Dienstag, Dezember 24, 2019

242119: Weihnachtsfreude, Kapitalismusedition

OK, ich gebe zu, es ist weit entfernt von Teilen, Immateriellem oder was auch immer, aber das hier hat in der U11-Fraktion gerade für unglaublich grosse Weihnachtsfreude gesorgt:
Also. Wie jedes Jahr vor Weihnachten gab es beim Coop Disney (Frozen II)-Sticker zu sammeln, letzter Tag ist heute, die man dann in 40er-Einheiten gegen Merch eintauschen kann. Q. hatte abgewunken, L. hatte sich ein Rentier in einer Tasse ausgesucht, weil so unglaublich niedlich und die Tasse kann man ja verschenken.
40 Marken bedeutet halt Einkäufe von  mindestens 400CHF (ausser man schwatzt anderen Leuten die Marken ab, aber das ist meinen Kindern zu peinlich und ich finde das auch gut), das kommt bei uns, die wir (jaja) die meisten Lebensmitteleinkäufe im EU-Billigausland erledigen, nicht mal so locker binnen 4 oder 6 Wochen (keine Ahnung, so ungefähr war der Zeitraum) zusammen, also haben wir geammelt, gesammelt, gesammelt, dann noch Wein eingekauft und so waren letzte Woche die 40 Marken zusammen, und ..... kein Rentier mehr da. L. schluckte, sagte generös: na, dann nehmen wir die Stahlthermoskanne, die fand Q. ganz cool. Q. freut sich.
Aus Gründen (Vergesslichkeit beim Grosseinkauf, Geschenke, mehr Wein) schaffen wir es dann im Lauf der letzten Woche nochmal FAST auf 40 Marken, L hat sich in der Zwischenzeit in die grosse hellblaue, weiss bereifte Kuscheldecke aus dem MerchSortiment verliebt. Heute (letzter Tag für Marken!!!) haben wir also den Frühstückseinkauf etwas eskalieren lassen (eine Lichterkette ist gestern kaputt gegangen, wir haben Antipasti gekauft, noch etwas Wein (naja, irgendwann geht der schon weg), und kamen genau auf die nötigen Marken. Und dann ....... sind die Kuscheldecken aus. L. entgleisen die Gesichtszüge, er will mich nicht mal die Angestellten fragen lassen, ob sie im Lager noch eine Decke hätten ("hatten sie ja letzte Woche schon nicht mehr"), er will nicht, dass ich in einem anderen Markt in der Gegend anrufe, ob sie da noch Decken hätten ("Schon ok, ich nehm auch so eine Thermoskanne."), nimmt die Thermoskanne und ... geht mit Tränen in den Augen heim. Ich schlucke mein Genervtsein ("Meine Güte, dann sag halt nicht, dass es ok ist, sondern lass mich alles ausprobieren, was mir einfällt!") runter, rufe bei coop im Nachbarort an ("Klar haben wir noch Decken, klar lege ich Ihnen eine zurück!") und nach dem Frühstück fahren wir einen Ort weiter. Natürlich haben wir keine Marken, und ich mag nicht noch mehr Wein einkaufen, der Kühlschrank platzt vor Antipasti, aber der Ohne-Marken-Preis von 30CHF macht uns auch nicht arm und dann nehme ich halt die Thermoskanne.
L. und ich holen die Decke ab, stellen uns an der Kasse an und .... die Kassiererin schaut uns entgeistert an: "Keine Marken?! Heute ist aber der letzte Tag!". Ich atme tief ein, L. schaut ängstlich, und sage: "Ja, wir haben keine Marken, es ist eine komplizierte Geschichte, wir müssen die jetzt halt so zahlen." und zücke meine EC-Karte.
Die Kassiererin schaut streng (finde ich), sagt "Na gut, weil heute Weihnachten ist.", ich rolle innerlich die Augen und denke: "Naja, ist ja nicht so, dass ich sie umsonst will, nur weil jeder diesen ganzen Kladderadatsch "umsonst" holt, kann ich ja wohl trotzdem als einzige mal den regulären Preis zahlen!", aber da holt die Kassiererin ein Sammelheftchen hervor, scannt den Strichcode und drückt L. die Decke in die Hand. "Frohe Weihnachten!" und ich stehe mit offenem Mund und mit meiner EC-Karte in der Hand da, weil ich damit nun mal echt nicht gerechnet hatte. DANKE, liebe unbekannte Verkäuferin, Sie haben ein Kind, das lieber traurig ist, als vermeintlich extra Mühe zu machen, sehr glücklich gemacht.


Montag, Dezember 23, 2019

231219: Ready!

Der Hübsche musste heute nochmal ran, (eine Funktionsstufe mit ohne Zeiterfassung hat ihre Tücken, wenn man im Sommer einen echt langen Urlaub nimmt und dann nicht wie das Ehegespons noch die Kazillionen Überstunden abfeiern kann), auch wenn es gestern abend spät wurde. Nach dem StarWars-Film (no spoilers), den die Kinder grossartig und wir so geht so fanden (halt wie alle: zwischendrin unterhaltsam, aber die Gesamtstory ist halt schon ein Riesenschmarrn und verschwurbeltes Verbrämen einer langen Reihe von Plotholes. Ich fand auf jeden Fall das Coachella-Festival auf dem Wüstenplaneten und den höflichen ("Nein danke") Einrad-Droiden sehr lustig) haben wir dann noch "The Boys" auf Prime fertig geschaut. Wer eine Superheldenserie mal anders (also nicht nur die selbstmitleidigen Mitglieder der Justice League) und in echt böse sehen will (und sehr Explizites, 18+ ist nicht ohne Grund, aushalten kann), dem sei das sehr ans Herz gelegt. (Grosse Begeisterung für das Baby mit den Laseraugen als Waffe).

Die Jungs und ich hatten noch ein paar Einkäufe zu erledigen (also: ich, aber ich wollte das nicht allein machen, man kennt dasja: 23. Dezember, da sind lauter Laieneinkäufer unterwegs, die noch dazu Zeug kaufen wollen, das man sonst das ganze Jahr über nicht kauft, die Kinder hatten also die Aufgabe, beim kleinsten Anzeichen von steigendem Blutdruck mir beruhigend über die Hand zu streichen und zu sagen: "Chill, Mami, es ist Weihnachten und wir hams gleich."), und damit das nicht eskaliert, hatten wir ein Frühstück (incl Bauernladeneinkauf) im Fünfschilling geplant. War gut, nur leider habe ich noch keine Jahreszeit und Gästemenge erlebt, mit der das Personal dort nicht überfordert ist. So wurde L.s Frühstück leider erst serviert, als Q. und ich schon fertig waren (es ist halt keine Option, Spiegeleier kalt werden zu lassen aus Höflichkeit), der hatte vor lauter Hunger ein Nutellabrot von mir und ein bisschen Ei und Speck von Q. geschnorrt und dann halt nicht mehr genug Hunger für sein sehr leckeres, aber auch umfangreiches Frühstück. (Keine Sorge, hier verkommt nix*, wir haben es eingepackt und der Hübsche hat sich beim Heimkommen sehr darüber gefreut, es gab nämlich auch nur Notbesetzung in der Cafeteria und halt ein bisschen Suppe)


Das Einkaufen war dann .. joah, ok, wir haben nur noch ein paar Kleinigkeiten gebraucht, ich habe niemanden gebissen, beim Stau am Zoll bin ich zwar wüst beschimpft und angehupt worden, weil ich versucht habe, Laienverzollern das Reissverschlussverfahren nahezubringen, aber mit Kindern im Auto ist das ja eher ziemlich spassig, weil die die Pöbler immer fröhlich anwinken und, wenn die dann Vogel und Stinkefinger zeigen, mit einem auf sie gerichteten Smartphone (sie machen auch Fotos oder Videos, aber nutzbar wären die eher nicht vor Verwackelung und unseriöser Kommentare auf der Tonspur) beeindruckend schnell zur Räson bringen.



Daheim gab es für mich einen kurzen Aha-Moment, als L. Q. begeistert erklärte, was er für ein Anfängerpokemon in Pokemon-Schwert nehmen würde, das er sich für die Switch gewünscht hätte, und ich anmerkte: "Hm, du hast doch gesagt, dass Schwert und Schild total doof wären und du die auf gar keinen Fall möchtest?" ..... das war anscheinend nicht so gemeint und naja, ich bin in Weihnachtsstimmung und ein Elektromarkt in Fusslaufweite, "Schwert" ist zwar ausverkauft, aber "Da haben Sie Glück!" heute kam noch eine Lieferung, die nicht eingebucht und einsortiert ist, aber mir aus dem Lager geholt wird, für Q. finde ich auch noch ein cooles Teeniegeschenk und jetzt haben wir wirklich, wirklich alles! (Auch eingepackt, zusammen mit dem Hübschen TROTZ tatkräftiger Unterstützung von Sansa, die sich in einem Amazon-Geschenkbeutel versteckt hat und von dort aus mit spitzen Krallen nach allem in Reichweite hakelte.

Jetzt lege ich mich etwas feinem aus meinem Lush-Sortiment in die Badewanne, meine rechte Schulter macht komisch, und dann machen wir alle zusammen Burger (upsi, wir haben keine Pommes eingekauft, mal sehen, ob noch wer welche holen geht...), mal sehen, was die "Garden Gourmet"-Patties so können.

Gegessen:
"Fünfschilling Frühstück süss"
ein paar Mandelbaisers
Burger, Pommes, Salat

Stressleveldurchschnitt gestern: 29
Sebstbeweihräucherung: alles geschafft (das eh), aber kein bisschen genervt von Leuten, die ich mag, gewesen.

* Für Insider: Das ist ein super Moment, um wohlig aufzuseufzen, weil ich die Eltern auf Twitter entfolgt/gemutet/geblockt (habe oder wurde) habe, die solche Themen wie "Muss man aufessen, was Kinder überlassen, oder kann man ein guter Mensch sein, wenn man Essen wegwirft?" mit einer Energie und Verbissenheit bestreiten, die erschreckend sind. Ich bin fertig mit Leuten, die sich an solchen Nichtthemen abarbeiten und überhaupt mit Leuten, die sich primär und nahezu ausschliesslich als Eltern sehen und zu Tode reflektieren.

Sonntag, Dezember 22, 2019

221219: Baiser und Lichtschwerter

Heute, nach Ausschlafen* und gemütlichem Frühstück war mir dann ganz kurz ein bisschen langweilig, weil es ist ja schon alles erledigt!
Aber dann fiel mir ein, dass ja die zwei Jahresrückblicke noch geschrieben werden wollen (tolle Füller, für wenn hier die Besinnlichkeit und der Weihnachtsbesuch einkehren), ich habe die Betten für den Besuch schon mal bezogen, Fotos rausgesucht, dann fiel mir ein, dass auch noch Geschenke eingepackt werden müssen (das mache ich dann morgen), wir haben am helllichten Tag "The Boys" geschaut, dabei habe ich dann spontan Mandel gehäutet und dieses Jahr doch noch mal gebacken (Q. und ich finden sie schon mal sehr lecker!)

So, jetzt muss ich schnell die Bowl des Abends machen, wir haben nämlich noch einen Termin (Dö-dö-dö. dödüdö...) mit BB8 und Rey (Erkenntnis beim Frühstückstisch: Po und Finn sind zwei verschiedene Personen. Upsi.)

Gegessen:
Aufbackcroissant, Zopf mit Hummus
Orangen, ein Testbaiserding, ein Glas eingelegte Maiskölbchen
"Colors of Asia"-Bowl


Getragen:
Jeans, Longsleeve

Gelesen:
"Der dunkle Garten)

Gesehen
"The boys" und "The rise of Skywalker"

Stressleveldurchschnitt gestern: 28
Selbstbeweihräucherung: nur milde gestresst, dass die Geschenke noch nicht eingepackt und die Rückblicke noch nicht fertig sind.

* Die letzten Tage fordern ihren Tribut in Form abenteuerlicher Träume: wir waren mit beiden Kindern und Jonny (?) in Japan (--> Arbeit!) im Urlaub (--> ich habe gestern angefangen, die Ziele 2020 genauer zu scouten), um Jonny anschnallen zu können und das Gepäck noch unterzukriegen, mussten wir einen Teil der Rückbank umlegen und dann arg fummeln, um den Katzengurt noch zuzukriegen (--> Odunnebaumtransport gestern mit Beweisfoto fürs Teslaforum, dass Anschnallen auch mit umgeklappt noch geht), dann wollte er nicht im Dreipunktgurt sitzenbleiben und lieber laufen und irgendwie haben wir ihn dann vielleicht in Japan an einer Bushaltestelle fast verloren (--> tägliche Katzenpanik), aber immerhin hatte mein Telefon eine krasse App, die auch in der Nacht das Panorama fotografieren kann und mit einer Karte abgleichen kann. Wir hatten uns für diesen Urlaub übrigens entschieden, erst spontan vor Ort nach Übernachtungsmöglichkeiten zu suchen und das erklärt ganz gut, warum mein Stresslevel in dieser Traumphase bei 85 -95 war.

Samstag, Dezember 21, 2019

211219: Geht doch

Heute haben wir ausgeschlafen (die Katzen und ich waren um halb sechs wach, haben uns aber mit mehr oder weniger hinter den Ohren kraulen auf Weiterschlafen geeinigt) bis irgendwie halb neun oder so (Jonny ist irgendwann ohne frisches Feuchtfutter als Frühstück aus dem Haus, der Tennisplatz will schliesslich bewacht werden. Sunny hat weitergeschlafen, bis wir aufgestanden sind, sie wusste offensichtlich, dass auf dem Werksareal ... ich weiss es gar nicht, ob der Verpackungs- oder Parenteralia-Betrieb noch arbeitet? auf jeden Fall nicht mehr ganz so viel passiert).
L. und ich sind dann (nur mit Kaffee respektive einer Adventskalenderschokolade im Bauch) einkaufen gegangen, eigentlich nur Semmeln und das, was für Weihnachten noch fehlt, und was soll ich sagen? Es gab einen Lindt-Probierstand und L. war bis unter die Augenlider vll mit Pralinen, wir haben Rotwein, Weisswein, ui, schau mal, es gibt Exotentüte im Angebot, ui, Vegihack für die Tacos, ui, ui, ui, da hätte ich Appetit drauf, zack, zack, zack, und es war dann ganz schön schwer, das alles heimzutragen.
Nach dem Frühstück ging es zum Werkhof, beim Gemeindeförster einen, wie im Familienkalender in Erinnerung an Q.s early days eingetragen, "Odunnebaum" kaufen. Der Samstag vor Heiligabend, 12-14h, ist der zweite und letzte Termin (ab 15h ist Treffpunkt am Waldeingang zum Selberschlagen, aber das machen wir nur, wenn Schnee liegt, und das war in den 12 Jahren, in denen wir hier wohnen, erst einmal der Fall, in unserem dunkelsten Jahr) zum Weihnachtsbäume aus dem Gemeindewald zu kaufen. Die werden übrigens jedes Jahr von den Kindergartenkindern angepflanzt (mit Namensschild) und ja, vermutlich leben wir in Star's Hollow. Dieses Jahr waren wir um 12:05h da und haben noch eine Nordmanntanne bekommen, wie jedes Jahr ungefähr 10cm zu gross für unser Wohnzimmer, aber das muss so.
Der Hübsche hat dann unsere Baddecke nochmal mit Javelwasser geputzt, die Kinder und ich haben den irgendwann zugesagten Dezember Putzdienst für "Briefkästen und Vorplatz" erledigt (--> Taschengeldaufbesserung für die Jungs und mit ihren kleinen Händen kommen sie in den Briefkästenzwischenräumen mit dem Putzlappen bis ganz nach hinten. Winwin), dann sind die Jungs Rennen gegangen, ich habe von Instagram inspirierte Toffifee Sterne in den Ofen geschoben (Sterne aus fertigem Blätterteig ausstechen, ein Toffifee zwischen zwei legen, bei 180 Grad Umluft backen, bis fertig. Man könnte noch mit Puderzucker bestäuben, wenn man zu faul ist, geht es auch ohne sehr gut) und die Jahresabrechnung gemacht. DANKE, liebe Swica, dass ihr mit allen Labors und Ärzten und Krankenhäusern direkt abrechnet und wir erstens unser Geld direkt bekommen und zweitens nicht am Jahresende drölfzigtausend Seiten Papier verschicken müssen. Berufsunfallversicherung, Sozialversicherungsanmeldung, Steuerausweis, Pensionskassendeklaration für unsere Nanny sind fertig und eingereicht und damit sind .... FERIEN! Wie die Jahre vorher habe ich mir das alles mit den einschlägigen Schlagwörtern (unter anderem "Wo ist der Scheiss?") an mich selber gemailt, so dass das nächstes Jahr auch kein grosser Aufwand sein sollte.
Die Kinderzimmer sind so aufgeräumt, dass der temporäre Auszug für die Weihnachtsgäste nur noch in Spannbettlakenwechsel und Bettzeugeinpacken bestehen wird. Gerade bei L, der das Riesenzimmer bekommen hat, hat sich doch einiges an .... naja, Saustall angesammelt, aber wir zwei haben das gut hingekriegt.
Wie letzte Woche auch schon haben Q. und ich gemeinsam Abendessen gemacht. Ich bin in der Küche ja sehr speziell mit "Coköchen", aber seit Q. Hauswirtschaftsunterricht hatte, ist er sehr nützlich und durchaus interessiert und hey, das hat echt Spass gemacht!
Die Spannungskopfschmerzen über dem rechten Auge nehmen langsam ab, am Augenzucken arbeite ich noch.

Gegessen:
irgendwann dann: halbes Silsergipfeli und halbe Olivensemmel mit Hummus
Toffifeesterne
"Sheherazades Wunderbowl" (affiliatelink) aka Safranreis, Hähnchen/Tofu (für die Kinder Hähnchenbrust aus dem TK, für den Hübschen und mich Tofu analog) in Zitronenhonigraselhanout-Sosse, Minzjoghurt, Feldsalat mit Granatapfelkernen (--> ALLE fanden es super!)

Gelesen:
"Der dunkle Garten"

Gesehen:
"The Boys". (sehr, sehr böse Superheldenserie. Nix für Kinder)

Getragen: Jeans, T-Shirt, Fleecejacke

Stresleveldurchschnitt gestern: 28
Selbstbeweihräucherung: vielleicht kann ich doch nicht nur mit meinen Schwestern und Frau Mutti und Pollyoliver gemeinsam kochen, sondern auch mit meinen Kindern. Das wäre doch schön.(Geschulte Mitarbeiter, so wichtig!)

Freitag, Dezember 20, 2019

201219: Das probieren wir grad nochmal!

Und weil letzter Arbeitstag so ein schönes Gefühl ist, habe ich das heute grad nochmal wiederholt! Will heissen: nach der Nachtschicht habe ich erstmal meinen JAZ-Einzug für heute aus dem Zeiterfassungstool gelöscht, es gab nämlich nicht direkt verbunden, aber selbes Produkt, selber Themenkreis, dringende Ideen und Notfallpläne zu entwickeln. Ich bin sehr, sehr ferienreif, das merke ich an den ersten Antworten auf die "Some food for thought"-Vorschläge von Personen, die nicht mit dem Produkt vertraut sind. Sie variieren zwischen verschiedenen nicht schriftlich festhaltbaren, auf gar keinen Fall für Businesskommunikation tauglichen Polen, die ich dann noch dröflzig Mal umformuliere, bis nur noch Leute, die mich sehr gut kennen, den passiv aggressiven Unterton rauslesen können. Es ist ja toll, out of the box vs betriebsblind, aber .... halt nicht erst, wenn die Hütte brennt.

Das war aber an sich ok, weil ein total relaxter Tag wäre es eh nicht geworden, zuviel Erledigungszeug stand auf der Liste (und muss jetzt wegen halt doch Arbeiten auf morgen verschoben werden) und ich war angespannt wie ein Flitzebogen, weil heute nachmittag mein jährlicher Kontrolltermin im Brustzentrum anstand. Ich habe das erstaunlcih gut verdrängt bis heute morgen, dann gar nicht mehr gut. Ich war, glaube ich, einfach schon zu oft in diesem Krankenhaus und bis auf das Kinderkriegen war es immer recht unangenehmes Zeug. Und dann sitze ich da total nervös im Wartebereich der Brustprechstunde, um mich herum lauter Frauen, denen es viel schlechter geht als mir, die nicht wegen "Alles gutartig, machen Sie sich keine Sorgen, aber wir haben jetzt halt operiert und unterschiedliche Befunde, deswegen möchte ich Sie einmal im Jahr gern sehen." da sind, sondern wegen ernster Probleme, und dann denke ich mir, ich darf eigentlich gar nicht Schiss haben, ich darf auch nicht genervt sein, weil ich eine Stunde warten muss, ich darf schon gar nicht genervt sein, dass der Arzt sich so unendlich viel Zeit nimmt, weil: es ist bei mir ja alles gut.
Ist es auch, ich soll in einem Jahr nochmal kommen ("sehr inhomogene Brust" klingt irgendwie nicht so schön. Wie so Pressack mit Glibber, Knorpeln, Fleischstückchen und ganz viel, von dem man gar nicht wissen will, was es ist)
Heimweg im strömenden Regen und im Stau (mein Plan, den Termin so zu legen, dass ich vor dem Berufsverkehr zu Hause bin, wurde durch den Streik in Frankreich, der alle Lastwägen über die Schweiz und Deutschland schickt und alle ÖV-Pendler aus und nach Frankreich auf Auto umsteigen lässt, und natürlich die Verspätung des Termins zunichte gemacht), jetzt bin ich echt erschöpft.

Aber: Grosseinkauf ist erledigt, die Kinder haben nochmal grossartige Noten nach Hause gebracht, wir haben 2 ganze Wochen miteinander, das wird grossartig!

Freudige Nebenschauplätze:

  • Das Riesenloch in unserer Strasse, das dort seit ... Mai ist und seit 11. November zu sein sollte, wurde heute geschlossen und geteert. Ich werde die Millimeterarbeit beim Rauszirkeln aus der Garage nicht vermissen.
  • Ovomaltine Crunchy Creme ist jetzt ohne Palmöl


Gegessen:
Breznsemmel
VegiSushi
Kaki und Rest vom Sushi
Freitagspizza

Gelesen:
Gala im Wartezimmer (nicht das Gleiche wie beim Friseur)
"Was sie nicht wusste" aus (sehr interessant: ich habe gerade gesehen, dass die Kindle Ausgabe erschien, bevor das Buch als Print herauskommt)
"Der dunkle Garten"  (Affiliatelinks) angefangen (Funny sidenote: ich kam auf Nicci French nur, weil ich nach neuen Büchern von Tana French suchte, und dann war ich sehr verwundert, dass es gar nicht in Irland spielte.)

Gesehen:
"The Boys"

Stressleveldurchschnitt gestern: 25
Selbstbeweihräucherung: guter Grenzgänger gewesen und mal wieder Schweizer Zoll (genauer gesagt: Mehrwertsteuer) bezahlt, weil Weihnachtsgrosseinkauf (auch, wenn ganz fleischlos) UND Dreimonatspackung Kontaktlinsen für den Hübschen schon arg deutlich über dem Freibetrag war (und auch weil die Grenzwache in der Vorweihnachtszeit gern hinter der Kurve hinter dem Verzollungparkplatz steht und kontrolliert. Nettes Schwätzchen mit dem Zöllner gehabt und 16.60CHF in kleinen Münzen bezahlt)

Donnerstag, Dezember 19, 2019

191219: Not so sure yet

Bis vor zwei Stunden hätte ich hier geschrieben:
ICH HABE FERIEN!
Der Schreibtisch ist leer, die Inbox ist leer, ich hatte die Chance, noch 2 sehnlichst erwartete gute Nachrichten zu verteilen, zwischen mir und echtem Ausruhen stehen nur noch
1 Arzttermin (grmpf)
1 Weihnachtseinkauf
Kinderzimmer besuchsfertig machen (mit den Kindern)
Jahresendadminkram (Krankenkassenabrechnung, Versicherungs- und Renten- und Steuergedöns für usnere Nanny)

alles kein Drama, alles morgen an dem freigenommenen Freitag locker zu erledigen.

Q. freut sich, dass das heissgeliebte Biopraktikum morgen ausfällt, und er schon um 3 Feierabend hat, L. freut sich, dass das Turntraining ausfällt und er am Mittag richtig Ferien, naja,  und dann habe ich den Fehler gemacht, nochmal in meine Arbeitsinbox zu schauen. Wobei: es ist gar keine Fehler gewesen, in der Weihnachtspause gibt es bei uns keine richtige Vertretungsregelung, weil die Sachen, die so dringend sind, dass sie über die Pause erledigt werden müssen und nicht bis Januar warten können, meist so spezifisches Produktwissen erfordern, dass man eine Vertretung darauf nicht vorbereiten kann, es kommen ja eh nur unerwartete Sachen, weil auch wenn nicht überall auf der Welt Weihnachten gefeiert wird, gibt es ja doch ein gewisses internationales Verständnis, dass man in der Zeit aus Europa und USA nicht besonders viel erwarten kann. Tun wir ums chinesische Neujahr auch nicht.
Nun ja. Und ich bin noch keine 4 Stunden in den Ferien, die Spannungskopfschmerzen lassen langsam nach, das Bett ist frisch bezogen für gemütliches Ferienausschlafen (naja, morgen noch nicht), und zack, ist die Hölle losgebrochen und ein sehr, sehr politisches Thema läuft aufgrund von Missverständnissen (und mangelnder Auskennung in der Produkthistorie bei den Diskutierenden in die total falsche Richtung und zwar Richtung immer höhere Eskalationsstufe basierend auf falschen Annahmen). Ich habe also den müden Erklärbär nochmal aus dem Winterschlaf geweckt, zwei Stunden lang Fragen beantwortet und hoffehoffehoffe, dass das alles richtig ankommt und nicht morgen und am Montag uns richtig um die Ohren fliegt. Ich brauche wirklich eine Pause. Wirklich.

Gegessen:
Ganz seltsam, es gab nämlich ein Abschiedsznüni (wo ich die Gastgeberin damit schockiert habe, einen Süssteigengeln selbstverständlich als erstes den Kopf abzubeissen, damit er nicht mehr leidet), deshalb hatte ich noch Granolafrüchtejoghurt übrig und habe das zu Mittag gegessen. Dann aber um halb drei so Hunger bekommen, dass ich in die Cafeteria gesaust bin und das letzte einsame Vegi-Sandwich, das etwas traurig mit "Tofu" beschriftet war, gekauft habe (es war ein aufgeschnittener, extrem leckerer Tofu-Zitronengras-Bratling drin), und dann am Abend keinen Hunger hatte, aber Appetit auf eine unglaublich grosse Schüssel buntesten Salat.

Getragen:
Jeans, buntes Longsleeve, grauen Kapuzenmantel

Gelesen:
Thriller

Gesehen:
"The crown" beim Strampeln (("The boys" ist sehr böse, sehr vielversprechend, aber heute bin ich dafür zu müde)

Stressleveldurchschnitt gestern: ich bin zu müde, um in den obersten Stock zu laufen, und das Handy zu holen
Selbstbeweihräucherung: dem Kollegen, der das jetzt übernimmt, alle Informationen zum Indienprojekt weitergegeben und, als er mit grossen Augen meinte"Boah, SOVIEL hast du da gemacht? Das ist ja der Wahnsinn?!" auch gemerkt, dass das  .... schon echt umfassend und richtig gut war.

Mittwoch, Dezember 18, 2019

181219: Versöhnlich

Heute morgen startete der Tag mit einem A3-Problemsolving-Workshop (Running Gag: Direkt vor Weihnachten, da sind wir dann für jeden allfälligen Familien-Beef gerüstet. Wir haben noch genug A3*-Papier in allen Farben, bring it on!), das war so mittelerhellend***, aber immerhin erstaunlich schnell vorbei.****

Ich war heute mehr oder weniger den ganzen Tag müde. Sehr müde. Die Jonny-Sorgen (es geht ihm bestens, ich glaube, er hat sich wirklich ein bisschen in die Zunge geschnitten, der Held) gestern haben ihren Tribut gefordert, aber wenn ich ganz ehrlich bin, fordert das ganze Jahr (und das davor und das davor auch) seinen Tribut.

Aber: es gibt gute Nachrichten:
eins der geerbten Projekte im neuen Job ("Health Authority Commitment", das ist noch mehr als sein Erstgeborenes Rumpelstilzen zu versprechen), das .... naja, mehr als zäh lief, aber trotzdem einen Report fordert BIS ENDE JAHR, habe ich in einen solchen verpackt, dem Chef erklärt, wie das aussieht und warum, ok abgeholt, Haken dran an ein sehr nerviges Thema
Eins meiner Projekte, das ich aus dem alten in den neuen Job mitgenommen hatte, und das arg in Schieflage geraten war, hat es heute morgen immerhin mit einer Fussspitze vom Eis geschafft.
Und das Projekt, das mir in den letzten 3-4 Jahren vermutlich unendlich viel graue Haare unter "Islandblond" beschert hat, genau, Italien, hat die Kurve nicht nur gekriegt, sondern das noch im August unerreichbar scheinende Ziel .... VOLL ERREICHT. (In mir nagt es ein wenig, dass ich sozusagen ein vessel in distress verlassen habe und sie es ohne mich (vielleicht WEIL ich weg war?!) geschafft haben, alles hinzubiegen. Ist natürlich nicht so, weil das mit Blut, Schweiss und Tränen vorbereitet wurde und das mehr als nötig war. Immerhin war ich auf dem Verteiler der sehr erleichterten Jahresabschlussmail. Und habe standesgemäss an den ganzen Verteiler mit einem weihnachtlichen Minion-gif geantwortet. Nur nicht unnötig seriös spielen!)

Auf der anderen Seite macht ein schon für nahezu beendet gehaltenes Projekt eine zweite Runde über sehr brüchiges Eis, da ist es doch ganz schön, dass ich das diesmal aus der sicheren Entfernung beobachten darf und nur auf Wunsch schlaue Kommentare von der Seitenlinie einwerfe.
Mein Gentleman's Agreement (naja, das meiner Chefs) endet nämlich Ende des Jahres, bis dahin habe ich noch für Follow-Up Fragen aus dem alten Job mit Rat und Tat zur Verfügung zu stehen und .... ich habe gerade meine Weihnachstpause auf ab Freitag morgen vorverlängert. Wird ein langer Tag morgen :-).

Sonst:
Morgen letzter Test in der Schule (Geschichte für Q.), L. hatte heute Realien (2. Runde aus Gründen)
Letztes Unihockeytraining für dieses Jahr
Letztes Weihnachtsgeschenke besorgt (was habe ich an mir, das Mediamarktverkäufer dazu animiert, meine besten Freunde zu werden und mir nicht mehr von der Seite zu weichen? Und zwar nicht mal mansplainend, nur unnötig anhänglich. Alles fing heute damit an, dass ich mich über den "Goat Simulator" totlachte und dann anders als vom Mediamarktmann erwartet, wusste, dass das kein echter Simulator ist, und sogar mit Fachbegriffen wie "Antigravitationsziege" umgehen konnte. (Danke L.))
Jetzt: Badewanne und Buch

Gegessen:
Zopf mit Mirabellenmarmelade
Falafel mit Fladenbrot (das war einWrap!), JOghurtsosse, Ofengemüse und extrem scheusslichem Tomatensalat
Brot mit Hummus und Reste von den Drunken Noodles

Gelesen:
Thriller von gestern

Gesehen
Ich kanns mir nicht merken, irgendwas wie "The Boys"?

Getragen
graues Strickkleid, graue Strumpfhose, Boots

Stressleveldurchschnitt gestern: 40
Selbstbeweihräucherung: das Ärgernis von gestern heute bereinigt (also: das mit der erwarteten Entscheidung, nicht das mit de Kollegen. Da arbeite ich noch an einer Strategie für den nächsten Zwischenfall.)


*Ich war ja nach 5S, Six Sigma, 5Why, 5W2H auf die abenteuerlichste Begründung ("Ausrasten, Aufklären, Anzünden", frei aus dem Japanischen) gefasst, aber nein, das heisst nur so wegen dem Papierformat. Weil jede Problemlösung auf ein A3-Papier passen muss.**

** Easy. Kommt auf die Schriftgrösse an, nech?

*** Wenn man mal ganz ehrlich ist, ist all das Lean, Agile, Six Sigma, FMEA, HAZOPS, Tralala halt vor allem gesunder Menschenverstand. Aber das allein lässt sich natürlich nicht teuer fancy zertifizieren und durch unglaublich hilfreiche Unternehmensberatung als massgeschneiderte Lösung verkaufen. (Meine Klassenlehrerin in der 7. Klasse hat Probleme gern so lösen lassen: "So, jetzt leg ma alle amal den Kopf so weit es geht auf die rechte Seite ...... genau, so, ..... warten, warten ..... bis das letzte Bisserl Hirn zamrennt ...... so, irgendjemand eine Idee?")

**** Wir waren alle gut in "Schweigen aushalten, keiner zuckt", als die Frage kam, ob man denn ein aktuelles Problem hätte, das wir als Beispiel bearbeiten könnten, und so blieb es bei einer Trockenübung.