Samstag, Dezember 17, 2016

Neue Tradition

Gestern war es zum ersten Mal soweit: Little L. hatte Weihnachtsaufführung beim Geräteturnen. Das ist ein neuer Punkt in unserer Liste an Weihnachtsritualen. Dazu gehör(t)en das Krippenspiel in der Kinderkrippe (nicht mehr wegen keine Kinderkrippe mehr), Weihnachtsdings im Kindergarten (nicht mehr wegen kein Kindergarten mehr), Weihnachtsdings in der Schule (einmal nächste Woche am Abend, einmal nächste Woche ohne Eltern im Wald) und die Waldweihnacht der Pfadfinder (heute abend). Neu also die Turner.
Little L. war schon seit Wochen unglaublich aufgeregt, hätte am liebsten in seiner Trainerjacke geschlafen und hatte ganz viel Extratraining. Gestern dann brachte ich ihn um vier zur Generalprobe und es war so unglaublich schön: er hatte ganz rote Backen, schwatzte "gell, ungefähr so viel wie der Q. in normal" vor lauter Aufregung ohne Punkt und Komma und war so unglaublich stolz, als er sein niegelnagelneues "Turnkleidli" ausgehändigt bekam. (Die Mädchen haben langärmlige Samtgymnastikanzüge in schwarz/blau mit Glitzer, die Buben ärmellose Samtanzüge ohne Glitzer (was L. ein bisschen unfair fand :-)) und passende dunkelblaue Shorts.)
Dann durfte ich auch schon wieder gehen und L. war schwer beschäftigt, mit seinem Freund Plakate aufhängen und Matten schleppen.
Als wir dann um kurz vor sieben die Dorfturnhalle betraten, hatte ich tatsächlich einen Flashback der wunderbaren Art. Ich habe die Aufführungen und Wettkämpfe beim Trampolinspringen immer geliebt. Das Adrenalin, die Frage, ob man sich den schwierigen Sprung jetzt wirklich traut, ob man ihn wirklich schafft (und, daran hat sich nichts geändert), das Gezuppel am Gymnastikanzug (wir hatten damals lila metallic und blau-batik-metallic), weil es bei allem Stolz schon ein bisschen doof ist, so angeglotzt zu werden von Leuten, die viel mehr anhaben.
Little L. machte mit seiner Anfängertruppe wunderbar mit, er hat in den paar Monaten wirklich viel gelernt: Handstand, Rad, Barren, Ringe, Sprung und Reck... Er ist mit so offensichtlicher Freude und Genuss bei der Sache, das ist einfach magisch.



Little Q. sass mit einem Klassenkameraden in der ersten Reihe und war zutiefst beeindruckt, was sein kleiner Bruder, und noch mehr, was seine Klassenkameradin, die bei den Grossen trainiert, kann. Das sagt er ganz offen und mit soviel ehrlicher Bewunderung, das freut mich unglaublich für Little L., der im Moment sehr unsicher ist bei allem, was andere Leute eventuell doof oder uncool finden könnten, aber auch für das Mädchen aus Q.s Klasse, die ihm zuvor sehr deutlich gesagt hatte, dass sie es nicht wirklich toll findet, wenn jemand aus der Klasse zuschaut und es am Ende peinlich findet. Und so war ich auf meine beiden Jungs gestern unglaublich stolz. Schön war das. Sehr.

Freitag, Dezember 16, 2016

Notfallcouscous

Hier hat es ja schon eine jahrelange Tradition, dass die Lehrer der Kinder zu Weihnachten eine  kleine Aufmerksamkeit bekommen. Jaja, ich weiss, sie machen nur ihren Job, aber ehrlich gesagt: das machen sie erstens sehr gut und zweitens mache ich das auch und ich freue mich auf jeden Fall wie ein Schnitzel, wenn ich von meinem Chef oder meinem Produktteamleiter oder Kollegen eine Kleinigkeit bekomme. (Das ist das praktische, wenn man 6 verschiedene Produkte und noch einen CMO betreut: man ist zusätzlich zur Linie in 7 Teams und es gibt 7mal Weihnachtsfeier, Grättimänner, Schokolade und so. Natürlich auch 7mal Arbeit, aber das ist halt so. Lieber zu viel als zu wenig.)
Ich schweife ab. Je nachdem, wie sich das alles ausgeht, verschenken die Kinder also entweder ein Säckchen Plätzchen, etwas anderes zum Essen, wir haben auch schon Schlüsselanhänger oder gestickte Sterne verschenkt. Dieses Jahr ist mir aber überall zu viel Süsses und die Plätzchen sind bisher nicht soooooo schön geworden, also haben wir aus dem Betty-Bossi-Weihnachtsheft eine Couscous-Mischung zusammengeschüttet, mit Anhänger versehen, fertig.

Das passt insofern noch ganz gut, weil unsere Schule keine Kantine hat und das ein schnelles (und gesundes :-)) Mittagessen ergäbe.
Wer also noch eine Idee sucht:

125g Couscous
25g getrocknete Tomaten in Streifen (wir haben ganz trockene gehabt, deshalb etwas weniger genommen)
25g getrocknete Aprikosen in Streifen
25 getrocknete Cranberries
25g geschälte Pistazien
eine Zimtstange (wir hatten nicht mehr genug und haben je nur eine halbe rein)
1TL fleur de sel
1TL geschroteten Pfeffer.

Das der Reihe nach in ein ca 500mL fassendes Glas schichten.

Zum Zubereiten übergiesst man das ganze mit 250mL kochendem Wasser, rührt um und wartet 5 Minuten.

Das wäre natürlich noch geschickt, das zu "Frohe Weihnachten" und Gedöns auf den Anhänger zu schreiben. Oder mit Kreidestift auf das Glas zu handlettern. Oder reinzuätzen. Oder wie auch immer.


Donnerstag, Dezember 15, 2016

Sie ist wieder da!

Ich bin endlich wieder da! Ich freue mich sehr auf wieder mehr frische Luft, Bewegung und Alltag :-).
Wir hatten in Italien übrigens einen Querschnitt durch mehr oder weniger die gesamte Bandbreite an Essensqualität, von grauenvoll schlechter Autogrill-Pizza über mittelgutes Flughafenhotelessen, anständige Frühstücks- und Kaffeesachen, sehr leckeren Dolci und einem Hammer-Menü in einem Fischrestaurant. Ich habe mich aus Höflichkeit überwunden, auch die Dinge mit Tentakeln und Saugnäpfen zu essen und nicht gewürgt :-). Nochmal muss ich das nicht haben, aber ich habe eine Panik abgelegt. Und alles ohne Füsse war unglaublich lecker!

Wie auch immer, heute war mir dafür dann sehr nach Salat (und Nudeln :-)) und deshalb teile ich mit Ihnen mal mein Lieblings-Wintersalat-Rezept.
Man braucht:

  • Chicoree (ich habe den vor ein paar Jahren auch in rot entdeckt, das ist auch ziemlich toll)
  • Orangen
  • Joghurt oder Schmand oder Sauerrahm
  • Balsamico Bianco
  • Olivenöl
  • Blauschimmelkäse
  • Walnüsse
  • Salz, Pfeffer, Senf


Den Chicoree schneide ich in schmale Querstreifen (ich schneide den Strunk übrigens nicht raus, sondern esse den mit. Wie beim Fenchel mag ich den fast am liebsten), die Orangen filettiere ich und quetsche den Saft aus dem Rest grad über den Salat, Dann mische ich alles direkt in der Schüssel mit einem Esslöffel saure Sahne oder Joghurt oder so, einem Klacks Senf, Salz, Pfeffer, Olivenöl, und weissem Balsamico.
Drüber kommen dann Walnüsse und Blauschimmelkäse in kleinen Bröckchen (wenn man nicht si gierig ist wie ich, kann man die Walnüsse natürlich rösten und karamellisieren und was man sonst noch so damit anstellen kann. Schadet sicher nicht, geht aber auch ohne).
Fertig.


Und total unzusammenhängend habe ich noch einen Tipp für Sie, wenn Sie auch so Pokemon-Go verrückt sind wie hier alle (bzw. hat das Kartenfieber bei der Jungmannschaft wieder eingesetzt): Little L. bekommt zu Weihnachten einen "Pikachu im Glurakschlafsack" (Affiliatelink). Das klang so skurril, als ich auf der Suche nach einem Pikachu-Kuscheltier bei Amazon darüber stolperte und sah so niedlich aus, dass ich das unbedingt bestellen musste. Für Weihnachten wird das für Sie ziemlich sicher nichts mehr, das sag ich Ihnen gleich, das kommt nämlich aus Singapur, wie ich nach dem Abschicken der Bestellung gemerkt habe, und ging bei uns gut drei Wochen. Gestern kam er und ich würde ihn am liebsten selber behalten :-).

Mittwoch, Dezember 14, 2016

Endspurt

So anstrengend der Trip auch war (also: ist, weil noch bin ich nicht zurück): ich mag das schon sehr. Das Rauskommen, das mal was anderes sehen, über den Firmen- und Abteilungsrand hinausschauen, merken, wie unglaublich gut es uns geht, auf der anderer Seite sehen, wie unglaublich kompliziert wir uns gegen alle Eventualitäten absichern, zu merken, dass ich mich mit meinem Thema doch ehrlich gesagt echt gut auskenne, Kollegen (in diesem Fall nur KollegINNEN, das ist auch mal was Neues) anders kennen zu lernen, als in Meetings und der Kantine, das ist wirklich toll. Ich mag die Damenriege, mit der ich die letzten zwei Tage unterwegs war sehr. Wir haben uns sehr gut verstanden und ergänzt (wir sind alle vier Team "eine Stunde zu früh", "regelmässiges Essen ist wesentlich und nicht verhandelbar", wir sind anstatt wilde Anschlussflüge zu buchen lieber mit dem Auto 4h quer über den italienischen Stiefel gefahren. Zweimal. Durchs Erdbebengebiet. Zwischendrin musste ich dabei (nicht als Fahrerin) noch an einer spontanen dringenden Telefonkonferenz teilnehmen (und konnte endlich mal wahrheitsgemäss sagen "Oh sorry, we are driving into a tunnel, I am afraid I am losing the connection". Mit dem Festnetztelefon glaubt einem das ja immer keiner). Ich habe heute morgen mit Blick auf Strand und Meer gefrühstückt, wir haben uns heute abend im Flughafen-Hilton köstlich amüsiert (übrigens: alles, was Sie in Filmen über Frauen an Hotelbars und Flughafenhotels und schneidige Piloten gelernt haben, ist nicht wahr. Auf jeden Fall nicht, wenn Sie zu viert unterwegs sind und sich offensichtlich selbst genug sind. Die topgestylten Ladies am Nachbartisch, die sich nicht mit Schilderungen ekliger und skurriler Nebenwirkungen von Medikamenten gegeseitig zum Tränenlachen hochstachelten, mögen auch von uns abgelenkt haben).

Nichtsdestotrotz freue ich mich unglaublich, morgen mein Rollköfferchen bis Mitte Januar auf dem Speicher zu verräumen und mich endlich auch mental voll und ganz auf Weihnachten mit den drei besten Jungs der Welt einzustellen. Es gehört mittlerweile zum Reiseritual, für sie am Flughafen ein Mitbringsel zu besorgen und so mühsam ich Little L.s Schneekugelsammelleidenschaft zu Anfang, als es eher so "Oh, schön, super, ups, runtergefallen" lief, mühsam fand, so cool finde ich sie mittlerweile, weil es echt Spass macht, immer neue schöne für ihn zu finden. Q. hingegen will sich überraschen lassen und da bin ich ja eher so mittel drin..... nun denn.

Jetzt aber: buona notte!

Dienstag, Dezember 13, 2016

oh, müde!

ich feiere mich selber ja schon ein bisschen, dass ich gestern abend eben heim statt feiern gegangen bin. der wecker läutete um viertel vor fünf, und wie ds so ist, wenn er wann anders läutet als sonst, schlage ich noch schlechter, könnte ja sein, dass er nicht läutet und ach.
 taxi, flughafen, flug selber lief gut und ich konnte auch so ca 15 minuten dösen, bis mir jemand mit dem getränkewagen über den fuss fuhr. in rom gönnten eir uns erstmal einen echt guten kaffee, da wussten wir aber noch nicht, dass es danach fast zwei stunden gehen würde, bis wir unser vorreserviertes mietauto bekämen. nun ja. 4 stunden fahrt durchs erdbebengebiet  an die adriaküste, unterbrochen durch eine katastrophal fade pizza an einem autogrill (ich mag meine reisegefährtinnen: es wird sehr auf regelmäßige nahrungsaufnahme geachtet).
dann projekttreffen, bei dem ich mir flugs die rolle des "funny cop" geschnappt habe. ich bin morgen mit einer präsentation dran, die ich im totalen schlafmangel nach q.s noro-nacht gemacht habe und es könnte sein, dass ich ein wenig eskaliert bin, was wortwitz und drastische bilder betrifft. gut, wenn sie sich heute schon mal dran gewöhnen, was ich für ein witziges kerlchen bin.
witzig ist es auch, dass wir in einem ferienhotel an der strandpromenade untergebracht sind. der ganze badeort mit palmen und tralala ist weihnachtlich aufgerüscht und das hotel hat sogar heizung, aber nur laken, keine decken. aber ich schlaf woanders eh immer schlecht, da isses dann auch schon wurscht, ob es 30grad im zimmer hat.
wir gehen natürlich zu italienischen zeiten abendessen, was bedeutet, dass ich ungefähr einen 20stunden tag haben werde. aber gut: übermüdet bin ich vielleicht besonders witzig.

Montag, Dezember 12, 2016

Erwachsen vernünftig langweilig

Ich erinnere mich an einen Vortrag, den ich zu Doktorarbeitszeiten in Vertretung für einen Kollegen bei einer Firma in Deutschland halten musste. Ich kannte zwar das Thema, hatte die Folien aber noch nie gesehen. Ausserdem war am Abend vorher "Caipirinha-Abend" im Cafe Westend und für Doktoranden und Studenten sind Caipis für 5 Mark ein Grund, alles stehen und liegen zu lassen. Also habe ich mich mit den Kollegen, den ich vertreten sollte, dort getroffen, er hat mir nochmal kurz das Gerüst des Vortrags erklärt, wobei wegen viel Caipis nicht viel hängen geblieben ist. Spät, spät kam ich heim, packte am nächsten Morgen früh, sehr früh zusammen und sass morgens um 9 im Flieger nach Düsseldorf. Im Flugzeug schaute ich mir die Folien durch, im Taxi schlief ich dann noch eine Stunde und hielt danach frisch und ausgeruht einen brillanten Vortrag. Glaube ich, ich erinnere mich nicht mehr an Details.

Heute hingegen, 16 Jahre später, wurde Siri schon nervös ob meiner Abendplanung, sie sagte die ganze Zeit etwas wie "Heute abend hast Du viel vor. 6 Ereignisse gleichzeitig im Kalender." Und ja, früher hätte ich vermutlich das Townhall-Meeting der Abteilung geschwänzt, wäre zum Schokoladenevent des eine Teams gegangen, hätte zum Christmas Dinner des anderen Teams vorbeigeschaut und wäre danach zum Tanzen und Trinken auf die Abteilungsweihnachtsfeier gegangen, dann hätte ich mir ein Taxi direkt zum Flughafen genommen, mich dort umgezogen und geduscht und wäre dann morgens um halb acht in den Flieger nach Rom (zum Lieferantenbesuch auf der anderen Seite von Italien) gestiegen. Heute jedoch habe ich alle Team-Events abgesagt, bin nur zu dem Townhall gegangen, habe statt Weihnachtsfeier die Jungs ins Bett gebracht und meinen Koffer gepackt, mit dem Hübschen eine Folge "The Good Wife", begleitet von eienr Tasse Pfefferminztee geschaut und mir ein Taxi für morgen halb sechs bestellt.
Ich bin jetzt offiziell alt und vernünftig.

Sonntag, Dezember 11, 2016

Fertiggefeiert!

Hinter uns liegt ein grossartiges, aber schon auch ein bisschen anstrengendes Wochenende.


Angefangen haben wir am Freitag schon mit Frau Mutti und dem besten Vater ihrer Kinder :-), vor allem mit dem Testen der geplanten Cocktails aus der Lecker-Christmas. Das war eine sehr gute Sache, denn so schön "Cranberry Sour mit Granatapfel" und "Grapefruit-Margarita" auf den Fotos (und auch in echt), so viel Sauerei für, sagen wir mal, banalen im besten und echt scheusslichen Geschmack machten sie. Also: Cocktailpläne für den Folgeabend umgeworfen,  der Grapefruitsaft wurde für "Palomimosa" verwendet und die Granatapfelkerne für alles andere Essen. Ausserdem haben wir uns viele Gedanken über die richtigen Partyhashtags gemacht :-).

Am Samstag selber dann habe ich mir alle Gäste für Vorbereiting Extreme eingespannt und das hat unglaublich wunderbar geklappt. Dankedankedankedanke!
Der Running Gag wurden die "Gefüllten Eier Mimosa-Style", die im Lecker-Heft echt wirklich hübsch aussahen, aber in echt.... nicht so. Ich glaube, meine Rote Bete war kaputt.

Der Abend mit einer bunten Mischung aus alten Freunden, Schwestern, alten und neuen Kollegen, Nachbarn und Internetfreunden ("Hoi, wir sind von gegenüber." "Hallo, wir sind aus dem Internet.") hat wunderbarstens funktioniert, dank Netflix, Chips und Schokolade waren die Kinder glücklich und wir konnten praktisch nur voll erwachsene Gespräche führen. Die Hunde haben niemanden gebissen, nicht mal mich, die Spülmaschine hat kein E15 mehr gehabt und so sind wir satt, müde und betrunken nach einer ersten Grundaufräumung um halb zwei oder so ins Bett gefallen. (und heute morgen dann um 8 wieder aufgestanden, also Q. und ich, weil er zum Unihockey musste. Und zum ersten Mal in dieser Saison mit seiner Mannschaft gewonnen hat. Sag einer nochmal, genug Schlaf vor dem Wettkampf wäre essentiell).
Mittlerweile ist alles wieder sauber, verräumt und die Fenster (jaja, jetzt bin ich auf den Geschmack gekommen) mit Weihnachts- statt Geburtstagsmalerei verziert.

Das war ein ganz besonders grossartiges Fest, ich glaube, ich mache das mit "Leute aus dem Internet einladen" nächstes Jahr nochmal, auch ohne runden Geburtstag.