Freitag, Januar 09, 2015

Heile-Welt-Familien-Bloggerei


Als ich letztes Jahr mit Frau...äh...Mutti auf der  re:publica weilte und neben den Errungenschaften der modernen Architektur auch von dem Flair und dem Zusammengehörigkeitsgefühl und überhaupt begeistert war, da haben wir beide ja geplant, nächstes Jahr 2015 einen Vortrag zu halten und zwar zum Thema "Kommentar-Bullshit-Bingo. Wie man als Familienblogger einfach immer alles falsch macht".
Ich glaube immer noch, dass wir da einen richtig witzigen (und wahren) Vortrag hätten machen können, aber irgendwie kam uns beiden zu viel wahres Leben und Genervtheit vom Internet dazu, als dass wir das wirklich in Angriff genommen hätten. Frau...äh...Mutti wird ja von ihrer Familie trotzdem zur re:publica geschickt, ich werde mit Absicht nicht gehen, und das ist auch okay so.

Einen Teil meiner gesammelten Trollkommentare habe ich Ihnen ja hier schon mal gezeigt, und das waren nur die von Leuten, die ganz offensichtlich einen an der Klatsche haben. Dazu kommen scheinbar (ja, ich kenne den Unterschied zwischen "scheinbar" und "anscheinend") nett gemeinten, die aber mehr oder weniger subtil darauf aus sind, meine Kinder, mein Leben und mich als Person runterzumachen. Dazu kommen Kommentare, Mails, Tweets, in denen sich angemasst wird, den Inhalt und das Konzept meines Blogs in Frage zu stellen, runterzuputzen, zu verunglimpfen.
An guten Tagen lache ich über so was, an normalen Tagen ignoriere ich so was, an schlechten Tagen geht mir sowas nach. (Wenn es zu klein ist: klick aufs Bild sollte es lesbar machen)


Und ja, es gibt vielvielviel mehr nette, aufmunternde, lustige, nachdenklich stimmende Kommentare, Mails, Tweets, aber Sie kennen das sicher auch: negatives wirkt ungleich stärker.


Wie übergriffig das in der Summe wird und wirkt, wird im heutigen Blogpost von "Frische Brise" deutlich. Das Traurige / Erschreckende ist: solche Kommentare etc. kommen nicht (nur) auf Blogartikel, die bewusst kontrovers geschrieben sind oder kontrovers diskutierbare Themen behandeln, nein, dieses dumme Geschwätz kommt als Kommentar zu "So war unser Weihnachten" und "Unser Wochenende in Bildern" oder "Besuch von Oma".


Gottseidank überwiegen die positiven Rückmeldungen und ich bin auch viel zu sehr Rampensau, um die Kommentarfunktion zu deaktivieren, aber eben: wenn man solchem Mist über Jahre hinweg ausgesetzt ist, dann erklärt das vielleicht, warum manche vielleicht konstruktiv gemeinte, aber ungeschickt formulierte Kritik in den falschen Hals rutscht und "Hier braucht keiner zu lesen, dem es hier nicht taugt" als Antwort bekommt. An schlechten Tagen. S.o.


Heute (eigentlich immer, aber nicht immer ist es so offensichtlich) gibt es aber viel, viel Schlimmeres in der Welt und deswegen dürfen Sie herzhaft über die Leute lachen, die im Leben nichts besseres zu tun haben, als in meinem Blog saudumme Kommentare  abzulassen.