150626
Heute Morgen beim Blick auf den Wetterbericht für die Woche (36 Grad, ja schöner Scheiss) mit kurzer Hose und T-Shirt losgeradelt. Als ich den Berg zum Bahnhof runtergesaust war, war mir ordentlich kalt, aber beim wieder zurückradeln wäre mir warm geworden, da konnte ich auch gleich weiterradeln.
Die Dusche vor dem Schwimmen tat sehr gut, allerdings war die geheizte Schwimmhalle dann zu warm und ich hatte das Gefühl, keine Luft zu bekommen.
Passend dazu habe ich mal Kraulen ausprobiert, weil: alle machen sich drüber lustig, dass meine Erwartung an den Kraulkurs ist, erstmal fast zu ertrinken, weil ich nicht weiss, wie atmen. Alle meinen: "ist doch easy" und erzählen irgendwas von Wellental und was weiss ich. Also habe ich heute eine kleine Kraulübung eingelegt: mit den Beinen halt gepaddelt, mit den Armen "gekrault" und abwechselnd rechts und links geatmet und dann nach ein paar Zügen gemerkt, dass ich halt den Kopf gar nicht untertauche , sondern halt über Wasser hin und her drehe. Also probiert unterzutauchen und das mit dem Atmen zu koordienieren. Dabei bestätigt: unter Wasser atmen klappt nicht. Ich bin also nach wie vor überzeugt: der Kraulkurs wird schlimm werden, meine Ängste sind berechtigt und die Trainerin wird sich die Kursgebühr hart verdienen, weil ich meine das ernst mit "Ich habe keine Ahnung, wie ich das machen soll."
Nun denn. Der Wetterumschwung sorgt für fiese Schmerzen in all meinen alten Brüchen und Verletzungen (Bänderriss mit 16, Wirbelfortsätze angebrochen mit 17, Finger gebrochen mit 39, Schienbeinplateau gebrochen mit 45, Schulter gebrochen mit 47). Oberflächliche Recherche ergibt alles zwischen "Luftdruckveränderung führt zu Schwankung in der Viskosität der Gelenksflüssigkeit" und "medizinisches Märchen". Ist mir eigentlich egal, ich habe halt Schmerzen so ungefähr wie 6-8 Wochen nach dem Bruch, das ist ziemlich unangenehm (andersrum: ich hatte zwischendrin 20 Jahre unfallfrei, auch nicht schlecht!)
Dann: heute viel Nacharbeit von der letzten Woche, weil ja workshopbedingt 2 Tage fehlten und der Freitag zur Aufarbeitung nicht zur Verfügung stand. Unter anderem wurde eine Feedbackanfrage für einen Performance Review nochmal in Erinnerung gerufen. Ich hatte zwischendrin überlegt, sie zu ignorieren, aber aus Gründen dann halt nicht. Und so kam es dazu, dass ich im Namen eines reinen Frauenteams dem Chef eines Mannes unter anderem das Feedback gab, dass die Zusammenarbeit mit dem Typ schwierig war, weil er sehr emotional auf jedwede Art von sachlicher Kritik oder auch nur Änderung des status quo reagiert. Immerhin habe ich nicht als Improvementvorschlag "He might want to consider smiling more" mit aufgenommen. Bin gespannt.
Dann auf dem Heimweg beim Freibad, wo ich in der Revisionszeit des Firmenschwimmbads Frühschwimmasyl suchen werde, meinen QR COde gegen "was richtiges" eingetauscht. Am 29. Juni geht es los.
Sonst: das Schweizer Stimmvolk hat ja gestern die "Nachhaltigkeitsinitiative", wie der irreführende Name der aktuellen "Ausländer raus"-SVP-Initiative lautete, abgelehnt. Wie immer in den Kantonen, die Migration erleben, mit fliegenden Fahnen, die Ja-Kantone kennen Ausländer nur aus dem Fernsehen, von dne SVP-Plakaten und als Touristen, die ja nicht kommen, um zu bleiben. Ich war mir tatsächlich nicht sicher, wie es ausgehen würde, allein beim Heimfahren gestern dauerte es bei der Fahrt über die Dörfer bis 5min vor daheim, bis ich das erste "nein"-Plakat sah.... In der Facebookgruppe des Dorfes toben nun die "Ja-Vertreter", dass man der Abstimmung nicht trauen könne, weil niemand würde sich hier zu einer nein-Stimme bekennen und man wüsste ja schon gern, wo die Nein-Sager wohnen würden, weil, jetzt nicht direkt um sie zu jagen, aber naja... (Für alle besser, dass ich kein Facebook habe)


