Mittwoch, Juni 01, 2016

Hui!

Ab heute ist ja wieder Bike to work und ja, natürlich hindert mich auch sonst nix dran, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, aber dann ist Wetter, dann ist Kuchenmitnehmen, dann ist ach, heute hmmmm… und deswegen mag ich diesen Tritt in den Hintern durch eben den Aktionsmonat sehr gern. Im Juni ist das Wetter auch so, dass man eigentlich recht sicher mit gutem oder wenigstens trockenem Wetter rechnen kann und wenn man dann nach einem Monat durchradeln dann durchtrainiert ist und Hornhaut am Hintern hat, dann kann man ja den schönen Sommer zum Weitterradeln nutzen.
Also. Heute also erster Tag und ja, ich war ein bisschen schissrig, weil ich ja diese Strecke seit dem Unfall letztes Jahr nicht mehr gefahren bin. Ausserdem hatte ich dann heute direkt einen Morgentermin am andere Standort direkt am Bahnhof, ausserdem Kinderfrühdienst, d.h. ich kam ein bisschen später weg als normal (also: 10 nach statt 20 vor sieben) und so beschloss ich, heute doch mal die von Google Maps fürs Fahrrad vorgeschlagene schnellste Strecke zu radeln.
Ich bin also 14km auf/neben Hauptverkehrsstrassen im morgendlichen Rushhour-Irrsinn gefahren, wurde von donnernden Lastwägen mit Minimalabstand überholt, angehupt wie wild, weil ich in einer kryptischen Baustellenverkehrsführung das Hinweisschild für „Radl bitte auf den Gehweg“ vor lauter orangen Markierungen, Leuchtdingsen, Metallplatten, Absperrungen und Zeug verpasst hatte. In der Stadt dann war ich zwischen Bussen und Trambahnen (und den dazugehörigen Schienen) eingequetscht, wurden von entnervten Autofahrern geschnitten, beim Ein- und Ausparken fast vom Rad geräumt, und musste mehr als einen Vollbremsung für Fussgänger, die mit schlafwandlerischem Sicherheitsgefühl einfach ohne zu schauen wahllos auf die Strasse torkelten.
ALTER VERWALTER, dagegen sind Laternenpfähle ein Witz. Ab morgen geht es wieder den beschaulichen Umweg durch die Obstgärten und am Rhein entlang, auch wenn das vielleicht 3 km länger ist. (Aber wach war ich und alles Adrenalin, das ich für den, sagen wir, herausfordernden Goal Review sonst verbraten hätte, hatte ich schon rausgeradelt.)
Auf der Rückfahrt durch die Stadt ins Büro kreuzte ich dann eine Truppe Viertklässler in Leuchtwesten begleitet von zwei Fahrradpolizisten, die für die Veloprüfung übten. Und ja, ich war ein bisschen froh, dass mein Dorf-Viertklässler das Radfahren eben auf dem Land lernt, wo die grösste Herausforderung der Kreisel der Landstrasse hinter der Tankstelle ist, gefolgt von dem Schwung zur Fahrradampel, wo man, wenn man nicht genau trifft, absteigen muss, um den Knopf zu drücken, und nicht mitten im Berufsverkehr am Aeschenplatz, wo sich 7 Strassen und 18 Trambahnlinien kreuzen ohne eine einzige Ampel.