Montag, Januar 05, 2026

050125

You know the drill, right? Es ist der 5., d.h. es heisst wieder "WMDEDGT?" (kurz und knackig für "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"). 

Heute trifft sich der Freundeskreis Tagebuchbloggen sozusagen hier und verlinkt sich in der Liste unten.

Das ganze hat im April 2013 seinen Anfang genommen in einer Tagebuchblogwoche und hat sich irgendwie verselbständigt.

Die Regeln zum Mitmachen sind einfach:
  • über den heutigen Tag tagebuchbloggen (ohne Werbung, ohne Geschwurbel)
  • verlinken, mehr dazu findet sich am Ende dieses Posts.
Der Tag gestern endete dann ein bisschen skurril, ich würde sagen, es hätte gut in eine finnische oder schwedische Tragikkomödie gepasst, aber vllt auch nur wegen der Sauna. Wir haben, wie geplant, beim Heimkommen aus der Kälte die Sauna angeworfen, nach dem Vorheizen die Kleider abgelegt und, wie man das halt so macht, mit Rosmarin-Orangen-Aufguss (der war fast leer und ich konsolidiere gern), Apfelschorle, Musik, Diskolicht und so angefangen zu schwitzen. Aus allgemeiner Unruhe heraus überprüfte der Hübsche nochmal den Standort des Schwiegermuttertags (das Handy war noch nicht wieder bei ihr) und .... er war unterwegs. Also: den Bruder vor Ort angerufen, der sprang ins Auto, machte sich auf den Weg zum letzten Standort, wir duschten kalt und gingen nochmal in die Sauna. Als der Bruder vor Ort war, rief er wieder an, fand niemanden, die beiden Brüder (einer draussen in der Kälte, der andere drinnen nackt, weil halt Sauna, Sie verstehen jetzt vllt den Teil mit der Tragikomödie?, ich mit einer weissgrünen Gesichtsmaske aufgelegt) konferierten. Ich rief im Pflegeheim an, um zu bestätigen, dass sie wirklich weg sei und nur ihr Tag wie auch immer. Dort hatte man sie noch gar nicht vermisst, aber sie war definitiv weg. Langsam stieg die Unruhe, irgendwann war klar: das wird so nichts, es war fast -10 Grad draussen, dunkel, eisigglatt und sie bestimmt nicht warm genug gekleidet und definitiv nicht gut zu Fuss. Also rief der (nackte) Hübsche bei der Polizei an (so nett, in Bayern muss man unseren Nachnamen nicht buchstabieren, "Wie mas sogt, oda?"), ich im Pflegeheim, der Bruder durchfragte Restaurants, Cafes, halbwegs öffentliche Gebäude. Bei der Polizei konnte man schnell helfen, weil sie schon Bescheid wussten. Jemand hatte sie auf der Strasse aufgesammelt, zum Aufwärmen ins Haus genommen und die Polizei informiert. Unser Puzzlestück war dann sozusagen der Ort, wo sie hingehört. Der Bruder durfte sie dann dort von der Streife in Empfang nehmen und wir sind der Person, die hingeschaut und geholfen hat, sehr, sehr dankbar (die Polizei durfte uns nicht sagen, wer oder wo das war, deshalb hier anonym.). Ich nehme das als Anstoss, mir noch weniger einen Kopf zu machen, wenn mir irgendwas komisch vorkommt, sondern einfach zu fragen und Hilfe anzubieten.... der letzte Saunagang war dann tatsächlich entspannt. Naja. Relativ

Schön war dann nach dem Abendessen allerdings die Erkenntnis, dass Q. direkt eine Woche nach Semesterbeginn eine Woche Fasnachtsferien hat und deshalb nach Island nachkommen kann! Deshalb gestern nochmal einen Flug, eine Hotelübernachtung in Reykjavik und ein zusätzliches Hotelzimmer für die Rückreise gebucht und im Airbnb angefragt, ob auch 5 Gäste ok sind (ja, sind sie). Das freut mich sehr und ich bin auch recht entspannt mit Q.s alleiniger Anreise, er ist erstens gross und zweitens kennt er sich in Reykjavik aus und drittens sind wir ja praktisch ums Eck. Hach!

Dann also heute Alltag. Die Katzen und ich haben ganz schön geschaut, als der Wecker um halb sechs läutete! Nächste Überraschung: die letzte Zimtschnecke, auf die ich mich seit dem zu Bett gehen gefreut hatte, hatte über Nacht einen anderen Abnehmer gefunden, also: Honigbagel!

Die Radfahrt zur Arbeit war ... holla. Ich war sehr vorsichtig, weil ich mit Glätte rechnete. Das ging erstaunlich gut, nur die Brücke über die Ergolz war zur Hälfte eine Eisplatte (ich habe drüber geschoben, auch am Heimweg nochmal) und dann die 2, 300 Meter zum Kraftwerk waren suboptimal. Sonst war alles trocken und, wie ich am Heimweg gesehen habe, so gesalzen, dass das Eis keine Chance mehr hatte. Hat sich da die Politik wieder geändert? Ich erinnere mich an meine Gymnasiumszeit, in der Salzen total verpönt war, überall Splitt-Kisten standen, im Frühling die Strassen ewig lang voller Rollsplitt lagen, so dass man gar nicht gut Rollschuhfahren konnte und manche Leute mit Asche gestreut haben, was meine Eltern total doof fanden, weil da die Kleider so dreckig werden, wenn es einen hinlegt. Ich erinner mich auch, dass "Warum man nicht salzen sollte" eines DER Aufsatzthemen in der Schule war... Hier stehen auf jeden Fall NUR Salzcontainer rum, auf den Strassen ist es so weiss, dass ich mir am Heimweg nicht sicher war, ob das vllt doch Eis wäre.... Naja. Als Winterradlerin werde ich mich mal nicht beschweren. Dann aber: es war so, so, so, so kalt! Angeblich -8°C, keine Ahnung, ob ich übermüdet war oder das tatsächlich kälter war, als ich bisher jemals durchradelt habe, aber holla! Meine HH-Winterstiefel waren warm, die doppelten Handschuhe nicht, meine Knie wurden kalt und mein Gesicht trotz Buff. Ich brauchte beim Schwimmen 10 Bahnen, um mich nicht mehr kalt zu fühlen. Trotz heisser Dusche danach ging das leichte innerliche Kältegefühl den ganzen Tag nicht weg. Ist aber auch ok: ich habe jetzt festgestellt, dass nach 2 Wochen Ferien, in denen das Gebäude vermutlich nicht sooooo geheizt wurde, davon mindestens einer Woche mit ordentlich Minusgraden, es sich innen auch auf der Südseite endlich so anfühlt, dass ich über ein dünnes Langarmshirt evtl noch ein bisschen was überziehen könnte, ohne einen Hitzschlag zu bekommen!

Im Büro war noch recht wenig los, ich glaube, alle mit Kindern in deutschen Schulen oder Kindergärten, haben noch incl Dienstag freigenommen. War also kein Problem, meinen Lieblingsplatz zu bekommen und die Webcam am neuen Curved Screen zu personalisieren. Für ein paar Plätze reichen meine Augenvorräte noch.



Der Arbeitstag war dann tatsächlich recht entspannt, nach der Weihnachtspause erwarten einen ja höchstens ein paar Sachen aus Asien und halt die last minute Sachen, die jemand am 22. Dezember noch raushauen musste.

Zum Mittagessen mit dem früheren Lieblingskollegen eine Premiere: die Vegibowl im Bowlrestaurant schmeckte einfach richtig scheusslich. Mein Kollege musste so lachen und war bereit, mit mir woanders hinzugehen, weil ich (unbewusst) so angewidert das Gesicht verzog. Und das heisst halt schon einiges, ich esse praktisch alles und wenn ich mich gut unterhalte, ist richtig gutes Essen meist fast Verschwendung, weil ich es reinschaufle und nur auf die Unterhaltung achte. Aber das? Urks. Ich glaube, die gab es schon öfter und eigentlich ist sie nicht schlecht: Fregola Sarda (i, o? Wie Perlcouscous halt), weisse Bohnen, Orangen, Fenchel, Granatapfelkerne und irgendwas mit Feta, Pesto und Brie, das ist total weird und schmeckt wie Obatzda Genovese, also nicht gut. Aber beim Rest kann man eigentlich nicht viel falsch machen.... ausser man kocht den Fenchel breiweich (ich hatte mit rohem Fenchel gerechnet) und, ich weiss nicht, nimmt eine Bitterorange oder schüttet aus Versehen irgendwas mit Bitrex drin (Spüli? Desinfektionsmittel?) in den Orangencontainer. Örks, echt! (Spricht für die Unterhaltung und meinen Hunger nach dem Schwimmen, dass ich trotzdem aufgegessen habe!)

Heimgeradelt bin ich ausnahmsweise noch im Hellen, wollte mir die Strasse nochmal bei Tageslicht anschauen. Mit Zwischenstop beim dm hat es dann doch bis Sonnenuntergang gedauert, bis ich an der Kraftwerksbrücke war, aber das ist ja sehr hübsch!

Das Eis auf der Brücke




Der Hübsche ist im Moment ein bisschen on edge mit der ganzen Schwiegermuttersituation und deshalb trade ich ein bisschen von meinem Seelenfrieden gegen viel von seinem und fahre morgen und am Mittwoch NICHT mit dem Rad, sondern mit dem ÖV und gehe mittags schwimmen (da, das habt ihr jetzt davon, mit der scheusslichen Bowl heute! Esse ich halt nix mehr!). Am Donnerstag wird es erstens wärmer (und nass) und zweitens ist da Gemüseabholtag und das schleppe ich nicht ewig in Bus und Bahn und zu Fuss durch die Gegend! Wenn ich ihm damit eine Sorge nehmen kann, mache ich das und hoffe, beim Mittagsschwimmen genug Ruhe zu finden und beim Weg zum Bus auch genug frische Luft. 

Jetzt: Montagspizza, Kleiderbestellung anprobieren (passt alles!), Tasche für morgen packen, noch eine Folge Serie und dann ein bisschen früher ins Bett als auch schon.

Post-DSGVO-Reminder: wenn Sie sich auf die Liste eintragen, geben Sie Daten von sich frei. Was Mr. Linky damit macht, steht hier. Wenn Sie das nicht wollen, sollten Sie sich nicht eintragen.

1 Kommentar:

011i hat gesagt…

Frohes Neues!

Das hat Seltenheitswert, oder? Der klassiche und nicht weniger sympathische Tippfehler zu Jahresanfang im Titel - noch die alte Jahreszahl 'erwischt' ;-)