Mittwoch, März 29, 2017

Frühlingsgefühle

Es gab viele Zeichen:


  • Die Magnolie der Nachbarn blüht (normalerweise blühen die ja ungefähr einen Tag lang und die letzten Jahre hat es an diesem einen Tag entweder gestürmt, geregnet, geschneit oder alles drei zusammen, so dass das gar nicht schön, sondern traurig und matschig war, aber dieses Jahr: wohooooo!

  • Ich habe das Gefühl, mit der sich dank Babyfüssen massiv pellenden Fusshaut viel zu spät dran zu sein, weil ich am liebsten die letztes Jahr im Summer Sale gekauften, noch ungetragenen (ich Sparfuchs) puderrosa Wildlederballerinas mit rosegoldenen Nieten und der heissen Spitze am liebsten jetzt schon anziehen würde, aber mit lauter weghängenden Hautfetzen ist das optisch ja eher ein Downer.

  • Ich habe am Freitag Friseurtermin und überlege, ob die Haare oben doch schon lang genug sind, um den eigentlich erst für am Tag vor Abfahrt in den Norwegenurlaub geplanten Undercut (wegen: dann hab ich wenigstens drei Wochen Zeit, mich dran zu gewöhnen, mir schlagfertige Antworten auf die zu erwartenden Kommentare zu überlegen und überhaupt) doch jetzt schon schneiden zu lassen.

  • Aber, und das ist das ultimative Zeichen, das krasseste ist: ich habe heute die 20. Folge der 7. Staffel "Gilmore Girls" beim Strampeln auf dem Crosstrainer angeschaut (jajaja, man glaubt es kaum, mein Rewatch nähert sich dem Ende, ich hoffe, Netflix hat die neuen 4 Folgen noch im Programm, wenn ich Ende der Woche durch bin (ha, das ist ist das perfekte Programm für die nächste Woche, wo ich Strohwitwe bin, während der Hübsche in London die cutting edge innovations im Kosmetikbereich auscheckt!)) angeschaut und ..... ich habe nicht nur geschwitzt ohne Ende, sondern echt .... geweint, als Lorelai bei K.C.´s "I will always love you" gesungen hat und Luke zur Tür reinkam. Und das ich, die bei keiner einzigen Schulaufführung gerührt ist, die beim selbergedichteten Muttertagslied im Kindergarten mit dem Stuhl zusammenbricht, die sich vor Peinlichkeit bei "Touching Patient Videos" windet, die während der gesamten 7 Staffeln in der zweiten Runde dachte: "Boah, ihr seid (fast) alle so doof, weder Lorelai noch Rory brauchen einen von den Spacken, die da rumturnen", aber das ..... hach.

  • Frühling also.

Dienstag, März 28, 2017

Dies und das

Seit drei Tagen versucht uns abends eine unbekannte Nummer zu erreichen. Meist sind das Callcenter, Zeitungsverlage, Krankenkassen, französische Porzellanaustellungswerbeleute, die sich, wenn dann irgendwann mal das Festnetztelefon aufgeladen ist, wenn sich mal jemand dafür verantwortlich fühlt, ranzugehen, wenn überhaupt jemand daheim ist, dann entweder von einem Kind sagen lassen müssen "Klar kann ich Ihnen meine Mami geben. Aber ich sags Ihnen gleich: wenn Sie ein Werbeanruf sind, dann wird sie megahässig, das mag sie gar nicht, Maaaaaaaaaaamiiiiiiiiiiii!!!!!!" oder halt von mir direkt einen kleinen Vortrag zum Thema Robinsonliste, Sternchen hinter dem Namen im Telefonbuch, Verbot von Krankenkassenwerbung am Telefon, unsere schlechte Erfahrung mit "unabhängigen Beratungen" und unsere schwarze Liste von Unternehmen, die uns am Telefon oder der Haustür was verkaufen wollten, und bei denen wir dann nie wieder IN UNSEREM GANZEN LEBEN einkaufen werden.
Heute lag das Telefon aber grad günstig, ich hatte gerade gegessen, bei der Arbeit viel geschafft, die Kinder waren friedlich, und so liess ich den Mann von "Mercedes-Benz-Schweiz" tatsächlich seinen ganzen Salespitch zum Thema "Warum Sie unbedingt das neue V-irgendwas** probefahren kommen sollten" loswerden und meinte dann freundlich: "Ich glaube, wir sind nicht ganz die richtige Zeilgruppe, wir habe nämlich vor zwei Wochen erst ein neues Auto gekauft." "Oh. Darf ich fragen, was für eins?" "Ja, klar, einen Tesla Model S." "Oh. Ja. Ok. Dann.... wünsche ich Ihnen viel Fahrvergnügen*, keinen Batterieschaden und Benzinsparen tun Sie ja eh. Also. Dann. Schönen Abend."


Und, um mal ein kleines Update zum Thema Auto zu geben: es ist soooooo cool! Einparken klappt tiptop, auch in der Tiefgarage, wenn das Nachbarsauto auf dem Parkplatz steht, mit nur einem Zug mehr als früher, Parkhäuser, enge Strassen, klappt alles mittlerweile. Ich liebeliebeliebe den adaptiven Tempomat, ich habe es letztens geschafft (endlich, einmal wenigstens) den Hübschen durch Vollbeschleunigung so zu überrumpeln, dass ihm sein Smartphone ins Gesicht gefallen ist, dafür hat er die Navi-Oberfläche heute auf Mars umgestellt und wir wussten erst nicht, wie das wieder weg geht. Das Laden klappt perfekt und hier ist es ja praktisch Sommer, d.h. wir laden das Auto im Nullkommanix mit Sonnenenergie VON UNSEREM EIGENEN DACH auf, das ist wirklich ein tolles Gefühl.






*Ich dachte ja, das ware der VW-Claim, oder? Oder BMW?


** Jetzt habe ich das gegoogelt und das ist ein Minivan?! Da hätte ich ja meinen Vortrag: "Warum ich niemals einen Minivan fahren möchte und ja, ich habe eine Familie, ja, mit Kindern, und ja, wir fahren in den Urlaub, auch in die Skiferien, ja, mit Ausrüstung, und dafür brauchen wir nicht mal einen Kombi" noch halten können, wo wir grad so nett am Plaudern waren. Mist!

Montag, März 27, 2017

Weihnachtsnachlese

Wie gestern kurz erwähnt, mussten wir ja die Geburtstagsgäste am nächsten Morgen recht zügig rauskomplimentieren, weil schon die nächste Verabredung auf die Jungs wartete, nämlich: Weihnachtsgeschenk mit meiner kleinen Schwester einlösen.
Diese arbeitet als Tierärztin (unter anderem) im Basler Zoo und hat den Jungs einen Rundgang mit ihr und einem Kollegen geschenkt.
Nach dem grossartigen Erlebnis zu Q.s 8. Geburtstag (das scheint ein tolles Alter dafür zu sein :-) waren die beiden sehr aufgeregt, was sie da zu sehen bekommen würden.


Wir haben sie also mit Klamotten, die "dreckig und stinking warden dürfen" am Zoo-Eingang abgeliefert und stolz wie Bolle sind sie mit meiner Schwester, ihrem Freund und dem Kollegen an der laaaaaaaaangen "es ist Sonntag, Traumwetter und wegen Zeitumstellung sind die Kinder eh schon seit Stunden auf"-Kassenschlagnge vorbei durch den Verwaltungseingang verschwunden.


Nach drei Stunden bekamen wir sie (nicht dreckig, also: sie. Andere Beteiligte schon :-) mit leuchtenden Augen und roten Backen zurück.


Sie durften die Tierarztpraxisräume besichtigen (grossartiges Detail: die Bleischürzen im Leomuster)













mit Blasrohr und Betäubungsgewehr üben (NICHT auf lebende Ziele)










Klammeräffchen die Hand schütteln




und überhaupt: an ganz viele Orte, an die man sonst nicht kommt, mit ganz vielen Geschichten, die man sonst nicht hört.






Vielen, vielen Dank für dieses grossartige Erlebnis!


(Der Hübsche und ich hatten erst die Idee, in der Zeit das Partychaos daheim aufzuräumen, dann den Plan, eine Spritztour mit dem Auto zu machen, aber wegen Partynachwehen haben wir dann spontan ----ja, das kann ich sehr wohl. Also. Manchmal. Einmal bisher. Und die Idee wurde mir auch drei Tage vorher schon unterbreitet.--- einen Hamam in einem ehemaligen Bahnstellwerk besucht, wo wegen "es ist Sonntag, Traumwetter und wegen Zeitumstellung eigentlich noch saufrüh für die normale hippe Gentrifizierungsklientel" ausser uns kein Mensch war. Das war einfach wunderbar und wir haben danach doch noch einen Tacken besser gerochen als die Kinder nach dem Affenhaus.



















Sonntag, März 26, 2017

#Lennywood

Hinter uns liegt ein zwar anstrengendes, aber wundervolles Geburtstagswochenende. Wie es so Tradition ist, wurden noch im Pyjama die Geschenke ausgepackt:











Die grösste Überraschung, weil spontan am Tag zuvor im Laden gekauft, war ein Hatchimal (Affiliatelink), so eine Art Deluxe-Tamagotchi, das erst schlüpfen muss, sich dann weiterentwickelt und singen, tanzen und sprechen lernt. Oder so.





Der Geburtstagspulli passt (nur nicht zu den Pyjamahosen).




Tja, und dann haben wir Little L. zu den Pfadis geschickt und uns daran gemacht, die Party vorzubereiten. Ein reichhaltig gedecktes Buffet (kurz vor knapp ist mir eingefallen, dass ein Gastkind Diabetitker ist, aber das haben wir nach einer kleinen Einweisung und einem sehr vernünftigen Kind gut hinbekommen).




Es war nicht mal Limo, sondern Apfelschorle, aber ich finde das trotzdem sehr, sehr witzig.

Little L hatte sich Hotdogs zu essen gewünscht. Als Ausgleich zum Zuckerinferno danach gab es noch Gemüsesticks dazu, die übrigens schneller weg waren, als man Piep sagen konnte.



Der Hübsche hatte den Auftrag, die Buchstaben aufs und die Lampions unters Vordach zu kriegen (ich habe die 4 Lichterketten vorher zusammengebaut und holla die Waldfee, das ist ja eine Strafaufgabe deluxe!). Leider war es gestern so unglaublich windig, dass die Buchstaben und dementsprechend die Laune des Hübschen immer wieder kippten.



Mit Kerzen und rotem Teppich sieht das schon nach was aus, oder?


Die Gäste wurden dann stilecht mit einem Glas Champagner Apfelschorle in den guten Plastikflöten empfangen, danach ging es zum Shooting auf dem roten Teppich. (Die ganzen Pop-Art-Dekosachen haben wir wie immer von der Partyprincess, die kann ich von ganzen Herzen weiter empfehlen. Dort finde ich immer was passendes an Dekomaterial.)



Die Hotdogs waren dann im Nullkomma nix verdrückt, dann wurden Geschenke ausgepackt (wie immer analog Flaschendrehen).


Wir haben noch gesungen, Geburtstagskerzen ausgepustet, Kuchen gegessen und dann haben wir die Popcornmaschine angeworfen und das Süssigkeitenbuffet eröffnet.


Und ja, der komplizierte Gast vom letzten Jahr war auch wieder da. Diesmal war ich, dachte ich, vorbereitet, es gab nämlich keinen Schokokuchen, es gab verschiedenste Gummitiere UND Chips, es gab geschmacksneutrales Popcorn, es gab Früchte, Gemüse, Hotdogs, Zitronenkuchen, Pancakes, Waffeln aber leider, leider war das alles nicht essbar. Und nach den Erfahrungen vom letzten Jahr habe ich dann irgendwann gesagt: "Tja, bis morgen früh verhungerst Du schon nicht. Oder Du gehst halt heim." Pfffffffrt.

Mit Kissen auf dem Boden haben wir das Wohnzimmer in eine Art Kinosaahl umfunktioniert und ganz schnell war dann neben Popcorngeknusper und Chipsgeraschel nur noch Gejohle und lautes Kinderlachen zu hören. Die Filmwahl war wohl nicht die schlechteste :-).



Als nach dem Film dann so gegen neun alle recht zielstrebig Richtung Matratzenlager zogen, wähnte ich uns schon auf der Zielgeraden. Hahahahaha.

Okay, Zähneputzen, Kissenschlacht, Pyjama verloren, Schlafsack verwechselt, alles schön und gut.  Das zieht sich schon mal. Um 10 kamen dann Little L. und das Zuckerkind runter: er würde sich nicht wohlfühlen. Wir haben nochmal gemessen, von den Eltern die Crackernachdosierung ausrechnen lassen, und alle wieder ins Bett geschickt.

10 Minuten später kam eine Karawane von 4 Kindern runter: einer hätte Kopfschmerzen und die anderen würden sich Sorgen machen, ausserdem wäre es heiss und einer schlafe schon und würde sich nicht mehr bewegen. (Ach!).
Wir haben dem  Kopfschmerzkind also was zu trinken gegeben und alle wieder ins Bett geschickt.

10 Minuten später kam wieder einer 4er Karawane runter: das Zuckerkind und ein anderes Kind hätten so Heimweh, dass sie jetzt sofort abgeholt wollen würden, das Kopfschmerzkind hätte immer noch Kopfschmerzen, aber weniger als vorher, er würde auch gern heim, aber er würde es brutal krass voll aushalten. Little L. begleitete sie nach unten, noch ein Kind schlafe jetzt und würde sich auch nicht mehr bewegen. (Ach.)
Wir haben also die beiden Herzschmerzkinder nach Hause telefonieren lassen, die Zeit zur Abholung mit Fotoshooting vor der Fotowand überbrückt, Little L. und das Kopfwehkind wieder ins Bett geschickt, die zwei den Eltern übergeben und tadaaaaaaaa, kaum war es halb 12, war schon Ruhe im Karton.

Doch nur kurz, den am nächsten Morgen um 6:15h (Sommerzeit, meine Lieben!) ging die Kissenschlacht in die nächste Runde.

Gottseidank hatte ich den Teil für Pancakes und Waffeln schon am Vorabend vorbereitet, der Obstsalat war schnell geschnippelt und so gab es ein gemütliches Pyjama-Frühstück (für fast alle Gäste, s.o.)



Hui, wenn wir für heute nicht ein so tolles, volles Familienprogramm gehabt hätten (dazu morgen mehr), ware ich vermutlich um halb 10 wieder ins Bett gegangen. So: nicht.

Mein Fazit: Übernachtungsparties sind ... vielleicht doch erst für grössere Kinder oder für Kinder, die es gewohnt sich ausser Haus zu schlafen (und zu essen). Ich war da durch Little Q.s Pfadfinderfreunde echt sehr verwöhnt, wie mir scheint. Aber eben: gestern war ja Werbeübung für die Wöfli, vielleicht gehen jetzt ja mehr von L.s Freunden da hin und dann können wir das später nochmal probieren. Was echt toll war: Little Q. hat sich so wunderbar mit L. mitgefreut und als grosser Bruder, nicht als Konkurrent geholfen und mitgemacht, ganz ohne Gezicke, das war super.
Und die Lampions sind so schön, die haben wir jetzt dauerhaft am Balkon installiert.
So sieht das jetzt von draussen aus, wenn Frau Brüllen genau diesen Artikel hier am Esstisch schreibt.



Samstag, März 25, 2017

8

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Mein lieber Lennibenni,
heute ist Dein achter Geburtstag. Vor einer Woche kam Dein Mincousin zur Welt und ich musste mir beim Bilderanschauen eingestehen: so niedlich ich dich immer noch finde, Du bist kein Baby mehr. Kein bisschen. Das ist aber auch nicht schlimm, kein Mensch möchte ewig niedlich sein.
Du hast Dich im letzten Jahr zu einem richtig coolen Jungen entwickelt. Für Dich besonders wichtig war (und das sieht man auf dem Foto richtig gut :-)), dass Dir endlich die Milchzähne auszufallen begannen. Während die ersten Freunde schon im Kindergarten stolz ihre Zahnlücken zeigten, ging es bei Dir bis zum Ende der ersten Klasse.
Überhaupt: Schule. Das machst Du total selbständig und ... mit links. Ich kriege das alles gar nicht so mit und bin dann immer überrascht, was Du alles kannst, was Du Dir alles selber hergeleitet hast und wieviel Du weisst. Eine Zeitlang gab es immer mal wieder Extrawege zur Schule, weil Du die Hausaufgabenmappe oder irgendwas anderes vergessen hattest, aber auch das gehört mittlerweile der Vergangenheit an.
Du hast immer noch Deine allerbesten Freunde von ganz von Anfang an in der Kinderkrippe, aber auch unter den Kindern, die Du erst in der Schule kennengelernt hast, hast Du Freunde gefunden.
Du wirkst zwar sehr ruhig, aber wenn Dir etwas nicht passt oder Du Dich ungerecht behandelt fühlst, dann kannst Du richtig wild werden. Das überrascht dann manchmal Leute, die Dich dank Deiner grossen blaugrauen Augen und dem hübschen Grübchen in die Schnuckischublade einsortieren.
Du liebst das Geräteturnen und Deine Wölfligruppe. Ich geniesse den Weg durch den alten Dorfkern jeden Montag nach dem Turnen, diese Zeit gehört nur uns beiden.
Du bist ein ganz grosser Tierfreund (besonders Hunde haben es Dir angetan) und hast echt ein Händchen für Vierbeiner.
Ich bin so froh, dass am Ende der ersten Klasse der Leseknoten so geplatzt ist, dass Du mittlerweile im gleichen Tempo wie Little Q. Bücher verschlingst. Die Damen in der Dorfbibliothek kennen Dich nun schon sehr gut und wundern sich nicht mehr, wieviele Bücher Du jeden Samstag nach Hause schleppst.
Du bist auch nach wie vor ein Frühaufsteher. Obwohl Du jetzt auch jeden Abend bis 21:00h lesen darfst und das auch ausnutzt, bist Du doch immer vor dem Weckerläuten wach und leistest mir (lesenderweise) beim Frühstück Gesellschaft oder aber (am Wochenende) du kuschelst Dich mit dem Kindle aufs Sofa, während der Rest der Familie noch schläft. Was Du von mir geerbt hast, ist definitive die unterirdische Laune bei Unterzucker. Anders als ich gehst Du damit ziemlich zivilisiert um und sagst zB "Ich würd jetzt am liebsten lostoben, aber das liegt wohl nur daran, dass ich hangry bin, ich esse mal eine Banane."

Mein lieber kleiner grosser Lennibenni: bleib so, wie Du bist, das ist perfekt so!
Ich hab Dich lieb
Deine Mama 


Freitag, März 24, 2017

Geburtstagsvorbereitungsgeräusch

Morgen ist es ja so weit: Little L. wird 8. Und wenn man am Samstag Geburtstag hat, dann feiert man natürlich direkt am eigentlichen Geburtstag (ich dachte ja, er würde die Pfadi-Übung ausfallen lassen, aber er war letztes Mal so begeistert und anscheinend gibt es morgen eine Fortsetzung, also wird Little L. einen Teil seines Geburtstags im Wald verbringen :-)).
Dementsprechend haben der Hübsche, Q. (der sich fast so sehr auf den Geburtstag freut wie L.) und ich den ganzen Nachmittag ohne nervöses Geburtstagskind Zeit, alles für die grosse Lennywood-Party vorzubereiten.
Diese Party wird irgendwie eine mit recht wenig Vorbereitung, soweit ich das jetzt abschätzen kann.
Wir haben heute Blumen besorgt und pusten Ballons auf, weil Little L. seit er sprechen kann, darauf besteht, dass ein Geburtstag nur dann ein Geburtstag ist, wenn es gelbe Blumen auf dem Tisch gibt und "Ballöner".
Gleich gehe ich Geschenke einpacken (ich sags mal so: es könnte sein, dass ich aus der Furby-Sache nichts gelernt habe und wir noch was besseres in petto haben :-))
Morgen stellen wir das "LENNYWOOD-Sign" auf, bereiten den roten Teppich, die Fotowand, den Kinosaal, Buffet, Matratzenlager, Mitbringselboxen und Frühstück für den nächsten Morgen vor, und zack, fertig. Upsi. Vielleicht ist es doch noch ein bisschen zu tun. Ich bin dann mal Kuchen bepinseln.

Donnerstag, März 23, 2017

Donnerstag

Nach dem Obermittwoch folgte heute eine Art Überdonnerstag :-), sozusagen das krasse Gegenteil.
Nachdem sich der Tag gestern nach Waten in Honig anfühlte, war es heute eher Ditschen über eine Wasseroberfläche.
Ich sass den ganzen Tag konzentriert an zwei Dingen (es gibt weniger, was ich weniger gern mache als die Ziele für das neue Jahr in das Bewertungstool einzutragen. Und zwar nicht, weil ich keine Ziele habe oder nicht weiss, was ich im nächsten Jahr tun soll, es ist nur jedes Jahr ein unendlicher Krampf, in welchem Format und wie man das Ganze auf die übergeordneten Ziele beziehen soll oder nach Produkten sortieren oder die Key Accountabilities sollen mit rein, aber auf keinen Fall die Job Description kopieren, naja. So halt.) und obwohl den ganzen Tag von den verschiedensten Seiten dringende Zwischenfragen, Bonusaufgaben, Zusatzinfos auf mich einprasselten, hatte ich nicht das Gefühl, abzusaufen, sondern es war wie früher, wenn man in einem Jump'n'Run-Spiel in einer Art Flow runterfallenden Baumstämmen ausweicht, über Abgründe springt, mit einer Drehung noch einen Stern einsammelt (halt das, was ich bei SuperMario überhaupt nicht kann):


"Tipptipptipp, Wo finde ich Korrosionsdaten zu dem letzten Produkt, das Du in Deinem alten Job betreut hast? Suchsuchweiterleit, tipptipptipp Wo sind die Sicherheitsrisikoanalyse von einem anderen Produkt, das im Nachbarbetrieb produziert wurde? Linkweiterleit tipptipptipp SchluckKaffee, Fehler entdeckt, gemeldet, Rückfrage bekommen, beantwortet, tipptipptipp, Hast Du die Liste für Deine andere Produkte auch überprüft? Ja, alles super. ADE auch, oder nur MDD? ADE ist für unsere Zwecke irrelevant. Ah, sicher? Ja, Ok, danke. Tipptipptipp, Für was brauchen wir den den ADE-Wert¨üerhaupt? Erklärerklär, tipptipptipp, Wir haben die Ordner gefunden, nach denen Du gefragt hast, willst Du den Inhalt haben? Ja, bitte. unsicher, ob jetzt zwei Kisten mit staubigem Archivmaterial oder viele Dateien bei mir ankommen, fast ein wenig enttäuscht, dass es die Dateien sind, lesleslesles, das Gesuchte finden, Ansprechsperson ausfindig machen, nachfragen, tipptipptipp Sind die Dokumentenversionen im Data Room für Produkt A aktuell? überprüfen, nein, sind sie nicht, neue Version hochladen, Änderungen markeiren, tipptipptipp, Bist Du Dir sicher, dass wir den ADE-Wert nicht brauchen? Ja, immer noch. Und auch, dass die MDD-Werte falsch sind? Ja. Wo steht das? Hier, schau, das sind maximal 20 Tabletten am Tag. Hm. ok. Tipptipptipp, Brauchen wir nach dem Upgrade eine neue Materialnummer für das Produkt B? Nein, weil ..., tipptipptipp, tipptipp, Seid ihr Euch wirklich sicher, dass Ihr dieses Jahr kein neues Produkt C braucht? Ja, weil ... Und dass die Vorlaufzeit reicht? Ja, weil .... tipptipptipp"


So unrecht hat meine Mutter nicht, wenn sie meinen Job mit "Also eigentlich tippst Du den ganzen Tag nur am Computer rum, oder?" umreisst.


Und so ging das den ganzen Tag und ich bin total guter Dinge nach Hause gegangen.
Geht doch :-)