Donnerstag, Oktober 08, 2026

081026

Heute also: ein ganzer Tag Tokyo und nicht Nikko, weil wir auch mal schlafen müssen. Heute zB bis acht (ich) oder neun (der Rest). 
Wir haben gestern abend noch kurz überlegt, unser Gepäck doch nach Osaka ins Hotel schicken zu lassen, weil ... 8 Koffer sind halt schon viel, um sie morgen eine halbe Stunde durch Shinjuku, die UBahn zur Rushhour, durch Tokyo Station und in den Shinkansen und dann nochmal durch Osaka zu juckeln. Aber: der Eintagestransport war ausgebucht, wir hätten also bis 12 alles fertig machen und abschicken, das war uns ohne Frühstück und Kaffee zu stressig. Also: accept defeat und uns morgen verfluchen.
Dann haben wir aus dem Fenster geschaut und es war nicht richtig bedeckt, sondern sah eigentlich klar aus, deshalb sind wir nochmal auf das Metropolitan Government Building hochgefahren, um Mt Fuji zu sehen. Das hat... nicht so gut geklappt.

Dann war es schon viertel nach 11 und ich hatte weder Kaffee noch Frühstück gehabt. Das war ... grenzwertig. Mit Kopfweh und zwar nicht direkt Hangryness, aber einer ziemlichen Dünnhäutigkeit, die ihre Grenze fand, als ich die Reservierungsfrau missverstanden  habe, die nach 20 Minuten Anstehen, als wir endlich am Anfang der Schlange angekommen waren, vermeintlich sagte "So, ihr könnt schon hierbleiben, geht aber noch 90 Minuten". Sie meinte: der Essensslot sind 90 Minuten. Also.
Wir waren im Sarabeth's, was jetzt überhaupt nicht japanisch ist, aber ES GIBT MEHRERE VEGETARISCHE SACHEN! (und es war so spät, dass eine Kombi aus Frühstück und Mittagessen echt gut tat).
Dann haben wir uns in Erwachsene und Teenager aufgeteilt und sind stöbern gegangen. 
Hier zB: die grosse japanische Teekultur verkörpert durch Teekanne / Pompadour mit unterschiedlichen Gründungsdaten
Shinjuku bei Tag (mit sauberem Objektiv gäbe es bessere Bilder)



Bloggerklassiker mit lokalem Schuhwerk. 

 
L. machte sich dann auf den Weg, einen Freund aus Austauschzeiten, der eben in Tokyo lebt, zu treffen aka von der Schule abzuholen und den Abend mit ihm zu verbringen (er war ja ein halbes Jahr allein in Kyoto und währenddessen auch mehrmals in Tokyo, allein, hat es geschafft, nicht verloren zu gehen und nichts zu verlieren, aber trotzdem war ich heute innerlich sehr nervös, bis er wieder da war), wir drei haben uns nochmal Shibuya Crossing dann auch von oben angeschaut. Dafür kann man entweder auf eine zu bezahlende Plattform rauffahren oder in eines der Cafes mit grosser Fensterfront Kaffee trinken gehen und sich eben mit 100en am Fenster zu drängen oder aber zB in die kostenlose Skylounge des Hikarie-Buildings raufzufahren. Sehr seltsam: riesengross, fast leer, es gibt ein Kino, einen Coworkingspace, einen Konbini und ... eben grosse Fenster auf die Kreuzung runter. Schon nett, aber nicht ganz so beeindruckend wie erwartet. (Sidenote: dadurch, dass es eben kostenlos ist, sammelt sich ein interessanter Mix an Menschen: KonferenzteilnehmerInnen, CoworkerInnen, TouristInnen und Obdachlose, die alle klimatisierte, bequeme Sitzgelegenheiten nutzen (und die Touris den Ausblick). Überhaupt: gestern abend auf dem Weg zum Sushi haben wir erstmals seit fast 2 Wochen Obdachlose und BettlerInnen in einer Unterführung gesehen, das war tatsächlich fast ein Schock in dieser Neonwelt, in der alles so sauber und kapitalistisch ist...)
Ausserdem: Shibuya Station aus Lego:




Dann der beste Plan (nicht unserer, ich hatte das überhaupt nicht auf dem Radar): wir fahren zum und auf den Tokyo Tower. Der ist 3m höher als der Eifelturm, sieht genauso aus, nur in rotweiss. Man kann auf verschiedene Ebenen rauffahren und skurrilerweise fanden da grad Fashiondays statt und wir kamen gerade rechzeitig zum Green Carpet Event und einer Michael Jackson- Tribute-Show, die wir v.a. hörten und durch einen Spalt der Absperrung sehen konnten.
Dann auf dem ersten Deck: Sonnenuntergang über Tokyo und meine Güte, waren das beeindruckende Ausblicke!
Man erkennt, wie sehr ich ein Landkind bin, daran, dass ich noch meinte: Ja, doof, unser Ticket für das höhere Level gilt halt erst in einer halben Stunde, bis dahin ist die Sonne untergegangen, da sehen wir gar nix mehr. (Dabei sind wir doch früher, wenn wir bei den Grosseltern in Regensburg, der krassen Weltstadt übernachtet haben, die dort an einem Berghang gewohnt haben, abends am Fenster gestanden und haben die glitzernden Stadtlichter bewundert, das kannten wir von uns daheim gar nicht)

Und was sieht man da über den Wolken?! Mhm? Genau, Fuji-san!
Hier also, wie sich das entwickelt, wenn es dunkler wird.
Und hier das "nix", was man sieht, wenn die Sonne weg ist.
Lol. Sooooooo schön!
Meinen Essensfrust von gestern habe ich in das Frühstück heute und frühzeitige Abendessenplanung umgemünzt: ich habe nach einem vegetarischen Ramen/ Tantan-Place in der Nähe des Hotels gesucht und bin bei Neo Shinjuku Atsushi gelandet, einem fully plant based, Cyberpunkt themed Restaurant, das sich so beschreibt: "A cyberpunk world born 40 years ago Why not experience 40 years in the future in our retro-futuristic store ? We offer "future food" —currently using only plant-based ingredients, yet providing hearty, satisfying junk food of the future. You will step into the fictional world you saw back then."
Genau so war es, es gab homemade Cola, Ginger ale, Lemon Soda in Plastikbeuteln, es gab eben alles plant based, Besteck eingeschweisst wie OP-Besteck, und all das in einer Cyberpunktoptik.

Der Ort ist superliebevoll gestaltet, echt toll! (Es waren nur westliche Touristen da, ich gehe davon aus, es waren halt alle Vegetarier, die keine Lust mehr auf "Onigiri mit pickled Plum" haben... Das war richtig toll!
L. hatte richtig viel Spass mit seinem Kollegen, war andersrum der einzige Europäer in dem Restaurant, wo er mit seinen Freunden Essen war :-)
Im Hotel haben wir dann Inventur gemacht und schon mal den Dreckwäschekoffer initiiert, die Mitbringsel verpackt, und dann schauen wir mal, wie wir morgen die Schrecken der Rush Hour werden.....

Keine Kommentare: