Sonntag, Januar 11, 2015

#StreamTeam-Serientipp: "Die Brücke"

Disclaimer vorne weg: Wer sich immer noch drüber aufregt, dass wir Netflix-StreamTeam-Member sind: das hier wäre jetzt neues Aufregefutter. Ich wünsche viel Spass.





Für den Rest: also: wir (ich) haben uns nach "Marco Polo" für die zweite Staffel "Die Brücke: Transit in den Tod" entschieden und die schnell noch in den Restferien fertig geschaut (auf Kosten von Nachtschlaf und nicht ganz vernünftig, aber was will man machen?).



Wie in der ersten Staffel schon, die wir seinerzeit auf DVD gekauft und geschaut haben, ist der Plot eine verwickelte, sehr, sehr düstere Handlung, die in Kopenhagen und Malmö spielt. Zentrale Personen sind ein dänisch-schwedisches Ermittlerpaar. Besonders die schwedische Ermittlerin Saga Noren, die (wobei ich das nicht beurteilen kann, weil ich sehr wenig Erfahrung/Kontakt mit "echten" Asperger-Autisten habe) in meinem Augen sehr realistisch als Asperger-Autistin dargestellt wird, macht das Ganze sehr speziell. Aber auch Nebenrollen bekommen ihr eigenes Profil.
Wie der Plot eben in der ersten Staffel ist er auch hier extrem verwickelt, wenn man meint, man hat jetzt den Bogen raus, lohnt es sich, mal zu schauen, wie viele Folgen noch ausstehen, dann kann man so in etwa erahnen, wieviele Wendungen das Ganze noch nehmen wird.

Lustigerweise lösten die Bilder, wie Martin und Saga am Rand des Öresunds stehen und bei Schneeregen im Hintergrund die namensgebende Brücke grad noch so zu sehen ist, beim Hübschen und mir ganz unterschiedliche Emotionen aus. Zeitgleich sagten wir "Boah, wie ätzendes Wetter. Im Winter ist Skandinavien ja schon ganz schön scheisse" (der Hübsche) und "Hammer, wie geil, wir sollten vielleicht auch mal im Winter da rauf fahren." (Ich). Nun ja. Für den Sommerurlaub ist jetzt mal Toskana gebucht, vielleicht kann ich Silvester in Kopenhagen dann irgendwie rausschlagen ;-)

Nebenbemerkung aus eigener Erfahrung: zwischendrin spielt auch einmal eine Chemiefirma und eine Entsorgungsfirma für Sondermüll eine Rolle. Entweder sind die Sicherheitsvorkehrungen in Dänemark (oder war es Schweden?) nicht so hoch, wie ich es aus der Schweiz gewohnt bin, aber für alle, die sich jetzt Sorgen machen: So wie in der Serie werden bei uns keine Fässer transportiert, da wird nicht einzeln hochgegabelt, die werden nur ordentlich palettiert transportiert. Und in allen Firmen, in denen ich bisher gearbeitet habe, musste das Notkühlungssystem unabhängig von jeder elektronischen Steuerung funktionieren. Schwerkraft kann auch von Terroristen nicht gehackt werden.


Weiter geht's mit "Orange is the new black" ;-).

Samstag, Januar 10, 2015

Reden gegen die Angst

Ich bin als Kind der 70er und 80er ja zwar einerseits in der heilen Bullerbü-Welt eines bayerischen Dorfs grossgeworden (ich hoffe, Sie verstehen diese Bezeichnung so ironisch, wie sie gemeint ist), andererseits auch mit RAF, Kaltem Krieg, Bundeswehrmanövern im Feld hinter dem Haus. Ich habe am Dorfbahnhof die Fahndungsplakate für die Baader-Meinhof-Bande studiert, genauso wie die Plakate zu der Entführung von Ursula Herrmann, die in einer Kiste in der Erde eingebuddelt wurde und erstickte. Ich habe hinter jedem Pendler in de bayerische Kleinstadt einen Terroristen und/oder Kindsentführer vermutet, wenn jemand auf dem Weg vom Bahnhof in die Stadt hinter mir ging (was immer der Fall war, das ist ja der Hauptfussgängerstrom morgens und mittags), war ich jederzeit bereit, loszurennen und um Hilfe zu schreien, für den Fall dass ich gepackt und in ein Erdloch gesteckt werden sollte. Als wir irgendwann mit dem Zug in die Sommerferien auf eine autofreie Insel in Südfrankreich fuhren, war das der Horror für mich, weil meine Eltern jeder nur für je eine kleine Schwester und tonnenweise Gepäck Hände hatten (auch aus Elternsicht eine Horrorvorstellung, auch jenseits von Entführungsszenarien) und ich als Älteste dementsprechend alleine mitlaufen musste und somit ja ein gefundenes Opfer für die an den Bahnhöfen Europas ja nur auf Kinder ohne Elternhand lauernden Entführer war.
Diese Ängste habe ich, soweit ich mich erinnere, meinen Eltern gegenüber nie so artikuliert, dass sie sich deren Schweregrad bewusst geworden wären. Ich erinnere mich noch, dass mir auf Nachfragen technisch genau erklärt wurde, warum das mit der Luftleitung in der Kiste unter der Erde nicht klappen konnte, aber das hilft ja jetzt nicht direkt gegen die Panik, auch wenn ich mental darauf vorbereitet war, einem etwaigen Entführer mit technischem Knowhow in Sachen Luftzufuhr für Erdlöcher zur Seite zu stehen. Die Angst, dass ich auch jederzeit in einem Erdloch oder mit einem Schild um den Hals auf einem Erpresserfoto enden könnte, die konnten sie mir nicht nehmen.

Ich möchte, dass meine Kinder ohne solche Angst aufwachsen. Und weil ich weiss, dass ich das Böse dieser Welt nicht von ihnen fernhalten kann, weil ich weiss, dass sie, wenn ich es ihnen verschweige, anderweitig davon erfahren werden und sich alles noch viel schlimmer ausmalen würden, als es ist, rede ich mit ihnen. Auch wenn es weh tut, auch wenn es Angst macht. Weil es besser ist, sich in sicherer Umgebung damit auseinanderzusetzen, als durch die eigene Vorstellungskraft für sich allein noch grössere Gefahren heraufzubeschwören. Weil es hilft, sich wenigstens theoretisch mit Szenarien auseinandergesetzt zu haben und sie theoretisch überstanden zu haben, auch wenn das in Realität alles ganz anders kommen könnte/würde etc.
Und so haben wir heute morgen (weil Little Q. es aufgebracht) am Frühstückstisch darüber gesprochen, wie es wohl wäre, wenn eine Schule wegen eines Attentats evakuiert würde, was "Märtyrer" bedeutet und wie der Begriff heute verwendet wird, was man machen würde, wenn man beim Einkaufen in einem Supermarkt als Geisel genommen würde, und: dass es sehr, sehr, sehr unwahrscheinlich ist, dass unser Supermarkt, unsere Schule, unsere Arbeitsplätze das Ziel von terroristischen Anschlägen werden und dass wir deshalb im täglichen Leben keine Angst haben müssen.
Ich hoffe sehr, dass meine Kinder durch Hintergrundwissen und Diskussionen ohne Tabus zu selbständig und unabhängig denkenden Menschen werden, dass sie sich nicht durch dumpfe Propaganda mitreissen lassen, dass sie nicht aus Angst und Unwissen in Panik verfallen. Ich weiss natürlich nicht, ob das der richtige Weg ist, aber ich selber bin bisher immer gut damit gefahren, mich mit meinen schlimmsten Ängsten auseinanderzusetzen. Das hilft gegen die Angst vor jedem Schrittgeräusch hinter einem.

Freitag, Januar 09, 2015

Heile-Welt-Familien-Bloggerei


Als ich letztes Jahr mit Frau...äh...Mutti auf der  re:publica weilte und neben den Errungenschaften der modernen Architektur auch von dem Flair und dem Zusammengehörigkeitsgefühl und überhaupt begeistert war, da haben wir beide ja geplant, nächstes Jahr 2015 einen Vortrag zu halten und zwar zum Thema "Kommentar-Bullshit-Bingo. Wie man als Familienblogger einfach immer alles falsch macht".
Ich glaube immer noch, dass wir da einen richtig witzigen (und wahren) Vortrag hätten machen können, aber irgendwie kam uns beiden zu viel wahres Leben und Genervtheit vom Internet dazu, als dass wir das wirklich in Angriff genommen hätten. Frau...äh...Mutti wird ja von ihrer Familie trotzdem zur re:publica geschickt, ich werde mit Absicht nicht gehen, und das ist auch okay so.

Einen Teil meiner gesammelten Trollkommentare habe ich Ihnen ja hier schon mal gezeigt, und das waren nur die von Leuten, die ganz offensichtlich einen an der Klatsche haben. Dazu kommen scheinbar (ja, ich kenne den Unterschied zwischen "scheinbar" und "anscheinend") nett gemeinten, die aber mehr oder weniger subtil darauf aus sind, meine Kinder, mein Leben und mich als Person runterzumachen. Dazu kommen Kommentare, Mails, Tweets, in denen sich angemasst wird, den Inhalt und das Konzept meines Blogs in Frage zu stellen, runterzuputzen, zu verunglimpfen.
An guten Tagen lache ich über so was, an normalen Tagen ignoriere ich so was, an schlechten Tagen geht mir sowas nach. (Wenn es zu klein ist: klick aufs Bild sollte es lesbar machen)


Und ja, es gibt vielvielviel mehr nette, aufmunternde, lustige, nachdenklich stimmende Kommentare, Mails, Tweets, aber Sie kennen das sicher auch: negatives wirkt ungleich stärker.


Wie übergriffig das in der Summe wird und wirkt, wird im heutigen Blogpost von "Frische Brise" deutlich. Das Traurige / Erschreckende ist: solche Kommentare etc. kommen nicht (nur) auf Blogartikel, die bewusst kontrovers geschrieben sind oder kontrovers diskutierbare Themen behandeln, nein, dieses dumme Geschwätz kommt als Kommentar zu "So war unser Weihnachten" und "Unser Wochenende in Bildern" oder "Besuch von Oma".


Gottseidank überwiegen die positiven Rückmeldungen und ich bin auch viel zu sehr Rampensau, um die Kommentarfunktion zu deaktivieren, aber eben: wenn man solchem Mist über Jahre hinweg ausgesetzt ist, dann erklärt das vielleicht, warum manche vielleicht konstruktiv gemeinte, aber ungeschickt formulierte Kritik in den falschen Hals rutscht und "Hier braucht keiner zu lesen, dem es hier nicht taugt" als Antwort bekommt. An schlechten Tagen. S.o.


Heute (eigentlich immer, aber nicht immer ist es so offensichtlich) gibt es aber viel, viel Schlimmeres in der Welt und deswegen dürfen Sie herzhaft über die Leute lachen, die im Leben nichts besseres zu tun haben, als in meinem Blog saudumme Kommentare  abzulassen.

Donnerstag, Januar 08, 2015

Kleine Freuden

Ich habe ja spaghettigrade Haare. Das war schon immer so, die einzigen Abweichungen sind durch nasshaarig ins Bett gehen und draufliegen hinzubekommen, das sieht meist aber doof aus. Papillotten etc. gingen natürlich auch, aber komischerweise schläft man da nicht so gut drauf und die hängen sich total schnell wieder aus, ganz anders als plattgelegene Büschel, die halten ewig. Ausserdem sehe ich mit Locken an sich ja auch doof aus, ist schon gut, dass die Haare glatt sind. Nur ein bisschen weniger glatt als spaghettiglatt, das würde ich mir manchmal wünschen.
Heute habe ich irgendwie so auf meinen fast trockenen Haaren geschlafen, dass sie wirklich gut liegen und noc dau hinter dem linken Ohr eine kleine Spitze hervorlugt. Es könnte fast so etwas sein wie eine vorwitzige Locke von der Art, wie ich sie eigentlich gerne hätte. Ist sie natürlich nicht, bei der nächsten Haarwäsche ist sie wieder weg (also: heute abend), aber ich habe mich den ganzen Tag dran gefreut, sogar, wenn ich sie nicht gesehen habe, was ja den grössten Teil des Tages der Fall war.

Mittwoch, Januar 07, 2015

Safety first

Der Tag heute stand offensichtlich im Zeichen der Arbeitssicherheit.

Der Hübsche war am Dreh eines Corporate Safety Videos zum Thema "Verhalten im Hotelzimmer im Brandfall" beteiligt (für den Fall, dass es Sie interessiert: nicht Lift fahren, Notfallplan lesen, nahe am Boden bleiben, nasses Handtuch vors Gesicht).

Ich nahm an einer obligatorischen Sicherheitsschulung teil, in der zunächst Lessons Learned aus alten Fällen aufgearbeitet wurden und dann das Verhalten im Ernstfall anhand geisterbahnmässig aufgebauter Szenarien trainiert wurde. (Falls es Sie interessiert: den Kollegen, dem ein Fass draufgefallen ist, aus dem eine giftige Substanz ausläuft, lassen Sie nach dem Alarmieren der Feuerwehr meist liegen. Solange er schreit ansprechbar ist, bringt es nichts, zu versuchen, das Fass von ihm runterzuwälzen. Ohne entsprechende Schutzausrüstung DÜRFEN Sie es nicht mal versuchen, die eigene Sicherheit ist das oberste Gebot. Wenn allerdings ein Kollege bewusstlos in einer Eintragskabine hängt, dürfen Sie ihn rausziehen, allerdings nur, wenn Sie vorher sichergestellt haben, dass der Sauerstofflevel in der Kabine ausreichend gross ist, nicht dass Sie auch noch in den Kessel fallen).

Na, wer hat den spannenderen Job? Hätten Sie`s gewusst?

Dienstag, Januar 06, 2015

Trotttinette-Fan

Als Kind hätte ich ja schon immer gern einen Tretroller gehabt. In einem Bilderbuch hatte ein Mädchen, das sich auch ein Loch in den Kopf geschlagen hatte und genäht wurde, so wie ich damals (vermutlich habe ich das Buch genau deswegen bekommen) einen und die hatte auch so eine Latzhose und Frisur wie ich (naja, es waren die 70er, das hatten damals wohl alle Kinder) und deswegen dachte ich sowieso, dass mir so ein Roller gehören müsste.

Ich hatte aber trotzdem nie einen, ich hatte ein erst ein Dreirad, dann ein Fahrrad, Rollschuhe, aber ein Tretroller gehörte nie zu unserem Fuhrpark.

In meinen kindlichen Vorstellungen wäre es ein grossartiges Fahrgefühl gewesen, ich wäre mit wehendem Topfschnitt und flatternden Latz-Schlaghosen durch die Neubausiedlung gebraust, wie das Mädchen im Buch, das übrigens auf der Seite nach dem Roller sich bei der Oma aus einem Lolliglas bedienen durfte.

Naja, war nix. Irgendwann dann, später, da war ich schon an der Uni, da kamen die Kickboards auf, wie die zusammenklappbaren Cityroller damals hiessen. Das war ja angeblich superhip, total praktisch, in der U-Bahn klein zusammenfaltbar, und dann, nach der Rolltreppe, zack, ist man total schnell. Damals hatte ich dann irgendwie kein Bedürfnis mehr danach, ich weiss gar nicht wieso. Den Latzhosen war ich damals noch nicht vollends entwachsen, die trug ich als Statement durchaus ab und an noch, es könnte daran liegen, dass eine die am BWL-studentinnenartigsten aussehende Kommilitonin sich mit ihrem Freund zusammen zwei identische Kickboards gekauft hat und damit auf dem Radweg in die Uni (die Chemiefakultät liegt total in der Pampa) gerollert ist und am nächsten Tag vor Muskelkater nicht mehr grad im Labor stehen konnte und das nicht so richtig ... cool war. Oder dass ich mir beim ersten Mal ihren Roller in der Eingangshalle testen das Ding so gegen mein Schienbein gedonnert habe, dass auch ich nicht mehr grad im Labor stehen konnte.
Also: kein Kickboard für mich.

Die Jungs haben sich vor zwei oder drei Jahren (ich glaube drei) Trottinettes, wie Roller hier in der Schweiz heissen, gewünscht und auch bekommen. So standard-zusammenklappbare Dinger, die man mit einem Riemen über der Schulter tragen kann, nichts berühmtes, aber für den Nutzungszweck genau richtig. Ich bin ein paarmal damit gefahren, so cool, wie ich mir das seinerzeit vorgestellt habe, fand ich es nicht, aber sie sind ja auch nicht für mich.
Dieses Weihnachten wurden auf der Suche nach an die Verwandtschaft weitergebbaren Wünschen ebensolche nach neuen Trottinettes geäussert. Und zwar altersgemäss: Little Q hätte gern einen "Stunt Scooter" gehabt und Little L. "so eines wie die Y, mit leuchtigen Rädern".
Also. Stuntscooter war einfach (Ja, Little Q. ist jetzt in dem Alter, wo man sich mit Freunden entweder zum Gamen oder zum Stunten auf dem Skaterplatz verabredet). "Leuchtige Räder" nicht so. Weil, wenn man nicht genau aufpasst, findet man nur Roller, die wie Autos in "Fast and furious" unten so LED-Leisten haben, was hier im Kindergartenbereich noch nicht als cool gilt, und die mit den Rädern, die eben beim Fahren bunte Blitze leuchten, die gab es wohl vor ein paar Jahren in den einschlägigen Kinderkatalogen, jetzt aber nicht mehr. Man könnte bei Skateboard- und Waveboard-Händlern einzeln solche Räder bestellen und bestehende Trottinettes damit umrüsten, aber man erinnere sich: Wünsche für Verwandte. Also habe ich weiter gesucht und bin fündig geworden: es gibt "Leuchtige Räder", allerdings nur in der Kombination mit einer "Razor Spark"-Einheit. Das ist eine Bremse, die beim Drücken eine Funkenspur auf dem Boden hinterherzieht. Und auch wenn das im Kindergarten bisher niemand hat: das kann niemand uncool finden. Also habe ich meinem Vater erklärt, was sich seine Enkel wünschen und was soll ich sagen: der Stuntscooter ist bestimmt sehr cool, also, zumindest sagen das Little Q. und seine Freunde, aber der Razor Spark-Scooter mit den leuchtigen Rädern, der ist der Hammer. Echt jetzt. Das funkt und blitzt, ganz grosses Kino.
Da sieht man: Ich bin innerlich auf dem Entwicklungsstand eines Fünfjährigen stehengeblieben. Manchmal muss man nur warten und dann kommt das schon gut.





Montag, Januar 05, 2015

WMDEDGT? 01/15

Na, wie schauts aus? Zurück im Alltag oder noch ein bisschen Ferien? Hier beginnt heute der Schul-, Kindergarten- und Arbeitsalltag wieder.

Und was machen Sie den ganzen Tag so? Schreiben Sie es doch auf und tragen den Link unten ein.

Huihuihuihui, erster Arbeitstag dieses Jahr für mich/uns alle hier. Und der erste Tag mit der Nanny. Spannend also und es gibt grad mal eine neue Morgenroutine, weil in Zukunft die beiden Jungs morgen eben nicht mehr in die Krippe gehen, sondern von daheim aus starten, allerdings zu spät für meinen Arbeitsbeginn. Die drei Männer schlafen also aus bis um 7:00h, für mich klingelt der Wecker um 6:00h. Das ist heute ziemlich fies, weil wir uns erstens in den Ferien doch ans Ausschlafen gewöhnt haben und zweitens uns beim „Die Brücke“ zu Ende schauen gestern dem Hübschen ein kleiner Zählfehler unterlaufen ist und es doch noch eine Folge mehr war als gedacht. Nun ja. Kaffee richtet es wie immer ;-)
Der erste Nervenkitzel des ersten Arbeitstages ist dann grad mal an der Parkgaragenschranke: wurde die Karte für ein Jahr Parken wieder freigeschaltet? Ganz unspektakulär: ja.
Ansonsten bin ich heute noch einen Tag (oder morgen auch noch? Ich weiss es gar nicht) Chef, weil meiner noch im Urlaub ist. Wir hatten über Weihnachten ja alle Anlagen abgestellt bzw. Umbau- und Instandhaltungsarbeiten am Laufen, so dass heute seit morgens um 6:00h alles wieder übernommen bzw. hochgefahren wird. Ein relativ gemütlicher Start ;-).
Ich merke während der Teamsitzung am Vormittag, dass ich es nach den Weihnachtsferien gar nicht mehr gewohnt bin, nicht die ganze Zeit irgendwo etwas Essbares verfügbar zu haben und falle fast vom Stuhl vor Magenknurren.
Aber hey: 11.20h ist Mittagessenzeit, es gibt durchschnittliche Tortellini mit gemischten Sossen.
Innerlich bin ich total unruhig, weil ich weiss, dass die Nanny mittlerweile da sein sollte, Mittagessen gemacht haben sollte, die Kinder jetzt heimkommen würden und ich überlege hin und her, wann es nicht mehr total zwanghaft wäre, mal zur kurzen Kontrolle, ob alles klappt, daheim anzurufen…

Vor den Weihnachtsferien habe ich neben Schreibtischaufräumen auch noch eine to-do-Liste für heute gemacht mit Sachen, die ich sonst über die Weihnachtsferien sicher vergessen würde. Anscheinend hat mein Vorweihnachts-Ich mein Nachweihnachts-Ich total überschätzt, weil unter anderem stand da drauf:

„Ing-Kontaktsitzung: 9mm für alle?“

Ich hatte (zu viele Krimis und Thriller gelesen und gesehen über die Ferien) sofort Dienstwaffen für alle Chemiker vor meinem inneren Auge, habe dann kurz überlegt, warum wir das mit den Ingenieuren besprechen sollten, und während ich so halbleise vor mich hindachte, wusste gsd mein Kollege, was ich damit gemeint hatte. (Breite der Schweisszone für Verpackung von Trockenware in Endlosliner). Schade eigentlich. Aber besser für den Weltfrieden.

Den Rest habe ich noch verstanden und Erinnerungsmails an ganz viele Leute geschrieben (Start mit „copy paste: „Ich hoffe, Du hattest entspannte Feiertage und einen ruhigen Start ins Jahr 2015. Ich will die Entspannung auch gar nicht zunichte machen, aber ….“), überhaupt: 2015. In einem GMP-Betrieb, da visiert und unterschreibt und datiert man ja ungefähr jeden Handschlag und Gedanken, den man macht. Ich kann stolz vermelden, dass ich sowohl meinen Datumsstempel schon umgestellt, als auch kein einziges Mal bisher 2014 korrigieren musste.

Um zwei hatte ich für die neu startende Produktionskampagne eine Mitarbeiterschulung zu halten, war so mittelspannend, aber am Schluss gibt es immer eine Erfolgskontrolle. Diesmal habe ich sie in Vertretung gehalten (habe nachgeschaut: mein Chef kommt erst am Donnerstag zurück! Gnahhhh….), wenn ich diese Tests selber entwerfe, denke ich mir immer Fragen (bzw. Antworten) aus, bei denen ich mich selber (meistens innerlich) totlache, aber diesmal war es sehr ernsthaft und seriös.
Ein paar Kollegenkaffees aus dem Keller bei den Mäusen helfen mir über den Nachmittag.
Ich schüttle unendlich viele Hände, wünsche ein gutes neues Jahr, erzähle über unsere Weihnachtspause, wandere über das Areal, hole wie in einem schlechten Film die Wäsche meines Chefs aus der Reinigung (das klingt jetzt anders als es ist, in Wirklichkeit haben alle Chemiker bei uns den Weihnachtsshutdown dazu genutzt, die obligatorischen weissen Kittel und die blauen Corporate Fleecejacken in die grosse Reinigung zu geben. Wenn sie fertig sind, kann man sie nach Büros sortiert im Keller neben dem Kaffeeraum wieder abholen), bin Vertretungschef in Personalsachen und überhaupt. Innerlich bin ich vor allem nervös, wie es daheim wohl abläuft, aber das war ja klar.

Gegen viertel vor fünf gebe ich meinen Nerven nach (ein Blick auf den Zeitnachweis, mit dem ich in dieses Jahr starte, nämlich mit 18 Tagen Resturlaub aus dem Vorjahr, 15 Tagen abzubauenden Überstunden plus den frischen Urlaubstagen für 2015 schickt mich eh nach Hause) und fahre nach Hause.
Gottseidank lief da wohl alles glatt (Little L. hatte die ganzen Weihnachtsferien gefragt, ob er denn direkt im Januar wieder zu Besuch in die Krippe gehen könne, ich glaube, so ganz hat er es noch nciht realisiert.) und insofern kann ich jetzt meinen Blutdruck mal runterfahren.
Die Dreiviertelstunde, die das in der Krippe einsammeln, heim transportieren, ankommen, alles auspacken etc. immer in etwa gekostet hat, die haben wir jetzt zur freien Verfügung und ich glaube, die wird uns auch in Zukunft gut tun. Ich unterschreibe einen Englischtest, trage Kindergartentermine in den gemeinsamen Kalender ein (huch, ich muss schon wieder für die Zeugnispizza reservieren!) und packe (nur eine, im Kindergarten wird morgen Geburtstag gefeiert) eine Zünibox für morgen.

Montag ist Pizzatag und dazu erzählen mir die Jungs, wie der Tag so war. Erst jetzt, wo die Anspannung abfällt, merke ich, wie sehr mich das den ganzen Tag belastet hat. Wäre schon saudoof, wenn das jetzt nicht klappen würde. (Was mich ausserdem belastet hat: ich habe zwei Pickel IN der Nase. Tut superweh und fühlt sich an, als hätte ich eine 10cm-Durchmesser-Clownsnase). Ausserdem kläre ich mit der Putzfrau, dass der Putzplan nicht nur Deko ist, sondern tatsächlich so gemeint, von den Nachbarn bekommen wir die Hausaufgabe, uns über unsere emotionale Bindung an den Flieder, der in der Mitte unserer aneinandergrenzenden Vorgärten steht, klarzuwerden.

Anschliessend gehen die Jungs zu Bett, ich lese noch eine Olchi-Geschichte vor, mache Little Q. einen warmen Tee zum Lesen (er meint, er hätte Husten) und lasse mir eine warme Badewanne ein. Ich wollte eigentlich die ganzen Ferien noch zwei Langarmshirts für die Jungs in meinem frisch sortierten Nähzimmer nähen, dazu kams vor lauter Entspannung aber nicht. Jetzt habe ich ein kleines Stickversprechen getätigt, da kann ich in der Zwischenzeit eigentlich auch ein bisschen zuschneiden, während die Wanne einläuft.
Ansonsten haben der Hübsche und ich beschlossen,brutal vernünftig und erwachsen zu sein und nach seiner Sportelei heute nicht eine neue Serie anzufangen, sondern im Bett noch ein bisschen zu lesen.
In diesem Sinne: die Zeit das Wasser läuft.
Bis morgen bzw. zum nächsten WMDEDGT.