Dienstag, Juni 07, 2016

Erledigrrrrl lehnt sich zurück

Isabel Bogdan (den "Pfau" (Werbelink)habe ich mir übrigens heute als Urlaubslektüre auf den Kindle geladen) hat diesen wunderbaren Ausdruck geprägt (Ich hätte gern ein Erledigrrrl-T-Shirt!), mit dem ich mich ohne Einschränkung identifizieren kann


Und heute war ein besonders guter Tag für Erledigrrrl:

er begann mit einer Feuerwehrübung höchster Güte (ich kann natürlich keine Interna verraten, sonst müsste ich Sie alle töten, man kennt das, aber es ging um Geld wie sehr viel Geld und Reputation und natürlich das Wohl der Menschheit. Habe ich viel Geld erwähnt?). Wenn mich meine langen Jahre in der Produktion etwas gelehrt haben, dann eben: das Drama ist meist nicht so gross, wie man anfangs annimmt (okay, manchmal schon), und ich schaffe es tatsächlich, mittlerweile relativ cool zu bleiben. Vorteil war diesmal: ich hatte am Abend vorher schon eine Vorwarnung bekommen und vor dem Schlafengehen die Mail mit dem Gesamtausmass gelesen, so dass ich direkt alle Involvierten morgens direkt mehr oder weniger vom Lift einfangen konnte. Bis zum frühen Nachmittag war die Kuh dann vom Eis (mit einem kleinen Umweg ganz nah an die Einbruchstelle ;-))

Am Nachmittag dann hatten wir das Folgemeeting zur Legomännchenpräsentation und ich musste stark an mich halten, um nicht in die Tischkante zu beissen, aber immerhin: während draussen ein so starkes Gewitter tobte, dass von unserem Emergency Management Unwetterwarnungn verschickt wurden und der Hübsche anrief, weil er aus seinem Kubus unseren Turm nicht mehr sah, kamen wir endlich zu einer Einigung und das nehme ich jetzt als final.

Dann habe ich kurz geklärt, ob alles in Ordnung mit unserer USA-Reise ist, weil wir imme rnoch keine Unterlagen etc für das im Reisebüro gebuchte Zeug haben: kommt aber alles.

Und zu guter Letzt kam noch die Infomail für das ganze Early-Entry-VIP-Hot-Ticket-Tralala für Coldplay am Samstag und ICH FREU MICH SO! (Wehe, der Wetterbericht hat recht....)

So. Darauf eine Rhabarberschorle in der Badewanne, die müden Radlergebeine ausruhen.

Montag, Juni 06, 2016

Fragenstöckchen!

Ramona von Jademond hat mir ein Fragenstöckchen zugeworfen und als Daily Blogger freut man sich natürlich noch mehr als eh schon über sozusagen einen Tag, an dem man nicht über Content nachdenken muss :-)! Dankeschön!

1.Süß oder herzhaft – welcher Frühstückstyp bist du?
Eigentlich beides. Unter der Woche, wo ich sehr früh aufstehe und sofort auf Touren kommen muss (aktuell warten ja jeden Morgen 13km Fahrradstrecke auf mich) und mein Magen noch nicht soooo fit ist, ist es ein Marmeladenbrot. Jeden Morgen, wobei das Brot meist ein Stück Butterzopf vom Sonntag ist und die Marmelade aktuell die selber gemachte Erdbeer-Ingwer-Marmelade. Wenn ich aber etwas später frühstücke, gehört auch immer etwas herzhaftes dazu, entweder ein Käsebrot mit Senf oder ein Avocadobrot oder ein Brot mit Leberkäse und Senf :-).

2.Wenn du mich treffen könntest, wie/wo würdest du den Tag mit mir verbringen wollen?
Ich glaube, ich würde gerne einen Tag in deine Welt schnuppern. Ich würde dir gern beim Zeichnen, Malen, Kleben, Kalligraphieren zuschauen (eventuell mitmachen und drauf hoffen, dass in sachkundiger Umgebung mehr als "gewollt, aber nicht gekonnt" rauskommt), vegan essen gehen und eine Runde in eurem See schwimmen (ach ja: Eure Haustechnik würde ich mir gern vor Ort erklären lassen!)

3.Spielst du ein Instrument? Wenn ja, welches?
Mhm. Gelernt habe ich nach der obligatorischen Blockflöte Klarinette und Klavier. Ich hatte sehr lang Unterricht, in Orchestern gespielt und irgendwann mit zwei Freundinnen bei "Jugend musiziert" teilgenommen. Leider ist das aktive Spielen dann irgendwann Studium und Beruf zum Opfer gefallen. Das Klavier ist abe rmit uns umgezogen und ab und an setze ich mich dran. Klarinette geht auch noch, aber da fehlt mir tatsächlich die Kondition aktuell.

4.Womit hast du als Schulkind deine Freizeit verbracht?
Der organisierte Teil der Freizeit teilte sich auf zwischen Theatergruppe, Musik (Klarinette, Klavier, Schulorchester, Musikschulorchester, Kammermusik), Trampolintraining und Tanzsportverein.
Den freien Teil habe ich mit unendlich viel Lesen, im Keller Chemieexperimente machen, mit den Kindern aus der Nachbarschaft "Räuber und Gendarm" und Völkerball spielen verbracht.

5.Wieviele Paar Schuhe besitzt du?
Unendlich viele. (Ich schätze mal: deutlich über 30)

6.Hose oder Rock?
Beides. Sowohl im Privat-Bequem-Modus als auch (endlich wieder) im Businesslook. (Selten gleichzeitig :-))

7.Was hat dich überrascht?
Heute? Überhaupt? Aktuell am ehesten, wie wenig ich anscheinend mit dem Drama-Juni 2015 abgeschlossen habe.

8.Was ist deine größte Herausforderung im Alltag?
Mir selber zu sagen, dass es irgendwann gut ist und ich aufhören kann zu machen und zu tun und vorzubereiten und zu planen. Und mich dran zu halten.

9.Welche Themen beschäftigen dich gerade? Worüber liest du/sammelst du Informationen?
Meine Niere.
Zweimal Schuljahresabschluss.
Bei der Arbeit alles so fertigzukriegen oder zu übergeben, dass ich bald guten Gewissens drei Wochen in die Ferien verschwinden kann.

Und worüber ich heute exemplarisch Informationen gesuchte habe:
1. Praktisch: die geschickteste Fahrradroute vom Basler SBB bis zu uns nach Hause. Die letztes Mal wars nicht und die heute auch nicht. Aber die erste Hälfte war schon mal besser.
2. Allgemeinwissen: Jagd- und Ernährungsverhalten der Hyänen. Aus irgendeinem Grund war das heute unser Gesprächsthema bei der Kaffeerunde und ich hatte auf halbem Ohr Little L.s Geolino-CD zum Thema "Raubtiere" mitangehört, aber die Kollegen wollten fundierte Aussagen, kein Halbwissen. (aber ich hatte Recht.)
3. Beruflich: Details der ICHQ3C und ICHQ3D-Guideline zum Thema Schwermetalle und Restlösungsmittel in Wirkstoffen.

10.Was gibt es heute zum Abendessen?
Montag ist immer Pizzatag.

11.Welche Musik empfiehlst du mir, mal reinzuhören?
Mhm. "Röyksopp" vielleicht?

 
 
So.
Das waren schöne Fragen!
Jetzt habe ich noch die Aufgabe, mir 11 Fragen auszudenken und sie unters Bloggervolk zu werfen.
 
1. Wie hättest Du geheissen, wenn Du mit dem anderen Geschlecht zur Welt gekommen wärst?
2. Gibt es was, was Du Dir als Kind selber zurecht gelegt hast als Erklärung für irgendwas, was so überhaupt nicht mit der Realität übereinstimmt?
3. Wer hat dich seinerzeit zum Bloggen gebracht/motiviert/inspiriert?
4. Wenn Du den Rest Deines Lebens nur noch ein Outfit tragen dürftest, was wäre das?
5. Gibt es einen Punkt in Deinem Leben, von dem Du sagen kannst: Hätte ich mich da anders entschieden, wäre ich 5 Minuten später gekommen, in die andere Richtung gegangen, mein Leben wäre total anders verlaufen? Wenn ja, welchen?
6. Wie wäre es denn verlaufen?
7. An welchen Bewegungen, Haltungen, Gesichtsausdrücken erkennt man Dich?
8. Was ist Dein Lieblingsverkehrsmittel?
9. Was ist Dein skurrilster Essenstick?
10. Morgens oder abends duschen?
11. Lässt Du Dich zu Mutproben anstiften? Was war die blödste?
 
Und diese Fragen gehen an:
Frau Rabensalat (wenn sie will, kann sie das gerne an Herrn Rabensalat delegieren. Oder beide.)
 
Und natürlich an alle, die sonst noch wollen!


Sonntag, Juni 05, 2016

WMDEDGT 06/16

Wahnsinn, es ist schon Juni! Wie jedes Jahr hänge ich mental noch kurz nach Weihnachten oder frühestens im März fest.... nun denn.
Es ist der Fünfte, d.h. hier trifft sich der Freundeskreis Tagebuchbloggen zum fröhlichen Verlinken (Liste ganz unten).

Wer noch nicht weiss, das WMDEDGT? ist: Es ist die eingängige Abkürzung für "Was machst Du eigentlich den gazenTag?" und wer mitmachen möchte, bloggt über seinen/ihren Tag heute und verlinkt dann hier (am Ende des Posts)

Wir sind gestern erst um elf von einem Sommerfest bei Kollegen heimgekommen, deswegen hatten die Kinder heute morgen den Auftrag, ordentlich auszuschlafen.
Aber wie das so ist, man muss Ziele SMART setzen und wir haben den „measurable“-Teil natürlich vergessen. Die Kinder fanden also „Hallo, Mami, bis acht haben wir geschlafen, länger geht ja wohl kaum?!“ mehr als ausreichend, während wir kurz Schlafstunden zusammenrechneten und uns auf einen motzigen Nachmittag einstellen. Immerhin: wir Grossen haben bis viertel nach neun geschlafen, danach mit Kaffee im Bett das Internet leergelesen, Betten abgezogen (die Kinder machen das mittlerweile alleine) und gemütlich frischen Butterzopf (den habe ich gestern abend nach dem Fest noch gebacken und mich diesmal an das Rezept auf der Packung gehalten, wo man denTeig eigentlich nicht gehen lässt, sondern direkt flicht und in den Ofen schiebt. Führt dazu, dass der Zopf reisst, aber schmecken tut er trotzdem) und Semmeln von gestern gerfrühstückt.
Wie jeden Sonntag hatten die Kinder danach den Auftrag, ihr Zimmer so aufzuräumen, dass der Staubsaugerroboter rein kann und das (SMART, you know), bevor die Sendung mit der Maus los geht. Wenn wir zu Hause sind, ist das die einzige Sendung, die wir ungestreamt anschauen, weil es ein praktischer Fixpunkt in der Sonntagsplanung ist.
Wir Grossen haben währenddessen die Betten wieder bezogen und den Staubsaugerroboter auf seine allsonntägliche Tour durch die verschiedenen Stockwerke geschickt, jeweils verbunden mit eben vorher durchräumen.
Gemeinsame Mauspause mit drittem Kaffee, dann Schlumpfen mit Büchern und Klettersachen packen.
Die Kinder werden an die frische Luft gescheucht, während ich (first things first) meine lang optimierte Colourpop-Bestellung an unsere Freunde ich San Dieo schicken lasse, wo ich sie dann in vier Wochen abhole. Shipito analog sozusagen.
Um zwei treffen wir uns mit den Au-els (erinnert sich jemand noch an die?) in der lokalen Boulderhalle. Auf der Fahrt dorthin erinnern wir uns, dass beim letzten Mal, als wir dort waren, ein Haus im Nachbarort explodierte, als wir dran vorbeifuhren. Diesmal nicht. Phew.
Beim Klettern stellen wir fest: Schuhe sind immer noch unbequem, es macht immer noch Spass, die Zeiten, wo ich richtig viel Kraft in den Armen und im Rumpf hatte, sind leider vorbei, aber das Gefühl von brennenden Handflächen und harten Unterarmen ist immer noch toll. Die Kinder übrigens werden überhaupt nicht müde.








Danach fahren wir gemeinsam zu den Au-els, wir Erwachsenen unterhalten uns über all das, was in den letzten paar Monaten so passiert ist, die Kinder auch, wir lassen uns begrillen, die Kinder machen das Viertel unsicher (ich hatte es gar nicht so auf dem Radar, dass Little L. der Jüngste der Bande ist und so ist er, weil „Mami, die anderen waren schon fast zur Tür raus und ich kenn mich hier doch nicht aus und die hätte ich nicht wiedergefunden“, ohne Schuhe (immerhin auch ohne Socken) auf dem nahen Pausenplatz und im Quartier unterwegs. UND DAS IN DER GROSSSTADT!!.
Nun ja. Was auch nicht klappte, ist das „Wenn die Kinder gestern schon so lang auf waren, dann gehen sie heute dafür früh ins Bett“, aber nach einer dringend nötigen Dusche (Lagerfeuer von gestern, Kletterschwitz von heute, Draussenspieldreck und GROSSSTADTDRECK an den nackten Füssen) wird jetzt in den frisch bezogenen Betten noch "Seeräubermoses" (Werbelink)
vorgelesen, Little L. hat sich einen Tag vor Anmeldeschluss doch dafür entschieden, zum SoLa der Pfadis mitzufahren und danach werden der Hübsche und ich noch ein oder zwei Gläser unseres neuen Lieblingswein (Werbelink)
trinken und „The Americans“ weiterschauen. Ob ich an meinem aktuellen Lace-Projekt weiterstricke oder mir die Fingernägel dunkelpink passend zu meinen Fahrradchucks und der Bluse, die ich für morgen eingepackt habe, lackiere, weiss ich noch nicht genau.








Samstag, Juni 04, 2016

So not cool

Ich merke, dass ich, je näher der Jahrestag des kombinierten Nieren- und Fahrraddramas letztes Jahr kommt, desto unruhiger werde ich. Ich bin unendlich genervt von mir selber, weil ich normalerweise eben nicht jahrestagsfixiert bin (okay, jeden 17. Dezember bin ich heilfroh, dass L. fertig mit Herzuntersuchungen ist), weil ich überhaupt nicht abergläubisch bin, weil ich genau weiss, dass es natürlich überhaupt total unabhängig von Monat und Jahreszeit ist, ob und ob überhaupt sich das Nierenaneurysma noch einmal meldet oder nicht. Trotzdem erwische ich mich dabei, in mich hineinzuhorchen, jedes Ziepen imrechten Flankenbereich in meinem virtuellen schwarzen Büchlein zu notieren und nachzuverfolgen. Ich träume jede zweite Nacht davon, dass ich wieder rotweinfarben pinkle (und nein, normalerweise träume ich nicht so WC-fixiert). In einer noch unlogischeren Kombination probiere ich jeden Tag, ob ich die Ringe an der rechten Hand im Notfall schnell über die Finger abkriegen würde, und bin echt unentspannt, was das Fahrradfahren und Trambahnschienen und Trottoirkanten und potentielle Hindernisse angeht. Ich ertappe mich dabei, wie ich überlege, wie ich in den paar Tagen unseres USA-Roadtrips, den wir zwar nicht fernab der Zivilisation, aber doch ausser Reichweite des Handynetzes und sagen wir mal so, in grösserer Entfernung eines Universitätskrankenhauses als sonst verbringen werden, im Notfall wohl mein Aneurysma flicken lassen könnte. Das nervt mich so unendlich, weil damit die dringend nötige Entspannung nach einem langen und anstrengenden Arbeitsjahr schon im Vorfeld zum Deibel geht und die Vorfreude, die eigentlich unendlich sein müsste und auf der rationalen Ebene auch ist, und es erstens total unwahrscheinlich ist, dass überhaupt was passiert (vor letztem Jahr war 6 Jahre gar nix!), dass genau dann was passiert, warum auch, und sogar wenn, es sich alles regeln lassen würde. Ausserdem: was wäre denn die Alternative? Im Wartezimmer der Urologie/Angiologie zu campieren, bis das blöde Dinge platzt und wenn es nochmal 6 Jahre dauert oder noch länger? So sehr ich gespannt bin auf die Entwicklungen der letzten 12 Monate in der Prostata-Prophylaxe, was ja so ziemlich die einzige Literatur im Urologenwartezinmmer ist, so wenig ansprechend klingt diese Idee.

Ach. Und gestern habe ich dem Hübschen auch noch von meinen Sorgen erzählt und meinem Ärger über diese Sorgen und jetzt macht er sich auch Sorgen und will mir aber nicht zeigen, dass er sich Sorgen macht, weil ich mir dann vielleicht noch mehr Sorgen mache, und EIGENTLICH GIBT ES JA KEINEN GRUND DAZU, und irgendwie denkt man aber trotzdem die ganze Zeit dran und ich bin dann genervt, wenn ich komisch schaue und er mich fragt: "Alles okay mit der Niere?", weil ich ja die ganze Zeit versuche eben nicht dran zu denken, ES GIBT JA KEINEN GRUND DAZU, und dann muss ich doch dran denken, was ich eh die ganze Zeit tue und ach, es ist sehr kompliziert. Und doof.

Freitag, Juni 03, 2016

Minifuzziklaaan

Ich gebe zu, ich bin ein Gewohnheitstier und mag Rituale. Deswegen verschenke ich auch immer gern selbergenähte Babyklamotten. Auch weil ich faul in Sachen Schnittabzeichnen bin, gerne immer nach demselben Schnittmuster (dem Klassiker, der "Zwergenverpackung" von Farbenmix). Das waren so ziemlich die ersten Kleider, die ich seinerzeit für Little L. genäht habe, d.h. ich weiss auch, dass sie gut passen und sich einigermassen leicht anziehen lassen. Je nach Jahreszeit, in der ein Baby kommt, kann man dann ja die Stoffdicke anpassen, einem Sommerbaby werde ich vermutlich eher keinen Nickypulli nähen, aber gerade die Zipfelkapuze passt eigentlich immer, grade so ganz am Anfang ist man sich ja imemr ein bischen unsicher, wie viel Zug etc so ein winziges Babyköpfchen aushält (naja, ausser es hat wirklich 38 Grad oder so, wie damals bei Little Q. :-)).

Damals (31.08.2005), als Little Q. wirklich noch little war...

Diese Sets nähe ich, wenn es sich zeitlich ausgeht, sehr gerne auch für Bloggerbabies aus meiner Filterbubble. Das letzte Beispiel ging in meine alte Heimat (mehr oder weniger), wo die zwei grossen Töchter von Cynthia ein Nachzüglerschwesterlein erwarten. Es ist ja immer so eine Sache, ob man mit den Kleidern und der Stoffauswahl den Stil und Geschmack der werdenden Eltern trifft, was habe ich mir schon den Kopf zerbrochen, ob jemand einen roten Pulli für einen Jungen doof findet oder ob hellblau mit Regenbogen, wo aber halt auch pink drin ist, für ein Baby unklaren Geschlechts in einer vielleicht sehr traditionell aufgehängten Familie okay ist. Da lobe ich mir doch einen gut gepflegten Instagram-Acoount, in dem die Ausstattung des Babies vorab schon stolz gezeigt wird, da kann man ja dann mal in der Stoffkiste schauen gehen, was dazu so passt. Und deswegen war ich mir mit der türkis-grauen Kombination für das Mamamania-Baby ziemlich sicher :-).



Die Stickdatei Hummingbird stammt übrigens aus der Feder von Pamela von Enemenemeins und es gibt sie bei Kunterbuntdesign seit gestern abend.

Donnerstag, Juni 02, 2016

Amtsanmassung

Einen Nachtrag zum Radlthema von gestern habe ich noch: aus Gründen bin ich zusätzlich zu dem spannenden Hinweg insgesamt dreimal quer durch die Stadt geradelt, weil ach, es ist kompliziert, wenn man an zweieinhalb Standorten arbeitet und dann davon ausgeht, dass alle vereinbarte Termine so ernst meinen wie man selber.
Auf dem letzten Rückweg dann bin ich mit Schwung die Wettsteinbrücke Richtung Kleinbasel runter geradelt und vermutlich nicht ganz korrekt nach der Baustelle oben am Kunstmuseum, wo einen der Verkehrsregler jedesmal anders um den heissen Teer herumwinkt, nicht mehr auf den erhöhten Radweg gefahren (es gab definitiv keine Rampe geschweige denn ein abgesenktes Trottoir, die Strasse ist breit genug, dass die Autofahrer an mir vorbeikommen, wenn ich die paar Meter auf der Strasse fahre und ausserdem sind es eh nur ungefähr 200Meter, dann ist der Radweg wieder auf gleicher Ebene mit der Strasse und ich logischerweise drauf), es war eh kaum Verkehr mitten am Nachmittag und ich genoss die frische Luft um die Nase. Als ich dann unten am Kreisverkehr anhielt und auf eine Einfädelmöglichkeit wartete, gestikulierte die Frau im Auto neben mir wütend und machte irgendwelchen kryptischen Handbewegungen. Ich weiss nicht, ob sie sauer war, weil ich 200Meter nicht ganz regelkonform auf der Strasse gefahren war, ob sie fand, es wäre blöd, dass ich den Radweg nutzen würde anstatt den Fussweg durch den Park, ich verstand ehrlich gesagt überhaupt nicht, was ein Problem sein sollte. Ich schaute sie also fragend an, sie liess wutentbrannt das Fenster runter (Tipp vom Radfahrer: solange das Fenster zu ist, hört man Euer Fluchen und Krakeelen aussen nicht. Wenn ihr das Fenster runterlasst, empfiehlt es sich, den Sermon nochmal von vorne zu starten), ich kam vor lauter wütendem Gezeter nicht mit, was sie wollte (und ja, innerlich hoffte ich, das Herz voll Sonnenschein und frischer Luft, auf einen #allebekloppt-Dialog a la Frau Novemberregen.), beugte mich freundlich lächelnd zum Fenster und meinte: "Gibt es irgendein Problem?"
Die Frau holte tief Luft, ihr Blick fiel, dachte ich erst, in meinen Ausschnitt, sie klappte den Mund zu, meinte kurz und knapp: "Nein, gar nicht." und düste mehr oder weniger mit quietschenden Reifen ab.
Das irritierte mich erst etwas ("Ist mir ein Knopf abgeplatzt? Habe ich die Unterwäsche vergessen? Ist mir beim Mittagessen irgendwas ekliges in den Ausschnitt gefallen und klebt da jetzt?"), aber ein Kontrollblick löste das Rätsel: ich hatte, schönes Wetter und so, keine Jacke an und um den Hals baumelte mein Firmenausweis an dem Ersatzband von der Kantonspolizei, das mir immer noch gute Dienste leistet. Ich werde aufpassen wie ein Haftlmacher auf die restlichen, die ich noch davon habe, die sind Gold wert!

Mittwoch, Juni 01, 2016

Hui!

Ab heute ist ja wieder Bike to work und ja, natürlich hindert mich auch sonst nix dran, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, aber dann ist Wetter, dann ist Kuchenmitnehmen, dann ist ach, heute hmmmm… und deswegen mag ich diesen Tritt in den Hintern durch eben den Aktionsmonat sehr gern. Im Juni ist das Wetter auch so, dass man eigentlich recht sicher mit gutem oder wenigstens trockenem Wetter rechnen kann und wenn man dann nach einem Monat durchradeln dann durchtrainiert ist und Hornhaut am Hintern hat, dann kann man ja den schönen Sommer zum Weitterradeln nutzen.
Also. Heute also erster Tag und ja, ich war ein bisschen schissrig, weil ich ja diese Strecke seit dem Unfall letztes Jahr nicht mehr gefahren bin. Ausserdem hatte ich dann heute direkt einen Morgentermin am andere Standort direkt am Bahnhof, ausserdem Kinderfrühdienst, d.h. ich kam ein bisschen später weg als normal (also: 10 nach statt 20 vor sieben) und so beschloss ich, heute doch mal die von Google Maps fürs Fahrrad vorgeschlagene schnellste Strecke zu radeln.
Ich bin also 14km auf/neben Hauptverkehrsstrassen im morgendlichen Rushhour-Irrsinn gefahren, wurde von donnernden Lastwägen mit Minimalabstand überholt, angehupt wie wild, weil ich in einer kryptischen Baustellenverkehrsführung das Hinweisschild für „Radl bitte auf den Gehweg“ vor lauter orangen Markierungen, Leuchtdingsen, Metallplatten, Absperrungen und Zeug verpasst hatte. In der Stadt dann war ich zwischen Bussen und Trambahnen (und den dazugehörigen Schienen) eingequetscht, wurden von entnervten Autofahrern geschnitten, beim Ein- und Ausparken fast vom Rad geräumt, und musste mehr als einen Vollbremsung für Fussgänger, die mit schlafwandlerischem Sicherheitsgefühl einfach ohne zu schauen wahllos auf die Strasse torkelten.
ALTER VERWALTER, dagegen sind Laternenpfähle ein Witz. Ab morgen geht es wieder den beschaulichen Umweg durch die Obstgärten und am Rhein entlang, auch wenn das vielleicht 3 km länger ist. (Aber wach war ich und alles Adrenalin, das ich für den, sagen wir, herausfordernden Goal Review sonst verbraten hätte, hatte ich schon rausgeradelt.)
Auf der Rückfahrt durch die Stadt ins Büro kreuzte ich dann eine Truppe Viertklässler in Leuchtwesten begleitet von zwei Fahrradpolizisten, die für die Veloprüfung übten. Und ja, ich war ein bisschen froh, dass mein Dorf-Viertklässler das Radfahren eben auf dem Land lernt, wo die grösste Herausforderung der Kreisel der Landstrasse hinter der Tankstelle ist, gefolgt von dem Schwung zur Fahrradampel, wo man, wenn man nicht genau trifft, absteigen muss, um den Knopf zu drücken, und nicht mitten im Berufsverkehr am Aeschenplatz, wo sich 7 Strassen und 18 Trambahnlinien kreuzen ohne eine einzige Ampel.