Freitag, Mai 21, 2021

210521 Frei-Tag. LOL

 Eigentlich hatte ich für heute geplant, Überstunden aubzubauen. Allerdings  hatte ich gestern abend in dieser Woche schon 45h gearbeitet, also wäre ein Abbau eh nicht möglich. Stattdessen habe ich also "Ferien vom Vorjahr" eingegeben, ich alter Fuchs.

Nicht überraschend, nachdem ich ja die ganze Woche praktisch nur gearbeitet, gekocht und gestrampelt habe, aber der freie Tag war gar nicht mal besonders frei. Aber hey, jetzt ist ja langes Wochenende und das auch noch sturmfrei, weil die Kinder ja morgen ins Pfila fahren.

Damit es nicht wie die letzten Tage erst um halb 10 abends passiert, habe ich den Tag direkt nach dem Frühstück um halb sieben mit einer Crosstrainereinheit gestartet. Ich bin überrascht, wie überrascht ich war, dass meine Beine immer noch sehr müde waren, nachdem ich gestern eben um halb 11 erst vom Gerät runtergestiegen bin.

Geduscht war ich bereit zum Wocheneinkauf, aber der Coop hatte noch nicht offen, also habe ich (kleine Übersprungshandlung) den Pizzastahl mal wieder ordentlich geschrubbt und eingeölt und eingebacken. Und, weil ich schon dabei war, alle Backbleche auf Hochglanz geschrubbt. Und die FFP2 Masken, die der Hübsche und ich ja immer nur kurz tragen, aufgebacken (die Kinder tragen jeden Tag eine frische in der Schule, wir tragen sie ja nur zum Einkaufen, Arzt oder wenn wir eine neue Küche planen oder so).

Dann: Wocheneinkauf, heute mal ganz allein. Vermutlich reichen Chips und Gummibärchen und Schokolade nur bis Dienstag oder so.

Daheim habe ich nach dem Einräumen (ich hoffe sehr, meine Abschätzung ist richtig und der neue Kühlschrank und Gefrierschrank sind in Summe ein bisschen grösser als jetzt, mit zwei hungrigen Teenagern und 2 Erwachsenen im Homeoffice und nur einmal die Woche einkaufen reicht unserer gerade so mit ein bisschen arg viel quetschen.) dann den ersten Friseurtermin seit November abgemacht. Es wäre auch jetzt erlaubt, aber ich habe mich auf 2 Wochen nach 2. Impfung eingestellt und so mache ich das jetzt auch. Damit startet der Küchenumbau dann mit frechem Kurzhaarschnitt! Ich habe noch nachgefragt, weil die Kontaktverfolgung im Friseurladen via Luca-App stattfindet und neben all den Datenschutz- und Tralalala-Bedenken KANN ich die gar nicht installieren, weil mein Handy HomeCountry Schweiz hat und da gibt es die App gar nicht im Playstore. (oder gab es sie vor zwei Wochen nicht, als ich das letzte Mal geschaut habe). Dem Haareschneiden steht das trotzdem nicht im Weg, weil ich händisch erfasst werden kann und ich habe sozusagen Compliancepunkte bekommen fürs Fragen.

Dann war Mamataxi angesagt, etwas, was ich ja praktisch NIE mache, weil wir ja extra an einen Ort gezogen sind, wo die Kinder alles selber zu Fuss erreichen können oder halt mit dem ÖV. Heute aber ging das nicht, weil wir in Q.s Mittagspause von 12 bis 13:30 drei Orte weite rzum Corona-Schnelltest musste und zwar pünktlich um halb eins, L. auch, und so habe ich Q. vor der Schule eingesammelt, bin mit einem Schlenker bei unseren Briefkästen vorbei zum L.-Einsammeln mit beiden ins Nachbardorf zur Walk-In-Hausarztpraxis gefahren, in der eine der Pfadileiterinnen arbeitet und die Testslots reserviert hatte. Anmeldung ausfüllen, Kinder mit Krankenkassenkarte reinschicken ("In einem Ohr gings nicht so tief rein, da hat sie dann das andere genommen" "OHR?!""Dings, Nasendings!"),15 Minuten warten, dabei die mitgebrachten Sandwiches/Salatbowls verdrücken, negative Testresultate abholen, Q. wieder zur Schule bringen (rechtzeitig zur Deutschstunde), mit L. wieder heim. (ich weiss schon, warum wir  hierher gezogen sind, auch wenn das nicht der lauschigste Ort aller Zeiten ist,  aber ALLES, (Sport, Musik, Freizeit) mit Rad, zu Fuss, mit ÖV  erreichbar ist).

Daheim ging es dann ans Französischlernen (L. hat nächste Woche einen Test und das Wochenende fällt wegen Pfila zum Lernen flach), Packen (Ich, obwohl das eigentlich die Kinder mit Packliste super alleine machen, aber eben: L. sollte lernen, Q. hat Schule bis viertel nach fünf, ich habe frei, da bin ich mal nett.) der beiden Lagerrucksäcke und dann noch zum Augenarzt (ich glaube, das habe ich gar nicht erzählt? Ich habe jetzt nicht nur eine Hausärztin, sondern auch einen Augenarzt, weil ich eine "Episkleritis" habe. Was gut ist, weil ich DACHTE, dass mein Auge vielleicht platzen würde oder eine Hirnvene oder irgendwas in meinem Kopf und nein, ich muss nur Augentropfen nehmen und es wird. Ich bin sehr zufrieden, weil es sich eben nicht mehr nach Platzen anfühlt, der Arzt noch nicht so, aber wir werden uns einigen).

Ich habe aus Kleingeldmangelgründen die "SBB Park + Rail" App installiert, das war erstaunlich langwierig, aber ich kann jetzt an allen Schweizer P&R Parkplätzen per App bezahlen.

Daheim: fertig gepackt, Pizzaofen vorgeheizt, mit dem grossen Kind durch alle Kleiderschränke gegangen, um zu schauen, welche Jeans ihm noch passen würden, und deshalb endet das jetzt abrupt, weil der PizzaTEIG noch fehlt und vier Leute sehr hungrig sind.

Donnerstag, Mai 20, 2021

200521 Corona: Status quo bei uns im Alltag

 Das mag jetzt nicht unglaublich spannend sein, aber ich denke ja an die Zukunft und die Horden an Schülern, Studenten, Wissenschaftlern und meine Enkel, die das hier ja sicher mal lesen werden, und deshalb werde ich heute mal festhalten, was die Covid-Pandemie für uns hier und heute im Alltag von Monat ungefähr 15 oder 16 bedeutet:

Aktuell: Der Aargau liegt aktuell ziemlich genau im Schweizer Durchschnitt, gestern war es eine 7-Tage-Inzidenz von 90, heute sind es 104.

Schule:

Die Kinder gehen beide seit Anfang Mai letztes Jahr "normal" zur Schule. Will heissen: alle Kinder, alle vor Ort, alle Fächer. Aktuell werden in Innenräumen Masken getragen (Sport ist viel draussen, aber auch wenn drinnen, werden keine Masken getragen), ganz neu draussen nicht mehr.

Wir testen die Kinder jeden Schultag mit Selbsttests vor der Schule (im Wechsel, also jeder ist jeden zweiten Tag dran), demnächst werden sie auch in der Schule einmal wöchentlich mit einem Pool-PCR-Test getestet (montags ist dann Spucke von daheim mitrbinen angesagt). All das ist freiwillig (ich habe keinen Überblick, wer da mitmacht und wer nicht, ich möchte das vielleicht auch gar nicht wissen. Obwohl. Doch. Eigentlich schon, Ich möchte meine postpandemischen Kontakte gerne nur noch mit Leuten, vor denen ich die Achtung nicht intrapandemisch wegen Verhalten verloren habe.)

In Q.s Mensa dürfen maximal 4 Schüler an einem Tisch sitzen, Masken dürfen nur zum Verzehr abgenommen werden.

Arbeit:

LOL, was soll ich sagen: der Hübsche und ich sind im Homeoffice, ich war seit dem 13. März 2020 3x im Büro. Aktuell gilt in der Schweiz noch Homeofficepflicht, bei mir bedeutet das, dass nur Mitarbeiter, die physisch vor Ort sein MÜSSEN, aufs Werksgelände dürfen. Für "Bürogummis" wie mich bedeutet das: nur wenn ich irgendwas phyisch unterschreiben muss und als Hardcopy verschicken muss. Oder nur in Papier verfügbare Dokumente brauche. Das waren die dreimal seit März.

Wir sind mittlerweile extrem gut organisiert und ich mag es eigentlich sehr, sehr gern mittlerweile und mag mir die Zeitverschwendung durchs Pendeln gar nicht mehr vorstellen. Was überhaupt nicht klappt: Arbeitszeiten einhalten. Ich arbeite mittlerweile jeden Tag von vor sieben bis mindestens um sechs, gern auch mal länger. Ich habe keine Ahnung, wie ich meine Überstunden loswerden soll. Oder meine Ferien. Oder die vom letzten Jahr.

Sport:

der Hübsche geht schon lang nicht mehr zum Kampfsport, sondern stattdessen draussen rennen oder drinnen "Killerworkouts" machen. Ich crosstrainere praktisch jeden Tag, damit ich in den nicht mit Arbeit verbrachten Stunden trotzdem auf meine 12k+ Schritte komme. L.s Volleyballtraining läuft seit den Sportferienim Februar wieder. Sie müssen schon umgezogen kommen, aber es spielt die volle Gruppe. 

Pfadi: 

Pfadiaktivitäten finden statt, immer noch mit Maske und Abstand, sofertn möglich (wenn jemand zB sich verletzt oder vom Baum fällt, wird geholfen, nicht nur aus der Ferne), obwohl alles draussen. Seit eta einem Monat dürfen sie wieder Essen mitnehmen und auch gemeinsam essen, wenn auch nicht teilen.  Ins Zeltlager fahren sie jetzt auch alle zusammen, jedes Kind muss zum Abfahren einen max 48h alten Test (Schnelltest) aus einem offiziellen Testzentrum haben und einen Selbsttest vom Abfahrtsmorgen, während des Lagers gilt Maskenpflicht.

Freunde

L. trifft sich regelmässig mit seinen zwei besten Freunden. Auch drinnen, auch ohne Mindestabstand. Sie (und wir, wenn die da sind) tragen dann Masken. Q. hängt meist in der Schule mit seinen Buddies ab oder halt bei den Pios jede Woche zum Hock.

ÖV

nutzt aktuell niemand, Q. fährt bei jedem Wetter mit dem Rad. Sonst: Maskenpflicht im ÖV (ich bin seit dem letzten März nicht mehr mit dem ÖV gefahren)

Freizeit

Naja, in der Schweiz haben FItnessstudios, Museen, Kinos, Theater, Restaurantterrassen offen, wir haben bisher noch gar nix dahingehend gemacht. Hängt auch damit zusammen, dass die für uns erreichbaren Restaurrantterrassen das Coop-Restaurant mit dem Blick auf den Parkplat und der Grill vor dem coop Bau&Hobby mit dem Blick auf den gleichen Parkplat, nur von der anderen Seite sind. Und der McD mit Blick auf die Schnellstrasse (und wenn man ein bisschen ums Eck schaut, auf den CoopParkplatz). Am Wochenende werden der Hübsche und ich gleich in zwei Museen gehen. Mal sehen, wie das so wird.

Urlaub/Reisen/Grenzübertritte

Wir waren seit letzten November nicht mehr in Deutschland. Seit letzer Woche könnten wir wieder zum Einkaufen OHNE Quarantäne nach Bawü, wir werden das am Wochenende mal vorsichtig antesten (Pakete abholen, Eszettschnitten, Flammkuchenböden, frisches Frittierfett, St Germain-Likör). Verwandtschaftsbesuche sparen wir uns auf bis wenigstens alle Erwachsenen durchgeimpft sind (aktuell könnten wir, so weit ich weiss, meine Schwester in Bawü besuchen, Bayern bin ich mir nicht sicher). Für den Sommer planen wir keinen Urlaub, erstens weil ich mir nicht vorstellen kann, dass ich mich erholen und entspannen kann, wenn ich dauernd testen, Maske tragen, weiss der Geier was, machen muss, zweitens weil wir ja eine neue Küche bekommen, drittens fahren die Kinder ins Sola mit den PFadis. Wir werden sehen, was in den Herbstferien geht, allerdings hat da Q. schon wieder einen Pfadiausbildungskurs, der Hübsche hat den ersten Messe-Termin IN ECHT IM AUSLAND, vllt machen L. und ich was.

Einkaufen

Lebensmittel habe ich ja schon immer nur einmal die Woche eingekauft, das ist immer noch so, halt seit November vor Ort, nicht im Dytschen. Mal sehen, wie wir das weitermachen. Ansonsten haben in der Schweiz alle Läden schon seit März (?), glaube ich, normal offen, d.h. man muss Maske tragen und es darf nur eine definierte Anzahl Leute in den Laden, aber kein Test oder was auch immer, und ich habe noch NIE erlebt, dass man anstehen musste oder nicht reindurfte. Aber gut, wir kaufen auch fast alles online.

Friseur:

Hat in CH schon lang wieder auf, aber ich bin picky und meinem Stammladen in D treu. Theoretisch dürfte ich jetzt hin und mit der aktuellen Inzidenz sogar ohne Test und vollständige Impfung, aber das kann ich jetzt auch noch abwarten (Plan: 2. Impfung +14 Tage, dann kommt die Matte ab. Solange habe ich Zeit, rauszufinden, was ich mache, weil der Laden Kontaktverfolgung per Luca App macht. Abgesehen davon, dass ich kein Fan davon bin, kann ich die nicht mal auf mein Schweizer Hand laden....


Masken:

Pflicht ist in der Schule, auf dem gesamten Werksareal, auch draussen, in allen Geschäften, Bahnhöfen, und belebten, festgelegten Bereichen in den Städten. Bei uns auf de Dorf: tatsächlich nur in den Geschäften/Schule/öffentlichen Gebäuden, bei uns verteilt sich ja alles.

Tja. So ist das aktuell. Um mit Dyatlov aus "Chernobyl" zu sprechen: "Not great, not terrible"

Mittwoch, Mai 19, 2021

190521 Revolution kostet Zeit

 Neben Jonnysuchen und Sorgen um ihn machen (er scheint in Frühlingslaune zu sein und tauchte auch heute den gazen Tag seit halb sieben morgens nicht auf, aber heute werde ich nicht wieder 2h draussen suchen. Gestern hatte ich Horrorvorstellungen der verschiedensten Art und dachte nur "Wenn er irgendwo ist, wo er heimkann, wäre er doch längstens da." Naja, oder halt auch nicht, wenn noch wichtige Katzendinge zu erledigen sind), sondern drauf vertrauen (HAHAHAHAHA), dass er sich auskennt und wieder hemkommt, wenn ihm danach ist.), hatte ich gestern ein Meeting, in dem nicht nur ich sehr ärgerlich und enttäuscht war. Ich habe die Nacht über gehadert, ob ich (mir) sagen soll: "OK, ich habe meine Meinung dazu mehrfach fast schon unhöflich deutlich gesagt, wenn man es nicht hören will, muss man es fühlen und an die Wand fahren." oder ob ich (weiter) kämpfen soll und für mein Produkt eine Meuterei anzetteln soll. Ich habe die verschiedensten Ratschläge dazu bekommen und mich (natürlich) für einen Meuterei-Versuch oder eine kleine Revolution entschieden. Ich habe Mitstreiter, werde noch ein paar Verbündete klar machen und dann schauen wir mal, ob wir mein Produkt aus einem Pilotprojekt loseisen können, das dafür nullkommanull passt.

All das (das Aufregen, Nachdenken, Allianzen schmieden) kostete erstaunlich viel Zeit, dazu fingen dann einige andere Baustellen zu brennen an und während ich jonglierte und gleichzeitig mit 4 Personen zu drei verschiedenen Themen chattete während eines Meetings zu einem vierten Thema, schrieb ich in eine Mail, die ich ohne Witz 64 Minuten nach Eintreffen der Anfrage beantwortete: "Sorry for the delayed reply" und es war nicht mal daneben, weil ich in dieser Zeit dreimal gefragt worde, was denn jetzt wäre. Wenn ich all das gewusst hätte, hätte ich die Revolution wegen keine Zeit NICHT gestartet.

(Der Hübsche hat gerade ein Bankselfie von sich und Jonny geschickt, ich kann meine Schultern entspannen)

Ausserdem war heute Abendmeetingtag ausser der Reihe, was mich einerseits erstaunlich gestresst hat (ok, vllt besonders vor dem Hintergrund, das der Tag bis dahin eher 3 Tage war), andererseits war es aber grossartig, ich hatte nämlich Kontakt mit neuen Leuten aus Bereichen, mit denen ich bisher noch nie zu tun hatte, und zwar Device Development. Bisher hatte ich ja "nur" Small Molecule-Produkte, da sind Devices eher lowtech-Geräte wie PIBAs ("Press in Bottle adapters") mit "Oral Dispenser" für die pädiatrischen Formulierungen (seitdem betrachte ich die Ibuprofensirup-Flaschen mit ebendiesen Dispenserkits mit ganz anderen Augen), Messbecher, Messlöffel, manchmal Dropper und ganz manchmal auch Prefilled Syringes, also Fertigspritzen. Jetzt habe ich ja neu ein Bio-Produkt und da gibt es ganz andere Dinge, wie Autoinjektoren etc, aber auch hier habe ich dne Jackpot gezogen und ein Einhornprodukt  in unserem Portfolio bekommen, nämlich eins zum Inhalieren und dafür braucht es eben Nebulizer. Darum ging es heute und ich habe hemmungslos alles gefragt, was mir einfiel und naja, ich bin mir nicht sicher, ob mein kalifornischer Counterpart entweder unglaublich höflich war oder sich freute, so viel erklären zu dürfen, oder halt wirklich all meine Fragen "Excellent questions" waren. Ich habe aber excellent answers bekommen.

Das Abendessen hat dann allen erstaunlich gut geschmeckt (Vegi-Pasteten mit "Hack", Lauch, Cheddar etc), wir haben sehr gemütlich zusammen Shield geschaut und ich werde jetzt viel später als geplant, auf den Crosstrainer springen, um noch ein bisschen Anspannung rauszustrampeln. Hilft ja nix.

Gegessen:

Irgendwas zum Frühstück, hoffe ich (falls nicht, könnte das meine mittelgute Laune am Morgen erklären)

Rest Süsskartoffelkokoslinsensuppe 

Pastetenzeugs mit Salat


Gesehen: "Shield", "Greys"

Gelesen: "Die Shitstormrepublik" (kann ich Ihnen nur ans Herz legen, nicht nur, weil man merkt, dass Gendern überhaupt nicht weh tut, auch weil es zumindest mich schlucken lässt und auch das eigene Postingverhalten mal überdenken. Damit meine ich nicht nur, spitze/gemeine Kommentare, die je nach beim Gegenüber viel verletzender als gedacht ankommen können, sondern auch: öfter mal jemandem zur Seite springen oder persönliche solidarische Nachrichten schicken, auch wenn man denkt, der/die Andere weiss doch eh, dass wir auf der selben Seite stehen. Ich bin noch nicht durch, aber das sind meine Gedanken bis anhin)

Dienstag, Mai 18, 2021

180521 oh, boy

Eigentlich wollte ich Joëls Montagsfrage heute beantworten,  dann hat sich das Tagesfazit auf "Jonny ist weg und keiner hat ihn heute gesehen" reduziert, 19k Schritte später war er genau dort, wo er sonst auch immer ist und wo wir ihn schon 100000mal heute nicht gefunden hatten, und jetzt bin ich sehr erschöpft. Und muss allen Nachbarn und Jonnys Freunden Bescheid sagen, dass alles gut ist. Und Jonny mehr Essen parat machen.

Montag, Mai 17, 2021

170521 Das mit dem Hausarzt

Als ich noch nervös auf einen Impftermin wartete (klingt, als wäre das ewig her  :-)), und hier angekündigt wurde, dass nun auch die Hausarztpraxen impfen würden, wurde mir (und dem Hübschen) bewusst, dass wir ... gar keinen Hausarzt haben. Weil: warum? (OK, für einen Impftermin wäre das schon toll gewesen).

Als ich meinem Kinderarzt entwachsen war, war ich jung und gesund respektive zog öfter um als ich krank war. Ich hatte meinen Zahnarzt, meine Gynäkologin, einen Augenarzt, das wars dann eigentlich auch schon. In unseren drei Jahren in München gingen wir ein paar Mal zum Allgemeinarzt in der Strasse, dann zogen wir nach Basel, ich suchte mir eine neue Gynäkologin, zum Zahnarzt gingen wir beim Cousin des Zahnarztes meines Chefs (steht auch noch auf der Liste zum Neufinden), statt zum Augenarzt ging ich zum Optiker, für Impfungen zum Werksarzt, für ein oder zweimal krank ging ich zu einem Allgemeinarzt im Quartier. 

Dann zogen wir aufs Land, blieben dem Cousin des Zahnarzts treu, ich meiner Gynäkologin sowieso (irgendwann ging sie in Rente und ich bleibe jetzt der neuen treu, auch wenn die jetzt umgezogen ist und ich mich auch nach 3 Jahren noch nicht an die neue Adresse gewöhnt habe.) 

Ich habe zu einem Pharmaunternehmen gewechselt, das einen grossartigen medizinischen Dienst auf dem Areal hat, wo man nicht nur geimpft wird, sondern auch einfach ohne grosses Termin- und Anreisedrama schnell von der Arbeit zum Arzt einen Bau weiter gehen kann, wenn man Bauchwehmirisschlechthalsweh hat. Oder gegen einen Laternenpfahl geradelt ist. Oder sich die Schultermuskeln zu einem einzigen Schmerzball zusammengekrampft hat. 

Für die paar Sachen, die ich nicht beim Werksarzt besprochen habe, zB, weil ich zB im Mutterschaftsurlaub zu Hause war oder so, habe ich mich bei der Allgemeinarztpraxis im Ort gemeldet. Das war ... strange. Sehr, sehr strange. Die Praxis wirkte wie eine Zeitreise in die 70er, einiges davon sicher dem Umfeld in einem 70er-Betonbau geschuldet, einiges dem Akzent der Ärztin, der mich so sehr an eine Freundin meiner Mutter eben aus dieser Zeit erinnerte, so dass ich mich direkt zurückversetzt fühlte, und der Rest halt der Ausstattung. Ich wurde wegen Nebenhöhlenentzündung zwei oder dreimal dort geröngt (ich habe schon gar keine Ahnung, ob das wirklich JEDESMAL nötig ist) und das Röntgengerät sah aus, als wäre es schon in den 70ern gebraucht auf Ebay geschossen worden. Seitdem fühlte ich mich auch im Wartezimmer neben dem Rüntgenraum nicht mehr richtig gut.

Einmal war ich mit meiner blutenden Niere dort, hatte mich unter Schmerzen hingeschleppt, mir wurde draufgeklopft, "Vermutlich Nierenstein" attestiert, und ein Termin in einer Bildgebungspraxis drei Tage später ausgemacht. Weil man vor Ort keinen Ultraschall hatte (Hatten Sie schon mal Nierenkoliken? Ich halte das keine drei Tage aus). Seitdem war ich nicht mehr dort, für die Niere gehe ich jetzt da direkt ins Unispital, leider wurde das zwar durchdiagnostiziert, aber leider im letzten Moment doch nicht repariert, weil weg.

Das war also mein Stand mit Hausarztpraxis, beim Hübschen ähnlich, aber nach einem guten Jahr Homeoffice und dementsprechend nicht dem Werksarzt vor der Tür, hat man ja doch Zeit, sich Gedanken zu machen, und nachdem dem Hübschen beim Ausmachen seines Termins in der Uniklinik für Schilddrüse wieder einmal nahegelegt wurde, das doch in Zukunft via Hausarzt zu erledigen zu lassen, machte ich mich also auf die Mission "Hausarzt".

Als erstes fand ich raus, dass die Hausärztin mit der Stimme der Freundin meiner Mutter schon vor Jahren in Rente gegangen war und ihre Praxis nun von jemand anderem geführt wurde, erinnerte mich dunkel, dass der andere auch vorher schon mal da war und auch nicht wirklich überzeugte, naja, ist halt auch echt schwer in dieser Räumlichkeiten.

Ich habe also gegoogelt, im Nachbarort gibt es einige Gemeinschaftspraxen, auch in neuen Räumlichkeiten (habe ich rausgefunden beim Kinderarztbesuch und beim, stimmt, die habe ich auch seit Jahren, Hautärztinbesuch), allerdings ist die, auf die ich gehofft habe, eine Frauenheilkundepraxis, und da möchte ich nicht wechseln, also habe ich die nächste angeschrieben, ganz banal: "Hallo, wir würden gern die Hausarztpraxis wechseln, nehmen Sie neue PatientInnen an, wenn ja, wie würden wir das machen?"

Die Antwort war: "Bitte rufen Sie uns an."

Also habe ich angerufen, die Situation erklärt und bekam eine sehr irritierende Antwort: "Wenn Ihre Hausärztin in Rente geht, müssen Sie bei ihrem NachfolgerIn bleiben."

Ich war sehr irritiert, aber wer weiss, ich kenne mich ja nicht aus mit Hausärzten und vielleicht habe ich das mit "freie Arztwahl" bei der Krankenkasse missverstanden, und ich wäre nun auf ewig an die Betonpraxis mit dem Röntgengerät aus der Hölle und mit ohne Ultraschall gefesselt., deshalb fragte ich nach: "Ist das eine generelle Regel in der ganzen Schweiz oder im Aargau oder haben Sie sich das grad ausgedacht wollen Sie mir damit sagen, dass Sie keine neuen Patienten aufnehmen, obwohl ich genau das in der Email gefragt habe mit allen Hintergründen und wir uns das ganze Gesrpäch hätten sparen können?"

Und so war es dann auch: "Wir sind voll, wir nehmen nur neue Patienten, die keinen Hausarzt haben"

OK, hätten wir einfacher haben können, aber naja, vielleicht haben es Hausarztpraxen nicht ganz so mit Emails und Online und so, auch wenn man einen anderen Eindruck bekommen könnte, wenn man den prominenten Twitterhausärzten so zuhört. Aber gut, das Bild, das dort gezeichnet wird, bringe ich sowieso nicht mit meiner Hausarzterfahrung auch nur ansatzweise in Einklang.

Anyway, ich habe also die nächste Praxis angeschrieben und war sehr verwirrt, denn nur 10 Minuten später bekam ich eine Antwort mit "Ja, gern, bitte machen Sie doch einen Kennenlerntermin ab, bringen Sie dazu die Akten Ihrer alten Praxis mit."

Der Anruf in der alten Praxis war mir dann tatsächlich relativ unangenehm, weil ich sie ja verlassen würde, aber anscheinend schien sie das gar nicht zu kratzen und ich könnte die Akten ("Viel ist es ja nicht") in zwei Wochen abholen, solle halt einfach nochmal anrufen.

Nach zwei Wochen rief ich also an, man war erst sehr verwundert, dann fand man doch etwas parat gelegt ("viel ist es ja nicht"), bestellte mich für heute ("Sie können das von Ihrem Mann auch mitnehmen, müssen aber unterschreiben.") und gut.

Ich marschierte da also heute hin, bekam direkt wieder Beklemmungen, fand nach verschiedenen Fehlversuchen die richtige Tür (ich stand an der Tür, an der "Praxis Dr. Dingens, bitte läuten, Eintritt nur mit telefonischem Termin" stand, läutete, es summte, die Tür liess sich nicht öffnen. Das machte ich dreimal, dachte, irgendwann würde jemand merken, dass da was nicht funktioniert, aber nein. Ich rief also bei der Praxis an, erklärte mein Problem, "Stehen Sie vor der Tür?!", irgendwo anders ging eine andere Tür auf "Ach, die da hinten, die nutzen wir nicht.", und schon hatte ich kein schlechtes Gewissen mehr, dass ich da wegwollte. Noch mehr, als ich auf der Theke neben dem "Maskenpflicht"Tralalala-Schild eine Glaskugel voll selbstgenähter Stoffmasken zum Verkauf sah. Meine Güte, die haben schon nichts getaugt, als es noch keine medizinischen Masken zum Spottpreis gab, warum verkauft man die nach 15 Monaten IMMER NOCH?

Es ging relativ lang, bis die Akten "Viel ist das ja nicht" gefunden wurden, mir wurde meine zur Unterschrift vorgelegt, dann hiess es: "Für ihren Mann auch? Wir geben die eigentlich nur persönlich raus!" Und dann hatte ich echt keine Lust auf das Kaschperltheater mehr und sagte, was ich jetzt so oft gehört hatte: "Naja, viel ist es ja nicht", grabschte mir die Akte, kritzelte meine Unterschrift drauf und marschierte raus. Immerhin ging die Tür auf, das wäre ein unrühmlicher Abgang gewesen.

Der Termin bei der neuen Praxis steht, es kann nur besser werden. (Viel haben wir ja nicht.)


Sonst so:

Ich habe im Rahmen der Pandemie angefangen, Lokalnachrichten zu lesen, vor allem um über das lokale Infektionsgeschehen, Massnahmen und Impfgedöns zu lernen (also: BAZ, bz, Aargauer Zeitung) und da gibt es schon nicht nur das eine oder andere Rabbithole, in das man fallen kann (Sexuelle Belästigung in Anthroposophen-Restaurants incl Austanzen der Situation by proxy, googeln Sie mal "Unternehmen Mitte", wenn es Sie interessiert, Ratsmitglieder auf Abwegen, Strafprozesse, und neu diese Perle, die vielleicht Leute, die NICHT früher dort gearbeitet haben, gar nicht so goutieren können. Nur durch den Hübschen hingegen wurde ich auf diesen ... nicht so wirklich fesselnden Artikel aufmerksam, mit Perlen wie "Genau genommen lebten in der Gemeinde 45 Pferde (-34.8%), 13 Rinder (-71.7%) und null Geflügel (-100%)." und "Keiner dieser Höfe produzierte nach biologischen Kriterien. Im Vergleich zum Vorjahr war das insgesamt ein Bauernbetrieb weniger. Der Anteil Biohöfe blieb unverändert." Der einzige Satz, der den Artikel aber wirklich spannend macht (neben der Frage nach den 100% verschwundenen Hühnern) ist der letzte. "Dieser Artikel wurde mit Unterstützung eines Algorithmus erstellt." 

R U ok, Lokaljournalismus?

Sonntag, Mai 16, 2021

160521 Nüscht. Oder zuminfest nüscht schlimmes.

 Häufige Nebenwirkungen:

Schmerzen an der Enstichstelle/Oberarm (das haben wir beide, aber gut, das habe ich bei jeder Impfung)

Kopfschmerzen (ich habe fest damit gerechnet, allein wegen der nachlassenden Anspannung spätestens auf dem halbe Heimweg höllische Kopfschmerzen zu bekommen, aber nein, gar nix.)

Übelkeit (nein, ich hatte gestern den ganzen Tag einens ehr flauen Magen und heute dementsprechend unglaublich Hunger. Rhabarberkuchen ftw!)

Müdigkeit (oh ja. Ich habe heute bis halb neun geschlafen, das habe ich schon ewig nicht mehr und war den ganzen Tag auch eher müde. Ich würde das allerdings weniger auf die Impfung schieben als darauf, dass ich seit MONATEN angespannt auf eben die Impfung hingefiebert habe. Und dass ich gestern wegennervös über 24000 Schritte rumgetigert bin. Und heute halt genau gar nix mache ausser ein, zwei Katzendründchen durch den Regen)

Fieber/gripppeähnliches Gefühl: nope.


Dementsprechend: alles easy, wir haben mit den Lieblingskatzennachbarn Impfstories ausgetauscht (warum hat mir vorher niemand gesagt, das "Bärli"-Impfräume in Schweizer (Aaraguer?) Impfzentren a thing sind?), Rhabarberkuchen gebacken und gegessen, Ich habe den Schrank mit Kerzen, Wolle und Strickanleitungen ausgemistet und sortiert, ich habe gebadet, "Greys Anatomy" geschaut (ganz ungewohnt, dabei nicht zu wschwitzen und zu keuchen), ein ungespannt vergessenes Strickstück gespannt, Socken gestrickt (es ist kalt und nass draussen, Herbstfarben fühlen sich richtig an, auch wenn ich rational weiss, dass es vermutlich in 3 Tagen wieder Hochsommer ist), L.s Sachen für die Projektwoche gepackt, Enchiladas gemacht.

Und immer wieder von einem Kind umarmt worden und "Ich bin so froh, dass ihr geimpft worden seid" zugewispert bekommen. Doch, könnte sein, dass "es" an uns allen nagt.

Samstag, Mai 15, 2021

150521 Ümpf

 Unruhig geschlafen,  trotzdem um halb sechs, als die Katzen rauswollten, beschlossen,  dass es gescheiter ist, noch ein bisschen weiterzuschlafen. Um halb acht eine Folge "Grey's Anatomy" auf dem Crosstrainer abgestrampelt, geduscht, dann geärgert, dass das rote juckige Auge zurück ist, diesmal auf der anderen Seite. Noch mehr geärgert, als die fancy Diagnose-App der Krankenkasse nach 400Fragen und zwei Fotos messerscharf schlussfolgerte, dass ich mal weniger Bildschirmzeit einplanen sollte, nicht reiben und das Ganze beim Hausarzt überprüfen lassen sollte. Ich hatte mir irgendwie mehr erwartet, dass ich grad ein Rezept zum Ausdrucken bekäme. (Hausarzt: das ist noch ein ganz anderes Thema, das schreibe ich die Woche nochmal auf)

Der Hübsche bekam auch sein Fett ab, als er diagnostisch helfen wollte,  ich aber das längst hinter mir gelassen hatte und alles, was kein Rezept für Aufentropfen war, als nervige Einmischung verstand. Liebe MailschreiberInnen und InstanachrichtenschreiberInnen, die Sie es einfach nicht einsehen können oder wollen, dass ich wirklich keine Tipps möchte, auch Ihren absolut superen nicht, grämen Sie sich nicht, der Hübsche ist seit 24 Teil meines Lebens und knabbert da immer noch dran.

Den Rest des Tages war ich nervös und aufgeregt, habe mit dem Hübschen ewig lange Katzensuchrunden gemacht (klar, dass Jonny heute kein einziges Mal auftauchte, bis wir losmussten, oder?), habe als Übersprungshandlung das Kochbuchregal ausgemistet und sortiert, mit dabei den Daumennagel rechts ganz fies gequetscht/gehäutet, bisschen geweint, gestrickt, mit den Kindern abgemacht,  dass sie nicht im strömenden Regen anderthalb Stunden mit im Auto sitzen müssen und dann 2h warten, bis wir geimpft sind, sondern daheim bleiben können.

Und dann: ging es los. In 14 Jahren Aargau war ich heute zum, ich glaube, dritten Mal in Aarau.  Das erste Mal war es die Hochzeit eines Kollegen, das zweite Mal ein Kinderunihockey-Spiel und jetzt halt Impftermin. Schöner Abriss, was in den letzten 14 Jahren so passiert ist. Hochzeit, Kinder, Corona.

Ich hatte ja jetzt schon von vielen Freunden, Verwandten, Kollegen, Internetmenschen Impfzentrumserfahrungen gehört: es gab Messehallen, Tennishallen, Kasernen. Überall war Militär, Securitas, Ausweiskontrolle, und überall war Anstehen. Unser eigentliches Impfzentrum wäre der Festsaal des Nachbarstädtchens gewesen, das wäre bestimmt sehr hübsch, aber wegen lieber schnell statt hübsch haben wir uns ja nachträglich für alle Impfzentren im Aargau registrieren lassen und sind dementsprechend im Kantonsspital Aarau gelandet.

Wir sind halt wir und deshalb sehr zeitig aufgebrochen und waren deshalb 45 Minuten vor meinem Termin im Krankenhausparkhaus. Des Hübschen Termin war ja 90 MInuten nach meinem, wir rechneten damit, dass alles so durchgetaktet wäre, dass man sicher auf gar keinen Fall VOR dem Termin drankäme, wollten nicht drängelig wirken und waren tatsächlich kurz versucht, im Auto den Kaminfeuermodus anzumachen und eine Dreiviertelstundelang auf dem Centerscreen Netflix zu schauen. Aber: nachdem ich gestern schon fast mal rekognoszieren gefahren wäre, sind wir halt "erstmal kurz schauen" gegangen, mit der Option, wenn man draussen im Regen warten müsste (ich rechnete mit sehr viel Warten.), halt wieder ins Auto zurückgehen würden.




Erste Überraschung: das Impfzentrum ist ein Zelt auf einem Parkplatz. Davor standen zwei Männer in Leuchtwesten, keine Schweizer Garde, keine Rekruten, keine Verkehrskadetten, keine Ausweiskontrolle, nur "Sind Sie zum Impftermin da, darf ich Ihnen die Tür aufhalten?"

Zweite Überraschung: keine Schlange. Nicht davor, nicht drin.  Wir wurden sofot an ein Empfangspult gewunken, man wollte nur unsere Krankenkassenkarte sehen, dann kam das Übliche "Wo kommt denn der Name her? Österreich?!". Wir wurden beide auf der Liste gefunden (Ich hatte mir so fest vorgenommen, keine blöden Witzchen zu machen, dass ich fest damit rechnete, dass auch sonst keiner welche machen würde. Und war bereit "Sorry, Ihren Mann kann ich noch nicht registrieren, wenn er erst um 18:00h dran ist, ich mache um 16:30 Feierabend." halt als gegeben hinzunehmen. Der Hübsche lächelte indifferent, und zack, waren wir natürlich beide direkt dran. Zusammen. (Wie schon unser Bewerbungsgespräch damals). Die Aufklärung über Nebenwirkungen, Kontraindikationen etc wurde direkt abgehandelt, und dann kam, wie am Standesamt sehr gewichtig die Frage: "Und ich muss Sie fragen: Möchten Sie geimpft werden?"

Der Moment, ab dem ich wirklich total aus meinem im Kopf so oft durchgespielten Plan (der eben, wie gesagt, Messehallen, Militär, ANSTEHEN, Infovideos über Nebenwirkungen und Aufklärung der Polizei über Enkeltricks während der Wartezeit beinhaltete) geworden wurde, war, als ich meinen Impfpass über die Theke schob. Und nicht gelobt wurde, dass ich das gute WHO-Stück von 1976, auf dem noch mein Mädchenname und die erste Adresse, die ich je im Leben jatte (für 18 Monate) in der wunderschönen Grundschullehrerinnen-Handschrift meiner Mutter draufsteht, so schön aufbewahrt und up to date gehalten hatte. Stattdessen stupste der Impfmann da dran und meinte: "Hm. Hm. Ich sags mal so: der löst sich echt auf, da gibt es mittlerweile viel Besseres. Ich schlage Ihnen vor, Sie besorgen sich einen neuen internationalen in der Apotheke, kostet 2 CHF, aber das ist nur ein halber Kaffee, den Sie im Moment eh nirgends trinken können (Merke: in Aarau Kaffee trinken gehen, scheint viel günstiger zu sein als in Basel), und ich unterschreibe Ihnen in vier Wochen dann für beide Impfungen"

Das fand ich schon ein bisschen schade, ich MAG meinen gelben Impfausweis und als nach 1000000 Jahren Pharma und Engraines Quality und ALCOA+ klingelten sämtliche Alarmglocken. Aber gut, des Hübschen relativ (also: <20 Jahre alt) neuer Schweizer Impfausweis war auch nicht recht, weil nicht international und gut,wir haben jetzt ja vier Wochen Zeit, einen zu besorgen.





Nächste Station (ich war bereit, jetzt endlich lang zu warten): zwei von vier gelben Plastikstühlen. Ich fing an, all mein Zeug wieder in der vollgepackten Handtasche zu verstauen (ich hatte ja eben mit langem Anstehen und dann langem Warten auf des Hübschen Termin gerechnet und deshalb Wasserflasche, Snacks, voll aufgeladenen Kindle etc eingepackt), da rief schon jemand: "Bärli, hallo, Bärli bitte, mitkommen, da lang" und während ich noch dachte: "Wie süss, da heisst jemand "Bärli", was ist das denn für ein niedlicher Name?", da zupfte der Hübsche schon an mir und meinte, "los, kommt, das sind wir!". Und natürlich meinten sie nicht "Bärli", sondern "Päärli" und anscheinend gibt es ganz hinten im Zelt eine Art Separee mit einem Extrastuhl, wo man "Liebe in Zeiten von Corona"-mässig Zweiergruppen impfen kann. 

Ich wurde direkt auf den Impfstuhl dirigiert, jemand kam und checkte im Computer, dass unsere Daten vorlagen, fragte, ob es ok wäre, den Impfnachweis per Mail zu schicken (mir fiel einStein vom Herzen, wegen dem fehlenden Aufkleber), und schon kam eine Frau mit, ohne Witz, einem Silbertablett mit zwei Spritzen und sagte wie eine Sommeliere: "Herzlich wllkommen, wir haben für Sie heute Pfizer/BioNTech vorbereitet, wenn Sie sich bitte ganz entspannt zurücklegen könnten?" 

Der Hübsche meinte aus seiner Ecke: "Hahaha, sie ist NIE ganz entspannt, aber heute ganz sicher nicht!" und zack, war die Spritze drin, 



ich wurde vom Stuhl gescheucht und versuchte immer noch alles, in meine Tasche zu packen. Wie durch einen Nebel hörte ich den Hübschen sagen: "Hast Du Dein Handy?!" und dachte: "Ja, klar, hoffentlich, hier irgendwo in dem ganzen Buff, das ich WÄHREND DEM ANSTEHEN wieder einräumen wollte und meine Snacks hätte ich da auch gegessen und dann hätte ich auch Platz in der Tasche, oder ist es in der Jackentasche, was hier eigentlich für eine HEKTIK?!" und als ich mit Kruscheln fertig war, sah ich ihn wie ein Honigkuchenpferd mit Pflaster grinsen und realisierte: "Oh, ich hätte ein Foto machen sollen?!" Ja, hätte ich, aber nächstes Mal bin ich vorbereitet. Keiner will meinen Ausweis sehen, Snacks braucht es keine, ich habe dann hoffentlich einen neuen Impfausweis (wir waren danach noch in der Apotheke, es könnte eng werden, weil "ALLE KOMMEN DESHALB ZU UNS, wir haben keine, keine Ahnung, wann neue kommen."), und werde ALLES dokumentieren.

#Impfselfie oder wie der Hübsche sagt: "Und dann sitzt sie da wie ein Brokkoli...."



Danach wurde uns ein Wecker gestellt für 10 Minuten, alle paar MInuten kam jemand, um ein Spässle zu machen und zu fragen, ob bei uns alles ok wäre (immer noch keine Videos über Enkeltricks), wir wurden Zeugen, wie im Nachbarabteil jemand verhandeln wollte, ob vielleicht nur eine Impfung nötig wäre, weil "ich hatte schon Corona, ziemlich sicher, letztes Jahr. Nein, ich habe keinen Test gemacht, den gabs damals noch nicht, doch Antikörpertest schon, nein, da war nix nachzuweisen". (Als ich den Hübschen im Auto darauf hinwies, dass ich zwar vielleicht nicht witzig und schnell von Begriff oder überhaupt on top of irgendeinem game war heute, aber immerhin war ich nicht mühsam und anstrengend zum Impfzentrumspersonal, da meinte er doch glatt: "OK, you win, du warst nicht die allerdoofste Person heute, soviel sei dir zugestanden." 

Naja, ich war heute morgen auch fies zu ihm und fand ihn nervig und ich habe jetzt tolle Impffotos, ich denke, wir sind quitt. (Alles in allem ging das für uns beide von "Darf ich Ihnen die Tür aufhalten" bis "Deutschland ganz hinten kann auch gehen, bis in vier Wochen!" 15 Minuten. Wir waren 20 Minuten vor meinem eigentlichen Termin und 2h vor des Hübschen Termin wieder draussen, die Kinder waren sehr überrascht, als wir schon wieder vor der Tür standen :-).

So. GIMPFT! Ich gehe jetzt meine Snacks essen.