271026
Heute war es definitiv zu heiss zum Schlafen mit Wärmflasche, das habe ich aber erst gemerkt, als ich mit der Wärmflasche und der Decke und der Fleecedecke UND der Katze obendrauf eingepackt da lag und anfing zu dampfen. Und man weiss natürlich, dass wenn eine Katze mal liegt, man sich stillzuhalten hat.
Ich habe mich so ein bisschen seitlich rausgewanzt und oben aufgedeckt und werde heute ohne Wärmflasche schlafen und vermutlich elendiglich frieren.
Frühstück: letztes Stück Apfelkuchen, da schnälla is da gschwinda, ich mach die Regeln nicht.
Radeln war schön, fühlte sich an wie ein bisschen Fliegen.
Das Gefühl wurde weitergetragen beim Schwimmen und zwar so: ich habe heute weitergeübt mit dem Rhythmus und der Gleitphase und das ging viel besser als gestern. Üben hilft, wer hätte das gedacht.
Und dann kam der beste Moment: ich ging duschen, weiter in die Umkleidekabine, wurschtelte durch meine Morgenskincareroutine (ich habe mir das alles so schön ordentlich und lean eingepackt und freue mich jedesmal, wenn alles immer genau da ist, wo ich es brauche und hingreife) und auf einmal kommt eine Frau auf mich zu (ich muss gestehen, ich habe sie noch nie bewusst gesehen, aber ich habe weder in der Schwimmhalle noch beim Umziehen meine Brille auf und erkenne deshalb gerade in Badekleidern und Badekappe und Schwimmbrielle eh niemanden) und meint: "ich wollte schon länger sagen: es ist so schön, Ihnen zuzuschauen" Und lustigerweise habe ich das auf meinen sortierten Körperpflegesetup bezogen und fand das trotz meiner persönlichen Freude doch einen bisschen weirden Take für jemand anderen, fragte also "Ok, bei was denn?" und sie so: ""Beim Schwimmen, Sie machen das so schön und elegant" und meine Güte, kann man ein besseres Lob bekommen? Ich hätte sie fast umarmt, aber dann ist mir schnell wieder eingefallen, dass wir beide nackt oder halbnackt waren und dann doch davon abgesehen und mich einfach sehr bedankt und sehr, sehr gefreut.
Den ganzen Tag bin ich mit dieser Aussage im Kopf ein bisschen praktisch geschwebt, ich meine: elegant hat mich noch niemand jemals gedacht, nicht mal zu meiner aktiven Tänzerinnenzeit. Auf dem Boden der Tatsachen bin ich dann (natürlich) im Kraulkurs gelandet, wo ich das natürlich NICHT erzählt habe, sondern nur auf die allgemeine Frage "Und, wie weiter?" halt, dass ich mich direkt zum "Plus"-Kurs angemeldet habe und das schon einige hochgezogene Augenbrauen gab. Die Kraullehrerin meinte aufmunternd: "Naja, wenn es dir nix ausmacht, halt einfach hinterherzuschwimmen, dann sollte es schon gehen." Das war das eine, die zwei anderen traurigen Neuigkeiten: 1. ich habe mir schon wieder was doofes mit den Armen angewöhnt. Nachdem ich eine Woche lang dran gearbeitet hatte, meinen Rhythmus von gleichmässigem Kurbeln auf Gleitphase und "beim letzten Fünftel eintauchen" umzustellen, habe ich heute gelernt, dass ich zu schmal armziehe. Also: nicht unter den Körper, sondern dran vorbei. Das kriege ich hin, keine grosse Sache. Aber: ich mache es mit den Beinen irgendwie grundfalsch. Ich komme nur mit Beinen praktisch überhaupt nicht vom Fleck. Anleitung war "aus der Hüfte, kleine Bewegungen, nicht mit den Waden strampeln" (ausserdem: Füsse point, leicht nach innen gedreht, damit sich ein Wasserwirbel bildet. Ich nehme an, bei mir bildet sich definitiv kein Wasserwirbel). Ich denke, das tue ich, aber: ich komme nicht vorwärts. Heute wurde mir attestiert, meine Beine wären zu steif, ich solle an mein Bein als eine Peitsche denken. Beim Versuch, das zu denken, habe ich wie immer viel Wasser geschluckt, einen massiven Krampf im rechten Fuss bekommen und werde also den Rest der Woche dran arbeiten, an meinem Körper vorbeizuziehen UND Peitschenbeine zu etablieren. So elegant.
(Sonst: alles sehr anstrengend, aber das reicht, wenn ich es erlebe, keinen Bock, das auch noch hier auszubreiten)
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