Freitag, März 14, 2025

140325

 Urks, das war müüüüühsam gestern mit der Steuer. 

Learning: 

wir kriegen Einzelbescheinigungen für JEDES Konto, auch für die "Investitionskonten", die "nur" für Hinundherschieben von Geld, mit dem wir gar nix zu tun haben, da sind. Ausserdem sind ALLE Konten, auch die Hypotheken auf den maschinell einlesbaren Taxreports drin. Dementsprechend: nicht alle Konten einzeln eintöckeln UND die Taxreports einlesen, sonst ist alles doppelt, nächstes Mal beherzt alle Einzelkonten löschen und NUR die Taxreports einlösen. Mutig  auf "trotzdem löschen" klicken, die Steuerfrau sagt: es wird keine Rückfragen geben, wenn ja in dem Taxreports alles drin ist. Hypotheken müssen natürlich trotzdem nochmal händisch eingegeben werden.

Und: man kann ein paar Tage lang nochmal neue Versionen der Steuererklärung einreichen, sie nehmen dann einfach die letzte. 

Jetzt ist das aber erledigt!

Heute morgen dann habe ich direkt noch beim Kaffeetrinken mit den Kollegen aus der Produktion an der Investigation weitergearbeitet, zu der ich gestern abend noch hinzugezogen wurde. (Ich glaube, ein grosser Teil, warum ich meinen Job gut mache, ist mein Elefantengedächtnis. "Hast du was zu PQI für untight blister für Produkt xy?" "Jepp, hier, von vor 5 Jahren, hier von vor einem Dreivierteljahr, Stability Statement, hier Medical, hier Drug Safety"). Um das abzuschliessen fehlte uns eom Stückchen Information und ich wurde irgendwann nervös, weil sich der Kollege, der das hatte, eben einfach nicht meldete. Als ich dann seinen Kalender auf etwaige Ferienabwesenheit überprüfte, stellte sich raus: es war viertel vor acht, also absolut legitim, da noch noch nicht zu antworten :-)

Um acht dann Phyisotherapie, es tut immer noch weh, aber geht deutlich weiter als auch schon. Es wird, es wird.

Wieder daheim standen die Kinder langsam auf (letzter Ferienwochentag): Q. hatte noch Fahrstunde, L. eine Verabredung zum "Thriften" in Basel.

Ich habe mir dann noch meine "Ziele" für 2025 aus den Rippen geschnitten. Aus den verschiedensten Gründen hasse ich diese Tätigkeit aus tiefster Seele. Ursprünglich war kommuniziert worden, das müsse bis Ende März erledigt sein, gestern kam raus: bis heute. Ist besser so, dann ist es weg UND ich habe mich nicht ewig genervt und gestresst, dass es rein muss, sondern halt genau heute vormittag.

Zum Mittagessen waren aber alle noch/wieder da (es gab nochmal frischen Salat, einen Rest Suppe, Spiegeleier und alles an altem Brot als Croutons), wir konnten endlich festzurren, wer mit auf den Ostertrip nach Bayern kommt. (Es gibt sozusagen Schichtwechsel: nachdem mehrere Jahre Q. nicht mitkam, wegen Pfadileiterausbildungskursen, geht nun L. ausgebildet werden und Q. kommt mit.). Neben Familie (mal sehen, wer Zeit für uns hat) und FreundInnen treffen bin ich sehr gespannt auf was mit dem Haus /Grundstück meines Elternhauses passiert ist, das wir letzten April (?) verkauft haben.

Dann: Haushaltsgedöns, wie Kaffeemaschine entkalken, Wäsche aufhängen (das haben die Kinder gemacht), eigene Wäsche einsortieren, die neue Regenhose in Empfang nehmen, sie leuchtet wirklich hell (L.: "Wer dich damit jetzt noch überfährt, macht das wirklich extra!")



Nach einer Wocheneinkaufsrunde mit dem Hübschen setze ich mich nochmal an die Arbeit, es "brennt" noch ein bisschen, respektive, das Team von frühmorgens arbeitet bis tatsächlich recht spät abends, um alle Escalation Timelines einzuhalten und trotzdem eine solide Entscheidungsgrundlage zu liefern. Es klingt doof, weil ich mit dem Team immer nur zusammenarbeite, wenn was schiefläuft, aber: ich mache das mit denen richtig, richtig gern, da fühlt sich jeder zuständig und macht und tut und man wertschätzt sich gegenseitig (und kriegt Sachen geregelt).

Dann: Sportründchen, tut gut! Das Hanteltraining mit dem kaputten Arm geht immer weiter und weniger schmerzhaft (naja, das vielleicht noch nicht).

Dann: noch ein minibisschen Weiterarbeiten, dann Pizzaabendvorbereitung in der Küche. Es ist mittlerweile so, dass unsere Wochenendpläne (also: die des Hübschen und ich) mehr oder weniger total unabhängig von denen der Kinder sind / sein können. Das ist noch ein bisschen ungewohnt (niemand möchte irgendwo hin begleitet oder gebracht oder abgeholt werden), aber auch sehr schön. So werden wir zwei morgen ins Kino gehen, L. auf einen Geburtstag zum Bowling und Q. zum Pfadischnuppertag und Pfadizmorgevorbereiten. Mein Beitrag beläuft sich auf zwei Zöpfe backen, das geht gut. 

Pizzaessen dann in der grossen Runde, es macht richtig Spass. Q. packt dann schon Zeug für den Feuerwehrkurs, am Montag geht es los, aber irgendwer will morgen früh nochmal kontrollieren, dass sie alles haben. 

Ich trinke meinen Rotwein gemütlich zu Ende (und beantworte eine "ja, danke für deinen Kommentar, machen wir aber jetzt halt nicht"-Email mit einer bisschen höflicheren Variante von "The fuck you will" mit cc an meine beiden Chefs, bisschen zündeln. Mein Chef hat mir letztens erst wieder gesagt, ich wäre zu nett und höflich und müsste mehr auf den Tisch hauen. Das nehme ich, wie man so schön sagt, "with a grain of salt", weil ich immer gleich den Tisch kurz und klein schlagen halt auch schwierig finde, aber naja, manchmal kann man schon dagegentreten), wärme mir das Bett mit einer Wärmflasche vor, lege eine Sheetmaske auf und schaue mit den Hübschen noch eine Folge "Bad Sisters".

Happy Weekend!



Donnerstag, März 13, 2025

130325

 In den verschiedensten Blogs wird 5 Jahren Pandemiebeginn gedacht oder erinnert. Hier tatsächlich nicht, mittlerweile ist das so weit weg (und ich beschäftige mich seit über einem Jahr mit der Vorbereitung der nächsten, respektive natürlich der Vorbereitung der Bewältigung der nächsten, eh klar, oder?), so irrelevant in unserem Alltag, abgehakt.

Hier hingegen wurde ein dritter Radltag in Folge gefeiert (hin und zurück trocken, yay, morgen kommt die neue Regenhose), heute sogar die Rückkehr zum totalen Alltag, ich habe nämlich den Gemüsekorb auf dem HEimweg abgeholt. Prompt "fehlen mir trotz Mittagsründchen noch 3000 Schritte für die 12k heute, muss ich also noch ein bisschen rumhirschen.



Ich war heute vormittag aus zwei Gründen nervös: 

1. wollte mich die Communiationsfrau zurückrufen (tat sie dann, als ich im funkdichten Treppenhaus auf dem Weg nach unten war)

2. haben der Hübsche und Q. heute den Tesla (und zum ersten Mal überhaupt selber ein Auto) bei der MFK vorgeführt (das ist sowas wie der Schweizer TÜV). Es ging aber total glatt und war schnell erledigt, zwei Lichter müssen noch neu eingestellt werden, sonst alles tutti.

Das Gespräch habe ich dann nach dem Mittagessen nachgeholt, war .... ein bisschen sehr ernüchternd, aber ich habe auch gemerkt: ich fühle mich so sicher, dass ich (höflich, professionell eh klar) meine Meinung sehr deutlich sage, und dabei nicht mal richtig nervös bin. Q. hat das Ganze sehr treffend analyisert: "Du bist jetzt "controlled opposition"." (Skurrilster Moment: die fassungslose Frage am Telefon "Schreibst du das jetzt mit?!" Und ich merkte: tatsächlich: ich mache IMMER Notizen, wenn ich Stift und Papier zur Hand habe.)

Nun ja. Eskapismus mit dem Gemüsekorb:

Eichblattsalat, Feldsalat, DIE EIER!, Rucola und Asiasalat, Grünkohl, Sellerie, Kartoffeln, 2 schwarze Rettiche, dieser Riesenkohlrabi, Schmelzirgendwas, Karotten in gelb, lila und orange, Radicchio


Ausserdem: von einer Kollegin für meine Hose gelobt worden, ich war angemessen begeistert und habe direkt die "Ballonfahrerhosenstory" geteilt (also fast, den Teil mit "Wir nennen es ein bisschen anders, haha", habe ich weggelassen.


Der Gemüsekorbtagsalat hat ja donnerstags schon Tradition, heute eben Eichblatt, Rucola, Feldsalat, Asialalat mit ein paar Tomaten, Karottenscheiben, Erdnussdressing.

Damit sind der Hübsche, Q. und ich nun bereit für den "scheenste Moment von Tour" oder wie Q. gesagt hat: "Der Tag gehört dem Staat": Steuererklärung. Wish us luck.

Mittwoch, März 12, 2025

120325

Heute habe ich mich ausser der Reihe für einen Bürotag entschieden, v.a. weil halt beide Kinder Ferien haben und erstens damit das Haus voll ist und zweitens ich dann keinen gescheiten Arbeitsplatz habe und drittens mich tatsächlich aufs Büro und den Austausch mit den Leuten dort gefreut habe.

Das Wetter war ... sportlich für den zweiten Radeltag, es hat nämlich einfach geschüttet. Ich musste nach 8 der 12 Kilometer feststellen, dass die Regenhose, die ich anhatte, zwar an den Beinen dicht war, aber am Hintern halt gar nicht. Grosse Freude über die trockene Unterwäsche für Notfälle im Spind. Ich weiss nicht, ob es eben an "warm und trocken" lag oder an der generellen Gemütlichkeit: ich mochte mein Outfit heute sehr gern. (RIngelpulli ist der gleiche, nur andere Farbe, wie der weisse gestern, die Hose ist eine "Parachute Pant". Diese Gattung habe ich via L. kennengelernt, für cool befunden und jetzt haben alle solche (also verschiedene Marken und Styles), aber wir nennen sie familienintern boomeresk "Ballonfahrerhosen")


Ich habe noch auf dem Weg im Treppenhaus nach oben eine neue Regenhose bestellt, in neongelb, sollte nächste Woche da sein, morgen wäre gut, wenn es nochmal trocken wäre. 

Es war ein bisschen lustig: es war jetzt schon überhaupt kein schönes Radelwetter, aber trotzdem macht es mich so, so, so glücklich! Der Hübsche meinte bei unserem Mittagstelefonat: "Ich glaube, das Radeln ist dein BJJ, das ist was, was Dir Freude macht und ich versteh es kein bisschen, aber es ist gut für Dich" Und das trifft es vermutlich ganz gut.

Um neben dem Radfahren auf meine 12k minimum Schritte zu kommen, bin ich dann heute gar nicht Lift gefahren, sondern alles gelaufen (abstruserweise ergibt das in der Summe laut Uhr 57 Stockwerke nach oben und 23 nach unten, dabei bin ich in der Summe schon genau wieder auf der gleichen Höhe angekommen, wie ich heute gestartet bin.

Sonst: Konzentriert gearbeitet, meine Todoliste läuft über nach einer Woche Urlaub noch über, aber ich habe alles priorisiert und sortiert und wird schon.

Heimradeln dann im Trockenen (mit feuchten Schuhen, aber mei.), da dann letztes Meeting an L.s Schreibtisch (im Stehen wegen Rücken, das versuche ich jetzt mehr zu integrieren), während der beim Haareschneiden war (habe ich eigentlich erwähnt, dass er als einziger in der Familie wellige Haare hat und am liebsten glatte hätte?), dann die letzten Reste vom Gemüsekorb vor den Skiferien (Pastinaken, Karotten in lila und Kartoffeln) in zwei Gemüsesuppen umgesetzt. Die gab es dann mit Toppings (fancy Name für alles, was an Resten im Kühlschrank war): Spinat, Bratkartoffeln,Speckwürfel, Omelett, gebratene Pilze, dazu dann Brot und Salat und alle waren satt und ich habe wieder Platz im Kühlschrank, bereit für den neuen Gemüsekorb morgen.

Nach dem Abendessen dann ein Infoabend von YFU, eigentlich für Gastfamilien, aber ich finde auch diese Perspektive schon auch interessant, nicht weil wir das auch sein wollen (wollen wir nicht, da sind wir uns recht sicher), sondern eher, was L. ungefähr erwarten wird und wie AustauschschülerInnen das alles so erlebt haben.

Parallel machen wir die Dokumente für die Steuererklärung fertig, morgen ist der grosse Tag, an dem wir alle drei (der Hübsche und ich und halt Q.) unsere Steuererklärungen machen (wir sind später dran als sonst, aber andererseits haben wir den letzten Beleg auch erst gestern bekommen, also alles ok.

Morgen erwartet mich noch ein interessantes Gespräch mit unserer Corporate Communications Chefin, die sich auf einen Kommentar meinerseits zu einem Intranetartikel zu unseren Goals bei mir gemeldet hat. Das ist dann in 13 Jahren Firmenzugehörigkeit das zweite Mal, dass ich ungeplant ein Gespräch mit dieser Rolle führe. Finde ich eine ganz akzeptable Quote für ein Unternehmen mit 100k MitarbeiterInnen.


Dienstag, März 11, 2025

110325

 Vor lauter "Blogging down memory lane" (Habe mich sehr über Schwesternfeedback dazu gefreut!) habe ich gestern ganz vergessen zu dokumentieren, dass nicht ganz so weit down memory lane ein Jubiläum gestern war:


Seit 28 Jahren (und 1 Tag) sind der Hübsche und ich ein Paar. Meine Güte, was waren wir für Babies damals! Und meine Güte, was haben wir seitdem alles erlebt, im Guten wie Schlechten, ich könnte mir niemand anderes vorstellen, mit dem ich bei all dem so viel Spass und Liebe erleben würde. (Das Bild hat der Hübsche übrigens bei diesem Blogpost ausgegraben, auch hier: meine Güte, ist das lang her!)


Sonst: heute grosser Tag, weil nach einer winzigen Testrunde vor den Skiferien und einer grösseren (18km) Runde mit Katzenfuttereinkaufen gestern im Regen bin ich heute zum ersten Mal seit Unfall wieder mit dem Rad zur Arbeit gefahren. Und meine Güte, was habe ich das vermisst. Ich war den ganzen Tag ein so viel friedlicherer Mensch als die letzten dreieinhalb Monate! Fahren geht easy (musste nur auf dem Heimweg einen Autofahrer, der mich beim knappen Überholen auf der Landstrasse aus dem Fenster anschrie, dass ich auf dem Radweg fahren sollte, beim Einparken daheim (also: bei ihm daheim, das auf meinem Heimweg lag) kurz mittelfreundlich darauf hinweisen, dass ich mich absolut an die Verkehrsregeln halte, wenn ich mit einem 45km/h Ebike NICHT auf dem Radweg fahre, er sich aber nicht, wenn er mich mit nicht mal einem Meter Abstand überholt UND dabei anschreit. Und nein, das bedeutet nicht, dass er um meine Sicherheit besorgt ist, weil sonst würde er sich halt einfach AUCH an die Verkehrsregeln halten.

Aber eben: Radln tut mir gut! 

Ich habe dann noch viel dokumentiert, immer schön mit anhalten und so, weil: einmal auf die Nase legen reicht auch.

Erinnern Sie sich, dass ich mich am Sturztag gewundert habe, dass die Jacke nicht in Mitleidenschaft gezogen war? Jetzt weiss ich, wieso: ich habe mit den Krabbenhandschuhen gebremst. Beide ordentlich verfetzt...

Abendblick rheinabwärts

Und rheinaufwärts, mit mir und dem neuen Helm im Bild. (das Bild wird meinen herpeskaputten lippen nicht ansatzweise gerecht....autschi!)

Mittagsründchenblick auf den Boden zur Zeit überall in Basel.



Ich hatte ja noch vor dem Skiurlaub meine letzten (allerletzten?) Esprit-Einkäufe von Restposten abgeholt. Heute Strickrock und Strickpullio, die, glaube ich, zusammengehören, zusammengetragen, sehr gestreift, sehr gemütlich. Und kein gescheites Foto, weil der der Umkleideraum nie leer war.



Montag, März 10, 2025

100325

Uiuiuiui, eine Wunschlistenfrage

Aufwachsen mit drei Geschwistern: Hat das dich beeinflusst und wenn ja wie?

Ja, natürlich hat mich das beeinflusst. Und wie? Und wie!

Zum einen sind 3 Geschwister und damit eine Familie von 6 Personen eine richtig grosse Menge Menschen, die unter einem Dach zusammenleben. Dabei habe ich gelernt, eben mit anderen Menschen zusammenzuleben, zT auch Zimmer zu teilen (bevor beim 4. Kind aufgestockt wurde, haben sich immer zwei Schwestern wechselweise das grössere Zimmer geteilt, eine hat allein im kleineren gewohnt. Ordnung halten, Regeln des Zusammenlebens respektieren, Kompromisse schliessen, all das, was in einem grossen Haushalt halt das Zusammenleben erleichtert.

Ich habe gelernt zurückzustecken, weil nicht immer die Zeit, Ressourcen, Geld oder das Interesse der restlichen Familie für meine Interessen da war oder halt auch mal andere dran waren (Urlaubsgestaltung, Ausflüge, Hobbies). Ich denke, mien unendlich grosses Gerechtigkeitsbedürfnis kommt schon auch da her: wenn es nicht unendlich viel gibt, das unter recht vielen aufgeteilt werden muss (oder aber: viele Aufgaben, die gerecht verteilt werden sollten), schaut man sehr darauf, dass man nicht zu kurz kommt (lernt aber andersrum: teilen ist ganz normal.). Ich bin also für den hier ab und an aufkommenden Teenie-Futterneid perfekt gerüstet, meine Jungs sind Waisenkinder gegenüber uns vieren... (Es ging soweit, dass die Süssigkeiten am Tag des Wocheneinkaufs abgezählt verteilt wurden, damit niemand das Gefühl hat, zu kurz zu kommen. Das machen wir hier nicht).

Lernen, zurückzustecken klingt jetzt so traurig, es ist aber eine durchaus gute Sache, wenn man weiss, dass es meist nicht genau so läuft, wie man das selber gerne hätte, sondern in der Lage ist, Kompromisse zu schliessen und mit Kompromissen seinen Frieden zu schliessen und dass man nicht dran stirbt, wenn man mal was macht, worauf man keine Lust hat. Ich bin sehr gut (zu gut?) in: "jetzt reiss dich halt mal zusammen!"

Die Dynamik Gruppe vs Individuum ist und war schon eine sehr spannende: nach aussen (und gern auch von unseren Eltern) wurden wir vier als "die D.-Mädchen" gesehen, sei es in der Schule, im Dorf, bei den Nachbarn- Das war schon irgendwie cool, eine Viererbande, das ist einfach mal eine Hausnummer. Aber: wir vier waren und sind halt schon auch sehr unterschiedliche Personen, das war nicht immer allen klar, uns aber sehr wichtig. Für mich als älteste war das nicht ganz so dramatisch, aber meine jüngeren Schwestern waren halt eine nach der anderen  "noch eine von den D.-Mädchen" und "die kleine Schwester von x, y, z", das ist nicht immer nur toll.

Es hat eine Weile gedauert, bis ich anerkennen konnte, dass unterschiedliche Eigenschaften, Fähigkeiten und Interessen halt primär unterschiedlich sind, nicht schlecht. So ist es durchaus legitim, Leichtathletik und Handball nicht interessant zu finden, Tanzen und Turnen hingegen schon. Nur so als Beispiel. Oder: nicht jede muss zeichnen können oder kann zeichnen lernen. Oder muss zeichnen können wollen.

Ganz skurril, fast schon schizophren, war für mich die Alterssituation: ich bin ja die älteste von uns vieren, mit anderthalb Jahren einem recht geringen Abstand zu meiner zweiten Schwester. Mir war es immer sehr wichtig, eben älter zu sein und nicht in eine Schublade gesteckt zu werden. Einkleiden als Zwillinge von Eltern und Grosseltern half da gar nicht! Es fühlte sich so an, als ob ich, wenn es um "mehr dürfen, weil älter" als Zwilling (oder aber: "auf keinen Fall, du bist mehr als zwei Jahre jünger als der Rest der Klasse!") gesehen wurde, wenn es um "mehr müssen, weil älter" als eben die ältere gesehen wurde. Tja.

Was mich die Rolle als älteste gelehrt hat: Verantwortung übernehmen. Und zwar nicht optional, sondern "ist halt so.", in Kombination mit Vorbildfunktion (das kann super sein, weil: meine Güte, eine kleine Armee! Wie cool ist das denn?, aber auch doof, weil alles, was man zB an altersangemessenem Mist macht, direkt mit "Du bist ein Vorbild für die Kleinen, benimm dich so!" eingenordet wird.) und (gefühlt, aber nicht nur) immer Schuld zu sein, wenn irgendwas schief geht oder die Kleinen irgendwas falsch machen, weil "Du bist Vorbild, du hättest aufpassen müssen!"

Beispiele: in der Nachbarschaftsspielclique waren wir 4 per se eine Mehrheit, das war schon cool. Bei Rollenspielen gab es immer genug Leute, meine Autorität wurde relativ lang nicht in Frage gestellt. Mir wurde viel zugetraut: ich bin mit der Überzeugung grossgeworden, ALLES erreichen zu können, mir wurde das Wohlbefinden meiner kleinen Schwestern zT erstaunlich früh überantwortet. 

Ich erinnere mich an einen Abend, als meine Eltern mit Freunden Essen gegangen sind und uns drei damals noch, ich kann also nicht älter als 8 oder so gewesen sein, meine Schwestern waren dementsprechend 6 oder 7 und maximal 2, allein daheimgelassen haben, mit der Anweisung: "Wenn was ist, ruf im Restaurant an, hier ist die Nummer.". Alles war ok, bis die kleinste geheult hat, die habe ich dann zu mir ins Bett geholt, dann wollte die mittlere dazu und ich fand, sie wäre gross genug, in ihrem Bett (im selben Zimmer) zu bleiben, also hat die auch geheult, dann machte es komische Geräusche aus dem Keller und ich war mir nicht sicher, ob das immer so ist oder vllt die Heizung explodiert, und deshalb habe ich dann (mit zwei heulenden Schwestern und der brummenden Heizung im Keller) im Restaurant angerufen und dem Typ, der abgenommen hat, gesagt, er müsste sofort meinen Eltern Bescheid sagen *Name, Beschreibung von ihnen und ihren Freunden", dass sie heimkommen sollen. Und als er meinte: "Gehts noch, auf keinen Fall, da könnte ja jeder anrufen", habe ich gesagt (mit 8 oder 9), dass das aber sein müsse und hier heulen alle und ich bin verantwortlich und meine Eltern haben gesagt, ich könne im Notfall anrufen und es wäre ein Notfall. Er ist dann kopfschüttelnd zu ihnen an den Tisch gegangen und angeblich waren sie eh grad am Gehen und ich erinnere mich an keinen Folgeanlass in absehbarer Zeit mehr. (Ich bin ein bisschen gespalten: einerseits denke ich mir: WTF, wie kann man einen 8/9jährige mit zwei jüngeren allein daheim lassen?! (das ist der Hauptgedanke), andererseits habe ich da halt mitgenommen, dass ich telefonieren kann und mir von vermeintlich Überlegenen nicht alles sagen lasse. Die Angst und Panik, die ich hatte, wünsche ich allerdings niemandem und frage mich heute noch, was meine Eltern an diesem Abend geritten hat...)

Ich erinnere mich an einen Münchenausflug, wir waren beim "Beck", meine Eltern wollten irgendwas gucken und ich hatte die Idee "Wir Kinder fahren Rolltreppe" (ich weiss nicht, wie alt ich war, meine jüngste Schwester war entweder noch nicht auf der Welt oder so klein, dass ich sie nicht mitbekommen habe, ich war also irgendwie maximal 10). Aus Elternsicht kriege ich da tatsächlich heute noch Schweissausbrüche, wie kann man 3 kleine Dorfkinder in einem Riesenkaufhaus in einer Grossstadt, in der sie sich nicht auskennen, aus den Augen lassen und auf Abenteuertrip ziehen lassen? Was passiert ist: nach einer Weile war Rolltreppefahren langweilig und ich habe beschlossen, wir setzen uns jetzt auf die Rolltreppenstufen. (Alles in allem war ich ein sehr braves Kind, wenn das meine Vorstellung von Abenteuer war) Es kam, wie es kommen musste: die kleinste schaffte es, dass ihr Reissverschlusszipper sich zwischen zwei Rolltreppenstufen verklemmte. In Panik, dass meine Schwester jetzt in die Rolltreppe gesaugt würde, habe ich mit aller Kraft dran gerissen und eben den Zipper abgerissen. Dafür gab es einen RIESENAUFSTAND, weil eben der Reissverschluss kaputt war (nicht mal wirklich, nur der Nupsi ab). Tja.

Ich erinnere mich, mit 18 oder so, habe ich in der Zeitung eine Anzeige gelesen, in der ein blondes kleines Mädchen für eine Kinoproduktion gesucht wurde. (Es war die Rolle der Heldin als Kind in "Jenseits der Stille"). Meine jünsgste Schwester hatte das richtige Alter und die richtige Haarfarbe und so habe ich sie mit 8 (?) ohne Elternbegleitung zum Casting geschleift (falls Sie sich fragen: sie hat die Rolle nicht bekommen. Wie wir alle wissen, war das Mädchen weder taub noch stumm, meine kleine Schwester aber so schüchtern, dass sie KEIN EINZIGES Wort sagen konnte, naja.)

All das ist ein abstruser Mix aus "Wow, was mir zugetraut wurde" und "Wow, wie kann man das jemand so jungem zutrauen/muten/aufbürden?", aber erklärt vllt, warum mir das Wort "Selbstwirksamkeit" so fremd ist, weil "das ist doch normal?!".


Es war übrigens zwischen uns Kindern nicht immer alles super und grossartig und hervorragend, wir haben gestritten, gekämpft, uns geprügelt, uns verraten und angeschwärzt und reingeritten auf eine sehr, sehr üble Art, von der ich froh bin, dass ich sie bei Q und L so nienienie beobachtet habe. 

Heute: gemischt. Wie Sie ja wissen, hat sich eine der Schwestern aus dem Geschwisterverband ausgeklinkt und zwar endgültig. Ich akzeptiere das, derselbe Genmix und dieselbe Geschichte verbindet nicht notgedrungen. Wir anderen drei sind... sehr unterschiedlich, akzeptieren einander in all der Unterschiedlichkeit und unterstützen einander bedingungslos und ohne zu werten. Das ist schon sehr schön und unglaublich viel wert.

Was ich mitgenommen habe: ich wollte nie mehr als zwei Kinder, mir war klar, dass die Kinder unser Wunsch als Eltern waren, deshalb gab es nie Babysitter- oder Aufpasserpflichten vom Älteren für den Jüngeren. Ich wollte aber auch nie weniger als zwei Kinder, weil: das Band zwischen Geschwistern halt schon grossartig ist / sein kann und Eltern als gemeinsame Front sehr bedrohlich und übermächtig sein können und ich nicht wollte, dass ein Kind das alleine aushalten muss. Im Hinblick auf alternde Eltern: auch das ist einfacher auszuhalten, wenn man nicht allein ist als Kind.


So. Sonst ist heute eh nicht besonders viel passiert, das muss reichen.

Sonntag, März 09, 2025

090325

 Hach, hier unten ist es wirklich Frühling! T-Shirt-Wetter, die Zwiebellasagnetöpfe legen richtig los (naja, bisher blühen die Krokusse und sonst kommt ganz viel Grünzeug, ich habe ja vergessen, was ich da noch alles reingestopft habe. Die bisher vernachlässgten Blumenkästen auf dem Balkon blühen auch schon, Stiefmütterchen, Narzisse, Anemonen, RIngelblumen, der Rhabarber kommt auch schon.

Geschlafen habe ich übrigens ganz ok, leider hat "ich kann richtig gut auf der linken Seite schlafen" mit der Rèckkehr auf die heimische härtere Matratze wieder aufgehört. Naja.

Kaffee im Bett, dann nach ewiger Zeit mal wieder Hefezopf und viel Tee zum Frühstück.

Dann: Zeug. Eigentlich hatten der Hübsche und ich angedacht, den Vitra-Campus in Weil anzuschauen, aber dann war so viel Gedöns.... der Hübsche hat das Auto innen blitzeblank geputzt (es muss nächste Woche zur MFK und anscheinend ist die Sauberkeit ein wichtiger Faktor. Draussen kommt morgen dran. Dabei hat er gemerkt, dass der Inhalt des Verbandskasten, sagen wir, nicht mehr ganz up to date ist. Recherche ergab: in der Schweiz ist der gar nicht vorgeschrieben, Warnweste auch nicht, also aus reinen MFK-Gründen kein Grund, den zu ersetzen, aber das ist natürlich nur ein Bruchteil der Wahrheit, weil erstens aus Millionen Gründein ein unabgelaufener Verbandskasten im Auto superwichtig ist (einer der Gründe: wenn man in der Schweiz Auto fährt und einmal kurz nicht aufpasst, hat man die Schweiz schon verlassen und zack, ist der Kasten verpflichtend). Kommt auf die Liste für "morgen zu erledigen"


 Ich habe den Skifahrwäscheberg weiter bearbeitet (musste dabei an Marco Odermatt denken, der auf riesengrossen Bannern an den Liftstationen unangenehm berührt an einer Elektrolux-Waschmaschine lehnte und über ihm stand irgendwas mit Wäscheberg und Gol und was weiss ich.). Es sollte nicht mehr richtig kalt werden, die Skijacken und Hosen sind nämlich jetzt sauber.

Dann habe ich auf dem Balkon (s. Einleitung) Töpfe mit nur Unkraut geleert, vertrocknetes Zeug abgerupft und -geschnitten, jetzt ist alles bereit für die totale Eskalation im Baumarkt mit Frühblühern und so. Wie immer kurz vor dem letzten Frost dann.

Dann war L. soweit und wir haben uns um Geburtstagsgeschenke gekümmert. Ein Kind, das alles hat, das auch weiss, und dann noch einen sehr ausgewählten Geschmack hat, ist nicht so einfach. Aber: wir haben was.


Dann ein missglücktes Küchenesperiment: ich dachte, ich könnte den Fertigpizzateig, den ich für die Skiferien gekauft hatte und den wir mangels Backofen nicht zubereiten konnten, zu Laugenkonfekt verarbeiten, aber naja, nicht wirklich. Werde ich da wohl Laugencroutons draus machen, es verkommt schon nicht. Und aus den restlichen zwei Packungen mache ich... vermutlich einfach Pizza :-)

Dann: fast noch ein bisschen Traurigkeit: die Katzen haben heute Geburtstag (7 Jahre!) und wir haben die Kindergeburtstagskerzenschlange nicht mehr gefunden. Seit 5 Jahren brauchen wir die nicht mehr für die Kinder, sondern nur noch für Auto und Katzen, und sie war nicht dort, wo ich sie vermutet hätte (bei den Kerzen) und nicht in der Box, die mit "Kindergeburtstagsgedöns" beschriftet war. Ich hatte echt keine Lust zu suchen, der Hübsche auch nicht, aber hat trotzdem, alelrdings erfolglos. Er war dann bereit die Tradition zu beenden, und obwohl ich eigentlich viel eher dachte, dazu bereit zu sein, bin ich noch mal suchen gegangen. Eine Kiste, die auf der Vorderseite mit "Kindermaterial kreativ" beschriftet war, hatte auf der Rückseite "PARTY!!!" stehen und naja, das konnte ja keiner ahnen. Jetzt ist die Schlange bei den Kerzen im Wohnzimmer, falls ich mich nächstes Jahr wieder wundere.

Happy Birthday, Katzis!

Jon and Sansa 7 years

Das Autogeburtstagsfoto wurde dann, wo es jetzt blitzeblank ist UND wir die Kerzen parat haben, auch noch nachgeholt. Die Freude über den Katzengeburtstag ist deutlich ungetrübter als die über das Auto, ich meine: "Nazikarre", "Swasticar", Verdacht, Musk- und AfD-Fanboys & girl zu sein.... schad, Digga, schad! Da hilft auch der Aufkleber nur bedingt. Anyway. (in der App kam eine Geburtstagsanfrage zur Zufriedenheit und was Tesla besser machen könnte... Wenn uns das Auto irgendwann remote gesprengt oder abgestellt wird, war das honest feedback zum CEO der Grund.)

8 Years of Defiance


Auf Wunsch von L. gibt es jetzt Rahmspinat, Fischstäbchen/Spiegelei und Bratkartoffeln und dann ist zwar das Wochenende rum, aber frei haben wir trotzdem noch (Morgestraich!). Jemand allerdings hat um 8 einen Physiotermin, aber gut, dann hat man was vom Tag!


Sonst: die Frageliste gibts noch, ich sags nur.

Samstag, März 08, 2025

080325

 Letztes mal am Berg aufgewacht, Semmeln geholt, gefrühstückt, letztes Mal Wohnung durchgeräumt, Auto fertig gepackt, allerletztes Mal Wohnung durchgeräumt (mein Halstuch noch im Bett gefunden), Rechnung gezahlt (*gulp*), dann ab ins Auto und runter nach Hause. 

War nur die Strecke vom Berg zum Supercharger, aber trotzdem cool, wie die Energie halt einfach nicht verloren geht...


Am Supercharger haben die Jungs "Kobra Kai" fertig geschaut, ich habe in der Sonne fasziniert "Butter" weitergelesen. Könnte sein, dass ich eine japanische Phase beginne (habe sehr viel Lust, jetzt Reis mit Sojasosse und Butter zu probieren).

Kurz vor daheim habe ich nioch bei der Apotheke angehalten, erst mein Rucksackpaket abholen (sehr skurril: kostenloser Versand war mit 3-4 Wochen angegeben, Express mit 50CHF aufschlag bin 5-8 Tage. Ich habe natürlich kostenlos gewählt, nach 8 Tagen war das Paket da), er sieht sehr, sehr toll aus, dann Nachschub an Herpescreme. Meine Güte, da hat es mich richtig erwischt!

Daheim haben wir alle angepackt und ausgeräumt, die Waschmaschine hat jetzt eineiges vor. Die Katzen kamen direkt zum Begrüsse und versuchten uns weiszumachen, sie wären überhaupt nie gefüttert worden die letzte Woche.

Apropos Füttern: Pflanzengiessen ist mittlerweile ein rechter Act geworden mit all dem Grünzeug (dem Eukalyptus scheint es nicht gut zu gehen. Kleine Recherche zeigt: joah, er mag halt Knallsonne und nicht drinnen sein. Jemand wird morgen auf den Balkon ziehen!

Nochmal apropos Füttern: die zwei Scoby- Ableger, die so vor sich hingewachsen sind, sind mittlerweile viel hübscher als die grossen, die total fransig und braun und eklig aussahen. Ich habe also einen 100% -Austausch vorgenommen und die alten Scobys von dem braunen Grusel befreit und in frische Hotelgläser gelegt, die neuen Scobys in einmal klassisch Schwarztee und einmal Hagebuttenminztee gelegt. Lets see.

Dann: Wocheneinkauf, ein bisschen uninspiriert, aber hilft ja nix.

International Women's Day Blumen von unerwarteter Seite geschenkt bekommen und mich aus Gründen sehr, sehr gefreut!

Jetzt: Essen kochen in meiner Küche, mal sehen, ob ich es noch kann (Pilzquesadillas mit Sour Cream, Q. wird Guacamole beisteuern, hoffentlich)