200626
Das Sommerfest gestern abend war richtig, richtig grossartig! (Heilfroh, dass ich "nur" gelaufen aka spaziert und nicht gerannt bin, die Temperaturen waren wahnsinnig. Ich bin in einer Gruppe mit 4 oder 5 PraktikantInnen oder JobanfängerInnen gelandet, die ich alle schon auf dem Stockwerk gesehen habe, aber bisher hatten wir halt nix miteinander zu tun. Ich kam mir ein bisschen wie eine Entenmutter (sie waren nicht nur jung, sondern auch echt klein :-)) vor, aber es war echt schön! ("How long have you been living in Switzerland?" "Mhmmm, probably since before you were born" "I am not that young, I was born 2001" "..." oder auch: sie kannten alle Professoren, mit denen Q. in der Uni zu tun hat und zwar als Professoren, nicht als Kommilitonen, was auch immer noch deutlich jünger wäre als wir...)
Dann: Heimgehen, verschwitzt das letzte Call des Tages erledigen (die tricky Validierungskampagne, die gerade läuft, ist nicht dort schwierig, wo die Schwierigkeiten vermutet wurden, sondern ganz woanders, was überhaupt nichts mit dem Produkt zu tun hat. Bis Montag 4pm haben wir noch Zeit, dann ist die bulk hold time abgelaufen....), duschen, Partykleid und Partyschuhe (superbequemes Sommerkleid und Flipflops, ich plante zu tanzen und es war Gewitter angesagt) anziehen und zurück aufs Areal. Es war sehr, sehr, sehr grossartig. Zwischendrin kam ein Gewittersturzregen und alle flüchteten und das grosse schwebende Zeltdach vor der Hauptbühne, auf der gerade eine 90er Coverband aus Kollegen spielte. Es war grossartig!
Ich habe zwar jedes Glas Wein (2) und Prosecco (1) mit einem halben Liter Wasser begleitet und auch genug gegessen (so, so, so gut und nahezu alles vegetarisch), hatte aber schon ordentlich das Gefühl, leicht einen sitzen zu haben und war sehr, sehr kaputt beim Heimkommen (und hatte NULL Stimme übrig).
Passend dazu (wer feiern kann, kann auch arbeiten) klingelte heute der Wecker um halb sieben: Arbeitstag am Markhof für die Kolchose. Ich hatte mich für eine halben Tag und Mittagessen angemeldet und Heidenrespekt vor den Temperaturen.
Wir starteten mit Zucchetti-Ernten, das kannte ich schon vom letzten Sommer. Ich hatte Handschuhe dabei, das war sehr hilfreich, aber trotzdem war ich von den Stacheln bis zu den Ellenbogen zerkratzt. Das sind schon so überdramatische Scheisserchen, die Zucchettipflanzen: schmecken nach nix, aber beschützen ihre Früchte, als wären sie das Bernsteinzimmer....
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| Wichtig: nicht aus dem Korb in die Kiste leeren, sondern vorsichtig reinlegen und immer die Stiele nach aussen |
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| Jeder hat eine ganze Reihe Zucchinipflanzen abgeerntet |
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| Es wird sortenrein geerntet |
Bis 10 hatte ich 3L Wasser getrunken, schwitzte im leichten Wind vor mich hin, aber es ging.
Ich hatte Bärenhunger für die Kaffeepause.
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| Verpflegung halt einfach immer top |
Unterhaltungen wie immer so, so cool, man trifft so verschiedene Leute dort!
Eigentlich wäre der Plan gewesen, danach Knoblauch zu ernten, aber der Boden war so steinhart, dass die Erntemesser nicht drunterkamen, also wurde dort gewässert und für den Nachmittag anvisiert. Stattdessen ging es Weisskohl jäten. Ein Teil des Feldes wurde von dem Vlies befreit und jeder bekam wieder ein Messer in die Hand und hatte eben alles, was kein Kohl war, rauszuziehen, möglichst wenig Erde zu bewegen und wenn man schneiden muss, nicht die Kohlwurzeln verletzen.
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| Hier trocknet schon geernteter Knoblauch |
Das war eine extrem befriedigende Tätigkeit und für mich ungefähr das nächste an Meditation, was ich mir vorstellen kann.
Als wir um halb eins mit allem fertig waren, gab es tatsächlich eine gemeinsame La-Ola-Welle durchs Feld und lauten Applaus.
Normalerweise esse ich am Wochenende nicht zu Mittag, aber ich hatte solchen Hunger und das Essen dort ist einfach so, so, so gut, ich habe ungefähr mein Körpergewicht in Gemüse verdrückt. Alle müde, verschwitzt, zerkratzt, erdig, im Schatten vor dem alten Hof, das ist schon wirklich schön. Aber auch: mehr als einen halben Tag möchte ich das nicht machen. Im September wieder, mir wurde Kürbisernte angekündigt.
Heimradeln, duschen, Schuhe und Handschuhe direkt in die Wäsche.
Dann: Betten ab- und beziehen, Küchenfronten fertig reinigen, den Esstisch neu ölen (das ist nun wirklich überhaupt nicht wild). solange der Tatendrang noch anhielt.
Jetzt: Eiskaffee aus dem Creami, Päuschen und dann ein frisches Abendessen (ich plane Kichererbsensalat mit Joghurt oder irgendwie sowas.)

















