Mittwoch, Januar 07, 2015

Safety first

Der Tag heute stand offensichtlich im Zeichen der Arbeitssicherheit.

Der Hübsche war am Dreh eines Corporate Safety Videos zum Thema "Verhalten im Hotelzimmer im Brandfall" beteiligt (für den Fall, dass es Sie interessiert: nicht Lift fahren, Notfallplan lesen, nahe am Boden bleiben, nasses Handtuch vors Gesicht).

Ich nahm an einer obligatorischen Sicherheitsschulung teil, in der zunächst Lessons Learned aus alten Fällen aufgearbeitet wurden und dann das Verhalten im Ernstfall anhand geisterbahnmässig aufgebauter Szenarien trainiert wurde. (Falls es Sie interessiert: den Kollegen, dem ein Fass draufgefallen ist, aus dem eine giftige Substanz ausläuft, lassen Sie nach dem Alarmieren der Feuerwehr meist liegen. Solange er schreit ansprechbar ist, bringt es nichts, zu versuchen, das Fass von ihm runterzuwälzen. Ohne entsprechende Schutzausrüstung DÜRFEN Sie es nicht mal versuchen, die eigene Sicherheit ist das oberste Gebot. Wenn allerdings ein Kollege bewusstlos in einer Eintragskabine hängt, dürfen Sie ihn rausziehen, allerdings nur, wenn Sie vorher sichergestellt haben, dass der Sauerstofflevel in der Kabine ausreichend gross ist, nicht dass Sie auch noch in den Kessel fallen).

Na, wer hat den spannenderen Job? Hätten Sie`s gewusst?

Dienstag, Januar 06, 2015

Trotttinette-Fan

Als Kind hätte ich ja schon immer gern einen Tretroller gehabt. In einem Bilderbuch hatte ein Mädchen, das sich auch ein Loch in den Kopf geschlagen hatte und genäht wurde, so wie ich damals (vermutlich habe ich das Buch genau deswegen bekommen) einen und die hatte auch so eine Latzhose und Frisur wie ich (naja, es waren die 70er, das hatten damals wohl alle Kinder) und deswegen dachte ich sowieso, dass mir so ein Roller gehören müsste.

Ich hatte aber trotzdem nie einen, ich hatte ein erst ein Dreirad, dann ein Fahrrad, Rollschuhe, aber ein Tretroller gehörte nie zu unserem Fuhrpark.

In meinen kindlichen Vorstellungen wäre es ein grossartiges Fahrgefühl gewesen, ich wäre mit wehendem Topfschnitt und flatternden Latz-Schlaghosen durch die Neubausiedlung gebraust, wie das Mädchen im Buch, das übrigens auf der Seite nach dem Roller sich bei der Oma aus einem Lolliglas bedienen durfte.

Naja, war nix. Irgendwann dann, später, da war ich schon an der Uni, da kamen die Kickboards auf, wie die zusammenklappbaren Cityroller damals hiessen. Das war ja angeblich superhip, total praktisch, in der U-Bahn klein zusammenfaltbar, und dann, nach der Rolltreppe, zack, ist man total schnell. Damals hatte ich dann irgendwie kein Bedürfnis mehr danach, ich weiss gar nicht wieso. Den Latzhosen war ich damals noch nicht vollends entwachsen, die trug ich als Statement durchaus ab und an noch, es könnte daran liegen, dass eine die am BWL-studentinnenartigsten aussehende Kommilitonin sich mit ihrem Freund zusammen zwei identische Kickboards gekauft hat und damit auf dem Radweg in die Uni (die Chemiefakultät liegt total in der Pampa) gerollert ist und am nächsten Tag vor Muskelkater nicht mehr grad im Labor stehen konnte und das nicht so richtig ... cool war. Oder dass ich mir beim ersten Mal ihren Roller in der Eingangshalle testen das Ding so gegen mein Schienbein gedonnert habe, dass auch ich nicht mehr grad im Labor stehen konnte.
Also: kein Kickboard für mich.

Die Jungs haben sich vor zwei oder drei Jahren (ich glaube drei) Trottinettes, wie Roller hier in der Schweiz heissen, gewünscht und auch bekommen. So standard-zusammenklappbare Dinger, die man mit einem Riemen über der Schulter tragen kann, nichts berühmtes, aber für den Nutzungszweck genau richtig. Ich bin ein paarmal damit gefahren, so cool, wie ich mir das seinerzeit vorgestellt habe, fand ich es nicht, aber sie sind ja auch nicht für mich.
Dieses Weihnachten wurden auf der Suche nach an die Verwandtschaft weitergebbaren Wünschen ebensolche nach neuen Trottinettes geäussert. Und zwar altersgemäss: Little Q hätte gern einen "Stunt Scooter" gehabt und Little L. "so eines wie die Y, mit leuchtigen Rädern".
Also. Stuntscooter war einfach (Ja, Little Q. ist jetzt in dem Alter, wo man sich mit Freunden entweder zum Gamen oder zum Stunten auf dem Skaterplatz verabredet). "Leuchtige Räder" nicht so. Weil, wenn man nicht genau aufpasst, findet man nur Roller, die wie Autos in "Fast and furious" unten so LED-Leisten haben, was hier im Kindergartenbereich noch nicht als cool gilt, und die mit den Rädern, die eben beim Fahren bunte Blitze leuchten, die gab es wohl vor ein paar Jahren in den einschlägigen Kinderkatalogen, jetzt aber nicht mehr. Man könnte bei Skateboard- und Waveboard-Händlern einzeln solche Räder bestellen und bestehende Trottinettes damit umrüsten, aber man erinnere sich: Wünsche für Verwandte. Also habe ich weiter gesucht und bin fündig geworden: es gibt "Leuchtige Räder", allerdings nur in der Kombination mit einer "Razor Spark"-Einheit. Das ist eine Bremse, die beim Drücken eine Funkenspur auf dem Boden hinterherzieht. Und auch wenn das im Kindergarten bisher niemand hat: das kann niemand uncool finden. Also habe ich meinem Vater erklärt, was sich seine Enkel wünschen und was soll ich sagen: der Stuntscooter ist bestimmt sehr cool, also, zumindest sagen das Little Q. und seine Freunde, aber der Razor Spark-Scooter mit den leuchtigen Rädern, der ist der Hammer. Echt jetzt. Das funkt und blitzt, ganz grosses Kino.
Da sieht man: Ich bin innerlich auf dem Entwicklungsstand eines Fünfjährigen stehengeblieben. Manchmal muss man nur warten und dann kommt das schon gut.





Montag, Januar 05, 2015

WMDEDGT? 01/15

Na, wie schauts aus? Zurück im Alltag oder noch ein bisschen Ferien? Hier beginnt heute der Schul-, Kindergarten- und Arbeitsalltag wieder.

Und was machen Sie den ganzen Tag so? Schreiben Sie es doch auf und tragen den Link unten ein.

Huihuihuihui, erster Arbeitstag dieses Jahr für mich/uns alle hier. Und der erste Tag mit der Nanny. Spannend also und es gibt grad mal eine neue Morgenroutine, weil in Zukunft die beiden Jungs morgen eben nicht mehr in die Krippe gehen, sondern von daheim aus starten, allerdings zu spät für meinen Arbeitsbeginn. Die drei Männer schlafen also aus bis um 7:00h, für mich klingelt der Wecker um 6:00h. Das ist heute ziemlich fies, weil wir uns erstens in den Ferien doch ans Ausschlafen gewöhnt haben und zweitens uns beim „Die Brücke“ zu Ende schauen gestern dem Hübschen ein kleiner Zählfehler unterlaufen ist und es doch noch eine Folge mehr war als gedacht. Nun ja. Kaffee richtet es wie immer ;-)
Der erste Nervenkitzel des ersten Arbeitstages ist dann grad mal an der Parkgaragenschranke: wurde die Karte für ein Jahr Parken wieder freigeschaltet? Ganz unspektakulär: ja.
Ansonsten bin ich heute noch einen Tag (oder morgen auch noch? Ich weiss es gar nicht) Chef, weil meiner noch im Urlaub ist. Wir hatten über Weihnachten ja alle Anlagen abgestellt bzw. Umbau- und Instandhaltungsarbeiten am Laufen, so dass heute seit morgens um 6:00h alles wieder übernommen bzw. hochgefahren wird. Ein relativ gemütlicher Start ;-).
Ich merke während der Teamsitzung am Vormittag, dass ich es nach den Weihnachtsferien gar nicht mehr gewohnt bin, nicht die ganze Zeit irgendwo etwas Essbares verfügbar zu haben und falle fast vom Stuhl vor Magenknurren.
Aber hey: 11.20h ist Mittagessenzeit, es gibt durchschnittliche Tortellini mit gemischten Sossen.
Innerlich bin ich total unruhig, weil ich weiss, dass die Nanny mittlerweile da sein sollte, Mittagessen gemacht haben sollte, die Kinder jetzt heimkommen würden und ich überlege hin und her, wann es nicht mehr total zwanghaft wäre, mal zur kurzen Kontrolle, ob alles klappt, daheim anzurufen…

Vor den Weihnachtsferien habe ich neben Schreibtischaufräumen auch noch eine to-do-Liste für heute gemacht mit Sachen, die ich sonst über die Weihnachtsferien sicher vergessen würde. Anscheinend hat mein Vorweihnachts-Ich mein Nachweihnachts-Ich total überschätzt, weil unter anderem stand da drauf:

„Ing-Kontaktsitzung: 9mm für alle?“

Ich hatte (zu viele Krimis und Thriller gelesen und gesehen über die Ferien) sofort Dienstwaffen für alle Chemiker vor meinem inneren Auge, habe dann kurz überlegt, warum wir das mit den Ingenieuren besprechen sollten, und während ich so halbleise vor mich hindachte, wusste gsd mein Kollege, was ich damit gemeint hatte. (Breite der Schweisszone für Verpackung von Trockenware in Endlosliner). Schade eigentlich. Aber besser für den Weltfrieden.

Den Rest habe ich noch verstanden und Erinnerungsmails an ganz viele Leute geschrieben (Start mit „copy paste: „Ich hoffe, Du hattest entspannte Feiertage und einen ruhigen Start ins Jahr 2015. Ich will die Entspannung auch gar nicht zunichte machen, aber ….“), überhaupt: 2015. In einem GMP-Betrieb, da visiert und unterschreibt und datiert man ja ungefähr jeden Handschlag und Gedanken, den man macht. Ich kann stolz vermelden, dass ich sowohl meinen Datumsstempel schon umgestellt, als auch kein einziges Mal bisher 2014 korrigieren musste.

Um zwei hatte ich für die neu startende Produktionskampagne eine Mitarbeiterschulung zu halten, war so mittelspannend, aber am Schluss gibt es immer eine Erfolgskontrolle. Diesmal habe ich sie in Vertretung gehalten (habe nachgeschaut: mein Chef kommt erst am Donnerstag zurück! Gnahhhh….), wenn ich diese Tests selber entwerfe, denke ich mir immer Fragen (bzw. Antworten) aus, bei denen ich mich selber (meistens innerlich) totlache, aber diesmal war es sehr ernsthaft und seriös.
Ein paar Kollegenkaffees aus dem Keller bei den Mäusen helfen mir über den Nachmittag.
Ich schüttle unendlich viele Hände, wünsche ein gutes neues Jahr, erzähle über unsere Weihnachtspause, wandere über das Areal, hole wie in einem schlechten Film die Wäsche meines Chefs aus der Reinigung (das klingt jetzt anders als es ist, in Wirklichkeit haben alle Chemiker bei uns den Weihnachtsshutdown dazu genutzt, die obligatorischen weissen Kittel und die blauen Corporate Fleecejacken in die grosse Reinigung zu geben. Wenn sie fertig sind, kann man sie nach Büros sortiert im Keller neben dem Kaffeeraum wieder abholen), bin Vertretungschef in Personalsachen und überhaupt. Innerlich bin ich vor allem nervös, wie es daheim wohl abläuft, aber das war ja klar.

Gegen viertel vor fünf gebe ich meinen Nerven nach (ein Blick auf den Zeitnachweis, mit dem ich in dieses Jahr starte, nämlich mit 18 Tagen Resturlaub aus dem Vorjahr, 15 Tagen abzubauenden Überstunden plus den frischen Urlaubstagen für 2015 schickt mich eh nach Hause) und fahre nach Hause.
Gottseidank lief da wohl alles glatt (Little L. hatte die ganzen Weihnachtsferien gefragt, ob er denn direkt im Januar wieder zu Besuch in die Krippe gehen könne, ich glaube, so ganz hat er es noch nciht realisiert.) und insofern kann ich jetzt meinen Blutdruck mal runterfahren.
Die Dreiviertelstunde, die das in der Krippe einsammeln, heim transportieren, ankommen, alles auspacken etc. immer in etwa gekostet hat, die haben wir jetzt zur freien Verfügung und ich glaube, die wird uns auch in Zukunft gut tun. Ich unterschreibe einen Englischtest, trage Kindergartentermine in den gemeinsamen Kalender ein (huch, ich muss schon wieder für die Zeugnispizza reservieren!) und packe (nur eine, im Kindergarten wird morgen Geburtstag gefeiert) eine Zünibox für morgen.

Montag ist Pizzatag und dazu erzählen mir die Jungs, wie der Tag so war. Erst jetzt, wo die Anspannung abfällt, merke ich, wie sehr mich das den ganzen Tag belastet hat. Wäre schon saudoof, wenn das jetzt nicht klappen würde. (Was mich ausserdem belastet hat: ich habe zwei Pickel IN der Nase. Tut superweh und fühlt sich an, als hätte ich eine 10cm-Durchmesser-Clownsnase). Ausserdem kläre ich mit der Putzfrau, dass der Putzplan nicht nur Deko ist, sondern tatsächlich so gemeint, von den Nachbarn bekommen wir die Hausaufgabe, uns über unsere emotionale Bindung an den Flieder, der in der Mitte unserer aneinandergrenzenden Vorgärten steht, klarzuwerden.

Anschliessend gehen die Jungs zu Bett, ich lese noch eine Olchi-Geschichte vor, mache Little Q. einen warmen Tee zum Lesen (er meint, er hätte Husten) und lasse mir eine warme Badewanne ein. Ich wollte eigentlich die ganzen Ferien noch zwei Langarmshirts für die Jungs in meinem frisch sortierten Nähzimmer nähen, dazu kams vor lauter Entspannung aber nicht. Jetzt habe ich ein kleines Stickversprechen getätigt, da kann ich in der Zwischenzeit eigentlich auch ein bisschen zuschneiden, während die Wanne einläuft.
Ansonsten haben der Hübsche und ich beschlossen,brutal vernünftig und erwachsen zu sein und nach seiner Sportelei heute nicht eine neue Serie anzufangen, sondern im Bett noch ein bisschen zu lesen.
In diesem Sinne: die Zeit das Wasser läuft.
Bis morgen bzw. zum nächsten WMDEDGT.








Sonntag, Januar 04, 2015

Little L. mag das Internet

Es war gar nicht so lange vor Weihnachten und ich hatte natürlich längstens alle Geschenke besorgt oder via genaue Wunschliste der Kinder an die Verwandten weitergegeben, die sich unsicher sind und lieber nach konkreten Wünschen fragen, da überraschte mich Little L. mit der Frage


Immerhin kann Little L. gut erklären, es ist "Mami, so ein Kasten, wie ihn die Pia auch hat, da wo ich vom Stuhl gefallen bin, da sind so aufgespiesste Fussballer, und man muss drehen, aber nicht drallern, und die Erwachsenen haben gesagt, ich wäre für mein Alter gaaaaaaaar nicht schlecht. Also: ein Kicker halt."

Wellwellwell, Kickern gehört, euphemistisch gesagt, ja gar nicht zu meinen Kernkompetenzen, das einzige, was ich kann, ist drallern, wenn niemand hinschaut. Also habe ich "hmmm, hmmm" gesagt und "Mal sehen, was das Christkind so bringt, oder?" und gehofft, dass das Kind sich bald wieder auf seine ererbten Fähigkeiten und Interessen besinnt und den Kicker wieder vergisst.

Ungefähr eine halbe Stunde später taucht in meiner Twitter-Timeline das hier auf:


Tja. Und weil Little L. offensichtlich ein echter Glückspilz ist und @frauhaselmayer zwar keine Kinder und deswegen keine Verwendung für die erlosten Kostbarkeiten hat, aber dafür ein Herz für Twitterkinder, machte sich der Döggelikaschte aus dem Internet auf die Reise (mit Umwegen, weil, ach ja, unser Weihnachtsbesuchsproblem) auf die Reise in die Schweiz und seit vorgestern ist Little L. stolzer Besitzer von "aufgespiessten Fussballern" und hat am eigenen Leib erfahren, dass im Internet nicht nur verrückte Datendiebe unterwegs sind.

Vielen Dank von Herzen nochmal!




Samstag, Januar 03, 2015

Gedankenspiele

Bei mir ist es ja meistens so: wenn ich ins Bett gehe, bin ich todmüde, dann lese ich IMMER noch ein paar Seiten (nennen Sie es Vorsätze, nennen Sie es zwanghaftes Verhalten, ich mache das halt so. IMMER), dann fällt mir der Kindle auf die Nase und ich schlafe. Immer. Ausser der Hübsche schläft schon vor mir oder ist gar nicht im Haus. Wenn er im Wohnzimmer oder auf dem Speicher noch Computer oder Playstation spielt, wenn er bei voller Festbeleuchtung neben mir liest, schlafe ich wie ein Baby (also: ein sprichwörtliches Baby, nicht wie meine Babies, die ja bekanntermassen überhaupt nicht geschlafen haben). Wenn er allerdings neben mir schon schnarcht tief atmet, dann bin ich mit dem Lichtausmachen hellwach (nicht nur wegen der Geräuschkulisse. wobei das unregelmässige Geschnorchel und Gekrächze auch nicht hilft), und denke. Und nie sind die Gedanken so düster, wie wenn man nachts wachliegt. Ich denke dann über den Neustart 2015 ohne Krippe nach, was wohl ist, wenn das mit der Krankentaggeldversicherung für die Nanny nicht funktioniert, was wir machen, wenn sie krank ist, wenn sie doch nicht so toll sein sollte, wie wir das glauben, wie das Einschulungsgespräch für Little L. wohl laufen wird, wie Little Q.s Schullaufbahn sich wohl entwickeln wird, und alles wird düsterer und düsterer. Wenn ich halbwegs bei Sinnen bin, fällt mir irgendwann ein, dass es ja mitten in der Nacht ist und ich da nicht denken sollte, manchmal mache ich das Licht wieder an und lese weiter, und manchmal schlafe ich gar nicht, weil ich so viel denke und dann ist auch der nächste Tag nicht toll.
Little L. hat diese Neigung wohl von mir übernommen, er hat mir letztens beim Einschlafkuscheln ins Ohr geflüstert: "Mami, mir gehts nicht so gut, ich hab Gedanken". Er wollte dann nicht sagen, welche Gedanken es sind, nur, "Eben nicht so gute, aber ich will nicht drüber reden.* Aber Gottseidank ist mein Kind lösungsorientiert, er hatte nämlich schon eine Idee "Mami, aber ich weiss, wie du mir helfen kannst. Du sagst einfach "Weisst Du noch, Little L, damals als blablabla" und "Blablabla" ist was, was mir total viel Spass gemacht hat und das machst Du so lange, bis meine nicht so guten Gedanken mit guten Gedanken übermalt sind." Und so habe ich ihn daran erinnert, wieviel Spass er hatte, als wir zwei die Schlittenpiste bergab gedonnert sind, wie schön es war, im Alpamare im Schnee im heissen Wasser zu baden, wie schön die Lichter am Weihnachtsbaum gefunkelt haben und wie schön die Eislaternen geworden sind. Dann gings und er konnte gut einschlafen.
Sollte man (ich) sich mal merken, den Trick.

* Am nächsten Tag ist er damit rausgerückt: er hat bei "Super Mario Bros 2" auf dem Nintendo ein Haus gekauft, obwohl meine Schwester gesagt hat, er soll die Münzen aufsparen. Da hat dann das schlechte Gewissen zugeschlagen...

Freitag, Januar 02, 2015

First World Problems

Wir sind ja seit ein paar Wochen Mitglieder des Streamteams von Netflix, einer Gruppe von Bloggern weltweit, die Netflix testen dürfen, über Neuigkeiten berichten dürfen etc.
Für uns als bekennende Serienjunkies passt das natürlich wie die Faust aufs Auge.
Wir schauen Serien ja gerne am Stück und im Original, da ist Netflix einfach perfekt. Es gibt jeweils ganze Staffeln dort, nicht portionsweise jede Woche eine neue Folge und eben alles im Original. Und wenn man am Anfang noch nicht richtig im Slang drin ist, gibt es auch noch deutsche Untertitel.
Neben Serien wie "Big Bang Theory", "How I met your mother", "Sons of Anarchy" etc. gibt es dort auch Eigenproduktionen wie "House of Cards" und, ganz neu, "Marco Polo" zu sehen. Wir haben "House of Cards" natürlich schon auf DVD gesehen und geliebt (ich bin ein ganz grosser Claire-Underwood-Fan), also haben wir über die Weihnachtsferien auch "Marco Polo" angeschaut. Ich muss sagen, ganz so überzeugt wie von "House of Cards" bin ich nicht, ist aber klar: Kevin Spacey spielt ja auch nicht mit ;-). Nein, Quatsch, Marco Polo ist natürlich ein ganz anderes Genre, es geht (wer hätte das gedacht), um die Zeit, die Marco Polo am Hof von Kublai Khan verbringt, dazu grossartige Landschaften (ich muss immer lachen, wenn jemand so was als Qualitätsmerkmal von Filmen/Serien anführt, für mich ist das auf immer mit grauenvollen Rosamunde-Pilcher-Filmen verbunden), Kampfszenen, historische Kostüme, Lug, Trug, Intrigen, alles, was eine Historienserie braucht. Ich muss sagen, an sich bin ich kein Fan von historischen Serien, ebensowenig wie von sämtlichen asiatischen Kung-Fu-Sachen, das findet eher der Hübsche toll. Deswegen musste ich am Anfang, als Marco vom blinden Taoisten-Mönch trainiert wird, immer an KungFu-Panda denken und da fehlt einem dann doch ein bisschen der nötige Ernst für Drama und so. Aber irgendwann dann konnte ich die verschiedenen ehelichen, unehelichen und adoptierten Söhne des Khans unterscheiden, wusste, welche Konkubine zu welchem Kaiser, Sohn oder Khan gehört, welche Ehefrau zu wem und welche Prinzessin oder Fakeprinzessin in wen verliebt ist und Rachegelüste gegen noch jemand anders hegt. Dann wurde es tatsächlich spannend, auch wenn ich bei den Gottesanbeterin-Szenen dann doch immer wieder an KungFu-Panda erinnert wurde ;-). Wir sind also durch, ich bin sehr gespannt, ob es eine Fortsetzung geben wird, ich denke, die Geschichte gäbe es her und hoffe also mal (KungFu-Panda-Filme gab es ja auch zwei)



Jetzt stehen wir vor der Luxusfrage, welche Serie wir als nächstes sehen. Es wird entweder "Orange is the new black", "Die Brücke" (2. Staffel), oder "The Killing".

Hach. (Für die Jungs ist es klar: die schauen "Coco, der neugierige Affe" von vorn bis hinten durch und ich bin so kurz davor, einen echten kleinen Affen anzuschaffen.)

Donnerstag, Januar 01, 2015

Auf ein Neues!

Ich hoffe, Sie sind gut rübergerutscht ins neue Jahr.
Wir haben den Tag ja unvernünftig früh (um 8) gestartet, weil wir unbedingt nochmal schlitteln gehen wollen und wenn man da zu spät ist, ist der Parkplatz an der Gondelbahn voll und man muss durchs ganze Dorf laufen und darauf hat man selten Lust.
Hat aber alles geklappt und wir sind insgesamt zweimal mit Schwester und Freund in wechselnden Konstellationen runter gedüst. Die Piste war mittlerweile schon richtig gut eingefahren und so hatten wir richtig Speed und Spass (der Hübsche und der Schwesterfreund hatten eine Höchstgeschwindigkeit von 35 km/h, aber die sind dafür auch aus den Kurven geflogen). Am besten fährt lustigerweise der Schlitten, den ich zu meinem allerersten Geburtstag bekommen habe.
Den Nachmittag haben wir dann ein bisschen schlunzig angefangen und die aufgenommene Astromaus angeschaut bzw. dabei ein kleines Schläfchen gemacht (also: ich), danach haben meine Schwester und ich uns an die Essensvorbereitung gemacht. Wir haben die letzten für Weihnachten geplanten Köstlichkeiten (Amaretto-Panna-Cotta mit Zimtpflaumen und Mandelkrokant) vorbereitet, dazu Fonduesossen etc. Wir haben Fondue Chinoise gemacht, mit zwei Töpfen, einen für Fleisch, einen für Vegetarier (meine Schwester). Little L. und ich haben grösstenteils auch aus dem Vegitopf gegessen.
Die Kinder sind anstandslos bei Spielen und partytauglicher Musik bis Mitternacht aufgeblieben, wir haben ein bisschen geböllert, danach ging es dann für die Müden (= Kinder und Frauen) ins Bett, die beiden grossen Jungs haben noch weiter Whisky degustiert und gespielt.

Das neue Jahr haben wir recht gemütlich gestartet, der Besuch hat sich auf den Heimweg gemacht, mich hat dann der Rappel gepackt und ich habe nicht nur Gästebettwäsche in die Waschmaschine gesteckt und die Kaffeemaschine entkalkt, sondern das Haus von oben bis unten blitzeblank geputzt. Zeittechnisch habe ich nun eine fundierte Verhandlungsgrundlage mit der Putzfrau, wenn es wieder heisst "Wissen Sie eigentlich, wie lange das dauert, was Sie wollen?" ("Ja, weiss ich, 2 Stunden. Und in der Zeit kann ich noch die Spülmaschine ausräumen, Suppe kochen und Schuhe aussortieren")

Ansonsten wurde der alljährliche "Wir räumen auf, was wir verböllert haben"-Neujahrsspaziergang gemacht, Minecraft gespielt, die Fonduebrühe mit Resten drin gegessen (mjamm, so lecker!), mal sehen, was wir heute abend zu essen finden oder ob wir überhaupt schon wieder Hunger haben.