290826
Uff, was war ich gestern abend gleichzeitig kaputt und aufgedreht im unguten Sinn.... Wir haben dann nach dem Abendessen mit einem Rotwein "His & Hers" fertig geschaut und dazu noch ein paar Chips gesnackt, das war schon mal ein guter Angang.
Dann: ich habe richtig, richtig lang ausgeschlafen, bis viertel vor neuen. Das ist wirklich lang, das erste Mal war ich nämlich um viertel vor sechs wach, dann um sieben, um halb acht und ich habe standhaft weitergeschlafen, weil ich die Erholung wirklich brauche.
Dann: Häusliches Gedöns, wie: alle Betten frisch beziehen, den Frühstückseinkauf mit einem Baumarkteinkauf verbinden, weil wir ja den kaputten Blumenkasten ersetzen müssen, dann erstmal gemütlich auf der Terrasse frühstücken. Checkin mit den Kindern, einer happy auf dem Festival (hat alles geklappt, auch ohne den in allen Packlisten als so wichtig angegebenen Ausweis, der mit dem Geldbeutel zu Hause blieb...), einer im Zug auf dem Rückweg von der Nordsee. Anschluss in Hamburg hat geklappt, ICE hatte "nur" eine halbe Stunde Verspätung, die Reservierung war wohl Gold wert.
Dann: mehr Häusliches, wie den Esstisch neu einölen, den Blumenkasten neu befüllen mit den Pflanzen aus dem alten und ein paar Lückenfüllerchrysanthemen aus dem Baumarkt. Dann: einen sehr, sehr hartnäckigen Fleck auf der Terrasse bisschen weniger auffällig schrubben, Spazierründchen, Wäsche ab- und aufhängen, kontemplieren, ob mir nicht zufällig verteilte Sitze, sondern halt nebeneinander, auf den Flug von und nach Japan, 800 CHF für die gesamte Reisegruppe wert sind. Ich denke... nicht.
Jetzt gibt es einen Aperitiv zum recht seichten Luzernkrimi, den ich gerade lese (seicht, rassistische und Geschlechterstereotype, echt nicht gut gealtert, aber jetzt will ich die Reihe halt doch fertig lesen.) und dann mache ich mich an eine wilde Eigenkreation quer durch den Gemüsekorb: gebackene mini Rosmarinkartoffeln, Mangoldgemüse mit Knoblauch und Chili und den ersten kleinen Kürbis der Saison gefüllt mit einem Mix aus Vegihack, dem Rest Shakshuka von gestern und mit Gruyere überbacken.
(Hab schon bisschen Hunger)
Sonst: aus Gründen (ein Papierbrief von jemandem, zu dem ich den Kontakt aus Gründen des Selbstschutzes und wegen andauernder Grenzverletzungen / nicht Akzeptieren meiner Grenzen seit Jahrzehnten vor einiger Zeit abgebrochen habe. Ich hätte, wenn denn eine Absenderadresse draufgestanden wäre, ihn mit "Annahme verweigert" zurückgeschickt, aber so hat der Hübsche reingeschaut und allfällige folgende werden ungelesen weggeworden werden) eine Erkenntnis meinerseits (natürlich nur basierend auf eigener Erfahrung und anektdotischer Evidenz): wann immer ein Kontakt abgebrochen wird, eine Beiziehung (das kann eine romantische Beziehung sein, ein Arbeitsverhältnis, und ja, auch eine Elternkindbeziehung sein) beendet wird, und eine Seite von diesem Ende total überrascht ist, ist das eine letzte Bestätigung dafür, dass dieser Schritt überfällig war. Wenn ein Teil bereit ist, alles abzubrechen, und der andere Teil nicht mal gemerkt hat, dass irgendwas nicht perfekt ist, tja, qed.
Und nein, man muss danach nicht beliebig für Erklärungen zur Verfügung stehen, weil: all das ist längstens vorher schon 100e Male erklärt worden, Grenzen wurden gesetzt, ignoriert, nicht akzeptiert, Bedürfnisse als "aber so schlimm ist das doch nicht" oder "aber warum denn nicht?" klein gemacht, naja, irgendwann reicht es halt Und hinterher zu sagen "Du bist ohne Erklärung einfach gegangen, das ist so unverschämt", ist halt einfach eine Lüge. Irgendwann reicht es und irgendwann ist es einfach zu spät. Ich hab viel zu lang mit dem "irgendwann" gewartet und auf ... was auch immer gehofft, aber jetzt ist es fertig. Und irgendwann bekomme ich von einem Briefumschlag auch kein Herzrasen mehr. Hoffe ich.
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