241026
Das war gestern abend ein wilder Ritt. Erst: wie schwierig kann es sein, an einem Freitag abend Schluss zu machen, ich hab die ganze Woche gearbeitet wie doof, irgendwann ist es feritg. War nicht einfach am Freitag, weil a) ein major Bug mit der irrsten Erklärung aller Zeiten in dem doofen IT Tool, das wir da aufgebaut bekommen, aufgetaucht ist. Als mir erklärt wurde, was der Hintergrund ist und dass das doch offensichtlich und logisch wäre, habe ich geatmet. Viel geatmet (ich war ja in dem Difficult Conversations Kurs, wo ich mitgenommen habe: wenn man die Tension spürt, tief einatmen und doppelt so lang ausatmen, dann geht der Puls runter und das Hirn denkt: alles tutti und entspannt. Was der Rest des Teams übrigens denkt (und auch sagt manchmal): "oh, oh, komm, hau raus, du atmest schon wieder so, sags, bevor du platzt." Weiss nicht, ob das so gemeint war), 6x zu einer Chatnachricht angesetzt und dann nur etwas hinbekommen, was auf der anderen Seite als "disheartening" ankam. Ja, tut mir auch leid, aber wie kann man?! Ich muss mich mit dem Ding in 10 Tagen vor das gesamte Leadershipteam stellen und eine Story erzählen und DAS erzähle ich sicher nicht.
Naja. Und dann musste ich direkt in das nächste Meeting mit de Podcaster, Follow Up vom letzten Freitag. Ich nehm es mal positiv: man glaubt es vielleicht nicht, wenn man mich hier so liest (und vllt auch nicht, wenn man mich die letzten Monate erlebt hat), aber ich bin eigtl recht harmoniebedürftig und hatte bis vor kurzem echt Mühe / Angst, konfliktträchtige Themen auf den Tisch zu bringen, ich war sehr gut drin, all die Elefanten im Raum einfach zu akzeptieren. Das ist vorbei und ich sage (hoffentlich meistens höflich und sachlich, mein eigentliches Ziel ist ja "witzig") was einfach nicht geht. Das musste dann in dem Podcastermeeting schnell gehen, weil ich eigentlich nur 15 Minuten Zeit hatte. Meine Güte..
Und dann war ja Konzert (also: erst noch schnell Abendessen, das mir richtig gut gelungen ist, gab sogar ungefragtes Lob von allen Kids).
Wir waren bei "The Tarantinos", eine UK-Band, die sich auf, wer hätte das gedacht, Coverversionen von Musik aus Tarantino-Filmen spezialisiert hat. Dazu machen sie noch ein bisschen Show und füllen angeblich auch grössere Venues. Auf Spotify haben sie 35 (seit gestern 37) monatliche Hörer und ich glaube, die waren gestern auch alle da beim Gig im "Elefantehuus" in Liestal. Sonst niemand.
Ich weiss echt nicht, was da falsch gelaufen ist, ich würde vermuten, das Management der Band und der Location haben grandios aneinandervorbeigeredet, was das ist. Ich meine: da passen Musikschulkonzerte rein, Lesungen von AutorInnen mit Lokalkolorit, Theateraufführungen von Theatervereinen, Comedy-Abende von aufstrebenden Lokaltalenten oder so.
Wir hatten (dafür dann tatsächlich relativ teure) Sitzplätze auf der Galerie (55 CHF ist jetzt kein Vergleich zu Hallenstadion oder Letzigrund in Zürich, da reden wir über ...Faktor 3-10, aber dafür sind dann da auch 60 000 Menschen statt ...357, unten auf der Tanzfläche waren etwa 20 Leute. Die Band fing an, spielte sich die Seele aus dem Leib und nach dem ersten Titel meinten sie "It is so great to see at least .... some people here tonight" und beorderten die Galerieleute auch nach unten. Dann wurde noch bestimmt, dass man direkt an der Bühne sein solle und nicht an der Wand lehnen oder so, und dann wurde es sehr cool. Sie konnten alle wirklich richtig gut spielen und singen und haben sich nicht anmerken lassen, dass der Abend finanziell für sie vermutlich ein Desaster wurde und schon ein bisschen traurig. DIe 37 Zuschauer haben wirklich begeistert getanzt und gejohlt und schön war das!
Aber schon auch ein bisschen strange...
Dann: Schwätzchen mit den Freunden, Heimfahren, Schwätzchen mit den Kindern und aufgedreht ins Bett!
Heute morgen dann habe ich alle früher als nötig aus den Betten gescheucht, weil ich dachte, die Kids müssten mum 10:30 im Dorf unten sein für die Vorbereitung der Pfadiaktivität und des Pfadiznachts, dabei war das erst um 12:30. Ups.
Frühstück mit einer sehr gut gereiften Crowdfarmingmango und einer noch grenzwertig harten Crowdfarming Avocado. (Respektive ohne Avocado, weil ich vor lauter "lasst uns mal die nächsten Wochenenden durchsprechen", was so viele Wochenenden umfasste, dass Q. irgendwann fragte "Wie weit im Voraus besprechen wir? Bis Deutschland klimaneutral?" vergessen habe, dass ich ja eigentlich hungrig war und was essen sollte. Habe ich dann danach gemacht). Ich habe jetzt alle Adoptionen beendet, mal sehen, ob sie es hinkriegen, mir die bezahlten Bestellungen trotzdem noch zu schicken....
Dann: Spazierründchen, der Sturm hat gestern sehr viel Zeug von den Bäumen geblasen und es ist eine interessante Luft, Mischung aus Herbst und Frühlingsgeruch. Passt damit zusammen, dass auf dem Balkon in den Blumenkästen die noch nicht mal letzten Tomaten reifen und mittlerweile die 3. Generation Mohn dieses Jahr sich zum Blühen bereit macht, während die Bäume alle ihr Laub anfangen zu verfärben.
Dann: Bettenwechseltag, das zieht auch immer Grosswaschtag hinter sich (aber der ist hier eh oft), dann Zeug und Kaffee und alles ein bisschen müde.
Die Kids sind wie gesagt unterwegs, aber wir halten uns dieses Jahr vom Pfadiznacht fern (ich denke, wir haben da mittlerweile genug unterstützt und ich möchte heute kein lauwarmes Essen, das vermutlich mit viel Pfadispirit gekocht wurde und zB nach einer langen Wanderung bei Sonnenuntergang am Lagerfeuer total gut schmecken würde, in einer Turnhalle essen, während 100 aufgedrehte Kinder rumrasen. Aber hey, ich bin halt auch alt und habe schon viele, viele Jahre dieses Essen gegessen. Heute: Aloo Gobi ohne Kinder.














