091026
So. Heute also wieder Reisetag. Um 9:13 fuhr unser Shinkansen von Tokyo nach Osaka. Das bedeutet für uns um 6:30 aufstehen, fertigpacken, gg halb acht aus dem Hotel juckeln und mit insgesamt 8 grossen Koffern und 4 Rucksäcken erst 1km zum Bahnhof rollern, dann durch den Bahnhof (Shinjuku ist ein Labyrinth), dann in der morgendlichen Rushhour mit der U-Bahn zu Tokyo Station fahren (ich habe thematisch passend nochmal über den Sarin-Anschlag 1995 recherchiert.), dann quer durch Tokyo Station zu den Shinkansen Tracks und huff, wir waren genau um 10 vor neun da, wie geplant. Ich dachte, das würde reichen, um Reiseproviant zu besorgen, aber hahaha, nicht, wenn man Vegetarierin ist und einen Kaffee möchte. Ich habe mich auch noch bei den Onigiris vergriffen und eins mit Lachs erwischt, Kaffeezubereitung hätte bis 4 min nach Abfahrt gedauert und so hatte ich genau eine Cola als Frühstück und Reiseproviant (und die Snacktasche im Rucksack, also Nüsse und Chips und Cracker, ich verhungere nicht, aber es ist nicht... genussvoll,). Die Kinder haben mir dann ein Melon Bread abgetreten, dafür zusätzlich zu all ihren Kostbarkeiten und Bentoboxen noch die Kindershinkansenbentobox leer gegessen, die ich für den zugbegeisterten Neffen besorgt hatte.
Learning (das wir gestern schon hatten, aber das war zu spät): Takkyubin ftw, das wären gut investierte 130CHF gewesen, das Gepäck vorschicken zu lassen. Naja. Nächstes Mal.
Zugfahrt war dann angenehm entspannt (wir hatten Plätze für mit übergrossem Gepäck reserviert). Mir ist gerade jetzt eingefallen, dass ich eigentlich meine Instastories / Beiträge hätte updaten wollen, stattdessen habe ich gelesen und geschlafen.
In Osaka waren wir dann erstmal überrascht, wie warm es ist (29 Grad, wir hatten bis auf einen halben Tag Spritzelregen in Kyoto echt Glück mit dem Wetter!). Wir juckelten nochmal zur U-Bahn und nach Namba.
Das Hotel, in dem wir wohnen (in allen drei Städten waren es Mimaru-Appartment Hotels, sehr zu empfehlen), hat vor einer Woche aufgemacht und wir haben erstmals ein richtiges 2-Bedroom Appartment erwischt. Bisher hatten wir (bis auf Hakone) in Familienzimmer mit Stockbett und Doppelbett oder 2 Doppelbetten in einem Raum geschlafen.
Unser Raum war noch nicht fertig, aber wir konnten das Gepäck abstellen, das war Gold wert. Und: ich hatte solchen Hunger, ich hatte schon gar kein Hungergefühl mehr. Ich habe uns also einen Vegi-Ramen Place rausgesucht (es scheint einen recht grossen Overlap zwischen Vegi und Halal zu geben und so sind Vegi- und Halal-Vagyu-Places a thing. Vegyu, sozusagen). Ich habe nach all der Klimaanlagenluft mittlerweile einen ordentlichen Schnupfen, der wurde durch die Spicy Ramen, Schärfegrad 1 von 10 grad ordentlich verflüssigt.
Dann: Bisschen Bummeln, Glico Sign, Kanal, Dotonbori, Kaffee, Streetwearläden mit den Kids (die haben so einen coolen Geschmack und Style!) und dann war auch schon das Zimmer fertig. Nach Einchecken haben wir uns aufgeteilt und zum Abendessen in einem vegetarierfreundlichen Okonomiyaki-Laden verabredet. Der Hübsche und ich haben eine schicke Mall (designt wie ein Canyon und terrassenartige Dachgärten, in denen man einfach sitzen kann) durchstöbert, noch ein paar Mitbringsel besorgt ("flauschig und niedlich") und uns dann eben in dem sehr speziellen "OKO Fun Bar"-Okonomiyaki-Place getroffen. Der Laden wird von einer einzigen Frau geschmissen, die Bestellungen aufnimmt und kocht. Man stellt sich an und wer nicht warten will, soll doch bitte woanders hingehen und länger als bis zu einem speziellen Strich darf die Schlange auch nicht sein. Man bestellt, dann macht man sich sein Getränk selber (es kostet auf Vertrauensbasis einen Spottpreis, also fast weniger als im Laden. Vertrauensbasis bedeutet: man quetscht ein gelbes Gummihuhn so oft, wieviele Getränke man nimmt. Pro Drink wirft man 200 Yen in eine Box und nimmt sich entweder was aus dem Kühlschrank, zapft sich ein Bier oder mischt sich einen Longdrink. Dann kann man in den Essensbereich raufgehen, der erstaunlicherweise ruhig und überschaubar und nicht überfüllt ist, und wartet, bis sie durch 3 Stockwerke die Nummer ruft, die man bekommen hat. Dann geht man Essen holen, fertig.
Das ganze ist quietschbunt, lustig, fröhlich, friedlich, so schön! (und eine schöne Abwechslung von dem "Krabbe über der Tür"-Touri-Einheitsding in Dotonbori. Was auch toll wäre und ich gern probiert hätte, wenn es denn ... genau, etwas vegetarisches gäbe.)
Wir schlendern durch die quietschbunten, vollen Strassen nach Hause, durch schmale Gassen, durch breite Fussgängerzonen und es ist einfach wie Ninjago-City (ich finde es faszinierend, wie unterschiedlich die drei Städte waren, Hakone eh, aber auch Kyoto, Tokyo und Osaka. Kyoto war eine gute Anfängerstadt, Tokyo ist.... wie Berlin, aber in sauber, Osaka ist wie ... eine Ninjago City während Spring Break oder so)
Dann: Koffer nochmal ein bisschen besser packen, Nasenspray und Ibuprofen gegen Erkältungsgefühl und ab ins Bett!
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