Dienstag, Juni 14, 2016

Weltblutspendetag

Wie einen das schöne Google Doodle heute erinnert, ist heute der 148. Geburtstag von Karl Landsteiner und Weltblutspendetag.
Bei uns bei der Arbeit kann man natürlich auch auf dem Weg zum Mittagessen Blut spenden und mein inneres Karmakonto schreit natürlich: "Ja, geh, tu was Gutes!"
Dann aber ist mir eingefallen, dass ich ja freundlich ausgeladen wurde, weil mein Blut (B-) nur für 2% der Menschen benutzt werden kann und, O-Ton Blutbankmitarbeiter, "eigentlich nie verwendet wird, sondern nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit entsorgt wird". Und wei ich ja weiss, was Lagerhaltung und -bewirtschftung kostet, habe ich mich heldenhaft entschieden, heute nicht (und vermutlich auch nie wieder) blutspenden zu gehen. Stattdessen tue ich das, was ich in Sachen Blutspenden schon perfektioniert habe: ich motiviere andere Leute, hinzugehen. Zuallererst den Hübschen, der mit Null negativ natürlich der most wanted donor der Welt ist und dann auch alle anderen Kollegen, wie früher schon zu Schul-/Unizeiten, wo ich alle zum Spenden in der Turnhalle, wo wir sonst Tanztraining hatten, geschleppt habe und dann selber wegen Gewicht, kein Blutdruck und fast kein Eisen aussortiert wurde.

In diesem Sinne: wenn Sie nicht B negativ sind(oder sonst eines der viele Ausschlusskriterien erfüllen): gehen Sie doch was Gutes tun heute. Oder wann auch immer :-)

Montag, Juni 13, 2016

Ein ganz normaler Tag nach einem nicht ganz normalen Wochenende

Gestern abend waren der Hübsche und ich übrigens die liebsten und coolsten Eltern der Welt. Wir waren bei Freunden zum Essen und Fussballschauen eingeladen und stellten den Kindern in Aussicht, dass wir bei gutem Benehmen die erste Halbzeit und bei exorbitant supergutem Benehmen sogar eventuell das ganze Spiel schauen würden. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie gut so ein Kinderbenehmen auf einmal werden kann (und wieviel Trivialitäten, Statistik und Halbwissen Little Q. zu jedem Nationalspieler und internationalem Turnier der letzten 8 Jahre abrufbereit hat).




Heute zahlen wir dafür natürlich die Zeche: nicht nur sind wir beide selber total müde wegen keinem Schlaf wegen Konzerthigh Samstag und dann eben Räumen, Machen, Tun und kein Schlaf auf Sonntag wegen Fussball, nein, auch die Kinder sind nicht wirklich ausgeschlafen.
Der Tag lief dann so:
Ich schleiche mich um halb sieben aus dem Haus und überlasse dem Hübschen den Schwarzen Peter in Sachen Kinderwecken. Radfahren ist heute nicht, erstens Regen, zweitens terminlich nicht drin, weil meine Termine heute so lang gehen, dass ich es mit dem Rad nicht schaffen würde, pünktlich daheim zu sein, um L. zu seinem Konzert heute zu begleiten (der Hübsche hat Kundentermin am Abend). Also habe ich schon den zweiten Kaffee intus, als ich am Telefon Schiedsrichter im emotionalen Streitgespräch „Es schüttet, zieh Gummistiefel an“ vs „Gummistiefel sind sozialer Selbstmord auf dem Schulhof“ spielen darf. (Schlichterspruch: dann halt die Turnschuhe, aber trockene Socken mitnehmen).
Um 8:12h (Schulbeginn 8:30h, die Kinder laufen zwischen acht und zehn nach los) erreicht den Hübschen das Rundtelefon, dass Q.s Klassenlehrer krank ist und dementsprechend bis auf Textiles Werken alles ausfällt. (Policy hier: Ausfall am ersten Tag, Vertretung ab dem zweiten, wer auf Betreuung angewiesen ist, meldet das am Schuljahresbeginn an). Insofern für uns nicht soooooo dramatisch, weil Q. ja für die Notbetreuung in der Nachbarklasse angemeldet ist. Da aber die Compliance der Schule in Sachen „Notfallbetreuungsblatt“ in der Vergangenheit eher kreativ war, möchte ich gerne mit dem Sekretariat klären, dass Q. sicher in der Schule bleibt und nicht wieder heimgeschickt wird (Sie erinnern sich? Nur ein Paar trockene Socken im Rucksack). Lustigerweise ist das Schultelefon um diese Zeit (anders als auf der Homepage angegeben) noch nicht besetzt, aber immerhin kommt ein Rückruf eine Viertelstunde später: Q. näht schon und bleibt in der Schule. (Er hat den ganzen Tag textil gewerkt und wir haben jetzt eine Menge Lavendelduftsäckchen).
Dann der übliche Arbeitsalltag, Antworten auf Mails aus Japan, Diskussion mit Schweizer Kollegen, Arbeitsaufträge an die Kollegen in USA. Mittagessen habe ich mit einer Kollegin aus dem globalen Einkauf abgemacht, auf dem Weg dorthin kaufe ich noch schnell eine Schale Erdbeeren, Trauben und Kiwis. Für das Konzert heute abend sollte man nämlich Büffetbeiträge mitbringen und weil ich das schon immer mal machen wollte, hatte ich Obstspiesse angegeben. Ohne zu überprüfen, an welchem Tag das Konzert ist und ohne zu bedenken, dass man Obstspiesse ja nicht wirklich gut am Abend vorher machen kann. (Jaja, klar hätte mir niemand den Kopf abgerissen, geschweige denn überhaupt gemerkt, wenn ich stattdessen gestern abend Muffins gebacken hätte, aber auch dazu hätte ich gestern um Mitternacht keine Lust gehabt und auf die Idee, Chips oder irgendwas andere gekauftes mitzubringen, bin ich gar nicht gekommen.)
Also. Ich bin also mit meiner Papiertasche vol Obst und leerer Glasschalen (die werden noch wichtig), in denen ich mal Panna Cotta auf eine Party mitgebracht hatte und auf dem Rad immer nicht mit heim nehmen wollte, aber heute, man erinnert sich: kein Rad, zum anderen Standort marschiert und habe die Tasche erst mal in einem Schliessfach verstaut.
Sehr nettes Mittagessengespräch, dann kleiner Fussweg (ohne Obst) zu einer anderen Aussenstelle, Face-to-Face-Termin mit meinem Chef. Eine Stunde Austausch über "Was liegt an?", dann wieder zurück zum Schliessfach, Obst holen, Treffen mit einer Kollegin aus Italien, Trenddaten besprechen, dann Wechsel des Meetingraumes (mit Obst), Produktteammeeting, das so pünktlich zu Ende ist, dass ich eine S-Bahn früher als geplant erwische.
Im Dorf steht kein Bus an der Haltestelle und mir fällt wieder ein, dass ja heute die Tour de Suisse DREIMAL durch unser Dorf fährt und deswegen alles gesperrt ist. Ich laufe also mit meiner Obsttüte durch den Regen nach oben, immer einen kritischen Blick auf die strukturelle Integrität (ich habe keine Zeit für den Nachkauf von Erdbeeren eingeplant.) der Papiertüte mit Obst und Glasschalen.
Gottseidank ist die Strasse gerade nicht in Hand der Radfahrer und ich kann unbehelligt queren. Auf der Verkehrsinsel in der Mitte sehe ich, dass die Papiertüte sich langsam aufzulösen beginnt und greife um: weg von den Henkeln, eher son in den Arm genommen, wie man diese unendlich unpraktischen amerikanischen Supermarkttüten trägt. Das geht gut, bis ich auf der anderen Strassenseite bin, dann ist der Boden durchgeweicht und die Glasschalen donnern unten raus. AUF DIE TOUR DE SUISSE-STRECKE, wo gleich die Radler zum Massenzielsprint der letzten Runde auftauchen werden. (Und mein Zeitfenster für die vermaledeiten Obstspiesse ist auch nicht soooo luxuriös eingeplant.).

Aber was solls, weglaufen wäre ja auch feig, also packe ich erst die Erdbeeren, das restliche Obst und die noch ganzen Schalen in den Rucksack und sammle dann akribisch die Glasscherben auf. Ich habe nicht gewartet, ob es sauber genug war, aber ich habe mich wirklich bemüht.

Daheim dann ein kleiner Adrenalinboost, nicht nur hat Little L. seinen besten Freund da, nein, er muss auch nicht erst um 10 vor sechs, wie ich dachte, im Konzertsaal sein, sondern schon um halb sechs. Was das Zeitfenster für "Ich mache einen wunderschönen Melonenfruchtspiessigel"auf etwa 8 Minuten schrumpfen lässt.
Und dann passiert etwas Magisches: Little Q., Little L. und sein bester Freund helfen mit (Melonenkugeln ausstechen, Trauben abzupfen, Erdbeeren putzen,  Kiwis schälen, aufspiessen und in die Melone stecken und mit Marshmallows verzieren), ohne Gezeter, ohne "Ich will aber auch Kugeln machen" und "Ich habe aus Versehen alle Marschmelonen aufgegessen" oder "Schau mal, wie weit ich mir so einen Spiess ins Ohr stecken kann", und wir sind ... in 7 Minuten hiermit fertig.


Dann marschieren L. und sein bester Freund schon mal los, Q. und ich räumen die Küche auf und sind mitsamt Melonenigel pünklich zum Einlass in der Schule.
Das Konzert ist supernett gemacht, auch wenn Little L. es hasst, auf der Bühne zu stehen ("Ich finde das soooooo peinlich") und mein Talent zu kein Pokerface von mir geerbt hat. Die Text-Bild-Schere bei "If you're happy and you know it" war grossartig :-).

Danach feinstes Büffet, spielen am Brunnen, heimlaufen, ausräumen, duschen, für morgen packen, hoffentlich ganz schnell ab ins Bett... Habe ich erwähnt, dass ich urlaubsreif bin? (Ach ja: und die Reiseunterlagen kamen heute, juppidu!)

Sonntag, Juni 12, 2016

Coldplay: A Head Full of Dreams Tour Zürich

Gestern war es endlich soweit: COLDPLAY!!!!

Wir hatten ja das Early-Entry-Golden-Circle-Paket (eigentlich aus Verlegenheit, aber leider war das so grossartig, dass Plätze woanders in Zukunft da nicht mithalten werden können und ... nun ja. Zu so vielen Konzerten gehen wir ja nicht :-), da geht das schon) und so waren wir pünktlich um 13:30 unser Paket abholen: Coldplay-Turnsackerl gefüllt mit Bastelset für Mobile, Schlüsselanhänger, Schlüsselband mit laminiertem VIP-Anhänger, auf dem extra stand, dass er einen NICHT zum Backstage-Zugang berechtigt, ein Button und natürlich das obligatorische Xylotoband zum fröhlichen Mitblinken).


Danach ging es dann natürlich noch ein bisserl, weil auch der Early Entry erst um kurz nach drei war. Wir haben also unser Sackerl ins Auto geräumt, uns ein Thaicurry geholt und NIX ZU TRINKEN (ich kam mir vor wie früher auf Bergwanderungen mit meinen Eltern: "Jetzt gehts gleich rein, dann musst du es eh abgeben. Und dauernd aufs Klo. Schluck halt Spucke, wenn Du so Durscht hast.") und dann, zack, ging es auch schon rein: Ticket- und Taschenkontrolle ("Gell, jetzt biste froh, dass Du nix zu trinken dabei hast", wobei ich das zu dem Zeitpunkt schon 1000mal ausgetrunken hätte) und dann wurde es etwas skurril: wir mussten uns in einer Zweierreihe aufstellen und wurden angewiesen, nachher dann auf gar keinen Fall zu rennen ("You will be the first down there, 5 more seconds won't harm") und wehe, einer fällt die Treppe runter. Ich bin dann total rebellisch nochmal aus der Schlange ausgeschert und habe mir eine Cola geholt, hat aber keiner gemerkt :-).



Nun denn, als wir dann gesittet in unserer Zweierreihe nach unten marschiert sind, war wirklich noch alles leer und wir hatten auf einmal Plätze direkt an der Bühnenabsperrung. Hach!



Klar, wir sassen dann da noch ewig rum, aber da die bis gestern noch angesagten Gewitter einen Schwenk nach Süden genommen hatten und uns nur zweimal etwas Nieselregen erwischte und sonst die Sonne runterbrannte (ja, genau. Daheim haben mich noch alle ausgelacht, als ich mich mit wasserfester Sonnencreme eingeschmiert habe :-)), war das nicht schlimm. Es war alles so zivilisiert und entspannt, dass wir unsere Plätze überhaupt nicht verteidigen mussten, sondern im Wechsel aufs Klo und was zu trinken und zu essen holen gehen konnten und in der Zwischenzeit was lesen, das Spiel Schweiz-Albanien schauen und die Konfettikanonen direkt vor unserer Nase begutachten konnten.



Die beiden Vorgruppen (joah.) spielten dann auf die Minute pünktlich noch unter Regenpavillonen, wie wir sie ja alle von Kindergarten- und Schulsommerfesten kennen und lieben gelernt haben.

Für Coldplay selber aber wurden die dann abgebaut (das wäre schon echt doof gewesen mit) und dann ...... ging es los!


Sehen Sie mich auf den offiziellen "Jetzt gehts los"-Bild von Coldplay auf Instagram? Ich bin der türkise Punkt links neben dem "Laufsteg" auf Höhe der bunten Flower of Life.

Und wie man Coldplay kennt (und liebt), sparen sie sich Feuerwerk, Konfetti und Drama nicht für das letzte Lied auf, sondern feuern auch schon mal bei hellem Tageslicht. (Wir waren ein bisschen vorgewarnt, weil wir gesehen hatten, dass die Konfettikanonen erst an den Strom angeschlossen wurden und dann die Regenschutzplastikhüllen abgenommen wurden und sich die Security-Leute dezent ein paar Schritte davon entfernten. Aber trotzdem war der Wumms beeindruckend.
Und hey: es kann sein, dass ich schon mal erwähnt habe, wie toll unsre Plätze waren, aber schaun Sie mal:



Mein absolutes Lieblingslied kam auch schon ganz am Anfang:



Zu "Birds" gab es, passt ja ganz gut, nech, mehr Konfetti aus anderen Kanonen in Vogelform. ( man sieht mit Plastik abgedeckt die nachgeladenen Regenbogenkonfettikanonen)




Noch ist die Abdeckung drauf:


Dann nicht mehr (Schauen Sie mal den Security-Mann an, der weiss genau, was passieren wird :-))




Die Stimmung war einfach unglaublich. Coldplay wirkt so unglaublich sympathisch und ich hatte den Eindruck, als hätten sie die Show in vollen Zügen genossen.
Das Publikum war friedlich und gut gelaunt, bis auf ein paar "Ich habe nix getrunken, mir wird schlecht"-Mädels und das Gegenteil "Ich habe nix gegessen, dafür aber 8 Bier getrunken, mir wird schlecht"-Mädels, die dann das Konzert halt vom Sanitätszelt verfolgen mussten gab es kaum zu tun für die Security (Einer der Ordner war der Vater eines Klassenkamerads von Little L., der damit mit seinen Rugby-Kollegen die Vereinskasse aufbessert. Er hat uns Geschichten vom letzten ADCD-Konzert erzählt. Ähm. Ja. Ne, danke)


Die Xylobands sind einfach der Hammer, wenn es langsam dunkel wird und die Bänder farblich und im Rhytmus abgestimmt auf Musik und Show blinken, dann bringt das die Menge zum Mitgehen, ganz anders als ein gepiepstes "I want to warm you up, move your body with me" von der Vorgruppenfrontfrau.

Ach ja: Ballöner, wie Little L. sagen würde. Keine Party ohne Ballöner.






"A Sky full of Stars":





Ach ja: entweder hat Chris Martin einen ganzen Schrank voll mit diesen Hosen, dem Shirt und den ... nun ja bunten Turnschuhen oder er wäscht fleissig auf der Tour, er hatte auf der Mylo-Xyloto-Tour vor vier Jahren die identischen Klamotten an!

Viel zu früh war es vorbei.


Sehr nett fand ich den Abspann.


Die Bänder haben noch ein wenig weitergeleuchtet:


Aber irgendwann ging das Flutlicht an, der Mann mit dem Laubbläser kam und die Zugverbindungen wurden eingeblendet....



Es war ein grossartiges Erlebnis, ich hoffe sehr, dass es nicht wieder vier Jahre dauert, bevor die Jungs ihren Weg in die Schweiz finden.
Danke übrigens an mein Schwesterlein, die unsere Kinder gehütet hat und dafür ihren jungen Rabaukenhund das erste Mal über Nacht mit ausser Haus genommen hat!

Samstag, Juni 11, 2016

ausrede für kein content heute

wir haben early entry gezahlt , da stellt man sich gefälligst an, damit man das auch gut ausnutzt!

Freitag, Juni 10, 2016

"Kann man machen, kann man machen"

Hat der Furby heute mal wieder ganz laut geschrien. Übrigens: Little L. hat mittlerweile auf meinem Android-Privatphone und dem Firmen-IPhone die Furby-App installiert. So cool, jetzt werde ich auch während langer Webexkonferenzen darüber informiert, dass es einen "Eiernotfall" gibt....

Aber das nur am Rande. Was ich heute beim Einkaufen nämlich gesehen habe und worauf sich der Titel bezieht: "Raclette vom Grill". Also eher "Raclette für den Grill" oder halt genau den gleichen Raclette wie immer, mit einem netten kleinen Pfännchen mit abnehmbaren Henkel, das man auf den Grill stellen kann. Ich gehe mal davon aus, dass die Schweizer Raclette-Industrie (jaja, ist sicher keine Industrie, aller Schweizer Raclette wird sicher in kleinen Dorfkäsereien von urigen alten Weiblein und kernigen Sennern und Sennerinnen gemacht) damit das Absatzloch im Sommer füllen möchte. Ich habe das natürlich gekauft und weil heute ja ungefähr der einzige richtig schöne Tag der Woche ist (Sie erinnern sich: Coldplay morgen open air? Joah.), haben wir gegrillt und natürlich unser neues Gadget ausprobiert.




Was soll man sagen.... es geht auf dem Holzkohlegrill bzw unserer Feuerschale schon viel schneller als im Raclettegerät, es stinkt auch nicht gas ganze Haus danach, aber andererseits ist es halt .... Raclette im Sommer. Und sorry, das passt für mich nicht zusammen. Im Winter bin ich bereit, mir mit cremigem, stinkendem, fettem Käse Winterspeck anzufuttern oder die beim Skifahren verbratenen Kalorien damit wieder aufzufüllen. Im Sommer steht mir der Gaumen eher nach Salat und Grillspiess oder in der Vegivariante Halloumi mit Minze-Zitronen-Knoblauch-Marinade.

Hätten wir das halt auch mal ausprobiert (Und hey: wir konnten Little Q. grad noch so davon abhalten, den Käse direkt auf den Grillrost zu legen). Der Rest Raclette ist jetzt eingefroren bis es wieder unter Null Grad hat. Nächste Woche oder so.

Donnerstag, Juni 09, 2016

Und dann ...

Nach dem Inferno gestern (jajaja, ich gebe zu, etwas radlastig hier im Moment) sollte es heute morgen laut Wetter-App "neblig" sein. Der Nebel tröpfelte erst so runter und nach ca 3km goss es, aber nicht so prasselig wie gestern, was ja schon mal ein Schritt in die richtige Richtung ist.
Wir hatten heute abend dann noch Team-Event auf der Dachterrasse (jaja, das harte Arbeitsleben) bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein und eine Heimfahrt mit dem Rad war bisher selten so schön wie heute: mit dem Bauch voller Leckereien bei perfekt angenehmen Temperaturen. Das schönste Stück ist wirklich das kurz vor- und kurz nach dem Kraftwerk. Bei diesen Bildern kann man kaum glauben, was das gestern für eine Weltuntergangsstimmung war, oder?


Es sind noch immer nicht alle Tore des Kraftwerks offen (hier sieht man nur das Wasser, das "zuviel" ist, das also von keinem der beiden Kraftwerke, es hat eins auf der deutschen und eins auf der Schweizer Flussseite, die sich das Wehr teilen, genutzt wird)

Blick flussaufwärts

Einmündung der Ergolz in den Rhein

Der "Yachthafen" unseres Dorfs

Mittwoch, Juni 08, 2016

Fotofinish

Heute morgen standen mir beim Aufstehen dermassen die Haare zu Berge, dass ich das in einem Vorher-Nachher-Bild festhalten musste:


Sozusagen die bestinvestierten 10 Minuten jeden Tag :-). (und sorry, ich schaue auf Selfies immer ernst, weil ich mich total konzentrieren muss :-))

Als ich von der Arbeit nach Hause kam, war von Frisur und Makeup aber nicht mehr viel übrig und das kam so:
Wie ich vielleicht schon ein- bis maximal 17mal erwähnte, bin ich dieses Jahr ja sogar Teamchef eines Bike-to-work-Teams (heisst nix, ausser dass man die anderen eingeben musste und Mails weiterleiten muss) und nehme das natürlich sehr ernst. Neben "erstes Mal unfallfrei" habe ich mir als Zusatzziel gesetzt, den Weg vom Standort nah am Bahnhof zu uns nach Hause bzw. umgekehrt hinzukriegen.

Sie erinnern sich?

Erster Versuch: mit Google Maps-schnellste Fahrradroute: nie wieder.

Zweiter Versuch: längere Recherche bei Google Maps, mit Input von Kollegen, ich habe den Einstieg geschafft, immer brav auf Google Maps kontrolliert, dabei übersehen, dass das auf einmal wieder auf die vermaledeite kürzeste Route umgeswitcht war und zack, war ich wieder gefangen zwischen Kieswerk und Lastern.

Heute also: dritter Versuch. Mein orts- und fahrradschleichwegkundiger Kollege erklärte mir anhand einer Zeichnung und Google Maps den genauen Weg incl ganz viel: "Lass dich da nicht irritieren, das ist keine echte Strasse, aber mit dem Fahrrad kommst Du da durch."
Ich steckte also die Zeichnung ein und war bereit (Nachmittagsmeeting am Bahnhofsstandort, danach noch eine Stunde dort arbeiten), einen neuen Versuch zu starten.
Während des Meetings trudelte eine Mail unseres Emergency Managements ein:

Warnung von MeteoSchweiz für Basel
 
Gefahr: heftige, stationäre Gewitter, alle Höhenstufen
Stufe: 3
Zeitraum: 08.06.16 - 08.06.16
Uhrzeit: 14:30 - 16:00 Uhr

Weitere Hinweise auf http://www.naturgefahren.ch/

Beste Grüsse
Alarmzentrale
 
Hm. Klang jetzt ja nicht soooo dramatisch, weil ich eh erst so gegen halb fünf loswollte. Also habe ich mich in Radlkleider geworfen, Laptop in den Rucksack gepackt, Regenjacke angezogen und raus vor die Tür..... Hm. Es war zwar nass draussen und tröpfelte noch, aber es sah nicht wirklich so aus, als ob das alles gewesen sein sollte, der genze Westen war nämlich noch kohlrabenschwarz. (Zuhause bzw aus dem Büro des Hübschen sag es ungefähr so aus:
 
 
Der Hübsche sagte mir übrigens hinterher auf den Kopf zu, dass ich dermassen stur und unflexibel wäre, jeder normale Mensch hätte das Rad stehen lassen und wäre mit dem Bus heimgefahren. Das kann man sicher so sehen, andererseits wollte ich mein Rad nicht über Nacht mit suboptimalem Schloss in Bahnhofsnähe stehen lassen, übrigens an einem Standort, an den ich bis Montag nicht mehr hinmuss, das wäre ja sehr mühsam, da das Rad wieder zu holen. Ausserdem: was soll schon passieren, so ein bisschen Regen. Und wie soll ich das dann wieder verrechnen mit nur einem halben Radltag (danke, ich weiss, dass man einfach den Durchschnitt aus allen Tagen rechnet, ist ja nicht so, dass ich mir nicht schon ein kleines Excelspreadsheet mit Makros gebastelt hätte, wo ich nur noch die tagesgenaue Streckenkombination zusammenklicken muss)?
 
Mein Tribut an "das bisschen Regen" war dann, das Laptop im Rucksack in eine Sichthülle zu packen, die Smartphones n den Kosmetikbeutel und den ganzen Rucksack in meine Regenjacke zu wickeln und so in den Fahrradkorb zu packen.
 
Nun denn. Als ich über den Centralbahnplatz fuhr, hörte ich den ersten Donner, als ich durch die Passage im Peter-Merian-Haus fuhr, regnete es mich in jedem Lichthof stärker an und die Ausfahrt war durch einen Wasservorhang geschlossen sozusagen. Ich wartete eine Ampelphase mit zögernden Mitradlern unter dem Vordach, es tat sich aber gar nichts, ausser noch mehr Blitz, Donner und Regen und so dachte ich mir: Krieg ich halt wenigstens Coolnesspunkte und fuhr mit Schmackes ins Inferno hinaus.
 
Schon als ich die Strasse überquert hatte und binnen Sekunden bis auf die Haut nass war, und ungefähr 3cm Wasser in den Chucks schwappten, dachte ich mir, dass Coolnesspunkte eigentlich überschätzt werden. Aber ab diesem Zeitpunkt war es eh zu spät: sobald ich nur langsamer wurde, wurde mir richtig kalt, also kam Unterstellen eh nicht mehr in Frage. Sogar die Vorstellung, mit dem Rad in Tram oder S-Bahn zu steigen und dort tropfend und bibbernd heimzufahren, kam mir unangenehmer vor als Augen zu und durch. Natürlich nicht mit wirklich geschlossenen Augen, wobei eine Brille ohne Scheibenwischer im Sturzregen wirklich unpraktisch ist. Wenn ich mir nicht Sorgen gemacht hätte, dass meine Behelfskonstruktion aus Regenjacke und Sichtmappe nicht wirklich dicht wäre und meine Telefone und der Computer gerade ertrinken würden, hätte es sogar wirklich Spass gemacht. Ich bin mit Vollkaracho durch Pfützen gebrettert, mich hat es nicht mal gestört, wenn mich Autobugwellen nassgespritzt haben. Den Weg habe ich relativ gut gefunden, eine Baustelle an einem meiner alten Arbeitsorte brachte mich kurz aus dem Konzept und irgendwann war ich mir nicht mehr sicher, welche Kombination aus "Da kommst Du mit dem Radl schon durch" und "Dann am besten die Unterführung" und "Da dann quer übers Werksgelände, das sieht nur privat aus, das geht schon" und "An den komischen Wellblechhütten mit was draufgebaut dann links zum Schwimmbad runter" jetzt gestimmt hätte, ausserdem sah ich vor lauter Regenwand keine Wellblechhütten und zack, war ich an einem Kreisel, in dem es gradeaus auf eine Umfahrungsstrecke "Für Fahrräder verboten" ging. Das war der Moment, wo ich kurz ein bisschen frustriert war und aus Trotz einen "Sieht privat aus, aber mit dem Rad kommt man durch"-Schleichweg zurück an die letzte sichere Wegmarke wählte. Das war eine gute Wahl, auf einmal sah ich nämlich weit unter mir das Schwimmbad. Ich drängelte mich also "Da darf man eigentlich nicht wenden, aber es ist stehender Berufsverkehr und mit mir gebadeter Maus auf dem Rad haben eh alle Mitleid" durch die Autos und zack: mit Schwung durch eine fast überflutete Unterführung, am Schwimmbad vorbei, durch die Felder, noch eine letzte Baustelle: daheim!
Erstaunlicherweise war der Rucksack innen total trocken und auch erstaunlicherweise sieht es gar nicht so ätzend nass aus, wie es war, als ich hier daheim unter dem Vordach meine Schuhe ausleere.
 
Glauben Sie mir: war es aber.
 
 
 
Jetzt hoffe ich, dass die Jacke bis morgen trocken ist, es soll ja wieder so ein bisschen gewittern.


Nachtrag: Heute habe ich gelernt, dass ich wohl mit Zug, Tram, Bus oder Auto ungefähr doppelt so lang gebraucht hätte. Schauen Sie sich ruhig mal die Bilder hier an, so war das hier.