Samstag, Dezember 24, 2016

Frohe Weihnachten!

Meine Lieben,
ich wünsche Ihnen ein wunderbares Weihnachtsfest. Geniessen Sie Ihre Lieben, essen Sie, trinken Sie (das hilft manchmal, wenn das Geniessen nicht auf Anhieb klappt), und wenn es nicht so läuft, wie Sie es sich gewünscht hätten oder aufgrund von Pinterest- oder Instagram- oder sonstigen Vorstellungen geplant haben, machen Sie einen Haken dran. Es ist gut, so wie es ist, einfach, weil es halt so ist. Und wenn es ganz schrecklich ist, ist es in ein paar Jahren meistens wenigstens eine gute (manchmal sogar lustige) Geschichte oder ein Mahnbeispiel, wie man es nie wieder machen möchte, oder etwas, was man überstanden hat, und das zukünftige vielleicht nicht perfekte Feste in Perspektive rückt.

Ich /(ich hoffe, meine Eltern auch) lache heute schallend, wenn ich an das Weihnachtsfest denke, an dem meine Schwestern und ich alle Madenwürmer hatten und ein neues Medikament bekamen, das erstens blutrot war und zweitens keiner von uns vertragen hat, so dass wir alle vier reihum dunkelrot gekotzt haben, bis wir leer waren.
Jeder Streit unter Geschwistern und mit den Eltern wird aufgewogen gegen Weihnachtstag, an dem meine Schwestern und ich die Kinderzimmertür aus den Angeln gedrückt haben.
Jeder Familienstreit wird gemessen an dem, als alle vier Kinder die Bescherung bockig in ihren Zimmern ignoriert haben.
Jedes Zipperlein (Little L. ist wieder so gut wie neu, es ist super!) wird an der höllischen Adventszeit gemessen, die Little L. auf der Intenisvstation verbracht hat.

In diesesm Sinne: geniessen Sie einander!

Alles Liebe wünscht Ihnen

Familie Brüllen



Freitag, Dezember 23, 2016

Alles fügt sich

Little L. konnte gestern morgen übrigens immer noch nicht laufen. Wie gut, dass der Hübsche wegen der Befürchtung "2. Runde Noro bei Q." eh schon alles für Homeoffice/kindkrank vorbereitet hatte und so mit ihm zum Kinderarzt gehen konnte.
Little Q. hat währenddessen die letzten Weihnachtsgeschenke in der Schule verteilt (Feedback bisher: alle haben sich gefreut und bedankt. Wieviel davon echte Freude ob des Geschenks oder ob der Geste oder Höflichkeit ist, sei dahingestellt, ist für mich aber auch nicht so wichtig)., ich habe im Büro wie eine Wilde auf "Inbox Zero" hingearbeitet (und geschafft!).
Beim Kinderarzt wurde alles abgeklärt und die Diagnose lautet: "Hüftschnupfen". Ich finde den Begriff total bekloppt für so etwas schmerzhaftes, aber Little L. sagt "Hüpfschnupfen" und das klingt ja dann wieder gut. Er bekommt jetzt drei Tage Ibuprofen, wenn es Samstag morgen noch nicht wieder signifikant besser sein sollte, können wir nochmal kommen (Ja, unsere Kinderarztpraxis hat regulär Samstag morgen offen. Auch Heiligabend).
Ich habe L. also von der Waldweihnacht in der Schule abgemeldet und wir haben ihn heute morgen mitgenommen zum Grosseinkauf. Das Abholen war  btw total easy, der Markt, in dem ich letztes Jahr war, liegt noch ein bisschen näher an Basel, vielleicht war deshalb so viel los da.. Ich habe einen Haufen Kollegen getroffen (wir hatten ja alle heute schon offiziell frei), binnen 30 Minuten hatten wir alles für das Festessen eingekauft. Damit blieb noch Zeit, um Little L., der schon wieder ganz gut laufen kann und irgendwie in den letzten Wochen spontan 10 cm gewachsen ist, ein paar neue Hosen zu besorgen. Mittlerweile habe ich mich ja nicht nur an mir an den Skinny-Jeans-Look so sehr gewöhnt, dass ich mir in Bootcut-Jeans letzte Woche total komisch vorkam, sondern auch an den Kindern. Am meisten liebt L. jedoch die dunkelblaue streichelweiche Cordsamthose :-).
Auf dem Heimweg waren sogar die Zöllner noch total tiefenentspannt, dank Little L.s Gesellschaft mussten wir nicht mal was verzollen, sondern konnten einfach nur die MWSt-Zettel abstempeln lassen.
Einräumen, Q. begrüssen, Restemittagessen, Staubsauger laufen lassen, letzte Erledigungen im Laden hier, Gästebetten beziehen, Suppe (Kokos-Selleriesuppe) und Nachtisch (Lebkuchen-Pannacotta mit Grenadine-Kompott und Mandelkrokant) für morgen vorbereiten, Pizzateig für heute abend ansetzen, und das alles zu viert und alle mit einem entspannten Lächeln auf den Lippen. So ist alles gut.

Donnerstag, Dezember 22, 2016

Symbolsituation

Heute morgen, 5:30h, in einer halben Stunde klingelt der Wecker, ich bin bereits halb wach und wie immer um diese Zeit läuft in meinem Kopf der Autopilot mit den To-Do-Listen.
"Heute: schnell ins Büro, die letzten Meeting Minutes fertigschreiben, ein Monitoring-Protokoll fertig zum Approval machen, Inbox aufräumen, mittags Geschenkeaustausch mit Schwester, ja, mein Teil steht schon im Büro. Der Hübsche ruft mich dann in der Früh an, ob L. laufen kann, oder ob sie direkt zum Arzt gehen, abends muss ich dann für Freitag die Einkaufsliste fürs Weihnachtsessen zusammenstellen, Freitag morgen dann: Kinder letzter Schultag, L. muss in den Wald, Laterne haben wir besorgt, ich muss nachschauen, ob er eine Wurscht zum Bräteln mitnehmen muss, haben wir aber im Fall noch engefroren, dann gehen wir einkaufen und das vorbestellte Fleisch und Fisch abholen, Abholzettel habe ich ... in der Handyhülle? Im Geldbeutel?"
Und dann fällt mir siedendheiss ein, gar nicht mehr auf Autopilot, dass ich gestern abend im Bus meine Arbeitshandyhülle ausgemistet habe. Dort bewahre ich wichtige kleine Zettelchen auf, wie Mehrfachstreifenkarten für den Zug, Hermes-Versandquittungen, Quittungen für Geschäftsreisen, ausgedruckte Boardingpässe, wenn aus komischen Gründen es nicht klappt, die auf dem Smartphone zu speichern.
Nachdem meine Spesenrechnung für die Italienreise schon beglichen wurde, habe ich da mal wieder ausgemistet und es könnte sein, dass ich mitsamt den ausgedruckten Boardingpässen die Abholzettel für 5 Gänsekeulen und 1 kg Kabeljauloins (ich muss noch googeln, was das ist, ich habe Kabeljau gebraucht und das klang so schön auf der Liste) weggeschmissen habe.
Auf einmal ist gar nix mehr Autopilot und ich bin hellwach. Ich habe die Stimme des Metzgers im Ohr, der meint: "Auf den Zettel müssen Sie aufpassen wie auf Ihren Augapfel, ohne die Nummer finden wir am 23. gar nix." Vor meinem inneren Auge sehe ich die Abholschlange vom letzten Jahr, die einmal durch den ganzen Laden ging und in der es auch MIT Nummern schon kurz vor Randale war. Ich überlege, ob ich bei dem Busunternehmen anrufen soll, abder dann denke ich mir, dass die bestimmt nicht zugeben würden, falls die Abfalleimer seit gestern nachmittag evetnuell nicht geleert worden seiin sollten und auch ganz bestimmt und zu Recht keine Lust hätten, die mit Kaugummis, Apfelbutzen, verrotzten Taschentüchern und anderem Ekelhaftigkeiten vollgestopften Abfalleimer nach meinen Fleisch- und Fischabholzetteln zu durchsuchen. Ich übrigens auch nicht.
Ich überlege kurz, einfach so zu tun, als ob ich nie vorbestellt hätte, 5 Gänsekeulen wird es ja wohl auch unvorbestellt geben, aber dann habe ich wieder die Abholschlange vom letzten Jahr vor meinem innenren Auge, in der ich MIT Nummer für ungefähr 30 Minuten anstand. Die ohne Nummer hatten sich in dieser Zeit noch nicht mal vom Parkplatz ins Ladeninnere bewegt.
Bei genauerem Nachdenken fällt mir ein, dass ich die Nummern eigentlich zu 90% auswendig weiss (22 und 145). Soll ich es drauf ankommen lassen und zu 10% Wahrscheinlichkeit mit irgendetwas anderem als Gänsekeulen und Kabeljauloins nach Hause gehen? Und vom Karmabus überfahren werden, weil ich da Weihnachtsessen von jemand anderem geklaut oder zumindest unrechtmässig gekauft habe?
Es hilft nix, ich muss da heute anrufen, meinen Fehler zugeben, hoffen, dass sie heute morgen noch Nerven haben. im Ordner mit den anderen Seiten der Abschnitte, die ich ja leider weggeschmissen habe, nachzuschauen, was meine Nummer ist. Um das Ganze abzukürzen, können wir ja anfangen, bei 22 und145 zu suchen. Und bei Google sieht man ja, wann die wenigsten Leute im Laden sind (vermutlich morgens um 8, da ist sonst nie was los, wenn ich dort bin), habe ich um 8 einen Termin? Ich glaube nicht. Wäre es doof, den Leuten, die wege meiner Schlamperei extra suchen mussten, ein kleines Weihnachstdankeschön mitzubringen? Vermutlich nicht. Was dann? Plätzchen? Schokolade? Aber mögen die überhaupt Süsses, wenn sie an der Fleischtheke arbeiten? Vielleicht grad deshalb?
 
Phew. Es ist 5:45h, es lohnt sich nicht mehr, nochmal schlafen zu probieren. Ich stehe auf, finde in meiner Handyhülle noch einen Leergutzettel und in meinem Geldbeutel in de Fach für "Unbedingt aufheben, auf gar keinen Fall verlieren" die beiden Abholzettel. Und in meiner Fotogallerie im Handy ein Bild der beiden Nummern nur für den Fall, datiert vom Tag, an dem ich das Zeug vorbestellt habe. Mit den Nummern 22 und 145.
 
Guten Morgen!

Mittwoch, Dezember 21, 2016

Countdown

Noch ein Tag Arbeit. Zeit wirds, die Batterien sind leer.
Aber schön zu sehen, wie diverse Reflexe auch im Autopilotmodus noch wunderbar funktionieren.
Heute zB der "Mein Kind ruft an und hat Bauchweh und mirisschlecht"-Reflex (alles gut, es war *knock on wood" wohl eher "Ich bin erkältet, schlapp, habe Husten und Halsweh und hätte heute Konditionstraining."). Ausserdem der "Grund kann ich Ihnen jetzt natürlich nicht sagen"-Löwenmutterreflex (inclusive Löwenvater daran hindern, alle zu fressen, die seine Brut auch nur schief anschauen). Und, um das Ganze abzurunden, der "Mein kleines Kind hat von Null auf Nix so grosse Leistenschmerzen, dass es kaum noch laufen kann"-Reflex (praktischerweise haben wir ja schon für "Mirisschlecht" organisiert, das passt alles hervorragend. Gegoogelt haben wir nur so viel, dass wir einen "sofort operieren-sonst unvorstellbares Drama"-Leistenbruchblinddarmdurchbruchbeckenbruch ausschliessen konnten, alles weitere dürfen morgen die Profis abklären (und danke, aber nein danke, ich möchte keine Diagnosen oder Erfahrungsberichte).

Noch ein Tag.

Dienstag, Dezember 20, 2016

Dünnhäutig

Nach den Nachrichten aus Berlin gestern abend war es einfach Selbstschutz, auf Social Media und die dort übliche Mischung aus Angst, Gerüchten, Aufforderung, bitte keine Gerüchte zu verbreiten, blöde Witze, Betroffenheit und Betroffenheitsgebashe zu verzichten. Wir haben gehofft und kurz überprüft, ob unsere Lieben in Sicherheit sind, und versucht, dann den Alltag so normal wie möglich zu erledigen.
Heute morgen dann war es nicht ganz so leicht, dem RL-Gerüchteaustausch und "Oh, schrecklich, in welcher Welt wir leben" zu entgehen, nicht aus Ignoranz oder mangelnder Empathie, aber ich ertrage das Wiederholen von Allgemeinplätzen im besten und von Stammtischparolen im schlimmsten Fall in solchen Situationen überhaupt nicht. Ich habe dann einfach auf die Kaffeerunde verzichtet und mich stattdessen im Erledigungsmodus auf Zeug, das ich noch vor Weihnachten weggeschafft haben möchte, gestürzt. Und da merkte ich dann nicht nur bei mir die von dem allgemeinen Jahrensend-Stress ("Können wir noch schnell...", "Due date ist 31.12, d.h. wir müssen dan heute machen." "Wir brauchen das für die Zielerfüllung 2016 noch") eh schon zum Zerreissen gespannten Nerven und den papierdünnen Rest eines ehemals mitteldicken Fells. Und so haben wir es zu fünft geschafft, uns schon vor neun in Rage zu diskutieren, uns einig zu sein, dass die diskutierte Aufgabe unglaublich nutzlos, unverschämt, "OUT OT LINE" wäre. So weit, so gut, Gottseidank kamen wir dann beim "Wer schreibt denn jetzt die Antwort?" wieder zur Besinnung, kurz bevor wir die transatlantischen firmeninternen Beziehungen in Flammen aufgehen hätten lassen und einigten uns auf eine "Kurze, höfliche Antwort, der man zwischen den Zeilen unsere Laune anmerkt". Ratet mal, wer sich aus Versehen so etwas wie freiwillig dafür gemeldet hat? War eine gute Übung und dder Mail liest man nicht an, dass wir mit roten Köpfen und Rauch aus den Ohren diskutiert hatten.
Zur Mittagszeit dann noch ein internationales Meeting mit Beteiligung aus Basel, Shanghai und der US-Ostküste. Die eine Hälfte des Teams war im Pyjama und müde, die andere unterzuckert und hungrig.
Zum Kopfauslüften habe ich dann das letzte noch nicht an Ort und Stelle angekommene Weihnachtsgeschenk persönlich ausgeliefert, meinen Kalender für die ersten beiden Januarwochen von doppelt, dreifach und vierfach gebuchten Terminen versucht zu bereinigen (Note to myself: 6 Produkte und eine Doppelrolle in einem Transferteam sind grenzwertig bis zu viel.), meinem Chef Besserung in Sachen Überstunden gelobt und mich recht zeitig auf den Heimweg gemacht.
Heute abend haben wir das letzte offizielle Kinderweihnachtsding in Q.s Klasse (ich bin gespannt, sie machen eine Vernissage), für das Eltern-Kind-Plausch-Unihockey-Match am Abend des 23. Dezember haben wir uns nicht ganz so schweren Herzens abgemeldet wegen "Weihnachtsbesuch schon da", und dann heisst es noch zwei Tage Arbeit (der Plan mit der ruhigen Woche vor Weihnachten, wo ich alles Liegengebliebene im Büro erledigen kann, ging mal so gar nicht auf) und drei Tage Schule durchhalten, dann haben wir uns die zwei Wochen Weihnachtspause aber sowas von verdient.
Wir brauchen sie dringend nötig.

Montag, Dezember 19, 2016

How to make proper Kirschstengeli

Eigentlich wollte ich das ja gestern schon zeitlich passend zum Pegelwichtel-Event auf Twitter schreiben, aber da musste ich was anderes dringend loswerden, also jetzt halt heute dann.
Ich weiss gar nicht, ob man ausserhalb der Schweiz Kirschstengeli kennt. Das sind  hohle Schokoladenstangen, ungefähr so gross wie mein kleiner Finger. Aussen sind sie mit Kakao bestäubt, innen haben sie eine kristallisierte Zuckerschicht und sind flüssig gefüllt mit Kirschwasser. Weil Schokolade natürlich sozusagen ein Schweizer Nationalheiligtum ist und Kirschwaser ein Baselbieter Kantonalheiligtum, sind sie sozusagen zusammen mit Baseler Leckerli DIE Basler Spezialitäten und hoch emotional besetzt. Ich muss gestehen, ich mag sie nicht mal wirklich (wie Basler Leckerli auch, hmmmm...), weil ich die Kombination aus crunchy Zucker und Schokolade und flüssiger Füllung nicht besonders gelungen finde, aber das tut jetzt nichts zur Sache.
Ich habe mir ganz lang keine Gedanken gemacht, wie man diese Stengeli überhaupt macht und dachte an Schokoladenhohlkörper, die flüssig befüllt werden, mit Schokolade zugeklebt und der kristallisierte Zucker ist eher eine Art unerwünschter Nebeneffekt nach zu langer Lagerung (Ja, liebe Basler, ja, ich weiss jetzt, dass das ganz falsch ist.).
Dann waren wir vor einem Monat ungefähr bei einem Workshop abends in einer kleinen Basler Confiserie zum Schokolademachen (und nein, ich bekomme keine Prozente dafür, aber wenn Sie mal in Basel sind, dann gehen Sie bei der Confiserie Brändli vorbei und probieren Sie.





Ich fand die Irish-Creme-, die Whiskey-Trüffel und die schokoladenüberzogenen Physalisse am besten.Und ja, wir durften im Lager probieren soviel wir wollten) und ganz nebenbei haben sie uns erklärt, wie man wirklich echte Kirschstengeli macht. Und zwar so:

Sie schütten eine Art riesengrosses Tablett voll mit Stärke, so ungefähr 2, 3 Zentimeter hoch. Dann machen Sie mit einem Werkzeug, das aussieht wie ein Rechen, an den längs lauter Kirschstängelimodelle drangeklebt sind, lauter Vertiefungen in Form der Kirschstängeli in dieses Stärkebett. In diese Vertiefungen füllen Sie dann vorsichtig eine heisse Mischung aus Kirschwasser und Zucker von genau vorgegebener Konzentration und Temperatur und lassen das über Nacht stehen. Am Morgen haben sich dann durch Abkühlen und Wasserentzug durch die Stärke und Verdunstung Hüllen aus kristallisiertem Zucker gebildet, die noch flüssig mit zuckrigem Kirschwasser gefüllt sind.

Diese holen Sie vorsichtig aus dem Stärkebett raus, überziehen sie mit Kuvertüre, bepudern Sie mit Kakaopulver und wicklen Sie einzeln per Hand in die Kirschstengeli-Papiere ein.
Und ja, das ist dann teurer als wenn man die industriell hergestellten kauft, die wohl tatsächlich aus Schokoladenhohlkörpern gemacht werden, aber halt auch schon viel besser. Wenn man Kirschstengeli prinzipiell mag.

Ich nehme mal schwer an, unsere bewichtelten Personen haben das natürlich sofort rausgeschmeckt :-).

Sonntag, Dezember 18, 2016

I told you so

Ich gebe zu, die souveräne Art, auf die (zumindest einige) Kommentare zu dem Weihnachtsgeschenk für die Lehrer zu reagieren wäre "überhaupt nicht" gewesen. Aber ich muss gestehen, dass ich mich über die meisten echt geärgert habe. Und zwar nicht, weil ich nur Lobhudeleien hören möchte, aber mal ehrlich:
Wenn Sie ein Problem damit haben, dass Leute Ihr Essen schon mal angefasst haben, ja, dann finden Sie so ein Geschenk nicht toll. Dann würden Sie aber auch das Klassikergeschenk, nämlich von KINDERHÄNDEN liebevoll mit Zuckerguss und Glitzer verzierte Plätzchen hassen. Die werden noch dazu vor Verzehr nicht mal mit kochendem Wasser übergossen. Also, von den meisten Leuten nicht. Ganz ehrlich wären Sie dann aber auch im Beruf eines Primarschullehrers, der intrinsisch mit engem Kontakt mit klebrigen, schmutzigen, schniefenden Kindern, die gerne mal umarmen und die Grundregeln der Hygiene vielleicht noch nicht alle restlos verinnerlicht haben, verbunden ist, ziemlich falsch. Deswegen bin ich mir ziemlich sicher, dass das kein Problem bei unseren Lehrern ist. Und ehrlich gesagt: auch wenn, dann sollen sie es entweder weiterschenken oder wegschütten und das Vorratsglas nach ausgiebiger Dampfsterilisation weiterverwenden.

Wenn Sie schon anhand der Mischung sagen können, dass das nicht ihr Geschmack und total abgefahren ist, ja. Hm. Dann ist das vielleicht auch nicht das Geschenk ihrer Wahl. Aber erstens: dass ein Geschenk von jemandem, der einen nicht in- und auswendig kennt, total den eigenen Geschmack trifft, das ist total unwahrscheinlich. In Basel zB ist es gang und gebe, dass man Basler Leckerli geschenkt bekommt. Ich mag die überhaupt nicht, aber auf keinen Fall würde ich einem Schenkenden sagen: "Ih, das ist ja total wüst, das esse ich sicher nicht." Ich sage freundlich danke und kenne genügend Leute, die das mögen. Zweitens habe ich das Rezept aus dem "Betty Bossi"-Heft. Betty Bossi ist eine fiktive schweizer Martha Stewart, die Kochbücher und Rezepte und Küchenuntensilien vermarktet, alles mit "Gelinggarantie". Das impliziert, dass das Essen nie Aromaexplosionen und Grenzerfahrungen sind. Es ist immer gut, es ist nie herausragend, manchmal ein bisschen langweilig. Ehrlich gesagt, die absolut sichere Bank, wenn man etwas für jemanden macht, den man nicht besonders gut kennt. Und ja, es ist ein herzhaftes Gericht, in dem (sogar zwei verschiedene!!!) Früchte drin sind. Und anscheinend gibt es erstaunlich viele Menschen (zumindest unter meinen Lesern), für die so etwas immer noch unvorstellbar ist. Aber ehrlich gesagt? Für die ist vermutlich auch Couscous noch zu exotisch.

Und damit dass jetzt nicht alles Theorie bleibt, habe ich eines der Töpfchen (wir haben eh zuviel gemacht) nach Anleitung zubereitet, mit dem Hübschen geteilt und kann Ihnen versichern: niemand wird da dran sterben. Niemand muss sich zu etwas überwinden, das schmeckt tatsächlich lecker.




Nicht dass das irgendjemand von den Zweiflern überzeugen würde, aber das ist mir jetzt tatsächlich wurscht.