Montag, Dezember 24, 2018

Merry, merry

Nach einigen Widrigkeiten (antihaftbeschichtetes Geschenkpapier? Habt ihr Lack gesoffen bei "Flying Tiger?"*),


einigen Enttäuschungen (wir haben den Baum noch fester angetackert an der Decke als eh schon immer, wir haben schweren Herzens auf all den schönen Glasschmuck verzichtet und alles aufgehängt, was unzerbrechlich ist, und dann schauen die Katzen den Baum nicht mit dem Po an? Hoffentlich rupft wenigstens der Superburschi übermorgen dran rum, sondern das alles für die Katz!),

Geschenkpapier (das nicht antihaft-dings) ist aber super


 wurde das ein unglaublich schöner Heiligabend. Die Katzen müssen das mit dem Familienfoto noch lernen, aber sie sind ja noch klein. (naja. jung.)






Wir wünschen Ihnen wunderbare Weihnachten, hoffentlich können Sie ein wenig Zeit mit Ihren Lieben verbringen und durchschnaufen, bevor es 2019 weitergeht. (Sehr spannend, btw, wie wir vor kurzem erfahren haben!)


* Erzählen Sie mir nichts von den Klebenupsis, die kleben überall ausser auf dem Papier und reichen hinten und vorne nicht

Sonntag, Dezember 23, 2018

Familie Brüllen und die Kammer des Schreckens

Was mir neben dem Zimmeraufteilen ohne Witz das ganze Jahr auf der Seele lag, war, dass das Kammerl letzes Jahr über Weihnachten nicht ausgemistet wurde und hm... die davor etablierte Ordnung nicht die richtige, weil nicht nachhaltig. Ich bin ja überzeugt davon, dass erst dann die richtige Ordnung herrscht, wenn sie praktisch mühelos im Alltag beibehalten werden kann, d.h. man kommt an all das, was man normal braucht ohne Aufwand dran, und es ist kein Stress, was rausgeholtes an den Ort zurückzuräumen, wo es hingehört. Tja. Und wenn man das einmal nicht mehr macht, macht man es zweimal nicht und dann nie wieder und nach zwei Jahren sieht es so aus:



Und weil wir nach eine Tag Ferien so unglaublich entspannt waren, haben wir gestern beschlossen, das heute aufzuräumen. Es war genauso schlimm wie befürchtet, es hat zu viert ungefähr 8 Stunden gedauert, ich habe ein paarmal geschimpft und auch gebrüllt und einmal vor Wut geheult (für den Fall, dass Sie glauben, unsere Kinder wären superfriedlich und praktisch schon roboterhaft gleichgeschaltet: nope. Ich bin allerdings in tiefster Seele davon überzeugt, dass es on the long run nur klappt, wenn man "Ohhhh, so anstrengend, hm ich mach das mal extra ungeschickt, dann sehen die Eltern schon ein, dass ich besser doch Netflix-schauen sollen dürfte" ignoriert und eben, auch wenn es länger dauert, darauf besteht, dass alle ihren Teil beitragen.


Ich habe mich 22 Jahre nach der Vorlesung von dem "Instrumentelle Analytik"-Ordner getrennt. Meine Güte, habe ich mal viel gewusst. Und schön geschrieben. (und damals schon Glitzer gemocht)
Und immer diese Angst, aus Versehen eine Katze mit wegzuschmeissen






Es ist beeindruckend, wie viel Zeug in diesem kleinen Kammerl Platz hat, das gesamte Obergeschoss war voll.


Es wurde dann irgendwann, ich habe mich zB damit abgefunden, dass ich im Moment nicht so viel zum Nähen komme, dass das rechtfertigt, dass alle drei Maschinen einsatzbereit parat stehen. Jetzt sind die Sachen sortiert und in Kisten bereit.
Die Kinder haben die Schul- und Kindergartensachen auch 8 bzw 5 Jahre aussortiert, wir haben Handys (und KARTONS) der letzten 20 Jahre und unseren Röhrenfernseher und drölfigg Kilo Elektroschrott beim sonntagsoffenen Elektromarkt entsorgt und tadaaaaaa, das Kammerl ist bereit für Weihnachten:

Ich überlege, den Baum hier oben aufzustellen. So schön wird es nie wieder.

Oida, popoida, war das viel.

Jetzt: nach Lachsspaghetti noch ein Weihnachtsfilm für alle und Geschenke packen wir morgen ein.

Stressleveldurchschnitt gestern: 16
Selbstbeweihräucherung: die Kinder nicht zur Adoption freigegeben

Samstag, Dezember 22, 2018

Erledi-family

Erster Ferientag! Man sollte vermutlich ins Nachdenken kommen, wenn man um halb fünf aufwacht und HELLWACH ist. Ich hatte aber keine Zeit, ich musste nämlich aktiv wieder einschlafen und bis halb neun an der Matratze horchen.
Kaffee im Bett, trotz "heute machen wir eigentlich nix" mit der heissgeliebten "Gingerbread"-Palette von Too Faced richtig schminken, WEIL ICH ES KANN, Bücherei, Frühstück, Tagesplan.
Auf dem stand heute eigentlich nur "Baum holen", "Fleisch abholen", "Pensionskasse tralalala". Baum holen war einfach, wenn kein Schnee liegt, gehen fahren wir einfach zum Werkhof runter und kaufen einen lokal frisch geschlagenen (Lustige Diskussion gestern auf Twitter, ob Natur- oder Kunstbaum ökologischer sei. Ich weiss gar nicht, wie man auf die Idee kommen kann, dass ein Baum aus Plastik (aka: irgendwo in China unter fragwürdigen Bedingungen extrudiert wurde) ökologischer sein kann als einer, der ... gewachsen ist, Photosynthese betrieben hat, und danach entweder, wie ich gelernt habe, in der Summe CO2-neutral verbrannt oder noch besser, kompostier wird.). Was wir nicht auf dem Schirm hatten: wenn um 12 Verkaufsstart ist, sind um 12:08h nur noch sehr stachelige Rottannen in schöner Form und Höhe über 0.80 odr 3.20m verfügbar. Aber: in Anbetracht der felinen Bekletterer und U2-Befummler ist eine stachlige Rottanne vielleicht nicht das schlechteste.
Fleisch holen: ich hatte vage was in Erinnerung von "Parken auf dem Feld, Anstehen durch den ganzen Laden, wehe, wenn Du Deinen Abholzettel nicht dabei hast". Wir hatten aber trotzdem keine Lust, Punkt 8 im Laden zu stehen und hatten vorgesorgt: Getränke, Snacks, Lesestoff, Powerbank, Seelenfrieden, alles dabei. Und dann, überall im Laden "bitte bedienen Sie sich"-Getränkestände, aber keine Leute und:


Hm. Auf dem Rückweg sind wir bei meiner kleinen Schwester vorbeigefahren, Geschenke austauschen, und haben erstens die grosse Basel-nahe Filiale unsres Supermarktes gesehen, wo die Leute auf de Schlammparkplatz Schlange standen, und von ähnlichen Zuständen in andere Supermärkten direkt neben der Basler Grenze gehört: vermutlich gehört unsere menschenleere Filiale zu den Segnungen des Lebens in Suburbia.


Daheim dann: Familienfilmabend, weil wir ja diesen Advent ohne StarWars verbracht haben. Ich sags mal so: Dass sie "Solo" zur SaureGurkenZeit in den Kinos im August rausgebracht haben, war eine weise Entscheidung. Ich bin ja normal sehr gnädig, was Se- und Prequels angeht, aber meine Güte: das war ja sowas von fad! Ich habe zur Halbzeit wegen "couldn't care less" angefangen Pizza zu machen und habe das Gefühl, ich habe nix verpasst


Bummer des Abends: "E15". Ich hege ja eine Hassliebe (naja, viel mehr Hass als Liebe) zu unserer Spülmaschine, die eine absolulte Fehlkonstruktion von Ablaufpumpensieb hat. Es kann nicht angehen, dass diese fuddelige Plastikteil jeden zweiten Spülgang aus der Halterung plumpst. Aber: das ist ja E22, E15 hat dann einen Hardwarestop, d.h. man muss tatsächlich den Service rufen die Bodenverkleidung abschrauben und die Wanne austrocknen. Aus Industriesicht: so viele recurring deviations kann man sich nicht erlauben. Dafür braucht es engineering controls, ich schlage vor: zB einen Ablauf in der Bodenwanne, aber bis das realisiert ist, kaufen wir halt nie wieder eine Siemens-Maschine. Und auch keine Elektrolux, wenn wir schon mal dabei sind, die hat genauso gesponnen.


Und damit es nicht zuuuuuu besinnlich wird, räumen wir morgen noch das Kammerl des Grauens aus, aber dann, dann, dann ganz sicher, ist Weihnachten.


Stressleveldurchschnitt gestern: 18
Selbstbeweihräucherung: nicht gegen die Spülmaschine getreten




Freitag, Dezember 21, 2018

und das gilt .. äh.. ab.. sofort

der Freitag passte zur ungeplant anstrengenden Woche, es kam noch ein ungeplantes Extraprojekt dazu, das ich total untypisch mal nicht mit 150% Einsatz erledigt habe, sondern, sagen wir mal: 95%. Oder 98%. Aber: erledigt und gestern wusste ich davon noch gar nichts.
Das Italiendokument ist nicht nur fertig reviewed, sondern auch mit der neuen Kollegin angeblichen und mit "Meldet euch, wenn ihr reden wollt. Ab dem 7.. Frohe Weihnachten" zurückgeschickt.
In dem Moment, als ich alles fertig hatte, machte es nochmal "Pling" und nochmal "Pling" und das waren einmal ein Report, in dem ich als Expertin zitiert werde (Merke: in Zukunft vor Lunchappointments klären, ob das "ob the record" ist.) und dann die Weiterleitung dieses Reports an die globale Kommunikationsabteilung, die da offensichtlich Fragen zu hat und die jetzt direkt mit den Experten besprechen soll.
Der perfekte Moment, um die automatische OOO-reply einzuschalten.
Danach habe ich nur noch der US-Kollegin, die um 19:00h wild Aufgaben zur Erledigung bis zum 5.1. ALLERSPÄTESTENS verschickt, geantwortet, wie auch schon die zwei anderen angefragten Kollegen, nämlich: "Wie schon vor 6 Wochen angekündigt, sind wir alle zwei Wochen nicht da, merry christmas"
und genau das werden wir jetzt zelebrieren. Bis auf die Babypute ist alles Essen schon besorgt, wir haben irritierenderweise Pommes, Süsskartoffelpommes UND 4 Fondue-Chinoise-Platten in den Tiefkühler bekommen ganz ohne Dramen, also vielleicht fehlt doch noch irgendwas. (Ach ja. Stimmt. Die Babypute. Die kommt aber in den normalen Kühlschrank und hm, da könnte es sein, dass es ein bisschen eng wird).

Heute abend noch die alljährliche Geräteturnvereinweihnachtsaufführung, wie immer sehr schön und hui, L. kann mittlerweile mehr als ich seinerzeit (nicht am Trampolin, aber sonst). Bei der Regionalpolizei möchte man übrigens auch nicht arbeiten, die müssen am Freitag vor Weihnachten im strömenden Regen abends um acht Parkkontrolle machen.... (jajaja, ich weiss, dass vor der Gemeinde ein Parkscheinautomat ist, aber ich dachte, irgendwann, zB Freitag um sechs, muss man da nicht mehr bezahlen. Naja.)

So. Jetzt aber wirklich frei.

Symbolbild von heute morgen :-)



Stressleveldurchschnitt gestern: 19
Selbstbeweihräucherung: ich bin schon froh, dass ich das Zusatzprojekt noch erledigt habe, ich würde mir die ganzen Ferien und danach in den Allerwertesten beissen wenn nicht

Donnerstag, Dezember 20, 2018

Endspurt





Das StartrekKleid sieht angezogen immer ein bisschen kürzer aus als auf dem Bügel. Also: viel.




Erster letzter Arbeitstag heute, also der letzte im Büro, der allerletzte kommt morgen im Homeoffice.
Der Computeraustausch lief total undramatisch (jaja, ich weiss), ich habe jetzt die gleiche Windows-10-Oberfläche wie zu Hause und was mich am meisten irritiert, ist, dass der Cursor irgendwie ... abgepuffert fährt, wenn ich tippe, also sozusagen stufenlos, wo ich doch alles andere als stufenlos tippe.
Daheim muss ich dann noch geeignete Aufkleber für den Laptopdeckel suchen, das darf nicht unterschätzt werden.
Dann: den heute extralangen Arbeitstag (ich war um halb acht da und blieb bis sieben, ersteres wegen Computertausch, zweiteres wegen Team-Weihnachtsessen direkt danach) zu Wegerledigen genutzt. Stur durch. zB durch das italienische Dokument. Und eine indische Anfrage (Lustig: ich habe zurückgefragt, ob sie das noch vor Weihnachten wissen müssen, ihre Antwort war: «Hm, Weihnachten, wann ist das dieses Jahr?». Und ja, natürlich davor). Und durch die Italienreiseplanung für Januar. (Meine Güte, ich habe mir vorgenommen, nicht mehr «WEIL SONST DAS PROJEKT DEN BACH RUNTER GEHT» Urlaub und Wochenenden zu opfern, und dann planen sie einen Trip von Sonntag bis Mittwoch. Mein mittelgutes Verhandlungsgeschick hat mir immerhin Sonntag abend und eine Übernachtung am Zürcher Flughafen statt in Rom beschert. Beides nicht meine Lieblinge, aber lieber Zürich als Rom. Vielleicht haben sie ja auch ihr Abflussproblem gelöst.) Und Minutes verschickt und Dinge über Alufolien und China gelernt und mich in eine fruchtlose Diskussion verstrickt. Wenn Sie mal ihre Diskussionspartner ganz schnell in den 17. angeregten Zustand versetzen wollen, lassen Sie in einer schriftlich, anonym geführten Diskussion die Worte «white, male» und «privileged» fallen. Holla die Waldfee, von «Merry Christmas» auf «fragile masculinity schreit «Hitler»» in nur zwei Posts.
Merke: keine Kommentare lesen. Noch weniger drauf antworten.
(Man könnte meinen, ich brauche das und jetzt, wo ich hier die Kommentare abgestellt habe, muss ich mich auf Instagram, Twitter und sonst wo verausgaben. Naja, oder ich brauch Ferien.)
Abschluss des langen Arbeitstages mit einem sehr leckeren, aber auch sehr müden Essen im Schützenhaus (da waren wir mit einem andere Produktteam letzte Woche schon, das Auswählen auf der Speisekarte ging also recht flott), heim, duschen, Bett.


Stressleveldurchschnitt gestern: 17 (das neue Band ist auch irgendwie besoffen)
Selbstbeweihräucherung: echt viel erledigt und ganz knapp an der Kante entlang geschrammt, wo aus ich aus Übermüdung, Überarbeitung, zu vielen Gedanken fies werde und auch nicht mehr merke (oder zu spät), wann es besser gewesen wäre, aufzuhören und nix mehr zu sagen. (Ich habe hier nicht gesagt, an welcher Seite dieser Kante ich entlang geschrammt bin).



Grosse Vorfreude, morgen mit dem Furzauto zu fahren. Soviel muss auch gesagt sein.

Mittwoch, Dezember 19, 2018

Nitty gritty

Sie erinnern sich? Ich kriege morgen meinen Computer ausgetauscht und in der Email stand, dass der alte sauber sein soll, nicht nur auf Daten auf den lokalen Laufwerken, bezogen sondern auch wirklich physisch, weil die Geräte intern weiterverkauft werden.
Das hat mich ein bisschen schlecht schlafen lassen bzw zu meinem eh schon schlecht schlafen beigetragen. Erstens sieht man dem Laptop an, dass ich ihn (es?) seit über drei Jahren jeden Tag hin und hertrage, auf meine dröflzig Trips nach Italien, Irland und Indien mitgeschleppt habe, also .. es sind schon mehr als leichte Gebrauchsspuren. (ausserdem ein paar minime orange Spritzer auf der Tastatur und das "u" klemmt ein bisschen).
Das ist halt so und wenn sie streng sein wollen, sagen sie mir wieder "Schaut aus wie von der Kuh gefressen.", aber mei, was will man machen.
Was mir aber viel mehr Sorgen gemacht hat, waren die drei grossformatigen Aufkleber, die ich auf den Deckel geklebt habe, um ihn (es?) unter all den 90000 silberfarbenen Laptops einfach zu erkennen (einen Starwars-Aufkleber, einen vom Frauennetzwerk und einen von einer Schweizer Star Wars Reenactment-Gruppe, der dazu geführt hat, dass alle dachten, ich wäre ein Militarist, weil ihnen der zugegeben relativ subtile Starwars-ezug auf dem Logo entgangen ist). Die klebten bombenfest, ein bisschen angegrabbelt schon und ich hatte wirklich Bedenken, wie ich die runterbekommen sollte. Meine Standardmethoden für Aufkleber (Heatgun, Balea-Reinigungsöl, Ceranfeldschaber, Glitzischwamm oder Nagellackentferner) sind zwar super, aber alle nicht für einen recht labberigen Laptopdeckel geeignet. Ich hatte mir also heute morgen um halb acht einen Slot zum Putzen reserviert, sowohl datentechnisch als auch physisch. Daten gingen schnell, ich habe ja nur einen aufen Convenience-Copies auf dem Desktop, die aber alle auch entweder im Google Drive, auf den Share/Touchpointseiten oder den Dokumentenmanagementsystemen zu finden sind. Einfach alles (bis auf meine StickyNotes und die Bildschirmhintergrundbilder in den Papierkorb, leeren, fertig).
Antiklimax zur Aufklebergeschichte: alle drei gingen rückstandslos binnen 5 Minuten runter. Hm. Jetzt sieht der Deckel sehr nackt aus und ich muss morgen nur noch dran denken, die Antispy-Folie abzunehmen und das Webcamfensterchen mit Schiebeladen.

Die Länge des obigen Absatzes illustriert sehr schön meine Neigung, mir über Nichtigkeiten viel zu viele Gedanken zu machen. Aber wie mal ein Kollege so schön gesagt hat: Wenn man noch Kapazitäten für sowas hat, kann es einem nicht so schlecht gehen.

Sonst so: mal wieder einen ganzen Tag im Turm verbracht, leider kein Schnee, aber winterliches Gefühl, das beim schnellen Sausen zur Kantine in "urks, es regnet ja" umschlug. Naja.ber ach
Den grössten Teil des Tages habe ich übrigens tief vergraben in die Details des gestern aus Italien agenkommen revidierten Riesendokuments, das für Januar gebraucht wird, verbracht. Ich dachte, das wird ein schneller Review, aber ach.... ich muss mal nachschauen, was "verschlimmbessern" auf italienisch respektive englisch heisst. Ich habe es nur ungefähr zur Hälfte geschafft, so an die 70 Seiten, habe aber schon über 120 Kommentare. Ich prophezeie mal mutig, dass wir das nicht in der ersten Januarwoche approved haben werden und noch mutiger, dass das ein Riesenspass wird, das mit der im Projekt neuen Kollegin und den italienischen Counterparts abzustimmen.
Aber: es hat gutgetan, sich mal wieder mehrere Stunden am Stück in eine Sache vergrabe zu können. Ging relativ gut auch deswegen, weil im Turm schon fast alle weg sind (ich beobachte einen Trend, inden zwei Wochen VOR Weihnachten in irgendeinen Süd-Urlaub zu fahren), und der Rest sich mit Tina Dico auf den Noise Cancelling-Kopfhörern ausblenden liess. So sehr, dass ich fast vom Stuhl gefallen bin, als mich ein Kollege antippte und mir meine Post vorbeibrachte. (Was sagt mit das eigentlich, wenn mir die Leute eher glauben, dass ich in der Unterwasserrugby-Sektion unseres Sportclubs bin als in der Yoga-Abteilung? Note to self: da muss ich mich auch entweder abmelden oder mal die andere Gruppe ausprobieren. Hoffentlich mit ohne Anfassen und Eincremen)

Daheim:
Sansa hat sozusagen ihre Unschuld verloren und zwar im viel wörtlicheren Sinn als dieser Ausdruck normalerweise verwendet wird: neben einer dritten Ikea-Stoffgurke (wo holt sie die denn immer nur her?) hat sie heute auch ihren ersten Vogel erlegt. Vor dem Bücherregal im Wohnzimmer. Hmpf.

Geschenke einpacken für den Austausch Richtung Heimaturlaub mit dem Schwesterlein morgen und für unsere Nanny, sich für alle ein bisschen freuen, dass das Unihockeytraining ausfällt und Q. erstens ganz ohne Nachdenken seinen kratzenden Hals auskurieren kann und wir zweitens gemeinsam Abendessen können, eine Runde Crosstrainer strampeln, die Reka-Einzahlung fürs nächste Jahr erledigen, mit Q. ein bisschen Tacheles reden (sozuagen "performance review" und "goal setting" in einem), L. vorlesen und dann wars das auch schon.

Sonst so: Haben Sie gesehen? Die Nominierungen für die Goldenen Blogger sind raus! Schauen Sie mal rein, es gibt viele tolle Nominierungen (ja, auch ein paar, die ich... furchtbar finde, aber tja nu).
Meine Favoriten sind


Abgestimmt wird am 28. Januar online, d.h wir können alle mitmachen ohne nach Berlin zu müssen!

Ich bin immer noch ganz platt von der Spiegel-Relotius-Affäre. Ich finde das gesamte Konzept von Storytelling ja eher schrecklich, wo man sich die Wahrheit so zurecht biegt, dass es halt spannend wird. Wenn das Ganze dann nicht nur genutzt wird, um, lassen Sie uns ehrlich sein, Sachen zu verkaufen oder Stories in belanglosen 08/15-Blogs ein bisschen weniger langweilig zu machen, sondern in "echten Reportagen", hui. Hui. Gerade in Zeiten, wo eine spezielle Klientel immer gleich "Fake-News" schreit, ist so etwas fatal...

Nun aber noch zu den wirklich weltbewegenden Dingen: das Auto bekam ein neues Software-Update. Pünktlich für "Driving Home for Christmas" kann es jetzt
  • ein Lagerfeuer am Centerscreen machen incl da drum rum ist es besonders warm
  • einen Romantikmodus
  • und (besonders wichtig, wenn man mit Kindern verreist) furzen


Stressleveldurchschnitt gestern: 25
Selbstbeweihräucherung: die Kurve im Gespräch mit Q bekommen

Dienstag, Dezember 18, 2018

All the feelz

Heute abend war es für den inneren Ausgleich wichtig wie selten, mich auf dem Crosstrainer auch physisch müde zu strampeln. Emotional war der Tag nämlich extrem anstrengend, ich bin sozusagen gefühlserschöpft. (Und jetzt auch körperlich, das passt dann wieder).
Es fing damit an, dass mich Google Photos so weckte:

Sieht nett aus, man könnte denken "Oh, schau, so schön, wäre cool, wenn es am Samstag auch wieder schneien würde, dann würden wir wieder in den Wald gehen zum Christbaum holen anstatt einen schon geschlagenen auf dem Werkhof vom Förster zu kaufen".
Was ich aber dabei denke: "Puh, dieser Tag ist jetzt 8 Jahre her. Wir hatten die bis dato schrecklichste Nacht unseres Lebens überstanden und wussten nicht, dass es noch munter weitergehen würde. Der Hübsche hat für Q. Normalität geschaffen, während er in Gedanken bei Little L. und mir auf der Intensivstation bei der Elektrokonversion war." Mittlerweile ist ja alles wunderbar, es ging so glimpflich aus, wie man es sich nur hätte wünschen können, ich denke jedes Jahr, dass ich jetzt aber wirklich drüber weg bin, und trotzdem, wenn ich an diese Bilder sehe, schiessen mir immer noch die Tränen in die Augen.

Naja, ich habe also Little L. besonders fest geknuddelt heute morgen und bin dann nach ein bischen frühmorgendlichem Arbeiten ins Nachbarstädtchen gefahren, Strubbellook in zivile Bahnen lenken lassen und dabei ein, zwei Überstunden loswerden. Wäre alles entspannter gewesen, wenn ich nicht zeitlich sehr knapp in Folge den Nupsi-Kontrolltermin im Brustzentrum gehabt hätte und deshalb "Sorry, ich habe nur kurz Zeit" auf die Speedvariante ohne Kaffee, ohne zweite Haarwäsche und mit nicht mal der Gala ganz durch (Immerhin so weit, dass ich weiss, dass die Queen süssen Gewürztraminer zum ChristmasDinner serviert und man sagen muss, dass man den mag, sonst ist es unhöflich. Bei Königs ist es auch nicht immer alles toll!) gedrängt hätte, um dann nach Basel zu sausen.
Mehr als rechtzeitig war ich also da, und ... wartete. Ich wusste ja, dass alles gutartig war, dass die Kontrolle auch nichts anderes ergeben würde und so. Eigentlich. Und dann sass ich im Mammographiewartezimmer. Unter Broschüren zu "Krebs im Alltag", "Lebensfreude trotz Krebs", "Krebs, und dann?". Neben Frauen, die bleich und zittrig und wortlos nebeneinander sassen. Und wartete und wartete und wartete. Und nach einer Dreiviertelstunde war ich, obwohl ich ja wusste, dass alles gut war, einfach innerlich durch.
Die Untersuchung war dann, naja, meine Güte, toll ist das nicht, aber ich hatte schon ein paar Blasenspiegelungen, ich bin ganz gut im Sachen aushalten. Es ist nach wie vor alles gut, ich durfte praktisch nicht gehen, bevor ich nicht glaubhaft versichern konnte, dass die Take-home-Message des Tages "Es. ist. alles. in. Ordnung. Und. das. bleibt. auch. so." ist. Ich bin ja selber nicht so ein Empathieprofi und eher im Fettnäpfchen als zwischen den Zeilen daheim, und so war ich echt beeindruckt, als er während der langen Ultraschalluntersuchung auf einmal meinte: "Ach, Sie müssen sich übrigens überhaupt keine Gedanken machen, weil ich grad eine Zeitlang überhaupt nichts gesagt habe und da extra genau schaue, das heisst nix schlimmes, ich will mir nur die Narbe genau anschauen." Weil: ungefähr 30 Sekunden davor hatte ich mir gedacht: "Na super. Langes Schweigen beim Ultraschall. Been there, next stop Biopsie."
Also. Nix schlimmes, ich habe halt viele kleine und ein paar nicht so kleine Fibroandenome, produziere noch Hormone und deshalb solldarfmuss ich in einem Jahr nochmal zur gleichen Kontrolle kommen, um das Wachstum dieser "GUTARTIGEN,  das müssen Sie sich immer sagen" Knubbel zu beurteilen. Tja. Dann halt.



Leicht derangiert (ich sag nur: Ultraschallgel unter Seidenbluse.) landete ich endlich bei der Arbeit, wo ein Meeting das nächste jagte, gipfelnd in dem "Annual Contribution Review", zu dem mein Chef mich gestern bestellt hatte. Ich wusste nicht genau, was erwarten, weil eigentlich ist der Performance Review, wie das bis letztes Jahr hiess, immer eher kurz vor der Lohn-/Bonusrunde im April, dachte ich zumindest, aber wer weiss das schon so genau. Auf jeden Fall war ich nicht ganz darauf vorbereitet, welche Lobrede mein Chef vom Stapel liess. Sogar ohne jede Einschränkung, an der ich sonst gerne mal ewig weiter drauf rumgedacht habe. (Kein Augenrollverbot mehr!) Ich bin (und war auch im Gespräch) echt ehrlich und habe gesagt, dass das Jahr viel anstrengender war als ich gedacht hätte und dass ich auch finde, dass ich das alles "schon ganz gut" hingekriegt habe und dass das nur ging, weil ich meinen Job (und die Gruppe) wirklich von Herzen gern mache (und habe). Dass das gesehen und gewürdigt wird, freut mich natürlich wie ein Schnitzel, auch wenn ich danach ein wenig sinnieren musste, ob das nur deswegen so gesehen wird, weil man mir alles auf 100m gegen den Wind vom Gesicht ablesen kann, sei es dass ich begeistert, traurig, erschöpft, genervt, frustriert oder  im Durchbeissmodus bin, und weil ich das und alle Erfolge und Misserfolge auch immer sehr offen kommuniziere. Und ob vielleicht andere Kollegen, die nicht ganz so offene Bücher sind, mindestens genausoviel leisten, aber das nicht so gesehen wird, weil sie nicht damit hausieren gehen? Naja, ich bin dann anscheinend doch nicht vollends gegen Anflüge des Imposter -Syndroms gefeit, weil meine Güte: ich habe mich echt richtig reingehängt das Jahr (naja, immer eigentlich, aber dieses Jahr gabs extraviel zum Reinhängen) und da ist es toll, wenn das gesehen und gewürdigt wird.
Punkt.
Tagesabschluss war dann noch ein Meeting, in dem über "Role of the QPL in the approval process of process performance analysis reports now and in the future" diskutiert wurde. Das war Gottseidank emotional eher neutral, wie so eine Art Sorbet in diesem fulminanten Gefühlsmenü heute.

So.
Stressleveldurchschnitt gestern: 52
Selbstbeweihräucherung: kein einziges Mal richtig geheult.