080926
Heute morgen war ich um halb sechs nicht die erste Person, die aufstand, und auch nicht allein am Frühstückstisch! Q. war bereit für die Abfahrt nach Thun zum Feuerwehrkurs und mein Sohn fährt natürlich gerne mit guter Spatzung ("Spatzig" ist ein Helvetismus? Gibt es "Spatzung" überhaupt? Bedeutet sowas wie "Puffer", aber mehr technisch?).
Ich radelte durch einen immer noch unangenehm warmen Morgen (ich war ein paar Minuten später dran als sonst, es war nicht nur warm, sondern auch irgendwie seltsam hell? Ich zweifelte kurz, ob ich verschlafen hätte und es nach viertel nach sieben und nicht viertel nach sechs wäre... hm) zum Schwimmen. Heute wieder zweimal: morgens Strecke und üben, abends dann Kraulkurs. Bin gespannt, wie schlapp ich morgen bin.
Sonst: zerstückelter, wilder Arbeitstag, das zweite Governancemeeting diese Woche steht morgen an und ich jongliere Inhalt, Messaging und Stakeholderalignment. Es läuft seit heute morgen verdächtig glatt, das macht mich ganz kribbelig. Gänsehautmoment für mich übrigens: erstens das erste F2F Treffen mit dem neuen DP Developmentchef, den ich bisher nur in Virtual Meetings auf dem Screen gesehen hatte. Er war durch Zufall da, als wir das Messaging mit unserem Projektcoach, seinem DS counterpart, durchgehen wollten und kam spontan dazu. Ich habe mich, wie so ein zivilisierter Mensch, vorgestellt oder wenigstens damit angefangen ("Hi, not sure, if you know who I am, I am Karin ....") und er so "I perfectly know who you are from the lovely communications you are sending out weekly, really appreciate that, thanks for the clear statements and framing" Später meinte dann noch die Kollegin, die die Versuche da koordiniert, dass sie auch so froh um diese Comms wäre, weil es ihr die Oberbosse mit Fragen vom Leib hält, sie nix zusammenfassen muss, sondern nur ihren Job machen kann, und sich sicher sein kann, dass das korrekt kommuniziert wird.
Und da stand ich dann, die sich seit Wochen einen abbricht mit diesen Communications (und schon ganz vergessen hatte, an wen ich die alle schicke), weil ich mir einerseits denke "Ok, keiner sagt was, vermutlich liest das keiner und alle finden es doof. Naja." und andererseits mir wie ein Fraud vorkomme, weil ich da die Arbeit von anderen Leuten und Teams zusammenfasse und es sich anfühlt, als ob ich mir Kenntnisse und Erfolge anmassen würde, die nicht die meinen sind. Ganz offensichtlich bin ich die einzige, die diese Sorgen hat.
Neben diesesn Befindlichkeiten sortiert es sich auch fachlich und sachlich, das wird schon.
Mittagessen mit einem alten Kollegen aus dem ersten Büro hier, das war nett (eigtl war heute "Career Day" hier, ich hatte mir eigentlich tatsächlich ein paar Veranstaltungen rausgesucht, aber dann war immer was anderes wichtiger / dringender und naja, wir haben beim Mittagsründchen über Karriereplanung und Erfahrungen geredet, das war auch gut. Obwohl ich von einem grummligen Cafeteriamitarbeiter gescamt wurde und mir eine volle Stempelkarte verloren ging. "Kannst ja noch zwei Stempel holen" (ja, du Nase, eine volle sind 10 und natürlich hole ich mir zwei, wenn ich zwei Kaffees zahle, aber du schuldest mir immer noch 10 Stempel! Aber gut, egal.)
Das erste grosse von vielen Adjucidation Meetings ist so viel schneller fertig als gedacht, dass ich auf einmal eine Stunde extra habe, mit der ich gar nicht geplant habe. Kurz bin ich überfordert mit der Auswahl an Sachen, die ich da reinpacken könnte, aber nach einer kurze Runde auf dem Stockwerk um den Kopf zu resetten und die Kaffeetasse aufzufüllen, mache ich einfach der Reihe nach vorwärts, es brennt nichts so lichterloh, dass die Welt untergeht, wenn es nicht heute fertigwird und nichts ist so unwichtig, dass es ewig warten kann, also: alles ist besser als nix.
Nach den Nachmittagsmeetings hole ich mir meinen mitgebrachten Skyrdrink (irgendwie wurden alle "tropical", die ich mag, weggetrunken daheim und nur noch "Erdbeer Banane" war übrig. Stracciatella kaufe ich ja schon gar nicht, weil ich Schokolade in säuerlichen Milchsachen eh nicht mag und Bröckchen in Getränken mich würden lassen. Vielleicht kaufe ich einfach nur noch "Tropical"?!). Kleiner innerlicher Wutanfall vor dem Abteilungskühlschrank, weil mein Skyr weg ist. Kann doch nicht sein, dass mir jemand das Zeug klaut? Ist es auch nicht, er ist nämlich in meinem Rucksack. Sehr verwirrend, weil ich mich genau dran erinnere, wie ich morgens den Rucksack aufgemacht habe, mich dann noch über mich selber geärgert habe, weil ich offensichtlich die Obstbox vom Vortag nicht ausgeräumt und ausgewaschen habe, und dann den Drink in den Kühlschrank gestellt habe. Vielleicht (was heisst vielleicht, offensichtlich!) habe ich aber dann vor lauter Ärgern da schon einfach den Rucksack zugemacht und den Skyr dringelassen. Learning: lauwarm schmeckt der gar nicht gut UND Erdbeer Banane hat auch Fitzel drin. Örks.
Dann geht es zum most humbling Event des Tages: der Kraulkurs. Ich bin ja eigentlich sehr optimistisch, dass es viel besser geht als auch schon, mal sehen, wie sich das so bewahrheitet unter den kritischen Profiaugen! Heute übrigens mit einer anderen Lehrerin, die das ganze viel straffer angeht und einerseits nochmal mit den Basics beginnt, aber zacki, zacki. Wir schwimmen deutlich mehr Bahnen und machen erstmals auch spezifisch Beinarbeit.
Und was soll ich sagen? Es ist wie magisch: nachdem ich ja total damit gestruggelt haben (also wirklich, mit Husten, Spucken, Hyperventilieren, Panikattacken), richtig und kontrolliert zu atmen, habe ich es das letzte Mal irgendwie hingekriegt, ohne BEwegungsunterbruch jeden dritten Armzug zu atmen. Und heute: auf einmal flexibel, auch mal fünf Armzüge, und ohne Erstickungsanfälle und wie von ganz allein. Wie krass ist das?! (Man könnte fast meinen, 5x die Woche Üben bringt was!)
Heimradeln in ekliger Wärme, aber schönem Licht. Morgen soll es schütten und auf 19 Grad abkühlen. WIR WERDEN SEHEN!






























