Donnerstag, Dezember 11, 2014

Schnäppchen!

Ich sag's Ihnen, jenseits der Schweizer Grenze, da lohnen sich Geschwindigkeitsüberschreitungen, da kriegt man richtig was für sein Geld. Hier: man fährt ein minifuzziklaanes Bisschen über der erlaubten Geschwindigkeit und wenn man Glück hat, bekommt man ein paar Wochen später einen unauffälligen Brief mit einer exorbitant hohen Rechnung, die man besser schnell bezahlt, wenn man Pech hat und das minifuzziklaane Bisschen doch ein bisschen grösser war, gibt es eine Anzeige (meist muss man aber zur Verhandlung nicht auftauchen) und es wird richtig teuer. Aber: an sich sehr undramatisch und speditiv gelöst.
Ich habe mich immer schon gewundert bis amüsiert, wenn ich im Parkhaus gleich hinter der Grenze mal vergessen habe, die Uhr zu stellen oder so, dann kam nämlich ein Brief (Port 1,40 €) über ein Ordnungswidrigkeitsdings von 5€. Und ich glaube, das kann sich nicht lohnen.
Was aber jetzt echt ganz grosses Kino ist, ist die Geschichte mit "Wie ich einmal dachte, dass ich in den Knast muss".
Heute durfte ich mir nämlich den Bussgeldbescheid (MIT RÜCKSCHEIN!) vom Bayerischen Polizeiverwaltungsamt in Viechtach bei der Post abholen.
Und allein das, was ich bisher an Papier gesehen habe, und die Dienstwege, die ich anhand dessen nachvollziehen konnte, lassen mich vor Mitleid mit den offensichtlich unterbezahlten deutschen Beamten seufzen und meine 98.50€ pronto bezahlen.
Also: ich wurde auf der Autobahn im Landkreis Fürstenfeldbruck geblitzt. Der Polizist, der den Blitzkasten auswerten musste (PHK Ludwig btw) (vor meinem inneren Auge werden da so Polaroids ausgedruckt), sieht auf dem Foto: "Au weh, Schweizer Kennzeichen, das wird kompliziert". Er gibt das (das stelle ich mir jetzt so vor) an eine Stelle innerhalb der bayerischen Polizei weiter, die sich besser als die Autobahnpolizei Fürstenfeldbruck mit kriminellen Nicht-Mal-EU-Ausländern Schweizer Rasern auskennt, ich nehme an, das war das Bayerische Polizeiverwaltungsamt. Die stellen mit Kennzeichen und Foto ein internationales Rechtshilfeersuchen an Interpol die Schweizer Führerscheinzentralstelle (ich war zu nervös, um den korrekten Namen der Stelle zu lesen, die anhand des Blitzbilds mein Führerscheinbild an die Bayern geschickt hat), um rauszufinden, wer das war (Ehrlich: warum sie das Kennzeichen nicht hier eingegeben haben und binnen 30 Sekunden und für umme den Halter ermittelt haben, weiss ich jetzt auch nicht). Sobald die Schweizer also den Bayern gesteckt haben, wer da so gerast ist, wird in Bayern ein 30seitiges Dokument (auf Umweltschutzpapier) erstellt und an die zuständige regionale Polizeibehörde in der Schweiz geschickt. Die schreiben eine Vorladung und bestellen den Delinquenten ein, um ihm das Dokument zu zeigen und ihn unteschreiben zu lassen, dass er das war (also: ich).
Dann werden die Dokumente wieder nach Bayern geschickt und die Zentrale Bussgeldstelle erstellt ein neues Dokument (diesmal nur 4 Seiten und auf weissem Papier, dafür aber mit Tippfehler), das nun per Einschreiben (MIT RÜCKSCHEIN!) an mich geschickt wird, mit der Aufforderung, entweder zu zahlen oder Widerspruch einzulegen.
Diesen 4 maschinell erstellten Seiten gehen grob geschätzt 8 Stunden Büroarbeit, Ermittlungsarbeiten über EU-, Kantons- und bayerische Verwaltungsbezirksgrenzen voraus, und das alles für 98.50€. Wow. Ich hoffe, der Rückschein erreicht die Sachbearbeiterin in Viechtach noch vor Weihnachten, so dass sie meine Ermittlungsakte schliessen kann.

Mittwoch, Dezember 10, 2014

Premiere: ein Gastbeitrag!

Heute ist es soweit: der heutige Eintrag stammt von Little L. Natürlich nicht selber geschrieben, da beschränken sich die Kenntnisse bisher auf seinen Namen, "LOL", "Lolli", und die Namen seiner besten Freunde, besonders der mit L und E im Namen. Nein, er hat die Geschichte selber gemalt, der Kindergartenlehrerin diktiert, dann gelocht und den Faden durchgefädelt.
Das Thema der Geschichte war frei wählbar, es gab wohl nur eine Mindestanzahl Seiten.

Da im Kindergarten nur am Donnerstagnachmittag hochdeutsch gesprochen wird (glaube ich, das war zu Little Q.s Zeiten so), ist die Geschichte auf Schweizerdeutsch, die Übersetzung stammt von mir.

Seien Sie gefasst auf Abenteuer, Drama und kein Happy End.


Ursprünglich hiess die Geschichte nur "Die Igel", der Lektor Little Q. hat dann zu Hause in Absprache mit dem Autor "Die Igelfamilie" draus gemacht.

"Da sind zwei Igelchen in einen Heissluftballon gegangen"


"Da sind sie einfach wieder gelandet" *

"Und da ist einer unter die Erde gegangen und wollte Winterschlaf machen. Weil der Heissluftballon gelandet ist, sind Steine runtergefallen. Und als der Winterschlaf vorbei war, konnte der Igel nicht mehr rauskommen."

*Auch wenn die Mutterschaft bei Kindern eh praktisch nie in Frage gestellt wird: meine Söhne können mich nicht verleugnen. "An den Bäumen sollt ihr sie erkennen"

Dienstag, Dezember 09, 2014

Überstanden

Nach nicht ganz vier Jahren hat Little L.s Herzgeschichte nur zu einem endgültigen Abschluss gefunden.
Ich hatte mich ja nach dem letztjährigen, erst als allerletzten angekündigten Kontrolltermin darauf eingestellt, dass wir jetzt halt in Gottes Namen  einmal im Jahr zum Herzcheck in der Kinderkardiologie auflaufen, danach ein 24h-EKG aufgezeichnet wird und gut ist.
Tja. Little L. war schon nicht sooo begeistert von der Aussicht auf einen verkabelten Tag (ihm ist offensichtliches "Anderssein" sehr unangenehm und ausserdem schläft es sich damit sehr bescheiden), aber die Ankündigung von "Wir suchen dort Nemo, ausserdem  gibt es die Bilder mit den coolen kleinen Figuren, man bekommt am Schluss einen Lolli und beim Herzecho darf man DVD schauen" liess es okayish erscheinen.
Nun denn, EKG; Sättigung, Blutdruckmessen, das macht Little L. nun wie ein alter Hase, danach kam dann die obligatorische Assistenzärztin und dann der Kardiologe, denen wir dann nochmal "Oh, da sind aber viele Unterlagen drin in der Mappe, diese Auswertung, ist die von Ihnen?" kurz die lange Geschichte von Little L., dem flatternden Vorhof und der langen Suche nach der richtigen Betablockerdosierung schilderten. Und anstatt nach der Untersuchung den Termin fürs nächste Jahr abzumachen und Little L. zu verkabeln, telefonierte der Kardiologe nochmal mit der Oberchefin der Kardiologie und dann durften wir gehen. Für immer! Es hatte ein bisschen was von "Wegen guter Führung vorzeitig entlassen", uns wurde nämlich eine enorme "Vigilanz" und (angelesene) Fachkenntnis attestiert. Wir mussten dann noch eine Art kurzen Test machen "Was machen Sie, wenn Sie mit dem Kind unterwegs sind und es Ihnen komisch vorkommt? Und nein, Sie haben kein Stethoskop dabei, das sollten Sie sich abgewöhnen, Ihr Kind ist gesund." und die richtige Antwort war nicht "Wir rufen die Rega", sondern "Puls hört man am besten mit Ohr auf dem Herzen" und dann: fertig. Aus. Gesund.

Das ist das tollste Weihnachtsgeschenk überhaupt.

Wir haben uns mal noch nicht für immer und ewig von Nemo und Konsorten verabschiedet, weil wer weiss, was an Platzwunden und Sportunfällen noch so passiert, aber in die Kardiologie und die IPS wollen wir nun wirklich nicht mehr.

Montag, Dezember 08, 2014

22

Vielen Dank für all die Glückwünsche auf den verschiedensten Kanälen gestern ;-). Ich habe ja den Nachrichtenton "Bottle opener" auf dem Handy und insofern klang es ziemlich nach Party gestern.
Ansonsten habe ich noch ein Bild für Sie, das der Hübsche von uns gemacht hat vor unserem Ausgang:

Falls Sie sich über die Zahl unten wundern: ich habe ja mal scherzeshalber beschlossen, nur noch "29" zu antworten, wenn mich jemand fragt, wie alt ich denn geworden wäre (in Wirklichkeit wäre es dieses Jahr ... mhhhmmm, 29h, wenn man die 30 als 29a bezeichnen würde).
Ich war heute aber dann doch sehr gerührt, als mein ältester Mitarbeiter (er geht Ende nächsten Jahres in Pension) bei der Morgensitzung entrüstet erzählt hat, dass ein andere Kollege ihn gefragt habe, wie alt die Frau Brüllen denn geworden wäre. "Und dann habe ich gesagt "22. Für dich bleibt sie immer 22.""

Sonntag, Dezember 07, 2014

2. Advent: Samichlaus

Wie letzte Woche auch heute ein Video aus der Vergangenheit. Mit einem sehr lehrreichen Gedicht ;-)


"Das war Schweizerdeutsch, wie man es zwischen Basel und Aarau spricht."

Samstag, Dezember 06, 2014

Fremdverplant

Es ist ja so: wir haben das ganze wochenende kinderfrei (naja, von heute mittag bis morgen um fünf), weil beide mit den pfadis auf dem samichlaus-weekend sind. Abgesehen davon, dass ich mir ein paar viele gedanken drum mache, ob das für little l., der der allerjüngste wolf ist, nicht ein bisschen viel ist (schlafsack, isomatte, mit vielen anderen in der turnhalle schlafen, nachtwanderung), habe ich erstens morgen geburtstag und zweitens total viel vor. (Nähen, plätzchen backen, bewerbung schreiben, weil gestern eine meiner traumstellen ausgeschrieben wurde (nein, immer noch keine selbstversorgerkaninchenfarm in australien), ach ja, und entspannen natürlich).
Deshalb und weil ich in den letzten wochen für dieses jahr genug organisoert habe, gibts dieses jahr keine party und ich hatte auch nix geplant. Gestern abend dachte ich noch, dass wir ja wenigstens echt lecker essen gehen könnten, aber das restaurant, in das ich wenn dann wollen würde, da würde man eh nix mehr bekommen und daheim wäre ja auch gemütlich.
Als wir dann heute uns so dran machten, mit den kindern die rucksäcke zu packen, hat mir der mann per mail (mit betreff: ÜBERRASCHUNG!!!) mitgeteilt, dass er geplant hat. Mich ver- und ein. Mein lieblingssatz ist: "weil du dich ja immer erst mit den planungen anderer leute anfreunden musst." Genauso ist es, aber er hat das super gemacht.
Und so haben wir heute nachmittag im lokalen thermalbad mit sole, intensivsole, finnen- und russensauna und alpenwasserfällen entspannt und bis gerade eben haben wir in dem restaurant, wo ich dachte, dass wir eh keinen tisch mehr bekämen, geschlemmt.
Und das beste ist: geburtstag ist erst morgen!

Freitag, Dezember 05, 2014

WMDEDGT 12/14

Es ist mal wieder soweit: zum letzen Mal in diesem Jahr möchte ich wissen: "Was machts Du eigentlich den ganzen Tag?"*

Wie es geht? ganz einfach: heute den Tag über Tagebuchbloggen und in der Liste unten verlinken.

Mein Tag startete im Vergleich zu den meisten der letzten Wochen praktisch zur Ausschlafzeit um 6:00h. Frühstück geht immer noch nicht rein, also gab es nur einen Latte Macchiato mit der neuen Sorte "Mint Chocolate"-Nespresse-Superspezial-Edition, die, und das ist schade, genau wie die Standard-Schoko-Variante schmeckt und null nach Minze.

Ab 6:49h folgte heute mal richtig gemischte Arbeit, unter anderem habe ich gelernt, mit Google Forms Umfragen zu erstellen und wundere mich immer noch dezent, wie man in ein Freitextfeld zum Thema "Hier sind meine Verbesserungsvorschläge für Folgeveranstaltungen" bei einem Formular, wo oben dick und fett steht "Ihr Username wird festgehalten", schreiben kann "So eine Scheissveranstaltung hätte man sich echt sparen können". (ich nehme an, ihm hat es wirklich nicht gefallen.).

Ausserdem bin ich jetzt Abteilungsbeauftragte für "Austausch von kaputten Displays der neuen Laptopsorte, die echt nix aushalten, organsieren.

Punkt halb 12 war ich auf dem Heimweg (remember: Freitag ist halb frei), die Kinder hatten Milchreis gewünscht, und für mich gab es die restlichen Nudeln von gestern.

Um viertel nach eins hatte sich Little Q. auf den Weg zum Religionsunterricht gemacht, Little L. und ich trafen den Hübschen im Kindergarten, wo wir zu einer Art Standortgespräch eingeladen waren.

Im Anschluss warfen wir den Hübschen schnell bei der Arbeit wieder raus und machten uns auf den Weg, Little L. doch neue Winterschuhe zu kaufen, weil die von Q. geerbten irgendwie doch nicht passen. Es gibt also wieder mal Kamik-Boots für den kleinen Mann. Ausserdem habe ich noch schnell ein paar Weihnachtsgeschenkzubehörteile eingekauft und trotz der ausgiebigen Grenzkontrollen wg. OSZE-Ding in Basel haben wir es gerade noch pünktlich zu Little L. heute erst um 15:00h stattfindenden Unihockeytraining geschafft. Little Q. kam nach der Religion dazu, ich nutzte die Pause, um die Schokonikoläuse für morgen zu besorgen und ein paar bitterböse Mails mit dem neuen Krippenträger auszutauschen.
Um vier holte ich die Jungs wieder ab, es gab einen schnellen Joghurt und dann ging es schon wieder los, in der Kinderkrippe war Samichlaus-Anlass. Nun ja, ich war wohl heute (s. Mails) nicht in der richtigen Stimmung für Heititei-nettes-Beisammensein, ausserdem war mir kalt und nass und ich habe schon oft genug Nikolausweisheiten gehört.
Daheim haben immerhin schon Kürbis, Kartoffeln, Knoblauch, Zwiebel und Apfel im Ofen gebacken, die ich mit Kokosmilch frischem Ingwer und Gedöns zu einer perfekten Suppe für heute Abend püriert habe.
Die Kinder schauen jetzt gerade auf unserem nagelneuen Netflix-Account ein paar Folgen "Coco, der neugierige Affe" (ich liebe "Curious George" ja schon immer), ich gehe jetzt Wäscheabhängen und heute Abend sind dann passend zu meiner friedlichen Stimmung heute noch ein paar Folgen "Sons of Anarchy" (habe ich erwähnt, dass Netflix ziemlich genial ist?) und eine Flasche Rotwein, und dann gibt das ein tolles Geburtstagswochenende.









*Und ja, ich bin immer noch dieser Meinung, aber die Abkürzung hat sich jetzt so eingebürgert, dass ich das auch nicht mehr auf "ihr" ändern möchte.