung zu lächeln und wir warden gleich sehen, ob das auch einen klassenübergreifenden Elternabend aushält oder ob ich mich da morgen dann entschuldigen muss.