Sonntag, September 13, 2026

130926

 Uiuiui, das war ein Abenteuer!

Ich hatte uns eine Übernachtung auf der Blüemlisalphütte gebucht und die letzten beiden Wochen den Wetterbericht genau verfolgt. Für gestern und heute zeigte es einfach Traumsonne und kühlen Temperaturen an. 

Vorbereitungen: Oeschinenseebahnslot buchen (der Oeschinensee ist einer DER Instaspots in der Schweiz, neben Lauterbrunnen, Interlaken, Wengen und dem Caumasee zertreten sich dort die Touristen und Reiseinfluencer.

Kurz überlegt  ob wir hochlaufen, sind ja nur 500hm mehr... war eine weise Entscheidung,  dass nicht  ich hatte mich nämlich bei  Rest schon verrechnet.

Dann: rausgefunden, wo man in Kandersteg das Auto länger als 24h stehen lassen kann, an der Gondel nämlich nicht. Aber am P+R hinter dem Bahnhof geht das für 6chgf/tag, das kosten in Basel 2 oder 3h...

Dann das übliche,  Rucksäcke packen,  Birchermüesli für die Fahrt anrühren, früh ins Bett und dann sind wir tatsächlich um sechs losgefahren und waren kurz nach halb neun in der langen Schlange an der Gondel.

Oben angekommen, gab es für uns erst mal Kaffee und Muffins und Influencerhorden gucken: L. Hatte nämlich noch eine online Japanischstunde, diesmal mit Gegend.



Neben Horden an Touristen und ein paar Wanderern sahen wir wirklich alle Klischees: die Adventurecat an der Leine, die auf einem Rucksack reitet, für Schwächemomente gibt es noch einen Torniester mit full size Plastikbullauge, aus dem die Katze raus und die Fans reinschauen können. Sie war aber noch kein richtiger Profi,  ihr fehlte die Gopro am Halsband, mit der sie ihren POV live streamen kann.

Dann einen grossen lockigen Hund (Grösse Golden Retriever), der in einer Art Baby Björn  alle vier Pfoten nach vorn gestreckt vor den Bauch geschnallt getragen wurde. Es gab alle Arten von "hot hiking outfits" mit bikiniwinzigen Oberteilen und winzigen  Hotpants, die Männer dazu gern in militärisch anmutenden Gear. Andere hatten ganze Kleidersäcke mit alternativen Outfits dabei.


Naja.

Zum See führen breite  kinderwagengängige Kieswege, wir liessen uns mittreiben und stellten uns ein bisschen doof an, den besten Weg zum Einstieg "Unteres Bärgli", "Oberbärgli", "Hohtürli", "Blüemlisalp" zu finden.






Aber dann:


Der Pfad schraubte sich vom See immer höher, die Aussicht wurde immer spektakulärer, die Leute wurden etwas weniger.






Zwischen den beiden Bärglis wurde es kurz recht steil, am Oberbärgli zweite dann der Weg zur Hütte vom Rundweg, der gut in einem Rutsch zu schaffen ist  ab und es wurde leer. (Letztes Highlight: das Pärchen, dass sich bei spektakulären YOgaposen --> Gucken Sie mal nach Natarayasana direkt am Abgrund fotografierte. Sie konnte das richtig gut (das Yoga), er schwankte ziemlich und naja, das letzte mal, als ich ihn sah, stand er grad noch so, dann konnte ich nicht mehr hinschauen. Was auch immer passiert ist, sie hat es auf Video.

Kurz hinter dem Oberbärgli machten wir eine ausgiebige Mittagspause incl Kaffee.






Der Weg wurde schmaler, felsiger, irgendwann auch steiler. Meine Wanderstöcke erfreuten sich grosser Beliebtheit auch beim Rest der Truppe. Wir hatten uns ein bisschen getäuscht mit den beiden Gketscherarmen, die auf der Karte verzeichnet waren und wähnten uns viel, viel näher an der Hütte, als wir tatsächlich waren. Zwischendrin teilten wir uns zu viert 2 solche Marathonenergiepäckcken (jetzt verstehe ich, warum die Leute bei Marathons immer kotzen: das ist nicht die Anstrengung, das sind diese widerlichen Gelpakete. Ich hatte echt Mühe, das Zeug unten zu behalten...






Energie gab es aber, leider zeigte sich beim Erreichen des nächsten Kamms, dass wir eben noch viel, viel weiter weg und unterhalb von der Hütte waren. Also: weiter.

Was haben wir noch gegrinst, als wir diesen Stein sahen.... erst.






Richtig krass wurde es, als wir die Vegetationsgrenze erreichten und es einfach unfassbar steil durch ein Schieferschuttfeld nach oben ging. Zwei von uns (ich eine davon) waren so weit über unserer Grenze, dass wir zwischendrin kurz vor Erschöpfung weinen mussten. Aber: langsam, langsam kamen wir nach oben und das Erreichen des Hohtürli, wo man ins Kiental bis zum Thuner See runtersieht, war schon krass. Dann die letzten irre steilen Serpentinen hoch zur Hütte und fertig.... (davon gibt es keine Bilder mehr, weil ich das HAndy in den Rucksack packen musste, weil es mich in der Hosentasche so gestresst hat) 



Der Blüemlisalpgletscher direkt vor der Terrasse


Stellte sich heraus: ich hatte mich beim Berechnen der Höhendifferenz bei den verschiedenen Optionen mehrfach vertan und war von 800hm ausgegangen (mein bisheriges Maximum waren 1000, mit null Ehrgeiz, das zu schlagen). Diese Route waren mal locker flockig 1300 und die echt steil.

Uff.




Betreten der Hütte war erstmal ein bisschen funky, im EG sind nämlich die seit 2 Jahren erneuerten Wurmkomposttoileten ("Dein Kot ist mein Brot"), die halt einfach gottserbärmlich stinken.

Egal  Schuhe abgezogen, Hütten Crocs an und an der Theke angemeldet. Stellt sich heraus: wie angekündigt gibt es dort nur Massenschlag, d.h 20 Leute in einem Raum, 10 unten,  10 oben ind einer langen Reihe an Matratzen mit Bettzeug nebeneinander. Wir waren immerhin an einem Ende, so konnte eine von uns an der Wand, die andere zwischen 2 vertrauten männlichen Personen liegen. Ordnung und Ruhe war übrigens tiptop, jeder hatte einen Haken für den Rucksack, niemand verstreute sein Zeug

Aussicht vor dem Essen natürlich spektakulär (nur der Name der Hütte ist irreführend, da ist weit und breit kein Blüemli zu sehen!), wir sassen warm eingepackt in frischen Kleidern auf der Terrasse bei Panache oder warmer Schokolade.



Essen gab es dann drinnen, eine grossartige Rotelinsencurrysuppe, für die Vegis Gemüsecurry mit Linsen und Reis, für die Fleischfresser Rinderschmorbraten und Spätzli, zum Dessert Apfel- und Marmorkuchen.

Zum Sonnenuntergang sammelten sich alle draussen, wie toll! Einer hatte sogar ein kleines Alphorn (?) dabei und spielte.







Wir waren dann so müde, dass wir um viertel vor neun in unsere Betten gekrochen sind. Der Hübsche schlief schnell ein, ich nicht so. Irgendwann  kamen andere Leute und waren zwar nicht unendlich laut, aber haben sich halt unterhalten, was schon nervig war. Ich hatte Ohrstöpsel dabei (bin normal kein Fan, weil ich ds Gefühl habe, nicht mitzubekommen, wenn Gefahr ist oder was auch immer). Die halfen, das Gelaber auf ein Hintergrundgeräusch zu dimmen, so dass ich einschlafen konnte.

Keine Ahnung wann, vllt gg Mitternacht bin ich in totaler Panik und Orientierungslosigkeit hochgeschreckt, rupfte mir als erstes die Ohrstöpsel raus, dann war ich im Hüttenschlafsck gefangen und bekam so einen klaustrophobischen Anfall, dass ich nicht nur aus dem rausmusste, sondern auch mein dünnes Langarmshirt und das eigtl total weiche BH-Bustier, das ich angelassen hatte, ausziehen musste, weil ich das Gefühl hatte, zu ersticken. Blieb also nur das Trägerunterhemd und Slip und am liebsten gar keine Decke (ich versuchte, auf dem Hüttenschlafsack zu liegen, weil ja, hygienisch klappt das nur, wenn alle ihre Hüttenschlafsäcke verwenden, aber ich war wirklich kurz vor einer Panikattacke, weil alles zu eng war. Ich schaffte es, mich mit Blick auf das grone Licht der Smartwatch halbwegs runterzuregulieren, stellte dann ein  paar praktische Überlegungen an, wie ich den Hüttenschlafsack modifizieren könnte, so dass er immer noch seinen Zweck erfüllt, und bin darüber eingeschlafen. Mein Plan ist: eine Seite auftrennen und in grossem Abstand lose Druckknöpfe anbringen.

Ab dann ging es, geschlafen habe ich nicht toll, aber wenigstens keine Panik mehr gehabt. Am nächsten Morgen (Klingel um viertel nach sechs für den Frühstücksbeginn um halb sieben) lernte ich, dass noch wer in unserer Gruppe Schlafsackpanik hatte, da lohnt sich mein Plan noch mehr!






Frühstück, Marschtee abfüllen (es gibt keine Trinkwasserversorgung auf der Hütte, deswegen gibt es strikt einen Liter pro Person, man kann Tee oder Wasser wählen), und dann geht es los.

Und es war halt schon nicht nur gestern so anstrengend, weil wir schon vorher so lang gelaufen waren und vielleicht unsere Kraft nicht gut eingeteilt haben, es war halt einfach unglaublich steil!

Wir haben es aber hinbekommen und den steilen Schuttteil in einer halben Stunde hinter uns gebracht. Die Sonne kam dann über die Berge, das war schon toll!












Wir kamen am "Oberbärgli" an, als noch fast keine Leute von unten aufgestiegen kamen. Wir hatten mittlerweile ordentlich Mittagessenhunger, suchten uns einen Platz mit Aussicht auf den See (und erstaunlich vielen erstaunlich stacheligen Babysilberdisteln, die erstaunlich weh tun, wenn man sich mit der ganzen Hand reinstützt. Unsere Reste von gestern (Brot, Salametti, Sbrinzwürfel, verschiedene Tapenaden, Kaffee, den Marschtee und natürlich unsere Vorräte an Riegeln und Süsskram) waren nochmal richtig lecker! Als wir dann wieder losssind, kamen uns Unmengen Leute entgegen, die einerseits sich und die wirklich spektakuläre Aussicht fotografieren wollten, ist ja auch legitim, haben wir auch gemacht. 

Aber. Meine Güte. Ein bisschen Hirn und Verstand und Höflichkeit gegenüber anderen Leuten am Berg und in die andere Richtung wäre halt auch schon cool.

Der Weg und die Ausblicke waren schon nochmal spektakulärer als beim Aufstiegsweg. Trotzdem bin ich froh, dass wir es andersrum gemacht haben, weil: die Hütte sah man tatsächlich die ganze Zeit in unendlich weiter Ferne, ich bin froh, dass wir das gestern nicht hatten, sonst hätten wir vermutlich nicht durchgehalten.










Das Unterschreiten der Influencergrenze (oder, wie L., der selber Flachländer ist, aber naja, halt mit Eltern grossgeworden, die selber grossgeworden sind mit festen Regeln, was man in die Berge anzieht und was man mitnimmt, und darüber wird nicht diskutiert, sagt "Lauter Touristen" :-)) wurde deutlich: man erkennt sie an 

  • weissen Sneakern
  • überhaupt: den sockenartigen Sneakern mit dünner Styroporsohle
  • den bauchfreien oder halt grad noch bikinigrossen Oberteilen und den extreme Hotpants
  • generell weisser Kleidung
  • Oder Flatterkleidchen
  • Oder Jeans
  • oder Umhängetaschen und jeder Art von Handtaschen, nur keine Rucksäcke
  • einer Wasserflasche in der Hand als einziges Gepäck, das Handy in den Bund der Hotpants gesteckt
  • Der Gopro egal wo
  • dem Stativ
  • den Crocs

und dann, wir waren wirklich fast am Kiesweg unten und es war nochmal richtig, richtig steil runtergegangen, mit Kies, durch Bächlein, man musste ein bisschen kraxeln, mit goldenen Birkenstocks Madrids, als Gepäck eine flimsy-Coop-Tüte, die man für 20 Rappen an der Kasse bekommt. Diese Frau habe ich dann wirklich angesprochen "Sorry, are you really sure, you want to do this hike with this footwear? This is a really bad idea, you will probably hurt yourself really bad". Sie nuschelte irgendwas von "other pair of shoes" und naja, dann halt, I guess? Als ich mich nochmal umdrehte, hatte sie gerade einen der goldenen Schuhe verloren und stand strumpfsockig da. Naja. (Verstehen Sie mich nicht falsch: jeder, der will, soll diese grossartige Gegend geniessen. Man könnte sagen: naja, sie werden schon merken, dass das vielleicht doof war, da mit Crocs hochzulaufen, wenn sie sich das Bein verstauchen. Aber: jemand muss sie halt auch wieder runterholen, wenn sie da in Tänzerpose abgestürzt sind.... All diese Schilder stehen halt aus gutem Grund da und helfen zu einem Grossteil leider genau gar nix.

Wir kamen dann nach insgesamt 4 Stunden (incl Stunde Mittagspause und viel Warten wegen Gegenverkehr) an der Gondel an, stellten fest, dass man auch von dort die Hütte gesehen hätte, wenn man dieses Pünktchen als solches identifiziert hätte, naja, und dann ging es nach unten, noch ein bisschen durch den Ort zum Bahnhof und dann nach Hause.


Hier das Bild von oben in 30fach reingezoomt

Jetzt sind alle geduscht, wir haben bei Nieselregen ein vielleicht letztes Mal auf der Terrasse gegrillt und freuen uns heute abend alle auf ein Bett ohne 19 andere Leute.

Was für ein Abenteuer und ich habe nicht an die Arbeit gedacht, yay!

 

 

Samstag, September 12, 2026

120926

Man weiss es nicht, wie das Netz und die Müdigkeit heute abend auf der Hütte sein werden, aber ein Miss ist natürlich auch nicht drin. Morgen mehr, hoffentlich mit grossartigen Bildern und Erinnerungen

Freitag, September 11, 2026

Hände hoch, Rucksack packen

 Geschlafen habe ich heute wie ein Stein. Weil ich den Schlaf mal brauche, habe ich meinen halb sechs-Wecker abgestellt, bin aber trotzdem (meine Eingeweide sind die Schweizer Bahn oder so) zwanzig vor sechs aufgewacht und war ... wach.

Extraabenteuer heute morgen: die Katzen hatten einen Impftermin um viertel nach acht. War ja nicht ganz klar, ob Jonny da sein würde. Heute hatte er nicht mal auf der Terrasse geschlafen irgendwann, hätte also theoretisch überall sein können. Ich war bereit für eine ausgiebige Suchrunde, aber während ich noch meinen Kaffee genoss, begehrte er schon Einlass am Fenster.

Tierarzt war dann... joah. Beide Katzen sind geimpft, immerhin eine entwurmt, beide sind gesund und Jonny hat niemanden gekillt (war knapp.) Sie fanden es beide sehr, sehr doof, aber gut, niemand wurde operiert, niemand musste dort bleiben, (niemand hat die Kiste und sich selber verkackt), es war für alle eigentlich eine sehr gute Variante von Tierarzt.

Dann: schnelle Einkaufrunde, unter anderem nuss- und riegel- und Salami und Käsewürfel lastig, weil: wir gehen ja zum Grossteil wandern morgen. Am Selfcheckout wurde ich dann zum dritten Mal in einer Reihe zum Teil-Rescan gebeten und nervigerweise wurde tatsächlich ein Artikel als nicht gescannt angezeigt (ich war mir relativ sicher, dass ich ihn gescannt hatte). Also: mit dem Wagen zur Kasse juckeln, alles aufs Band, alles drüberziehen lassen, wieder in den Wagen packen und dann ein "Sorry"-3x-Superpunktegutschein und ein Branchli bekommen, weil ich tatsächlich alles gescannt hatte und beim Kontrollscan statt des Barcodes auf dem Skyr der QR-Code nebendran, bei dem vllt die isländische Kuh, deren Milch da drin ist, hinterlegt ist, eingescannt worden war. Scheint öfter zu passieren, naja. Zeigt mir aber einmal mehr (nicht dass ich gezweifelt hätte), was für ein Segen Selfscankassen sind. All das Zeug dreitausendmal in die Hand nehmen, ich werd bekloppt!

Daheim schnell einräumen und wie eine Wilde Sachen abarbeiten, die wegen Crazyness diese Woche liegengeblieben sind. War viel, aber ich war, wie die Kinder sagen würden, locked in und kam gut voran. Mittagessen auf die Schnelle, solang der Gemüsekorb das noch hergibt, Tomaten, Mozzarella, Nektarinen Basilikum und frisches Brot. Letzes Call um halb drei, um ein weirdes Governancethema zu klären, dann um drei Computer zu und Feierabend. 

Ich bin so, so, so froh, dass wir dieses Wochenende eben morgen früh um sechs aufbrechen zu einer grossartigen Wanderung und erst am Sonntag wiederkommen und es vermutlich so anstrengend und schön wird, dass ich hoffentlich genau kein einziges Mal an die Arbeit denken werde. Erst hat es mich gestresst, dass ich jetzt auch noch Rucksack packen muss und dafür sorgen, dass alles dabei und auf die enstprechenden Träger verteilt ist, aber das ist ein kleiner Preis für FREI!

Jetzt ist alles gepackt (dazu Betten alle frisch bezogen, Pizzateig und -zeug bereit, Grillköstlichkeiten für Sonntag abend mariniert, drei Maschinen Wäsche gewaschen, getrocknet, verräumt, Birchermüesli für das Frühstück im Auto morgen angerührt, Gondeltickets und Hüttenreservierung gecheckt), Pizzaofen wird gleich angedreht, dann geduscht und mit einem Aperol Spritz die Woche beendet. Halleluja (Heute NDA eingereicht, yay!)

Donnerstag, September 10, 2026

100926

 Uff, uff, uff. 

Ich habe für Sie und mich getestet: 9 Grad ist zu kalt, um in (richtig) kurzer Hose und ohne Handschuhe mit dem Rad 13km schnell zur Arbeit zu sausen. Ich habe diesmal vor dem Schwimmen das erste Mal seit....  März oder so warm geduscht....

Ich mag gar nicht im Detail erzählen, wie mein Arbeitstag so war, sonst schaut mich der Hübsche wieder mit traurigem Gesicht an und macht sich Sorgen um mich. Ich sags mal so: ich war versucht, heute nachmittag nochmal eine zweite Runde Schwimmen zu gehen, um meinen Stress und die Anspannung rauszulassen und mein Hirn runterzukühlen. Was mich abgehalten hat, war tatsächlich schon auch die körperliche Erschöpfung, immerhin war ich ja diese Woche schon fünfmal Schwimmen. So bin ich im schnellen Schritte ein paar Runden im Kreis auf unserem Stockwerk gelaufen und habe die Leute, mit denen ich was zu besprechen hatte, einfach direkt vor Ort aufgesucht. Innerliche Kühlung mit viel Wasser half auch ein bisschen. Ausserdem eine Übersprungshandlungsapfel- und Most-Bestellung bei der Kolchose. Die kommt zwar in der Woche vor Japan, aber der Saft hält ja und Q. bleibt daheim, dann verhungert der nicht, sondern hat immerhin 5kg Äpfel.

Parallel habe ich die erste Adoption bei Crowdfarming beendet, mich nervt das administrative Unvermögen dort mittlerweile sehr. Die Idee ist ja nett, aber ich glaube, sie sind schneller gewachsen als ihre Fähigkeiten, das zu organisieren. Sie ändern andauernd die Bedingungen, es ist total unklar, was man schon gezahlt hat, was nicht, was man dafür bekommt, oder auch nicht, Liefertermine werden nicht eingehalten, massiv geschoben, und dafür ist es mir dann einfach zu teuer. Ich habe ihnen das mehrfach mitgeteilt, Antwort vom Support ist jedesmal "Das stimmt nicht" (und als nächstes kommt direkt wieder eine Email, in der eine Lieferung von jetzt auf Januar geschoben wird wegen technischer Hickups", es wird wild und nicht nachvollziehbar storniert, gecancelt, verschoben, aber "das stimmt alles nicht". Ja, ne, ohne mich, schade, aber dann ist das so. Noch eine Runde Avocados, Mangos, Orangen, Olivenöl, Parmesan und dann bestelle ich spontan Kisten, wenn mir danach ist.

Es hatte aber auch tolle Momente heute: mein Chef ist wirklich toll, ich habe ihm heute morgen noch vor dem ersten Kaffee daheim eine Nachricht geschrieben, dass ich nochmal dringend seinen Rat brauche und als ich mit nassen Haaren vom Schwimmen kam, stand er mit Kaffee bereit für eben diesen Rat und der war sehr gut. (Er meinte zwischendrin, als ich die nächste, ungeplante "FYI, Headsup, major thing"-Email an LT Member rausschickte "Du hast aber echt ein bisschen arg viel um die Ohren grad, hm?" Und das ist für alemannisches Undrestatement schon ein richtiger Gefühlsausbruch).

Mein einer Kollege, hatte, als wir zwei mit demselben Thema struggelten, ein Meeting zum Klären mit einem Auskenner aus QC aufgesetzt, das war heute, und wir drei kamen sehr schnell zu einer guten Lösung. Als ich meine Freude über diese konstruktive Aktion teilte, meinte mein Kollege dann noch zum Auskenner: "Weisst du, die Frau Brüllen und ich, wir sind bei uns in der Gruppe "Small Molecule- Bruder und Schwester", wir machen alles parallel und verstehen uns mittlerweile fast ohne Worte" und das fand ich echt richtig schön, weil es geht mir genauso. (ich wollte immer einen Bruder!)

Das klingt jetzt alles ein bisschen wirr, aber mei, so ist das halt. Mein Hirn ist sehr müde, ich mache jetzt einen grossen Salat mit Bratkäse für alle und gehe dann früh ins Bett. Morgen startet spannend mit Impftermin für die Katzen, aber das wissen sie noch nicht.

Fenchel, Catalogna, Fenchel, Mais, Kopfsalat, runde, knubbelige Aubergine, Radieschen, Tomaten, Basilikum, roter Blattsalat, nichtrundeknubbelige Auberginen, Karotten und ganz zentral natürlich DIE EIER (diesmal alle heile!)

Ja. Also. Ich hatte ja eine relativ lange Zeit lang Mühe zu verstehen, warum das Auberginen-Emoji genutzt wird als was es halt genutzt wird.


Mittwoch, September 09, 2026

090926

 Uff. Superschlecht geschlafen, weil wir eine blaue Mückenlampe im Zimmer installiert hatten und die mir voll ins Gesicht "geleuchtet" hat.

Morgens dann beim Radeln sehr schön wach geworden, weil es gemütlich vor sich hingeregnet hat. Ich hatte das natürlich auf dem Radar und diesmal alle Regenklamotten angezogen, auch die Überschuhe, d.h. ich kam ganz trocken drunter an und habe dann alles wieder in der Tiefgarage aufgehängt, freue mich immer noch, dass ich diese Möglichkeit jetzt habe und nicht mehr nasses Zeug übers Areal schleppe.

Schwimmen: superst. Heute waren irgendwie zwei Bahnen für "Streckenschwimmer" abgetrennt und eine davon war ganz frei, die anderen jeweils einfach belegt (nicht so viel los heute) und so bin ich mutig mal auf die Streckenschwimmerbahn gegangen. Und mehr als die Hälfte der Strecke gekrault, ich freu mich so, dass das klappt!

Ab dann wurde der Tag sehr, sehr wild. Ich hatte zwei Goevernancemeetings (eines davon hatte ich zwischendrin vergessen, dass das auch noch ist) für zwei Produkte heute, eines davon noch mit Stakeholdermanagement vorher und Fragen vorab klären, dazu ein Meeting meines Produktteams, das ich halt.. leite, grad weil es das neue Team ist, ist es mir wichtig, dass wir das korrekt aufsetzen und die Zusammenarbeit von Anfang an klappt. Ich kenne viele davon aus unterschiedlichen anderen Zusammenarbeiten, aber nicht alle und nicht in dieser Konstellation, wo ich der Lead bin. Lernt man einige auch anders kennen!

Dann noch lauter kleinere Meetings, ein Haufen Kleinkram, den ich irgendwie organisieren muss (zB Sampleshipment nach Japan. Ich weiss nicht genau, wie das bei mir hängenbleiben konnte, es ist furchtbar....) und zwischen all dem noch eine bisher nicht als solche erkannte / kommunizierte generelle Krise bei dem einen Produkt, das im Vergleich recht entspannt lief. Und zwar alles so dringend, dass "wir heute abend noch eine Kommunikation ans oberste Leadershipteam schicken", weil morgen geht die Info ans alleroberste Leadershipteam und unsere Oberbosse werden nicht gern überrascht. Und da war ich dann doch etwas sehr überrascht, wie sehr ich um korrekte Reflektion meines Standpunktskämpfen musste. War aber in dem Fall ganz praktisch, dass ich in dem ganzen Galama des Tages (incl dröflzig Emails nach Japan) all meine Diplomatie aufgebraucht hatte und das dann sehr deutsch und direkt kommuniziert habe.

Ich machte mich also deutlich später als geplant auf den Heimweg, holte auf dem Weg noch (Treppenwitz: als die einzige Vegetarierin der Familie) eine grosse Menge Grillfleisch im Hieber, weil wegen all des Feuerverbots dieses Jahr nur EINMAL gegrillt wurde und die Jungs nochmal ein ordentliches Stück Fleisch haben wollen. Das machen wir dann am Sonntag nach dem Wandern, das wird toll (für mich muss ich noch was finden zum Essen)

Daheim dann war Q. vom Feuerwehrkurs zurück (incl Nachrichten zwischendrin "Beim Kellerbrand habe ich es geschafft, dass die Hose sich oberhalt der Kniescheibe gespannt hat und ich leichte 1.Grad Verbrennungen habe." Ok, i guess?), hatte viel zu erzählen, L. auch, der wird langsam aufgeregt wegen New York übernächste Woche, (ist ja auch cool).

Der Hübsche und ich waren beide total durch und zumindest ich genoss die Unterhaltung durch die Jungs (beim Hübschen bin ich mir nicht sicher, ob der auf "Göschenen-Airolo" geschaltet hatte.) 

Jetzt bin ich mit Pasta mit Sosse aus den Resten aus dem Gemüsekorb und den zusätzlich zum Fleisch gekauften fancy lokalen Pralinenprodukten so gut gesättigt und wieder aufgepäppelt, dass ich nicht mehr das Bedürfnis habe, mich flach auf den Boden zu legen und nicht mehr zu bewegen (oder zu weinen, weil ich so müde bin, aber das klingt so schlimm...).

Ich bin einfach so ferienreif, aber das schaffe ich noch bis dahin. 

Funny situation: ich habe heute erstmals gelernt, wie die ... Löcherdingsis in einer Tablettenpresse heissen, in die das Granulat fällt, bevor es eben gepresst wird. "dies". Ich wusste nicht, wie man das schreibt, die KollegInnen waren sich auch unsicher oder ich habe nicht gut zugehört beim Buchstabieren, und dann habe ich eben gegoogelt und ... mixed messages erhalten:



Dienstag, September 08, 2026

080926

 Heute morgen war ich um halb sechs nicht die erste Person, die aufstand, und auch nicht allein am Frühstückstisch! Q. war bereit für die Abfahrt nach Thun zum Feuerwehrkurs und mein Sohn fährt natürlich gerne mit guter Spatzung ("Spatzig" ist ein Helvetismus? Gibt es "Spatzung" überhaupt? Bedeutet sowas wie "Puffer", aber mehr technisch?).

Ich radelte durch einen immer noch unangenehm warmen Morgen (ich war ein paar Minuten später dran als sonst, es war nicht nur warm, sondern auch irgendwie seltsam hell? Ich zweifelte kurz, ob ich verschlafen hätte und es nach viertel nach sieben und nicht viertel nach sechs wäre... hm) zum Schwimmen. Heute wieder zweimal: morgens Strecke und üben, abends dann Kraulkurs. Bin gespannt, wie schlapp ich morgen bin.

Sonst: zerstückelter, wilder Arbeitstag, das zweite Governancemeeting diese Woche steht morgen an und ich jongliere Inhalt, Messaging und Stakeholderalignment. Es läuft seit heute morgen verdächtig glatt, das macht mich ganz kribbelig. Gänsehautmoment für mich übrigens: erstens das erste F2F Treffen mit dem neuen DP Developmentchef, den ich bisher nur in Virtual Meetings auf dem Screen gesehen hatte. Er war durch Zufall da, als wir das Messaging mit unserem Projektcoach, seinem DS counterpart, durchgehen wollten und kam spontan dazu. Ich habe mich, wie so ein zivilisierter Mensch, vorgestellt oder wenigstens damit angefangen ("Hi, not sure, if  you know who I am, I am Karin ....") und er so "I perfectly know who you are from the lovely communications you are sending out weekly, really appreciate that, thanks for the clear statements and framing" Später meinte dann noch die Kollegin, die die Versuche da koordiniert, dass sie auch so froh um diese Comms wäre, weil es ihr die Oberbosse mit Fragen vom Leib hält, sie nix zusammenfassen muss, sondern nur ihren Job machen kann, und sich sicher sein kann, dass das korrekt kommuniziert wird. 

Und da stand ich dann, die sich seit Wochen einen abbricht mit diesen Communications (und schon ganz vergessen hatte, an wen ich die alle schicke), weil ich mir einerseits denke "Ok, keiner sagt was, vermutlich liest das keiner und alle finden es doof. Naja." und andererseits mir wie ein Fraud vorkomme, weil ich da die Arbeit von anderen Leuten und Teams zusammenfasse und es sich anfühlt, als ob ich mir Kenntnisse und Erfolge anmassen würde, die nicht die meinen sind. Ganz offensichtlich bin ich die einzige, die diese Sorgen hat.

Neben diesesn Befindlichkeiten sortiert es sich auch fachlich und sachlich, das wird schon.

Mittagessen mit einem alten Kollegen aus dem ersten Büro hier, das war nett (eigtl war heute "Career Day" hier, ich hatte mir eigentlich tatsächlich ein paar Veranstaltungen rausgesucht, aber dann war immer was anderes wichtiger / dringender und naja, wir haben beim Mittagsründchen über Karriereplanung und Erfahrungen geredet, das war auch gut. Obwohl ich von einem grummligen Cafeteriamitarbeiter gescamt wurde und mir eine volle Stempelkarte verloren ging. "Kannst ja noch zwei Stempel holen" (ja, du Nase, eine volle sind 10 und natürlich hole ich mir zwei, wenn ich zwei Kaffees zahle, aber du schuldest mir immer noch 10 Stempel! Aber gut, egal.)

Das erste grosse von vielen Adjucidation Meetings ist so viel schneller fertig als gedacht, dass ich auf einmal eine Stunde extra habe, mit der ich gar nicht geplant habe. Kurz bin ich überfordert mit der Auswahl an Sachen, die ich da reinpacken könnte, aber nach einer kurze Runde auf dem Stockwerk um den Kopf zu resetten und die Kaffeetasse aufzufüllen, mache ich einfach der Reihe nach vorwärts, es brennt nichts so lichterloh, dass die Welt untergeht, wenn es nicht heute fertigwird und nichts ist so unwichtig, dass es ewig warten kann, also: alles ist besser als nix.

Nach den Nachmittagsmeetings hole ich mir meinen mitgebrachten Skyrdrink (irgendwie wurden alle "tropical", die ich mag, weggetrunken daheim und nur noch "Erdbeer Banane" war übrig. Stracciatella kaufe ich ja schon gar nicht, weil ich Schokolade in säuerlichen Milchsachen eh nicht mag und Bröckchen in Getränken mich würden lassen. Vielleicht kaufe ich einfach nur noch "Tropical"?!). Kleiner innerlicher Wutanfall vor dem Abteilungskühlschrank, weil mein Skyr weg ist. Kann doch nicht sein, dass mir jemand das Zeug klaut? Ist es auch nicht, er ist nämlich in meinem Rucksack. Sehr verwirrend, weil ich mich genau dran erinnere, wie ich morgens den Rucksack aufgemacht habe, mich dann noch über mich selber geärgert habe, weil ich offensichtlich die Obstbox vom Vortag nicht ausgeräumt und ausgewaschen habe, und dann den Drink in den Kühlschrank gestellt habe. Vielleicht (was heisst vielleicht, offensichtlich!) habe ich aber dann vor lauter Ärgern da schon einfach den Rucksack zugemacht und den Skyr dringelassen. Learning: lauwarm schmeckt der gar nicht gut UND Erdbeer Banane hat auch Fitzel drin. Örks.

 Dann geht es zum most humbling Event des Tages: der Kraulkurs. Ich bin ja eigentlich sehr optimistisch, dass es viel besser geht als auch schon, mal sehen, wie sich das so bewahrheitet unter den kritischen Profiaugen! Heute übrigens mit einer anderen Lehrerin, die das ganze viel straffer angeht und einerseits nochmal mit den Basics beginnt, aber zacki, zacki. Wir schwimmen deutlich mehr Bahnen und machen erstmals auch spezifisch Beinarbeit.

Und was soll ich sagen? Es ist wie magisch: nachdem ich ja total damit gestruggelt haben (also wirklich, mit Husten, Spucken, Hyperventilieren, Panikattacken), richtig und kontrolliert zu atmen, habe ich es das letzte Mal irgendwie hingekriegt, ohne BEwegungsunterbruch jeden dritten Armzug zu atmen. Und heute: auf einmal flexibel, auch mal fünf Armzüge, und ohne Erstickungsanfälle und wie von ganz allein. Wie krass ist das?! (Man könnte fast meinen, 5x die Woche Üben bringt was!)

Heimradeln in ekliger Wärme, aber schönem Licht. Morgen soll es schütten und auf 19 Grad abkühlen. WIR WERDEN SEHEN!